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Nummer 117

Einzelnummer 10 Pf . Sonntags 15 Pf.

Mittwoch, 30. Juli 1924.

Deutschlands eiserne Londoner Abwehrfrovt

*

so

1

Baseler Nachrichten melden aus London:

Der

Ü

Kusshände! vm Cie ©anttlonen.

an

Wnstigen Handelsvertrag ein nützliches Material abgeben könnten. Möglicherweise wird sich auch die deutsche Delegation von sachverständigen In­dustriellen und Finanzleuten nach London le- gleiten lassen.

scheu in London ohnehin nur von kur­zer Dauer sein wird da die Konferenz bis zum Jahrestag der deutschen Kriegs­erklärung beendet sein soll. Neue Be sprect ungen int Kabinett sind ebenfalls nicht nötig gewesen, weil der Inhalt der deutschen Borbringungen in London schon feit acht Tagen feststcht. Mit Ueberruschungen in London nach Ankunft der Deutschen ist, wie Dr. Sttefc - mann Parlamentariern gegenüber erklärte, k a u m z u r e ch n e n. Cs sei Aufgabe der deut­schen Delegation, lediglich den seutsck>eu Min- destbedingungen Geltung zu verschaffet!. Ein ergebnisloser AuSganq der Londoner Kon­ferenz würde deutscherseits nicht herbeigesührt.

Mir werden Vie Konferenz nicht sprengen.

Berlin, 29. Juli. (Privattelegramrnm.) Die politische Gefamtlaqe hat durch dir aberma-

ergebnislosc Ausgang der dritten Bollkonferenz ist auf die vom französischen Kabinett bc- schlofsenen Bedingungen zurückzuführcn, die Deutschen nur über die ihnen vorzulegenden Einzelfragen anzuhören. Die Bollkonferenz hat mit allen gegen die französisch-belgischen Stimmen diesen Antrag und damit den vom französischen Kabinett angenommenen K o m - promitzvorschlag abgelehnt. Unmittel­bar nach Schluß der Sitzung traten wieder die alliierten Premierminister zu einer Souder- ko n f e r e n z zusammen, die mehrere Stunden >n Anspruch nahm. Ein Mitarbeiter der Times be­hauptet, daß eine Annäherung der verschie­denen Standpunkte erreicht worden wäre, und daß die nächste Mittwoch-Vollsitzung endgül­tig die Einladung an die Deutschen zur Londoner Konferenz beschließen wird.

ligr vertagte Berufung .. ____

scheu nach London eine wesentliche Aenderung nicht erfahren. In amtlichen Berliner Kreisen glaubt man, daß der Aufenthalt der vor­aussichtlich am Donnerstag abreisendcn Deut-

der Deut-

London. 29. Juli (Eigener Drahtbericht.) In der gestrigen Vormittagssitzung der Scmktto- nen-Konferenz verlas Huy sm an einen Ver­mittlungsvorschlag von Theunis in ~ ^ionsfrage. Snowden kriti­sierte diesen Vorschlag. Ter amerikanische Delegierte Logan sÄug eine Ergänzung der Vcrmittluttgsformel Theunis dahin vor, daß eine allgemeine Diskussion zwischen den Deutschen, der Reparationskommission und den Bankiers vorgenommen werde. Dieser Vorschlag wurde allgemein unterstützt In der Nachmittagssitzung widersetzte such Snow­den auch den Vorschlägen Logans, da der Vor- schlag eine Ausdehnung der Polittschcn Voll­machten der Reparattonskommimssion in einem Gebiete darftelle. das ihr bis setzt fremd gewesen sei Der französische Finanzmintfier schlug daraufhin vor, die Sitzung bis Mittwoch zu vertagen. Die französische Delegation will bis dahin einen weiteren Vermittlungsvor­schlag auSgearbeitzt haben.

©trefemonn trügt öle Derontwortunp.

Perlin, 29 Juli. (Eigene Drahtmeldung.) Reichskanzler Dr Marx, der sich mit der deut­schen Delegatton nach London begeben wird, oll, wie unser Berliner Informationsdienst mel­det, nicht di« hauptsächliche Leitung der Ver­handlungen tn London übernehmen. Vielmehr wird der deutsche Hauptdelegierte Außenminister Dr. S t r e s e m a n n für die Tätigkeit der deut- chen Delegation verantwortlich sein. Der Reichskanzler wird sofort nach Berlin zurück­kehren, sobald seine persönliche Mission beendet ist. Dr Stresemann wird die Unterschrift unter das Konferenz-Prowkoll zu setzen haben.

Hinaus mit den fremden Eisenbahnern i

Berlin, 29. Juli. (Eigene Drahtmeldung.) Im Berliner Auswärtigen Amt glaubt mau ich ietzt. wie unser Informationsdienst meldet zu der Hoffnung berechtigt, daß es den Englän- fcern und Amerikanern gelingen wird, um di- meisten strittigen Fragen eine Uebereinkunft zu erzielen, die auch den brutschen Iutereffen ge­recht Wird. Die betreffenden Landesregierungen die an den besetzten Gebieten interessiert sind,

Uebei-fchüffe bei der RelGSpost.

Günstige Aussichten fix 1924.

Gelegentlich bei Aufstellung des Reichs- Posterats für 1924 ergab sich aus dem vom Staatssekretär Sautter erstatteten Ueberblick über die allgemeine Wirtschaftslage bei der Post, daß der Etat für 1923 bei Ende der Infla­tion mit einem Fehlbetrag von 60 Millionen abschloß, die Folgezeit bis zum 31. März 1924 ergab einen Ueberlchuß von 54 Millionen, o daß ein Fehlbetrag von sechs Millionen ver­blieb. Dies immerhin günstige Ergebnis wurde erzielt durch eine starke Drosselung der Ausga­ben für Betriebszwecke und durch äußerste Nie- drighaltung des Personalaufwandes.

Der Etat für 1924 zeigt einen Heben schuß von rund zwanzig Millionen, außerdem ist ein Betriebsmittelfonds von vorläufig zwan­zig Millionen vorgesehen. In dem Maße, in dem sich die Wirtschaftslage der Post weiterbebt. oll auch in der Verbesserung der Be- triebseinrjchtungen sortgefahren wer­den. Annahme fand em Antrag, der Minister möge die genwärtigen Fernsprechgebüh. ;en sowie die Bestimmungen über die Druck-

Deutjche Waffenschmiede.

Teilerfolge vor den KonferenMmpfen.

(Eigener Drahtbericht.)

Berlin, 29 Juli.

Die deutsche Delegatwn für die Londoner Konferenz steht »unmehr zur Abreise nach Lon­don bereit, und sie wird in dem Augenblick Ber­lin verlasse», wo die Einladung an Deutschland eingetroffen ist. Der Ausgang der außenpoliti­schen Debatte im Reichstag ist insofern von Wich­tigkeit, als das gegen die Regierung einqebrach,r Mißtrauensvotum mit einer Mehrheit von über hundert Stimmen abgelehnt wurde und somit dem Reichskabinett indirekt das Vertrauen ausgesprochen ist. Die deutschuationale Reichstagsfraktion hat durch Stimmenthaltung ihren Entschluß bekundet, der deutschen Delega­tion für die Londoner Konferenz keine Hin­dernisse in den Weg zu legen. Der Beschluß der juristischen Sachverständigen, die Über die rechtlichen Unterlagen der Teilnah­me-Deutschlands an der Konferenz ein Gutachten gefällt haben, bedeutet die

völlige Rechtfertigung der deut­schen Regierung, die darauf besteht, alS vollberechtigtes Berhandlungsmitalied zur Londoner Konferenz zugelaffen zu werden. Nach Ausfällung der maßgebenden außenpolit-'- schen Kreise kann man daher bereits jetzt schon von einem ersten vorläufigen Erfolg der deutschen Außenpolitik sprechen, der umso bedeutungsvoller ist, als er in eine Zeit fällt, bevor überhaupt die deutschen Vertreter an den Londoner Verhandlungen teilgenommen haben. Die Stimmung in Berliner ReqierungSkreisen ist wesentlich zuversichtlicher gewor­den, obwohl man nach wie vor einen gewissen Pessimismus für durchaus angebracht hält.

3ft das alles?

Das Resultat der Londoner Vollsitzung.

(Eigener Drahtberichi.)

London. 29. Juli.

Der gestrige Tag war für die Konsereuz nicht entscheidend, wie man in verschiedene» Krei-

Glne schwere französische Schlappe.

Basel, 29. Juli. (Privattelearamm) Die

Berg Sesam.

In der Diamantenbörse zu Antwerpen.

Ein uogartsrher Berichterstatter gewährt na« in die geheimsvoll» Wei» der größten Diamaa tenbdrse in Antwerpen einen interreNanten Etnbit«. Al« er stch von dem DSrsenprästdea. (en ein Empfehlungsschreiben auebat, erzählte ihm der Sekretär de« Klubs da« Nachfolgende Unsere Tiamantcnbörse hat nicht weniger als 35 0 0 Mi:glieder Die Ausnahme eine» neuen Mitgliedes ist an eine Reihe strenger Bedingungen gebunden und das neue Mitglied wird nur nach gründlichster Prüfung in die Liste der Besucher der Börse eingetragen. Eine über jeden Zweifel erhabene korrette Vergangenheit verbürgte Verläßlichkeit sind jene Eigenschaften, die von jedem Mitglied der Börse gefordert Wer­ben. Diamantenklubs gibt es in Hülle und Fülle in Antwerpen; bie meisten Klubs finb freilich viel weniger anspruchsvoll als bie Börse. Die Legitimation, bie zum regelmäßigen Be­such bes Palais in bei Kiewittstraat berechtigt, gilt daher in unserem Beruf als ein Avelsbrief. Ter Inhalt dieser kleinen Pakete, bie hier verhandelt werden, erklärte mir mein Führer, wird von hier aus nach allen fünf Welt­teilen versendet. Nicht nur Europa, sondern auch Amerika, Asien und Australien werden vor hier aus mit Brillanten versehen. Das Kollier, das den gelben Hals der Japanerin schmückt, oder der Brillautschmuck. der bie Schönheit ber Pariserin erhöht. Wirb hier an bie französischen itttb japanischen Großhändler verkauft. Die füh­rende Nolle Antwerpens auf dem Gebiete des Diamantenhandels ist verhältnismäßig jungen Datums Nach Kriegsende halte noch Amch.-r- darn die Alleinherrfchaft Mer den Diamanten- markt Ms nun der belgische Franken durch dir europäische Valutenkatastrophe getroffen wurde, sah sich Antwerpen in der Lage, billiger liefern it können als Amsterdam. Allmählich zentrali­sierte sich in Antwerpen der bei Weitem größere Teil von Nachfrage 'anb Angebot und Horn­ist die Diamanreubörse in Anttverpen die Zen­tralstelle des Ed.'lsteinhanbcls für die ganze Welt.

Der Einpfehlungsbrief des Sekretärs öffnete mir die Tür jener Stätte, in der über ba3 Schicksal ber Diamanten und Brillanten be- ^chlossen wird. Die Dtmnantenbörsc in Antwer­pen unterscheidet sich zunächst von allen anderen Börsen der Welt dadurch, daß in der großen Halle, in ber bie Geschäfte abgewickelt Werben, fast kirchliche Stille herrscht. Man hat auf bett ersten Blick bett Eindruck, daß die Be­sucher WirMche Gentlemens sind. Die Diaman- tonhändker von Antwerp-n sind ruhige vorneh­me Leute, sie schreien nicht: in ber großen Halle ber Börse wird nickt einmal geraucht.Die Be- sttcher,* erkkätte mir mein Cicerone,enthalten fick beshalb be» Rauchens, weil ber Rauch bie Luft bes Saales verunreinigen würbe ttnb bie ®bel\'.eine nur in einer absolut reinen Luft grüubl.ch untersucht worben können.-

Die gutangezogenen, vornehmen Gontlemons, sie weichen, wie gesagt, gänzlich von beut bet >ms bekannten Tvp bes Börsonagenteu ab, spre­chen im Flüsterton mlteinanber. Aus kleinen Paketen bet sogenannten Sachets, nehmen sie Diamanten mb Brillanten hervor, bie fimkelnbe Strahlen in bett diskret beleucktoten Saal fett, ben Dann stecken sie die kostbaren Schmuck- Gicko mit ruhiger Eleaanz ein.. Es wirb eine Ziffer genannt, ber Kaustr nickt mit dem Kopf ia ober sagt kurz und bündig nein, und bas Ge- Mäst ist entweder geschloffen ober nicht: es wird fnft gar nicht gehandelt, wie bieg sonst an allen anberen Börsen üblich ist. Auf jebem Tischchen stobt eine feine Präzisionswcche bie w genauer Bestimmung beS Gewichtes ber Ebelstetno dient.

Einzelnummer 10 Pf-, Sonntags 15 Pf. 14. Jahrgang

boner Konferenz eine grundsätzliche Einigung rustanbe zu bringen. Unter bem Einfluß ber hinter Poincars stehenben Kreise bes Nationalen Blocks hat Herriot eg aber verstanden, die so selbstverständliche Frage der militärischen Räu­mung bes Ruhrgebietes hinauszuschleppen, unb so rächt stch jetzt seine Unentschlossenheit an ihm selbst, inbem er jetzt in London Schritt für Schritt nachgeben soll. Die deutsche Re­gierung hatte es ihm dabei so außerordentlich leicht gemacht, zu gegebener Zeit das erlösende Wort zu sprechen, das mit einem Schlage bie größten Schwierigkeiten aus ber Welt geschaffen hatte. Wir erinnern ausdrücklich au bte diplo­matischen Aktionen, die bie deutsche Regierung während der Pfingjtteiertage in Paris und Lou­don unternommen hatte, und wir verweisen auf bie wieberholtcn Besprechungen zwischen Her­riot unb bem beutschen Botschafter v. Hoesch, bet benen beutscherfeits bie Anregung gegeben Werben war, über die militärische Räumung des Ruhrgebiets Klarheit zu schaffen.

In London liegen die Dinge gegenwärtig so, daß sowohl England als auch bie Vertreter Amerikas nachbrücklichst verlangen, baß über bie militärische Räumung eine grunbsätzlicho Regelung getroffen wirb, bie nicht unbedingt ultimativen Charakter hat, bte aber bie erfor­derliche Klarheit über ben Zeitpunkt ber Zurückziehung ber französischen Truppen aus bem Ruhrgebiet schaffen soll. Vorläufigen Blätteimelbungen zufolge verlangt Herriot neuerbings gewiffe Kompensationen, in­bem er alS Gegenleistung einmal cin bestimmtes Entgegenkommen Englands in ber Frage ber in­teralliierten Schulben verlangt und auf der an­beren Seite Deutt'chlanb bte Bedingung eines deutsch-französischen Handelsver­trages auserlegt. Wenn diese Meldungen zu- twfien so sind damit auch gewiffe Zusammen­hänge aufgeklätt, die bisher »och in Dunkel ge­hüllt waren. Die ganze Ruhraktion offenbart sich bann Äs ein Machtkampf ber französt - schen Schwerinbustrie gegenüber Deuttch- land, bei welchem es mehr ober weniger auf eine gewiffe B-tetligung ber französischen Jn- bustrie an ben deu'tschen Kohlenberg­werken »m Ruhrgebiet ankam. Wenn die fran­zösischen Forderungen bewilligt wurden, so wäre das Ziel des französischen Ruhieinbruches er­reicht. indem die deutsche Rnhrkohleuprobuktion zu einem bestimmten Teil unter französisch-n Einfluß gerät/

Ein Handelsvertrag mit Frankreich wär- an sich ein Problem, da» man deutscherseits sym­pathisch behandeln darf, wenn einmal die zwi­schen beiden Ländern bestehenden Spannungen ansgeglichen find. Auch im Auswärtigen Amt ist man bei Ansicht, daß biefci letztste Weg füi Deutschland wohl gangbai wäre, vorausgesetzt natürlich, daß dieser Handelsvertrag so abgcsiißt würde, daß für die deutsche Wirtschaft dabei keine schwerwiegenden Nachteile ent­ständen. Man betrachtet dieses Entgeaeukom- men Äs einen ersten begrüßenswerten Schritt in der Richtung ber Räumung bes Ruhrg-bietes unb bösst, daß England sich bereitfinden wird, Frankreich bei seinen Forderungen nach dieser Richtung soweit wie möglich entgegenzukomm-m, um Herriot seinen innenpolitischen Gegn-rn ge­genüber die Verfechtung seines Standpunktes zu erleichtern. Die Retchsregierung beabsich- tigt, aus Grund dieser Nackrichten sich mit den wirtschaftlichen Sachverständigen Deutschlands und vor allem mit Vertretern derJndu- frte ncch vor der Abreise «ach London zu be- p r e ch e n, um bereits gewisse Richtlinien mit« zuneh-rnen, die für die Besprechungen für den zu-

Die Kasseler Neuesten Nachrichten erscheinen wöchentlich sechsmal nachmittag». DerAbonnem-nIsvreiSbetragi für den Monat Juli 2.00 Mk. bei freier Zustellung -Ässch. i"d» Geschäftsstelle abgehotl 1.80 Mk. Durch die Poft monatlich 2.00 Mk. ausschliektl» Zuttellungsgebübr. Verlag und Redaktion: Schiachtbofftrahe 28/30 SerrtWretber 951 und 952. Für unverlangt eingesandte Verträge kann die Re­daktion eine Berantwortuna ober Gewähr in keinem Falle übernehmen. Rück- »abluna des Vezugsgcldes oder Ansprüche wegen etwaiger nicht ordnungsmäßiger Lieferung ist ausgeschlossen. Postscheckkonto Frankfurt a. Main Nummer 6380

Was wir noch 1930 liefern müssen.

London, 29. Juli. (Eigene Drahtmeldung.) In der Kommission für den Zahlungs­modus ist eine provisorische Einigung erzielt worden, indem bie Grundlagen festgesetzt wor­den sind, auf denen die Sachleistungen nach 19 30 fortgefetzt werden können. Die deutsche Regierung soll überdies ersucht werden, durch ein feieiliches Versprechen sich allen Boy­kottbewegungen entgegenzusetzen, durch die die Sachleistungen hintertrieben werden könnten. Die französische Delegation sprach dar.ntf- ün die Befürchtung aus, daß Deutschland ür die stanzösischen Kunden andere Preise fest- etzen werde als für bie Käufer ber übrigen Nationen. Sie schlug vor. baß ein mittle­rer Exportpreis für bie Sachliefmtngeu cstgesetzt werbe. Die Kommission wirb heute zu ihrer letzten Litzuug zusammentteten.

Anzeigenpreis«: Geschäfts-Anzeigen Zeile 15 Pfennig, Familien-Anzetgen Zeile 15Pfennig. Kleine Anzeigen das Wort 2*/, Pfennig, Reklamen die Zeile 60 Pfennig. Offertgebühr 10 Pfennig (bei Zusendung der Offerten 20 Pfennig». Rechnungs- beträgefinb innerhalb 5 Tagen zu bezahle,!. Mangel end ist der Kurs des Zatzlungs- tagrS. Für die Richtigkeit aller durch Fernsprecher aufgegeb-nen Anzeigen, sowie für Aufnahmedaten und Plätze kann nicht garantiert werben. Für Anzeigen mit besonders schwierigem Satz 100 Prozent Aufschlag. Druckerei: Schlackrhoistr. 28/30 Geschäftsstelle: Köln. Straße 5, gegenüber der Spohrftratze. Fernsprecher 951«. 952.

werden Vertreter bereitsten, um aus Anforde­rung ber beutschen Delegierten auch späterhin so­fort nach London abreise,i zu können. Für ben schwierigsten Punkt hält man nach wie vor bie französische Forderung auf Beibehaltung ber viertausenb französisch-belgi­schen Eisenbahner im besetzten Gebiet, über bie bisher eine Einigung noch nicht erzielt werben konnte. Die Beibehaltung biefer Eisen­bahner Würbe eine Belastung bes Bub- get ber tünftigen ReichSbahngesellschast bedeu­ten. bi.* ihre Erträgnisse gefährden könnten. Je­denfalls Will Dr Stresemann die Forderung auf Beseitigung dieser Eisenbahner durchdrücken

Die Ruhe wird frei.

Herriot verlangtEntschädigungen".

Die wichtigste Frage, mit der sich die Lon­doner Konferenz nach der Hinzuziehung Deutsch­lands zu befassen haben wird, ist die der mili- tärischen und wirtschaftlichen Räu­mung des Ruhr- und Sanktions-Ge­biets. Ohne tote Lösung wird die deutsche Regierung sich nicht im Stande sehen, d is Lon­doner Protokoll zu unterzeichnen, and es ist von deutscher Seite bereits lange vor bei Einbe­rufung bet Londoner Konferenz die Forderung aufgestellt worden, daß über bie militärische Räu­mung Klarheit geschaffen wirb. Als Herriot in ,vtankieich ans Ruber gelangte, war ein außerordentlich günstiger Zeitpunkt für bie Re­gelung biefer Frage geschaffen. Der Ausfall bei stanzösischen Wahlen vom 11. Mat dieses- Jah­res mußte unbedingt Äs ein vernichtender Ur« teils-spruch des stanzösischen Volkes gegen bie vonPoincars geleitete Ruhrpolitik angesehen werben. Da Macbonalb bamals noch über eine große Autorität verfugte, wäre es auch ohne weiteres gelungen, bereits vor ber Lon-

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feu erwartet hatte. Schon am Morgen hatte Herriot Macdonald einen Brief ge- sanbt, worin er ihn ersuchte, vor der Konferenz feine ber Fragen aufzurufen, worüber er zuletzt unterhanbelt habe, nämlich über bic militärische Räumung bet Ruhr unb über Vie Berufung bet Deutschen. Auf ber Bollkonferenz ist deshalb in Uebeteinstimmung mit ben französischen Wün­schen beschlossen worben, daß die beuts che Re - gierung erst ein geloben werben soll, wenn unter ben Alliierten eine Einigung erzielt sein wirb. Die Konferenz hat sich nur mit bem Bericht bet Kommission für bie Z u - tückgabe ber Pfändet beschäftigt. Der Be­richt für die Räumung der Ruhr ist ein­st i mim ig angenommen worden. Dagegen wurden bie Fristen für bic fortsckreitenbe Aushebung unb direkte Ausbeutung ber Pfänder und ihre Ersetzung durch bic normale deutsche Verwaltung noch nicht festgesetzt.