Kasseler Neueste Nachrichten
3. Beilage.
Sonnte , 1. Juni 1924.
Nr. 128.
Vierzehnter Jahrgang.
Für unsere Frauen
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Feste Stimmung an der Ncchbgrse.
An der Nachbörse blieb die Tend-nz $e|t wenn auch die Kurse auf Glattstellungen der Sverulatttm stier und da etwas abbröckelten. -'^Iage bestand nach Havag zu 25% und Elbe 2%. Nordd. Lloyd 5%. Von Montanaktien 28 achandelt. Gelsenkirchen mit Deutsch-Luxemburg mit 48, Caro mtt la. Oberbedarf 14%. Bankaktien waren sehr Ml Darmstädter 7%, Diskonto 8%, Mitteldeutsche 1.7. Barmer 1,5 und Deutsche 8% 3it stören waren ferner A. E. G. 8 G., Deutsche Erdöl 40, Deutsche Petroleum 13%.
Am Devisenmarkt geht es aufwärts. Stark erhöhte Zuteilungen.
Am gestrigen Freitag hatten die Anforderungen am Berliner Devisenmarkt noch starker nachgelassen als vor Himmelfahrt Es kam in verschiedenen Devisen sehr starkes Angebot hcrans Einige Millionen Francs wurden ferner in Paris abgegeben. Die Reichsbank konnte deinent- sprechend die Zuteilungen in großzügiger Weise erhöhen London erhielt 60 Prozent, Amsterdam 40 Prozent. Kabel Rewvork 10 Prozent. Das englische Pfund liegt international flau, auch der Frank ermattet weiter. . Die Mark liegt im Auslande unverändert fest, London 18%, Amsterdam 0,63%, Zürich 1,34. Am Geldmark bedang Tages- geld % pro Mille, Monatsgeld 3—4 Prozeiit.
Berliner Devisenkurse.
Kurse in Billionen Mark für ein Pfund, einen Dollar, 100 000 österreichische und ungarische Kronen: übriges je 100 Einheiten. Amsterdam'>57,60 Geld (158,40 Briefs, Brüssel 18,80 (18,90). Christi ania 57.61 (57,89), Kopenhagen 70,82 (71.18), Stockholm 111,22 (111,75), Italien 18,45 (18.55), London 18,205 (18,295), Newyork 4,19 <4.21), Paris 21,80 (21,90), Schweiz 73,91 (74,29), Wien abgest. 5,89 (5,91), Prag 12,395 (12,455).
Rund um den Setreidrmarfl.
Hemmungen und Anregungen.
Tas Geschäft am Berliner Produktenmarkt leibet nach wie vor unter dem Mangel an Geld und Kredit. Roggenmehl und zum Teil auch Weizenmehl hatten am gestrigen Freitag befriedigenden Abzug. Auch zeigen die Mühlen für Roggen Bedarf, der sich zu gedrückten Preisen besonders in Sachsen kundgibt. Weizen blieb rußig, Hafer still. Es notierten: Weizen, märkischer 155—158, mitteldeutscher 155—158, Roggen. märkischer 132—137. Sommergerste 158—166 Futtergerste 145—155, Hafer, märkischer 127 bis 135, Weizenmehl 22—24,75, Roggenmehl 19,50 bis 22. Weizenkleie 8.60, Roggenkleie 9.30, Raps 2,70, Viktoriaerbsen 17—19, kleine Speise rrbsen 14—15, Futtererbsen 13—14, Peluschken 10,50 bis 11, Ackerbobnen 13—14. Wicken 10,50-12, blaue Lupinen 10—10,50, gelbe Lupinen 13—14, Scradeüa 11—13, Rapskuchen 9,40—9 80. Leinkuchen 18, Trockenschnitzel 7,60—7,80, Torsmelasse 7, Kartofelflocken 20—20,20.
Heu und Stroh.
Nichtamtliche Raustfutternotierungen: Drabt- gepr. Roggen- und Weizenstrob zu 1—1,10,
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Wie wird man K nderpflegerln?
Veranlagung und Ausbildung.
Es gibt junge Mädchen, die ihrer ganzen Anlage nach dafür geschaffen sind, ein Kind zu pflegen und zu betreuen, andererseits gibt cs aber auch Mütter, die so wenig Verständnis für Kinderpflege und Erziehung haben, daß man sie am besten davon fern haltm- sollte. Nun sind aber gerade die Leistungen der Familie für die ersten Kinderjahre unersetzlich. Das Heim ist nun einmal der natürliche Schutz für das Neugeborene und wenn es dieses Schutzs beraubt wird, sollte man ihm eher durch Aufnahme in eine fremde Familie Ersatz zu schaffen suchen. Wer eine junge Tochter bat, bereit Fähigkeiten direkt auf die Kinderpflege Hinweisen, der zögere nicht, sie darin ausbilden zu lassen, denn Liebe zu Kindern allein genügt nicht, um ein eben dem Leben gegebenes junges zartes Wesen richtig betreuen und warten zu können. Auch gehören ein g e su n d e r Körper und gesunde Nerven zu dem Beruf einer Kinder- uflegerin, ebenso Zuverlässigkeit, auch darf das junge Mädchen weder launisch fein, noch zu Lügen neigen. Ebenso notwendig sind Sauberkeit und Ordnungsliebe. Tas Maß allgemeiner Bildung richte sich nach dem Alter des Kindes und wieviel von der Erziehung dem jungen Mädchen überlassen wird. In manchen Fällen hat sie nur die sorgfältige saubere Körpervfleze während des ersten Lebensjahres zu übernehmen. Im anderen wird ihr auch die Erziehung Zwei- und Dreijähriger überlassen. Mit fortschreitendem Alter steigern sich natürlich bt? Ansprüche. Während für das Neugeborene die in der Säuglingspflege ausgebildete Helferin, die außer einer tadellosen Aussprache auch gute Manieren besitzt, genügt, verlangt man für »:e älteren Kinder schon ein junges Mädchen mit Kindergärtnerin-Ausbildung.
Zu fachlicher Ausbildung in Kinderpflege gibt es in den verschiedensten Anstalten Kurse von sechswöchentlicher bis zu ein- und zweijähriger Dauer. Für diejenigen, welche sie als Beruf ergreifen wollen, ist es ratsam, die Ausbildung nickt kürzer als ein Jahr zu bemessen. Di» Kinderpflege braucht nicht nur eine gründliche Spezialausbildung, sie fordert auch eine Vorbereitung in allgemeiner Krankenpflege. Zum mindesten sollte man einen Kursus in dieser, in einem Kinderkrankenhaus oder Heim dem eigentlichen Kursus vorangehen lassen. Die Arbeitsmöglichkeiten sind fast unerschöpflich für alle, die eine fachliche, gründliche Ausbildung genossen haben. Da gibt es Heime für gesunde. Anstalten für k r an k e Kinder, da sind K rippen und K i nd e r H o rt e, Arbeit in der öffentlichen Fürsorge der Gemeinsen, oder schließlich die Pflege und Erziehung eines oder mehrerer Kinder in der Familie. Die spezielle Wahl des Zweiges, welchem sich die Sch lerin in der Kinderpflege zuwendet sollte am besten erst n a ch v o l le n d e t e t Ausbildung erfolgen und darum ist es auch notwendig, daß diese so vielseitig wie möglich gehalten wird, damit sie sich für alle Zloeige dieses Berufes eignet. Als umfassende Ausbildung gilt ein einjähriger Kursus in allgemeiner Krankenpflege mit abschließendem Examen, dann ein zweites Jahr in der Kinderpflege mit Haushaltungsarbeiten und Fröbelunterricht. Erst dann sollte die Schülerin in die Praxis eintretcn.
Beglückende Mufflon.
Als ob alles sei wie je.
... Und manchmal scheint es, aller sei wie : je... nämlich wie in jenen vergangenen guten ■ Tagen, die zur Zeit, als wir sie durchlebten, gar i nicht so besonders geschätzt wurden, und nach ’ denen jetzt unsere Sehnsucht die Arme inbrün- , stig ausrecht. — — „Alles sei wie je" — die , Preise nämlich. Wie in guten alten Zeiten ; 'ehen wir wieder Hüte, die angstbeschwichtigend ; nur mit 15 Mark ausgezeichnet sind: lustige weißbunte Sommerstoffe für 1,75 Mark das Meter: steife Seiden für 4 Mark. Die beliebtesten illustrierten Wochenschriften kosten mit einemmale nur 25 Pfennige, Einzelnummern von Tageszeitungen gar nur noch 15 oder 5 Pfennige. Die entwertete Mark, der lange vergessene Pjennig sind wieder zu Ehren gekommen. Verschwunden sind di» endlosen Nullenreiben und hoffentlich mit ihnen die „Nullenkrankheit", die die Irrenhäuser mit Idioten bevölkert hat, die nichts mehr verstehen als Nullen zu schreiben. Nullen zu zählen. Verschwunden sind auch jene ungeheuerlichen, früher nur aus der Astronomie bekannten Rechengrößen von Milliarden, Billionen und Trillionen. Bescheiden sind mir wieder zu der alten Berechnung zutückgekehrt, nur das die Mark- und Pfennigstücke jetzt schmeichlerisch als „Goldmark" und .Goldpfea- nifl" benannt werden.
Diese Rückkehr zum Alten, diese vlötzliche beglückende Billigkeit ist nur eine Illusion. In Wahrheit ist alles genau so billig, oder wenn man will, so teuer wie vor einer Woche, wie vor zwei Wochen. Von Illusionen leben wir nun aber einmal alle. Vielleicht sind sie das einzig Wirkliche,, das unserem Dasein Gestalt gibt. Ob sie nun die Form beängstigender Tchreckensträume annehmen, wie das kranke Gehirn eines Edgar Poe sic ailsbrüteie, ob sie als vollüstig berauschender Haschischrausch auf- ' treten — im Grunde ist's dasselbe. ________
Jede Medaille hat ihre zwei Seiten. Suchen wir uns die erfreulichere davon heraus: müssen wir Geld ausgeben, so sagen wir uns, daß es sich nur um lumpige Mark und Pfennige bandele, wenn auch goldene, und daß diese gegen unfern Besitz von ungezählten Billionen gar nicht ins Gewicht fallen. Ein Gefühl der Sicherheit, der Glücksseligkeit wird über uns kommen, Rothschilde sind wir, Astors, Vander- bilts — sogar noch mit dem „Multiplikator" multipliziert! Clara Blüthgen.
0,80—0,90, geb. Roggenlangstroh und bindfaden» gepr. Roggen- und Weizenstroh je noch Frachtlage, Häcksel 1,25-1,40, handelsübl. He« 1,60 bis i,90, gutes Heu 2,36—2,60 Gcldmark.
Berliner Kartoffelpresse.
Amtlich notierten >ür je 50 Kilo ab Märfl« scher Vollbahnstationen: Speisekattosseln, weiß« und rote 2,50 Goldmark.
Ein fester Levensmittelmarkt.
Hamburger Warenverkehr vom Freitag.
Am Hamburger Warenmarkt vom gestrigen Freitag war Die Haltung für -chm,lz le-ckt befestigt. Amerikanisches Stcam Lard -6.20 Dollar: raffiniertes amerikanisches -chmla, verschiedener Marken 27,30 Dollar Per 100 Kilo ab Hamburger Freihafen. — Parasfln und Wachs. Ruhig. Fest. Weißes amerikanilcheg Taselvarafsin 13,5 bis 14 Dollar, Earnanoa- wachs, fettgrau 114-117 sh, courantqrau 112 bis 115, Iapanwachs 103-105 sh, Bienenwachs 130—150 sh P. ctot. — Oe le und y c11 e. Ziemlich unverändert. Leinöl 48—or ml. pet 100 Kilo. — Kaffee: Kleines Bednrfsg.'lckaft. Platzgeschäft weiter ruhig. Santos Superior 91 bis 93 sh, Primes 98-100 sh, Extra-Primes 108—110 ,'h. alles loko transito. — Kakao: Ruhig. Kein neus Angebot von iiberseeischen Produktionsmärkten. — Reis: Käufer wieder ulAickbattend, keine Abschlüsse. Inland mit weiterer Abgabe zurückhaltend. Burma loko 14 sh 7,5 d, Burma Bruch, 1. Qualität 12 sh 4,5 d. — Gewürze: Ruhig. Ziemlich fest.
Oftmarkm und Giedelung.
Von
Ludwig Heine.
Eine eindringliche Lehre hat der Ausgang des Weltkrieges dem deutschen Volke gegeben: Grenzmarken sind nicht mit Bajonetten und Kanonen allein zu hatten. Es gehören dazu nochandere Sicherungen. Das gesamte Volk muß von dem ehrlichen Willen durchdruu- qen fein, sich kein Glied des Volkskörpers rauben zu lassen und — die Grenzmarken müssen dem Volkstum nach wirklich Glieder des Volkskörpers sein. In der Erke,mtnis dieser Wahrheiten muß dem deutschen Volke ein tieferes Verstehen für die Fragen unserer Grenzlande im Osten vermittelt werden. Aus den Ereignissen seit 1918 und namentlich aus den Erfahrungen der letzten fünf Viertel- mhre heraus ist es wohl zu verstehen, daß d,e Anteilnahme des deutschen Empsmoens hauptsächlich nach dem Westen geht. Doch dur,en die Lebensfragen im Osten dadurch nicht vernachlässigt werden. Genau so wie der Rhein ist aber auch die Ostgrenze eine Lebensfrage Deutschlands: ja. Kenner der Verhältnisse haben ihre ernsten Gründe, die eigentliche schtcksals- srage der deutschen Zukunft an Warthe und Weichsel und darüber hinaus gen Osten zu suchen Derm noch ist das Slaventum nlcht^ab- sterbende Volkskraft, sondern aufwellende Flut, gegen die. teste Dämme und sichere Teiche gesetzt werden müssen.
Richt nur im Kriege heißt es „Blut wider Blutt'. Auck im Frieden gift diese Fordernis, wenn auch in anderer Weise. Tas deutsche Blut, das bei Tannenberg und in Masuren, zur die Ostgrenzlande geflossen ist, soll die coat sein für'deutsches Geblüt, welches in treuer und -äher Arbeit" dem deutschen Grenzlande eme neue Blüte svrossen läßt. Dazu aber gehört zielbewußte bäuerliche Siedelung in Ostpreußen und in Schlesien. Die Teilnahmlongkeii weitester Kreise u.nseres Volkes und der Widerstand kleinerer, aber einflußreicher Schichten gegen diesen Gedanken muß überwunden werden. Deshalb einige Tatsachen, welche die Frage beleurlfteMr ^ei<jy8grünt)imq 1g70/71 hat die Bevölkerung Ostpreußens abgenommen, die Schlesiens ebenfalls in einigen Teilen. Tte Jlchre. in denen die deutsche bäuerliche Landwlrsschaft bart zu kämpfen hatte, .sahen den gewaltigen Aufschwung der deutschen Industrie. Verde Tatsachen wirflen zusammen, um dte Rechen des Bauerntums im Osten zu lickten und einen Strom von Menschen nach dem Jndustttegebiet des Westens zu leiten. Das frei werdende bau- erliche Land im Osten wurde vom Grotzgrund- besitz aiifgekauft und half dessen Areal vergrößern. Es waren die Jahrzehnte deS sogenannten „Baiiernlegens". Ob nicht so manche trübe Erschemima im Weltkriege und irn Zusammen- briick« die bittere Frucht jener Wurzel war? So ist eS gekommen, daß die Fläche des Großgrnnd- besitzes heute viel größer ist in Deutschland (besonders eben in den östlichen Gebieten Preu- ß->ns) als vor fünfzig und sechzig Jahren. Diese Entwicklung muß nicht nur gebremst, sondern bis zu einem gewissen Grade rückgängig gemacht werden Wie oft hört man das gewiß sehr richtige Wort: Auf einem starken Preußen ruht die Zukunft Deutschlands! Jawohl! Aber ein starkes Preußen ist nicht denkbar ohne viel und dichtes gesundes Bauerntum in seinen östlichen Provinzen. . ,
Das an Polen verlorene Westpreußen bliea auch" unter der früheren polnischen Oberhoheit im Kerne dnrch Jahrhunderte hindurch deutsch, weil es ans der Deutschritterzeit blühende deutsche Bauerndörfer besaß. Friedrich der Große wnßte, weshalb er die im Kriege gesickerten oder neu aetoonnenen Gebiete in den daran, folgenden Friedensjahre ngewisfermaßen noch einmal erwarb durch bäuerliche Kolonisierung. ,ß>icr sind Mahner aus der Vergangenheit.
Sandel und Derkebr.
Die Offerten am Wocyenschiuß.
begrenzter Verkehr ... Bröckelnde Kurse.
Am Berliner Effektenmarkt vom gestrigen Freitag hielt sich angesichts des SBod^en« und Monatsschlusses da« Geschäft in sehr engen Grenzen, sodaß nach anfänglicher Festigkeit die Kurse später abbröckelten. Trotzdem schritt die Spekulation zu Käufen, weil der gefährliche Ultimo Mai als überwunden gilt, der Devisenmarkt stark entspannt und der Geldstand erleichtert ist.
AuS der Kursbewegung.
Fast durchweg lebhafteres Geschäft hatten Mon^anwerte. Besonders bevorzugt waren stein kohl en werte, z. B. Essener stemkohlen 40„ Harpener 59)4, Köln-Reu-Eflen sodannPhvmx, die nach 28% mit 27% Massen Starker gefragt waren auch Katto- nutzer 24% (nach 25), Oberbedarf 14%, endlich bte Gruppe Deutsch-Luxemburg 47%, Gelscnkir- .-4' Klockner-Werke waren anfänglich ab- geschwacht 46%, zum Schluß aber auf 47% er» fielt. Petroleumwerte notierten Deutsche Zrdok 39%. Deutsche Petroleum 13%. Von ckemttchen Werten standen wieder die Anittnva- piere im Vordergründe; Elberfe'ber Farben 12-Höchster Farben 11,1, Badische Anilin 14%
Sckeidemandel mit 18% und Oberschlesische Kokswerke mit 41% lebhafte- gehandelt. Am Elektromarkt hatten Be-q- ^^un größere Umsätze, jedoch zum Schluß ab- geschwacht 11,1. Lahmeyer zum Sckluß wieder verbessert 7%. Von sonstigen Fndustrrewetten konnten Berlin-Karlsruhe vorübergehend bis 87 steigen, schlossen aber 85. Löwe selbst schloß 55%, Schwartzkopfs 11%, Deutsche Werke 4% Ferner bestand Interesse für Hammerson Spin- neres, die auf 8% stiegen. Auch SchiffahrtS- höchste Kurse: Paketfabtt .3%„ Lloyd 5,4 Banken blieben vernachläs-
Sommer, schwächer 4%. Darmstädter 7%. MÄV1? Anleihen lagen lustlos
Wtomf'.mn Kursen. Zwangsanleihe 6% Milliarden erholt, Sparprämien- anielhe an, 95. Dagegen ließen Tollarsch atzan- weisungen weiter auf 75 Prozent nach ?
VwMsche Winke.
Grüner Spinat auf der Tafel.
Der Spinat behält beim Kochen seine sr.sck- grüne Farbe, wenn er nickt mit kaltem Wasser angesetzt wird, da dieses den Saft auslaugt, sondern in wallendes, ungesalzenes Wasser gegeben, ihn nur 2—3 Minuten aufkochen läßt, worauf er bann feingewiegt und mit dem Kockwasser aufgesetzt, in üblicher Weise verdickt wird. Ferner behält er seine grüne Farbe, unvermindert, wenn er in rohem Zustande seingewiegt und der inzwischen ansgequollenen Mehlschwitze beigefügt wird.
Drei Stopfregeln für Sommerhandschuhe.
Handschuhe, gleichviel, ob Baumwolle, Seide Zwirn oder Wolle, soll man niemals mit Zwicn sondern stets mit genau vassender Seide stopfen. Wenn sauber und sorgsam jeder kleinste Riß sofort gestopft wird, so hatten sie drei-, bis viermal länger als bei weniger guter Behandlung und zeigen nie die häßlichen Stopsstellen und verunstalteten Fingerspitzen, tote die mit Garn gestopften Handschuhe. Bei leichtem Schmutz sind sie ohne viel Reiben bald gesäubert, verlieren die Farbe nicht und erhalten keine häßlichen Streisen. Die dritte Regel sei, jeden Stofs- oder gestrickten Handschuh an den Fingerspitzen von links vor dem Gebrauch dicht mit guter Knopflochseide zu durchziehen.
Wem» die Kartoffeln keimen.
Während die einen die Kartoffeln im Frühjahr rtthig austreiben lassen, entfernen andere allwöchentlich sorgsam die Keime. Beides durste falsch fein. Durch öfteres Berühren und Um- herkollern durch regelmäßiges Abkeimen, erhalten Die Kartoffeln schwarze Flecke und beim ungehinderten Wuchern der Keime werden sie allzufrüh welk. Werden jedoch ailwöchenttt.cy die Kartoffelkeime soweit erreichbar weggeschnitten, im Uebrigen der Keller in den Mittagsstunden gründlich gelüftet und die Karivs- feln recht dunkel gestellt, dann halten ne ;ich bis zum letzten Rest sehr gut in Geschmack und Aussehen, vorausgesetzt, daß sie gut ausgelezen u. faulige Kartoffeln sorgsam entfernt werden. Backereien für den Nachtisch.
stitronen-Creme. Vier Eier, 200 Gramm Zucker, sechs Eßlöffel Zitronensast em Viertel adgeriebene Zitrone, vier Blatt G.la- tine zwei Eßlöffel Wasser. Die Eigelb werden mit Zucker ein» halbe Stunde schaumig gerührt, berw. geschlagen, nach und nach Zitronensaft hinzu und Zitronenschale^ Zuletzt die au,ge- löste Gelatine, dann den -chnee der Eier sorgsam darunter gezogen. — .Apfel-Creme. Ein Teller geschälte Aepsel wird nut emeint felag 2Sein stucker nach Geschmack, etwas Zitronenschale -md etwas Wasser gekocht und durch ein Sieb getrieben. Sechs Blatt rote Gelatine und das zu Schnee geschlagene Weiß von drei E.ern dazu gftan. - Kaffee-Creme. Eine Halde Tafle Kaffee-Extrakt, drei Blatt ausgeloste weiße Gelatine, Zucker im Kaffee auflosen, tuchftg rühren bis sich Ringe bilden, dann ein Viertel Liter Schlagsahn: hinein.
Wie lange Blumen blühen.
Während manche Blumen, wie die Victoria r>gia, die Königin der Nacht, Winden und andere, nur einige Stunden bWen und dami verwelken, halten andere, tote Maiglöckchen, Schneeglöckchen, Rosen usw. einige Taqe auS. Der sehr früh blühende Winterling bleibt auch abge- ichnitten im Wasser $toet bis drei Wochen stssck. Er wird aber von vielen Orchideen übertroffen, die erst n a ch d r e i b i s v t e r M 0 n a t e n T verblühen. Um Die Blumen möglichst lang, frisch zu erhallen, muß man sie kühl stellen.
Bayrische Krautwickel.
Dieses überaus trästig schmeckende Mittagg- gericht ersordert wenig Fleisch. E'n mitttere. nueißkohlkopf wird dazu tn die emMnen Blätter •«legt und diese mit kochendem Wasser ubexgoi- sen, halbweich gedämpft. Als Fulle zu den Krautwickeln mischt man Rind- "nd .benso:vtÄ gebackteg Schweinefleisch, eivviertel Psund sitt vier Personen, mit zwei Tassen, nen Kartoffeln, einer großen, fem gelchn ttenen Zwiebel, einem gestrichenen Teelöffel Kitmmel. ebensoviel Paprika, und zwei Eitlofsel gerißener Semmel Füllt in jede? Blatt, einen Eßlöffel voll, schichtet die zu runden Klotzen gesonnten Nockerln abwechselnd mit rohen Kartofsel- scheiben in einen mehr slachcn, als hohen Tops und dampft sie langsam in einer kräftigen Brühe, die man aus einem Teelöffel etnged'ckter Würze und kochendem Wasser bereitete Rack dem Garwerden wird sie verdickt und über das hoch auf« geschichtete Gemüfe gegossen.