Einzelbild herunterladen
 

Meter Neueste Nachrichten

Kasseler Abendzeitung Hessische Abendzeitung

Snietgenpretfe Seschäftranzeizen Seile 15 Pfennig, FamUien.Air,eigen «eile 15 Pfennig, Kleine Anzeigen da« Work 2*/, Pfennig, Reklamen die Zeile 60 Pfennig, Offertgebuhr 10 Pfennig (bei Zusendung der Offerten 20 Pfennig), Rechnungsbeträge sind innerhalb fünf Lagen »u bezahlen. Maßgebend ist der ftur# des Zahlungstages. Für die aiwtig- keit aller durch ernsprecher aufgegeaenen Anzeigen, loroie für Aufnaomedaten uns Plätze kann nicht garantiert werden. Für Anzeigen mit besonders schwierigem Satz hundert Prozent Aufschlag. Druckerei: Echlachthofftratze 28/30. Geschäftsstelle Kölnische Straße d, gegenüber der Spohrftraße. Fernsprecher Nr. »51 und 853.

Tie Kaffeier Neuesten Nachrichten erscheinen wöchentlich sechsmal nachm ttags. Der Adonne. mentspreis beträgt für den Monat Juni 2,00 Mark bei freier ssuffelun» ins Han in der Geschäftsstelle abgeholi 1.80 Mark. Durch die Post monatlich 2.00 Mar! etnschl, Zusiellungs- gedühr, Verlag und Rsdaftion: Lchlachthofftr. 38/30. Fernsprecher 951 und 852. ,lur unverlangt eingesandte Beiträge kann die Redaktion eine >oerantwortung oder Gewahr in keinem Falle übernehmen. Rückzahlung des Bezugsgelder oder Ansprüche wegen etwaiger nicht ordnungsmäßiger Lieferung ist ausgeschloffen. Postscheck­konto Frankfurt a. M. Nummer 6380.

Nummer 133. Einzelnummer 10 Pf. Sonntags 15 Pf. Sonnabend, 7.' Juni 1924. Einzelnummer 10 Pf. Sonntags 15 Pf. 14. Jahrgang

Stellungnahme -er Parteien zur Regierung.

wird bereits feit einigen Tagen wieder voll ge­arbeitet. Auf dem Bochumer Verein und dem Dortmunder Phönix wird der gesamte Betrieb heut-, triebet ausgenommen werden, auf der Dortmunder Union und dem Stahlwerk Hösch m Düren erst nach Pfingsten. Die durch die Mi- rumverträge notwendig gewordene finanzielle Unterstützung des Ruhrbergbaues ist lediglich durch deutsche Kredite erfolgt und zwar durch staatliche und private Gelder. Ausländische Kre­dite, etwa durch die Golddiskontbank hat der Ruhr­bergbau nicht in Anspruch genommen.

uns gelingt, unfern Warenexport so weit zu stei­gern, daß wir mit dem Ueberschnß die verstärk­ten Importe bezahlen können. Auch in dieser Hinsicht hängt alles von der erfolgreichen Lösung des deutschen Preisproblems ab. rt.

Dorbeugende Maßnahmen brr Älmerikaner.

Rotterdam, 6. Juni. (Eigene Drahimel- dung.) Der Courant meldet aus Ncwyork: Der Kommandant der amerikanifchen Kriegs­schiffe ist angewiesen worden, sich bereit zu halten, falls durch den albanischen Konflikt Ame­rikaner bedroht würden. Die Zeitungen befürch­ten, daß die Zwischenfälle in Albanien zn inter­nationalen Verwicklungen führen werden.

London ist zufrlkdrn.

London,«. Juni (Telegraphische Meldung.) Die Reichstagsrede des Reichskanzlers hat in Londoner politischen Kreisen einen s e h r g »- ten Eindruck gemacht. Besonders begrüßt wird das Eintreten des deutschen Reichskanzlers ür das Sachverständigen-Gutachten.

war es bekanntlich den Revolutionäre» gelungen, nach heftigen Kämpfen sich der Präfektur und der Kaserne von Skutari zu bemächtigen. Jndeffen befanden sich immer noch Regierungstruppen in den BefrstignngSwerken, in denen sich eine vrovi- sorische Regierung von Skutari bildete. Ein An­griff bei A l e s s o wurde abgeschlagen. Man er­wartet die entscheidenden Kämpfe bei Alesso- Berad. Die italienischen Torpedoboote sind vor Aleffo und Durazzo eingetroffen, ohne jedoch bisher ihre Truppen zu landen.

Aus der Industrie.

Teilweise wieder volle Arbeit in Westfalen.

(Telegraphische Meldung.)

Esten, 6. Juni.

Die Betriebsstillegungen und Einschränkun­gen der rheinisch-westfälischen Großindustrie, die infolge Kohlenmangcls vorgenommen werden mußten, find in diesen Tagen wieder rückgängig

Münchener Leben.

Ei« Stimmungsbild Anfang Zuni.

Dor geringe Fremdenverkehr FriihUng«' tage. Pleiten. Rennen mit kleinem To talisatorumsah. Kein Geld fite Kultur ansgaben. DasZigeunerkind im Gefängnis

München, Anfang Juni.

sitzung der Reichsbank der Landwirtschaft über die bereits gewährten Oebite hinaus einen Kre­dit von 800 Millionen Mark zur Linderung der Auswmteruugsfchäden zugesagt und er hat wei­tere Maßnahmen znr Nutzbarmachung von Gel­dern zmn Zwecke der Beschaffung landwirtschaft­licher Kredite in Aussicht gestellt. Aus diesen Entschlüssen spricht auch die schwere und berech­tigte Sorge, die dem deutschen Bolle iu8 den ungünstigen Ernteaussichten dieses Jahres er­wächst. Zwar lauten die Berichte infolge der wärmeren Witterung der letzten Woche nicht mehr so ungünstig wie bisher. Aber Ueberein- stimmung besteht darüber, daß der kalte Winter und das späte Frühjahr der Wintersaat große Schäden zugefügt haben Außerdem ist mich eine Verspätung ihrer Einbringung und Nutz­barmachung für die Volksernähruna zu befürch­ten. Größer» Einfuhren aus dem Auslande wer­den wir uns nur dann leisten können, wenn es

MetaNarbeitrrftreik.

Köln, 6. Juni. (Privattelegrmmn.) Im rheinisch - westfälischen Metallarbeiter- Streik haben sich 84 Arbeiterversammlungen in Urabstimmung füt den Streik ausgesprochen. Neue Berhandlungen find auf Veranlassung der Gewerkschaften gestern eingeleitet worden.

DerFremdenverkehr* spielt in den Köpfen unserer lieben Münchner eine sehr große Rolle. Allmonatlich versendet der Stadtmagistrat Frem­denverkehrsstatistiken an die Zeitungen. Aus der letzten, die der April-, Frequenz" gilt, ist zu er­sehen, daß die Ziffer wächst. Aber ach. nicht ohne Grund fürchtet man, daß die Mehrzahl dieser Fremden" nichts anderes sind als b a y r i f.ye P r ov in z l er, die in der Hauptstadt ihre Sni- songeschüste zu besorgen haben. Das aber sind nicht die ersehnten Gäste, die etwas spriicheu las. sen, das sind vielmehr Leute, die ihreSpesen" genau berechnen und versuchen, sie möglichst tief zu halten. Von ihnen profitieren iveder die Ho­tels, noch die kunstgewerblichen Industrien. Nicht die Luxusrestaurants, noch die Autochuusfeure. Aber von deneigentlichen" Fremden, den (als Verbraucher) Q ua litäts gäste n, ist bisher wenig zu spüren. Und wenn man am Einsteigr- platz der blauenFremdenautos" ein wenig den stillen Lauscher spielt, dann hört man hier sogar recht wenigsächsisch" reden. Und das »st rin für den Fremdenverkehr bedenkliches Zeichen.

Dabei ist, in diesen sommerl,che n Früh, lingstagrn München so schön wie uur je. In den Parks von Nhmphenburg und Bogen­hausen, im Englischen Garten und in den An- ^^Llar prunkt der Len, in seinen herrlichsten und frischesten Farben. Die Kasta- rikenbaume haben ihre hochzeitlichen Lichter daß sie nunmricuhafte Weihnachtsbaume" sind. Das Grün der jungen <>lar unb das Blau des Himmels darüber, das bei uns intensiver, strahlender ist als im dunst- relchen Norden wer kann sich diesen Bildern gütiger Natur entziehen. Geben die Kirchtürme zumal die Maßkrüge des Frauendoms, der from- men Stadt das Gepräge, geben die in der Ferne mit schneeigen Zacken gen Himmel ragenden Ge­birgszüge ihr die Folie dann haben wir Mün­chen wieder, das die Dichter besingen und die Maler gemalt haben, das München der Freude, der Kunst und mit einem Bier, um dessen Würze- Prozentsatz man sein Vermögen mit gutem Ge- winn anlegen hönnte.

Und man kann es vielleicht beute! Den» auch bei uns wird Geld um jeden Preis gebucht. Gut fundierte Firmen leben im Banne der Ren. tenmarknot, alte Häuser begeben sich wie der lEe Ausdruck heute lautetunter Geschäfts, aufstcht", Herren. d,e im Vorjahre außer einem Auiopark mich einen Rennstall unterhalten koun- ten, mimen auf diese Unterhaltung verzichten vor. hMmern ihre Vollblüter und scheu vor den Schuldenbamnen den Autopark nimmer. Die großen Rennen in München-Riem stehen arg unter dem Zeichen des D a l l e s, der sogar dem leidenschaftlichen Urtrieb, dem des Spieles ge­bietet: die Umsätze an der Wettmaschine sind so kiem, daß der veranstaltende Verein, für den sie doch das finanzielle Rückgrat bilden, die Stirn m die ernstesten Falten legt. Und wie sagte doch der alte Römer den Karthagern?In den Falten meiner Toga habe ich Krieg und Frie- den." H-er aber ... I» den Falten »hrer Stirn haben sie Dalles und Pleite!

Besser als um die Privatwirtschaft steht tt, der letzten Etatberatung, um die Finanzen des Münchner Magistrats, der seine erste Goldmarkbilanz kundgetan hat. Zum erstenmale wtt der Reu- unb Umordnung in Deutschland haben wir hier von Ueberschüssen gehört. Gas unb Elektrizität warfen recht hübsche Sum­men ab, die Trambahn balanzierte. Bedauerlich t der Rückgang in den sogenanntenKultur"- Ausgaben. Aber das wird anderswo genmr

JejP toic bei uns, und ich erzähle das den andeWi, damit sie sich mit uns trösten, wo es genau so ist wie bei ihnen. Bei uns in der Hauptstadt des Landes Bayern und der Kunst I Hatten wir doch in München vor einigen Mo­naten die größte Mühe, die Mittel aufzübringen, um dasHaunersche Kinderspital", das einzige gemeinnützige Unternehmen dieser Art, das wir besitzen, weiterzuhalteu. Die Folgen für die Säuglingssterblichkeit wären, wenn dieses schöne Werk ein Opfer der Zeitnot geworden Ware, cheußlich geworden' Und ist nicht der Nach­wuchs das Fundament und gleichzeitig bei Bau- iein der besseren Zukunft? Kinderfürsorgr ist Bolksfürsovge

Nie äußere Rechte.

Berlin, 6. Juni. (Privattelegramm) Wie heute früh gemeldet wird, haben die Berhand fangen zwischen Deutschvölkischen und Dentschnationalen im letzten Augenblick zn keinemErgebnis geführt Die Verhand­lungen sind abgebrochen und werden voraussicht­lich zunächst auch nicht wieder ausgenommen. Le­diglich in der Ablehnung der Regicrungsanträge im Reichstag und in außenpolitischen Fragen ha­ben sich beide Rechtsparteien zu einer gemein- amen Stellungnahme zusammengefunden.

Und da wir gerade von Kindern reden, fällt mir ein lustiges Vorkommnis aus den Münchner Gerichtssälen ein. Stand da vor einigen Tagen eine .Korbmacher,'amilie, sechs Köpfe stark, vor einem hiesigen Gericht, um sich wegen Vaga­bundierens zu verantworten: Vater, Mutter, zwei Söhne und deren nicht ganz legitimen Ehe"-Gaftinnen. Die eine mit einem Kn wen von dreiviertel Jahren. Und dieses armselige Menschenkind mußte, auf dem Schoße der Mut­ter, den feierlichen Gerichtsakt mitmachen. Und

Britische Einsicht.

London, 6. Juni. (Telegraphische Mel­dung.) In einem vorn überseeischen Handels- amt veröffentlichten Bericht des britischen Han- delssekretärS für die besetzten Gebiete betont dieser, die große Bedeutung der Industrie des Rheinlandes und des Ruhrgebiets und erklärt, infolge der sehr schweren Verpflichtungen aus den Micumverträgen fei die Produktivität deS K o h l e n p f a n d e S so gut wie e r s ch ö pst. Es scheine zweifelhaft, ob irgendwelche weiteren Einkünfte daraus bezogen werden können.

Einschränkungen in Äeriin.

B e r l i n, 6. Juni. (Privattelegramm.) Die Staatlichen Werke in Spandau kürz­ten die Arbeitszeit auf wöchentlich fünf Tage. Die Betriebs-Einschränkungen und Entlassung u in der Berliner Privatindustrie haben ehr ernsten Umfang angenommen, insofern, als in letzter Woche die Zahl der Erwerbslosen um 13 000, und die der Halbarbeiter um 6000 stieg.

tim die Regierung.

BorausfiiAkiche Mehrheit für die Gutachten. (Eigener Drahibericht.)

Berlin, 6. Juni.

Die gestern stattgefundenen Frektionssttzungen haben insofern eine Klärung der innerpolitischen Situation gebracht, als die Regierungs­parteien nunmehr mit einer Mehrheit für die Annahme der Sachverständigen- G u t a ch t e n im Reichstage rechnet. Tie Sozial­demokratie wird geschloffen für die Annahme stimmen. Die Bayrische Vollspartei hat noch kei­nen Beschluß für die Annahme gefaßt, ist jedoch einmütig gegen eine Oppositionsstellung hiuficht- lich der Gutachten, weil sie nur in der Annahme der Gutachten die Möglichkeit fleht, die Kaufkraft in der Pfalz wiederherzustellcn, um eine neue separatistische Bewegung zu verhindern.

Dertrauen oder Mißtrauen.

Berlin, 6- Juni. (Privattelegramm.) Die heutige Reichstagsk-itzung wird mit einer Rede des Außenministers Dr. Strese- mann eingeleitet werden, in der dieser aus die Angriffe antworten will, die am gestrigen Tage von den Rednern der verschiedenen Parteien gegen seine Außenpolitik gerichtet tvordcn sind. Wenn diese Rede beendet sein wird, kommt eine Abstimmung über Ne vorliegenden Ver­trauens - und M - ßtrar: en santrä ge. In deutschnationalen Kreisen ist man der Buf- sossung, daß die Abstimmung witfit so schnell er­ledigt sein wird, wie die Sozialdemokraten und die Miitelparteien erhoffen. Wahrscheinlich wird zunächst über den völlischen Antrag abgestimmt.

gemacht. Auf den Kruppschen Werken

Frankreichs Kabinettsfrage.

Die Schwierigkeiten find noch nicht überwunden. (Eigener Drahtberich:.)

Paris, 6. Juni.

Gestern fand eine offizielle Besprechung bei Millerand statt, da ©erriet nickt ge­neigt ist, die Kabinettsbildung zu übernehmen Die Besprechung zwischen Millerand und Dou- mergue dauerte etwa eine halbe Stunde. D o u- m e r g u e sagte den ihn erwartenden Journali- ten, er habe Herriot als den Mann bezeichnet, den Millerond mit der Kabinettsbildung beauf­tragen müsse. Später trat Kammerpräsident Painleve im Elyffee ein und verließ cs wie­der nach zwanzig Minuten. Auch er erklärte, Herriot als den einzig gegebenen zukünftigen Ministerpräsidenten bezeichnet zu haben. Um

Uhr begab sich Herriot zum Präsidenten der Republik. Der nationale Block zeigt an, daß ihm auch die freifozialiftifche Bereinigung mit elf Mitgliedern beigetreten ist.

Herriot will flm*heute entscheiden.

Paris, 6. Juni. (Eigen Drahtmeldung.) Hanas hat in feinem um Mitternacht ausgegebe­nen Bericht festgestellt, daß eine endgültige Ab­lehnung noch nicht ausgefprochen ist. Herriot habe feine Entscheidung sich bis heute, Freitag n a chm i t t a g Vorbehalten, um zu- nächst heute vormittag seine Partei nochmals zu befragen. Der Präsident hat für heute mittag Briand, Paileve und auch Abgeordnete des na­tionalen Blocks in das Elhsee berufen.

Die Spannung am Pazifik.

Japaner-Selbstmorde als Protest gegen Amerika.

iTelegraphikche Meldung.)

London, 6. Juni.

Dailh Mail berichtet aus Kobe, daß zwei weitere Japaner als Protest gegen das amerika- nifche Einwanderungsgesetz Selbstmord be­gangen haben. Die Erregung in ganz Japan nehme zweifellos zu. An verfchiedenen Orten seien Bereinigungen zum Boykott der amerikani­schen Waren gebildet worden und zahlreiche Käuflichen in Tokio trügen Aufschriften, die be­sagten, daß keine amerikanische Waren verkauft werden. Einhge Aerzte in Tokio teilen mit, daß sie es ocklehnen, amerikanische Patienten zu be- kwndeln. Beunruhigende Briefe feien an ame- rikanifche Missionare gefonbt worden. Die Be­hörden erwägen Maßnahmen, um der Lage zu begegnen. Die Blätter erfuchen die amerikanische Regierung und das amerikanische Boll, die ge­samte Frage neu zu erwägen. Rach Blätter- rneldnngen aus Tokio ist der amerikanische Botschafter in Tokio, Wood, der bekanntlich seine Temisfion gegeben hat, gestern nach Washington abgereist.

Die Wirtschaftslage.

Zn derGesundnngskrise".

Am Devisenmarkt ist in dieser Woche zum erstenmal seit langer Zeit bas anzeforberte Material an Devisen unb ausländischen Noten voll zugeteilt worden. Dieses Ereignis stellt einen beachtenswerten Erfolg der Kre­ditpolitik der Reichs bank dar, die in letzter Zeit von vielen Seiten her scharf angegrif­fen worden ist Es läßt sich natürlich nicht leug­nen, daß die Kreditbeschränkung nns:rer Wirt­schaft schwere Wunden geschlagen hat. Aber man erkennt jetzt wenigstens, daß die Opfer, die Deutschlands Industrie und Handel haben brin­gen müssen, nicht umsonst gewesen sind, daß viel­mehr das große und jeder Unterstützung werte Ziel, das die Reichsbankleitung sich gestellt hat, erreicht worden ist. Die Besserung des Markkurses an den auswärtigen Bör­senplätzen, die in den letzten Tagen eingetreten ist beweist, daß man auch im Ausland den Er­folg der gelungenen Martstützung, mag er der deutschen Wirtschaft auch noch so teuer geworden fein, zu würdigen weiß. Auch für die deutsche Wirtschaft werden die Früchte dieser erfreulichen Entwicklung auf die Dauer nicht ausbleiven. Nachdem in letzter Zeit klar geworden war, daß die Reichs bank durch die Einschränkung der Kre­dite und die dadurch erzwungene Verminde­rung der Devisenansprüche der Wirt­schaft in Stand gesetzt werden würde, die Zutei­lung der ausländischen Zahlungsmittel zu er­höhen, schmolzen die sogenanntenKonzert­anmeldungen" (das heißt die Devisenanfo.se- rungen, bei deren Höhe schon die Tatsache, daß doch nur wenige Prozent zugeteilt werden, in Betracht gezogen war) schnell zusammen.

Innerhalb weniger Tage gelangte auf diese Weise die Reichsbant zu der erstrebten Voll­zuteilung. Die Folge wird fem, daß die er­heblichen Unkosten, Zinsverluste usw., die der Produktion unb dem Handel bisher aus oem kost­spieligen Repartieruilgsshstem erwachsen sind, . nunmehr erspart werden. Dadurch werden die Herstellungspreise vermindert uns die Preis­senkungen, die man schon lange vergeblich erwar­tet hat, erleichtert und beschleunigt werden. Ge­lingt es aber durch diese und andere Maßnah­men, das Preisniveau in Deutschland we­sentlich he'r ab zusetz en, so wird auch ter Export deutscher Waren sich wieder heben, und damit wachsen dann die Eingänge an aus­ländischen Zahlungsmitteln, mit deren Hilft die deuffche Wirtschaft ihren jetzt io stark eingr- lchränkten Bedarf an ausl'ändischen Rohstoffen wieder reichlicher decken kann. Kurz, der Weg, der mit der Verbilligung der deutschen Preise beschritten werden soll, führt zur Wiederbe­lebung der Produktion, zur Gesundung des Arbeitsmarktes und zur Ueberwindung der schweren Krise, in'der wir jetzt stehen.

Das alles ist freilich heute nmh Zuknnfts- wusik. Denn gegenwärtig machen sich die Fol­gen dieser schweren Krise noch auf allen Ge­bieten bemerkbar. Die Ziffern der beutfdxen Handelsbilanz für den Monat April zeigen einen bedauerlichen Tiefstand des deutschen Außenhandels. Einer Einfuhr in Höhe von 803 Millionen Goldmark steht eine Ausfuhr von nur 482 Millionen Goldmart gegenüber, Der Fehlbetrag der Ausfuhr gegenüber der Einfuhr ist von 239 Millionen Goldmark int März auf 321 Millionen Goldmark im April ge­stiegen. In den ersten vier Monaten des lau­fenden Jahres ergab sich eine Unterbilan; des deuffchen Außenhandels von 955 Millionär Gold­mark, ein Betrag, von dem niemand weiß, wie er gedeckt werden fall. Die Förderung des deuffchen Warenexports muß daher das erfte Ziel deutscher Wirtschaftspolitik fein.

Das zweite, nicht minder wichtige Ziel ist die Erhaltung und Förderung der Lei­stungsfähigkeit der deutschön Landwirt- schäft. Dr. Schacht hat in der Zentralausfchuß-

Die Kampfe in Albanien.

Eine provisorische revolutionäre Regierung.

(Eigener Drahtbericht,)

Wien, «. Juni.

Nach den letzten Nachrichten dauern die Kämpfe in Albanien an. Ami. Juni