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Kasseler Abendzeitung -MM Hessische Abendzeitung
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MummetH^ «»»,»»»«, w m,is« Dienstag, 2». Mai 1924. i»«. E»»«i°«s isP, 14. Jahrgang
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Fehlschlag der Welfen-Abstimmung.
Deutsche in Rußland.
Das Schicksal einer Kolonie.
Mit einem Gefühl des Staunens, das für die Unzulänglichkeit der Vorkriegsschukbildung, im völkischen Sinne, zeugt, haben unsere Fe»d- grauen gegen Kriegsende deutsche Volksbrüder in gepflegten, deutschen Dörfern an der unteren Wolga borgefunden, 600 000 Deutsche in einem Gebiet so groß wie die Provmz Sachsen. Eine kürzlich in propagandistischer Absicht in die Presse geleitete Nachricht gibt nun bekannt, paß die Wolgadeutschen, d. h. was nach dem Krieg, Revolution und Hungersnot noch am Leben ist, „autonome Selbstverwaltung" bekommen haben. Ein wechselvolles Schicksal liegt hinter den deutschen Menschen, deren Vorfahren vor 160 Jahren durch Katharina II. tns Land gerufen und mit weitgehenden nationalen Rechten ausgestattet worden sind. Je größer die wirtschaftlichen Erfolge dieser deutschen Bauern gewesen sind, die sich neben einer blühenden Landwirtschaft auch eine beachtlich« Klein industrie (Mühlen, Weberei usw.f schufen, um so stärker wurde der nationale Gegendruck der russischen Regierung. Das Privileg der Befreiung vom Heeresdienste wurde beseitigt — tausende von Familien wanderten daraufhin nach» Amerika und gründeten neue geschlossene Siedlungen —. den Höhepunkt erreichte die na« rfonole Bedrückung im Weltkriege. Schule, Kirche, Presse wurden rusflsiziert. Die Revolution brachte Befreiung. Einmütig erklärten im Avril die in Seratov versammelten Vertreter des Wolgadeutschen Volkes ihre nationale Selbstbestimmung in Verwaltung. Kirche, Schule, Presse. Die »Föderation der Deutschen an der Wolga" wurde begründet. Lenin erkannte im Jahre 1918 diese Entwicklung wenigstens reilweise dadurch an. daß er em „deutsches Kommissariat für die Angele- aenheiten der deutschen Wolgakolonisten" ins Leben rief Aweck dieses Kommissariats war allerdings nicht die Sickerung der nationalen Selbstbestimmung, sondern die radikale Durchsetzung des Sowjetprogramms, was die „Jsvestija" offen zugab.
Tie Tätigkeit der „Arbeitskommune" schildern, hieße wiederholen. Was auch im übrigen Rußland überall in gleicher Weise sich abgespielt bat. Das Massensterben der Hundert tausende ist schließlich das Ergebnis von Jahren politischen Terrors und wirtschaftlicher Ver- ranntheit gewesen. Wie gleichgültig tatsächlich den roten, meist ortsfremde« Machthabern r,ie nationalen Belange der Wolgadeutschen gewesen urtD, Erntet sich aus der EinMnng zweier großer russischer Kantone, die ruWÄe Bewohner des Landes im Verhältnis von 35 Prozent tu das deutsche Gebiet hineinbrachte und die nationale Einheitlichkeit hoffnungslos zerschlug. Das Russische in Verwaltung und Schule gewann durch diese Maßnahme zwangsläufig wieder an Bedeutsamkeit. Die Ausrufung der „autonomen" Sowjetrepublik dient nun. wie aus den Begleitumständen einwandfrei hervor- aeht. vorwiegend den Zwecken der äußeren Rrovaagnda. In erster Linie soll durch diese Maßnahmen eingestandenermaßen die antlbol- schlewistiscke Aufklärungstätigkeit der Emigran- lett wirkungslos und die breite Masse in Deutschland gewonnen werden. Die Maßnahme bängt aufs engste mit der Konzentrierung.der Sowjetpropaaanda auf Deutsch- land unter vorläufigem Verricht auf die revolutionierende Tätigkeit in Asien zusammen.
Den tatsächlichen Verhältnissen nach hat die bäuerlich an t lkommun i sti sche, außeror- nenklieb religiös und kirchentreu eingestellte deutsche Bevölkerung an der Wolga ebensowenig freie Verfügung über die Gestaltung ihrer Verhältnisse wie die Bevölkerung irgend eines anderen Gebietsteiles 'n Sowsct- rußland. Der Kampf gegen die Kirche, gegen die konfessionelle Schifte. die stärksten Stüdeu des Deutschtums, wird in scharfer Weise geführt. Die Verwaltung und leider auch in zunehmendem Maße die Unterricktserteilunq, foroett eine solche nack dem Hungerschrecken überhaupt schon wieder ausgenommen ist, liegt in Händen kommunistischer, meist ortsfremder, zum Teil sogar stammesfremder Leute. Leidlich hat sich die Wirtschaft nach Einführung des „neuen Kurses" entwickelt. Die Gründung der „Wolgadeutschen Bank" ist ein Versuch, mit dem Welt- lapital, auch mit tzeu ausgewanderten Brüdern in Nordamerika in wirtschaftliche Fühlung zu kommen. Auch Konzessionen an kapitalkräftige reichsdeutsche Unternehmungen sind verliehen worden. So hat die „Deutsch-Russische Agrir- gesellschaft", an deren Spitze der Abgeordnete von Rheinbaben steht, eine große und anscheinend auch aussichtsreiche Landkouzessiou tm Wolgagebiete erworben.
Die neue „Republik" genießt übrigens nicht die gleiche Selbständigkeit wie beispielsweise Georgien, die Ukraine und andere, die iedigiich in der Außenpolitik von Moskau vertreten wer
den. Bei der deutschen Wolgarrpublik handelt es sich um einen Föderativ st aat, dessen Kommissariate für Finanzen, Arbeitsschutz, Volkswirtschaft der Moskauer Zentrale in Besetzung und Amtsausübung unierfiehen. Immerhin ist die kulturelle Selbständiglcit. trotz ihrer parteipolitischen Ausprägung durchaus zu begrüßen. Die Erhaltung von Sprache und Stammesart ist das höchste Gesetz für die in der Ferne wohnenden' treuen Deutschen, die bis aus Tracht und Mundart hinab sich das Wesen ihrer Voreltern erhalten haben, allen Polltischen Stürmen, allen wirtschaftlichen Katastrophen zum Trotz. Ihr Wesen wirklich grundlegend zu wandeln, dürste auch den Kommissaren eines in den letzten Monaten in beit Grundfesten erzitternden Regierungssystems nicht ge- linaen. Mit der „Autonomie" und dem „Soto- feiismus" isi's an der Wolga nicht weit her. Deutsch aber ist und bleibt das tapfere Völkchen.
Hannover bleibt bei Vreußen.
Wie zu erwarten: ein Fehlschlag der Welfen.
(Eigene Drahtmeldung.)
Hannover, 19. Mai.
Bon der Gesamtzahl der Abstimmungsberechtigten, nämlich 1700 000 haben 438 £61 mit Ja gestimmt. Da jedoch die Anhänger einer Trcu- nuno Hannovers von Preußen ein Drittel der Gesamtzahl der Abstimmungsberechtigten (also »90 000 Jastimmen) hätten aufbringen müssen, bat die Abstimmung für ein Verbleiben Hannovers bei Preußen entschieden.
AuS Berlin wird berichtet: Der preußische Innenminister Severing hat gegen 12 Ubr nachts das vorläufige Ergebnis der Bbstimmmtg in Hannover entgegengenommen. Der Minister hat noch um y2l Nhr dem Obervräsidenteu von Hannover, Noske, in einem Telegramm Dank und Anerkennung des preußischen Staatsministeriums für die geleistete Auftlärungsar- beit ausgesprochen. Heute mittag 12 Uhr wird das preußische Staats.ministerium zusammentre- ten. um zu dem Abstimmungsergebnis Stellung zu nehmen. Es ist dann mit einer Kundgebung des preußischen Staatsministeriums zu rechnen.
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Die Varoie zur EtimmentvrMuno.
Hannover. 19. Mai. (Privattelegramm.) Nickt nur die Demokraten, sondern auch die Deutschnationalen und die Deutsch: Volkspartei hatten gestern in letzter Stunde ihre Anhänger noch einmal dringend aufgefordert, der Abstimmung fern zu bleiben. Dadurch erklärt es sich, daß die Stimmenabaabe jener Parteien nur gering ist, während die Welfen die letzten ihrer Anhänger an die Wahlurne brachten.
Aue Bern Kreis Vonn.-Mvndrn.
Hann.-Münden, 18. Mai. Münden-Stadt 515 Stimmen „ja" für eine Trennung (gegenüber 463 Hannoveraner Stimmen bei der ReichE- tagswahl) Münden-Landkreis 2445 (Reichstag 2079) zusammen Stadt- und Landkreis 2955 (gegen 2542) also 23 Prozent Zuwachs. Einzelergebnisse aus dem Kreise: Uschlag 79 (69), Landwchrhagen 79 (73), Bona- sort 5 (7), Escherode 8 (8), Laubach 19 (16), Nienhagen 24 (38), Speele 27 (29), Bernterode 23 (10). Dahlheim 6 (9), Hedemünden 101 (152), Lutterberg 117 (140), Eichelnstein 9 (54), Spik- kers-hansen 36 (27).
Deutschland als Opfer.
Dis Frage des Gutachtens.
(Privat-Telegramm.)
Rom, 19. Wat.
Wie die Agenzia Stefani meldet, fand gestern mittag in der Präfektur von Mailand die erste Unterhaltung zwischen Mussolini und den beiden belgischen Ministern Theunis und Hymans statt. Die belgischen Minister unterrichteten Mussolini von den Besprechungen, die sie in Paris und London über das ReparattonS problem gehabt hatten. Die drei Minister Prüften dann die durch das Sachverständigen-Gut- achten geschaffene Lage. Die Besprechung dauerte zweieinviertel Stunde. Sie soll beute fortgesetzt werden. — Der beratende Ausschuß der britischen Handelskammern beschloß, der Regierung in einem Memorandum vorzuschlagen, alle Maßnahmen zu ergreifen, um tue im Ervertengut- achten Dawes vorgesehene deuffche Emissionsbank zu unterstützen.
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2>le Gewerkschaft für die Ruhrbesedung.
Paris, 19. Mai. (Telegraphische Meldung.) Die französischen Gewerkschaft«! habe»
ich in einer außerordentlichen Sitzung am 16. Mai für die Wiederaufnahme von Sachliefe- rungsabkommen mit Deutschland für den Wiederaufbau in der einstigen Kriegszone ausgesprochen. Einen beantragten Beschluß g e - gen die Ruhrbesetzung lehnten die Gewerkschaften ab, weil er außerhalb ihrer Gewerkschaftskompetenz liege.
Experimente im Bergbau.
Für und gegen Sozialisierung. (Eigene Drahtmeldung.)
Berlin, 19. Mai.
Aus Dresden wird gemeldet: Der Landesverband der Bereinigten sozialdemokratischen Partei Sachsens, beMoß gestern die Reichstagsfraktion aufzufordern, unverzüglich die S o- zialisierung des deutschen Bergbaues und die Aufhebung der Umsatzsteuer zu fordern. — Aus London wird berichtet: Nach der Ablehnung des Antrages der englischen Arbeiterpartei' auf Verstaatlichung der Bergwerke ist die Arbeiterpartei zu einer Gesamtsitzung zusaknmengetreten. Sie hat beschlossen, den Rücktritt des Staatssekretärs für den Berg bau. Schinwell zu verlangen, der im Parlament erklärte hatte, die Regierung lehne die Verantwortung für den Antrag ab. Ferner wurde ein Ersuchen an Premierminister Maedonald angenommen, eine Regierungsvorlage auf Verstaut lichnng des englischen Kohlenbergbaues unver- züglich im Unterhause einzubringen.
Kommunisten AMchmtung Blutiger Ueberfall in Fürstenwalde.
(Eigener Drahtbericht.)
Berlin, 19. Mai.
Bei der Weihe eines Kriegerdenkmals des Ulanenregiments Nr. 3 in Fürstenwalde wurden die Teilnehmer, zum größten Teil ehemalige Angehörige des Negimcws durch starke kommunistische Trupps überfallen. Es kam zu einem blutigen Zusammenstoß, der zahlreiche Opfer forderte. Im Spual liegen heute früh fünf Schwerverletzte. Ucüer zwanzig Verletzte mußten ärztlickfe Hilfe in Anspruch nehmen. Von der Schutzpolizei wurden drei Beamte schwer verletzt. Sechs Wettere Beamte erhielten Messerstiche, teils wurden sic durch Knüppelschläge so mißhandelt, daß sie heute dienstunfähig sind. Die Kommunisten haben ihre Verwundeten selbst fortgebracht, sodau fick ihre Verluste noch nicht übersehen lassen. Tie müssen jedenfalls beträchtlich fein. 78 Kommunisten wurden als Rädelsführer ve r h a f t e t und noch in der Nacht in das Gefängnis einge- (iefert, wo sie streng bewacht werden.
Am dieRegierrmgöbilöung.
Besprechungen der Parteien.
(Privat-Telegramm.)
Berlin, 19. Mai
Am Montag haben sämtliche Fraktionen, mit Ausnahme der Zentrumspartei, Bor- standssitzungen einberufen, nm über dte politische Gesamtlage und die Regierungsbildting die offiziellen Verhandlungen aufzunehmen. Es ist nicht wahrscheinlich, daß vor Wochenende mit einem Abschluß der Besprechungen zu rechnen ist. Die von der sozialdemokratischen Partei veröffentlichte Namenliste der gewählten Abgeordneten bestätigt die starke Radikalisierung der Partei. Fast achtzig Prozent der sozialdemokra- tischen Abgeordneten zählen zu dem linken Flügel der Partei, den ehemaligen Unabhängig«,. Wie verstchert wird, stellt das Reichskabinett spätestens bis Ende dieser Woche die Gesetzentwürfe für die Ausführung der Sachver- ständiaen-Gutachten fertig, die dann dem neuen R c i ck S f a a zur Enffcheidung vorgelegt werden. Erst die Annahme oder Ablehnung im Reichstag wird über das Verbleiben der Regierung Marx im Amte eine Entscheidung bringen.
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Noch fein deuffchnailonoler Entschluß.
Ber'li n, 19. Mai. (Telegraphische Meldung.) Zu der Meldung eines Berliner Miltagsblattes, die eine Reihe von Personen mit Ramon anführt, die von den Deutschnationalen als Mini sterkandidaten in einem neuen Kabinett in Aus ficht genommen seien, erfahren wir von maßgebender dentschnattonaler Seite, daß diese Mit- teilungen gänzlich unzutreffend sind. Personalfragen sind von der deutschnationalen Fraktion überhaupt n o ch n i ch t erörtert worden. — Von den Anhängern der Mittelparteieir wird der Gedanke eines Blocks der Mitte auch weiterbin eifrig befürwortete i
Herkules-Bergrennen.
Glänzender Verlauf des Kraftverkehrstages.
(Eigener Bericht.)
Kassel, 19. Mai.
Selbst dev Himmel war dem 2. Hrekules- bergrennen in WilHelmshötze gut gesinnt. Im Sonnenglanze paradierten am Sonnabend Kraftwagen und Krafträder vor der Sportlei- tung in der Opernstraße. Das Auto, und das Motorrad beherrschten die Stadt. Selbst die blutigsten Laien bekamen Benzcnsieber. Um 2 Uhr nachts setzte schon dir Völkerwanderung nach dem Herkulesrevier ein, um drei Uhr waren alle zum Westen führenden Straßen von dichten Kolonnen durchflutet, eine Stunde später führten die Straßenbahnen Massenbeförderungen durch. Das Knattern der Motore schaltete ben Nacht- und Morgenfrieden aus. Ganz Vorsichtige machten durch und verbuchten den Gang nach Wilhelms-Höhe als Katerbummel. Gut einer Stadt-Hälfte Bewohner lagerte beiderseits der großen Straße durch den Park, staute sich, an den Haarnadelkurven. Die sogenannte Tribüne an der Kaskaden - Wirtschaft meldete schon bei Rennbeginn ihr Ausverkauft I
Uebrigens: In der Stadt gab es ein Paar, einsame Fahnen auf der Rennstrecke Reklame- Hanner und sonst... Fahnen und etwas Grün an den Zufahrtstellen der Stadt — der Reise- verkebr geht zum großen Teil wieder über die Landstraße! — hätten nichts geschadet, so sagten Fremde, man würde wenigstens der Ante I- ncchme der Stadt an diesem für sie so bedeu- tungsvollen Besuch Ausdruck gegeben haben. Nichts ist geschehen!
Was die Schutzpolizei im Stadtinnern nur halbwegs an Beamten entbehren konnte, kämpfte im Bunde mit Parkaufsshern und Landjägern an der Rennstrecke gegen Unverstand und D:s- ziplinlosiakeit des „Publikums". Manchmal ginqs hart zu aber gerecht. Dennoch... gegen das Rennen im letzten Herbst war Besserung unverkennbar. So sanden wir Presse - Menschen die Lage vor. Fabrikbesitzer Rocholl in Bettenhausen hatte den Chronisten des Tages sein Auto zur Verfügung gestellt. Kurz hinter dem Start über,holte das Presseauto einen Lastkraftwagen voll Sanitäter der Wach» Fulda- b rücke. Dann wurde es von einem Militarauto überholt und dabei gabs leider den einzigen ernstlichen Unfall des Tages: Der Kraftwagen des Militärs überfuhr einen älteren Straßen- ganger und verhalf seinem Opfer zu einer sckwe- ren Gehirnerschütterung. Der Sanr tätsdienst sorgte für Ueberführung nach b'.m , Roten Kreuz"-Krankenhaus. Doch ist er bei der Einlieferung gestorben. Da verschiedene Gerüchte über die Zwischenfälle während des Rennens umherschleichen, sei festgestellt., es gab mehrere Stürze und Radbrüche mit Sachbeschädigung ohne Personenverletzung, einem Motorradfahrer, der nach dem Rennen im Dru- seltal stürzte, rettete lediglich der Lederhelm das Leben, ein Auto wollte vergeblich den Herkules umfahren, warf aber einen Sanitäter, ohne daß diesem etwas widerfuhr, beiseite und raunte sich an der Quadermauer des Riesemchlosses d.e Räder ein. Auch ein Unfug ist W erwähnen, weil er Unglück -festigte. Von der Herkulesplatt, form wurde eine Weinflasche herabgeworfen. Die Flasche traf ein Kind derart, daß es besin- nungslos fortgetragen werden mutzte. Außerdem^ erlitt das Kind GestchtAverlctzungen.
Dabei blieb es. Nun aber die Hauptsache, das Rennen selbst. Kurz nach 6 Uhr ging am Schloß ein regelrechter gelber F e sse lballou in di; Höhe, die Jägerkavolle spielte itramme Märsche und gleich darauf war Gummi,chaier als erste- aus der Strecke. -In mehr oder min- der großen Abständen folgte Motorrad auf Mo-, torräb. Es gab interessante Bilder von Maschinen und Menschen. In einer Klaffe mit einer italieiliscken und sonst englischen Marken startete einzig Adolf Vogt mit Walmet als Vertreter deutscher Arbeit. ,.
Gegen 8 Ubr, programmgemäß kommen die. Wagen an die Reihe, die leichteren, bte schwe-, reren und zum Schluß, ganz, zum Lchluß Mel! Rennwagen. Da gad's die großen Kanonen zu sehen, toi» sie Geistesgegenwart oft verblüffen- der Alt an den Tag legen. Ein Wagen dreht sich wie ein Dllllerdobb, tritt Krebs,ahrt an und erreicht doch noch gute Zeit Unsere heimischen Fahrer spornen Zurufe an. bewundernde folgen jeder kühnen Leistung ober solcher, die f» ausüeht!
Der Handel mit den Rennprogrammen war schwunghaft. Ein Polizeibeamter warf sogar die offiziellen Vertreter der Preffe mit den Programmverkäufern in einen Topf!
Uebrigens gab es auch einen Reklamebrand ... am Gewächshaus war ein Lastwagen der Kraftverkehrsgesellschaft in Braud geraten und das Feuer wurde sofort mit „Total"-Handlöschrr erstickt!
Flieger über dem Renngelände.
Unsere Flieger führten mit zwei^Flugzeugen die angesagten Flüge aus. Sowohl