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Meler Neueste Nachrichten

Hessische Abendzeitung

Kasseler Abendzeitung

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Nummer 122. Einzelnummer 10 Pf, Sonntags 15 Pf. Sonnabend, 24. Mai 1924. Einzelnummer 10 Pf, Sonntags 15 Pf. 14. Jahrgang

Der patteienstreit um die Regierung.

FrankreichsKabinett.

Was habe« wir z« erwarte«?

Die Regierungsbildung in Frankreich entwickelt sich wesentlich gradliniger als die in Tcutschland. Ter Wahlausfall hatHüben ein weit klareres Bild ergeben als bei uns. Es ist eine 8 i n k s m e h r h e i t da. Rur fragt cs sich, ob eine Regierung ausgesprochener Links- richtung oder eine solche der Mitte mit dem Schwergewicht nach links hin zustande kommt. Auch die Personenfrage ist bereits so gut wie geklärt. Herriot, der Führer der Radikal- sozialisten, der bisherige geistige Leiter der Linksopposition in der Kammer, besitzt den Na­men und die politischen Ausmaße, die zur Uebcrnahme des Ministerpräsidentenpostens be­fähigen. Painleve hat bereits erklärt, daß er für seine Person auf die Kabinettsbildung unter seiner Führung verzichtet und daß er be- reir sei, als Außenminister oder Kriegsminister, in ein Kabinett Herriot einzutreten. Zwei Fra. gen sind es, die von der neuen Regierung Reg­lung erheischen; Die Stabilisierung des Franken nach innen und, damit int engsten Zusammenhang stehend, eine Lösung des Re- par ationLProblems, wie sie einmal der politischen Willensmeinung des ^siegreichen" Frankreich, zugleich aber auch den sehr dringli­chen Forderungen wirtschaftlicher Vcr'tunft cini- geimaßen entspricht.

Die Frankenkrise gibt der französischen Links­presse immer noch Anlaß, die schwersten Angriffe in letzter Zeit weniger gegen Pmncars als ge- gen den Präsidenten Millerand zu richten. Be­haupten' verschiedene. Zeitungen doch in aller Oeffentlichkeit, Millerand habe den Morgankre- dit zum Teil zu Zwecken der Wahlpropaganda für den nationalen Block benutzt. Mtllcrand hat nun in Gegenwart Poincares Herriot zusammen mit Painlevs zu sich berufen, um den zukünfti­gen Leitern der Politik einen Einblick in die Finanzverhältnisse und ihre Hintere gründe zu gewähren und auf diese Weise wohl auch gegen die über ihn verbreiteten Ausstreu­ungen Stellung zu nehmen. Auf welchen Wegen die neuen Männer dem Frankenproblem bei­kommen werden, ist vorläufig noch nicht zu über- sehen. Es ist sedoch wohl anzunehmen, daß sie sich nicht, wie ihre Vorgänger, mit einem Herum- knrieren an den Kntzeren Erscheinungen und mit rein finanztechnischen Maßnahmen zufrieden geben, sondern den Versuch machen werden, durch einen Wechsel in den Methoden b*r Außenpolitik das allgemeine Miß­trauen gegen Frankreich zu beseitigen,

ES ist eben gesagt, daß ein Wechsel in den Methoden der französischen Politik zu erwarten ist. Falsch und gefährlich wäre es, in Deutsch-« lind sich etwa der Hoffnung hinzug-rbsn, daß Frankreich von den Grundlagen der bisher be­folgten Politik abwetchen würde. Frankreich, auch nicht das linksgerichtete Frankreich, wünscht nicht, seine politische Vormachtstellung in Europa irgend wie schwächen zulasten. Es braucht nur daran erinnert zu werden, daß, Frankreich unter einem in gleicher Weise .links­gerichteten" Kabinett den Krieg geführt und fei­ne Kriegsziele formuliert und zur Derivirk- chung gebracht hat. Die Ausbeulung dieser im Versailler Diktat niedergelegten iranzöüschen Kriegs- und Friedensziele ist nicht sehr schwie­rig. Die Periode Poincare hat mit ihren mili­tärischen Zugriffen und ihren diplomatischen Vündnisverkniipfungen dafiir gesorgt, daß Frankreich ietzt. ohne seine Stellung zu aesiidr- den. seine Methoden etwas mehr dem Geschmack der übrigen Ententemächte anpaffen kann.

Die politische Phraseologie der netten Män­ner deutet bereits auf diesen Anpastnnaswillcn bin. Auch Herriot gebraucht in seinen Verlaut» barkkngen das'etwa? abgearincne Wort von der Bekettiauna der .Geb-imdivlomatie". Painlevä. her. entweder alS Außenminister oder als Kriegsminifier, vorqßtsflchtlich sich mit der Rubr- frage im besonderen zu befassen haben wird, redet ebenfalls von einer .neuen Aera der fron« -ösisch-dentfchen Beziehungen*. Es ist anzuneb- men. daß Frankreich die rein militärische Aus­machung seiner Defetzuna etwas mehr als M bisher geschehen ist. den Wünschen vor allem wpglands anpassen wird, und dass die neuen Männer den ia fest in ihrer Fuchtel stehenden Völkerbund, ebenfalls Maedonakd und der Welt- stimmuna zuliebe, in größerem Umfange auch mit Fragen der großen Politik befassen werden, ^hte völlige Aufhebung der militärischen Be­satzung im Ruhrgebiet macht auch Painleve von der (wie er weiß, unmöglichen) völligen Aus- fühyrna des Dawesgntachtens abhäitgig. Auch er verlangt im übrigen, daß Deutschland die Le-stung der Kontributionen über die erzwun­genen .rechtlichen" Grundlagen hinaus als eine moralische Verpssichtung ansehen soll. Deutsch­land, das bisher sich "einem scharfgespalteuem

Ententeblock gegenübersah, wird also in Zu­kunft, dank der größeren Anschmiegsamkeit der neuen Männer in Frankreich, mit einer (viel­leicht gemilderten?) Einheitsfront der Gegner zu rechnen haben.

Noch keine Klmheit.

Der Parteieustreit um die Kabinettsbildung.

(Eigene Drahtmeldung.)

Berlin, 23. Mai.

Zwischen Reichskanzler Dr. Marx und Groß, admiral von Tirpitz hat gestern nachmittag eine Unterredung stattgefundcu, die dem Benteh. men nach zu keinem Ergebnis geführt ha. ben soll. Angesichts dieser Tatsache uttb angesichts deS stacken Widerstandes, der sich in der ZctttrumSfraktion gegen ein Kabinett Tirpitz be­merkbar nracht, ebenso auch angesichts der Ein­stellung der Demokraten gegen Tirpitz wird nun« mehr auch in den Kreisen der Deutschen Volks- packet, von der die Einladung zu der Bespre­chung ausgegangen ist, die Lage nicht besonders optimistisch beurteilt. Sollte der Versuch der Deutschen Dolkspackei, ein Kabinett der bürger­lichen Mittelparteien mit den Deutschnationalctr aus Grund der in Aussicht genommenen politi­schen Aussprache zustande zu bringen, nicht zum Erfolg führen, so glaubt man in mittelharte- lichen Kreisen, dass bann der gegebene Weg für die Neubildung der Regierung wohl darin zu er­blicken fei, dass die Initiative verfassungsgemätz an den Reichspräsidenten übergehen würde.

Für Vas bisherige Kabinett.

B e r l i n, 23. Mai. (Eigene Drahtmeldung.) Wie in politischen Kreisen crflärt wird, hat tue Zentrumsfraktion mit Zweibrittcl-Mchr- heit und die demokratisch- Fraktion nahcztt einstimmig sich dafür ausgesprochen, dass das jetzige Kabinett Marx-Stresemann vor den neuen Reichstag treten soll. Tr. Stresemann hat gestern oollspartetlichen Abgeordneten gegen­über mitgeteilt, dass er nur dann an einen Rück­tritt vor Zusammentritt deS Reichstages deute, wenn die Durchführung der Sachverständtgeu- Gutai^en absolut sichergestellt werde.

Keine Giniyunx.

B e r l i n, 23. Mat. (Privattelegraimm.) Groß- admiral von Tirpitz gab über seine Bespre­chungen mit Dr. Marx eine Information an die rechtsstehende Presse ans, wonach die Ve- sprechnng der Annahme der Sachverstän- digen-Gulachten gegolten habe. Da Dr Marx an der nnbedingten Durchführung der Ewt- achten festhält, so sei die Besprechung ohtte Er- qebnis geblieben. Eine nochmalige Besprechuttg mit Dr. Marx fei nicht beabsichtigt.

Zwang durch Sie AMSerlen.

Die Micum verlangt die Kohlen.

(Telegraphischer Bericht)

Berlin, 23. Mai.

Mätiermeldungen aus Essen zufolge ist den Zechen im Ruhrgebiet ein Schreiben der Mi- cum zugegangen, dass sich die für Mai fülligen Reparationslieferungen der Zechen durch den gegenwärttgrn Kampf tm Ruhrbcrg- bau nickt vermindern. Infolgedessen hohe der Präsident der Micum angeordnet, dass die Lagervorräte der Zechen bis zur Wie­deraufnahme der Kohlenförderung plom- biert werden. Während triefet Zeit dürfen Vie Zechen ben Lagern keine Kohlen weder für eigenen Gebrauch noch $um Versand ohne die Ermöchttgung der Micum entnehmen. (I) Die Micum hat weiter angeordnet, dass die Logcr- Vorräte zwecks Reparationslieferungen verladen werden. Sollte dies seitens der Zechen nicht ge­schehen, so würde die Micum das Vecladen durch eigene Mannschaften vornehmen lassen.

DervonSiungen vor Druouttc.

P a r i s, 23. Mai. (Privattclegramm.) Der Mattn" meldet aus Düsseldorf: General Dc- gnnttc hat bte beiden streitenden Parteien im Ruhckonflitt vor der Micum per Samstag ge­laden. DemMotin" zufolge ist bie erste Be- schlmzitahmelistc der Micum. die 18 Zechen und 21 Jndustriekohlenlager umfasst, dem Zechenver­band am Mittwoch bekannlgrgcben worocn.

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Beschlagnahme ber Sorrätr.

Düfselbotf, 23. Mai. (Privattclegramm) Am gestrigen Tage wurden in Effctt 6. in Ruhr­

ort 5, in Mülheim 8 und üt Duisburg 7 Jndu- stricwerken sämtliche Kohlende st ände durch die Micum beschlagnahmt. In Mül­heim wurden bte Kohlenlager durch franzg. ftfches Militär besetzt. Für heute wird mit einer Fortsetzung der Beschlagitahnntngen gerechnet. In Duisburg werden bereits allge­meine Schliessungen von Industrie- werken für kommenden Montag durch An­schläge in ben Fabriken bekamttgegcben.

Die rote Kampfstimmung.

Unveränderte Krise im Ruhrgebiet.

(Privat-Telegramm.)

Berlin, 23. Mai.

Nach den aus dem Ruhrgebiet vorliegende« Meldungen sind fast ans bet Hälfte aßet Zeche« unter dem Druck des Terrors die Notstands- a rbeiten eingestellt worden. Die Kampf­stimmung der Bergarbeiter ist trotz wachsender Rot iu zahlreichen Familien sehr stark. Eine Konferenz sämtlicher Funktionäre der Zech-nan. lagen pes Bericks Bochum im Verbände der Bergarbeiter Deutschlands stellte sich hinter die Beschlüsse der Ruhrrevierkonserenz und betonte ausdrücklich, dass die Bergarbeiter gewillt seien, den Kamps für die grundsätzliche acht- bezw. stebenstündige Schicht bis zum Weißblu­ten (!) zu führen.

* » *

Belgische Truppen greifen ein.

Essen (Ruhr), 23. Mat. (Privattelcgramm) Der Abend und die letzte Nacht find im Ruhr- gebiet ruhig verlaufen Im Homberg find die Belsier zur Auflösung der roten Hun­dertschaften ^schritten, die sich feit zwei Tagen gebitbd haben und mit Demonsttationen und Plünderungen gedroht hatten. Die Be- f e tz n n g bei Kohlenlager ber Zechen durch bte BefaknngStruvpen schreitet fort. Gestern find im engeren Ruhrgebiet weitere 16 Zechen und Industriebetriebe zum Zweck beS Abtransportes bet Kohlenbestände besetzt worben.

tim die deutsche Eisenbahn.

Unter ber fremben Aussicht.

(Eigener Drahtberich:.)

Paris, 23. Mai.

DaSPetit Journal" meldet: Die gestrige Sitzung des Organisctionskomitees für bte deut- sche Reichsbahn hat bem endg ültigen P l" n für doS nette Statut der deutschen Reichsbahn gegen bie Stimme« ber anwesenden beut, sch en Vertreter ztigestimmt. liebet bie Anpassung der Beamtenschaft an bie neue Be> triebssonn haben d e alliierten Vertreter vorgeschlagcn, dass ftir bie Zahl ber Beam­ten und Arbeiter prozentual die Kopfzhl der englischen Eisenbahnen maßgebend sein soll. DaS würde eine vierzigprozentige Verminderung bet jettt bei ber Rcichsbakn Beschäftigten zur Folge haben. Die Beratun­gen sollen Ende nächster Woche fortgesetzt wer­den, worauf sich vie deutschen Vertreter nach Berlin zurückbegebrn.

Lvyne und Tarife.

Berlin, 23. Mai. (Privattelegramm.) In per gestrigen Stiftung der Betriebsräte ber Bct- liner EisenbahnwerkstättkN wurden die neuen Lohnforderungen mit 20 Prozent ab 1. Juni formuliert. In ber Sitzung wurde eine Erklärung be§ ReichSbahnbirrkUonSpr sibcntcn bekanntgegeben, wonach einer neuen Lohnerhö­hung eine Erhöhung aller Tarife ker Reichsbahn vorauSgehen müsse.

Der sinkende Frank.

Die Stützung war nur ein Wahlmanöver?

(Eigene Drahtmeldung.)

Paris, 23. Mai.

Seit gestern treten die ftanzöfischen Blätter der Linken mit schwersten Anschuldigungen gegen das bisherige Kabinett auf.Quotidien" vcr- össentlicht die Anklagen mehrerer Ministertal-Dc- amittt, wonach die ganze fehlgcschlagene Aktion zur Stützung des Franken nichts als ein im Kabinett verabredetes W a hl- manöver gewesen sei. Tas Blatt fordert im Rauten der Linken die Einsetzung tincr parla­mentarischen Untersuchungs-Kommission gegen Poincatä. Marshal uttb die übrigen Minister, um die Verantwortlichen festzttstellen.

*

Wetteret Rückgang.

Rotterdam, 23. Mai. (Privattelegramm) DerEourent" meldet ans Ncwyorl: Ter Still­stand des französischen Franlen war gestern titit von kurzer Tauer. Gegen Schluß der Börse ist der Franken weiter gefallen und wurde schließlich amtlich mit 5,45 (gegenüber 5,53 am Mittwoch) notiert. Nachbörslich senkte sich dann der Kurs weiter bis cuf 5,35.

Am Arbeitsmarkt.

Die Besserung unb ihre Wirkung.

Obwohl die Gegenwart wieder Gefahren für die 93etoäftißUÜß der Industrie in sich birg« Und bie ArbeitSverhSleniffe, wenn wir die letzte» Monate betracht-,:, besser geworden. Dazu ist das Raü)foigc/.ve zu bemerke«, Ms zu Ende November 1923 in Deutschland 45 Millionen Arbeiter und Angestellte ganz! oder teilweise erw.'tbslos waren und mit ihnen rund 10 Millionen Familirnangehörige .'twa i/f der Bevölkerung des Reiches; wußte nie» mand in deutschen Landen, ob und wie das deussche Voll durch ben vergangenen Winter hindurchgehen würde, ohne Las 'JitUtonen von Bolksg.mosten verhungern sollten. Wenn auch die Hilsstätigkeit der privaten Organisationen in weitem Umfange die Vorhand m- Rot zu Im» dem wußte, so blieb doch die Fragx offen, ob sie für die Massen der Verelendeten hinrelchctt würde. Daß die geringen Sätze der öffentlichen Erwerbslosenfürsorge zum Lehen zu wenig und zum Sterben zu viel, daß sonach die auf diese Erwerbslosenfürsorge Angcwieseneit dem Elend erbarmungslos pretsgcgeben sein würden, das allerdings wußte jedermann. Andererseits war es angesichts der Finanzlage des Reiches ausge» schloffen, die Erwerdslosensätze entsprechend »» erhöhen.

Trotz alledem sind wir durch die furchtbare Winterszeit hindurchgekommen. Die Erfahrung hat uns gelehrt, daß in dem Maße, in dem die Festigung der Wahrung, die Rückkehr alfo zu stabilen K alkulations- und Arbcits- verbältuissen möglich war, auch die Erwerbs» l o s i g k e i t und zumal die Kurzarbeit ad» genommen hat. So ist die Zahl der unterstütz» ten Erwerbslosen im unbesetzt:«' Gebiet be.» fpielsweise von 1474000 am 1. Dezember- auf 1 4-10000 am 1. Februar und 476000 am 15. April zuruckgegangen. Zusammen mit den nichtunterstützten Erwerbslosen dürft: die Zahl für das unbesetzte Deusschland etwa 560000 be­tragen. Dazu kommen bann noch etwa 700 000 Arbeitslose im besetzten Gebiet.

Die Entlastung, die diese Besserung deI Ar» beitsmarttes für ben Etat des Reiches de» deutet, mag aus der Tatsache hrsehen werden, daß schon jetzt im Vergleich mit den Monaten Dezember oder Januar monatlich 2530 Millio­nen Goldmark weniger für die Zwecke der «n- produktiven Erwerbslofmfürsorge auSgegeben werden müssen. Wenn auch in manchen Ge­werben, so insbesondere in der Exportindustrie, die Nachwirkungen der Jnflationszelt noch fühl­bar sind, wenn atich die Preise gewisser Wtrt- schaftszweige der allgemeinen Verarmung des deutschen Volkes und der Abnahme b?r Kauf­kraft der breiten Massen noch nicht entsprechen, und wenn infolge dieser Erscheinungen die Ab- satzfähigkeit mancher Industrien noch zu Wim» scheu übrig läßt, so kamt doch ans der Tatsache, daß in ben Gewerben, bte bem Konsum me­nen Textilien Bekleidung. Schuhwerk, Haus» rat, Lebensmittel Pie Wirtschafiskris: über­wunden zu fein scheint, auch für die nächste-Zett auf eine weitere Besserung ber Arbeitsmacktlage geschlossen werden. .

Gewiß nicht weniger wichtig über als. btef; wirtschaftliche Sette der Besserung der deutsches Wirtschastsrage ist ihre poetische: Als Mtllto- nen von Arbeitern und Attgeitellten uich ihrs Angehörigen dem Elend der Arbeitslosigkeit tu verhältnismäßig kurzer Zeit entrissen werden konnten, hat uns dies vor dem ^tun tn dm Ab. gründ, vor dem politischen^ChaoS ge­rettet, vor dem wir standen, und der ohnS diese Besserung zweifellos eingetreten wäre. D-e Folgerung, die wir hieraus ,u zietz:n ha­ben, ist klar. Sie lautet: Mit allen Mitteln versuchen, die Stabilitäten unserer Wäh- rung zu halten, indem wir für die weitere Am- Vierung unserer Zahlungsbilanz und für bte Bilaneieruna des ReichShaushaltes Sorge tra­gen. Ohne schwere steuerliche Opfer, ohne oie äußersten Anstrengungen aller Fakloren der Wirtschaft wird di:? freilich nicht möglich feiltz.

Frankreichs Machtftreben.

In den Kolonien und auf deut Kontinent.

Die .Zeitschrift für Geopolittk" (Kurt V»- winckel Verlag Berltn-Halensee) veröffentlich, in dem demnächst erscheinenden Heft 5 einen be- deutsamen Aussatz von I. Wusschke über »Ein aeopolitisches Grundgesetz in der französischen Politik. Ei kommt. ,u fol­genden interessanten Ergebnissen: Zwei Weg«! sind dem Ausdehnungsstreben Fronkre«^ von der Natur vorgeschrieben: der übers Meer zur Kolonisation und zum Welthandel, der an­dere nach Osten und Nordosten L::rch die Lücken in den Grenzgebirgen nach Deutzchlaud. Zwischen diesen beiden Möglick>Lcttcn pendelt Frankreichs Politik seit Jahrhu/iderten hin unb ber. Nach 1588 setzte bte Ausdehnung über See ein und führte zur Besetzung Kanadas uud vis zur Kolonisterung Mffdagasiars und Vorder­indiens Von 1642 ab schwenkt die Stoßkiakt Frankteichs in die kontinentale Richtuna ab und