Meier Neueste Nachrichten
Kasseler Abendzeitung
Die Naffelrr Neuesten Nachrichten erscheinen wSSi-ntUch sechsmal nachm ttagS. Der Adonne- mentsprelS beträgt für den Manat Mat 2.00 Mark bei kreier Pufteliim? IN« Saue, in der Sef*Af«fteUe ab geholt 1.80 Mark. Durch di, Poft monatlich 2.00 Mark einschl, Zuffellungr. gebühr. — 8erlag und Redaltton: Echlachthoiftr. 28K0. — Fernsprecher 951 und 982. — ftur unverlangt etngefandte Beitrüge kann die Redaktion eine tierantmortunq oder Gewahr in keinem Falle übernehmen. — Rückzahlung der BezugSgeldeS oder Ansprüche wegen etwaig« nicht ordnüngSmüftiger ftieiernng ift nusgefchloffen. — Postscheckkonto Frankfurt a.M. Stammet 6380.
Hessische Abendzeitung
Anzeigenpreisei Seschästsanzeigen Zeile 18 Pfennig, Familten-Anzeigen Zeile 15 Pkenntg, Kleine Anzeigen das Wort 2*/, Pfennig, Reklamen die Zeile 60 Pfennig, Osfertgebutzr 10 Pfennig (bet Zusendung der Offerten 20 Pfennig), Rechnungsbeträge find innerhalb fünf Tagen zu bezahlen. — Maßgebend ift der Kurs des Zahlung-tages. Für die Richtigkeit aller durch.iernsprecher aufgegebenen Anzeigen, sowie für Aufnahmedaten und Plätze kann nicht garantiert werden. Für Anzeigen mit besonders schwierigem Satz hundert Prozent Aufschlag. Druckerei: Schlachthofstratze 28/30. Geschäftsstelle- Kölnische Straße d, gegenüber der Spobrstraße. Fernsprech« Nr. 951 und 953.
Nummer 106. Einzelnummer 10 Pf, Sonntags 15 Pf.
Dienstag, 6. Mai 1924.
Einzelnummer 10 Pf , Sonntags 15 Pf. 14. ZaHkgaNg
Sie Gestaltung des neuen Reichstags.
Nußland in Berlin.
Li« Zwischenfall mit Kommunisten.
Mitten in die Wahlaufregung hinein schob sich am Sonnabend ein Zwischenfall, besten Bedeutsamkeit erheblich über ein örtlich polizeiliches Interesse hinaus geht. Das Wildwest- stüchchen, das in der Lindenstraße in Berlin die Herren aus dem wilden Osten aufgesührt haben ,ist ein geradezu niederschmetternder Beweis für die Nichtachtung, die seitens der Mos- kowitischen Vertreter gegenüber der deutschen Staatshoheit an den Tag gelegt wird. Ein wegen Hochverrats auf polizeilichem Transport befindlicher Verbrecher entwischte unter gerissenen Vorpiegelungen den ortsunkitndigen zwei schwäbischen Wachtmeistern in das Gebäude der fogenannten Handelsdelegation der Russen. Die Angestellten der Sowjetbü- r o s ermöglichten dem Entsprungenen die Flucht und sperrten die Begleitbeamten ein. Als das Polizeipräsidium daun, natürlich viel zu spät, hie Räume des Fuchs- baues durchsuchte und sich pflichtgemäß dabei mit den Personalien des Angestelltenheeres in der Lindenstraße befaßte, da erließ der russische Vertreter, anstatt sich feierlichst für die eigenartige Auffassung internationale? Höflichkeit dem Gastlande gegenüber zu entschuldigen, einen unwirschen Protest, wie ihn etwa Herr Poincars, gestützt auf seine schwarzen und weißen Kohorten, belieben würde.
Der in gewisser Beziehung wegen feiner ar> klärenden Tendenz zu begrüßende Zwicheumll hat imgefähr die gleiche allgemein politische Bedeutung wie die 1918 auf dem Friedrichstraßen- bahnbof geplatzten Propagandakisten. Es ist ein offenes Geheimnis, daß die Russen ganz Deutschland mit einem engmaschigen Retz von sogenannten HandelSkommissaria- ten überzogen hat, dessen Angestellte sich zu 99 Prozent mit einer ganz beonderen Art von Handel befassen. Sie schmuggeln, ganz ohne finanzielle Gegenleistung, das recht gefährliche Explostvgut des Bolschewismus ins Land. Ideen, Handgranaten, Parabellumpistolen und Cholerabazillen. Der deutsch-russische Handel ist trotz des Rapallovertrages und einiger Dutzend von zum Teil schon wieder rüclgängig gemachten Konzessionsanträgen wirklich nicht so bedeutend, daß zu seiner Bewältigung allein in B er- lin etwa siebenhundert Angestellte nötig sind.
Als vor kurzem die Stuttgarter Untersuchung über die Tscheka-Organtsationen die allerdings weite Kreise nicht mehr überraschende Feststellung erbrachte, daß dieser Cholera- und Nevolvercmsschuß im engsten Einvernehmen mit der kommunistischen Parteileitung arbeitete, da drängte sich bereits die Frage aus, wie lange Deutschland diese Art der Pflege diplomatischer Beziehungen durch die Moskauer Regierung sich noch gefallen lassen will. Die Zentrale der K. P. D für Deutschland ist ja ihrer Organisation imd ihrem Namen nach keine selbständige Parteileitung im Sinne anderer deutscher Parteigruppen, sondern sie ist eine in der Befehlentgeaennahme und Weitergabe bis in alle Einzelheiten hinein abhängige Zweigstelle der Moskauer Leitung, wie ja bereits der Name „Sektion der kommunistischen Internationale" zu erkennen gibt. Der entsprungene Kommunist Botzenbardt hat sich im Augenblick des Entweichens den herbeieilenden und seine Flucht dockenden Sowjetbeamtin gegenüber ausdrücklich al? ein Angestellter der .Handelsdelegation" bezeichnet. Die später vorgenommene Haussuchung hat dann ergeben, daß verschiedene in Thüringen wohlbekannte Kom- munistenhäuvtlinge deutscher Staatsangehörigkeit ebenfalls im Dienste des Russen Krestinski stehen.
Abgesehen von diesen höchst schwerwiegenden Tatsachen besteht nun die Rechtslage, daß die Räume der russischen Handelsdelegation in Berlin in seiner Weise unter den Begriff der Erter- ritorialitäk lallen. Die Herren Sowjetbeamten haben sich das strafbare Vergehen 8er Gelangenenbefreiung verbunden mit Freiheitsberaubung und Nötigung zu Schulden kommen lassen. Bei der Durchsuchung ist her deutschen Staatsgewalt verschiedentlich W i- d e r st a n d geleistet worden. Zn beschweren und zu beklagen hat sich nicht der Herr Krestinski. sondern die deutsche Regierung. Deutschland hat zwar keine Ursache, sich in seiner augenblicklichen außenpolitischen Bedrängnis noch die ausgesprochene »Feindschaft Rußlands zu,u,iehen im übrigen aber ist es eine Selbstverständlichkeit. daß ein Staat, der dielen Be- oriff noch verdient, es nicht dulden kann, daß aeoen ihn, gegen Leben und Sicherheit seiner Bevölkerung, durch eine fremde Mackt in seiner eigenen Hauptstadt Verschwörungen großen Stils betrieben und Indianerstucke zur Tagesordnung gemacht werden. Gerade die Sow- ietregierung. die aufs unbarmherzigste selbst ■legen die Leute vorgebt, die in ihrem Herzen *tur e«ite mißliebige Gesinnung hegen, dürfte
Der Wahlverlauf im Reiche.
Wahlkanwf-Kosten.
Ein Mandat etwa 12000 Mark?
Zuwachs der Rechtsparteien und der Kommunisten.
(bisher 3)
27 Deutschvölkische
eine sich
(bisher 68)
(bisher 39)
(bisher 173)
(bisher (bisher
15)
21)
43 Zentrum
23 Demokraten
76 Sozialdemokraten
51 Kommunisten
15 Bahr. BolkspaNei
hat keine weitere Verschärfung erfahren. In Berliner divlomatischen Kreisen beurteilt man heute den Zwischenfall in bei russischen Handelsvertretung erheblich ruhiger. Außerdem ist bekannt geworden, daß der russische Botschafter Krestinski schon seit längerer Zeit die Absicht hatte, nach Rom abznreisen, sodaß feine Reife kaum in unmittelbarem Zusammenhang mit dem Zwischenfall stehen dürste. Inzwischen'ist auch versichert worden, daß Botschafter Krestinski Mitte nächster Woche sowieso nach Moskau gereist wäre.
Es fehlen noch 56 von 266 frankfurter Bezirken, ferner die Kreise Westerberg und Wiesbaden- Land, sowie vam Oberlahnkreis eine Gemeinde, von Kassel-Land drei, Gelnhausen drei. Hersfeld eine Gemeinde Das vollständige amtliche Ergebnis ist vielleicht heute abend zu erwarten.
Al«! vorläufiges, annähernd vollständiges, Ergebnis in Hessen-Nassau wird amtlich gemeldet:
Gewinn Ȋw Dcriust in ^Berlin.
Berlin, 5. Mai. (Privattelegramm 1 An Großberlin gewänne »die Deutscknationalen gegenüber der Reichstagswahl im Auai 1920 rund 92000 Stimmen, die Kommunisten 196000, hie Deutsch-Bölkischen erreichten erstmalig 22 000 Stimmen, die Sozialdemokraten verloren 53 000.
Nationale Freiheitspartei Hänster-Bunv
Deutsche Demokrat. Partei Unabhängige Sozialisten Verein. Sozialdemokraten Dtsche. Wirtschaftspartei Zentrum
Deutsche Bokkspariei Völkisch-Sozialer Block Dentschnationale Kommunisten
Der Zug nach Rechts kommt offenbar in erster Linie der Deutsch- nationalen Bolkspartei zustatten, doch bat sich allem Anschein nach auch die Wählerschaft der Deutschen Volkspartet--treuer gezeigt, als mancher Pessimist glaubte. Die von ihr abgesvlittcrte National-liberale Vereinigung dürste, da sie sa nun erst in Erscheinung getreten ist, keine nennenswerten Erfolge aufzuweisen haben. Die Demokratische Partei war ja schon bei den letzten Wahlen erheblich verkleinert. Sie wird wohl weitere Verluste,
wenn auch nicht mehr viele zu verzeichnen haben. Aus den Kreisen des Zentrums und der
Da die Wahlergebnisse noch nicht vollständig vorliegen, könnte eine Betrachtung der Ziffern leicht zu falschen Schlüssen führen. Wenn man trotzdem schon versuchen will, einen gewissen Ueberblick zu erhalten, so muß man weitgehende Vorbehalte für spätere Korrekturen macken. Immerhin scheint es doch schon festzustehen, daß diejenigen richtig vorausgesagt haben, die einen Ruck nach Rechts und eine erhebliche Stärkung der extremen Flügelparteien erwarteten. Die Deutschvölkische Freiheitspartei und die Kommunisten sind nach ihren eigenen Aussagen Parteien, die für eine positive Politik im neuen Reichstag nicht in Betracht kommen; sie scheinen nach den bisherigen Wahlergebnissen an die Stärke der bisherigen großen Reichsparteien heran’urüden. Ob sie, wie mancher an» nimmt, jetzt zusammen es auf annähernd hun- dett Mandate bringen werden, das läßt sich freilich heute noch nicht sagen. Die stärkste Panei im neuen Reichstag wird voraussichtlich wieder die Vereinigte Sozialdemokratie sein, wenn sie auch nicht allzuviel über die Hälfte ihrer bisherigen 173 Mandate behalten dürfte.
9 Bayrischer Bauernbund zus, m, Wittsch.-Part. (bisher 4)
Bei diesen Ziffern ist ebenso wie bei den solzen- den zu berücksichtigen, daß aus einzelnen Wahlkreisen, nämlich Liegnitz, Breslau, Berubnrg (Wests.), besonders aber aus dem besetzten Gebiet die Zahlen noch nicht vollständig vorliegea und noch eine wesentliche Verschiebung in den Besitzverhältniffen der Parteien bringen können. Am einzelnen haben die Parteien folgende Stimm Ziffern erreicht: 4 576 300 Sozialdemokraten, 4251 000 Deutschnationale, 3081500 Kommunisten, 2623500 Zentrum, 2197 39-1 Deutsche Volkspartei, 1429 300 Demc traten, 903 000 Bayrische Volkspartei. 295 000 Bayrischer Bauernbund. 1671 600 Deutschvölkische. — Tie kleineren Parteien sind noch nicht gezählt.
(Siehe auch dritte Sette.)
und müßte das Verständnis für diese klar auf der Hand liegenden Zusammenhänge aufbriu- gen. Rußland ist so groß, daß es genug Raum für praktischen Bolschewismus bietet. Von Deutschland sollen die roten Schreckensmänner gefälligst ihre blutbefleckten Hände fernhalten. (Siehe den Bericht auf der zweiten Seite.)
Bayrischen Volkspartei liegt noch nicht genügend Material vor, um einen Ueberblick über die voraussicktliche Stimmenzahl der Parteien zu geben. Die meisten kleinen neuen Parteien haben wohl nur unnötigerweise zur Zersplitterung der Stimmen beigetragen. Die wichtige Frage, ob und welche Parteikonstellation sich im neuen Reichstag für Regierungsbildung ergeben wird, läßt selbstverständlich noch nicht beantworten.
4 337,
591, 76 945. 9955.
270 901.
19 477.
171 072.
133525.
65516.
227 191.
94 878.
* * *
Die Wayibrieikigung.
Berlin, 5. Mai. (Privattelegramm.) Aus dem ganzen Reiche wird eine gute Wahlbeteiligung gemeldet. Durchschnittlich ist mit 80 Prozent zu rechnen An Thüringen fällt der starke Andrang der Sozialdemokraten und Kommunisten anf. An Müncken herrschte gestern Burgfriede. Agitation in gröberem Umfange wurde dort allein von den Bölkifchen betrieben. Unter den Gewählten befinden fick Tirpitz und Luvendorf. Bölkifck-fozialen Blockbildungen in den verfchiedensten Gegenden des Reickes konnten bereits Sitze zuqeteilt werden. So erhielt der völkisch-soziale Block in Hessen-Nassau einen Sitz.
i wischt, ist über die Kosten des Wahlkampfes au8 ■ ihnen nichts Positives herauszubringen.
> allererste Voraussetzung für das Gelingen der ■ Propaganda wurde allerorts die Notwendigkeit i betont, den Propagandakampf durch Reden. Zei- . hingen, Flugblätter und andere Veranstaltungen fortwährend zu steigern. Um Verwendung der ihnen verfügbar gemachten Summen sind bie Parteipropagandisten keinen Augenblick verlegen, Abr Propagandaplan rechnet zwar mit dem Möglichen, daß sie ungefähr wissen, wieviel Mittel ihnen die Partei günstigenfalls bereitstell-n kann. Sollte in letzter Stunde aber ein überraschender Wahkbeitmg eines finanzkräftigen
: Parteigenossen lockergemacht werden können, ' dann sind sie um seine Verwenduna keinen - Augenblick verlegen. „Sandwickmänner" 1 kann man zu Hunderten durch die Straßen lau, fen lassen, wenn man Geld hat. Automobile
: sind auch in letzter Stunde immer nock in Massen ° zu haben. Flugzeuge können ebenfalls, wenn ° man Geld hoi. als wirkungsvolle Flugblätter- 1 Verteiler energisch eingesetzt werden. Trotzdem die Parteiinktanzen, sich über die Kosten der Wahlpropaganda nickt gern ausfragen lassen finden doch überall Berechnungen statt,
was rin Mandat mindestens kosten wirb.
Und wieviel Geldmittel man bereitstellen muß, ‘ um überhaupt in einem Wahlkreis erfolgreich i auftreten zu können. Die erfahrenen Parteiag'- tatoren der älteren Parteien, wie die Demokraten, Deutschnationalen, Volksparteiler, Sozialdemokraten und die Zentrumsleute schätzen die Kosten eines einzigen Mandates auf mindestens 12000 Mark. Einen neuen Wahlkreis mit geringeren Mitteln anzugreifen, gilt als un, derantwortlicke Verschwendung. Parteien, dir nicht, wie die alten Parteien, über eine . *1o6e Presse, über einen eingespielten Parteiapparat, über zahlreiche erfahrene Kräfte verfügen, dl; sich ehrenamtlich bereits viele Wahlkämpfe hindurch ihrer Partei bereitgestellt haben, hatten infolgedessen geringe Erfolge. Sie müssen ja erst durch sie Veranstaltung zahlreicher Versammlungen und kostspieliger anderer Propaganda« Maßnahmen die Aufmerksamkeit der breiten Massen auf sich lenken. Eine Wahlzeitung wird von allen Parteiagitatoren, die im Wahlkamps auf Erfahrung znrückblicken können, für unerläßlich gehalten. Die Einrichtung von Bureau», die Heranziehung grbeitsfreudiaen Pe r s o n a 18, die persönliche Bearbeitung sämtlicher Wähler eines Kreises, mindestens durch Flugblatt- Verteilung Haus bei Haus ober Zustellung durch die Post, alles das sind Aufgaben, die un-- aehener viel Geld verschlingen und doch unerläßlich sind für die Parteien, die -um erstenmal in den Kampf ziehen und sich nickt aus die Tages- presse stützen können, ja von ihr — bas aller- fchlimmste — vielleickt nicht einmal bekämpft werden. Totgeschwiegen zu werden, verträgt keine Partei, aber sie wird totgeschwiegen, wenn sie sich nicht selbst das Wort erkämpft. Das kann sie aber nur, wenn ne gewaltige Geldmittel in den Wahlkampf werfen kann. Rach der Wahl heißt es in manchen Parteiburemis, namentlich der neuen Parteien: Wir hätten natürlich viel mehr erreichen können,
wenn wir mehr Geld gehabt hätten.
Es läßt sich nicht leugnen, daß der Wahlkampf, wie unser gesamtes öffentliches Leben, int Zeichen der Gelsknappheit stand Deshalb hatten alle Parteien ihr Pulver ibr.Seld, bis. zur lety
In den letzten Tagen ift im Waftttampf nock» ein« gewaltiae Peoftaganda ent altrt worden. Leber die Wahlkarnpskosten in Berlin heißt es z. B.i Der ganze Wahlkampf verschlingt für jede Partei, auch für die kleinste, ungeheure Mittel. Ein Berliner Zeittmgsvertreter hat sich an Kassierer der verschiedensten Parteien gewandt, um von ihnen zu hören, was der Wahlkampf kostet, und was sie an Mitteln in die Wahlagitation hineingesteckt haben. Alle Parteiorganisationen pflegen ein gutes Verhältnis mit der Presse Aber die Pa'rteikassierer haben sich über diese Frage vollständig a u s geschwiegen. Als ob sie Parteigeheimmsse preisgeben sollen. Einer hatte die Offenheit, fee. lenruhig zu bemerken: . Selbstverständlich bedeutet das die Preisgabe eines Parteigehei m- nisses und zwar des wichtigsten, nämlich des Geheimnisses unserer sinanziellen Ru - st n n g. Wir fragen ja gar nicht nach den Mitteln, die in den Wahlkampf gesteckt werden, sondern wir stellen dafür bereit was wir überhaupt verfügbar machen können. Wir sind vollständig in der Hand der Propagandisten, unserer Generalsekretäre, und denen können wir gar nicht genug Geldmittel zusammenbringen. Der Wabk- kampf wird selbstverständlich
unsere Kasse vollständig erschöpfen;
das liegt ja auch im Wesen unserer Tätigkeit als politischer Parteiorganisation." Auu^Zenn man die Generalsekretäre, diese nv<&'£= ften und im^Polldampf ihrer LefstunLs burm^iie stehenden Persönlichkeiten, einen AngenWick cr-
Wievergewühiie QTOeeorßntte.
Berlin, 5. Mai, 6 Uhr früh. Bon bekannten Abgeordneten sind gewühlt: Deutsch» at io, nale Volkspartei: v. Tirpitz, Graf Eulenburg, Dr. v. Drvgnder, Neuhaus, Oberfohren, Lohmann, Weilnböck, Bazille, Dr. Barth-Zwickau, Dr. Mumm, Rippe!. Völkische: v. Rammiu, von Goldacker, Gräfe. Stöhr. Deutsche Bolkspartei; Scholz, Dr. Most. Kemkes, Runkel, Leuthäuser, Beythien, Dr. Wunderlich, Thiel, Dr. Decker-Hessen, Kuhlenkampff-Magbe- burg, Dr. Kalle-Hesse», Hepp-Heffen, Dr. Molben- hauer. Demokraten: Graf Bernstorff, Schük- king, Götz-Leipzig. Zentrum: Dr. Fleischer, Tr. Bell. GieSberts, Klöckner, Jmbusch, Schlack, Dr. Kaas, von ü'mcrard, Tremmen, Bolz, An- brae. Bayrische Bolkspartei: Emminger Leicht, Schirmer, Gerstenberger, Schwarzer, Frau Lang-Brnmann, Rausch. Tauer, Gerauer, Dr. Pfleger. Bayrischer Bauern- unb MiitelstanbSbunb: Prof. Fehr unb Bach- meier. Sozialdemokraten: Dr. Braun, Auer, Simon-AuaSburg, Limbertz. Fra« Schröder, Bock, Dr. Rosenfeld, Frau Wurm, Keil, Hil-
denbrand, Dr David, Ullrich-Hessen. Stücklen- Berlin, Silverschmidt, Dittmann, Ströbel, Seeger, Bender, Ditzmann, Hoch, Schewemann, Geck, Schöpflin, Sollmann, Robert Schmidt unb Wissest Kommunisten: Kurth Fischer, Buch- mann-München. Stöcker, Höllein, Schalem, Bek- ker-Sachken, Kenzler-Baben, Frölich. Mirt- schaftspartei: Lucke - Chemnitz. Laub- bunb: Aulier-Baben. — An bie Stelle des im Wahlkreis Hessen-Nassau gewählten verstorbenen D». Helfferich tritt Landwirt Linb-Hanau.
Keine tot ihre Verschärfung.
Berlin, 5. Mai. (Privattelegramm.) Ter beutsch-rusfische Zwischenfall — über ben wir auf ber zweiten Cdtc auskübrlick k>--icktcn —
Sitze t nö Ghmmziffern.
Berlin, 5. Mai. (Eigener Drahtbericht.) Als gewählt können bjs jetzt 350 Abgeordnete gelten, bie sich auf bie verschiedenen Parteien Wie folgt »erteilen:
70 Deutschnationale (bisher 66)
36 Deutsche Bolkspartei (bisher 66)
Wettere Ergebnisse
Die ungefähren Zahlen der Abgeordneten.