Dienstag, 8. Juli 1924.
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Meier Neueste Nachrichten
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Noch keine Räumung öeö Ruhrgebiets.
Die Kredittrife.
Weiterhin schlechte Wirtschaftslage.
Obwohl die Lage am Geldmarkt eine ge- Hffe Erleichterung erfahren hat, und der Zinssatz für tägliches Geld auf weniger als XA d»m Tausend gesunken ist, kann die Kreditkrise noch keinswegs als überwunden angesehen werden. Die Landwirtschaft leidet gegenwärtig so schwer wie die Industrie, weil sie vor der Ernte mit größeren eigenen Einnahmen kaum rechnen kann und es ihr vielfach an Mitteln fehlt, um die Löhne für die Erntearbeiten zu bezahlen. Es ist zu befürchten, daß Landwirte nicht selten Geldverleihern und Geldvermittlern in die Hände fallen, von denen ihre Notlage auSgebeutet wird. Besonders bedenklich ist die Vermittlertätigkeit von Agenten, die ausländische Kredite versprechen. Vor ihnen müssen nicht nur die Landwirte, sondern auch alle anderen Geldbedürftigen dringend gewarnt werden. Im allgemeinen verhält sich das Ausland gegenüber deutschen Kreditgesuchen überaus z u- rückhaltend, und die Zahl der deutschen Unternehmungen, die zu erträglichen Bedingungen ausländisches Geld erlangen konnten, dürste biS jetzt nicht groß sein. Es gehört gegenwärtig zu den wichtigsten Ausgaben der Reichsregie- cung .den produzierenden Ständen, insbesondere
Landwirtschaft wenigstens so viel Kredit zu verschaffen, daß sie ihre für die Volkswirtschaft lebensnotwendigen Betriebe nicht aus Mangel an flüsiigen Mitteln zugrunde gehen lassen müssen.
Im Warenhandel hat die Kapitalnot allmählich doch eine gewisse Preissenkung erzwungen. Die Grotzhandelsinderziffer hat nur einen Rückgang von 124,98 auf 122,58 erfahren. Erhebliche Preisverbilligungen konnten nur flir Getreide und höchstens noch für Leder festgestellt werden. Aber der Einzelhandel hat auch solche Waren, für die im Großhandel eine Verbilligung überhaupt nicht oder nur in ganz unwesentlichem Maße eingetreten iift, zu Preisen, die ost weit unter dem Einkaufspreis liegen, auf den Markt werfen müssen, um sich flüssige Gelder zur Aufrechterhaltung der Geschäftsbetriebe zu beschaffen. Freilich ist der Einzelhandel auch seinerseits in der Lage, seine Warenbestände sehr billig zu ergänzen, wenn er gegen Kassa einzulaufen vermag. Wer Geld hat, erhält gegenwärtig überall billige Waren. Aber es ist klar, daß dieser durch die Rot erzwungene Ausverkauf der deutschen Volkswirtschaft keinen Segen bringen kann.
Die deutschen Aktiengesellschaften sind zurzeit mit der Zusammenlegung ihrer verwässerten Aktien stark beschäftigt, und infolgedessen ist die Zahl der Generalversammlungen gegenwärttg ungewöhnlich groß. Die Aufstellung der Goldbilanzen freilich mußte bei den meisten Gesellschaften wegen der vorliegenden Bewertungsschwierigkeiten verschoben Werden. Die Papiermarkbilanzen für 1923, die den Aktionären vorgelegt werden, hat natürlich nur rein formelle Bedeutung. Immerhin geben die Generalversammlungen den Verwaltungen Gelegenheit, über die Lage der Unternehmungen den Aktionären Bericht zu erstatten. Jedoch ist das, was man dabei zu hören bekommt, in der Regel sehr wenig erfreulich. Die deutsche Industrie sieht recht trüben Zeiten entgegen, wenn ihr nicht endlich wieder das zur Produttion unentbehrliche Geld zur Verfügung gestellt wird.
Deutsche industrielle Führer haben es Mr ganz ausgeschlossen erklärt, daß die fünf Milliarden an Obligationen, die nach dem Dawes- Gutachten auf die deutsche Industrie umgelegt werden sollen, von dieser getragen werden können, selbst wenn das amerikanische Kapital einen Teil seines Geldüberflusses in Gestalt von Produktionskrediten zur Verfügung stellt. Sie haben es vielmehr Mr notwendig erklärt, auch diese Summe teilweise durch Steuern des gesamten Volkes aufzubringen. Das würde aber auf allgemeinen Widerüand stoßen, denn die Steuerlast ist schon heute so untragbar, daß ein Abbau durch Herabsetzung der Umsatzsteuer von allen Patteien und Wirtschaftsgruppen gefordert wird. Wie hier ein gangbarer Weg gefunden werden soll, ist nicht abzusehen. Bei der Verlängerung der M i e u m- ceTträge hat die Reichsregierung den Koh- teche • bereits die K-älfte der im Juli entste
henden Lasten ersetzen und aus die Reichskaffe übernehmen müssen. Angesichts dieser Finanzlage des Reichs muß weiter vor allen Illusionen in der Frage der Aufwertung der Reichsanleihen gewarnt werden. Der Rückschlag aus die jetzigen spekulätiven Kurssteigerungen der Papiermarkanleihen dürste nicht lange ausbleiben. m.
Unter dem fremden Zoch.
Die deutschen Schritte ergebnislos.
(Eigener Drahtberichk.i
Berlin, 7. Juli.
Gestern find die ausführlichen Berichte des Botfchafters von Hoesch über seine beiden letzten Schritte beim Ministerpräsidenten H e r r i o t in Berlin eingegangen. Nicht aus deutscher Re- gierungsguelle, aber aus der Sonnabend Ausgabe des „Slatin" erfährt man die Bestätigung, daß beide Schritte wieder ergebnislos geblieben find und daß sie lediglich die Zusage des Ministerpräsidenten gebracht haben, die deutschen Wünsche den zuständigen militärischen Instanzen des besetzten Gebietes unterbreiten zu wollen. Inzwischen wird heute früh aus Aachen gemeldet, daß nunmehr auch die Belgier dort mit Maffenansorderungen von Wohnungen Mr die Bermehrung des belgischen Beamtenstabs begonnen haben. Die Stadtgemeinde Aachen hat bis zum 15. August 137 neue Wohnungen für die Besatzung? arrnee bereitzustellen, während neunzehvtsilfttzv deutsche Wohnungssuchende in der Stadt Aachen noch der Erledigung ihrer dringenden Ansprüche harren.
Die mMMrifche Besetzung bleibt.
Köln,?. Juli. (Eigener Drahtberichti Nach einer Meldung des Brüsseler „Soir" hat sich der belgische Ministerpräsident Theunis bereit erklärt, Ende der Woche im Senatsausschuß Mitteilungen über diejenigen Vettragsabkommen mit Frankreich zu machen, die die Aufrechterhaltung des Bvsetzungszustandes an der Ruhr betreffen — Nach einem Bericht der „Voss. Zig." auS Düsseldorf verlangt die Besat- zungsbehürde von der Stadtverwaltung den Bau großer Baracken, die vor dem Regie- rungsgeböude für Pferde und G e f ch ü tz e errichtet werden sollen. Desgleichen soll auf Forderung der Befatzungsbehörde die große Ausstellungshalle ausschließlich für militärische Zwecke eingerichtet werden.
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Dir Aus -wiesencn.
Berlin, 7. Juli. (Privattelegramm.) Nach einer der Reichsregierung vorliegenden Düsseldorfer Meldung haben bis setzt fechsunddreißig- taufend Ausgewiesene ihre Rückkehr beantragt. Bon diesen Einreiseanträgen find bisher kaum zweitausend erledigt. Die ersten sechsund- fiebzig zurückgekehrten Eisenbahner haben ihren Dienst im Düsseldorfer Hauptbahnhof wieder aufgenommen. Die Anttäge von 3800 Eisenbahner» auf Rückkehr nach Ruhrort, Mülheim und Umgebung find zurückgewiesen worden.
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Die 5täumung8frage.
Köln, 7. Juli. (Privattelegramm.) Der „TelegraaM meldet aus London: Die britische Regierung hat Verhandlungen mit den Alliierten ausgenommen über eine grundsätzliche Erklärung tu der Frage der am 10. Januar 1925 vorgesehenen Räumung der ersten Zone des linksrheinischen Gebiets, besonders des von England besetzten Kölner Brückenkopfes.
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Der Sutwassnuneswohn.
Paris,?. Juli. (Telegraphische Meldung.) Havas glaubt zu wissen, daß der augenblicklich in PariS anwesende englische Lustfahrtminister Thomson die Mission habe, sich mit General Rollet über die EntwaffnunaDeutschlands und die Frage der deutschen Großflugzeuge, sowie über die Sicherhettsfrage auszusprechen.
Für die gefallenen Bayern.
Gedenkstein-Emthülltmg in München. (Privat-Telegramm.)
München, 7. Juli.
Der Pfalz und ihren im Weltkrieg gefallenen Helden ist hier ein Gedenkstein auf dem Odeonsplan errichtet worden. Gestern fand die feierliche Enthüllung statt. Die früheren Prinzen Rupprecht, Leopold, Ferdinand und Adalbert von Bayern, die Mitglieder des jetzigen und des vorigen Ministeriums, die Generalität und das Cffi'Jerfartiö des alten Aeeres nslimen
daran teil. Reichswehr und Polizei hatten Ehrenkompagnien gestellt. Die Feier begann mit dem Abschreiten.der Reichswehrkompagnien durch den früheren Kronprinzen Rupprecht und feinen Onkel Prinzen Leopold, die von einer militärischen Gefolgschaft umgeben waren, darunter Generaloberst Graf von Bothmer. Ansprachen hielten General Müller und Ministerpräsident Held, der unter anderem sagte: „Wir haben Anlaß zu der BcMrchtung, daß unseren Brüdern in der Pfalz neue harte Prüfungen durch verbrecherische landesverräterische Mietlinge auf= erlegt werden sollen, die das Land von Deutschland lösen und den Franzosen in die Hände spielen wollen. Aber Pfälzer Kraft und deutsch: Treue werden auch diese SchandplSne zunichte machen. Rach der Feier erfolgte der Vorbeimarsch der an der Veranstaltung beteiligten Vereine. .
Neue Sonntagsreöen.
Ministerpräsident Herriot zur Reparationsfrage.
(Telegraphische Meldung.)
Paris, 7. Juli.
Ministerpräsident Herriot hielt gestern in Troyes zwei Reden. In der einen befaßte er sich mit der französischen Innenpolitik, in der anderen mit den Verpflichtungen Deutschlands. Er sagte u. a.t „Der Bericht, den man den Sachverständigenbericht nennt, bringt Verpflichtungen Deutschlands und ein Programm, das heute die besten Zahlungschanee bietet (?) Dieser Plan bietet gewisse Schwierigkeiten dadurch, daß er Kontrollorgane vorsieht, die man jetzt zum Funktionieren bringen mutz. Ueber gewisse Fragen, die die S a ch l i e s e r u n g e n betreffen, müssen Frankreichs Rechte genauer bestimmt werden. Aber dieser Plan überläßt auch den Alliierten Regierungen die Verpflichtung,, gewisse Fragen zu regeln. Die Lösung ist dringlich wegen des prekären Charakters der M i - cumtierträge. Deshalb ist eine Konferenz unter den Alliierten erforderlich. Sie setzt die Wiederherstelttlng eines interalliierten Einverständnisses, insbesondere ein enges Zusammenarbeiten zwischen Frankreich und Großbritannien voraus. Wir haben in Ch^yueres dieses Abkommen zu erreichen gesucht. Unser Bestreben nach so viel Enttäuschung ist, .zuerst zu versuchen »die Kotierten untereinander näherzubringen und nichts herauszubeschwören, was sie trennt. Von diesen Gedankengängen beseelt, werden wir jedenfalls unsere Pflicht tun.
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Herriot vor dem Sturz?
Paris, 7. Juli. (Telegraphische Meldung.) „Sntraufigeant" teilt mit, in den Wandelgängen der Kammer raune man von einem baldigen Sturz deS Kabinetts Herriot. Er werde sicher im Senat, der diese Woche noch über die Politik von Cbegueres verhandele, oder wahrscheinlicher noch in der Kammer gefügt werden. Das Blatt selbst wünscht, daß sich diese Voraussage nicht erMllen möge, da Herriot bis jetzt noch ilicht die Gelegenheit gehabt habe, sich zu erproben. — Die „Liberte" ertlärt, man habe noch nicht die Vergangenheit Herriots vergessen, der immer den Versailler Vertrag abgelehnt habe, jetzt aber der P o l i t i k P o i y- earöS folge!
Eine Kundgebung am Nhein Die vaterländischen Festspiele.
(Telegraphische Meldung.)
Köln, 7. Juli.
Die feit 25 Jahren in Köln abgehaltenen va- terländifchen Festspiele fanden in diesem Jahre zum ersten Male im Stadion in Mengersdors bei Köln unter sehr großer Beteiligung statt. Bei der Begrüßungsfeier am Sonnabend abend, zu der u. a. der Regierungspräsident Graf Adel- mann, der Oberbürgermeister Dr. Adenauer sowie Vertreter des Verbandes der Deutschen Turnerschaft erschienen waren, wies der Festredner, Dr. Neuendorf u. a. die Unterstellimg nuferer ehemaligen Feinde entschieden zurück, daß Deutschlands Tumerei eine militärische Borbereitungsstätte sei. Die Turner hätten mif dem Krieg nichts zu tun. Sie wollten die Er- neuernng des Menschen von innen heraus. Bei den Schlutzfeierlichkeiien am Sonntag abend hielt Oberbürgermeister Dr. Adenauer eine Rede, in der er sagte, Deutschland könne nur durch innere Einheit wieder ftart und frei ein gleichberechtigtes Glied in der Gesellschaft der Völker werden. Der Oberbürgermeister richtete deshalb an die deutschen Turner und Sportler die Mahnung, den Geist der Volksgemeinschaft, den Geist der wahren selbstlosen Vaterlandsliebe zu pflegen, die nicht die Verfolgung der Interessen eines Standes, fondern die ausgleichende Gerechtigkeit und das Glück und die Wohlfahrt
Aller wünschen.
Heldenchmng.
Gedächtnis-Rede des Oberbürgermeisters.
Das Heldenmal im Kasseler Rathaus über das in der letzten Ausgabe bereits berichtet wurde, ist gestern mittag feierlich enthüllt worden. Ein mit lebendigem Grün gesäumter Tep- pitzch lag vor der Tafel ausgwrertet und gab dieser bte Umgebung, die dazu gehört. Blattpflanzen zierten den hellen Flur. Durch die heilen Fenster flutete warmer Sonnenschein über die leuchtende Tafel, die Hinterfliebenen der Gefallenen und zahlreiche Mitglieder der städtischen Körperschaften, Beamte, Angestellte und Arbeiter des Rathauses. Von Angehörigen des Militär- anwärter-Orchesters unter Leitung von L.ebe- trau gespielt, erklang feierlich das Niederländische Dankgebet, woraus die Hülle fiel. Büroinspektor Arnold sprach im Namen des Beamtenrats. Der Seift, der die Gefallenen beim Auszug ins Feld beseelte, soll ein Vorbild sein dafür, daß es mb en allen Sonderwünschen ein Großes gibt... die Liebe zum Vaterlande. Ge- meinschaftsgefübl und Opfersinn. Nachdem der Redner dem Schöpfer des Tafel-Entwurfs, Pros. Sauttei und seiner früheren Schülerin Hilde Schröder für die Plastische Durchführung Dank gezollt, übernahm
OberbürgeMteister Scheidemann die Tafel mit folgenden Darlegungen: Der einzige Punkt, leider der einzige, in dem das gesamte Volk sich einig ist, dürfte der sein: alle blicken mit der gleichen Bewunderung auf die Ausdauer und Tapferkeit der deutschen Soldaten zurück. Alle zollen den für ihr Vaterland Gefallenen uneingeschränkte und immerwährende Dankbarkeit. Auch die Männer, deren JJiamen tauf dieser Ehrentafel verzeichnet siatzf eßt' aus, um für ihr Vaterland zu kämpfen, Leuftch- land zu fchützen und zu schirmen. Uns treibt nicht Eroberungslust, hieß es in der bekannten Rede vom 4. August 1914. Einig wie ein Mann stand das deutsche Volk in der Abwehr geschlossen da. Die gelungene Abwehr und die Erhaltung des Reiches wären glänzende Siege gewesen. Der Keim des Zwistes wurde in das Volk getragen, der Zusammenschluß aller Gegner aber auf des beste gefördert durch die namentlich von Heim- und Etappenkriegern verfochtenen We.t- schweifenden Eroberungspläne. Mehr als vier Jahre lang hat das deutsche Volk übermenschliches erlitten und geleistet. — Grausame Bedingungen diktietten die Gegner dem ausgebluteten, nach homöopatischen Rezepten ernährten und
seelisch erschütterten deutschen Volke.
Wir können den Opfern des Krieges nicht fo helfen, tote wir es zu tun verpflichtet waren, tote to’tr es gern tun möchten — wir sind ein Bettelvolk geworden, das sich sinnlos zerfleischt, anstatt alle Kraft zu sammeln, um sich wieder in die Höhe arbeiten zu können. Den lebenden Opfern des Krieges, die ihre Gesundheit und heilen Gliedmaßen einbüßen mußten, können wir nicht ausreichend helfen. Den tapferen Toten aber können wir wenigstens Gedenktafeln errichten, die Kosten sind noch zu erschwingen. Wir müssen alle den ehrlichen Willen haben, an diesen Ehrentafeln nicht gedankenlos vorüber- zugehen. Sie sollen und müssen uns vielmehr erinnern an die heldenmütigen Kämpfe, die die hier verzeichneten Männer mitgefochten haben und denen sie zum Opfer gefallen sind. Sie sollen uns auch erinnern an die Ledien und
Opfer des Krieges, an das Elend, das jeder Krieg Wer Völker und Länder gebracht hat und immer wieder bringen müßte. Wer neuen Mutigen Kriegen entgegen» wirken will, muß vor allem der Zwietracht und Herrschsucht im eigenen Lande entgegenwirken. Mögen uns die hier verzeichneten Männer allezeit mahnen zur Vernunft und DrüderNchkeit. Möge keiner, der an dieser Tafel vorüber geht vergessen, daß wir alle Glieder eines Volkes sind, daß wir, wie immer sonst die Meinungen auseinandergehen mögen, einen Wunsch gemeinsam haben müssen, nämlich den: das Wohl unseres Vaterlandes zu fördern, Mr das die ^ler genannten Männer ihr Leben geopfert haben. Der Oberbürgermeister versicherte dann, daß eS alle Zeit eine Ehrenpflicht einer jeden Stadtverwaltung sein muß, die in dauerndem Gedächtnis zu halten, die im Dienst der Stadt gestanden haben, die im Dienste des Vaterlandes gefallen sind. Stimmungsvoll fang aus einem Chor heraus Heinz Dietrich eine Ehrung für die Gefallenen von Woblgemuth, die Musik intonierte »Ich haft' einen Kameraden" und dann legten bk verschiedensten Organisationen Kränze nieder. Die Tafel wurde gestern bereits in weitem Maße gewürdigt.
Splelnachmittage in den Schulen.
Ein Erlaß des Ministers Dr. Boelitz.
Die Denkschrift über die Neuordnung des preußischen höheren Schulwesens hat in manchen Kreisen iu der irrtümlichen Ausfall— geführt.