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Kasseler Abendzeitung <

Mittwoch, 1«. Juli 1924.

Nummer 165

Einzelnummer 10 Pf , Sonntags 15 Pf,

Wüsche Hochspannung an der Themse

BuS London tot* gemeldet: Nm 8 Uhr abends wurde die UnterhauSdebatte über den Dawes­plan vertagt. Mardonoks arotze Rede fand m i- nntenlanyen Beifall. Dee deutsche Botschafter wohnte in der Diplomatenlogc der gestrigen Unterhausfitmnq bet. Baldwin vermisste in der Macdona'd-Rede Klarheit und die Zusicherung der Wahrung der englischen Interessen. Er erklärte aber, dass die Unionisten ihre Bedenken bis Abschluss der Londoner Konferenz zurückstellen würden.

Er geisselte die unkonsequente Haltung der Ar­beiterpartei. die früher beständig die Revision des Bersailler Vertrages gefordert habe. Jetzt aber lasse sic diese Forderung ruhen. Das Kabi­nett Macdonald setze eigentlich nur seine lBald- winsf Aussenpolitik fort, besonders waS den Bersailler Vertrag anbelange. Baldwin drückte seine Befriedigung darüber ans, dass es Macdo- nald gelttngen sei diesen Sturm bei einer Tasse Tee zu beschwichtigen Zum Schlüsse gab Bald­win Macdonald die Zusicherung, dass die Op­position, wenn er an der Konserrnz Erfolg habe, mit Dankesbezeugungen nicht zurvckhaltcn werde.

tet den Nachweis der Rickstbefähigung für die er­folgreiche Löfnna der englischen Schwieri.ikssten erbringen. Das Barometer der Sage ist in England seit über drei Jahren die Ar b ei ts- los en Ziffer. Die Arbeiterpartei hat nun das Sviel zu machen Vermutlich wäre bk Ausgabe einfacher, wenn Herr tot in seiner Politik un- belaslet wäre. Er hat aber erstens damit zu rech­nen. dass ihn die Opposition ans dem sattel heben würbe sobald sie seine Abkehr vom Polu- rarismus als Schwäche gegen die .Boches" de- mmzteren kann, und zweitens mit der üblen Finanzlage. Ausserdem ist es natürlich eine schwierige Sache für einen Staatsmann, zumal in Frankreich, sein Regime damit anzufangm. dass er die französischen Fahnen aus einer nach

wie möglich >m die Grenze der Aufhebung -'inzu­schränken sind. Das sind aeaenwärtig die Inter­essen Englands o-aensiher DeiftfMand and ae- aenüber Frankreich, und darum bandelt es sich für Romlad Vlo-dovokd. wenn er mit Herri-tt verhandelt Welche Formulienmgen er dabei kraucht wo» er fordert, was er ntt*toi*t und was er verschleiert ist ein» Frage sein-s Tgkts seiner Eeschichsschkeit und seines 1lrt»ils sider sfi® .zurzeit Mögliche oder Richtmögliche Abaeben im Sinne des Verzichts kann er von ' inem der jbrri Punkte, denn damit würde er für sich selbst in*b was schwerer wieaen würde für die MM erstenmal ans Ruder gelangte Arbeiterprr-

L o n d o n, 15. Juli. lEigener Drahtbericht.1 Asquith hat gestern nachmittag im Unterhaus die aussenpolitische Debatte bei Anlass der Bera­tung des Budget des Forefgn Osire eröffnet. Mit der Londoner Konferenz, erklärte der Red­ner, sei ein tüchtiger Schritt aus dem Wege zur endgültigen Lösung der Reparationsfrage ge- mack't worden ES sei von grösster Wichtigkeit, dass in der heutigen Debatte nichts gesagt wer­de, was ein Hindernis für das Gelingen der Konferenz sein könnte und Macdonalds Position schwächen könnte. Asquith bekämpfte zunächst die neuen diplomatischen Methoden. Es gehe nicht an, so wichtige Fragen, wie die der Sicherheit rn, am Teetisch herum oder am Babnhos zu bespre­chen Ein Sckiutzverirag habe überhaupt nur einen Sinn, wenn ihm lebten Endes

auch Deutschland beitrcte.

Ans diesem Grunde sollte Deutschland so rasch als möglich in den Völkerbund ausgenom­men werden Asquith erklärte, dass der Plan Dawes über den Versailler Vertrag hmauS- gehe. Die englische Forderung, wonach die Re- varationskommission für die zukünftigen Streit­fragen nicht allein zuständig sei, sei deshalb vpll und ganz berechtigt. Darauf ergriff

- Baldwin daS Wort.

aussen eindrucksvollen Position zurückziebt und das. was der politische Feld-, Wald- und Wie- senverstand als ein ..Pfand" betrachtet, vrcisgibt.

So erklären sich die Schwierigkeiten und .Missverständnisse" zwischen den beiden Mini­stern und ihrem publizistischen Gefolge. Dir wer­den sicher noch mehr von dieser Art zu hören bekommen, aber wir werden uns dabei sehr von der falschen Vorstellung zu hüten baden, dass Herriot so leicht bereit fein könnt», sach­lich entscheidende Erleichterungen für Deutschland zurugesteben oder dass es für Ramsav Macdo­nald ausgeschlossen sein sollte, in vorläufig: Lö­sungen politischer Art zu willigen, bk Air England annehmbar wären, füt uns wer we­niger erträglich, als selbst der Dawes-Bericht.

Moxdonaw al« Vater fier Konferenz

Dann kam die mH grosser Spannung erwartete Erwiderung Macdonalds, Er dankte feinen Vorrednern zunächst für das Wohlwollen, daS ans ihren Reden fprechc. Die Tatfache, dass Amerika im Sachverständigenkomitee vertre­ten gcwcfen fei, habe hauptsächlich das Zustande­kommen der Londoner Konferenz ermöglicht fo- toie die Anbahnung freundschaftlicher Dcziehim- aen zwischen Frankreich und England. Ihn in­teressiere jestt jedoch viel mehr der kommende Mittwoch als der vergangene Donnerstag. Be­züglich der Verpflichtungen, die Deutschland durch den DaweSPlan nicht anferleyt würden, kante Macdonald, cS fei nur die Frage, ob hin­sichtlich einer oder zweier Punkts des Berichts man nicht verfuche,

Deutschland Verpflichtungen aufzuerleqen, die nicht lcaal im Bereich deS Vertrag lägen. Tiefe Frage fei den Rechtsfachverständi- nen vorqelegt worden und werde bei ihnen bleiben, biS bereu Bericht der interalliierten Konteren, diese oder nächste Wockc vorgeleot werde. ES sei eine einfache Tatfache, dass cS nach der Veröffentlichung des DawesberilbtS unbe­dingt wesentlich fei. dass irgendwelche Abkommen zwischen den Ländern Befvrechnngcn zwifchcn den Ministerpräsidenten und Anssenministern voransgingen. Nnd dies fei qefchcben. Macvo- nald fuhr fort, cS fei ihm gleichgültig, ob man faqe, das fei geheime oder offene Di­plomatie, aber er erfinde, dass die Dinge so- . weit gediehen feien, dass sie durch Verzögerungen und Missverständnille verschiedener Art so sehr äusser Kontakt gekommen seien, dass, bevor die i Regierungen als solche in harmonierende Be- , ziehimgen treten konnten, die Häupter der Re­

gierenden sich treffen müssten, am das Feld zu klären und sich genau *u lagen, wo ihre Seiden Regierungen ständen Macdonald fuhr fort, er glaube auch feilt noch nicht, dass in Europa Frie­den herrschen könnte, ehe Grossbrltannicn und Frankreich daS Mass der Einig­keit erreicht hätten .das ihnen einige Jahre lang fremd gcmefen fei.

Frankreich, fo fuhr Macdonald fort, sei in­folge bei Umstände dahin gelangt, den Versailler Vertrag wie eine Art Bunbesladc zu betrachten Fede Anregung ihn bei Seite zu schieben, Sal­ten sogleich Besürchtnnaen bertioroenikn Wäh­rend England Frankreich jede Sicherheit über bett Vertrag von Versailles geben müsste, die Frankreich wünschte, müsste es eher darauf be­dacht fein d.rss Frankreich die legalen Be­stimmungen des Vertrages nicht erwei­tere. Macdonald verwi'S dann auf die Ver- wirrung im Zufammenbano mit der Rbeinland- kommission und fMte, es sei Englands Pflicht gewesen, zu dem Vertrag zu stehen und nicht darüber htnanszug'bev Bezüglich einer Teilnahme Amerikas saalr Macdonald. cs fei absolut flar, dass zuerst ein offizieller Vertreter bet amerikanischen Regierung ganz unmöglich war Rur ein Tor könne daran denken, ein Sanktionsvrogramm ausziistellen, das Deutschland nur zur Warnung dienen würde. Das die SicherSeitssrage Frankreichs anlang», so sei der Standvimft, den Asauith entwickelt dabc g'tch immer fein eigener Standpunkt gewe­sen Soweit er sehen könne, werde allein der Weg über den Völkerbund zum Ziele führen. Der zu fch>liessende Paft, wenn man dies Wort gebrauchen könne dürfe nicht ein zweideutiger, es müsse ein allseitiger Pakt sein.

Moselauf und Ab.

Ein deutsches Flußtal-Paradies.

Zn ÄiUn ist z. 3t. tu 40 Räumen eine Helmat- anSstcUung zusommeugebracht, die ein mad)t- to.es «SetenntnU ,» deutscher Kultur und Geistesart nnd ein 3»hes Lied von der «errlich. leit der Rp-iniande ist. Reben der Duch-AuS. st-llnng ist die Bühnenschau, die da» Wirten aller bedeutenden Buhneiibiidner wiedergidt, wohl die «rützte dieser Art, die bisher veran­staltet wurde. Aus Dem gleichsall« vertretenem Mosellanb schreibt man uuS da« Nachfolgende

Vor knapp zwei Jahrzehnten erst hat man die Mosel entdeckt. Das ist verwunderlich für eme SÄöne, ine mit so viel Lieblichkeit kokettieren kann. Aber es fehlt an Leuten, die ihre Schön­heit priesen. Jetzt machen es die Moselaner selbst. Auf den Flaschen mit dem Erzeugnis ihrer Berge, die in alle Welt kommen, Heben sie Etiketten, die rm Bilde zeigen, daß nicht nur an der Mosel Reben wachsen, sondern daß diele Weinorte in em wundervolles Tal gebettet sind. Wann die Rebe an die Mosel gekommen ist, steht nicht zweifelsfrei fest. Die Sage weiß es al­lerdings. Ein Moselaner war bei dec Hoch­zeit zu C a n a anwesend und da mundete ihm der Wein so gut, daß er einen Weinstock heimlich einpackte. Jesus verzieh und riet dem Sünder, das Pflänzchen zu Hause zu hegen. Biel jünger wird aber der Weinstock an der Mosel nicht fern, denn wahrscheinlich haben schon griechische Kolo­nisten aus Marseille ihn hierher verpflanzt. Zwi­schen Koblenz und Trier reiht sich sozusagen Glanzpunkt an Glanzpunkt.

Da ist nahe bei Koblenz Cobern, überragt von den Türmen zweier Burgen des gleichna­migen Rittergeschlechtes, die man passiert, um zu dem hochgeleaenen sechseckigen Zentralbau der Matbiaskävelle zu gelangen; da ist das altertümliche Gondorf mit malerischen Win­keln und dem prächtigen Stammschloß der von der Lehen aus dem sechzehnten Jahrhundert, da ist Al k o n, das mit der umfangreichen Ruine der Burg Turand vom linken User aus eines der wundervollsten Bilder der Mosel abg/bt. Aus einem hübschen Seitental bei Brodenbach lugt die hochausragende Ruine der Ehrenburg hervor, von deren Turm säst die ganze Eifel vor dem Beschauer liegt. Höchst malerisch zeigen sich

zu führen schien.

PoincarS mußte vom Platz aufstehen und fern Spiel uiederlcgen. Sein Gegenspieler Ram- sah Macdonald hat nun seine Parne an. gesagt. Für seine englischen Landsleute tat er ' es schon, als er vor Uebernahme der Regierung im engeren Kreise erklärte: Der Weg, wn bic Arbeitslosigkeit zu heilen, an der England leidet, i acht über die auswärtige Politik.Auswärtige Politik" heißt in diesem Falle soviel, wie Frank- ' reich dazu nötigen, daß es aus die politischen und wirtschaftlichen Lebensbedürsnifle Englands i Rücksicht nimmt. Das ist zurzeit der Nord - Punkt für die politische Magnetnadel in Europa. Herriot und Ramiay Macdonald stnd 1 die beiden Gegenspieler, so wie seinerzeit Napo­leon der Dritte und Bismarck, Wilhelm der -Zweite und Eduard der Siebente. Um ftins weitere Mißverständnis auszufchließen: Deurich- lands und des deutsche"n Volkes Schick­sal an sich find der englischen Pol-ttk ganz gleichgültig. Das einzige d a u e r n d e I n t e r - esse, das England an Deutschland nimmt, be­schränkt sich darauf, dass Deutschland politisch keine Sorge für England wirb, unb bass bie deutsche wirtschaftliche Konkurrenz der J>.du- sttie und dem Handel Englands nicht wieder ge­fährlich wirb. Wieweit ein englischer Premier- Minister persönlich gegen Deutschlanbmora­lische" ober sonstige Empfindungen bat, ist ganz glcichgülttg: die Interessen seines Landes diktie­ren ihm feine Politik und machen cs, je nach Bedarf, für den Engländer zu einer genau so moralischen Handlungsweise, das deutsche Volk verhungern zu lassen, wie es im anderen Falle aus den Plauen des Poincarlsmus zu reissen Drei Dinge sind zuraeit für England un­erträglich: Erstens: Frankreich die alleinige Ver­fügung über sämtliche deutsche Hilisancllen zu überlassen;: zweitens: Frankreich im Besitz einer absoluten Vormachtstellung auf dem Kontinent zu sebcn (wie sic durch die militärische Bcsetzilna von Rbein und Ruhr gegeben tft'i: drittens: den ruinierenden Folgen des Poincarismus für die Weltwirtschaft im allaemeinen und die englische im besonderen noch länger iuzusehen. Soweit Deutschland in Frage kommt, heißt das praktisch gesprochen: Erstens: dass die deutsche Wirtschaft durch eine erträaliche Regelung der Reparationskrage. obne zu große Vor­teile für Frankreich, lebensfähig gemacht weiden muß: zweitens: dass Deutschland unter einer Kontrolle zu bleiben hat. bei der England maßgebend mitbeteiligt ist: drittens endlich dcss die Verfüailnasrechte Frankreichs auf dc'ttfchem Boden. militärische wie nickstmilitäritchc, so n.ab-

Macdonalds großer Tag

Der Versailler Vertrag: Der Zankapfel Europas.

Scharfe Kritik der OPPosfition / Asquith und Baldwin / Äraedonalds politischer Horizont / Der Versailler Vertrag unter der Juristen, lüge / Das Neinignngsgewitter der Londoner Konferenz / Arm in Arm mit Frankreich / Frankreich steht und fällt mit Versailles.

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Meier Neueste Nachrichten

Hessische Abendzeituug

Das Unterhaus Beifall. Rotterdam, 15. Juli. (Eigene Drahtmelbung.'

Des Vudels Kern.

Wohin »telt die europäische Politik T

t Von

Pani Rohrbach.

Tst Verwirrung in der auswärtigen Politik scheint groß, aber für jeden, der etwas tiefer hineinblickt, gibt es einen festen Punkt, von dem ans nicht nur die augenblickliche Lage sondern auch dre Interessen unb Kräfte beurteilt werden können, nach denen sich die Dinge weiter ent­wickeln werden. Der Hanptspieler tn bei euro­päischen politischen Partie wie bis vor kurzem Poincars. Er hatte sich ein Spwl »orge« nommen, bas für ihn zu schwer war: ttraul-euh das permanente Recht auf bie Vergewaltigung Deutschlands und gleichzeitig bie Vorherrschaft im festländischen Europa zu sichern. N.choleon der Erste hat diese Partie eine Reihe von Zähren durchhalten können, aber er wutzte auch, was dazu gehörte: Den Hauptbetrag des baren Ein­satzes durch Unterworsene ausbrmgen lassen. Er arbeitete mehr mit fremdem Geld und Menschm- mcherial. Poincars hatte statt der Napoleoni­schen Realitäten nur die Redensart zu bieten: Der Deutsche wird alles bezahlen- Zur Ausstellung und Durchführung eines im Bereich des Möglichen liegenden Zahlungsplanes ließ er es felbft nicht kommen, weil er keinen Plcn wollte, denn Deirtschland hätte ausfuhren können. Das hat er selbst in seinem Briet den derPopulaire" im Dezember 1922 veröffent­lichte rund eingestanden Die Folge war seit Ende 1922 ein Zustand der französischen Finan­zen. der sich nicht länger mit Anweisungen auf das ruinierte Deutschland verschleiern liess, und ausserdem zunehmendes Unbehagen in Frank­reich über eine Politik, die außer in dem Ban­kerott auch in bie moralische Fsoli crung

Einzelnummer 10 Pf . SonntaqS 15 Pf. 14. Jahrgang

auch bald barauf

aus nacktem Fels die Rnine Bischofsheim, . um deren runden Turm ein auffälliger Weißer Kalkrina herumläust. Dort war früher ein höl­zerner Rundgrmg; aber diese Erklärung ist dem Volke zu nüchtern. DerBischofsring" sollte den Räubern eine Warnung sein:So war der Ring am Viscbofssieln stets allen Schurken Hohn und Vein." Von Moselkern leitet bas ro­mantische Elztal nach ber Märchenburg Elz, einem burch bie Jahrhunderte unzerstört erhaltenen Konglomerat von wundervoller Wir­kung; an ihrem Aeußeren hat der Brand von 1920 nichts geändert. Ein herrlicher Platz ist G arben, von wo sich flußaufwärts auf Treis mit seinen Burgruinen von Treis unb 231 Iben« bürg eines der anziehendsten Lanbschaftsbilbern der Mosel erschließt; in feiner Art eben fo schön tote das Bild von Cochem mit seiner ausge­bauten Burg. Hier verläßt bie Eisenbahn, ben längsten Tunnel Deutschlanbs passierend, die Mosel, der sie bisher gefolgt war, und erreicht sie eine kurze Strecke erst kurz vor Trier wieder. Der 4,2 Kilometer lange Wcgburchschnitt schneidet den .Cochemer Krampen" ab, der in seiner Einsam­keit ein Jbvll ist und ein Juwel romantischer Landschaft in sich birgt: Beilstein, ein aus engem Bachtal hervorquellenden Häusergerüm- vel. Seine Geschichte bietet das Beispiel eines mittelalterlichen Zweigstaatswesens reinster Art. an den noch bas Zollhaus von 1634. ein mäch­tiges. turmgeschmücktes Burghaus, bas Zehnt­haus uid bas Amtshaus erinnern. Man braucht nur bie Namen

Einkirch, Trarbach, Zellingen, Bcrncastel . zu nennen, um ein freundliches, erinnerungsfto- bes Schmunzeln auch bei denen hervorzurufen, die diese herrschen Orte nicht aus ber Natur ken­nen. sie finb es wert, ausgesucht zu werben. Welch' geruhsamer Platz, diese Burg Landshut, von der man das Städtchen Berncastel zw Füßen Bat, unb das Moseltal mit dem gegen­überliegenden Geburtsort des berühmten Nico­laus Cusanus sich als ein wahrere Gottesgartm ousbreitet Der Ort Dusemont ist zwar in weitesten Kreisen unbetont doch seine 23eine »rtnft man aern. Sie wachsen nämlich auf bet aegenüberlieaendenFlussfeitp auf dem Brau­neberg. Breit und lang ttnb behäbig liegt er in der Sonne itntgtoenn tt mit bei Laune fft. be­schert er feinen Besitzern cm die zweibunbertfünf- ita Fuder. Fu dem nahen Niederemmel bat es im Anfang des vorigen Jahrhunderts einmal eine Schulrevolutwu gegeben. Der Po- f#nr Bevan batte die Anerkennung der republika. nifchen Schulordnung verweigert und wurde ver­bannt. Die Gemeinde blteh ihm zedoch treu, ging ni^t in die Kirche und behielt die Kinder zv

Wie Sbomverlein macht.

Güsten Chamberlain kritisiert heftig Maedonolds Verhandlimgen mit Herriot fn Cheiuers Die Konservativen beständen au folgender Politik. 1 wollten sie ansrichlig den Versailler Vertrag nnnebmen und aufrecht er­halten. als bie einzig mösliche Grundlage für M5 öffentliche Reckst Europas: 2. wollten sie die Aufrechterhaltung der Entente mit Frankreich zum Kardinaldimft für ihre Politik machen: 3. stelltm sie die Forderung, dass -T'eutfd>tob feine Verpflichtungen erfülle Da­für wären sie bereit, die Integrität Deutschlands zu respektieren und feine Rückkehr in die siiemeinschaft ber Nationen willkommen zu heißen.

«eine Beschlüsse ohne bas Barlcmtnt.

London, 15. Juli. (Eigene Drahtmeldung.) Der Manchester Guardian verlangt, daß die Zu­stimmung der englischen Regierung zu den Er­gebnissen der Londons jkonserenz von der Ge­nehmigung des Unterhauses abhängig gemacht werde, weil die ftanzösische Presse die nfeifhe Forderung für Frankreich erhebt.