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Hesstsche Abendzeitung

Stummer 141

Einzelnummer 10 Pf.. Sonntags 15 Pf.

Mittwoch, 18. Juni 1924.

Fortdauer des französischen Zwangs

flieruiige«, Ausdehnung der

lerbundes, des rnteruatio»

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Vorstand deS R e i cli s d r r ü a n d c § der deut- schastsgcüüude umstellt, um ilm zu ocrbaftcu.

und Achtung des Gesetzes. Der FaszismuS dürfe in dieser Stunde seine Märtyrer nicht ver­gessen und seine traditionelle Mission nicht durch politische Manöver beeinträchtigen lassen.

Brüsseler Zeitungen, voran derToir" stellen die austerordentliche Zufriedenheit Belgiens mit der Berufung Rolleis zum Kriegsmiuister des Kabinetts Herriot fest. DerSoir schreibt: Die unbedingte Festhaltung an der Militär-Po­litik gegenDeutschland sichere den Alliier­ten den Frieden und die Reparationszahlungen,

Das außenpvMisHe Programm.

Paris, 17. Juni. (Telegraphische Meldung.)

eteüungr.aBmi der Industrie.

Berlin, 17. Juni. (Privattelcgranun.) Der

Außenpolitisch plant Herriot die Befestigung des Friedens durch Verständigung

Der Uetzer Nollet.

Berlin, 17. Juni. (Privattelegramm.) Gene­ral Rollet, der Vorsitzende der alliierten Mili- iärkonrmission, der jetzt französischer Kriegsmini- ier geworden ist, hat vor seiner Abreise aus Berlin noch dir Kontrolle der Waffcnvorräte und der Munitionsdestände der deutschen Schutzpoli­zei angeordnet. DicnStag (heute) beginnen die Durchsuchungen in Berlin und PotAxun. Der General sieht, laut Aeusterüngen zu französischen Korrespondenten, in der Schutzpolizei eine irre­guläre Reserve der Reichswehr für den Fall eines neuen Krieges Deutschlands mit seinen Nachbarn. (Diese plumpe Beschuldigung der Schutzpolizei dient nur zur Begründung der ranzöstschen grenzenlosen Rüstungen.)

Einzelnummer 10 Pf-, Sonntags 15 Pf. 14. IahrglMg

-Zwang gegen Deutschland.

Herriot setzt Poincares Politik, fort.

(Eigene Drahtmeldung.)

Köln, 17. Juni.

Nach HavaS-Mitteilungen an die Presse dcS besetzten Gebietes hat das Kabinett Herriot die militärischen Maßnahmen im besetzten deutschen Gebiets einschließlich des Rrchrgebietes, gebilligt. An der Amnestie für Sonderbündler und Auto­nomisten hält daS neue Kabinett fest. Verhand­lungen vor de»tschen Gerichten des besetzten Gebietes gegen Mitglieder der früheren separa­tistischen Regierung dürfen auch fernerhin nicht stattfinden. (!) Havas stellt ausdrücklich fest, daß die Frage der Räumung der Ruhr nicht Gegenstand der Kabinettsfltzung gewesen ist Herriot stattete gestern nachmittag dem deutschen Botschafter v. Hoesch einen längeren Besuch ab, in dessen Berlans eine politische Aussprache über Reparattvnsfragen statt.

tergedankcn, Aufrechterhaltung der R u h r b e s c tz u n g bis zur Bestätigung :rnd Nebergabc der im Dawesbericht vorgesehenen Pfänder an die zu ihrer Verwaltung bestimm­ten internationalen Organisationen, Wiederauf­nahme der Kontrolle der deutschen Abrüstung, Lösung der Sicherheitsfrage durch Berwirk- lichnng von Garantiepakten, die der Autorität des Völkerbundes unterstellt werden sollen.

Berlin, 17. Juni.

Drei kommunistische Versammlungen am Sonntag abend befaßten sich mit der Teuerung und der Rcichspräsidentfchaft Ebert. In dcr Versammlung im Reinikendors referierte Bro- lath, der die Bildung proletarischer Selbsthilfe- organisationc» fordert und ferner zu Demon­strationen des Proletariats im ganzen Reiche gegenEbert aufrief. Krolath erklärte, Ebert habe Oktober 1918 im Reichstag gesayt, der Kai­ser möchte die große Geste tun und freiwillig gehen, ehe er gehen müsse; dieselbe große Geste erwarte die Mehrheit des deutsche» Volkes jetzt von Herrn Ebert.

Segen das Sifendahner-Abkommen.

Berlin, 17. Juni. (Privattelegramm.) Fünf Werkstättenversammlungen der Eisenbahner in Berlin beschlossen gestern abend die Verwerfung des neuen Lohnabkommens und die Aufrecht- erltzrltung der Forderung nach 30 Prozent Lohn­erhöhung zum 1. Juli. Die Versammlungen ver­liefen außerodcntllch stürmisch und standen wie­der unter starkem kommunistischen Einfluß. Auch aus Königsberg und Mannheim werden gleiche Ablehnungsbefchwffe der dorttgen Eisen­bahner gemeldet.

Mexiko gegen England.

Die Ausweisung des britischen Gesandten.

(Telegraph»ich« Meldung.)

London, 17. Juni.

Rach einer Meldung aus Mexiko hat der mexikanische Außenminister ein Communique veröffentlicht- worin der genaue Sachverhalt in der Angelegenheit des englischen Geschäftsträ­gers Cunning dargelegt wird. Es wird dar­auf hingewiesen, daß Cuning keine eigentliche diplomatische Persönlichkeit sei, da die diploma­tischen Beziehungen zwischen England und Mexi- ko noch nicht wieder ausgenommen seien, sondern eine bloße Privatperson. Er sei schon seit Jah­ren nicht mehr erwünscht bei der mexi­kanischen Regierung, da er es ihr gegenüber an Achtung und Höflichkeit habe fehlen lassen und da er insbesondere der englischen Regierung falsche oder übertriebene Berichte übermittelt ha­be. Die mexikanische Regierung habe dcr engli­sche« schon zweimal »orgeschlagen, ihn abzube- rufen Die englische Regierung sei aber nicht darauf eingegangen. Darauf habe die Regie­rung befchroffen, Cunning auszuweisen. Er habe sich aber geweigert, dem Ausweisungsbe­fehl zu gehorchen. Deshalb sei das Gesandt-

S-rnwrech-r SSI und 852. Für «»verlangt eingefaßte Beiträge kann^ie Re- oaitton eine Verantwortung oder Gewähr in keinem Falle übernehme» Nück- USlung des Bezugsgeldes oder Ansvrücbe wegen etwaiger nickt ordnungsinätzfger Lieferung ist ausgeschloffen. Postscheckkonto Frankfurt a. Main Nummer 6380.

Faschlstrnfeindttche Stimmung.

. Rom, 17. Juni. (Telegraphische Meldung.) Die faszistischsn Organisationen warnen vor der faszifienfeindlichen Stimmung, die das Ver­brechen an Mattrotti im ganzen Lande auskom- n:en läßt und die sich in einigen Städten bereits durch Kundgebungen Lust machte. Die italienische Presse nimmt bei der einmütigen Verurteilung des Verbrechens gegen die M i ß - stände im Faszismus unverhohlen Stel­lung und fordert Mussolini dringend ans, rück­sichtslos die Reihen feiner Anhänger von zwei­felhaften Elementen zu säubern. Das faszistischc Direktorium mabm Fuszisteri zur Eintracht

Die Lleberfaschlften.

Italienisch- Störungen.

Es geht Mussolini, wie es allen Führern geht. Nicht die Gegner, sondern die eigenen Anhän­ger bilden die größte Gefahr für ihn jene Faschisten, die faschistischer sind als Musso- lini selbst. So jene Uebersaschisten, die den verbrecherischen Streich begangen haben, den sozialistischen Deputierten Matteotti zu ent- führen und zu erschlagen. In Parma hat sich das faschistische Triumvirat als Ketzergericht aufgespielt und hat Hunderte von faschistischen Kameraden aus dem Fascio ausgeschlos­sen. Von 800 ließ man nur 300 als gerechte Faschisten passieren und warf sogar eine Menge von Anhängern der Mussolinischen Regierung, auch Beamte, die von ihr selbst angestellt wor­den sind, hinaus. Natürlich hagelte es Proteste und zornvolle Tagesordnungen. Der Präfekt fuhr nach Rom und holte Instruktionen don Mussolini ein. Diese lauteten sehr streng da­hin, das Ketzergericht aufzulösen und den Fascio von Parma auf breitester Basis herzu­stellen. Mussolini will seine Sonne leuchten lassen über Gerechte und Ungerechte. In sei­nem Hause sind viele Zimmer für alle Schattie­rungen des Faschismus. Er möchte ettva ver­fahren wie die katholische Kirche, die im Grunde jeden Getauften zu den Ihren rechnet und kei­nen entläßt, der ihr einmal gehört. Mussolini kann eben mit dem Faschismus, der ihm als Leiter zur höchsten Macht gedient hat, nichr re­gieren, wenn dieser als ein enger Parteiklüngel aufgezogen wird.

Aber bei den Bestrebungen, den Faschismus zu nationalisieren, trifft sein Schöpfer auf recht unbeauvme Widerstände. Parma tfl nur ein Beispiel, es geht an vielen Provinzorten ähnlich zu. Am Donnerstag ist in Rom der große Faschistenrat zu einer Sitzung zusammen- getreten. Er wird sich hauptsächlich mit der Lösung der aus solcher Unduldsamkeit entsprcl- senen Schwierigkeiten zu befassen haben. Viel Lärm machen in diesem Moment die Eisenbah­ner, deren faschistische Gruppen in ihren Blät­tern wilde Polemiken untereinander fübrrn, wo­bei der Vorwurf, daß die Kameraden eben keine rechten Faschisten seien, von einer Grupve zur anderen schallt. Das Direktorium der Faschisten will ein Rundschreiben an die Eisenbahner er­lassen. durch das sie zur Disziplin aufgesor- dert werden. Es ist ein schlimmes Zeichen, daß die Partei, die sich als Partei der Manneszucht gegenüber den Sozialisten und Anarchisten zu bezeichne nvflegt, jetzt selbst zur Innehaltung der Disziplin ermahnt werden mutz.

Der Fascio hat eben seine bcroische Zeit hin­ter sich. Er zeiat schon viel« Riffe und Muffs- link wird sich klar darüber, daß die Gefahr von Spaltungen immer näher kommt. Er will zu­nächst durch ein scharfes Gesetz über die öfsent- licheSicherbeit abhelfen, durch welches die Befugnisse der Gerichte und Volizribe- börden erheblich vermehrt- werden sollen. Schon beute hat Italien eine sehr stramme Pc-ft- zeiverwaltung und die diskretionäre Gewalt der Polizei ist durch eine Menge von Dekreten, die Mussolini in der revoluttonären Epoche des Fascio erlassen har, aufs Höchstmaß gesteigert worden Das soll jetzt alles in Grsetzesform ge­bracht werden, wobei all die Italien eigentüm­lichen Bestimmungen über das Zwonasdomi-il, die Deportation narb den Kolonien, die Vorder» warnimg. durch welche der Verdächtige eine: be­sonderen Kontrolle unterstellt wird, gewisserma­ßen die verfassungsmäßige Legalisation erhal­ten Auch das Waffenscheinwesen soll reformiert und die Erlaubnis zum Waffentragen sehr ein­geschränkt werden, was natürlich von ultra- faschistischer Seite, wo man sogar die »Milizia* als bedroht ansiebt, lebhaft bekämpft wird. Künftig soll niemand mehr Warfen in seiner Wohnung bergen: insbesondere keine aus Hee- resbeständen. Das alles wird den Faschisten sehr bart eingehen und Mussolini wird die schwersten Kämpfe mit seinen Anhängern zu be­stehen haben Die kriegslustigsten Faschisten bat er nach Trivolitanien abgeschoben, wo sie im Sand der libhschen Wüste in recht nutzlosen , Kämpfen mit den Arabern Berub-aung finden ->nd der Ordnung in Italien nicht schaden können.

2taietaenpreife: Geschäfts-Anzeigen Zeile 15 Pfennig, Familien-Anzeigen Zeile 15 Pfennig, Kleine Anzeigen das Wort VI, Pfennig. Reklamen die Zeile 60 Pfennig. Dffertgebuhr 10 Pfennig Hei Zusendung 6er Offerten 20 Pfennig). RechnungS- betrage sind innerhalb 5 Tagen zu bezahlen. Mahaebend ist der Kurs des Zahlungs- Mes. Für dl« Richtigkeit aller durch Fernsprecher aufgegebenen Anzeigen, sowie für Aufnabmedaten und Plätze kann nickt garantiert werden. Für Anzeigen mit 6efonders schwterigem Satz 100 Prozent Aufschlag. Druckerei: Schlachthofstr. 28/30 Geschäftsstelle: Köln. Straße 5, gegenüber der Svobrstratze. Fernsprecher 951 u. 952.

Tiroler Bilder.

Ein Stück des größeren Deutschland.

3« diesen Tagen, da in unserer Ställe Me Kundgebungen für die Zusammenfassung des ganze» Deutschtums stgttfanden, ist der iteidi- stehende, interessante Aussatz bearhtenswert, der vom deutfkhen Gedanken in Tirol berichte»

Innsbruck, Juni 1924.

Innsbruck ist und bleibt die Stadt Andreas Hofers, an dessen Schicksal wir Deutschen gar nicht ost genug und ganz besonders dann erin- nett werden können, wenn man uns einreden möchte, es sei alles wieder wie einst und wir möchten nur schön stille hallen, damit man desto besser aus unserer Haut Riemen zu schneiden : vermag. Der Mann, dessen Gebeine dreizehn . Jahre nach seiner Erschießung von Mantua hier- her in die prächtige Hofkirche überführt wurden, hat es wirklich verstanden, zur rechten Zeit ni<A zu reden, sondern auch zu handeln. Die Tiroler haben ganz besonderen Anlaß, sich an diesem Grabmal wieder auszurichten, das auch die sterb­lichen Ueberreste von Hofers Kampsgenossen: Josef Speckbacher und dem Kapuziner Haspur- ger umschließt. Denn was ihren Ahnen Napo­leon war. das ist ihnen heute Mussolini. An Schönheit der Umgebung wetteifert Inns­bruck mit Salzburg, und die Aehnlichke« der beiden auch im Innern ist frappant.

In der H o f k i r ch e, in der Gustav Adolfs Tochter, die Königin Christine von Schweden, öffentlich zum Katholizismus übettrat, ließ ich mir nach dem Gottesdienst von dem geistlichen Hett, dir die aus Zedernholz vom Libanon er­baute Orgel bediente, das wehmutsvolle alte Handwerksüurschenlied: »Innsbruck, ich muß dich lassen, muß ziehen meiner Straßen* vor-/ spielen, dessen Melodie Paul Gerhardt seinem Nun ruhen alle Wälder* zugrunde legte. Nach einer leisen Frage nach meinem Woher und Wohin intonierte der liebenswürdige Musikus in der Soutane alsdann noch die Haydnsche Hhmne, nach der man einstmals hier das »Gott erhalte" sang und die unserem Deutschlandlied einen so mächtigen Schwung verleiht. Da fühlte ich, daß auch für den ehrwürdigen Organisten das größere Deutschland nicht von der Ruhr bis zur Isar, sondern von der Etsch bis an den Belt reicht, und drückte ihm zum Ab­schied dankbar die Hand. Draußen grüßten zu HSupten der einzigartigen Maria-Theresiaftraße der Jselberg, Frau Hitt, der Patscherkofel und di: Sancerköpfe mit ihren riesigen Schneehau­ben; aber durch die Straßen strich ein warmer Föhn und trieb mit den leichten Röcken der Innsbrucker Mädel sein loses Spiel.

Vor kurzem hat man in Innsbruck alle Stra­ßen und Platze in der nächsten und weiteren Um­gebung des Hauptbahnhofes umgetoust. Der Dahn Hofsplatz selbst, Vie Bahnstratze, die Ru- volfstraße, die Kaiser-Wil'belmstratze, der Mar­garethenplatz, die Landhausstraße erhielten neue Namen, die die alten deutschen Bezeichnungen für Städte und Otte im verlorenen Südtirol dauernd wacherbalten sollen: Südttrolerplatz, Bozenerplatz, Meranerstraße, Bruneckerstratzc, Saturnerstraße u. a. m. Die Sttaßenschilder tra­gen denrotenTiroler Adler auf weißem Grunde. In der Form eines Volksfestes erfolgte die Weihe der' Straßen und Plätze und die Uebrrgobe an die Oeffentlichkeit. Eine große nesui ix-ten isu. vem Zuae voran schritt

Wittener Ar? d-w Rogner Platze brachen vor dem Denkmal Rudolf des Stifters Staatsarchivar Dr Stolz und der ehemalige Abgeordnete Tr. Strasser über die Entstehung des Gedankens, alte betanr.te Straßennsm.m in Innsbruck umzulaufen. Italien gehe darauf aus, alles, was sich auf tirolisch« Vergangenheit und Geschichte im Oberetsch bezieht, auszurotten. Um immer an die völkische Not und Be­

drängnis der Landsleute jenseits des Bren­ners zu erinnern, erhielten wichtige und beson­ders von fremden Gästen viel benützte Straßen­züge und Plätze in Innsbruck die Namen von Otten jenes Landesteils, der gewaltsam abge­trennt worden ist. Die Rede Dr. Stolz' machte tiefen Eindruck. Die Feier endete mit der Ab« singung nationaler Lieder und mit einem Um« zug durch die Straßen und Plätze mit den neuen Bezeichnungen. Und seit dieser Zeit tragen alle die neuen Straßenschilder Tannengirlanden mit weiß-roten Schleifen.

Die Stätte der nationalen Bewegung in Ti­rol hat sich ja auch bei den letzten italienischen Wahlen deutlich dadurch manifestiert, daß trotz aller Bedrückungen und Schikanen die ganze deutsche Bevölkerung für die sogenannte »Edel­weißliste* des deutschen Blocks stimmte, so daß ihren 35 000 Stimmen nur ganze 2953 faschistische gegenüberstandcn ein geradezu vernichtendes Ergebnis, wenn man bedcntt. wieviele Beamte und Angestellte Italien für die Verwaltung des neuen Landes gestellt hat. So konnte die deutsche Minorität zwei deutsche Abgeordnete in die« misch: Consulta entsenden und dort durch ihren Mund verkünden lassen, daß das jetzige Unter« drückershstem das Gegenteil des beabsichtigten Zwecks erzielt hat. Recht schlimm spielt natür­lich di: ö st c r r e i ch i s che Si roncn entwcr-

tg switchen den Re- des Vitt-

, -v-v 8rr.beitäamtcS

und des Haager Schiedsgericht'., ^e&erberftel. lung normaler Beziehungen zu ÄSsMnd, An­nahme des Sachverstündigenberichtes ohne Hin-

Leiglen ist zufrieden-

Köln, 17. Juni. (Privattelegramm.)

MMer Neueste Nachrichten

Kasseler Abendzeitung

fchen Industrie hat den Hauptausschuß des ReickMverbandes für den 2. Juli nach Berlin eingeladen, nm zu der gegenwärtigen Wirt­schaftslage und den Gesamtfragen des Rcpara- tionsproblems, insbesondere zu dem Inhalt des Sachverständigen Gutachtens Stel­lung zu nehmen. Es sei voraussichtlich bis da­hin zu ermatten, daß die von der Reparations- kommission eingesetzten Organisationsausschüsse zu einem gewissen Abschluß gelangt sein würden.

Die außenpolitische Lage.

Im Reichskabinett und auswärtigen Ausschuß. (Privat-Telegramm.)

Berlin, 17. Juni.

Am heutigen Tage findet eine Sitzung deS Reichskabinetts statt, an der auch der vrn der Reise zurückgekrhtte Reichsaußenminister Dr. Strefemann teilnimmt, um die Mitteilungen zn formulieren, die er in der heutigen Sitzung des Auswärtigen Ausschusses machen will. Do die Kommunisten angelüudigt haben, fie fühl­ten sich an keine Schweigepflicht gebun den, hat das Kabinett, gutem Vernehmen zu­folge, beschlossen, im Auswärtigen Ausschuß vertrauliche Mitteilungen nicht mehr zu machen. Heute tritt auch, wie bereits gemeldet, der Auswärtige Ausschuß zusammen.

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Besprechung mit den Parteien.

Berlin, 17. Juni. (Prwattelegramm.) Reichs anßenminister Dr. Stresemann empfing gestern nachmittag die Parteiführer zu einer aus gedehnten Betzrcchung. Gegenstand derBcfprr- chung war in der Hauptsache die außenpolitt- sche Lage. Die Besprechungen werden streng vertraulich bchandett. Tie Führer der kommuni stischcn und nationalsozialistischen Partei waren nicht eingeladen. Der englische und der fran­zösische Sachverständige in Eisenbahnfragen werden die Besprechungen mit den deutschen sachverständigen nm heutigen Dienstag in den Raumen des Reichswirtschastsrates beginnen.

KommmiiMwr Agitation.

Kundgebungen gegen den Reichspräsidenten.

(Privat-Telegramm.)

Ilm bas Gutachten.

Opposition der Deutfchnationalen Bolkspattei.

(Privat-Telegramm.)

Berlin, 17. Jimi.

Der Vorstand des Landesverbandes Berlin der Deutsch nationalen Bolkspartci pricht in einer Entschließung seine Entrüstung über die Wiederkehr der Regierung Marx-Strese- mann aus, durch die nach wie vor die Wahr- cheinlichkeit brennend geworden wäre, daß das Sachverständigen - Gutachten ange­nommen werde, das die Vernichtung der beut« chen Wirtschaft und den Untergang des dcut- chcn Reiches bedeute. Ter Vorstand verlangt von der Reichstagsftattion rücksichtsloses Vor­gehen; nötigenfalls dürfe vor der Anllagccrhe- bung nicht zurückgeschreckt werden.