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Nummer 180. Einzelnummer 10 Pf-, Sonntags 15 Pf.

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Sonnabend, 2. August 1924. Einzelnummer 10 Pf-, Sonntags 15 Pf. 14. Jahrgang

Meter Neueste Nachrichten

Kasseler Abendzeitung Hessische Abendzeitung

Ms dem Höhepunkt des condoner Dramas.

Im Londoner Trommelfeuer

in

Was wird mit der Ruhr?

Direkte Verhandlungen mit Frankreich.

London zu kommen, nicht durch neue Erschütte­rungen untergraben werden dürsten. Ein ita­lienischer Korrespondent berichtet, daß der strit­tige Punkt der Londoner Konferenz, Dank der wirksamen Vermittlung der italienischen Kom Mission im geeigneten Augenblick habe überwun­den werden können. Die italienische Kommission habe, an den Konferenzverhandlungen stets rege mitgewirkt, aber nur eingegriffen, wenn die Er­mittlungen zum allgemeinen Wohl hätten wirk- äm sein können Ein Londoner Blatt ist über die Aussichten der Konferenz optimistisch gestimmt. Mit Geduld und gutem Willen ollte cs möglich sein zwischen den beiden Stand­punkten zu einem Kompromiß zu gelangen. Ein anderer Berichterstatter glaubt voraussagen zu können, daß heute die Einladung an die deutsche Regierung ergehen werde. Dieser Be­schluß werde in der Sitzung gefaßt werden, die heute vormitag 10,30 Uhr die Führer der Dele­gationen in der Downingstreet abhalten werden.

Frankreich erzwingt die Entscheidung.

(Eigener Drahtbericht.)

Berlin, 1. August.

Gestern früh fand eine Zusammenkunft der Berlin weilenden Parlamentarier im Reichs-

Herrlois Sanktionsvorschlag hat gesiegt.

Rotterdam, 1. August. (Eigene Drahtmel- bung.) Aus London wird gemeldet: In den Be­ratungen des ersten Komitees wurde betreffs der französischen Vorschläge gestern eine Einigung erzielt. Als das erste Komitee in der Mittagsstunde zusammcntrat, gab C l r- m e n c e a u, der während der Nacht mit Herriot und Barthou konferiert hatte, die Erklärung ab

Herriots Vorschläge seien absolut unumstößlich.

Es folgte eine heftige Aussprache, die fünfund­vierzig Minuten dauerte und damit endete, daß Clemenceau seinen Zusatzantrag zurückzog. Gleich darauf gab es einen Zufamuienstoß als Snowden vorschlug, daß die Reparations- kommisston zunächst die Generalagenten für Re­parationen und die Vertreter der Treuhänder befragen müsse, ehe eine Nichterfüllung festgestellt werden dürfe. Die Sitzung ging daraufhin aus­einander. Die Lage war außerordentlich ge­spannt. Nach Wiederzusammentritt

erhärte sich Snowden zur Zurücknahme seines Antrages bereit.

Die Formel wurde dann endgültig revidiert. Es folgten mehrere Glückwunschreden, wobei die Franzosen erneut betonten, daß die Annahme nur für den Fall einer Zustimmung zu den Punkten 2 und 3 durch Amerika möglich sei.

eine mitternächtliche »IpiomatenfchlachL

London, 1. August. (Privattelegramm.) Die Kommission für den Zahlungsmodus über die Sachleistungen und den französischen Schiedsge­richtsvorschlag für den Fall einer Verfehlung gegen das Sachleistungsprogramm bat gestern beraten. Die Versammlung war um Mitternacht noch nicht beendet. Es verlautet, daß der französische Vorschlag für das Sachleistungs- Programm angenommen werden wird. Dasselbe seht die Lieferung bestimmter Mengen von Koh­len Koks, Farbwaren. Benzol und Kunstdünger vor. Um 2 Uhr nachts tagte die Kommission immer noch. Einer ihrer Mitglieder hatte den Entwurf für die denffchcn Sachleistungen fer­tiggestellt. Danach sollen dem Organisations­komitee für die Sachleistungen eine gleiche An­zahl alliierter und Deutscher beigcgeben werden. Wenn keine Uebereinftimmung zu erzielen wä­re. hätte ein Neutraler die Schiedsrichterrolle zu übernehmen.

lieber dem Berg.

Italiens Anteil an der Konferenz.

(Eigene Drahtmeldung.)

Zürich, 1. August.

Der italienische Außenminister erklärte gestern abend, daß an Rebenfrszen, wie sie die Reparationskompetenz betreffen, die Kon­ferenz nicht scheitcrn wird. Italien habe jedoch bereits soviel Zugeständnisse gemacht, daß die großen Richtlinien, zu einer Versöhnung in

Millionen für frbrn Schritt rückwärts.

London, 1 August. (Privattelegramm.) Der französische Plan für die militärische Rän- mung der Ruhr enthält genau folgende Bestim­mungen: Die Räumung soll spätestens am 15. Augu st 1926 vollzogen sein. Wenn aber die Obligationen rasch plaziert werden, so kam, die Räumung schon früher erfolgen. Nachdem die ersten 200 Millionen Goldmark Obligationen Abnahme gefunden hätten, würde Dortmund »nd Bochum geräumt werden. Das Gebiet von Essen würde in zwei Ab­schnitten geräumt was der Unterbringung von zweimal fünfhundert Millionen Goldmark Obli­gationen entsprechen würde. Die Hagener Zone würde schließlich geräumt, sobald Deutschland die von der Reparationskommission anfgestellten fünf Bedingungen erfüllt hätte, wodurch der Tawesplan als in Kraft stehend erklärt werden könnte.

blems erfolgen kann. Glaubt er denn, daß er die von ihm geplante Politik der Verständigung auch nur einen Schritt vorwärts bringen kann, ohne dem deutschen Volk für die unerhörten Be­leidigungen Genugtuung gegeben zu haben? Das deutsche Volok wünscht in seiner Mehrheit keinen neuen Krieg, aber die elementarsten Grundsätze der Logik zwischen den Gedanken an ein derartiges Unheil hören ohne Weiteres auf. wenn das an Deutschland begangene Un­recht nicht endlich wieder gutgemacht werden soll. Der Versailler Vertrag gibt dem deutschen Volke keine Möglichkeit, durch Arbeit und Friedfertig- keit einen wohlerworbenen Zustand der Ruhe und des Wohlstandes zu erreichen. Er fuhrt die vollständige Verarmung einer Ration herbei, die als bemitleidetste der ganzen Welt gelten darf, und von bereit Wohlergehen nicht zuletzt auch das Wohlergehen der Welt abhängt.

(Eigener Drahtbericht.)

Berlin, 1. August.

In den unterrichteten diplomatischen Kreisen verlautet, daß die Frage der militärischen Räumung des Ruhrgebiets saft aus­schließlich auf dem Wege direkter Ver­handlungen zwisckjen der deutschen De­legation und den sranzösi sch-belgischen Delegierten geregelt werden soll, so daß die Reichsregierung für die Londoner Konferenz neuerliche Dispositionen zu treffen haben wird. Die vorgesehenen Erörterungen mit Frankretch werden weit über den Fragenkomplex der Lon­doner Konferenz hinausgehen. Trotzdem wird je­doch eine völlige Trennung dieser Fragen von den Beratungen über das Sachverständigen-Gut- achten nicht wahrscheinlich fein, da man deutscher­seits die militärische Ränmungssrage in cnaftem Zusammenhang mit den technischen Ein- zeifragen der Durchführung des Gutachtens be­handeln will. Anscheinend beabsichtigt Frank­reich, gleichzeitig mit der Räumungssrage über den Abschluß eines deut sch-f ranz ösishen Handelsvertrages in nähere Erörte­rungen mit Deutschland einzutreten.

Lage kommen, in der Minorität zu bleiben. Es will immer die H ä n d e frei haben, um Schiedsrichter der Welt fein zu können." Die Amerikaner sind zu sehr von der Vorzüglichkeit der germanischen Rasse durchdrungen, um nicht an den baldigen Aufstieg und Aufschwung Deutschlands zu glauben. Allerdings sind die Meinungen, wie dieser Aufftieg vor sich gehen wird, verschieden. Die Republiken gedeihen nur, sagte mir einer der ersten Zeitungsmänner New- yorks, wenn eine starke Persönlichkeit als ihr Führer auftritt. Vielleicht also findet Deutsch­land mit seinen organisatorischen Genien die Staatsform, die dem Bedürfnis der Zeit ange­messen ist.

Der Präsident der amerikanischen Repu­blik hat weit mehr Macht als ein europäischer Monarch, der die Regierung in die Hände seiner Minister legt. Er hat keine Minister, sondern nur Staatssekretäre als Helfer. Ist er eine starke Persönlichkeit, so ist er Diktator. So war Roosevelt. Wilson wurde durch den Krieg stark. Harding war schwach. Coolidge wurde in Wahrheit Präsident durch Gottes Gna­den. Denn man schiebt in Amerika unbegueme Politiker, die man nicht zu Präsidenten haben will, auf das tote Geleise des Vizepräsidenten. Der Tod Hardings machte Coolidge zum Präsi­denten. Und er dürste es wohl auch aller Wahr­scheinlichkeit nach bleiben. Wenn er auch in letz­ter Zeit mit seinen Vorlagen Pech hatte uno mit ihnen unterlag. Der Diktator, oder besser gesagt, die starke Individualität, wird nirgends höher gewertete, als gerade in Ame­rika, dem Lande der Uniformität. Es scheint, daß ganz Amerika vom Zug zur Maschine be­herrscht wird. Das Leben soll so geartet fein, daß es wie eine Maschine funktio­niert. Und nicht nur das Leben des einzel­nen. sondern auch das Leben des Staates. Alle genialen Techniker streben danach. Vorrichtungen zu finden, die Zeit und Menschenkrast sparen und der Maschine neue Gebiete eröffnen. Aber gerade im Lande der Maschine wirkt die Indi­vidualität immer am stärksten Und wenn einer­seits Amerika das individuelle Moment im Le­ben ausschaltet, bat es doch vor der Tat der In­dividualität den größten Respekt. Das ist die­selbe Erscheinung, wie der Hang des nüchternen Amerikaners zur Romantik. Es ist das Le­ben in Kontrasten, das für Amerika cha­rakteristisch ist.

Amerika sieht mit allen seinen technischen Er- rungenschasten, mit seinen Verkehrsverhältnissen, mit seinen maschinellen. Einrichtungen, mit fei­nem Zug zum Großartigen und Monument den heute so aus, wie Europa in hundert , Jahren aussehen wird. Amerika steht noch ; mitten in der Jugend. Und es hat bei ollen : guten Manieren auch die Rücksichtslosigkeit der - Jugend. Das ist oft politisch ein Fehler, wenn - es auch menschlich begreiflich ist. Ich habe mit . Hunderten von Amerikanern gesprochen. Im

Der Pankee und wir.

Wie man »drüben" über und denkt.

E«inc ausfftlutzrelchen Eindrücke von Land u-;b Leuten jtnfcit« des große« Seifte« hat ein De- riftierstatter in der folgenden Studie nieder- gelegt, die uns den amerikanischen Kaufmann, der z. 3t. in London die europäische Schicksals- wage in Händen hält, scharfen Anges beurteilt

Im zwanglosen Gespräch äußert sich der Amerikarier sehr offen. Demi die Offenheit ist einer feiner Charackterzüge. Er sagt immer, was er denkt. Allerdings ändert er seine Meinung ehr schnell. Er läßt sich viel leichter hinreißen als überzeugen. Er ist außerordentlich sugge- tibel: weit lenkbarer als irgend ein Europäer. Man hat in Europa von Amerika eine ganz falsche Vorstellung, und das Bild, das sich die Amerikaner von Europa machen, ist ebenso falsch. Für den Mann aus dem Volke, für den Durch- chnitts-Arnerikaner, ist Deutschland etwas ehr Fernes und Fremdes, von dem er nur eine ehr dunkle Vorstellung hat. Und von diesem fernen und fremden unbekannten Land hieß es plötzlich, daß es einen ungerechten Krieg führe, den es mutwillig vom Zaun gebrochen habe, daß die Art der Kriegführung amerikani­schen Bürgern das Leben koste und daß dieser ganze Krieg den Amerikanern das Geschäft ver­derbe. Die Kriegsbegeisterung in Amerika ift nur erklärlich durch den so leicht entzündbaren amerikanischen Enthusiasmus und gleichzeitig durch eine gewisse naive Denkart. Wer ist schuld, hieß es, daß die armen Jungen eingezogen wer­den? Die Deutschen ...

Aber von der Deuffchfeindschast ist heute kaum mehr etwas übrig Im Gegenteil. Ich fand überall das eifrigste Bestreben, Deutschland gerecht zu werden. Die amerikanischen Fi­nanz- und Börsenkreise denken bezüglich des Dawes-Planes sehr oprimistifch. Es ist ein europäischer Fehler," sagte mri ein hochstehender Politiker,Amerika vorzuwerfen, daß es weder in der Reparationskommission, noch im Völkerbunde einen Sitz hat. Amerika will eben nicht überstimmt werden, will nicht in die

tag unter Stresemann statt, die dir allgemeine Lage in London für unverändert erklärte.,Keine Londoner Beschlüsse würden an den deutsche» Miudestbedingungen für die Turchbrimxnng per Dawcsgcsetze etwas ändern. Unserem Berli­ner Informationsdienst zufolge dürste die Lon­doner Konfernz eine kurze Unterbrechung erlei­den, da die Gegensätze zwischen den Ban­kiers und den französischen Delegierten sich neu­erdings wieder außerordenitich zugespitzt haben. Durch das Eingreifen der Reparations-Kommis­sion will man die Möglichkeit einer Verständi- gnng wahrnehmen. ES steht außer Zweifel, daß nan es mit einer ernsten Gefährdung der Kon- erenzarbeiten zu tun hat, die zu erheblichen Verzögerungen führe» dürfte. Die inzwsichc» dementierten französischen Berichte über einen Abbruch der Londoner Konferenz sind darauf zurückzuführen, daß Frankreich die Entscheidun­gen herbeiahnen sieht und jetzt de» stärksten Druck auf die angelsSchsische» Finanzkreise auS- zuüben wünscht. Man glaubt in diplomatische» Kreisen nicht, haß Frankreich das Odium auf sich nimmt, die Konferenz zum Scheitern zu brin­gen. Man sieht aber eine große Gefahr Män, daß die

englische Regierung sich wiederum zu einem Kompromiß herbeilaffe» konnte, welches für Deutschland völlig unerträgliche Lösungen der Konflikte vorfieht. Insbesondere erscheine» die Termine der militärischen Räumung als gänzlich untragbar und cs besteht wenig Hoff­nung, daß die deutschen Delegierten hier eine» Umschwung herbeiführen können.

Der 1. August.

Zehn Jahre Weltgeschichte 1914-1924.

Zwischen der Londoner Konferenz, auf der jetzt unter unsäglichen Schwierigkeiten eine- mng zur Sicherung des europäischen Friedens gefunden werden soll und dem 1. August 1921, dem zehnte» Jahrestag des Ausbruches des Weltkrieges, an dem der Kaiser die Mobil­machung der gesamten deutschen Heeresmacht anordnete, bestehl ein unmittelbarer Zusammen­hang, den hoffentlich die in London versam­melten Staatsmänner begreifen werden, um der europäischen Politik eine Entwicklung zu geben, die aus den Gefahren eines neuen Krieges heraussührt. Die ftirchtbaren Folgen des Welt­krieges sind noch immer nicht überwunden und der Versailler Friedensvertrag hat die Konfliktstoffe haufensach vergrößert, anstatt sie zu Meitigen. Er hat eine Nation gegen dir andere ausaespielt und kaum ein Land in ganz Europa voll befriedigen können, nicht einmal Frankreich, das sich heute vielleicht in einer Lage befindet, die viel gefährlicher ist als die kriti­schen Tage von 1914, wo es sich angeblich vor einem militärisch gerüsteten Deutschland bedrohe glaubte. Wenn Herriot die historifchen Zu­sammenhänge zwischen dem 1. August 1914 und dem 1. August 1924 richtig zu ergründen weiß, dann muß ihm klar werden, daß Frankreich heute isoliert dasteht und Gefahr läuft, finanziell und wirtschaftlich von der ganzen Welt boykottiert zu werden Noch ist Deutschland nicht zur Londoner Konferenz zugezogen, und schon zeigt sich, daß für die Forderungen Frank- reichs außer Belgien kein einziges Land irgend­welches Verständnis besitzt und die Fortsetzung der französischen Politik überall schroff abgelehnt wird. Er muß erken­nen gelernt haben, daß die Zeiten endgültig vorbei sind, wo Frankreich sich in seiner Feind­schaft gegen Deutschland von der halben Welt unterstützt wußte, und es kann ihm auch nicht entgangen fein, daß dieselben Mächte, die 1914 nicht schnell an die Seite Frankreichs treten konnte, heute einen geschlossenen Block gegen die französische Politik bilden.

Der Weltkrieg hat keiner der beteiligten Nationen irgendwelche Vorteile gebracht, Die­jenigen Völker, die sich mit der Waffe in der Hand gegenüber gestanden haben, müssen heute noch unter den schweren Folgen des Krieges leiden In England ist eS nicht gelungen, die Katastrophe der Arbeitslosigkeit zu beheben. Frankreich muß in der Hauptsache aus eigener Schuld eine schwere Fi nanz- krife durchmachen, Rußland ringt um seine nackte Existenz und Deutschland bat seinen Woblttaud einbüßen müssen. Nur Amerika, das ans dem Kriege ein Dollarges chä s t gemacht hat. befindet sich in einem geradezu märchenhaften Geldübersluß, der es jetzt zwingt, sein Kapital in Europa anzulegen, damit es nicht gänzlich unverwertet aus den Banken liegt. Außer de» rücksichtslosen amerikanischen Kapita­listen an deren im Kriege zusammeugeschacher- ten Geldern das Blut h u n dertt ausen- der deutscher Soldaten klebt, die mit amerikanischen Waffen und amerifanifdicr Mu­nition getötet wurden gibt es noch andere Krieasgewinnler. und zwar sind das die P o - len," die Tschechoslowaken und einige Balkanstaaten. Diese gänzlich unbrauchbaren

Staatengebilde haben sich wie wucherndes Sumpsgewächs zur üppigen Blüte entwickelt und bilden weiterhin eine ständige Kriegsgefahr für Europa Wenn Herriot wirklich ein über­zeugter Anhänger der Politik der Verständigung fein will, dann muß er aber auch die Tatsache anerkennen, daß der Deuffchland aufgezwungene Frieden svertraa von Versailles ein so ungeheuerliches Unrecht ist daß an die­sem Unrecht sich das Schicksal Frankreichs er­füllen muß, wenn er sich nicht Jbeeilt, es wieder gutzumachen. Dian hat Deutschland nicht nur Elsaß-Lothringen genommen, sondern man hält seine wichtigsten Gebiete militärisch besetzt. Rein deutsches Land, tote das Saargebict, Osiober- fchlesieu, Teile Ostpreußens, Danzig, das Me­melland usw. bat man gewaltsam vom deutschen Staatskörper losgelöst und es unter Fremdherrschaft gestellt. Man hat Deutschland nicht nur völlig entwaffnet, sondern auch der rücksichtslosen Herrschaft der Gewalt dadurch die Krone ausgesetzt, daß man mit Truppenmacht in friedliches deutsches Land ein« drang und die Bevölkerung dem Terror einer farbigen Suldareska ausfetzte. Der Einbruch in das Ruhrgebiet ist eine blutende Wunde am de urschen Volkskörper, die nicht eher heilen kann, als bis der letzte frauzö- sifche und belgische Soldat zurückgezogen wor­den ist.

Herriot sträubt sich jetzt in London, dre erjor- berltoen Zugeständnisse -U machen, damit an der Grundlage des Sachverstä-rdigen-Gutachtens eine vorläufige Lösung des Rcparationspro-

<$in geplagter Mann.

Rotterdam, 1. August. (Privattelegramm.- Rach Meldungen aus London hat M a c d o - nald nicht nur außenpolitische, sondern auch erhebliche inne'npolitische Sorgen, namentlich in der wieder brennend gewordenen Ulstcrfrage. Gestern sand eine Besprechung in Macdonald House statt, an der auch Lloyd Ge­orge teilnahm. Dann folgte eine Kabinetts­sitzung, die sechs volle Stunden dauerte.