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Nummer 148

Donnerstag, 26. Juni 1924.

Einzelnummer 10 Pf-, Sonntags 15 Pf.

Unter dem Kontroll- und Ausbentesystem

Ergebnis Ber2$rtiffeler29eraiung»n «lMLN»«

Einigkeit zwischen den Franzosen nnd Belgiern.

cher heilen ist besprochen.word-n,

und sein

Selten ist wohl Gasten

mengeschmiedct bat.

die Kontrolle über das Maß des Notwendigen

Erfüllung aller im Sachverständigengutachten für Deutschland vorgesehenen Bedingungen, d e Ausführungsgarantien des Regimes der Eisen­bahnen und die Erneuerung der M i c u m v e r - träs,e haben die besondere Aufmerksamkeit der Minister gefunden. Dos Problem der Si-

crterung des Sicherheitsproblems und die Frag» der Uebertragung der. Mlitärkontrolle Deutsch­lands an den Völkerbund fallen werde. Nach Erledigung dieser Fragen würde die Zeit gekom­men fein, um das Problem der interalliierten Schulden in Angriff zu nehmen. Aus den vorgestrigen Ausführungen Macdonalds wird geschlossen, daß auf feiten der britischen Regie­rung nicht die Absicht bestehe, den Alliierten ihre Kriegsschulden vollkommen zu erlassen, während die Möglichkeit, daß England Frankreich für die Durchführung des Dawes-Berichts wirtschaft­liche und finanzielle Garantien bieten könnte, für kaum wahrscheinlich erachtet wird.

sicht und sie wünschen lebhaft, den Mechanismus wer Kontrollkommission durch das in Artikel 213 des Vertrages dem Völkerbundrat übertragene Uutersuchungsrecht ersetzt zu sehen, sobald sie inbezug auf die verschiedenen Punkte, die die alliierten Regierungen besonders bezeichnet Genugtuung erhalten haben

übrigen Minister ihre Portefeuille wieder erhal ten. (Geheimrat Held ist gebürtiger Waldecker (1868 in Eorbach aeboren). Er studierte in

Dir Desn : e von Reichsdeutschen bei den Lands- Unten autzerhalü der deutschen Grenze mehren sich. Heber arte Fahrt nach bcm öfter.-ich,scheu Burgenland wird uns Fo gendeo geschriebenr Glühend heiß brannte die Jultsonne, als die ungefähr neunzig reichsdeutschen G ä - ste in Mogersdorf, der letzten österreichi- schen Station an der bulgarischen Grenze im südlichen Burgenlande den Zug

Qerrtoi ist befriedigt.

Paris, 25. Juni. (Telegraphische Meldung.) Havas meldet aus Brüssel: Die gestrige Kon­ferenz zwischen Theunis, Hymans und Herriot im Außenministerium dauerte vormittags und nachmittags. Beim Verlassen des Ministeriums erklärte Herriot, seine belgischen Kollegen seien von dem Ergebnis der sranzösisch-englt- schen Besprechungen sehr befriedigt. Herriot erklärte bei seiner Ankunft in Paris, die gestern abend erfolgte, auf L^eftagen: Mein Eindruck ist ausgezeichnet. Niemals bin ich von einer Kon fcrenz mit soviel Beftiedigung und Vertrauen zurückgekehrt wie heute.

Stellungnahme ver DtetdMre gftruno.

Berlin, 25. Juni. (Prrvattelegramm.) Der Reichskanzler erklärte dem englischen Botschafter und dem französischen Geschäftsträger, daß er die Rote zur Kenntnis des Reichskabinetts brin­gen werde. Die Allierten würden rechtzeitig, d. h. bis zum 30. Juni die Antwort der deut­schen Regierung erhalten. Das Reichskabi- nett ist am späten Abend znsmmnengetreten, um zu der neuen Note der Entente Stellung zu nehmen. Soweit private «eußerungen des Außenminister« und des Kanzler« zu Partei- fiihrern vorliegen, ist durch die neue Militär- Kontrolle eine völlig neue Situation für Deutsch­land geschaffen worden, die die bisheri«cn Be­schlüsse des Kabinetts aufhebt. Der Außenmi­nister sprach von einer neuen Zwangslage für Deutschland. Infolgedessen glaubt man in rechtsstehenden Kreisen, daß eine bedingte An­nahme der Entente-Forderungen im Kabinett in Vorbereitung ist.

1 ein solch herzlicher Empfang bereitet worden, selten wohl fühlte man so sehr wie in diesen Stunden im Burgenlande, welche Kraft einem Volke der Glaube an eine starke Schicksals- Verbundenheit gibt, im Kampfe gegen alle feiudlirben Anstürme. Als die Klänge hei­matlicher Lieder die Angekommenen umrausch­ten, als die Begrüßungsworte des burgenländr- schen Abgeordneten Bollinger die herzliche Freude der dem deutschen Mutterlande wieder­gewonnenen Volksgenossen schilderten, da um­fing es alle wie ein warmer Hauch, wie Heimat­luft und gab ihnen zugleich das Bewußtsein, mit ihrem Kommen ein neues Band geknüpft zu haben, das alle deutschfühlenden In enger Ge­meinschaft zusammenschließt.

Auf Leiterwagen, die von liebevollen Händen bekränzt im grünen Schmuck der Gäste harrten, geht es nun an der neuen ungarischen Grenze entlang, dem größten Orte des südlichen Bur­genlandes, Heiligenkreuz zu. Zwischen wogenden Getreidefeldern, die von der Fruchtbarkeit dps Bodens zeugen, führt der Weg zum Teil über ungarisches Gebiet, da keine andere Möglichkeit besieht, von der Grenzstation der Eisenbahn nach Heiligenkreuz zu gelangen. Denn die Straße, die zur Umgehung dieses Ge­bietes laut Friedensverttag von den Ungarn gebarit werden soll, existiert bis heute noch nicht einmal auf dem Papier.

Ueberhaupt ist ja die ganze Grenzfüh­rung ein Musterbeispiel für die unerhörte B e nachteiligung der deutschen Belan-. g e und für die schrankenlose Willkür, mit der die burgenländische Frage vom Völkerbundegelöst- worden ist. Hat man dock die überwiegend deutsche Stadt Oedenburg, die natürliche Haupt­stadt des Burgenlandes, der Schnittpuntt für alle wichtigen Verkehrslinien des gesamten Ge­bietes, Ungarn zugefprochen, sodaß ein diretter Verkehr zwischen dem Süden und Norden des Burgenlandes gar nicht möglich ist. Freilich seufzen auch die Oedenburger unter den so ge­waltsam geschaffenen Verhältnissen, denn durch die Grenzführung liegt die Stadt jetzt in einem loten Winkel. Die willkürliche Grenzführung hat äußerst schwierige Verhältnisse im Gefolge gehabt. So mußte als Sitz der Landesregierung das Städtchen Sauerbrunn, als Sitz des Lan­desparlamentes wieder ein anderes, nämlich Eisenstadt, bestimmt werden, beides klerne Ortschaften, in denen es schon an den nötigen Gebäuden fehlt, um die verschiedenen Behörden umerzubringen. Eine weitere Schwierigkeit

für die Bevölkerung stellen die geringen Erwerbsmöglichkeiten dar, da di« ein­zigen Industrieanlagen in den bei Ungarn ver­bliebenen Gebieten liegen. Sehr viele Burgen­länder toanen daher gezwungen, in Wien ihre Arbeit zu suchen. So hat die im Durchschnitt keineswegs wohlhabende Bevölke­rung dieses Gebietes überaus schwer zu kämp­fen, was wiederum eine ganz außerordentlich starke Auswanderung zur Folge hatte. Es gibt heute wohl kaum einen Burgenländer, der nicht mindestens einen nahen Verwandten in Amerika hat. angesichts dieser so überaus fd-toie» rißen Verhältnisse muß man die große Opfer- Willigkeit und Gebefreudigkeit der Burgenländer bei dem Besuche der reichsdeutschen Gäste umso höher bewerten.

Und in der Tat, die Burgenländer ga­ben in diesen Tagen ihr bestes für ihre Gäste Am Dorseingang drängte sich eine erwartungs. volle Menge. Mädchen in weißen Kleidern streuen Blumen, zu beiden Setten der Straße sind die Kameradschastvereine und die Feuerweh­ren aus vierzehn Ortschaften aufmarschiert. Wohl kaum ein Dorfbewohner hat es sich nehmen lassen, den Empfang der Gäste selber mitzuerle- ben, ja selbst bei dem aus Ungarn verbliebenen Gemeinden sind zahlreiche Deutsche trotz der an diesem Tage ganz be'cnders scharfen ungarischen Grenzkontrolle herübergekommen. Von dem acht, zehn Kilometer entfernten Orte Fürstenfeld über, bringt eine Staffelte der Turnvereine den deutschen Gästen eine Begrüßungsbotschaft. Ter Nachmitag vereint die Gäste und die Burgeniänder bei einem in primittvster Form In einer Scheune aufgefährien mundartlichen Volks' stück. Richt haben es sich die Heiligentreuzer neh­men lassen, die reichsdeutschen Gäste in aus-

Einzelnummer 10 Pf . Sonntags 15 Pf. 14. Jahrgang

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Kabinettsbildung in Bagern

Dr. Held als Ministerpräsident.

((Eigene Trahtmeldung.)

München, 25. Juni.

Nach langen Verhandlungen hat Geheimrat Held, seit 1914 Fraktionsoorfitzender der Baye­rischen Bo lk spartet die Kabinettsbil- dung übernommen, nachdem Regierungspräsi­dent von Winterstein wegen zu schmaler Frnk- tionsbasts das Angebot ablehnte. Held bringt ein großes persönliches uhd politisches Opfer, da feine autoritative Stellung innerhalb der Partei von der Entwicklung der bayerischen Po- litil unter Umständen gefährdet werden könnte Der Bauernbund hat als erster, nach ibm die Teutschnationale Volkspartei ihre Zu­stimmung erteitt. Die Konftittspunkte find je­doch mit dieser Wahl noch keineswegs erschöpft. Die Deutschnationalen baben ihren Anspruch auf das Innenministerium noch nicht restlos auf­gegeben, fie scheinen aber bereit, einer anderen Besetzung zuzustimmen, die wenigstens die Ge­währ gibt, fitr die entsprechende Durchführung des Koalitonsprogramms Dafür kommt in er­ster Linie Ministerialrat Stuetgel in Frage, der von der Bavr. Volkspartei präsentiert wird. Mit Ausnahme beS Innenministers dürften alle

hinaus zu verlängern (?) im Gegenteil, fie neh-1 Marburg, siedelte später nach Boyern über, wo men die Zurückziehung der Kommission er durch Heirat Mitbesitzer des .Regensburger

-für einen möalickst baldigen .«ieitpuqkt in Aus-1 Anreißers'' wurdet

Brussel, 25. Juni. (Eigene Drabtmeldung.) Die Konferenz des französischen Mi^isicrvrö- sib n.en Herriot mtt den belgischen Minister» T h e u n i S und Hymans war Montag abend um 6 Uhr beendet. Nach Beendigung der Be­ratung wurde den Pressevertretern folgendes Ko,mnunique mitgeteilt:Der fran östsche Mini­sterpräsident Herriot batte zwei Zusammenkünfte mit dem Ministerpräsidenten TheuniS und dem Außenminister Hymans, in deren Verlauf et sich sicher seine mit Macdonald geführten Verhand­lungen äußerte. D:e Verhandlungen geben die Hoffnung auf ein engcs Znsammeuge>en Eng­lands, Frankreichs Italiens und Belgiens, um die baldige Inkraftsetzung d s Sockverständigenplanes sickerzuflellen. Der fran­zösische Ministerprüfident und die belgischen Mi. nister Daten hierauf ihre Ans ch en über die hol ptsächlichsten Fragen ausgetauscht, die auf ser demnächst stat findenden interalliierten Konfernz erörtert werden sollen. Der Mei- nungsaustausch zwischen de» Regierun­gen werde fortgesetzt, damit die zu lösenden Fragen vorher den Gegenstand einer eingehen­den Beratung bilden können, sodaß die Konfe­renz zu rtägifen und einmütigen Beschlüssen ge­langen könne. Die

Annäherung der alliierten Mächte, die durch die Reise der belgischen Minister nach London, Paris und Mailand vorbereitet wurde, werde die Lösung der noch schwebenden Fragen erreich ent. Der Austausch der Pfänder nach

Die Entwaffnungsnote.

Das Komödienspiel der Ministerpräfidenten.

(Telegraphische Meldung.)

Berlin, 28. Juni.

Der englische Botschafter und der franzöfische Geschäftsträger haben dem Reichskanzler am Dienstag nachmittag die in der Presse angekün­digte Note von Herriot und Macdonald über­reicht, die im Auszüge lautet:

CheguerS, den 22. Juni 1924. Wir wün­schen unS in einer Frage, die unfern beiden Re­gierungen ernste Sorge bereitet, unmittelbar an Ew. kftlzellenz zu wenden. Wir haben nicht ohne die größte Besorgnis erfahren, daß die deutsche Regierung vielleicht beabsichtigen könnte, auf die kürzlich wegen der Militärkontrolle in Deutsch- land an ihren Botschafter in Paris gerichtete Rote keine zustimmende Antwort zu geben. Gleichzeitig erhalten wir beunruhigende Berichte über die unausgesetzte und zunehmende

Aktivität der nationalistischen

und militärischen Crganifationen, die mehr ober weniger offen militärische Vorbereitungen tref­fen, um in Europa neue bewaffnete Konflikte hervorzurufen. Diese Berichte find zu zahlreich und zu substantiiert, als daß man fie vernach- läsfigen könnte. Sie führen dazu, die öffentliche Meinung ht der Besorgnis zu bestärken, die die unvermeidliche Haltung der beiden Regierungen beeinflußen muß. Wir find sicher, daß die deutsche Regierung, falls die Berichte unbegrün­det sind, nicht nur ihre eigenen Interessen wah­ren, sondern auch ganz Europa einen großen Dienst erwiesen wird, wenn fie an der Unter, suchtmg mitwirkt, die so durchgeführt wird, daß sie die Besorgnisse vor geheimen militärischen Vorbereitungen zerstreut. Wenn die deutsche Regierung die Alliierten von der Aufrichtigkeit ihrer Haltung überzeugen will, so muß fie von der Möglichkeit Gebrauch machen,

einen Beweis zu geben,

indem fie die Kontrollkommission bei der Fest­stellung der Tatsachen unterstützt. Wir appellie­ren an Ew. Exzellenz, weil wir keine Gelegen­heit versäumen möchten, um die Ursache ernster Schwierigkeiten zwischen unseren Regierungen zu beseitigen. Frankreich und Großbritannien haben keineswegs das Bestreben, der deutschen Regierung eine Schwierigkeit zu bereiten oder

Neuesten Nachrichten erscheinen wöchentlich sechsmal nachmittags Der Monnementspreis beträgt für den Monat Juni 2.00 Mr bei freier Zustellung ros Haas in der Geschäftsstelü abgebolt 1.80 Mr Durch die Post monatlich 2.00 Mkt elnschltetzlich Zustellu ugsgebübr. Verlag und Redaktion: Schlachthofftraße 28 3o" permvrecher 051 und 952. Für unverlangt eingefandte Beiträge kann die Re- daktton eine Berantwortung oder Gewähr in keinem Falle übernehmen. Rück- zablung des Bezugsgeldes oder Ansprüche wegen etwaiger nicht ordnungsmäßiger Lieferung tft ausgeschlossen. Postscheckkonto Frankfurt a. Main Nummer 6380.

Erwartungen.

Di« Meinungen in Paris und London.

An die Unterredung der Ministerpräsidenten der Entente knüpfen sich Erwartungen und An­sichten, die sehr verschiedener Art sind, je nach den Wünschen der Beteiligten. So faßt der »Petit Parision" die Beschlüsse der Konferenz von Ehequers wie folgt zusammen: Herriot for­dert die möglichst rasche Mobilmachung der im Dawes-Plane vorgesehenen Obligationen. Er macht nicht mehr die vollständige Bezahlung der Reparationen zur Bedingung für bte Räumung der Ruhr, sondern w'll die Ruhr im glei­chen Verhältnis räumen, wie die Obli- gationen untergebracht sein werden, was nicht mit ihrer Emission verwechselt wer­den darf. In der Sicherhettsfrage fordert Hcr- riot die A u f r e ch t e r h a l t u n g der Mili­tärkontrolle. diejenige der Brückenköpfe in­begriffen. Er hofft, daß England die Kontrolle seiner Zone ebenfalls aufrecht erhalten werde, bis sie aus den Völkerbund übertragen werden kann. Außerdem fordert er die Ausübung einer besonderen Kontrolle durch Techniker über die R e i ck s e i s e n b a h n e n, um die Sicherheit der Besatzungstruppen zu gewährleisten. Im weite­ren sieht er für die Zukunft eine Reihe von G a - rantieverrrägenvor. Der erste würde von Frankreich, England, Belgien. Jialien, Tschecho­slowakei und Polen abgeschlossen. Wenn Deutsch­land dem Völkerbund beigetreten sein werde, werde eS eingeladen werden, seiner suis einen Garantievertrag mit den vorgenannten Mächten zu unterzeichnen. Zuletzt würde dieser Verrrig auf alle Mitglieder des Völkerbundes ausgodebnt werden.

Das .Oeuvre' behauptet, daß England sich bereit erklärt habe, ourch ein besonderes Ab­kommen sich mit den übrigen Alliierten :m Falle einer neuen deutschen Verfehlung in der Reparationsfrage solidarisch zu erklären. Die'e Beschlüsse, die im Großen und Ganzen der Moc- genpresse bekannt zu fein scheinen, werden von den nationalistischen Zeitungen zum Teil heftig kritisiert, besonders die neue Formel für die Räumung der Ruhr ftu Verhältnis zur Unterbringung der Dawes-Obligationen. Im .Echo de Paris" schreibt Pertinax, daß man zu einer Art Konferenz von Spa zurückgekehrt sei. Die Erklärungen Macdonalds im Unter- Hanse seien in drei verschiedenen Punkten beun­ruhigend. Während man bis jetzt den Plan DaweS als eine bedeutende Konzession der Alliierten an Deutschland angesehen habe, ver- trete Macdonald jetzt den Standpunkt, daß die­ser Plan Vorschläge enthalte, deren Grundlage man im Versailler Vertrag nicht finden könne, so daß die Alliierten juristisch^ nicht berechtigt feien, Deutschland zu dessen An­nahme zu zwingen. Maedonakd schlage sodann btc sanfte Manier des Ueberredens vor. Ebenso beängstigend sei der Beschluß von Cheguers, die Kriegsschukdenftage nicht gemeinsam, sondern ge­trennt von der Reparattonsfrage zu behandeln.

Alle diese Beschlüsse lägen in der Richtung der Auffassung, d'e von Macdonald 'mmir vertreten worden fei, nämlich der vollständigen Revision des Versailler Vertrages. Herriot habe sich auf eine schiefe Ebene ziehen lassen. Es sei zu hoffen, daß die B-'lgi-'r zu einer Umkehr beitragen werden. Für das Nach­geben der französischen Regierung sei es bezeich­nend, daß Frankreich jetzt nur noch auf Belgien zählen könne. DieVictoir?- dagegen befürwor­tet die Räumung der Ruhr. Es sei moralisch unmöglich, dem Plane Dawes zuzustimmcn und die Besetzung der Ruhr auftecht zu erhalten Wenn die Ruhr nicht geräumt werde, so werde Frankreich immer England gegen sich haben und die Durchführung des Vrrsnil- ler Verttages werde unmöglich werden. Tie Räumung der Ruhr werde ferner das beste Mit­tel sein, um das Kabinett Marx-Stresemann zu befesttgen und den deutschen Nationaltsten das Wasser von ihren Mühlen abzugvav-m. Die ra­dikale Regierung, die nach innen ein Unglück für das Land beibeute, werde wenigstens so nach außen der Wiederversöhnung Frankreichs und Englands dienen.

Die Erklärung Macdonalds >m britischen Un- terbause über die Erörterungen ht Ehequers wird in Londoner Kreisen dahin ausgelegt, daß die Mitte Juli in London zusammentretende Konferenz, an der die Alliierten und Japan teilnehmen und die Vereinigten Staaten wahr­scheinlich durch einen nichtofsiziellen Beobachter vertreten sein würden, sich in der Hauptfach-, wenn nicht ausschließlich, mit der Turchtühruug des Dawesberichts befassen werde. Da oie- ser Bericht über die Bedingungen des Versailler Vertrages hinausgehe, bestehe, wie angenommen werden könne, die Absicht, Teutfchland im Endstadium der Konferenz zu Verband- lungen hinzuttehen, damit der Bericht unter »er willigen Mitwirkung Deutschlands zur An- tvendung gebracht werden könne. Der nächste Schritt würde die Reise Macdonalds und Her- riots nach Gknf im September fein. Es könne ^naenommen werden, daß in dieser Zeit die Gr-

Meler Neueste Nachrichten

Kasseler Abendzettung Hessische Abendzeitung

Studium wird von beiden Setten fortgesetzt verließen um den burgenländischen^Deutschen zu werden." Die Unterredungen in Brüssel wurden ?Sl$en' vax schick!alsgememichast, alle seut- in einem aufrichtigen Geiste enger Freund- >*en- auch immer wohnen mogem Zusam. schäft und gegenseitigen Vertrauens geführt unp haben den Eindruck hinterlassen, daß ein ernster Fortschritt erzielt wurde und daß die nächste Konferenz imstande fein wird, das Reperations­problem einer baldigen Lösung entgegenzuführen.