Nummer 104
Einzelnummer 10 Pf-, Sonntags 15 Pf.
Ssnntag, 4. Mai 1924.
Einzelnummer 10 Pf . Sonntags 15 Pf. 14. ZahkgaNg
~*c diruetten TiaLriGt«» erfcb.fwm rendi«nt[td> fet6Sm.il nachmittag;. Der Sbcnne.
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Kasseler Neueste Nachrichten
_____ Kasseler Abendzeitung Hessische Abendzeitung
Vahlermahnuugen von Marx und Sttesemavn.
say.
Sie verlangen Unterwerfung.
Der Kanzler für die Mlttelpatteien.
Berlin, 3. Mai. (Telegraphische Meldung.s In einer Unterredung mit einem Pressevertreter erinnerte Reichskanzler Marx das deutsche Volk noch einmal an feine Pflicht, gm Wahltag alle kleinen Sonderinterefsen zurückzu- stellen und nur nach den großen Gesichts- plmtten ihre Stimme abzugeben. Rur der wähle deutsch, der bei seiner Stimmabgabe sich bewußt ist, daß es umdie Rettnng des Ba- terlandes und den Wiederaufstieg unseres Volkes geht. Wenn die Mittelbar eien wenn nicht ütmdert, so doch neunzig Prozent der vernünftigen Deutschen an die Urne bringen, so bestehe sie sichere Hoffnung, daß Deutschland nicht neuen schweren Erschütterungen ausgesetzt werde und daß das Werk der Rettung und des Wicderauf- tiegs in Ordnnng und Ruhe fvrtgeführt wer- den könne.
Die belgischen Minister Theunis und S>ntb manns hatten gestern einen Meinungsaustausch
Gesellschaft umgewandelt werden solle. Man habe aber in diesem Punkt nachgegeben, um zu verhindern, daß deutsche Provinzen weiter auSgesaugt werden. Weiterhin führte der Minister aus, die Kreditnot lähme heutzutage da« ganze Geschäftsleben. England und Amerika müßten finanziell an unS interessiert werden. Auch brauchen wir vor allem die Interessiertheit der Länder an unserem Wiederaufstieg. DaS Gutachten setze die Wiederherstellung der deutschen Verwaltungs- Hoheit voraus Ruhr- und Rheinboden müßten wieder uns gehören. Der Redner warnte vor der Illusion, daß wir unser Schicksal mit Gewalt etwa wenden könnten.
Dor Ser Entscheidung
Die,»Stimme des Volkes".
Sn sremdm Ketten.
Besprechung der Belgier in London.
(Eigener Drahtbericht.)
London, 3. Mai.
auf politischem, wirtschaftlichem und kulturellem Gebiet.auswirken muß. Dem Druck unserer Feinde können wir am besten dadurch begegnen, daß wir die ging'gangenm Verpflichtungen so we it.erfüllen, wie es in unseren Kräften steht. Ueber unsere Leistungsfähigkeit hinaus kann natürlich keine Zahlung erfolgen. Ueb er mäßige Forderungen muß die Regierung ablehnen. Die weitere Aufgabe ist, Deutschland im I n n e r n zu f e st i- gen und zum Wiederaufstieg zu führen. Wie das zu geschehen hat, das wird heute Jedermann wissen, wenn er sich fragt, was bisher falsch gemacht worden ist. Den richtigen Weg gehen die Parteien, die mit Vernunft und Klucchttt in wahrer Vaterlandsliebe, das heißt ,um Besten des Volksganzen handeln, nicht aber einer Sondergruppe dienen. Darum wähle jeder Mann und jede Frau mit lieber, legung. Ein Volk hat das Parlament und bi: Regierung, die es verdient! K. F. D.
®r. HöhlkS Sw.
Der Sberbaurat in der AngcklagLsnrolle, An dem großen Prozeß, in beten Vordergrund« Ob-erbanrat Dr. Hüote und «taS-rat Stittrod iseden, beauirggte gestern der EtaaiS-nwalt btt sieftuahme Dr. Hohles wegen Meineids. Der Antrog des Staatsünn-alts wurde zwar abgelehnt. das Verfahren schwebt aber bereits
Der vierte Mai als Wahltag ist einer von ven Marksteinen, die man die Schicksals- t a g e des deutschen Volkes nennt. Im Laufe her letzten Jahre Haden wir viele Zeitpunkte gehabt, die wie Grenzsteine an der dornenvollen Wegstrecke standen und uns ein neues Feld durchschreiten ließen. Jedesnial hatten wir die stille Hoffnung, daß wir im neuen Gebiet, das wie ein dunkles Dickicht vor uns lag, eine Lichtung und freie Wege finden möchten, und ost war es eine Enttäuschung. Erst das letzt- halbe Jahr ließ uns stellenweise aufatmen, seitdem wir eine stabile Währung haben. Aber noch zuviele Hindernisse erschweren das Vorwärtsschreitm. Heute stehen wir wieder an einem Grenzstein und noch dazu an einem Kreuzweg, von dessen Hauptlinien zahlreich: kurze Abzweigungen hinwea- Mren. Nun soll das deutsche Volk entscheiden, nach welcher Richtung es sich wenden will. Aber wo ist die Einigkeit, die zu solcher Entscheidung erforderlich ist? Um Kreuzweg ist großes Stret- ten und lautes Geschrei vieler Parteien und Gruppen. Jede will ihren eigenen Weg gehen, weil sie am nebligen Horizont ihre Lieblingsfarbe zu sehen glaubt. So strebt die Menge auseinander, teils verwirrt von der Unklarheit der Meinungen, und Viele sehen im Gedränge -des TageS nicht den breiten und langen Weg der Zeit, auf dem Vernunft und Klugheit vereint mit wahrer Vaterlandsliebe zu einem bessnen Ziele führen. Richt im kleinlichen Streit findet man den richtigen Weg, sondern durch Ueber- legen und Handeln, durch Erkennen der Fehler der Vergangenheit und mit dem W i l- Itn zumBesfermachen in der Zukunft.
Wenn man die Meinungen der verschiedenen Volkskreise, wie sie sich in der letzten Zeit entwickelt haben, in Betracht zieht, so ist man zu dem Glauben geneigt, daß die Mehrheit trotz -aller Verwirrungsversuche und Sonderbestrebrm- igen doch der Besonnenheit die Herzen und sinne öffnet. Man scheint aus der Vergangenheit gelernt zu haben, daß die Kurzsichtigkeit der Außenfetter nur auf neue Hindernisse stößt, anstatt sie ,u umgehen. Ein bemerkenswertes Zei- «hen, daß selbst in den Kreisen bei Linken ein starker Zug Mr Mäßigkeit vorhanden ist, war der Verlauf des e r st e n M a i t a g e s. Nur etn Teil bet Arbeiterschaft tn Deutschland ist an jenem Tage von der Arbeit fortgeblieben und es wird in Arbetterkreisen selbst geschätzt, daß fünfundsiebzig Prozent gegen di- Ärbeitsrube waren. Die übergroße Mehrzahl sieht ein, daß es tu der heutigen Zett wirtschaftlicher Not nicht angebracht ist, an einem willkürlichen Tag die Arbeit ruhen zu lassen. Es liegt dazu, auch vom Standpvnkt der Arbeiter mis betrachtet, keine Notwendigkeit vor, denn ihre Organisattonen, Patte! und Gewerkschaft, haben sich heutzutage so wett durchgesetzt, daß es eines besonderen Propagandatages nicht mehr bedarf. Die Be- Zeichnung „Feiertago" ist nicht ganz richtig. Man hat es noch nicht erlebt, daß es an einem 1. Mai wirklich feierlich zugegangen wäre. Zum Feiern ist jeden Sonntag Gelegenheit. Der ursprüngliche Zweck des 1. Mat war Demonstration und Propaganda. Dieser Zweck ist also heute hinfällig, sozusagen veraltet. Das hat man ttn Auslande längst erkannt und des halb will man dott von dem „Wettfeieriag- wenig wissen. Wer die Berichte von England, Frankreich, Italien und Amerika liest, muß erfahren, daß dott der 1. Mai, mit Ausnahm- von den Veranstaltungen einiger kleiner Hänflein, sang -und klanglos verlaufen ist. Larin liegt für die deutschen Arbeiter eine Tragik und Enttäuschung, die man nachfühlen kann. In Deutschland wurden einst große Hoffnungen auf die Weltverbrüderung und Dölkerversöhnung gefetzt. Unbestreitbar wäre es -eine ideale Errungenschaft gewesen, wenn wirklich) eine Versöhnung der Völker auf der Grundlage von Frieden und Gerechtigkeit zustande gekommen wäre. Aber der Gedanke hat sich leider als eine Utopie, als etwas Unerreichbares erwiesen. Die anderen Völker wollen nicht. Ihr« Regierungen wollen eine tiefe Kluft zwischen Siegern und Besiegten aufrecht erhalten, und dattn haben sie auch die Zustimmung der Mehrheit ihrer Ardei- terkreise gefunden. Mag auch von dieser oder jener, Sette einmal ein günstiges Wort für Deutschland fallen, so wird es doch übertönt vom berauschenden Gebrüll des amtierten Et-ores: „Deutschland mutz zahlen!" Durch List. Betrug und Gewalt haben die Alliierten das deutsche Volk zum Sündenbock gestempelt und sie wollen es auch in Zukunft, so lanoe es in ihrer Macht steht, als Sündenbock bchanvcln. Diese Situation ist Jedem klar.
Tas Problem ist mm, tote Deutschland sich m seiner bedrängten Lage verhalten soll. Den aüiietten Mächten gegenüber ist nur mit Diplomatie auszukommen, da ein gewaltsames Abwehren unmöglich iift. Es hat also gegenwärtig auch keinen Sinn, von einem „Befreiungskrieg" jn reden, weil dazu auf deutscher Seite alle Vorbedingungen fehlen. Richtig ist dagegen, sie Barett andsliebe zu pflegen, die sich
Der große Prozeß ging gestern nachmitt.iz Wetter. Auch Wohnungsinspektor Brehme weiß Nichts von dem vaterlosen Gutachten in den Wittrockschen Wohnungsatten. Das Interesse an diesem „Fall" verblaßt aber angesichts der Enthüllungen über den damals mit Gewalt durch- gedrückten Oberanrat Dr. Höhle. Zur V-r- bandlirng stand, wie der Oberbaurat im L a n d- -I?"Eenhause eine Wohnung suchte. Er er-
bensmittellädeu, weil man mit dem Ausbruch des Generalstreiks im Ruhrgebiet rechnet. Zu den heute in Hagen beginnenden EinigungS- verhandlungen lassen die Gewerkschaften erklären, daß sie zunächst die bedingungslose Zurücknahme dex letzten Anordnung der Zeche,lver- waltrmgen verlangen, daß die Arbeiter, die sich weigern, die verlängerte Schichtdauer zu sah. reu, nicht eiufahreu dürfen.
Epen. 3. Mai. (Privattelegramm.) Im ganzen Ruhegebiet herrscht große Aufregung. In den stadten stürmt die Bevölkerung die Lc-
mtt Macdonald, besonders in Verbindung mir schien eines Tages bei dem Inspektor und er* : der gegenwärtigen und künftigen Gestaltung Der Härte ihm, daß er Raum suche der als W>ch- Reparationsfrage im Lichte der Sachver- nung für ihn diene. Den Einwand, es gehe nicht staningenbcrichte. Macdonald wurde bei btcfcn an, innerhalb einer geschlossenen Anstatt eine Verhandlungen von einem Beamten unterstützt, Wohnung einzurichten, ließ er unberücksicktiat doch nahm sonst kein Minister daran teil. Eine Als er hörte, es seien einige Säle frei, äußerte amtluhe Mitteilung über die Verhandlungen er den Wunsch, diese zu besichtigen. Ein iuwr Wirb nicht veröffentlicht. Die belgischen Mini- Mann wurde beauftragt, ihn zur Oberschwester strr kchrrn im Laufe des heutigen Tages nach im sogenannten Ertrahaus für Kranke zweiter Brüssel zurück. Das Ausbleiben eines Reuterbe- Station zu begleiten. Diese, Schwester £S'(eir rickstes beweist, daß bis gestern abend noch keine erzählte dann sehr plastisch den Vorgang' @-"-' Einigung erzielt werden konnte. dachte, der fremde Herr, der sich nicht votttellte
* * * rf6er lehr selbstbewußt auftrat Ware ein Haute
Frankreich lehnt wieder ab. toen»,»elfter. Es wurden damals gerate In-
Paris. 8. Mai. (Eigene Drahtmeldung.) ' «Wangen vorgenommen.
Neber die beiden letzten Pariser Kabinettssitzmi- ,rs$£S’ e,neä belehrt,
gen am Donnerstag und Freitag uer6n*itct 4 £Lb$e ?QltnV ""sah- mtt seinem
vas einen kurzen Bericht, in dem e§ heißt: Po- ,bornahm und bann erklärter litikche Fragen mit den Sachverständioenaut- das Zimmer für meine Tochter
achten zu verbinden lehnt das Kabinett einsiim-1 »Vv °a mein Schlafzimmer, das Bad ist gut. die mig ab. Neber die Rücftehr der Gefangenen w ... .Ja." sagte die Schwester,
und Ansgewiesenen wird in Verbindung mit We" denn die Kranken hin?" Antwort:!
den Gutacksten nicht verhandelt werden I; 1 -Ln Afach abgewiesen! Sie kommen Auch England lehne ab, politische Fragen mit 1- ?!e dritte Klaffe! In die übrigen Räume der Durchführung der Sai^erstäudigeugutachten Möbel untergeftellt werden. Weitere in den Verhandlungen zu verbinden. Hinweise, daß für bett Arzt die Tür offen Mei*
• sben muß, wurden abgetan nttt dein Bemerken:
Amerikas Wobkssand dünn,niemand mehr raus und rein!"
Genf, 3. Mai. (Eigener Drahtbericht.) Der nerste^Herzgina, wie^s/üter^ibre Abiettuim v'er* °us Newyork: Die hiesigen fügt wurde, erstattete dann Meldung
Banktteise blicken gespannt nach London. Amr- Oberbaurat Dr. Höhle stritt die Aeutzeruuä rtta ist unter allen Umstanden zur Mitarbeit am über das Abweisen der Kranken ab' währe d Wiederattsbou Europas bereit, was dunlwus die Schwester bei dem blieb, was sie'unter E-d erklärlich ist, Weil sich der amerikanische Export ansgefagt hatte. Ein Oberarzt des Sanbfran» !"?tte^n.0l’eS" sche.'nt- Die An- kenhauses stellte der Wahrheitslisbe der Schwe*! leihe wird als em Borläuftr einer mternationa- ster -in glänzendes Zeugnis aus. Auf das was "I?" nn* diesem sie sagt, kann man unbedingt bauen. Ms später, crtoixrtet. I bic noch eintnccl ciitfcicrcKt toutbc ttnb *3v
f1Ir.etM,8rt? die Wirtschaftslage der Ver- Höhle sehr wbhastan?bieeÄwXeinÄ
^ja9-CTI gegenwärtig glanzend sei und!wurde ein Oberleutnant a. D. vernommen, der X Atz an h bUnM ihres als Kranker in der in Betracht kommenden Sta*
Wohlstandes erreicht habe. non weilt. Er hat das, was die Schwester ihm
, „ _ „ • svfott nach dem Vorkommnis erzählte, uieder-
L)er Entwaffnungszwang. geichrieben Durch ihn kam die Sacke auch an
Patts, 3. Mai. (Privattelegramm.) Der große Glocke.
„Motin" meldet über die Sitzung der Botsckmf- *
terkonferenz am 1. Mai: Die Aufrechterhaltung Professor Sautter und Dr. Höhle aller Entwaffnungs- und Kontrollbeschlüsse, wie Deutschland in der letzten Rote mitgeteilt sind, ist einstimmig befchloffen worden. Die Entmilitarisierung der Schutzpolizei muß bis
1. Juli durchgesührt fein, wenn Deutfchland der FeWellung einer neuen „Verfehlung" mit feinen chwerwicgenden Folgen entgehen will.
Die letzten Wahlreden.
Strefemann über die Außenpolitik.
(Eigener Bericht.)
Stuttgart. 3. Mai.
In einer von der Deutfchen Volk-Z Partei ein- herufenen Wahlversammlung sprach am Freitag abend Reichsantzenminister Dr. Strefemann über die politische« Fragen, vor allem über die großen entscheidenden Fragen der Außenpolitik. Er hob unter anderem hervor, daß das Sachver- ftöndigengutachten den Charakter als bloßes Gnt- achirn verloren Hube, nachdem eS von den Großmächten angenommen worden sei. DaS Schwerste darin bilde, daß die Erträgnisse bei ReichSeisenbah« für bie Reparationen haste unb die Bahn in eine internationale
Erregung Im Ruhrgebiet.
’ Sozialer Kampf im Bergbau.
(Eigener Drahtbericht.)
Gelsenkirchen, 3. Mai.
Nachdem die vier Bergarbetterverbände einen Schiedsspruch abgelehnt haben, faßten die Zechenverbände gestern den Beschluß, Ärbeitcr, die sich weigern, die regelmäßige Schacht zu fahren, nicht mehr zur Arbeit zuzulasen. Damit ist der Ruhrbergbau vor die Gefahr eines schweren sozialen Kampfes gestellt worden. Angesichts dieser Viefabren hat der ieichsarbeiterSminister bereits für heute in Sagen Einignugsverhandlungen anberaumt. — Gestern abend ist es auf sechs Zechendes Essener und auf fünf Zechen des Duisburger Reviers zu A r S e i t s e i n s ck r ä n k im g c n gekommen. I» Mülheim sind auf vier, in Dortmund auf sechs Zechen die Belegschaften nicht angefahren.
Man SefSrchlet einen Streik.
Dann standen sich Stadtrat Professor Sa ui#, [ter und Dr. Höhle gegenüber. Zwei Aussagen waren es wie Feuer und Wasser. Und beide unter Eid. Professor Sautter befunbete, am Tage der Eröffnung des Fulbaba-ds sei Dr.! Höhle zu ihm gekommen und erttäite, der Ober- bürgermcifter wünsche, daß ihm Prof. Sautter als Letter des Wohnungsamtes einen Verzicht« .schein für den Verkauf seines Hauses in Har- Patts, 3. Mai. (Privattelegramm.) Tasl^JÄ ausstelle. Prof. Sautter versuchte vergeb-! „Echo" schreibt zur bevorstehenden neuen Repa- "A, den Oberbürgermeister telephonisch zu er» rations-Rote an Deutschland: Die Strefemann- ttichen. Dann gab et den Schein, nahm b:tt sche Taktik, mit Worten über ven Kern der Saite fafart zu Protokoll. Dr Höhle
hinwegzukommcn, weist der Bokschusterrat zu- bestritt die von Sautter außergewöhnlich eratf rück. Er verlangt die unbedingte Unter - gem-ochten Aussagen mtt einem großen Rede» werfung Deutschland S, Wenn ein Tiktai und knifftichen Umschweifen. Er hate »ermicben Werten soll. Auch der englische $ot-|'e’6lt dem Stadtrat geraten, sich beim Oberbür- chaster habe allen Vorschlägen zugestimmt l aermeister zu erkundigen und ten Schein auf acht
—— Tage itt befristen, bis der Magistrat entschieden
Aao habe. Die Stenotypistinnen, die dann vernommen
OlqKrUng OCr <VQl)l?n. wurden, bekräfttgten die Sauttersche Aussage. Polizeilicher Schutz gegen Störungen. V-ötzlich stand
(Privat-Telegramm.) Staatsanwalt Dr. Schmitz
Berlin, 3. Mai «ttf und charakterisiette ten Oberbaurat. Dieser
Der letzte Tag vor den Reichstagswahlcn &ntp.a£'c e‘P fc$>T gutes Gedächtnis und verfüge über in Berlin nochmals fast sämtliche Parteien mit tanzende Dialeftik. Er wisse ausgezeichnet Wahlversammlungen auf den Plan gerufen. Für lavZuichwächcn und zu bemänteln. In zwei heute abcnd haben in Grvßberlin breiunöJ^nntten habe er die Unwahrheit gesagt dreißig Parteien und Parteigrup- Der Staatsanwalt stellt den Antrag, Dr-
pen Verfammlunaen anberaumt Rachdem die Höhle wegen Eidesverlctzung so. Polizei über 30 Führer von kommunistischen fort zu verhaften, da Fluchtverdacht
Sprengtrupps in Hast genommen hat, hofft man und Verdunkelungsgefahr vorliegt.
"'s n'higen Verlauf der letzten Wahlvecsamm- Mit der heutigen Verhandlung, sagte der lungcn. Dagegen wurden die behordlickrn Matz. Staatsanwalt, wird über die bürgerliche Und
4- Mai «gen kom-iamtliche Existenz von Dr. Hohle Recht gsspro. wnffi « i«r.fE So- cheu. Dr. H öb le bestritt Selbstmordgeda.ikcn
bie onentlichen Gchaudc wir n bie unb Fluchtabstchten. Auf eine goldene Brücke, Swdt werben starke Abtei- die ihm der Vorsitzende baute, aing er nicht ein, Bannmeile mtt gab ^ber schließlich doch zu, daß die Aussage Wurde ten direkten An- der Schwester dem Sinne noch richtig war Im o.dnimge), des Minister-des Innern unterstellt, übrigen blieb er bei feiner Aussage und übte M.Ä??5 ^en Reiche hgoon die Polizcibc- Kritik an der Art seiner Vernehmung durch den härten besondere Sichcrteusmoßnnhmen gctrof- Vorsitzenden. M-agistratsrat Dr a- h c y? er, fen, und jede e.orimg zu perh inder n. I Härte, daß ihm die Widersprüche 'zwischen Saut-