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A Hessische Abendzeitung

Nummer 99

Einzelnummer 10 Pf., Sonntags 15 Pf.

Sonntag, 27. April 1924.

Verschärfte fapanisch-amerilamsche Spannung

kehrsminister die zurückhaltende Stellungnahme. hL TO- hfr rmf KJ- IEmua- Sota«» ar____»>/<.

der ReichsdirektionSprLstdcnten aus die Erpev-

einheitlichc Regelung der Polizeistunde

M 7«v w. Hütten die Liberalen keine andere Wahl gehabt,

-jtatDnang aus Mnrnzona. I«!Z der Arbeiterpartei zur Regierung zu verhe -

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rung der bewaffneten Macht »m ein Ar- mrekorps. Korea wird Lufiflottenstütz- punkt. Das Parlament tritt am 10. Mai zu­sammen. Die Schiffahrtslinien in RagasM und Yokohama erhalten fortlaufend Abbestellungen der nach den Bereinigten Staaten belegten Plätze infolge der neuen Einwanderungssperre.

Lloyd George hielt gestern in Wales in der Stadt Llandudno eine neue Rede, wobei er die Arbeiterpartei wiederum heftig an. griff. Er erklärte, daß er für jede Regierung und jede Parte, stimmen werde, die die Rechte Englands verteidigen. Bei den letzten Wahlen

Englands und Frankreichs Antworte«.

",'^törd.mk. 35. April. (Eigener Tttlkftbe- itcht.- Reuter meldet aus Loudon: Die Ant­wort der britischen Regierung auf die Rote der Reparationskommisflon deckt sich vollständig mit den Erklärungen Macdonalds im Parla­ment, in denen der Premier gesagt hatte, die Regierung sei bereit, den Sachverständigrnplan in nlfen seinen Punkten zu unterstützen, vor­ausgesetzt. daß auch alle anderen beteiligten Parteien gewillt seien, denselben Weg einzu- kchlagen. Aus Paris wird gemeldet, der Wortlaut der französischen Antwort decke sich fast vollständig mit dem Text des Brieses, den Poincarö an Barthou gerichtet habe. So werde ebenfalls im Laufe des morgigen Tages gleich­zeitig mit der Antwort der verbündeten Re­gierung veröffentlicht werden.

Zug wurde eröffnet von einer Musikkapelle und Abordnungen der Vereine von Bellinzona mit ihren Fahnen In dem Zuge befanden sich un­ter anderem die deutschen Konsuln von Lugano und Genf, sowie der frühere preußische Gesandte beim Vatikan, von Mühlberg, und der Staatssekretär von Wahnschaffe, die zufällig in der Nähe von Bellinzona weilten.

Auch die Gemeindewabken stehen uni*r dem Druck der parteipolitischen Kämpfe.

sen. Wenn aber Macdonald glaube, er könne die Regierung noch während drei bis vier Jahre beibehalte«, nicht nm konservative oder li­berale Prinzipien durchzuführen, sondern um dir Ideale der Arbeiterpartei zu verwirklichen, so täusche er sich. Er toiffe ganz genau, daß eine solche Anmaßung nnmöglich wär«. DaS Ideal der Arbeiterpartei bestehe in der Zerstö- rung deS Privatbesitzes und der privaten Jni» tiative. Im englischen Bolle habe sich seit dem Kriege ei« fwrkes Bedürfnis nach den liberalen

Japan gegen Amerika.

Die fortdauernde Erregung der Japaner.

(Eigene Drahtmeldung.)

London, 26. stchttl.

Aus Rewhork wird berichtet: Tie Sperre der japanischen Einwanderung in Amerika hat die Japaner zu weiteren Protesten veranlaßt- Erst gestern wieder hat die japa­nische Regierung eine Anfrage nach Washington gerichtet. Die Morningpost berichtet: Die Schisfahrtslinien in Nagasaki und Dokohama haben die Fahrten nach den Bereinigten Staate« vorläusig eingestellt, nachdem die letzten Schiffe in Hobvken von der amerikanischen Einwanderungs - Behörde zwei Tage lang zurückgehalten worden waren. Der apanische Heeresetat bringt die Bermeh-

tenvorschläge dem Kabinett zur Kenntnis un­terbreitet. Wie wir erfahren, ist die Resolution des Rcichsverbandes der Industrie, die von Verhandlungen der Reichsregierung aus der Grundlage des ExpertcngutachtenS spricht (obwohl alle amtlichen Berichte aus Paris und London die Annahme des Gesamtgutachtens ohne Abänderung und ohne Verhandlungen verlangen) gegen rkste starke Minderheit von 40 Prozent der Anwesenden zustandegekommen.

Die Opser des Eisenbahnunglücks.

(Privat-Telegramm.)

Zürich, 26. April.

Prüfung der Älnieihesrugen.

Paris, 26. April. (Eigene Drahtmeldung.) Die nächste offizielle Sitzung der Reparations- kommiffion ist vorläufig auf kommenden Diens­tag anqesetzt worden. Bartho« und Bradbury sollen bis dahin das ProGem der Realisierung der geplante« Achth-nn dert«Millio- nen-Anleihe studieren. Diese achthundert Millionen Goldmark sollen Deutschland die Na- turaMeferungen für 1924 und 1925 ermöglichen, ferner sollen sie Mr Bestreitung der miliärischcn Befatzungskosten und ber Kosten für die inter­alliierten Kommissionen dienen.

Deutschland bezahlt.

Paris, 26. April. (Eigene Drahtmeldung.) In der BeMhlung der Raten der Besatzungs­kosten für den Monat April durch die deutsche, Regierung find auch diejenigen Kosten ringe, schloffen gewesen, die auf die französisch-belgi­sche Ruhrbesetzung entfallen. Mali« und Temps stellen dieK mit Genugtuung fest.

Einzelnummer 10 Pf., Sonntags 15 Pf. 14. Jahrgang

Am öie Reparationen.

Die Beratungen auf deutscher Seite.

(Privat-TelegrEM.)

Berlin, 26. April.

Die Reparationsfrage ist auch in der gestri­gen Sitzung des Reichskabinetts nicht weiter verfolgt worden. Dagegen hat der Rrichsver-

Seitdem wir unter der republikanischen Reichsverfassnng leben, ist das parlamen- tarisch« System heiß umstritten worden. Wahrend eS von rechts als untauglich bezeichnet ^,'sb' wofür durch dir ErsolglostAeit und die schließliche Auflösung des letzten Reichstags ein triftiger Grund gegeben ist, wird es von links mit allen Kräften verteidigt, weil nicht nur je­nen Parteien, sondern auch den mit ihnen ver­wandten Gewerkschaften ein großer Einfluß au die Regierung gegeben wurde. Bei einer Prüfung ?*er,Ser<^tn^e ergibt sich, daß unser parlamen­tarisches System sehr verschieden von dem Vor- bild in den westlichen Ländern ist. Während dort, besonders in England und Amerika, im Parlament zwei große Parteien arbeiten, so daß durch die Mehrheit der einen Seite eine Stetig­keit in der Politik gesichert ist, besteht das deutsche Parlament aus einer Menge Parteien mit einer wechselnden Mehrheit, die nicht in der Lage sind der Regierung eine wirkliche Stütze zu sein. Wir sehen ja. daß die Reichsregierung unterm parla­mentarischen System den Reichstag nachhause geschickt hat und ohne Parlament regiert. An­statt daß die Parteien aus dieser Erfahrung eine Lehre gezogen und eine Einigung erstrebt hatten, ist es dahin gekommen, daß sie sich noch mehr zersplittern und erst recht einen Parteien- Wirrwarr schaffen. Richt weniger als fünft,nd- zwanzig Parteien haben dem Reichswahlaus- sckmß ihre Kandidatenlisten eingereicht, wovon dreiundzwanzig als gültig zugelassen sind. Keine der alten Parteien ist von der Splitterung ausgenommen. Ueberall haben sich Soudergruv- Pen abgetrennt, die in irgendwelchen untergeord- treten Fragen ihre eigenen Ideen haben. Es ist tief bedauerlich und dem Auslände gegenüber geradezu beschämend, daß in einer Zeit größter Rot die deutsche Politik sich in kleinlichem Ge­rank erschöpft, statt auf Grund der großen Richt­linien gemeinsame Arbrit zu leisten. Welch eine bunte Musterkarte soll das werden, wenn der neue Reichstag so viele Parteien umschließt unb wie sehr wird seine Arbeit erschwert werden Ein Trost ist es immerhin, daß voraussichtlich manche der kleinen Gruppen auSfallen oder ganz bedeutungslos fein wird, und daß die großen Massen der Wähler doch den alten siauptvart-j-» zuströmen werden. Allerdings wird sich d'ese Bewegung deutlich in rechts und links teilen wie schon seit längerer Zeit zu bemerken ist. Ein Nachteil für das Wahlergebnis werden die klei­nen Gruppen zunächst dadurch fein, daß sie den für die Wahl vorbereiteten Einheitsstimm-zettel unübersichtlich machen und die Zahl der ungül­tigen Stimmen vermehren werden, zumal in Preußen zugleich die Gemeindewahkeu am 4. Mai vorgenommen worden.

Tie Kasseler Neuesten Sadiricfiten erfcfieinen ronchentltd) I«ch«mal nachmittag», »er «banne, betrugt für ven Monat April 2,00 Mark bei freier RufleUuname Sau« In der Gehaltsstelle abgeholt 1.80 Mark. Durch dis Post monatlich 2.00 Mark etnfchl, stuftelltm-A S-buhr. - «erlag und Stebattton: Schlachthofstr. 28/30. - Fernsprecher 951 m - ur nnoerlangt eingesandte Beiträge kann die NedaNion eine Verantwortung oder ®ernähr ta keinem Kalte übernehmen. - Rückzahlung des Bezugsgeldes »8er Ansprüche wegen etwaiger mcht ordnmtgSmaßiger L'.sferung ist ausgeschlossen. Postscheck- tont» Frankfurt a.M. Nummer 6380.

Entschließung.

Danach erklären die versammelten VereinSvo» stände und Interessen«ertreter einmütig den Zerchunft für gekommen, den Ausnahmezustand i£r Handhabung der Polizeistunde für ge­schlossene Vereine aufzuheben. Der Fortbestand dieser unwürdigen Bevormundung ich in Inner Weise zu rechtfertigen und ist unvereinbar mit Dem ifffren Wortlaut der Verfassung in ber die Freiheit des Staatsbürgers garantiert wird. Genau so wie den Vereinen vor dem Kriege kei- nerle: Beschränkung auferlegt wurde, verlangen nnr auch von der jetzigen Regierung diese Frei- hett für die Vereine ohne jede Einschränkung^ und Abgaben in irgend einer Form. Die ver­tretenen Vereine sind mit einem Prassertnm lucht identisch. Reben vielen sozialen Einrichtun­gen bieten sie ihren Mitgliedern nach des Tages Last und Mühe gesellige Unterhccktung, Beleh­rung in Berufsfragen, Förderung von Spott und Spiel und Gesang, Bühnenpslege ustv., -vo- >urch hauptsächlich die Jugend in einer Ge-, sundheit fördernden Weise beschäftigt wird. Durch Hebung der allgemeinen Volksbildung und Erziehung, stellen die Vereine einen wich­tigen Faktor im Wirtschaftsleben dar. Durch die verlängerte Geschäftszeit wird diese Tätig­keit durch die Polizeistunde wesentlich rr'chwctt.

Polizeistunde.

Entschiedener Protest der V-reiu-vorstäud«

i>ie vorenthaltene S rtänaerun» bis 1 Uhr «rach,s.ittzrl« gesteh oben» xu einet Forderung auf Lrufhebuna bet Polizeistunde ,Le geschaffene

fanb gestern albend eine Ber- ^evon verschiedenen Vereinen Uober siebzig Vereine -der Ftadt Kassel hatten ihr- Vorstände entsandt eins m0,rl£er^e Arbeiterfortbildungsver.' e'"s, Pasewald, hatte die Leitung der Ver- ^lnmfttng. Sladthall.'nwirt Schlüssel setzte ausführlich auseinander, daß die heutige -seit.

Aeußevste anspannt, Ordert, die aber durch be- Yordltche^ Maßnahmen unterdrückt wird. Daß <e, N^Aetten nicht überhandnehmen, dafür __' u-»gmm ycfuiut. KXttt ÜÜiOH* öerer ^,»1 ttn Auge ist den Behörden der Tanz ,^" Berechtigung der Redner eine gut! ~an*e brach. Durch die behördlichen Maßnah­men gegen Geselligkeit und Lebensfreude wer^ °en nicht nur Steuerquellen verschüttet, sondern fuch. die einfachsten sittlichen Forderungen sabotiert. Nicht nur die Vereinstätigkeit wird gelahmt, amh die Wirte und ihre Angestellten werden geschädigt. Die Polizeistunde kann nicht grünen Tisch aus schematisch geregelt wer-

All das, was wir alltäglich erleben, so fragte der Redner, die im November 1913 vrr- funfeetc Freiheit, ist es vereinbar mit Artikel E der Reichsverfassung? Heute verweigert die Behörde dem Staatsbürger den Hausschlüs- sel- Dre Statistik erhärtet, daß in Kassel nicht diel Festlichkeiten stattfinden. Gebt der ^wäenb^' das Recht auf erlaubte Vergnügen und viel Un- hetl wird vermieden! Schon ist ein Teil der Es verschwunden. Bald werden kle'nere «erciTte, die sich nicht ein eigenes Vereinshaus benten^ können, kein Heim mehr auftre'iben. D^.Zor^rung lautet: Mr wollen den alten Vorkriegszustand, wir wollen

15«SKnis- Samtlten-Anzeig-N Sette 15 Pfennig, >n swl» 4 S3? ®ort 2 / Dsennig, Reklamen die Zeile 50 Pfennig Ossertgebühr

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gegenüber der Spohrstraße. Fernsprecher Sir. toi unb 952.

Rur noch eine Woche trennt uns vom Wahl­tag, der wieder einen neuen Reichstag zu- ftartfce bringen soll. Trotz der kurzen Zeitspanne hat sich die Agitation der Parteien in der Oef- jetttlidXeit noch nicht stark geäußert. Ab und zu liest man einen Aufruf einer Partei, gelegentlich bekommt man auch mal ein Flugblatt zu Gesicht Dte sozialdemokratische Parteipresse zeichnet sich durch größere und ständige Propaganda aus. Dte Haupttätigkeit geschieht aber in Versamm­lungen, die erst in der abgelaufenen Woche nachdem die Karwoche Ruhe geboten hatte einsetzten. Es macht sich bemerkbar, daß dies­mal auch in den Parteien, wie im öffentlichen Leben überhaupt, eine Geldknappheit besteht, die dem Wahlkampf gewisse Grenzen auserlegt. Viel­leicht genügen eine bis zwei Wochen zur Pro- paganda, )mnal sie sich erfahrungsgemäß am heftigsten in den letzten Tagen vor ber Wahl äußert. Neben dieser Aeußerlichkett ist allerdings auch sestzustellen, daß die Versammlungen durch­weg nicht so zahlreich besucht sind, wie man es von früher gewöhnt ist, man erkennt eine Zurück-

Die Wahlzelt.

Parteien-Splitter un j als Kennzeichen.

wie wir es zum Beispfcl.in Kassel angedeutet sehen. Läßt sich schon darüber streiten, ob die Politik überhaupt ins Rathaus gehört, so ist es doch ganz sicher, daß die Parteipolitik nich, darin erprobt werden sollte. Sieht man die Kandi­datenlisten für die StaÄtverordneten-Wahlrn durch, so kann man nicht ohne Bedenken in die Ziiftmft schauen. Unseres Erachtens sollte ein Stadtverordneten-Kollegium in erster Linie nach sachlichen Gesichtspunkten zusammengesetzt fein, nach den Arbeiten, die in den Kommissionen zu leisten sind, und sollte aus Persönlichkeiten be­stehen, die die Gewähr bieten, daß sie für das Wohl ihrer Vaterstadt mit ganzem Herzen ein- treten und auch ihre zukünftige Entwicklung im Ange haben. Die Listen enthalten aber zum großen Teil Parteimänner, wogegen bisherige Stadtverordnete, die den alteingesessenen Mittel­stand vertraten, ausscheiden werden. Berührten bisher schon die Debatten oft das politische Ge­biet, so wird der Sitzungssaal künftig eine Stätte für Parteikämvfe fein. Solche Entwicklung kann nicht zur Besserung führen. Dagegen kann eine Gesundung der Verhältnisse nur herbeige- fiihrtz. werden, wenn sowohl im Reichstag als auch in den Gemeindeparlamenten sachliche Arbeit in versöhnlicher Gemeinschaft geleistet wird.' K. F. D.

von früher gewöhnt

Haltung Wetter Kreise' der Wählerschaft. "Wenn man aus dieser Erscheinung folgern darf, daß im Volke bereits eine Klärung eingetreten ist, mso- ftrn, als sich der Wähler im allgemeinen schon bewußt ist, zu welcher Pattei er sich rechnet, bann 'st habet nichts Besonderes zu finden. Die Er- eignisft, die jeder Einzelne im täglichen Leben ?n. sich selbst zu spüren bekam, waren ja ein- dnnglich genug, um ihn wissen zu lassen, wft die Zustande fein sollten und wie nicht. Da sich . er Einzelne, ob Mann ober Frau, heute mehr mit Polittk beschäftigt als früher, so wird er auch wissen, welche der hauptsächlichen Parteien seine Belange bertritt und den ihm geeignet et« Weg zur Besserung geht. Sollte aber ettva Gleichgültigkeit gegenüber Erörterungen in den Wahlversammlungen sich breit machen, dann Ware das ein bedenkliches Zeichen, denn bei der letzigen Reichstagswahl handelt es sich um das weitere Schicksal Deutschlands, entweder Ausstieg oder abermaliger Niedergang. Deshalb ist die Teilnahme Alker erforderlich, wenn der Volkswille wirflich zahlenmäßig zum Aus­druck kommen soll.

mt ganzen Reiche fftr Stadt und Land, ohne Briwrmundung der Behörden. Können wir ! nicht, fragte ber Vortragende, selbst darüber l vestimmen, wann wir nach Hause geben, muß eine Behörde uns vorschreiben, tote wir uns zu verhalten haben? Die Leistungen im Kriege bewiesen, daß die Dorkttegsjugend, dte alle ,,reuden mittnachte, nicht entnervt war Fn eingehender Aussprache wurden krasse Rafle befanntgege6en, wonach die Behörde mit zwei­erlei Maß mißt. Bei einer Festlichkeit von Staatsbeamten drückte die Polizei zwei Augen zu, während ein Sportverein, seine auswärtigen Gaste, die erst um 4 Uhr nachts weiterfahren .onnten, auf die Straße treiben mußte. Ferner wurd-i erwähnt, daß im Landkreis Kassel die Geistlichkeit zu bestimmen hat. ob in ei t Ge­meinde getanzt werden darf. Ferner toi , man auf den unwürdigen Zwstand bin, daß wenige Minuten nach Mitternacht die Polizei vor den Wirtschaften steht und horcht, ob noch jemand beim Schoppen sitzt. Sind wir denn, mrbe gefragt, ein Volk von Verbrechern? Ein Ar­beiterturner bssehwette sich über die Schwierig- ketten, die der Veranstaltung von bescheidenen FestlilRetten zur Gewinnung von Geldmitteln mr die Aufrechterhaltung des Vereins entge­gengesetzt werden. Es genügt, erklärte ein W:tt, Mas der deutsche Bürger in den letzten zehn Jahren ertragen hat! Angeregt wurde die Bil­dung einer Arbeitsgemeinschaft sämtlicher Ver­eine in Kassel, um geschlossen vorgehen zu kön­nen. Aussehen erregte ein Schreiben der Spit- zenorganisation der Gastwitte hinsichtlich der Polizeistunden-Verlängerimg, worüber beson­ders berichtet wird. Die Versammlung gipfelt in der einstimmigen Annahme einer

Kasseler Nmste Mchrichim

Kasseler Abendzeitung < ~

Gegenmaßnahmen.

New York, 26. April. (Telegraphische Meldung.) Noch Meldungen aus Tokio planen die japanischen Nationalisten eine ver­mehrte Auswanderung der Japaner nach Südamerika, Mittelamerika mrb Mexiko zu betreiben. Die Amerikanische Sicherheitsliga hat den Kongreß ersucht, die ja­panische Einwanderung einzuschränken, ohne jedoch eine vollständige Ausschließung per Japaner vorzunehmen. In Tokio und Osaka wurden Massenversammlun­gen unter Beteiligung aller Klaffen der Bevöl­kerung abgehalten, um gegen die amerikanische Einwmlderungsvorkage Eiuspmch zu erheben. Die japanische BöSerbundsvereinigung beschloß, einen Aufruf en die Bölkerbundsvereinigung in Washington zu richten und sie aufzufordern, chren Einfluß geltend zu machen, um zu verhin­dern, daß die Vorlage Gesetzeskraft erlange.

Belästigung von Amerikanern.

Die Auftäumungsarbeiten an der tt« » glücksstätte bei Bellinzona find gestern nach­mittag beendet worden. Weitere Leichentelle ha- ben sich nicht vorgefunden. Gestern nachmittag fand unter großer Friettichkeit die Ueberfsth- rung der Leichenteile der Berunglücktrn vom Spital nach dem Bahnhof statt. Die Bevöl­kerung nahm regen Aittell. Ihr Mitempfinden kam deutlich zum Ausdruck. Biele Frauen weinten beim Anblick der Särge, denen über dr-lltauftnd Deesone» fötalen. Der imvoiante' «etnzipien gezeigt.

London, 26. April. (Eigene Drahttnel- bnng.) In Tokio protestierte der amerikanische Bosschafter gegen fortgesetzte Belästigungen bet Amerikaner auf den Straßen. Bor dem Haiserlichen Palais sand eine große nationale Maffenkundgebung für den Mikado statt. Die Menge zog dann zur amerikanischen Botschaft, wo es zu Lärmszenen kam. denen erst br8 Eingreifen der Polizei ein Ende bereitete.

Englands Innenpolitik

Lloyd George bekämpft Maedonakd.

(Eigene Drahtmeldung.)

London, 26. April.