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Die Reichsregierung ist zurüllgetreten

Die Linke gegen die Rechte

ü$n Vie KarteienwaUkion.

Berlin, 27. Mai

Segen Hollands Scheidebefefligung.

Englische Deurteiiun".

oir Arun^uuum.v... ber früheren Monarchie in die Leitung

Ti?deuNchn'atio«,leÄ-llüngnahMewurde der republikanischen Reichsregierung.

gestern abend dem Fraktionsvorsitzenden der Deutschen Volkspartei mitgeteill. Sie wurde in einer Beratung der Führer der M i t r e l P ar­teten im Reichstage noch in später Abendstunde durchgesprochen Die Demokraten neigen mit dem Zentrum der Ansicht zu, da die bisherigen Ver­handlungen über die Regierungsbildung als e r - gebnislos angesehen werden müssen. Es ist sehr fraglich, ob einem deutschnationalcn Kanz­lerkandidaten die Bereinigung sämtlicher bürger­licher Fraktionen zu einer Koalition gelingen würde Ueber Personalfragen ist in den gestrigen Besprechungen noch nicht verhandelt worden.

London, 27. Mai. (Telegraphische Meldung.) Kommandant Bellairs richtete eine Anfrage an die enfltifdtc Regierung, in der er darauf hin­wies, die holländischen Befestigungen an der Schelde verhinderten, daß Großbritannien in Erfüllung seiner vertraglichen Verpflichtungen Belgien wirksamen Beistand leisten könnte, nnv fragte, ob die britische Regiernng zu irgend einem Zeitpunkt Verhandlungen über die Frage ein­leiten wolle, dast die Durchfuhr bewaffneter Streitkräfte durch befestigte Wasserstraßen, wie zum Beispiel durch die Schade möglich und wer­ter der Zugang zur Ostsee gestattet werde, wenn der Völkerbund die Ermächtigung dazu erteile. Fm Namen des Premierministers er­widerte Clynes, diese Frage werfe zahlreiche andere verwickelte und umstrittene Fragen aus Tie von dem Abgeordneten erwähnten Preblemr

4 gegen 1 für eine Räumung der Ruhr bis 1. Oktober dieses Jahres 1 gegen 5.

Die enolif-ste Besatzun g

London, 27. Mai. (Telegraphische Mel- düng.) In Beantwortung einer im Unterhause gestellten Anfrage, ob der Premierminister ente Erklärung darüber abgcben wolle, ob dre Absicht der Regierrrnq dahin gehe, die B e s e tz u n g d e r Kölner Zone durck britische Truppen b,s zur restlosen Erfüllung der Bestimmungen des Versailler Vertrages fortzuseüen. antwortete Eignes, die Absichten der Regierung stimmten überein mit den Bestimmungen des Teils 14 bes Versa-ller Vertrags, der die Besetzung deut­scher Gebiete durch die alliierten Truppen regele. Ein anderes Mitglied fragte, vonwelchem Datum an die im Versailler Vertrag festaesetrtc Pesestnngsfrist zu laufen beginne. Clynes erwiderte hierauf, er könne diese Frage ohne schriftliche Unterlagen nicht beantworten. (!)

Würde. ,

Schlägt der Reichstag, wie es durchaus scheint, den anderen Weg ein. dann werden bal­dige Neuwahlen beinahe zur Notwendig­keit weil nur sie die Mebrbeitsverbältnisse wei­ter klären und zugleich der Erregung der Rechtskreise ein Ventil öffnen könnten. Es gibt Politikern die behaupten, die Recktswelle habe sich bereits überschlagen, der Süden und der Westen Deutschlands wollten im allgemeinen nichts mehr von dem Draufgängertum wissen, und der Norden und der Osten würden sich auch bald beruhigen. Zu beweisen wird cs kaum anders sein als durch nochmalige Befragung der Wähler Sie hätte auch andere Vorteile. Man erwartet von den fast IG) Antidarlmnentariern, die im neuen Reichstag siben. Sturmszenen wildester Art. der Prä-ident bat bereits^ den Zustrom der Tribünengäste eindämmen müssen, die alle dem Skandal beiwohnen möchten. Die Wähler, die draußen bleiben, haben doch viel­leicht weniger Swnpatbie für diese Art von Volksvertretung. Ferner könnte man einen Zu­sammenhang unserer bürgerlichen Parteien und eine Säuberung der Sozialdemokratie von den radialsten Elementen erhoffen, wodurch diese Partei die Büudnisfähigkeit wieder erlangte. Andererseits hat jedoch eine baldige Auflösung des Reichstages den großen Nachteil, daß dann das ganze Gebäude unserer Außenpolitik ins Wanken geriete. Wie kommen wir aus diesem surcktbaren Dilemma heraus? Die Lage ist

Törichtes Mißtrauen.

Engländer gegen die deutsche Handelsflotte. (Telegraphischer Bericht)

London, 27. Mai.

Im britischen Unterhause richtete Viscunl Curzon an den Premierminister die Anfrage, oh ihm bekannt sei, daß die jetzt in Deutschland im Bau befindlichen Handelsschiffe, besonders die mit Dieselmotoren versehenen, gebirut wür­den im Hinblick auf eine eventuelle militärische Verwendung, waS den Schub ihres Tragver- mögens, die Vorrichtung für .Zusatzmetern, das Halbuntertauchen .sowie die Anbringung der Ge­schütz- und Abflugvorrichtung für Flugzeuge be­treffe. Ferner ftagte Curzon, ob der englischen Regierung bekannt fei, daß die deutschen Schiffe Ballin" undDeutschland" mit Bilgen (un­terste Höhlung im Schiffs rümpf über dem Kiel versehen seien und ob diese Vorrichtung nach dem Versailler Vertrag zulässig sei und schließlich, ob die Regierung gewillt sei, ihre Aufmerksanllcrt auf diese Frage zu richten. Minister Clynes erwiderte, die Regierung sei n i ch t im Besitz ir­gendwelchen Materials, das eine Uebertretnng der in Fraax kommenden Bestimmungen des Versailler Vertrages durch die deutsche Regie­rung in dieser Hinsicht erweise.

Nm Deutschlands Entwaffnung.

London, 27. Mai. (Telegraphische Meldung.) Auf eine Anfrage im englischen Untrrhause, ob die Entwaffnung Deuffchlands zur See als vollständig erachtet werde und ob die Ue.-er- wachung der deutschen Serstreitkröstr nunmehr dem Völkerbund gemäß den Bestimmungen des Artikels 213 des Versailler Vertrags überlassen werde, verlas Clynes eine schriftliche Antwort, in der es heißt, Deutschlands Entwaffnung zur See sei nach Ansicht der Regierung praktisch voll­ständig. Die Regierung werde sich bemühen, so­bald wie möglich die Marinekontrollmission zu­rückzuziehen. Bis dies geschehen, müsse dre Ueberwachung der deutschen Seestreitkraftc in ihren Händen verbleiben.

gase babeu schon iw. Weltkriege durch Abblaseu und in ArtilleriegeschrUen Verwendung gefun­den ebenso sanden Vernebelrmaen durch beson­dere Apparate statt. Neu ist die Verwendung vom Flugzeug aus und die Erzeugung von Brand- und Giftrauch.

Die Gase können in fester und flüssiger Form mitgefiibrt werden. Bei Vermischung mit der Luft geben die festen oder flüssigen Körper in gasförmigen Zustand über. Feste Gaskampf­stoffe werden drrrch eine Verpuffung nickt zer­stört, sie werden daher auch mit Sprengladun­gen von Geschossen zusammen verwendet. Tie Abgabe der Kampfstoffe vom Flugzeug aus kann durch Bombenabwurf oder Ab- spritzest erfolgen Bombenabwürfe sind schon im Weltkriege dauernd angewandt worden, aber nur mit Sprengbmnben. ähnlich den Artillene- ooschossen. Die Flugzeuge haben hierzu eine Äbwurf-Einrich-tuna. Das Aussvritzcn der Kampfgase ist wirksamer als das Vergasen durch Bombenabwurf. Zum Aussvritzen eignen sich, soweit bisher erprobt, nur das Senfgas u.nd das Reizaas. außerdem können dadurch Nebel erzeugt werden. Die Flugzeuge müssen für diesen Zweck mit besonderen Behältern ver­sehen sein. Immerhin ist dies nickt ungefähr­lich, denn die geringste Undichtigkeit, Schluß­löcher und Beschädigungen können die Besatzung außer Gefecht setzen. Um dem vorzubcugen, ist eine Abwurfvorrichtung für den gefüllten Be­hälter notwendig. Beim Abwurf können aber unter Umständen auch eigene Truppen gefährdet werden. Ebenso wird bet einer Landung mit Bruch die Besatzung und innerhalb der eigenen Linie die eigene Truppe der Vergasung ausge­setzt. Es erscheint daher zweifelhaft, ob man rür das Aussprltzversahrengiftigc Gase wird verwenden können. Um ein senkrech­tes Fallen der Tropfen in der Lust.zu erreichen, muß das Ausspritzen mit einer Geschwindig­keitsenergie erfolgen, die der Vorwärtsbewe­gung des Flugzeuges entspricht.

In Bomben können alle sechs erwähnten Kasarten Verwendung finden. Senf- und Reizgas werden in fleineren, Phosgen in grö­ßeren Bomben als Füllung benützt. Durch Pbosgenbomben können auf See wirksame Gist- nebel erzeugt werden Ebenso werden im See­kriege gewöhnliche Rauchbomben, die, auf dem Wasser schwimmend, mehrere Minuten Rauch ab­geben, und Pbosgenbomben verwendet: letztere erzeugen durch Umberspritzen des brennenden Vbosvhor Brandwirkuua Zum eigenen Schutz kann das Flugzeug durch Ausstoßeu aus einem besonderen Behälter Nebelwolk.cn erzeugen. Sol­che Nebel lassen sick auch mit Giftgasen vermen- gen, um einem vom Feinde verfolgten Flieger eine weitere Abwehrwaffe zu geben. Sollte dies allgemein eingeflihrt werden, so müßten d'.e Flieaer in Zukunft auch mit Gasmasken ausge­rüstet werden.

Die Fliegertruppe wird durck die Verwen­dung von chemischen Kampfftoffen vor viele neue Aufgaben gestellt, die in künftigen Kriegen mancke Ueberraschungen bringen dürf­ten. Deutschlands Ausgabe muß es fein, die Fortschritte der feindlichen Staaten auf v-m Gebiete der ckcmischen Kriegführung dau-

Herriot entwickelte am Sonntag vor einer Versammlung seiner Wähler fein Rcgurnngo Programm. Er fügte dm bisher bekannt gewor­denen Progr-immpnnkten einen neuen hinzu, »er von dem wirtschaftlichen Äusammenschli.ß des R u h r b e r g b a u s mit der Lothringer Industrie handelt. Auch dieses werde, so führte Vereint ans. die Stabilisierung deS Frie­dens in'Europa beschleunigen. In einer Un­terredung mit einem $reffevwtrcter erklärte Her- riot in der Ruhrfroge stehe er vollkommen auf der Grundlage des Berichtes des General- Dawes. Was die Rnbrbesetzung anlange, so könne er natürlich keinen Zeit v u n k t für die Räumung onoeben. . Meine Gcfühle.fagte Herriot, muß ich den Interessen meines Vater­landes unterordnen. So kann »ie,e Frage erst am Verhandlungstisch gelöst werden. ._a<h einer Meldung derStraßburger Reuen 3-v htnn" aus Metz hat di- lothringische Jn- dustrievereinigung cinftimnug c.ne Ent­schließung gefaßt und "ach Parts übermittelt, vw die Notwendigkeit der Aufrechterhaltung der Versorgung Lothringens mit R uhrk°h,e ansspricht und sich im Interesse der Wirtschaft­lichkeit der lothringischen Industrie für die wet­tere Regie-Ausbeute des Ruhrgebiets entart.

Der Reichstag.

Zusammentritt des neuen Parlaments.

Das Horoskop des neuen Reichstags ist un­günstig. Schon bei Beginn der Tagung werden ' »ie politischen Astrologen die Köpfe schütteln und an den Fingern einer Hand die Monate abzählen, die er bis zu seinem Tode zu durch- laufen habe. Run trifft zwar nicht alles ein, was die Astrologen Vorhersagen, aber manchmal stimmts doch. Und diesmal ist die Wahrschein­lichkeit sogar recht groß. Warum steht es nun so schlecht um den Neugeborenen? Man sieht keine Möglichkeit einer festen und sicheren Mehrheitsbildung, die für den Notfall auch eine Zweidrittelmehrheit er­zwingen könnte. Die Wahlen haben keinen völ­ligen Umschwung gebracht: ihr Ergebnis kann, wenn auch mit Mühe, verschieden gedeutet wer­den. Darüber allerdings darf man nicht hinweg- rcden lassen: es gäbe eine ausreichende Mehr­heit, die in ,Erfüllungs"-Fragen auch d'.e Zweidrittel durchzudrücken vermöchte, das wäre der große Bürgcrblock von Herzt bis Koch', dem sich die Sozialdemokraten bei der Durchführung der Gutachten nicht widersetzen würden. Aber das Unglück ist nur, daß es daneben auch noÄ die Mebrbeitsbtldung von Scholz bis Wels gibt in gefährlich schwindsüchtiger Form aller­dings und ohne Aussicht. eine Zweidrittelmai o- rität zusammenzutrommeln. Trotzdem hat diese schwache Möglichkeit genügt, der stärkeren, bes­seren den Weg zu verhauen. Und deshalb wird leider, wenn nicht alle Zeichen trügen, das Kind vom 4. Mai auf Krücken einherhumpeln und bald zu Falle kommen.

Wenn die Verhandlungen der Mittelport eien mit den Deutschnationalcn am Montag gestchu- tert sind, so ist der innere Grund darin zu tu­chen, daß die P a r t e i g e g e n s ö. tz e nicht ubec- wunden werden, solange der absolute Zwang fehlt. Eriiticrtc die Möglichkeit der Koalition Mitte-Links garnjcht mehr, dann wäre der Bür­gerblock zustande gekommen. Da jedoch nock ein leiser Schimmer von ihr besteht, bleiben einige der Mittelparteien und ihre Minister lieber beim Alten. (Unbekümmert um das Fiasko vom letzten Herbst und um das Wahlergebnis.! W:r wollen ganr gereckt sein. Auch ehrliche Politiker und gute Deutsche erbeben gegen den Buraer- blach den Einwand, daß er die Außenpolitik erschweren und im Innern die Geg"nsätze un­heilvoll veifchärfen würde. Wir möchten dein zweiten Araument größere Bedeutung beimessen und rugestehen daß es in einer Zeit schwerster wirtschaftlicher Krisen eine Beruhigung bedeu­tet. wenn die Sozialdemokratie nickt in Ov*>o- sition steht, in Preußen sogar mitrcgiert. Aber man sollte darüber nickt die Gefobr vergessen, die ans einer leidenlckgftlicten Opposition der ganzen Recktenl einschließlich der, zum Teil mit her Reichswehr liierten, großen nationalen Verbände) erwacksen kann. Mau wöoe viel­mehr forofältia ob, auf welcker Seite die größe­ren wirtschaftlichen, oraanisotorifchen und ?amtieren Kräfte sind. Wer über den Par­teien steht, wird unschwer erkennen, daß die beste Lösung unbedingt die politische A r - beitsaemeinsckasl von den Deutichnatio- nalen bis zu den Sozialdemokraten wäre So­lange sie der Parteihaß verhindert, entscheid-'! mir uns in der aegenwö-tioen Situation für h<m Bürgerblock csss den stärkeren, der iiEolge- dessen guck dem Auslände die weit arötzerc Sicherheit dafür böte, daß die Annahme der Gutachten auck durchqeführt und daß jeder poli- tifcke Umsturzversuch niedergeschlagen werden

B e r l i n, 27. Mai. (Eigene Drahtmeldunz.) Gestern abend wurde ein sozialdemokra- tischerBorstoß gegen eine Ucbcrtragung der Kanzlerschaft an die D -utschnatio nalen beschlossen. In Verfolg dieses Beschlusses be­geben sich heute mittag Vertreter der G e!v c r V schaften zum Reichspräsidenten, um ihm von der Erregung der arbeitenden Bevölkerung Mit­teilung zu ntadjen über eine Wiederkehr der An-

So n d o n, 27. Mai. iPrivattelegramm.) Bei Lloyds wurden nm Sonntag politische----------------

Welten abgeschlossen für ein Kabinenipciiün würden jedoch im Auge behalten werden.

saft hoffnungslos. Versperrt aber im wesent­lichen der Partcizwist den -Ausweg, dann soll­ten wir wenigstens die eine Folgerung zuche daß möglichst schnell das gegenwärtige Wahl­recht das durch das Listen spstcrn in sehr sm« Wahlkreisen die Partcimackt und den Parten äcist so verhängnisvoll gestärkt hat, beseitigt werden muß. Dies wird eine der dringendsten Ausgaben des neuen Reichstags fern, falls er nicht doch wider Erwarten durch eine ver­ständige Politik sein Leben verlängert.

Im besetzten Gebiet.

Der französische Anspruch auf die Ruhrkohle.

(Eigener Drahtberichc.)

Paris, 27. Mai.

Künftige Gaökämpfe.

gteuesungen im Luftkrieg-

Wiihrend Deutschland völlig euttvaffuer ist nnb von den Feind-n dauernd überwacht wird, rüste« die anderen Völker weiter unO eignen sich fortgesetzt chemische und «echnUchc Neuer, nnqen sirr tirnsiige Kämpfe an- lieber -AaStämpfe in d«L st sc reibt Erneec- Ncntnant a.DSchwicr z Die Auffassungen über die Anwendung von offenen Gasen im Kriege sind zur Zeit geteilt. Obgleich viele Länder grundsätzlich die Verwendung ablchnen möchten, beschäftigen sie sich doch recht eingehend mit der Erforschung und Anwendung solcicr Kampfgase. Am bezeich­nendsten für die Auffassung in dieser Frage ist die Aeußerung des amerikanischen Kricgsmini- sters Weeks, der sagte:Sie Vereinigten Staa­ten mißbilligen an sich den Gebrauch des Gases als Kampfmittel, cs aber unvernünftig, anzu­nehmen, daß alle künftigen Feinde Amerikas ebenso denken." A m c i t k a bat daraus die Folgerungen gezogen und in Edgcwood nahe von Baltimore eine mächtige Fabrikanlage zur Erzeugung giftiger Kampfgase errichtet, wo diese neuen Kampfmittel unter Leitung eines ganzen Stabes von Chemikern und Militärs erprobt und angefertigt werden. Andere Staa­ten arbeiten auf diefem Gebiete entsprechend.

Amerikanische Militärschriststeller beschäftigen sich mehrfach mit der Verwendung des Gases im Luftkriege. Es läßt sich daraus ein Bild oewinnen, wie die Anwendung gedacht ist und welche Gasarten in Betracht kommen. Mcm ist der Ansicht, daß durch ein Flugzeug größere Gasmengen über größere Räume verbreitet wer­den können, als es sick durch das Artilleriege­schoß erreichen läßt. Als Kampfstoffe werden erwähnt das Senfgas, da? Phosarn, das Reiz- ga? (Trärienreiz""-»ch Giftrauch. Brandaal- und Gasnebel. Die 'ersten drei Arten der Kamp'.-

Berlin 27. Mai. (Eigener Drahtbericht.) Die Reichsregierung hatte in ihren Sitzungen vom 6. und 15. Mai 1924 beschlossen, nur bis zum Zusammentritt des Reichstages im Amte zu blei­ben. Im Verfolg dieses Beschlusses hat die ReichSregierung gestern erneut zu dieser Frage Stellung genommen und einmütig beschlossen, dem Reichspräsidenten ihren Rücktritt mitzu teilen. Der Reichspräsident hat die Demis­sion entgegengenommen und das Reichskabinett mit der einstweiligen Fort- f ü h r u n g der Geschäfte beauftragt. Die in der elften Nachtstunde bekannt gegebene Demis­sion des Reichskabinetts hat die innerpolitische Lage insosern nur wenig entspannt, weil die Deutschnationalen unbedingt an der Prä­sentation des Großadmirals von Dir Pitz als Reichskanzler festhalten und diese Kandidatur die Ablehnung nicht nur der Sozialdemo­kratie, sondern auch des Zentrums und der Demokraten findet. Die Berufung der Parteiführer zum Reichspräsidenten wird erst heute nachmittag erfolgen. Für heute vormittag hat Reichspräsient Ebert zunächst den bis­herigen Reichskanzler Dr. Marx zu ausführ­licher Berichterstattung zu sich geladen.

Mittwoch, 28. Mai 1924.

RUMMSS 125. Einzelnummer 10 Pf., Sonntags 15 Pf.

Kasseler Neueste Nachrichten

Kasseler Abendzeitung Hessische Abendzeitung

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