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Nummer 133. Einzelnummer 10 Pf. Sonntags 15 Pf. Sonnabend, 7.' Juni 1924. Einzelnummer 10 Pf. Sonntags 15 Pf. 14. Jahrgang
Stellungnahme -er Parteien zur Regierung.
wird bereits feit einigen Tagen wieder voll gearbeitet. Auf dem Bochumer Verein und dem Dortmunder Phönix wird der gesamte Betrieb heut-, triebet ausgenommen werden, auf der Dortmunder Union und dem Stahlwerk Hösch m Düren erst nach Pfingsten. Die durch die Mi- rumverträge notwendig gewordene finanzielle Unterstützung des Ruhrbergbaues ist lediglich durch deutsche Kredite erfolgt und zwar durch staatliche und private Gelder. Ausländische Kredite, etwa durch die Golddiskontbank hat der Ruhrbergbau nicht in Anspruch genommen.
uns gelingt, unfern Warenexport so weit zu steigern, daß wir mit dem Ueberschnß die verstärkten Importe bezahlen können. Auch in dieser Hinsicht hängt alles von der erfolgreichen Lösung des deutschen Preisproblems ab. rt.
Dorbeugende Maßnahmen brr Älmerikaner.
Rotterdam, 6. Juni. (Eigene Drahimel- dung.) Der Courant meldet aus Ncwyork: Der Kommandant der amerikanifchen Kriegsschiffe ist angewiesen worden, sich bereit zu halten, falls durch den albanischen Konflikt Amerikaner bedroht würden. Die Zeitungen befürchten, daß die Zwischenfälle in Albanien zn internationalen Verwicklungen führen werden.
London ist zufrlkdrn.
London,«. Juni (Telegraphische Meldung.) Die Reichstagsrede des Reichskanzlers hat in Londoner politischen Kreisen einen s e h r g »- ten Eindruck gemacht. Besonders begrüßt wird das Eintreten des deutschen Reichskanzlers ür das Sachverständigen-Gutachten.
war es bekanntlich den Revolutionäre» gelungen, nach heftigen Kämpfen sich der Präfektur und der Kaserne von Skutari zu bemächtigen. Jndeffen befanden sich immer noch Regierungstruppen in den BefrstignngSwerken, in denen sich eine vrovi- sorische Regierung von Skutari bildete. Ein Angriff bei A l e s s o wurde abgeschlagen. Man erwartet die entscheidenden Kämpfe bei Alesso- Berad. Die italienischen Torpedoboote sind vor Aleffo und Durazzo eingetroffen, ohne jedoch bisher ihre Truppen zu landen.
Aus der Industrie.
Teilweise wieder volle Arbeit in Westfalen.
(Telegraphische Meldung.)
• Esten, 6. Juni.
Die Betriebsstillegungen und Einschränkungen der rheinisch-westfälischen Großindustrie, die infolge Kohlenmangcls vorgenommen werden mußten, find in diesen Tagen wieder rückgängig
Münchener Leben.
Ei« Stimmungsbild Anfang Zuni.
Dor geringe Fremdenverkehr — FriihUng«' tage. — Pleiten. — Rennen mit kleinem To talisatorumsah. — Kein Geld fite Kultur ansgaben. — DasZigeunerkind im Gefängnis
München, Anfang Juni.
sitzung der Reichsbank der Landwirtschaft über die bereits gewährten Oebite hinaus einen Kredit von 800 Millionen Mark zur Linderung der Auswmteruugsfchäden zugesagt und er hat weitere Maßnahmen znr Nutzbarmachung von Geldern zmn Zwecke der Beschaffung landwirtschaftlicher Kredite in Aussicht gestellt. Aus diesen Entschlüssen spricht auch die schwere und berechtigte Sorge, die dem deutschen Bolle iu8 den ungünstigen Ernteaussichten dieses Jahres erwächst. Zwar lauten die Berichte infolge der wärmeren Witterung der letzten Woche nicht mehr so ungünstig wie bisher. Aber Ueberein- stimmung besteht darüber, daß der kalte Winter und das späte Frühjahr der Wintersaat große Schäden zugefügt haben Außerdem ist mich eine Verspätung ihrer Einbringung und Nutzbarmachung für die Volksernähruna zu befürchten. Größer» Einfuhren aus dem Auslande werden wir uns nur dann leisten können, wenn es
MetaNarbeitrrftreik.
Köln, 6. Juni. (Privattelegrmmn.) Im rheinisch - westfälischen Metallarbeiter- Streik haben sich 84 Arbeiterversammlungen in Urabstimmung füt den Streik ausgesprochen. Neue Berhandlungen find auf Veranlassung der Gewerkschaften gestern eingeleitet worden.
Der „Fremdenverkehr* spielt in den Köpfen unserer lieben Münchner eine sehr große Rolle. Allmonatlich versendet der Stadtmagistrat Fremdenverkehrsstatistiken an die Zeitungen. Aus der letzten, die der April-, Frequenz" gilt, ist zu ersehen, daß die Ziffer wächst. Aber ach. nicht ohne Grund fürchtet man, daß die Mehrzahl dieser „Fremden" nichts anderes sind als b a y r i f.ye P r ov in z l er, die in der Hauptstadt ihre Sni- songeschüste zu besorgen haben. Das aber sind nicht die ersehnten Gäste, die etwas spriicheu las. sen, das sind vielmehr Leute, die ihre „Spesen" genau berechnen und versuchen, sie möglichst tief zu halten. Von ihnen profitieren iveder die Hotels, noch die kunstgewerblichen Industrien. Nicht die Luxusrestaurants, noch die Autochuusfeure. Aber von den „eigentlichen" Fremden, den (als Verbraucher) Q ua litäts gäste n, ist bisher wenig zu spüren. Und wenn man am Einsteigr- platz der blauen „Fremdenautos" ein wenig den stillen Lauscher spielt, dann hört man hier sogar recht wenig „sächsisch" reden. Und das »st rin für den Fremdenverkehr bedenkliches Zeichen.
Dabei ist, in diesen sommerl,che n Früh, lingstagrn München so schön wie uur je. In den Parks von Nhmphenburg und Bogenhausen, im Englischen Garten und in den An- ^^Llar prunkt der Len, in seinen herrlichsten und frischesten Farben. Die Kasta- rikenbaume haben ihre hochzeitlichen Lichter daß sie nun „mricuhafte Weihnachtsbaume" sind. Das Grün der jungen <>lar unb das Blau des Himmels darüber, das bei uns intensiver, strahlender ist als im dunst- relchen Norden — wer kann sich diesen Bildern gütiger Natur entziehen. Geben die Kirchtürme zumal die Maßkrüge des Frauendoms, der from- men Stadt das Gepräge, geben die in der Ferne mit schneeigen Zacken gen Himmel ragenden Gebirgszüge ihr die Folie — dann haben wir München wieder, das die Dichter besingen und die Maler gemalt haben, das München der Freude, der Kunst und mit einem Bier, um dessen Würze- Prozentsatz man sein Vermögen mit gutem Ge- winn anlegen hönnte.
Und man kann es vielleicht beute! Den» auch bei uns wird Geld um jeden Preis gebucht. Gut fundierte Firmen leben im Banne der Ren. tenmarknot, alte Häuser begeben sich — wie der lEe Ausdruck heute lautet — „unter Geschäfts, aufstcht", Herren. d,e im Vorjahre außer einem Auiopark mich einen Rennstall unterhalten koun- ten, mimen auf diese Unterhaltung verzichten vor. hMmern ihre Vollblüter und scheu vor den Schuldenbamnen den Autopark nimmer. Die großen Rennen in München-Riem stehen arg unter dem Zeichen des D a l l e s, der sogar dem leidenschaftlichen Urtrieb, dem des Spieles gebietet: die Umsätze an der Wettmaschine sind so kiem, daß der veranstaltende Verein, für den sie doch das finanzielle Rückgrat bilden, die Stirn m die ernstesten Falten legt. Und — wie sagte doch der alte Römer den Karthagern? „In den Falten meiner Toga habe ich Krieg und Frie- den." H-er aber ... I» den Falten »hrer Stirn haben sie Dalles und Pleite!
Besser als um die Privatwirtschaft steht tt, der letzten Etatberatung, um die Finanzen des Münchner Magistrats, der seine erste Goldmarkbilanz kundgetan hat. Zum erstenmale wtt der Reu- unb Umordnung in Deutschland haben wir hier von Ueberschüssen gehört. Gas unb Elektrizität warfen recht hübsche Summen ab, die Trambahn balanzierte. Bedauerlich t der Rückgang in den sogenannten „Kultur"- Ausgaben. Aber — das wird anderswo genmr
JejP toic bei uns, und ich erzähle das den andeWi, damit sie sich mit uns trösten, wo es genau so ist wie bei ihnen. Bei uns in der Hauptstadt des Landes Bayern und der Kunst I Hatten wir doch in München vor einigen Monaten die größte Mühe, die Mittel aufzübringen, um das „Haunersche Kinderspital", das einzige gemeinnützige Unternehmen dieser Art, das wir besitzen, weiterzuhalteu. Die Folgen für die Säuglingssterblichkeit wären, wenn dieses schöne Werk ein Opfer der Zeitnot geworden Ware, cheußlich geworden' Und — ist nicht der Nachwuchs das Fundament und gleichzeitig bei Bau- iein der besseren Zukunft? Kinderfürsorgr ist Bolksfürsovge
Nie äußere Rechte.
Berlin, 6. Juni. (Privattelegramm) Wie heute früh gemeldet wird, haben die Berhand fangen zwischen Deutschvölkischen und Dentschnationalen im letzten Augenblick zn keinemErgebnis geführt Die Verhandlungen sind abgebrochen und werden voraussichtlich zunächst auch nicht wieder ausgenommen. Lediglich in der Ablehnung der Regicrungsanträge im Reichstag und in außenpolitischen Fragen haben sich beide Rechtsparteien zu einer gemein- amen Stellungnahme zusammengefunden.
Und da wir gerade von Kindern reden, fällt mir ein lustiges Vorkommnis aus den Münchner Gerichtssälen ein. Stand da vor einigen Tagen eine .Korbmacher,'amilie, sechs Köpfe stark, vor einem hiesigen Gericht, um sich wegen Vagabundierens zu verantworten: Vater, Mutter, zwei Söhne und deren nicht ganz legitimen „Ehe"-Gaftinnen. Die eine mit einem Kn wen von dreiviertel Jahren. Und dieses armselige Menschenkind mußte, auf dem Schoße der Mutter, den feierlichen Gerichtsakt mitmachen. Und
Britische Einsicht.
London, 6. Juni. (Telegraphische Meldung.) In einem vorn überseeischen Handels- amt veröffentlichten Bericht des britischen Han- delssekretärS für die besetzten Gebiete betont dieser, die große Bedeutung der Industrie des Rheinlandes und des Ruhrgebiets und erklärt, infolge der sehr schweren Verpflichtungen aus den Micumverträgen fei die Produktivität deS K o h l e n p f a n d e S so gut wie e r s ch ö pst. Es scheine zweifelhaft, ob irgendwelche weiteren Einkünfte daraus bezogen werden können.
Einschränkungen in Äeriin.
B e r l i n, 6. Juni. (Privattelegramm.) Die Staatlichen Werke in Spandau kürzten die Arbeitszeit auf wöchentlich fünf Tage. Die Betriebs-Einschränkungen und Entlassung u in der Berliner Privatindustrie haben ehr ernsten Umfang angenommen, insofern, als in letzter Woche die Zahl der Erwerbslosen um 13 000, und die der Halbarbeiter um 6000 stieg.
tim die Regierung.
BorausfiiAkiche Mehrheit für die Gutachten. (Eigener Drahibericht.)
Berlin, 6. Juni.
Die gestern stattgefundenen Frektionssttzungen haben insofern eine Klärung der innerpolitischen Situation gebracht, als die Regierungsparteien nunmehr mit einer Mehrheit für die Annahme der Sachverständigen- G u t a ch t e n im Reichstage rechnet. Tie Sozialdemokratie wird geschloffen für die Annahme stimmen. Die Bayrische Vollspartei hat noch keinen Beschluß für die Annahme gefaßt, ist jedoch einmütig gegen eine Oppositionsstellung hiuficht- lich der Gutachten, weil sie nur in der Annahme der Gutachten die Möglichkeit fleht, die Kaufkraft in der Pfalz wiederherzustellcn, um eine neue separatistische Bewegung zu verhindern.
‘Dertrauen oder Mißtrauen.
Berlin, 6- Juni. (Privattelegramm.) Die heutige Reichstagsk-itzung wird mit einer Rede des Außenministers Dr. Strese- mann eingeleitet werden, in der dieser aus die Angriffe antworten will, die am gestrigen Tage von den Rednern der verschiedenen Parteien gegen seine Außenpolitik gerichtet tvordcn sind. Wenn diese Rede beendet sein wird, kommt eine Abstimmung über Ne vorliegenden Vertrauens - und M - ßtrar: en santrä ge. In deutschnationalen Kreisen ist man der Buf- sossung, daß die Abstimmung witfit so schnell erledigt sein wird, wie die Sozialdemokraten und die Miitelparteien erhoffen. Wahrscheinlich wird zunächst über den völlischen Antrag abgestimmt.
gemacht. Auf den Kruppschen Werken
Frankreichs Kabinettsfrage.
Die Schwierigkeiten find noch nicht überwunden. (Eigener Drahtberich:.)
Paris, 6. Juni.
Gestern fand eine offizielle Besprechung bei Millerand statt, da ©erriet nickt geneigt ist, die Kabinettsbildung zu übernehmen Die Besprechung zwischen Millerand und Dou- mergue dauerte etwa eine halbe Stunde. D o u- m e r g u e sagte den ihn erwartenden Journali- ten, er habe Herriot als den Mann bezeichnet, den Millerond mit der Kabinettsbildung beauftragen müsse. Später trat Kammerpräsident Painleve im Elyffee ein und verließ cs wieder nach zwanzig Minuten. Auch er erklärte, Herriot als den einzig gegebenen zukünftigen Ministerpräsidenten bezeichnet zu haben. Um
Uhr begab sich Herriot zum Präsidenten der Republik. Der nationale Block zeigt an, daß ihm auch die freifozialiftifche Bereinigung mit elf Mitgliedern beigetreten ist.
Herriot will flm*heute entscheiden.
Paris, 6. Juni. (Eigen Drahtmeldung.) Hanas hat in feinem um Mitternacht ausgegebenen Bericht festgestellt, daß eine endgültige Ablehnung noch nicht ausgefprochen ist. Herriot habe feine Entscheidung sich bis heute, Freitag n a chm i t t a g Vorbehalten, um zu- nächst heute vormittag seine Partei nochmals zu befragen. Der Präsident hat für heute mittag Briand, Paileve und auch Abgeordnete des nationalen Blocks in das Elhsee berufen.
Die Spannung am Pazifik.
Japaner-Selbstmorde als Protest gegen Amerika.
iTelegraphikche Meldung.)
London, 6. Juni.
Dailh Mail berichtet aus Kobe, daß zwei weitere Japaner als Protest gegen das amerika- nifche Einwanderungsgesetz Selbstmord begangen haben. Die Erregung in ganz Japan nehme zweifellos zu. An verfchiedenen Orten seien Bereinigungen zum Boykott der amerikanischen Waren gebildet worden und zahlreiche Käuflichen in Tokio trügen Aufschriften, die besagten, daß keine amerikanische Waren verkauft werden. Einhge Aerzte in Tokio teilen mit, daß sie es ocklehnen, amerikanische Patienten zu be- kwndeln. Beunruhigende Briefe feien an ame- rikanifche Missionare gefonbt worden. Die Behörden erwägen Maßnahmen, um der Lage zu begegnen. Die Blätter erfuchen die amerikanische Regierung und das amerikanische Boll, die gesamte Frage neu zu erwägen. — Rach Blätter- rneldnngen aus Tokio ist der amerikanische Botschafter in Tokio, Wood, der bekanntlich seine Temisfion gegeben hat, gestern nach Washington abgereist.
Die Wirtschaftslage.
Zn der „Gesundnngskrise".
Am Devisenmarkt ist in dieser Woche zum erstenmal seit langer Zeit bas anzeforberte Material an Devisen unb ausländischen Noten voll zugeteilt worden. Dieses Ereignis stellt einen beachtenswerten Erfolg der Kreditpolitik der Reichs bank dar, die in letzter Zeit von vielen Seiten her scharf angegriffen worden ist Es läßt sich natürlich nicht leugnen, daß die Kreditbeschränkung nns:rer Wirtschaft schwere Wunden geschlagen hat. Aber man erkennt jetzt wenigstens, daß die Opfer, die Deutschlands Industrie und Handel haben bringen müssen, nicht umsonst gewesen sind, daß vielmehr das große und jeder Unterstützung werte Ziel, das die Reichsbankleitung sich gestellt hat, erreicht worden ist. Die Besserung des Markkurses an den auswärtigen Börsenplätzen, die in den letzten Tagen eingetreten ist beweist, daß man auch im Ausland den Erfolg der gelungenen Martstützung, mag er der deutschen Wirtschaft auch noch so teuer geworden fein, zu würdigen weiß. Auch für die deutsche Wirtschaft werden die Früchte dieser erfreulichen Entwicklung auf die Dauer nicht ausbleiven. Nachdem in letzter Zeit klar geworden war, daß die Reichs bank durch die Einschränkung der Kredite und die dadurch erzwungene Verminderung der Devisenansprüche der Wirtschaft in Stand gesetzt werden würde, die Zuteilung der ausländischen Zahlungsmittel zu erhöhen, schmolzen die sogenannten „Konzertanmeldungen" (das heißt die Devisenanfo.se- rungen, bei deren Höhe schon die Tatsache, daß doch nur wenige Prozent zugeteilt werden, in Betracht gezogen war) schnell zusammen.
Innerhalb weniger Tage gelangte auf diese Weise die Reichsbant zu der erstrebten Vollzuteilung. Die Folge wird fem, daß die erheblichen Unkosten, Zinsverluste usw., die der Produktion unb dem Handel bisher aus oem kostspieligen Repartieruilgsshstem erwachsen sind, . nunmehr erspart werden. Dadurch werden die Herstellungspreise vermindert uns die Preissenkungen, die man schon lange vergeblich erwartet hat, erleichtert und beschleunigt werden. Gelingt es aber durch diese und andere Maßnahmen, das Preisniveau in Deutschland wesentlich he'r ab zusetz en, so wird auch ter Export deutscher Waren sich wieder heben, und damit wachsen dann die Eingänge an ausländischen Zahlungsmitteln, mit deren Hilft die deuffche Wirtschaft ihren jetzt io stark eingr- lchränkten Bedarf an ausl'ändischen Rohstoffen wieder reichlicher decken kann. Kurz, der Weg, der mit der Verbilligung der deutschen Preise beschritten werden soll, führt zur Wiederbelebung der Produktion, zur Gesundung des Arbeitsmarktes und zur Ueberwindung der schweren Krise, in'der wir jetzt stehen.
Das alles ist freilich heute nmh Zuknnfts- wusik. Denn gegenwärtig machen sich die Folgen dieser schweren Krise noch auf allen Gebieten bemerkbar. Die Ziffern der beutfdxen Handelsbilanz für den Monat April zeigen einen bedauerlichen Tiefstand des deutschen Außenhandels. Einer Einfuhr in Höhe von 803 Millionen Goldmark steht eine Ausfuhr von nur 482 Millionen Goldmart gegenüber, Der Fehlbetrag der Ausfuhr gegenüber der Einfuhr ist von 239 Millionen Goldmark int März auf 321 Millionen Goldmark im April gestiegen. In den ersten vier Monaten des laufenden Jahres ergab sich eine Unterbilan; des deuffchen Außenhandels von 955 Millionär Goldmark, ein Betrag, von dem niemand weiß, wie er gedeckt werden fall. Die Förderung des deuffchen Warenexports muß daher das erfte Ziel deutscher Wirtschaftspolitik fein.
Das zweite, nicht minder wichtige Ziel ist die Erhaltung und Förderung der Leistungsfähigkeit der deutschön Landwirt- schäft. Dr. Schacht hat in der Zentralausfchuß-
Die Kampfe in Albanien.
Eine provisorische revolutionäre Regierung.
(Eigener Drahtbericht,)
Wien, «. Juni.
Nach den letzten Nachrichten dauern die Kämpfe in Albanien an. Ami. Juni