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Kasseler Abendzeitung

Sonntag, 3. August 1924.

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181. Einzelnummer 10 Pf , Sonntags 15 Pf.

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Kasseler Neueste Nachrichten

1 - - Hessische Abendzeitung

Einzelnummer 10 Pi-, "Sonntags 15 PI. 14. Jahrgang

Slresemmn im schroffen Gegensatz zu London.

Gewehr eine schweigend:, ergreifende Trauer­parade hält, diesmal nicht zum wilden Todes- tan; sondern zu harter, selbstloser, gehorsamer Mederanfbauarbeit der Seelen, des Volks und Vaterlandes ausrusend ... Wenn so in heiliger SonntaLs-Totenandacht sich morgen Mau» für

FelögrauesGeiftecheer

Ist ihr Blut umsonst geflossen?

Dumpf und mit ehernen Munden wird mor- ; gen Glockengeläut nicht bloß über alle deutsche ' Lande Hinhalten: Halb Europa wird in schwer- ; gendcr Ehrfurcht von seinen toten Heldensöhncn j das Knie beugen, deren junge Leiber den , Siegerstaaten die Todesgassen zu unverdienter Macht und Blüte bahnten, mit deren Herzblut , jedoch Deutschlands Vorfrühling für Ge- . schlechter und Geschlechter in den Staub sank. Nicht geziemt es uns heute schon, dem Spruch der Weltgeschichte vorgreisend, auf der Welten- richterwage Reckst und Fchl dieser ungeheuer­lichen Blutschuld an der weißen Rasse abzuwä­gen. Wenn auch das von Haß- und Lügenmäu­lern der deutschen Leidensftirn eingebrannte Kainsmal des Kriegsverbrechertums längst von unserer Stirne getilgt ist. (Die russischen Geheimarchiven jetzt entrissenen Urkunden wer­den den wahren Völkerfeinden vor aller W'lt die Maske vom Gesicht reißen.) Wenn auch die bis zum Schwachsinn und Ekel gesteigerte Manie der Selbstbezichtigung nur noch vereinzelt in deutschen Hirnen ausbricht davon läßt uns heute schweigen.

Auch der fruchtlosen Versuche des sonst vi'l- geschmähten Hohenzollern, trotz der Gesamt­mobilmachung Rußlands und Frankreichs Aufmarsch und Grenzverletzungen im Westen, Zweifrontenkrieg und Ausbluten Europas hint­anzuhalten, sei hier nicht gedacht. Wie eine Vision soll auch nur die Erinnerung an jene brausenden, durch alle Zeiten leuchtenden Ju- beltage vorüberfliegen, da der Ruf zu den Waf­fen ein einziges und einiges 60 Millionen-Volk von Brüdern schuf, da Grenadier, Kanonier und Kürassier die blauen »Lumpen" auf Kammer ge­gen feldgraue Galauniform umtauschten und mit Blumen an Waffen und Helm, rosenüberschüttet, von Fran und Mutter und Kind geleitet, zum Sommertode ausmarschierte. Auch was auf den P urpurblättern der Geschichte an ftiflen oder um den Erdball schallenden Heldentaten mit Blut geschrieben steht (nie sah die Welt ein ruhmvolleres Ringen) wir werden es nicht vergessen.

Wie wir in den Granattrichtern aller Fron­ten dem brüllenden Bleitod trotzten, im kanrpf- zerfetzten. gefrorenen Rock tief im Schoß der Erde kauerten ... doch still, dir Toten haben heut das Wort. Unter den Millionenkreuzhügeln in allen Windrichtungen der Himmelsrose hören wir das stumme Geisterheer murmeln. Richt umsonst soll ihr Blut die Erde gedüngt haben. Und liegen auch auf ihren schmucklosen Helden- x.räbern die Waffen zerbrochen, die Fahnen zerfetzt, der alte Germanengeist der Treue, der Hingabe des Einzelnen an das Ganze bis zum Opfertode, die Idee der Ehre und Freiheit, die ihren blanken Schild durch keine Macht ver Welt besudeln läßt, der heroische Wille, das Mutterland, das uns zeugte, der Mutter Brust, die uns säugte, die Heiligkeit des Herdes und der Familie vor fremdem Zugriff mit dem 'le­ben su decken, und nicht zuletzt der jedem Deut­schen'eingeborene tiefinnerliche Glaube an die Unantastbarkeit seiner höckfften Kulturgüter, wie sie kein Volk der Erde mrfzuweisen hat, und damit zugleich an den Nibelungenschatz seines Volkstums: Gefühl, Phantasie und unerschSpf- liche Geistestiefe ... dafür zogen die feldgrauen Streiter ins Feld, sentten die zerschossenen Stir­nen zum Sterben.

Und was von Bräuten, Frauen und Müttern in vier grausamen Jahren im Frontdienst der Heimat au seelischem Duldertum vollbracht wur­de, werden Menschenworte nie ausschöpken. Auch ihre von Hunger- und Grippetod gemähte Schar, ganz zu schweigen von Greis und Kind, deren Blut für immer auf das stolze Albion fällt,... ein Symbol übermenschlicher Willenskraft und Pflichttreue bis ins Grab. Wenn dieses Wun­der der seelischen Wiedergeburt zum Dienst am Vaterland, zur Verschmelzung in eine große unbeugsame, tatenfrohe Schicksalsgemeinschaft wieder über uns kommt, wenn morgen die Glok- ken hallen. Reichswehr mit geschultertem

Berlin holt zum Schlage aus

Was wir nicht dulden werden. (Eigener Drahtbericht.)

Berlin, 2. August.

Wie unser Berliner Jnformaiionsb-cnst er- ährt, will die Reichsregierung sofort nach Be­endigung der Londoner Konferenz neue Vor­schläge über das Sicherheitenproblem unv die Frage eines Garantiepaktes ausarüci- teit. Die Denkschrift, die die Reichsregiernug in Genf dem Bölkerbundsrat überreichen liest, bildet erst den Auftakt zu einer g r o s? z ü- gigen Aktion der deutschen Regierung, die gleichzeitig mit der Lösung der Sicherheitenfrage auch das Abrüstungsproblem zur Erörterung zu bringen gedenkt. Eine weitere noch ungelöste Schwierigkeit ist die F r n g e der militäri­schen Räumun g. Man behandelt diese Frage, wie ein Artikel derZeit" ausführt, in London nicht als eigentliches Thema der Konfe­renz. weiß aber ganz genau, daß Deutschland ihre Lösung als Voraussetzung für die Durchführung des Gutachtens betrachtet. Deshalb wird diese Frage wohl auch der Brennpunkt der Verhandlungen w«t dstr deutschen Delegation sein. Eine Räu­mung in Etappen nach dem französischen Vor­schlag und eine Hinausschiebung der Räumung der Kölner Zone wird abgelehnt, und na­mentlich ist der Außenminister ein

entschiedener Gegner dieses Vor­schlags. Darin stimmt mit ihm das g a n- ze Kabinett überein.

Die deutsche Delegation denkt bestimmt nicht daran, auf einen Vorschlag einzugeheu. der dem Kötner Brückenkopf und dem Ruhrgebiet eine vertragswidrige Besetzung bis in den Sommer des Jahres 1926 zumurei. Die Haltung Deutschlands zu einem evtl. Ein­tritt in den Völkerbund ist durchaus noch nicht festgelegt und wird auch kaum bis zum Septem­ber festgelegt werden können. Unser Vertrau­ensmann glaubt zu wissen, daß der kürzlich von England offiziös an Deutschland gerichteten Einladung, Anfang September ein Gesuch um Aufnahme in den Völkerbund zu stellen, von deutscher Seite keine Folge geleistet werden kann, sodaß die Frage eines Eintritts Deutschlands erst später afui werden dürfte.

Berlin auf dem Sprung.

Berlin, 2. August. (Eigene Draht Meldung.) Die Reichsregierung hat die Londoner Stonfe- renzmächteformell ersucht, der d-uffA» Delega­tion rechtzeitig alle bisher getroffenen J6- machungen der Konferenz zur Kenntnis zubrm- geu. Bevor die deutsche Delegatton in direkte Lerhandlungeu mit der Gegenseite eintreten wird, wird sie ihrerseits in Vorberatungen zu den jeweiligen Beschlüssen der Konferenz Wellung nehmen. In Berlin erklärte mau, daß die Ver- Handlungen mit den Deutschen am> Montag Nachmittag ihren Anfang nehmen werden, und bis dahin deutscherseits die Prüfung der alliirr- ten Vorschläge beendet sein mutz. Ueber die Ab­sicht des französischen Ministerpräsibenien, ge­wisse Fragen mit Deutschland fcirett zu verhan­deln, hat die Reichsregierung noch keine Mittei- luim erhalten. Lediglich eine dem deutschen Bot­schafter in Paris zugegangene, allgemein gehal­tene Instruktion beweist, daß Herriot mit den Führen der deutschen Delegation sich zu un­terhalten wünscht. Dabei wird ausdniÄich be­tont, Herriet beabsichtige, m't dem Reichskanzler Dr. Marx eine Unterredung herbeizufuhren. Dadurch gerät der Reichskanzler in eine peinliche Lage, da er ohne Mitwirkung des Außrnmim- sters Dr. Stresemann keinerlei Handlungen fuh­ren will und kann.

im Offizierskasino des Marseiller Kolo- nialreaiments eine Rede gehalten, in der er die Aufrechterhaltung der Ruhrbesetzung forderte, wenn Frankreich vor einem neu erstark- IILvunwim.'uefchüht sein wolle. In einer schon vor Jahren den Bevollmächtigten überreich­ten. aber erst jetzt veröffentlichten Denkschrift stellt Foch sich auf den Standpunkt, daß Deutsch- laiid eine Gefahr sürdie Z.iv.lila11oU varstelle, so lange es Nicht politisch und geistig sich einer vollstäiidigen Wandlung unterzogen habe. An Moltkes Worte ankniipsend, daß ocr Rhein die Verteidigungslinie zwischen Frank­reich und Preußen sei, fordert Foch, daß letzt die Wacht am Rhen, durch Srontr c14 gehalten werden müsse und daß der Völkerbund diesen Zustand sanktionieren müsse. (!)

Wenn die Deutschen kommen

Hoffnung auf die heutige Vollsitzung.

(Eigene Drahtmeldung.)

London, 2. August.

Man teilt mit, daß eine Vollsitzung der Kon­ferenz am heutigen Samstag 11 Uhr einberufeii wird, wenn bis dahin die Kommission der Zah­lungsüberweisungen zu einer Einigung gelangt fein wird. Im gegenteiligen Falle werden die Delegationssührer sich m*t dieser Frage beschäfti­gen und versuchen, einen Einigungsentwurf arrf- znfiellen. Die Vollsitzung wird sich voraussicht­lich mit der Berufung der d e »t f ch en D e l e - gierten beschäftigen, die am Montag in Son eintreffen sollen. Da aber dieser Tag ein englischer Feiertag ist, so wurde Lik deutsche legation erst am Dienstag abend gehört werden.

Gao Vaolo.

Schauplatz der letzten brasilianischen «chlacht. Wenn sich di« letzten SlaMeichten bestätigen, haben Die deastiianislhe« Rebellen «-»» Paolo geränmt.Generäie nndFUHre- wurden crfchogen und der Aufruhr stheint blutig niedergeschlagen ju fein. B.S die Glut »es büdeno eines Tages auflodert uud zu neuem Staatsstreich »Uhr»...

Sao Paolo ist die Hauptstadt des gleichnami- gen Staates, den man nächst Rio de Janeiro den fortschrittlichsten und bestentwickelsten aller bra- Manischen Territorien nennt. Man fahrt von der Hauptstadt des Laubes, von Rio, ms Innere und bergan auf das braManffche Hochland, aus dem Sao Paulo liegt. Der Weg zur See ist ie- doch vorzuziehen. Man läuft dann Santos an, die Hafenstadt von Sao Paulo, einst eme Brntstäte des gefürchteten gelben Fiebers. Heute ist dieses «Schreckgespenst der Einwanderer und Seeleute verschwunden, sodaß der Landstrich setz, zu den gesundesten in ganz Brasilien zählt. Er wird mit Vorliebe von Deutschen ausgesucht, die aus dem heißen Rio und auch aus Buenos Aires kominen, wo der Hitzschlag in den -Som­mermonaten Massenopfer fordert. In Santos besteigt man die Bahn, t>te nach dreistündiger Fahrt durch eine reizvolle Landschaft Sao P a n la (753 Meter über dem Meere) erreicht. Es ist eine tätige und lebendige

Stadt aus einer Reihe von Hügeln, deren Hänge durch Niveklenmgen und Viadukte ausgeglichen sind. Sao Paulo ist wohl dank der Betriebssamkeit seiner Bewohner reicher als Rio de Janeiro, aber weder so schön noch so ele­gant wie die Hauptstadt. Nichts erinnert hier an den subtropischen Boden, auf dem die -stsdt steht, sie gleicht einem S t e i nm e e r ohne das GöpräFe der Waalität, sh»e Wei­chtet gcogravhischen oder nationalen Eigenart. In den letzten fünfzehn Jahren hat die Stadt übrigens ihm Gesicht gründlich geändert. Die Altstadt, ein Gewirr von niedrigen, kleinen und schmucklosen Häusern mit einem unerträg­lich engen Gefchäftsviertel, haben in der Zwi­schenzeit eine Reugeburt erlebt. Seit Jahren wird abgerissen, aufgeschüttet und neu gebaut, und noch heute gibt es keine Straße ohne Bau­gerüst. Man hat ganze Häuserviertel nieber­ge l e g t, um dem Verkehr Platz zu schaffen unv Luft für die Lungen der Großstadt zu gewinnen. Wie in einem Fieberzustand hat sich die Vergrö­ßerung vollzogen. .Gründerzeit" mit allen ihren unerfeulichen Begleiterscheinungen. Sao Paulo ist denn auch eine Musterkarte von Bau­stilen und Architekturen, zu der Leute aus aller Herren Länder ihr Teil beigetragen haben. Eine Reihe öffentlicher Bauten fällt auf: Der Re­gie r u n g sp a l a st, die Gebäude der Mini­sterien und des Kongresses die Paulisiaiier halten nämlich sehr viel auf ihre Unabhäng­igkeit; 5e haben nach dem Untergang des Kaisertums im Jahre 1889 ihr gesondertes Staatswesen mit eigener Regierung und eigener Volksvertretung eingerichtet das der Pariser Oper nacbgebildcte Munizipaltheater, das größte in Brasilien, das Staatsmuseum, Hotelpaläste, Schulen, Herbergen, Kasernen und Bibliotheken und was sonst noch zum äußeren Habitus einer Großstadt gehört, die heute wohl ihre sechshun­derttausend Einwohner zählt. Tie Oase in die­ser Steinwüste, in der es natürlich an keiner mo­dernen Einrichtung fehlt, ist die

Villenstadt Hygienopolis, wo die reichen und distinguierten Leute der Hauptstadt wohnen; dort stehen die prächtigen Talacettes", wie man in diesem Lande die luxuriösen Villen nennt. Prächtig ist die Um­gebung der Stadt. Einen herrlichen Rundblick hat man von den Avenida Paulista, die groß und breit auf einem Höhenzug im Süden ange­legt sind. Dort haben sich zahlreiche Villenkolo- nien gebildet. Einen Hauptausflugsort bilden die in dem nahen Gebirgsort nordwestlich der Stadt gelegenen Wasserwerke von Canta- reira. Hier liegen die Sammelbecken inmitten herrlicher Tropenvegetation und umsäumt von Promenadenwegen. Die Landschaft erinnert an den Zauber Süditaliens und die freundliche Umgebung seiner Städte. Hinter Cantareira beginnt der üppige Tropenwald. Steigt man bis zur Höhe eines der Sammelbecken auf, so bietet sich ein einzigartiger schöner

Fernblick über das wogende Grün des brasilianischen Berglandcs.

In den B a u an e n ft o it b e n verdeckt liegen die Hütten des Landvolkes, wie ja überhaupt das Hinterland von Sao Paulo vorweg Bauernlanv ist. Die Einwohner der Stadl sind tätige und geschäftige Leute; ihr Charakter zeigt festere und härtere Züge al- man ihn sonst in Brasilien ffndet. Man trifft in Stadt und Land ein wah­res Völkergemtsch. Die eingeborenen Bra­silianer sind meist Kaffeeplantagenbesitzer oder bekleiden öffentliche Stellen, während die Groß- kauflcute starke internationale Mischung aufwei- sen, und der Kleinhandel sich haupffächlich aus

Sin neues Ruhrverbrechen zum alten.

Basel, 2. August. (Privattelegramm.) Ein dazu ermächtigter deutscher Korrespondent er­klärt. daß der französische Vorschlag, die militä­rische Räumung der Ruhr von der Flüssig­machung bet deutschen Eisenbahnbonds und der Jndlistrieobligationen abhängig zu machen, um den Endtermin bis Mitte August 1926 hinans- zuschieben. dem Wortlaute der E r k l ä r it n g widerspreche, die Poincarö int Januar 1923 abgegeben habe. Es könne infolgedessen nach deutscher Siegierungsauffassniia kein Zwei­fel darüber bestehen, das: die militärische Beset­zung der Ruhr lediglich eine Maßnahme Sar- aestellt habe, die die Ausbeutung des R u h r v f a n d e s durch Frankreich und Belgien sicherftellen sollte. Wenn jetzt von Frankreich versucht werde, die militärische Räumung der Ruhr von feiner wirtfchaftlichcn Räumung zu trennen, indem die militärifche Besetzung die wirtschaftliche Besetzung um Jahre überdauern soll, so fei dies

für Deuffchland nicht tragbar und widerspreche auch den feierlichen Er­klärungen der französischen Regierung.

Auch tzerriol schmiedet pläne.

Paris, 2. August. (Privattelegramm.) Ein amerikanischer Korrespondent in London glaubt z« wissen, daß H e r r i o t in London einen Plan für die franzöfifcke Sicherheit ausge­arbeitet hab«, den er im September der Voll­versammlung vorzulegen gedenkt. Er soll erklärt haben, daß er sich vorher mit Macvonald über diesen Plan verständigen werde, so daß der Plan gemeinsam dem Völkerbund vrr- geidflagen werbe. Der Plan soll eine Reihe von Einzel-Alliancen Vorschlägen, wie sie schon früher von ihm angeregt worden sind.

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Wenn e« nach Foch ginge.

Paris, 2. August. lEigene Drahtmelduiig.) Zeitungsmeldungcn zufolge hat Marschall Fach

Mann und Frauen zumal sich über Partei, Stand, Bekenntnis und jeglichem Klasscnhrtz hinweg die Hände zu unverbrüchlichem Gelübde ,¥lulultlu, .........

reichen, der achtzehnhunderttausend deutschen U Deutschland geschützt sein wolle. Heldcnsöhne, den siebenmalhundertdreiundsech-r- - ~ --- «-

zigtausend Blockadeopfern wert zu sein, war der Tag und Ivar der Weltkrieg, war bas Hekaiom- benopfer unserer lorbeergekrönten Helden nicht umsonst. F, R<

etrefemann« bestimmtes Rein.

Berlin, 2. August. (Privattelegramm.) Wi: bas Stresemann-OrganSie Zett" scstitellt, sollte mit beit Deutschen in London auch die Santtionsfrage verhandelt werden Wenn Deutschland, so heißt es in Artikel, sich an der Aufnahme der Anleihe m erster Lime be­teiligt und damit alle Verpflichtungen über­nimmt, so ist die Frage aufs engste hiermit ver­knüpft, ob es in Zukunst vor gewaltsamen Sto­rungen seines Wirtschaftslebens geschützt ist. Die. .Zett" betont deshalb, daß die deutsche De­legatton von diesem Gesichtspunkte aus die Ein­schaltung von Schiedsgerichten als Licherung wiMommen heiße,, daß aber trotzdem der Vor­schlag, Wie er von dem 1. Ausschuß angenom­men ist, immer noch zu Beanstandungen Anlaß biete. Auch der französische Vorschlag in der Frage der Sachlieferungen nnd der Barüberweisungen ist ganz außerordentlich be­denklich. Denn lvenn aus dem Guthaben, das sich aus den deutschen Barzahlungen ansam- mett, Sachlieferungen unbegrenzten Umfanges finanziert werben sollen, falls bie Baniber- iveifung sich als unmöglich erweist, fo wider- spricht das vollkommen bem Geist bes Guwch- tens und auf bieser Basis würbe sich sicher nie« manb finben, ber das Amt des Ueberweisungs- kommiffars übernimmt, weil seine Aufgabe bann ganz unmöglich wäre. Man kann nicht bas Ka­pitel der Sachlieferungen aus dem Gutachten berausgreifen und ohne Rücksicht auf das Gut­achten behandeln. Unteilbar ober gar nicht, ein Mittelbing gibt cs nicht.