Kasseler Neueste Nachrichten
Kasseler Abendzeitung
Hessische Abendzeitung
Nummer 160,
Einzelnummer 10 Pf. Sonntags 15 Pf.
Donnerstag, 10. Juli 1924,
Beratungen über Deutschlands Schiüfal
<t0?£fSSme- Die Varifer Zusammenkunft
Verschärfte englifch.französische Meinungsverschiedenheiten.
bOmIbM daris ankam, wurde nalp gebrauchte dabei das Wort: „Herriot hängt C9»Xr mU .Menschenmenge begrufil, die an einem seidenen Faden/' Sicher ist, patz für 1 Ä«ie5 ' te6e bcr Frieden!" die Reise Macdonalds ein noch schärferer «nlaf.
,”'3rc,n, tb°' die besteht als die Freundschaft für Herriot, denn !
der Bersniller Äertrng! nu^rieseu Die sollte Herriot in nestürrt tnctb^it fo
WnHrfU w0e” l«5*fM5S! inL €’au^e iKr britischen hält es man es für sehr wahrscheinlich, daß dann d°"khaft um fünf Uhr und dauerten zunächst bis auch der S1 n r z M a c d o n a l d s folge,! wird acht Nhr. Anwesend waren von englischer Seite .
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FrankrUcy ist maßgebenv.
Die Londoner Konscrer».
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Der „Vorwärts" will von unterrichteter Seite
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m e n ouna -Lq( wes^Lenchtes der wirtichajt- erfahren haben, daß der Entwurf eines Schutz-
kiche Wiederaufbau Europa- abhangt". An Deutschland sei englischerseitS eine Anfrage über den Stand der Arbeiten gerichtet worden, und duf eine Berliner Antwort, bflft man die Vorlage der Gesetze im Reichstag erst in Erwägung sieben könne, wenn die Alliierten stch bezüglich der Rührt äumung eindeutig gebunden hätten, bade Macdonald in Paris angeregt, diesbezüglich ent- gegenlemmende Eröffnungen zu machen. Herriot habe geantwortet, daß feine parlamentarische Stellung stch so verschlechtert stabe, daß er vor der Konferenz zu folchen Eröfstrunaen äußerst,nde fei. Die Lage ist .'Iso wie vor feder früheren Konferenz: Deutschland soll stch binden, die Gegner aber wollen frei: Hand haben.
« daris, 9. Juli. ^Telegraphischer Bericht.) «m Dienstag nachmittag haben die Besprechungen zwischen Macdonald und Herriot be-
zollgesetzes bereits fertiggestellt sei. Der Entwurf greife auf den Zolltarif von 1902 zurück, der 1906 mit BerHagssStzen in Kraft trat. Er steht u. a. auf den Doppelzentner im BertragSia- rife eine Belastung für Roggen von 5 Mark, für Weizen von 5,50 Mark, f<2< Malzgerste von 4, für Futtergerste von 1,30 und für Hafer von 5 Mk. vor. Durch Verordnung von 1914 wurde dieser Tarif rechtskräftig gemacht. Dazu trat 1922 eine Entschließung, daß die völlige Wiederherstellung nur durch gesetzgeberischen Akt vorzunehmen sei. Die Entscheidung über den Entwurf 6feibe also, so bemerkt d-S Blatt, dem Reichstag über- laffen.
einigen Freunden gegenüber, er gehe nach Paris, nm zu versuchen, Herriot zu retten’, Men Stellung er als gefährdet ansehe. Mncdo-
»ie KoStnette in Sekavr.
London 9. Juli. lEigene Drahtmeldnng s Macdonald erklärte vor seiner Abreife nach Paris
Schutzzoll für Setreibe.
Ein Gesetzentwurf auSgearbeitet. srelegraphische Meldung.)
Bersin, S. Juli.
Einzelnummer 10 Pf.. Sonntags 15 Pf. 14. 5^ ^kgattg
acht Nhr. Anwesend waren von englischer Seite der Ministerprästdent Ramsay Macdonald, der englische Botschafter in Paris Crewe, der Kabinettschef Macdonalds Oberst Wat Her- House. Bon französischer Seite: Ministerpräsident Herriot, Direktor der politischen Ange' lcgenheiten B e r e t i i della Rocea, der Direktor der Handelsangelegenheiten Seydoux und der Kabinettsches B e r g e r i e. Tie Vera,
Um die Arbeitszeit.
Dis Berhältniffe im Ausland.
. I2S”^ani8mfl6t9 am wenigsten abgeb rut ist das Achtitundenge,etz in O « sterrcich. Es <*r» ttredt sich im wesentlichen auf die ganze Indu. sine, ans Handel und Gewerbe und alle fta tt- licken S-triebe. An dreißig Tagen tm Jahr sind mtt behördlicher Slenehmignng täalick zwei Ueberstunden zulässig. In Italien ist seit März 1923 die Achtundvierzig-Stundcilwoche llvar grundsätzlich anerkannt, aber in 'Ijrer praktischen Durchführung mit einer derartig.n A-'b e von Aus nab men belastet big der .lchtstundentag praktisch wieder uusgehoben ist. Ueberarbett bedarf keiner behördlich?» Genehmigung aber der Zustimung der Arbeiterschaft des Betriebes. Auch in Frankreich bestehen neben dem Gesetz vom April 1919 über den achtstündigen Arbeitstag eine groß« Anzahl von Abweichungen. Tas Gesetz besagt schon, daß nur die reine Arbeitszeit auf acht Stünden beschränkt ist, nicht aber die Arbeitsbereitschaft In der Handelsflotte und im staatlichen Eisen! abü- dicnst darf ohne weiteres über acht Stunb.-j arbeitet werden. Die Arbeitszeit bei der Eisen- bahn ist aus Ersparnisgründen koaar auf zwölf stunden festgesetzt, wobei allerdings die Arbeiter nicht immer voll tätig zu sein brauch-«.
Dem Vorgehen Frankreichs ist. wie auch in anderen Dingen. Belgien gefolgt und hat sein Gvsed vom Juni 1921 eifrig abgcbaut. Recht gründlich sogar, so daß i'ine Beibehaltung rigent- td? b(.e reine Fviegelf-chter.'i ist 'Augenblicklich liegt der belgischen Kammer ein Gesetz:!':- w u r f vor. wonach, zunächst für drei Jahre, der neunstündige Arbeitstag ei-rgeführt Werren soll In L u x e m bu r g besteht der Achtstundentag seit Deznnber 1918: für die »nkunft ist ungefähr die' gleiche Regelung beabsichtigt wie -n Belgien In der Schweiz gilt die Achtundvier;ig-I’u-d,-n- Woche mit der Zugabe, daß vom Bundesrat eine abgeanderte Normalarbeitswoche von zweiundfünf,rg Stunden bewilligt werden kann. In den sverssen Betrieben, und gerade in den wickniast m. besteht daher die Zweinndfünfzig-Ltuudm-Ar. oeitswoche. Holland besitzt seit Rovemb u 1919 die Fuiifundvlerzig-Stiindenwoche. Ter Mimster ?vusedcchverfugen, daß in gewiffen Fabriken täglich eineinhalb, wöchentlich sieben Stunden Ueberarbett geleistet werden.
Die Erörterung ans »em Internationale, Arbenekongrex, in @cnr hat Beranlaffun, gegeben, einmal die D-rtzSitnige »er Ar. »r:««zei« im Auslande nith.r zu beleuchten. Die kürzlich in Gens stattgefundene Jitter-' nationale Arbeitskonferenz hrt versucht, einen Einfluß auf die deutsche Arbeitszeit zu qcwin- r „ Ter französische Aröeitsminister chodard । und der Direktor deS Albeitsamt-s Alben Thomas begründeten ihr Vorgehen damit, daß durch
London, 9. Juli. (Telegraphische Meldirng.) Einer vom Renterbureau verösfentlickten Miuei- !ung zufolge ist nichts vorhanden, was die Auffassung bestätigt, daß der Zeitpunkt dcr Koiifercnz oerschyben werden könnte oder daß dcr Zusom- mcnlunftsort abaeändcN wurden fei. Nach den bisherigen Vorkehrungen findet die Konferenz am 16.1 u l i im Zimmer des Sra-ttssckre- tärs des Aeußern im Foreign Office statt. Sie wird eine Woche oder zehn Tage dauern. Infolge der großen Zahl von Reifenden, die sich zurzeit in London anfhalten, beständen große Schwierigkeiten, die notwendigen NnterkuustS- iniigli*teilen in den hauptsächlichsten Hotels zu erhalten. ES werde beabsichtigt, daß Deutsch- land eingeladen roetoen solle, wenn die Alli-
»Mielsenvreife: »eichaftS-Anreig«, Seile 15 »fennis. Snmilien.iln.ieiaen Seile Anzeigen das Wort 31/, $rennia. Rerlamcii die Seile 60 Pfennig.
LUttgebLür in »fenntg (bet Zn endung der Offerten 20 Vfennifl). RecknungS. innerhalb » Tagen zu bezahlen. Maggebend ift der Kurs des Z«hlun«s- ra? « =< x Richtigkett aller durch Fcrnivrecher auigegebenen Anzeige», ioroie für ätafmwmebaten und Vlave kann nicht garantiert werden. Für Anzeigen mit atI?ÄLLichwtertaem Latz 1® Prozent «uischlag, Druckerei: Lchlachtboiltr. 28/30 GeschdttSitelle: «ein. Straße 5, gegenüber der Svohrffraße. Fernsprecher 951 u. 952.
Berliner Erörterungen.
Man ift weniger optimistisch.
(Privat-Telegramm.)
Berlin. S. Juki.
Die durch die eitnlifdbfrtm.wfifdie Spannung geschaffene neue Sachlage wurde gestern im Ka> binett und unter den in Berlin weilenden Parlamentariern lebhaft «örtert. Tie Aussichten der Londoner Konferenz werden nicht mehr als durchaus günstig angefehen. Man rech'.tet jetzt auch in Berlin mtt einer Verschiebung der Londoner Beschlüffe, bis die Gesetzentwürfe vom Reichstage angenommen wyrden sind. Das kann nach Lage der Dinge kaum vor August möglich fein, sodaß man mit Anfang Oktober als Termin des Inkrafttretens deS DaweSpkanes rechnet
tungen wurden abends 9.30 Nhr wieder ausgenommen. Vorläufig ist in keinem Punkte ein Einvernehmen erzielt worden, wenn auch auf beiden Seiten die beste Absicht besteht, zu einem Uebereinlommen zu gelangen. Macdonald machte beim Beklaffen de« Quai d'Orsay sichtlich den Eindruck eines leidenden Mannes. Wer ihn 1919 gelegentlich des So- ttolistenkongreffes in Bern sah, konnte ihn kaum roicbcrtrTennen. Er ist stark obgemagert, fein G-, sicht ist bleich und eingeftircht. HavaS zufolge wird angenommen, daß Macdonald heute lMitt- woch) nachmittag Paris verläßt. Es fchcine, fo fügt die Agentur hinzu, daß die Londoner Konferenz am 16. Juli stattfinden werde.
Rein »anstiaes Scho.
Parts, 9- Juli. lEigene Drahtmeldung) Entgegen der Zufammenkunft von CheguceS fin- bet die Pariser Besprechung unter Hinzuziehung eines großen Beamte »stahes statt, wodurch sie zu einer wichtigen Staatsaktion gestempelt wirb. Die Bespre. chung werbe heute morgen fortgesetzt. Dcr erste Tage bet Besprechungen zwischen Macbonalb »nd Herriot findet kein günstiges Echo in der Pariser Preffe. dagegen versichett man in ben Wandelgängen der Sammer allgemein, daß die Frist, die Deutschland zue Annahme deS Dawcsplanes gestellt wurde, schon am 31. Juli abläust. Mit Genugtuung stellt der „TemvS" fett, daß Macdonald auf die wichtigste Dif • fersnzfraqe, nämlich die Festsetzung bet militärische« Räumungsfristen, verzichtet habe.
irten zn einer Vereinbarung über bic an Dcutsih- land zu richtenben Vorschläge gelangt seien.
<$ifi Engländer gegen die GckiufstMge.
Lonbon, 9. Juli. lTelegraPhische Meldung.! Morel erntete gestern im Unterhaus bemoiiftra« tiven Beifall der Arbeiterpartei, alS er die e i n - fettige Entwaffnung TeutfchlaubS ktitifierfe nnp prophezeite, die Politik der Ptemierministet könne keinen Erfolg haben, solange nicht entscheidend mit der alliierten Politik, die auf die Schulblüge qeqrünbet fei, g e - b t o ch r n werde Tiefe Politik fei begründet auf bic nichtige unb nnmoralifchr Ibcc, man könne eine einzige Ration zwingen, für bie Sünden nicht nur ihrer Regierung fenbern für bkienigen der ganzen Welt zu zahlen.
W^M^ßWZMZZZZ
, — ....... -jer dem Reichstag vor-
iegen könne, bevor die R ä u m u n g s f r a g c ae- liart fei. Die Reichsregierung kann aber die Gesetze erst bann ben parlamentarischen Körperschaften unterbreiten, wenn die Organlstticns- komitees sie durchberaten haben Tas ist nach nicht der Fall. Selbstverständlich bleibt anderer- leitb, daß das Inkrafttreten der Gesetze von der Klärung der Räumung abhängig «st und daß auch schon die erst« Zustimmung des Reichstages lehr viel leichter zu erhalten wäre, wenn bereits zu diesem Zeitpunkt eine französische Erklärung über die Räumung Vorlage. Hierauf hat die Reichsregierung pflichtgemäß die Entente. Regierungen hingewiesm und ihnen banVf ze- uickits Neues gesagt. Eine Erschwerung der Lage kann man darin keinesfalls erblickest.
' Auch die Beschlüsse des ZentraEwrstandes der Deutschen VolkSvartei, die noch einmal sehr deutlich die Vorbedingungen für bie Anna Huie des DaweS-BerichteS präzisieren und zugleich die Heranziehung der Deutschnationalen zur Reichs- reaterung fordern, fprech-m nur das aus. waS eck aus der Lage Deutschlands von selbst ergibt. Die Meinungsverschiedenheiten zwischen London und Parts wieder ganz und gar a u f d e m R ü k. ken Deutschlands guSzufechten unb von uns zu verlangen, daß wir allein den uns bebrüd enben $eil d-S Gut achtens anneh- men. aber na» den darin enthaltenen Erleich- terunßen für unS nicht frage» fallen: das geht, "^"«^rkkich nicht an! Dies: Erkenntnis scheint , nt Srüffel und Daris drn Wunsch erzeugt zu, t»a6en, bie Londoner KMiserenI 'U verschieben. , Und wer weiß, ab diese .Lösung" sich nicht wbkießltch durchsetzen würde -- wenn nicht ans 1 Washington eine sehr beutliche Mahnung zur Ette gekommen wäre. Tse Stimm'» von Eoo- lrdg«, Dawes und den anderen Führern Ameri- ^as kann man in PanS schwerlich überhören.
b$n auch fte ötif* Tebnwn» Don London ans werden zahlreich' Nittcikungen verbreitet, die sich mit den Widerständen befassen, die bie Londoner Kon- !*rrnz in gewissen französischen, italienischen, namentlich aber in belgischen Kreisen findet. „ Inzwischen arbeitet man tn Berlin an den Beietzen zur Durchfübruno des Gui- achtens. DaS Gesetz über die Neuorganisation 3er Notenbank ist, nachdem am Sonnabend noch emmal in Berlin abschließende Besprcchun- zen mit ausländischen Fack-Persönlichketten statt- gemnden hatten, soweit gefördert, daß es in ben allernächsten Tagen vorn Kabinett verabschiedet Serben kann. Ebenso wird das Ei s e n b a h n - ^osttz in Kürz« vorliegen. Sinzig daS Gesetz üb« die Fndustrieobkigatlonen hängt Noch in der Schwebe, aber nicht wegen der säu- m,gen H<fltung der deutschen Regierung, sonsern wett sich die Arbeiten deS zuständlgen Komitees lang« qlS vorgesehen hina-zogen haben Tie deutsche Regierung wird weiterhin ihre Gesetze dem Parlament dringend zur Annahme empteh. len. hat abek tm übrigen auf dessen Votum kti- neu Einfluß. Di« letzte Entscheid''«« deS Par- kamentS gleichviel wie sie ausfällt, ift endlich aber innerdeutsche Angelegenheit, die
rnnetpolitisi^« Folgen haben kann, auf die aber auswärtige Regierungen so wenig einen Einfluß Am-" können, wie auf bie Entscheidungen eine« anbeten souveränen Staates Die alliierten Regierungen sind auch über diese S-chltg' sehr wohl unterrichtet. *
Trotz der MeinungSverfchtcdenbetten mit Frankreich, di« Macdonald zu befeitiqcn sich be. müflt. V di« englisch« Regierung entschlossen, an dem Datum des 16. Juli für die Konfer-nt feit, zubaltA-, vorausgesetzt, daß Herriot ?tc Senats, betatte und Macdonald die anßenpolitische Debatte im Unterhause überstehen Als der eigent- ltche Grund der BertagungS^-rücht« wurde eine 1 lehr wichtige Mitteilung bezeichnet, »ie d« ame- nkant,che Botschafter in London von seiner Re- gterung erhalten hat. Präsident Eoolidg: bat nach Beendtguna einer Konferenz mit Hnabe«, dem General Dawes. Hoover und dem Berl-ner Botfchaster Houghton eine Mitteilung zug.'hen WTen . wonach eS Pi« Ansicht der amerikani>'ch-'n Reoieknng iet_ von der baldigen Aa-
Die bevorstehende Londoner Konferenz macht dte alliierten Regierungen und Parlament; stark Nervös, weil Alle befürchten, daß ihre eigenen Interessen nicht genug vertreten würden. Das französische Mißtrauen gegen das britisch- M<- morandum ist jetzt einigerm iß>n abgeschwochk worden durch Macdonalds Erklärung, daß er dte französische Regierung tn keiner Weise habe binden wollen; und die iraitzösischen Ratio- auSriefen. Auch Nation'a'listen" waren" do," die aussen das wohl cder übel zugeben. Na- „EL !-Lr vrr Srrs-ULr nueziefe« Hie
turlich such sie aber auch unter PomcareS Füh- Beratungen begannen im Hause der britischen run« Wetter etfrtg auf her Suche nach neuern Botschaft um fünf Uhr und dauert-n - -
Konfltktsitoff und biegen und lügen sich alles Mögliche und Unmögliche zusammen, was diesem idlen Zweck« dienen kann. Da spielt dann eine große Rolle ein« angebliche Erklärung der deutschen Regierung, daß sie die Durch füh. rungsgesetze nicht ehl
fo -nas oegrunoeren tyr Vorgehen damit, daß durch ,— .......- „A; n3c Arbeitszeit in Deutschland das inter-
auch dcr Stnrz Macdonalds folgen wird, "ationale Gleichgewicht In den Arbütsbedingun- ftm ber einzelnen Landw gestört uns auf diese Weife eine „Schmutzkonkurrenz" der deutschen Wirtschaft ermöglicht werde. Ganz abgesehen oa. ron, daß durch die ungeheure B e l a st u » g der putschen Wirtschaft (durch die Schuld Alliierten) eine längere Arbeitszeit in Deutjchland notwendig geworden war, trifft der Hinweis des Auslandes auf fein; kürzere rlrbeitszett nicht zu. Die folgenden Ansfüh- rungen, deren Ergebnis der Zeitschrlst „Stahl und Eisen" entnommen ist. geben einen inter- essmtteii Ueberblick über dis Arbeltszeit- verhäliiiisse im A u s l a n d. 1
In» chweden fand der Achtstnitzentag feine , Rcgslung durch Gesetz: vom Oktober 1919 und , 5ne andere Einteilung der Wochen-
Arbeitszeit ist zulässig, die tägliche Arbeitszeit bflrf dabei nenn Stunden» nicht überschreiten. R o r w ege n hat im Juli 1919 eine Arbeitszeit ton täglich achteinhalb und wöchentlich achtund« vierzig Stunden eingesiihrt. Auf Gruben und Hntten kann täglich bis nenncinhalb Stunden gearbeitet werden. In Finland ist tm Ro- vember 1917 der Achtstundentag etngeführt worden, es „nd jedoch sofort zahlreiche Betriebe. Un« tcrnsbmnngen und Einrichtunaen davon gesetzlich ausaenommen worden. In Polen kann btt ftttDetewber 1919 bestehende Achtstundentag zur ^cchSundfünftig-Stund-enwoche auSoedebnt wer« den: ferner sind im Jahre 150. Ueberstunden zu« lafng. Rußland hält feinen Achtstundentag turtormtnbert au steckt. Die Zulässigkeit von Ueberstunden hat weitere Einfckränkunäen rrfah« ren Seit Tetembcr 1919 ist in der Tschccho- siowakei die Acktnndvierzig.Stund''iiwock- dnaefLbrt, sie kann jedoch in ununterbrochenen Betrieben auf fechsundfünfiig Stimden ausgedehnt werden. Die Achtundvierzig-Stundenwocke m S ü d f l a iu t e n kann, wenn vier Fünftel der Arbeiter dem -ustimmen. um Zwei Stuuden täa. lich verlgnacrt werden. I» Span-est besteht feit Avril 1919 dcr Achtstundentag Spätere Per- orbnnnaen haben ihm stark zuaefetzt. — Seine aefeMche Reaeluna Hat d»r Achtstundentag in England und Dänemark q-funden Ziem- lick nnklar lieoen die Perb'""iss- t» den Vereinigten Staate«, lieber fünfzig Prozent;
Herrlots Macht verringert.
Stärkeverschiebttnq in den Parlamenten.
(Eigene DraHtmekdung.)
Paris, 9. Juli.
Die Blätter melde«, daß in bet französischen Kammer gestern FraktionSfitzungcn begonnen haben, bie wahrscheinlich eine weitere Verschiebung der Machtverhältnisse zu Ungunsten Herrivts bringen. Ein Tefl ber vereinigten Sozialisten macht DaS Verbleiben im Block der Linken vom auSbsücklirhen Verzicht auf ein neues Diktat gegenüber Deutschland abhängig. — Weiter wird berichtet: Herriot sprach gestern persönlich im Senat vor und bat, mit Rücksicht auf den Besuch Macdonald» die für gestern angesagte Sitzung, i« der die Interpellationen zur Debatte standen, bis nach Abschluß der Besprechungen mtt Macdonald zu vertagen, unb zwar bis Donnerstag nachmittag. Das Haus erklärte sich bamit einverstanden.
Lonbon, s Juli. (Eigene Drahtmelbung.) „Daily Chronicle" zufolge hat Hcnbcrfon m einer Besprechung mit Führern der Arbeiterpu. lei erklärt, bas binett habe einstimmig br» Macbonalbschen -Auffassung zugestimmt, baß keine Lösung ber Reparationsfrage ohne FrankreichsZustimmnng erfolgen wirb. Die Gleichstellung Deutschland bei ben Rcpara- tignsverhanblungen werbe bobnrd) nicht bcftnticn.