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Sonntag, 1. Juni 1924.

Raffelet Neueste Nachrichten

14. Jahrgang. Rr. 12s.

LetztesMaien-Mlerki.

Turnen

Sport Spiel

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einer

, »tun if/ici. x-ci zuioyan« vrs öpicie» in oc Gleichwertigkeit beider Mannschaften offen.

Wandern.

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Lorenz, Kaufmann

Oskar Tied, Zenfen

und andere

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Misa-Aad

Mitteldeutsche Fahrradwerke <S. m d. H. Sangerhaufen-Beriln.Am Karlsbads

Turnen und (Sport

Die wachsende Erkenntnis ihrer Bedeutung.

Kasseler Tnxngemeinde 148 2. Am Sonn­tag vormittag treffen sich auf dem Sportplatz an der Tapsgaffe obig« Mannschaften im fälligen Rückspiel. Der Ausgang des Spieles tft bei der

Dort, wo der Abhang steil zu Tale fallt, ' Klippen und Wälle von Befestigungsliinstcn einer im Grunde primitiven Zeit reden, geht der Blick aus den Scharfenstein und auf den Odenberg, aus den Heiligenbera und auf den Gudensberg, bis weit hin, wo die Türme von Fritzlar auf­ragen. Das ist der heilige Bezirk. Da unten, Metze, war das alte Mättium, daS 13 nach Christi von Germanikus zerstört wurde, der alte Göttersitz, die heilige Opferstätte. Diese Berge hier, wie der Bilstein, der Langenberg und der Hirzstein, waren Fliehburgen, regelrechte Volks­burgen, in die deS Kattenstommes letzte Kämpfer mit Weib und Kindern und dem Vieh flüchteten, in denen ste, auf Tod und Verderb aufeinander angewiesen, verbiflen Widerstand leisteten. Wir wiffen nicht, ob Germanikus mich diese Dolks- burg vernichtete, aber wir wissen, wie sie an­gelegt war.

1. Juni: Be bra zur Hauptversammlung r-S Hessischen Gebirgs-Verein» mit Waldfest an Ludwigseck.

Wenn wir schreiten

Seit' an Seite ...

Mit unS zieht die neue Zett

E» gehört noch viel zur neuen Zeit.

In schneeigem Weitz träumt der Weißdorn in den Tag und ein frühlingsherber Dust umfächelt beim Gang über den felsigen Grat abwärts des Burgbergs...1

ans Kassel ... alle Neun! Ab und zu waren ein paar Tropfen vom gcwitterüberzogeuen Him­mel getropft, aber sonst ...bei Corbach tobte sich das Wetter aus! Und dennoch gab es einen tragischen" Ausklang eines wunderschönen Lenz- und letzten Maienfeiertags ... Schneebälle! Frau Röschen aus demRosengarten" von Zwehrcn packte mir einen Riefenstrauß Schnee­bälle auf d«n Arm ...so zogen wir im Dunkel der Nacht, mit Schneebällen beladen, in Kassel ein, doch ... es waren auch Schwertlilien dabei, und es ist Juni geworden, Rofenmond, die Kö­nigin der Blumen denkt langsam an ihren fäl­ligen Besuch ... rosiger Laune nimmt hienr-it Abschied vom Wonnemond 1924 der

Spott» und Wandervogel.

Buntes Allerlei.

Löwen ... das Geschenk der Könige.

Prinz Tafari, der Thronfolger und Prinzregent des Königreichs Aethiopien, ist in offizieller Mission in Paris eingerrosfen, wo er mit fürstlichen Ehren empfangen worden ist. In seiner Begleitung befindet sich seine Gemahlin, Prinzessin Manen, und rin Gefol­ge von dreißig Personen, unter denen sich drei wirkliche Könige befinden. Der Prinzregent von Abessinien, der sich rühmt, in direkter Linie von König Salomo und der Kö­nigin Saba abzustammen, wurde mit einu? d- zwanzig Kanonenschüssen begrüßt und bezog im Auswärtigen Amt Quartier Er ist ein hübscher, stattlicher Mann, der fließend französisch spricht. Er hat als kleine Geschenke, die bekanntlich die Freundschaft erhalten, sechs große Löwen mitgebracht, von denen fe zwei König Georg von England, die Stadt Parts und der Präsident der Republik erkalten sollen ,der überdies noch mitvier Zebra« beglückt wird. Zu Ehren de» Gastes findet beim Präsidenten Millerand ein große» Fest- mahl statt. Ein hervorragender Staatsmann, der sich unter den Eingeladenen beftndek, und dem man schon vorgeworfen hat, daß rr al» Republikaner an der Ehrung eineSKönigS teil- nehmen wolle, wieS den Borwurf mit den lau­nigen Worten zurück:Man dient der Republik nicht am schlechtesten, wenn matt mit den Kö­nigen speist." Ras Tafari wird Ende Ium Mt Weiterreise nach England antreten.

Eine Wanderung ins hessische Burgenland.

Also sprach der Spottvogel!

Es hat keinen Zweck, am Himmclfahnstage über einem Kasseler Allerlei zu brüten, wenn der letzte Maicnfonntag ist und allo Welt ins Freie fliegt fliege mit!

So packte er den Rucksack, nahm die Wander­eiche und zog von dannen, in die Ma:ensonne, in den warmen Lenztag. Auf der Kleinbahn Kassel«Naumburg wunderte man sich, daß es morgens keinen Himmilsahrtsandrang gab, wie sich die Traume ausgemalt hatten. Ja, wer ein Jahr lang die Wanderer abgewohnt hat, ge­wöhnt sie nicht so ohne weiteres wieder an, und außerdem ... wenn's Sonntagskarten die- <rr nur zweite und dritte Klaffe führenden Bahn gäbe ...! Durch blumige Wiesen unter Wald- bcrgen mühir sich das Züglein bergan, und ein Panorama zog vorüber, wie es kein Schwarz­wald und kein Thüringen schöner bietet: Ha­bichtswald, Baunsberg, die schroffe Schauenburg, über Hoof und dann ... Vreitcnbachcr Stein- brüchc: Hier nahm der Wald die Wanderer auf!

fen soll. Das ist eine Propaganda der Tat Das gemeinsame Ziel aber heißt: Leibesübungen VoWsache!

Das erste Kasseler Wettschwimmen.

in diesem Jahre veranstaltet der Kasseler Schwim-Verein von 1898 am Sonntag auf sei­nem Schwimmplatz am Fuldadamm. Die Wett- kämpfe sind vorgesehen für Verernsmitglieder und mrak Herren, Damen und Jugendliche. Ne­ben Wettschwimmen findet auch ein Springen, sowie ein Streckentauchen statt. Den Schluß der Veranstaltung, zu der auch Richtmitglieder Zu­tritt haben, bildet ein Wasserballspiel zwischen zwei Mannschaften des Kasseler Schwimm-Ver­eins von 1898.

Fußball.

Münden l. H ess en-P re u ße n - Kas­sel 1. 2:3 (1:2), Eckenv-chaltnis 2:7. Wie bei dem Spiel gegen die 48er finden sich die Heffen-Vreu- ßen in den ersten Minuten nicht zurecht, weshalb die Verteidigung oft klären muß. Langs im kommt Tempo in die Mannschaft, und batb wurde das Kommando übernommen. Ein gut ctnaelcltctcr Angriff von rechts führt zum ersten Erfolg der Hessen-Preußen. Münden konnte je­doch schon in den nächsten Minuten einen von der Verteidigung der Kasseler schlecht abgewehr­ten Ball zmn Ausgleich benutzen. Es folgen vier Ecken siir die H.-Pr., wovon eine von dem Halbrechten famos durch Kopsball verwandelt wird. Bis zur Halbzeit zumeist Feldspiel ohne weitere Erfolge. Nach der Pause sind die H-ssen- Preutzen sichtlich überlegen und führen zeitweise tadelloses Flachsptel vor, Ober es fehlt immer noch die Entschlossenheit vor dem Tore. Hessen- Preußen erzielt fein drittes Tor. Koch hält einen Elf-Meter-Ball. Goßberndi muß wegen Verlet­zung ansfcheiden. Eine weiter Elfmeterentschn- dung, bei der das Publikum mitgeholfen hat, verhilft Münden zum giinstigeren Ergebnis. Durch das Fehlen von Großberndt zeigt sich Münden jetzt etwas überlegen, jedoch auch die Verteidigung von H.-Pr. versteht zu kämpfen und rettet sicher. Roch ein Elfmeterball gegen H.-Pr., der nicht verwandelt wird, kurze Zeit später Schluß, und Hessen-Preußen hat den Meister der Gauklasse von Südbannover eininanbfret geschla­gen. Bei Hessen-Preußen gefielen besonders Großberndt, die rechte Ecke. Grimm und Koch. Aber auch alle anderen taten ihre Pflicht. Mün­den, körperlich überlegen, hatte seine Stütze in der Verteidigung. Saalfeld konnte schlecht Auf­kommen, da er gut gedeckt wurde und keine Un­terstützung hatte. .Der linke Läufer gefiert n»ck-t in die Mannschaft, da er mehr holzt als Fußball wett. Don den drei wegen Hand entf»i ebenen ElfmeteLbAlen waren zwei sehr hatte Entschei­dungen. H. U.

Hockest.

Die Altenburg.

Man darf ste nicht mit der Altenburg an der Eder verwechseln, die schroff und kühn, Rachvr.kin des Felsbergs, am Flußbogen Wache hält. Wer über die gewaltigen Wälle aus Vorzeiten durch Farnkraut, wilden Rhabarber und Waldmeister zur Altenburg bei Niedenstein emporsteigt, zur Hochfläche, die fo groß wie der Kasseler Fried- richsplatz ist, hat Unmengen von dürren Kletten an sich hängen ... fo hastet die Erinnerung an gewaltige Taten in grauer Vorzeit an dem Wan­derer auf dem grünen Wald hoben der ehemaligen Volksburg.

Vor vielen Fahren haben Professor Lange und General Dr. Eisentraut hier Ausgrabungen vorgenvmmen. Leute m,s Niedenstein, die dabei waren, berichteten, tote sorgfältig zu Werke ge­gangen wurde, als man die Schätze barg, die im Kasseler Mufeum liegen. Wer hat sie schon ge­sehen? Da fand man die Herdstcllen und die Pfosten der Siedlungen, und alte Eichenstämme wurden ausgegraben, wohl erhalten, bis die Lust, die nach fteft zweitausend Jahren an ste kam, ihr Ende besiegelte.

Es gibt keine interessant.'re altgermantiche Festung als dieser Berg. Noch erkennt man die Stelle der Ausgrabungen. Der Volksmund ver­gleicht ste mit einem Friedhof. In der Tat ... noch liegt unter diesem Boden, unter *B hinten und Gras viel begraben! Es gab einmal in Nie­denstein einen schönen Vorschlag: Auf diesem Berge, aus dem Tale stolz zu sehen, das Helden- mal der Niedensteiner Gefallenen zu errichten! Man zankte sich um Mei Plätze In dem Städt­chen und ... jetzt denkt niemand mehr an die Ehrenschuld gegenüber den Toten des Welt­krieges !

Auf dem obersten Ringwalle steht eine ein­same Bank. Von da geht der Blick überS srucht- bate Land dersechs Hessend-örfer". zu Bergen und Burgen und Wäldern, und ... in unüber- sehharer Menge blüht blau ein Blümelein ... Männertreue wird es genannt ...!

Es wird nicht mit Unrecht darüber geklagt, ' daß namhafte Vertteter unseres Volkes der Sach- = der Leibesübungen ohne Verständnis oder gar 1 ablehnend gegenüberftchen. Manches treffende und bittere Wort ist hierüber schon gefallen, sollte doch erwartet werden, daß die Führer eines Kul- : turvolkes, wie es das deutsche ist, die Bedeutung : Ser Gesundheit für die Zukunft des Voltes «r- kennen. Die Gerechtigkeit erfordett aber, auch ; einmal darauf hinzuweisen, daß sich an vielen Stellen längst ein Umschwung vollzogen har und die Leibesübungen die Unterstützung nnden, welche ihnen zukommt. Einige Beispiele seien zusarmnengetragen: Der Reichspräsident Eberl hat für die im Anschluß an die Pariser Olym­piade in Berlin vor sich gehenden internationalen Kämpfe, bei denen Deutschland von den Spotts­leuten befteundcter Nationen besucht wird, einen Ehrenpreis zur Verfügung gestellt Auch Dr. Strefomann unterstützte kürzlich den Berliner Spott durch die Stiftung eines Preises. Der Berliner Oberbürgermeister Doeß ist als L-ttre- ter der Stadt Berlin dem Kuratorium der Deut­schen Hochschule für Leibesübungen beigrtretcn.

In Berlin hat sich neben dem Obcrbürger- meister auch der Bürgermeister John mit Erftlg für die Schaffung von Spiel» und Sportplätzen eingesetzt. Eine Neuanlage aus dem Exerzierplatz an derEinsamen Pavpol" (Schönhauser Mee) ist das nächste P-w'ekt Für den Stadionbau stehen Gcldmitte' privcfler Seite zur Verfügung In Stettin beschloß die Stalverordnetenper- sammkung, einem Verein, der da» Gelände Fi­nes SpottplatzeS für Fabrikzwecke freigeben muß, ein 37 000 Quadratmeter großes Areal zuzmvei- sen. Einem anderen Verein wurde pachtweise em Gelände zur Vergrößerung seiner Spottvtatz. anlage überlassen. Erfreulicherweise machen sich Anzeichen geltend, daß mich die Behörden de« Bedeutung von Spott und Turnen Rechnung zu tragen beginnen. Der preußische Finanzmini- ster hat durch eine Im April erlassene Verfügung beffemntgegebett, daß die Grundvermögenssteuer bei Grundstücken, Me ausschließlich der Pflegt der Leibesübungen bienen, erlassen werden kann Im wesentlichen müssen die Grundstücke aus­schließlich und urtmttte$bar der Pflege der Lei- besübungen dienen und hierfür eingerichtet fein. Voraussetzung ist allerdings, daß die Gemeinde ihre Steuer erläßt, waS wohl allgemein erwar­tet werden kann. Dis Haupt-Steuerverwaltung der Stadt Berkin hat eine Anordnung an ihre Bezirksämter ergehen lassen, welche zur Vercsin- sachung der steuerlichen Erhebungen gegenüber Sportvereinen anweist. Bekanntlich sind alle Amateurveranstalttmgen, bei denen ja nicht die Absicht des Erwerbs vorliegl, von der Vergnü­gungssteuer befreit.

Der Weg zu weiterem Fortschritt geht über bie Tat. . Auch hier gibt es Erfreuliches zu be­richten. Der Abgeordnete Oberbürgermeister Do- minicus hat durch seine Fraktion beim Reichs­tage den Antrag eingebracht, daß den Studieren­den der deutschen Hochschulen eine pflichtmäßigc körperliche Ausbildung zuteil wird. Bei den Vorbereitungen für die ReichStaqswablen haben fi* verschiedene Abgeordnete ausdrücklich das MindestprEmnm des Deutschen Reichsausschus- seS siir Leibesübungen zu eigen gemacht mid tre­ten für die tägliche Turnstunde ein. In Berlin findet im Juni eine Spiel- und Spottwochc statt welch« na -- -

Niedenstein.

Das Städtchen Rieden st etn liegt an der Wiehof, die, wenn der Magistrat einmal drei­hundert Mark aufbringen würbe (er soll es sehr gut können) sogar zmn Baden zu benutzen wäre. Für Baden hat man aber bisher nichts übrig ge­habt. Niedenstein ist Stadt. ES tft, wie gesagt wird, das kleinste Städtchen im Hessenlande. Zählt es doch 600 (sechshundert) Einwohner! Es war einmal «ine fest« Stadt. Noch läßt sich die alte Anlage ettennen. ES gibt ein Oberes und ein Unteres Tor. Und sogar die Stadtmauern sind teilweise erhalten. Die Stadt liegt wun. derbar auf dem Berg« Weithin sichtbar. Der Flieter blüht darin. AmRatskeller" bangt ein Holzschild mit verblichenem Hörnerhelm und heMchen Löwen darüber.

Der Stolz von Niedenstein ist eine mal:: Linde. Hst, einem Führer steht geschrieben, daß es eine tausendjährige sei ..! Wir haben uns dieses Naturdenkmal angesehen. Hoch gen Him­mel reckt es seine grüne Riesengestalt, mit drei verkrüppelten Beinen, die obendrein, damit sie nicht versagen, mit Zement plombiert sind. Auch der Zahn der Zeit kann also plombiert werden! Die alte Linde grünt und blüht. Selbst aus einer der plombierten Zehen sprossen frische Blät. ter. Die alte Linde hat ihre Arme aus hölzerne

Falkcnstein.

Fast sieht der schroffe Berg einem Falkenkopfe ähnlich Äon der Burg da oben mutz eS einmal einen Falkenblick weit hinaus gegeben haben. Jetzt stehen dort nur noch einige gute Mauern. Sie erzählen von alter Zeit, da Eckbert von Grifte, dem Held von Gudensberg, b'e Burg zu Lehen gegeben war. Im Hahr« 1387 freitet« bigte er die Burg Gudensberg gegen Adolf, den streitbaren Erzbischof von Mainz, der ohne Er­gebnis das feste Kassel belagert hatte. Der Kamps war so furchtbar, daß die Landgräfin vor der Bmg erschien und Eckbert auffordette, die Burg zu übergeben, damit die Greuel der Mamzcr ein Ende nähmen.Nimmermehr," antwortete Eck­bert,selbst einem solchen Befehl d.-S Land­grafen würde ich nicht folgen!"

ES ist wunderschön auf dieser Burg. Ihr Rah. men ist der grüne Wald. Eichen, Buchen und Eschen, vor allem ein wunderbarer alter Ahorn- baum fesseln den Blick. Das alte Gestein aber decken Moose und Flechten ganz besonderer An. Fernher müßen die Langenberge. Hinter den grauen Mauern brodelt Rauch. Dort kcchen Jungleute Kattoffeln. E» ist gerade Bezirkstref­fen derNaturfreunde", «in junger Mann be­klagt Mangel an Naturempfinden und prediat in. mitten der maienfrischen Natur, die allen Zank und Streit in der Stadt mit grünem Mantel verbirgt, den ... Klassenkampf ...! Geigen und Singen lassen bald den Eindruck dieser Worte vergessen. In den Zweigen der Bäume hängen Lauten. Jungmädel und Jungburscheu bieten Volkstänze, teils mit, teils ohne Schuhe und Strümpfe. Ein Turnverein trommelt und pfeift dazwischen und dann steigt das allbekannte Lied:

Auch ver Fusiobvruck verrat.

Neben den wichtigsten Verbrecherspurm, den Fingerabdrücken, sind Fuß- und noch mehr Schuhabdrücke für den Detektiv von größ- tcr Bedeutung. Da der Verbrecher nur »n den seltensten Fällen mit dem nackten Fuß auftritt, begegnet der Fußabdruck dem Kriminalisten nicht häufig. Er kann aber au8 ihm die Inrref» santesten Dinge feststellen. Der Futzabdruck zeigt, ob die Person, die ihn hinterlassen hat, ging oder stand, ob sie eine Last trug und weiche besonderen Eigenschaften sie hatte. In der Be­wegung macht der Mensch einen listigeren und dünneren Abdruck mit dem Fuß al» beim Stehen, und wenn bk Spitze bet großen Zehe doppelt abgedrückt ist, dann kann man daraus schließen, daß der Betreffende ging. Trägt je» mand ein Gewicht, dann ist die Breite des Ab­drucks größer. Besondere Merkmal« lassen sich aus gewissen Nuancen des Fußabdrucks erken­nen. Die Schuhabdrücke erzählen dem Auge des Kenners ungefähr dasselbe wie die Fußah. drücke; nur fehle« natürlich di« Hinweise auf befondere Merkmale der Fußfonn. Dafür kann man aber au» dem Schubabdruck sofort auf da» Geschlecht d«r Person schließen und er­hält auch dadurch Hinweise auf da» Alter. Die Erfahrung hat gelehtt, daß «S etwa fünf- zehn verschieden« Arten gibt, einen Schuh zu tragen, die sich im Abdruck von einander unter- -Heiden und au» denen der Detektiv werwolle Ausschlüsse gewinnen kann

Trätzer gestützt, die bis 1914 noch schwere Eichen- bohlen trugen und diese Stellage innert,«Tb der Linde war die- Tanzdiele von Niedenstein! Die Musikanten saßen im Gezweig und spielten und tränten die Freibiere dazu ... das war eine köstliche Zeit!

Doch ... es gibt keine tausendjährige Linde. Leider fhtb in Niedenstein keine Dokumente über die Linde aufzutteiben, aber ... wenn es hoch, kommt, so stammt di« Linde auS dem siebzehnten Jahrhundert. Das ist auch noch ein Alter, daS sich scheu lassen kann, Und ein seltenes Natur- denkmal bleibt diese Linde von Niedenstein aus alle Fälle.

Sie Hai sogar neuere Geschichte. Hm Vorjahr hatten Lehrer und Schulkinder den Platz um di« Linde hübsch in Ordnung gemacht, Blmn'n von Kassel besorgt, ein Schmuckplätzchen sollte innerhalb der wiederbergestellten Unqäunnng entstehen und ... am anderen Tage ließ der Bür- germdftet Wieder Sand auf fahren!

Oben über der Stadt träumt der Nieden­steiner Kopf. Ein paar Mauern erinnern an die alte Bury der WichdorffS. Siner dieses Ge­schlechts hat einmal «in wchmüttges Gedicht gc- schrieben über einen Burzgeift, der dort spukt. Dor Heimatsehnsucht kann er die ewige Ruhe nicht finden.

Wir suchten ihn, um Tröstung zu bieten, wir fanden ihn nicht. Nur eines fanden totr ... ein bißchen Ordnung gemacht hier oben, ein Blnk- lein aufgestellt... da« könnte nichts schaden!

t Juni eine Spiel- und Svottwoche statt Sonntags-Rückfahrkarten ab Bettenhausen

tof> den Wort-'n des Oberbürgermeisters werden auch nach Mitteilung der Reichsbahn- die Bevölkerung aufrütteln und auf die Beden- direktion in Kassel-Ofbevstadtbahnhof verkauft, Leibesübung für die Gesundheit hinwei. und zwar nur am ©sfiaJter 1. und 2. Klasse.

Hn Elmshagen wurde eine Probe gemacht, wie der moderne Mensch sich am Schandpfahl ausnimmt, im Gatten ver Klapperbach klap­perte ein- Blechmusik und bort trafen wir zmn brittenmate auf ein Kegelspiel ... neun Damen

MONDAMIN BACKPULVER

vorzüglich * zur. jFes ttags ckerei

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