Tie Kasseler Neuesten Nachrichten erscheinen wöchentlich sechsmal nachmittag». Ter Abonne- mentSpreiS beträgt für ven Monat Juni 2,00 Mark bei freier stuitellun- in« Hau ', tu der Eeschastkstelle abgehol'. 1.80 Mark. Durch die Poft monatlich 2.00 Mark elnschl, Zustellung», gebühr, — Bcrlag und Redaltion: Schlachtbosste. 28/30. — Fernsprecher 951 und 952. — ,vur nnoerlangl einaesandte Beitrüge kann die Redaktion eine Peranrworrnng oder (Seroahr in keinem stalle 'übernehmen. — Rückzahlung de» BezugSgelde» oder Ansprüche wegen etwaiger nicht ordnungSmüftiger Liekerung ist ausgeschlossen. — PoMcheck- konto Frankfurt a.M. Nummer 6380.
Kasseler Abendzeitung Hessische Abendzeitung
Anzeigenpreise: SeschüstSan,eigen Zelle 15 Pfennig, Familien-An,eigen Zeile IS Pfennig, Kleine Anzeigen da» Wort 21/, Pfennig, Reklamen Die Zeile 60 Pfennig, Offertgebuhr 10 Pfennig (bet Zusendung der Offerten 20 Pfennig), Rechnungsbeträge ffnb tttnerhalö fünf Tagen zu bezahlen. — Maßgebend ist der Kur» de» Zahlung-tage-. Für die Richng- keit aller durch ernsprecher aufgegebenen Anzeigen, lowie für Äusnabmedaten und Plane kann nicht garantiert werden. Für Anzeigen mit besonders schwierigem Satz hundert Prozent Aufschlag Druckerei: Schlachthofstraße 28/30. Geschäftsstelle' Kölnisch e Straße d, gegenüber der Tpohrftraße. Fernsprecher Rr. 951 und 952.
Sonntag, 8. Juni 1924.
Nummer 134
Einzelnummer 10 Pf., Sonntags 15 Pf.
Einzelnummer 10 Pf-, Sonntags 15 Pf. 14. Jahrgang
Pfingsten 1924.
Von
Artur Brausewetter.
Worin liegt die weitgehende Bedeutung der großen Kantfeier, die das deutsche Voll im Frichstihr 1924 wie einen Auftakt zum Pfingst- ‘fefte, einen Nachhall Ostcrns beging? In Zweierlei. Zuerst in dem stärkenden Bewußtsein, daß ein Volk, das einen Jmnianuel Kant aus sich geboren, niemals untergeben kann, daß in dem Volke eines öleriin Luther, eines Goethe, 'Schiller und Bismarck so gewaltige Lc- benskräfie schlummern, daß es zu Großem berufen ist. Was kümmern uns vorübergehende Verdunkelungen und Trübungen, wenn dies Bewußtsein stark und unauslöschlich in alle deiltschen Herzen, vor allem in die der Jugend eingehämmert werden. Zum Zweiten: .Daß es gerade ein Deutscher war, der der Well «den kategorischen Imperativ gab. Mil fdiesem kategorischen Imperativ war der eigentlich deutsche Geist geweckt und begann sein Wirken mtf der ganzen Erde. Denn in der Schule des kategorischen Imperativs sind alle großen Männer herangeretft.
Zum Ganzen zu streben, sein Können und Wollen dem großen Zweckgedanken des Neuaufbaues, den wir alle ersehnen, zu geben, der deutschen Sache zu dienen, nicht sich selber, das ist die heilige, leider schon viel zu lange vernachlässigte Pflicht dieser ernsten, aber keineswegs hoffnungslosen Zeit. Carlyle sagt einmal: „Unser Leben ist von Notwendigkeit umzingelt, und doch liegt des Lebens wahre Bedeutung in dem Gewinne der Freiheit, der Kraft des eigenen Willens. In diesem Sinne kommt zugleich Ibsens Wort zu seiner Geltun,'): »Daß du nicht kannst, wird dir vergeben — doch nimmermehr, daß du nicht willst".
Und weil des Menschen Tun und Gedanken stickt sind wie des Meeres wildbeweate Wellen, weil sie mit unwiderstehlicher Notwendigkeit aus seinem Mikrokosmos, seiner inneren Well geboren sind, so heißt es, die in uns gelegten (Kräfte von frühe st er Jugend an mit Kiffer Liebe und allem Ernste zn pflegen und zu entwickeln, daß sw in der Stunde der Entscheidung und Prüfung nicht versagen. Selbstent- tzmcklung ist in erster 9M6e Selbstzucht. Ausbildung unserer Persönlichkeit in der Verleugnung kleinlicher Selbstsucht, in freudiger Hinge- bnng an die Sack«, deren Diener der Einzelne ist, darin liegt unsere sittliche Aufgabe kurz und "klar beschlossen Nur so können wir unseren Lebenszweck im Weltganzen und inmitten einer t-eifc pulsierenden Gegenwart erfüllen. Und was l'orn Einzelnen, gilt ebenso von der Gesamtheit. Der Deutsche wird immer Deutscher bleiben, und so viel steht heute fest, daß unsere Feinde trotz aller ihrer Bemühungen da? Vergebliche ihrer Hoffnungen, das Deutschtum mit Stumpf und Stil auszurotten und vom Erdboden, weil es ihnen imbequem ist, vertilgen zu können, bereits aufgegeben haben. Immer werden sie erkennen, daß dieser deutsche Kern unausrottbar ist und ein-s Tages stärker und jfrucktreicher dastehen wird als je. Denn unser .Volk ist immer am stärksten und besten gewesen, wenn es sich auf sich selber, auf die Wurzeln .seiner Kraft und seiner Bestimmung besann.
Dasselbe gilt von einer anderen Gesamtheit: der Kirche. Lauter werden die Stimmen, die weinten, die Kirche habe in unseren Tagen auS- «gespielt, sie paffe nickt mehr in diese Zeit und l'ore Anforderungen hinein. Ein« ganz neue Kirche täte uns not. Tas ist nicht wabr. Auch hier tritt dasselbe Gesetz der Entwicklung ein: Die Kirche braucht keine andere zu werden. Aber sie muß sich innerhalb der notwendig gezogenen Schranken frei und stark entwickeln. muß sich frei macken von leeren Aeußerlickkeiten, von konfessionellem Hader und totem Formelwesen, den Menschen geben, was sie heute am nötigsten brauchen und finden wollen: Liebe. Trost und Erhebung. Der gute Kern ist da. er braucht nur entwickelt, nur zmn frischen und gesunden Wachstum geführt -M werden
Nun feiern wir den Geburtstag dieser Kirche. Der Atem eines Geistes webt Mer die erwachte Erde, der nicht von dieser Welt ist. Die Kirche, das muß ausgesprochen werden., ist universal, über alle, auch über nationale Schranken ergaben. Es okbt keine deutsche Kirche, ebenso- wenia wie es einen deutschen Christus gibt. Die .Bemühungen, Christus unter allen Umständen zum Arier stempeln zu wollen, werden der Größe und EiaenaN seiner Erscheinung nicht gerecht. Christus ist für alle gÄommen, damit sie durch ibn selig werden, sofern sie es wollen. Es gibt nur Eine Kirche und ein Christentum: das vom G eiste erntete. Darum will anck der Heilige freist durchaus nicht dogmatisch belehren — beleben will er. Die große werbende, sterbende Liebe Jesu flammend in suchende Seelen zu gießen, sie zu dem Heiland zu führen, der sagt:
„Wer sich liebet, der wird mein Wort halten, das ist meine Sendung."
Ist der Heilige Geist kein deutscher Geist, so will er doch auch den deutschen Geist mit diesem Leben, dieser Liebe erfüllen. Ein deutsches Pfingsten — nicht in dem Sinne, daß der Heilige Geist verdeutscht wird, sondern daß das Deutschtum unserr Tage immer tiefer vom christlichen Geist und der Liebe Jesu durchdrungen und belebt wird. Das soll, unser Pfingsten sein.
Hoch die Häuvter, hoch das Herz:
Der deutsche Geist fährt himmelwärts.
Verhandlungen gelöst werden. Es würde verlangt werden, daß alle Gefangenen und Deportierten zurückkehren und das? alle aus dem Ruhrgebiet vertriebenen Beamten wieder in ihre Stellungen eingesetzt werden. Die englische Regierung werde diese Forderungen auf das nachdrücklichste vertreten.
Frankreichs Kabinettsfrage.
Man drängt auf eine Lösung.
(Telegraphischer Bericht)
Nach demVertrauensvoium
Zurückhaltung der Bayrischen Volkspartei.
(Eigene Drahtmeldung.)
Berlin, 7. Juni.
Nach dem gestrigen Vertrauensvotum für die Regierung im Reichstag ließ die Bayrische Bolkspartei dem Kanzler mitteilen, daß sie sich durch die Abstimmung für das Vertrauensvotum für ihre fernere Politik gegenüber der Regierung nicht als gebunden ansehc. Sie werde sich gegenüber allen Vorschläge» der Regierung die vollständige Entschlußfreiheit bewahren. Ohne die Stimmen der Bayrischen Volks- Partei hätte die gestrige Mehrheit für das Kabinett nur fünfzehn Stimmen betragen
*
ein befristetes Kabinett 2Äarx.
Berlin, 7. Juni. iPrivattetlegramm) Gestern abend nach Schluß der Reichstagssitzurig hatte Reichskanzler Dr Marx Besprechungen mit den drei Mittelvarteicn, in denen er mitteilte, daß unter allen Umständen noch vor den großen Sommerferien die Annahme der Sachverständigen- Gutachten mit den sich ergebenden gesetzlichen Maßnahmen vom Reichstag beschloffen werden müffe. Er Halle alsdann feine Aufgabe für gelöst und über die w e i- te^re Führung der Reichsgeschäfte würde der Reichstag sich dann schlüssig zu mache?? haben.
Beurteilung in England.
Zufrieden mit dem Kabinett Marx.
(Eigener Drahtbericht.)
London, 7. Juni.
Paris, 7. Juni.
Die Ministerkrise hat sich gestern nachmittag ihrer Lösung genähert In der Tat scheint eS jetzt sicher, daß der Präsident der Republik heute den Politiker berufen wird, dem er die Bildung des Kabinetts aubieten will. Alle Anstre??gungeil des Ttaatsckefs richteten sich darauf, ein Kabinett der Linken zu bilden, deffeu Zusammensetzung ??nd Programm dem Ergebnis der letzten Wahlen entspreche. Das so gebildete Kabinett würde sich de» Kammer am nächsten Dienstag vorstellen. Es solle dann eine ministerielle Erklärung verlesen werden. an die sich eine Debatte Über die gesatnte politische Lage anschließen würde, in der insbesondere übe rdie Frage der Pr ä s i d e n t s ch a f t der Republik verhandelt werden würde. Die Kammer solle dann entsprechend der Forderung deS StaatSchefs abstimmen, sodaß es jede??? möglich fei, seine Verantwortung zu übernehmen, ohne Gefahr zu laufen, normalerweise die Bersaffung zu verletzen. Falls diese Borans- setzungen nickst erreicht werden sollten, solle der "Srüstdeui geneigt fein, eine andere Losung her gegenwärtigen Krise ins Ange zu f aff en. Er soll dann beabsichtigen, ein Kabinett zu berufen, dessen einzige Ausgabe fein würde, dem Parlament eine Botschaft Mllerands zu überbringen, durch die es aufgefordert wird, sich durch Abstimmung über die PrSfidentenschast auSzufprechen.
* * *
Herriot will sich Beute entscheiSeu.
Paris, 7. Juni. (Eigene Trahttnelduug.) lieber die gestrigen Besprechungen beim Präsidenten der Republik teilt KavaS heute früh mit, daß Herriot eine endgültige Entscheidung heute, GamStag, um 12 Uhr, geben will. Der Motin meldet: Die Sitzung der radikalen Sozialisten ermäßigte Herriot, die Mini- sterprSsidentschaft zu übernehn^n. Die übrige?? sozialistische?? Parteien wollen Samstag früh ??? Sitzungen den Bericht Herriots entgegennehmen
Das Ergebnis der gestrigen Abstimmungen im Rathaus wird vor? der Presse als ein Erfolg deS deutschen Kabinetts und als ein Sieg des Reichskanzlers Marx bezeichnet. Stresema??ns Rede wird von den Hauptblättern in lange?? Auszüge?? veröffentlicht. „Times" schreibt in einem Leitartikel, die Sage in Deutschland fei in ihrem Einfluß auf das allgemeine europäifche Problem mi??destens ebenso wichtig wie die seltsame Lage in Frankreich. Die Mehrheit, die Marx gestern im Reichstage erzielte, sei zwar gering und sei uur mit der Unterstützung der Sozialdemokraten erreicht worden, auf jeden Fall aber habe die Regierung Marx ein BerttauenS- vottnn erzielt und könne vorläufig ihre Bemühungen, für Deuffchland die praktischen Schlüsse aus dem Sachverständigenbericht zu ziehen, fortsetzen. Die Parteien müßten einfefjen, daß t>ic Polit?. des Reichskanzlers Marx die einzige Politik fei, die Deutschland vor dem finanziellen Abgrund retten könne, den jeder Tag des Zögerns es näher bringe. Das Angebot der Alliierte« fei ein festes Angebot, das als Ganzes angenommen oder verworfen werden müsse. Marx nehme Bezug auf Lücken, die ausgefüllt tnetben müßten, und er erklärt, daß gewisse politische Bedingungen einschließlich der Räum?mg des Ruhrgebiets unumgänglich seien. Es sei zu hoffen, daß diese Einschränkung nicht die kühne und patriotische Politik beeinträchtigen werde (?) auf die der Kanzler Marx mutig seine und feiner Anhänger politische Existenz gesetzt habe.
Gegen dieFmnzosen-WiMür
Mehr Einsicht in England.
(Eigener Drahtbericht.)
London, 7. Juni.
Das Regierungsblatt „Daily Herald" spricht beute die Hoffnung ans, daß die neue französische Regierung umgehend Maßnahmen treffen werde, um den (£ im ratter her französischen Rhein- und Ruhrbefetzungzuändern. Biele Deutsche feien bis zu zehn Jahre?? Zuchthaus wege?? Preffevergehens und Vergehe?? in ähnlichem Sinne verurteilt worden und ins Gefängnis gekommen. Dreitaufend Menschen seien in den Miiitärgefängnissen und eine Anzahl anderer sei in unbekannte Gefängnisse nach Frankreich deportiert worden. Auf alle Fälle müffe biefe Fraae be? den kommenden
Die Sewerffchasttn unterstützen Herriot nicht.
Köln, 7. Juni. (Privattelegramm.) Ter Amsterdamer „Telegraf" meldet au8 Paris: Die Tag?mg derfranzösifchenGeweikschaf- ten hat am Mittwoch mit 19 Stimmen Mehrheit abgelehnt, offiziell ein Kabinett Herriot zu unterstützen, solange nickt Garantien für die Durchführung deS Sozialismus in Frankreich gegeben feien. Mit gleicher Stimmenzahl wurde ein Antrag der deutschen Gewerkschaften abgelehnt, der ein Einsetzen der französischen Gewerkschaften für die Räumung der Ruhr verlangt.
Wohnungsämter-Tagung.
Roch keine Aufhebung der Zwangswirtschaft. (Telegraphische Meldung.)
(Erfurt, 7. Mai.
In Erfurt begann gestern die Hauptversammlung der dortigen Tagung der Bereinigung der deutsche« Wohnungsämter. Unter den offizielle« Teilnehmern befinden sich der Vertreter des Reichsarbeitsministers und die Vertreter der bayerisihrn, württembergischen, hessische??, sächsischen und thüringischen Staatsregierung. Der Vertreter des Reichsarbeitsministers, Regierung «rat Dr. Ebele betonte in einer Ansprache die Unmöglichkeit, von der Zwangs?virt- schast im Wohnungswesen zur Zeit ab zu- gehen. Die Fordern?«? nach Aufhebung der Wohnungsämter sei nicht berechtigt, da zwifche?? Wohnungsangebot und Nachfiage noch ein großes Mißverhältnis herrsche. Tie Ausübung der Wohnungsämter würde dazu führen, daß ein rücksichtsloser Kampf um die Wohnungen ein- setze« würde. ES wurde eine Reihe Entschließungen angenommen, in denen u. a. Mittel zu Bauzwecken und die Erhöhung der Mieten in den alten Wohmmgen zur Steigerung der Lebensfähigkeit neuer Wohnungen gefordert werden.
*
Antrag zum Miet-rgesetz.
Berlin, 7. Juni. (Telegraphische Meldung.) Die Deutsche VoikSpartei hat im Reichstag einen Antrag Angebracht, der die Außerkraftsetzung des Reichsmietengesetzes verlangt. Die Angleichung der Mieten an die Friedensmieten soll nach dem Antrag spätestens bis zum 1. April 1925 vollzogen fei».
DieHanöelskammer.
E?« großer Eitzungstag.
Zn einer Sitzung der Industrie- und Handelt, tammer Raffel tourten die aktuellen Wirtschaft». frage-> besprochen. Aus dem langen Bee cht entnehmen tote dl- hauptsächlichen Punkte.
Die Industrie- und Handelskammer Kassel «die Umbenennung ist durch die Verordnung vom 1. April verfügt worden) hatte am 3. Juni großen Sitzungstag. Der Hauptpunkt der Tagesordnung für die Gesamtsitzung am Nachmittag, bei der die Behörden zahlreich vertreten waren, war die Frage der Kapitalnot und der Kreditschwierigkeiten. Den Bericht erstattete der Vorsitzende, Herr Karl L. P i e i f f e r. Er führte aus: Entgegen der zu Jahresbeginn gehegten Hoffnung, daß der Tiefpunkt erreicht sei, habe sich die Krise zur K a t a st r o p h e verschärft, besonders seit der Wechselsperre der Reichsbank am 7. April. Unsagbare Erregung, unerträglich« Unsicherheit, die wildesten Gerüchte seien entstanden, von allen Seiten werde die Kammer um Hilfe ersucht und zwar solle sie drei Forderungen, Geltung verschaffen, nämlick Erweiterung der Rentenbank- und Reichsbankkredite, Gewährung von ausreichenden Krediten der Privatbanken zu erträglichen Bedingungen, Anordnung von Ge- fchästsaussicht in Einzelfällen. Die Kammer entschloß sich, die gesamten Frage?? in einer Gssamt- sitzung zur Beratung zu stellen. Nach einer Darlegung der Gründe des Zusammenbruchs fuhr der Redner fori: Im Augenblick ist durch Ermäßigung der Zinssätze für tägliches Geld, durch volle Devisenzuteilung und Senkung des Großhandelsindex eine gewisse Entspannung eingetreten, an der Krise selber-hat sich aber nichts geändert. Der Preisabba?? wird und muß sich fortsetzen, damit wir exportfähig werden. Die Reichs- bank wird, um eine neue Markentwertung zu vermeiden,
an ihrer bisherigen Kreditpolitik feschalte«, und niemand darf sie daran hindern wollen.. Möglich sind Erleichterungen durch Beseitigung von Härten, tote sie die Zufallskontingen- tierung vom 7. April mit sich bringt. Die Kammer hat Erweiterung des Kasseler Kontingents beantragt., das Reichsbankdirektorium hat aber darauf erwidert, daß dieses bereits vergleichsweise hoch sei, jedoch sei nach Prüfung des Kasseler Wechselmaterials in einzelnen Fällen ein Rbban des Kreditengagements angeordnet worden, wodurch gewisse Beträge fiir andere Firmen frei würden. Der Kredit der Golddiskontbank kommt ausschließlich Exportfirmen zugute. Gege?? die Privatbanken richtet sich eine starke Erbitterung. Der Rod«er weist die V o r to it r f e in begründeten Darlegungen zurück. Mit dem Ausbau von Auslandkrediten, die dringend notwendig sind, wird es nur langsam gehen. Außerordentlich wünschenswert wäre es, wenn der Wirtschaft weniger Bettiebsmittel durch Steuern entzogen werden könnten. Ein Heilmittel gegen die Krise gibt es nicht, auch zu ihrer Heilung läßt sich allgemein nur wenig tun. Es gibt nur ein wirksames Mittel, daß jeder Einzelne seinen Betrieb so um- und einstellt, wie es die veränderte Lage erfordert, vor allen Dingen seine?? Geschäftsumfang so verringert, daß er ?hn im Einklang mit den eigenen Mitteln hält und
auf fremde Hilfe völlig verzichten kann. In den an diesen Bericht angeschlosseueN Verhandlungen fanden die Ausführungen des Vorsitzenden allgemein Zustimmung. Ge- wünfcht wurde, daß die Banken dem Kreditbedürfnis des Einzelhandels mehr Rech, nung tragen möchten. Vorgebrachte Wunsche wegen steuerlicher Entlastung veranlaßte?? den Herrn Präsidenten des L and es f i ?? an V amt? zu der ErNärung. daß eine allgemeine Ermäßigung der Steuern gegenwärtig außerhalb der Diskussion stehe, da ein Versagen des Steueraufkommens neue Inflation herbeiführen werde, ??nd daß die vom Vorsitzenden betonte Notwendigkeit von Einschränkungen auch für die öffentlichen Ausgaben in Reick. Landern und Gemeinden gelten müsse. Der Standpunkt der Kammer zu der Frag« der Beibehaltung oder der Beseitigung der Gesckäftsaussrcht Jam in einem einstimmig angenommenen Beschluß zum A??sdrnck,
daß die Geschästsaufsicht beibehalte??, aber umgestaltet werden müffe. Der Vorsitzende bat ba;u genaue Vorschläge gemacht, denen Die Versammlung zustimmte. Nach einem Vortrag« des Herrn Künkele beschloß die Kammer e?n- ftimmig. der Vereinigung Nied ersuchst- scher Handelskammern, die einen Zweckverband (Name: Vereinigung Niedersächsischer Handelskammern u??b der Handelskammer Kassel) ?m Sinne der Verordnung zur Aenderung des Handelskammergesetzes vom 1. April bildet, beizutreten.
Die Fragen des Einzelhandels wurden a?n Vormittag in der von Herrn H e i n- s i u s geleiteten Sitzung des KleinHandels-
<