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Kein ZorlWtt in her Lepamümsfrage

Garantien für feine Sicherheit verlangen, ohne daß jemand feine friedlichen Absichten ent­stellen könne. Man dürfe keine Gelegenheit vorübergehen lassen, die durch den Erfolg des Ruhrunternehmens, durch den Bericht der Sach­verständigen und durch die Vorentscheidung der Reparationskommission geboten fei. Man müsse versuchen, schließlich zu einer allgemeinen Rege­lung zu kommen; aber man dürfe reelle Pfänder nicht gegen einfache deutsche Ver­sprechungen austauschen, denn Deutschlands Vergangenheit gebe keine Garantie für seine Aufrichtigkeit. (?) Man dürfe sich nicht auf einen Schuldner verlassen, der bis jetzt nichts getan habe. (?) Man müsse ihn an seiner Befreiung interessieren, dadurch, daß er rasckiestens gewissen Zwangsmaßnahmen ein End« bereiten könne Das Land werde entscheiden müsien, ob oie von der Regierung befolgte Politik fortgesetzt wer­den solle, bis ein endgültiges Resultat erzielt sei, oder ob es vorziehe, stch auf unbekannte Wege z« begebest, auf denen es ohne Zweifel unüber­brückbare Abgründe finden werde.

Ger MeVMLMonsftkett.

In Erwartung der Antwort der Regierungen. (Eigener Drahtbericht.)

Paris, 25. April.

Die Reparationskommission hat bis gestern noch von keiner Regierung auf das Rundschrei­ben über die Anerkennung der Sachverständigen- Guiachten eine Antwort erhalten. Die englische Regierung hat jedoch wissen lassen, daß ihre Ant­wort heute abend oder spätestens morgen ein- treffen wird. Die belgische Rote ist, wie ge­meldet, bereits fertiggestellt und wird morgen beim Ausschuß einlaufen. ES wird ferner be­stätigt. daß die belgische Antwort bedingungslose Annahme der Gutachten als Basis für die Repa­

rationslieferungen zur Grundbedingung macht. Barthou wurde gestern von Poinearö empfangen. Die Weiterberatung der Antwort der Alliierten in der Reparationskormnifsion be­ginnt heute nachmittag. Cs ist mit n e u e n An­trägen der Komisfion an die alliierten Regie­rungen nicht mehr zu rechnen.

Das Gotthardbahn-Anglück

Bei den Aufräumungsarbetten.

(Eigener Drahtbericht.)

Basel, 25. April.

DieBaseler Nachrichten" melden aus Bel­linzona: Bei den Aufräumungsarbeiten wur- den zwei weitere menschliche Körper unter den Trümmern gefunden, die bis zur Unkenntlichkert verstümmelt waren, sodaß keine Feststellung der Personalien möglich ist. Unter den gestern abend gehobenen Resten des deutschen Wagens wurden noch mehrere Ringe und unversehrte Briefe vorgefunden, die im Stationsgebäude Bellinzona hinterlegt sind. Bon den Schwer­verletzte» haben mehrere trotz ärztlichen Ab- ratens die Uebersührung in die Heimat bean­tragt, darunter Damen aus Köln und Hamburg. Die schweizerischen Bundesbahnen haben ihnen Sonderabteile zur Verfügung gestellt.

Bootkrieg zustimmte, obwohl die Vorbereitungen dazu noch ungenügend waren. Viel umstritten wurde Helfferick besonders wieder im letzten halben Jahre, als die R e n t e n m a r k von Dr. Schacht eingerichtet worden war und man dar­auf hinwies, daß die Idee von Helfferich stamme. Die Uneigennützigkeit seines Verhaltens in die­ser Lebensfrage des deutschen Volkes wurde von den Linksparteien und ihrer Presse auf das hef­tigste bestritten, bis schließlich der gegenwärtige Reichsfinanzminister Dr. Lutber sie in seiner be­kannten Schrift über die Geschäftsführung des Reichskabinetts auf Grund des Ermächfigungs- aesetzes ausdrücklich und mit Worten wärmster Anerkennung bestätigte.

Aus Helfferichs Lebenslauf und Wirken sind folgende Daten hervorzuheben. Er wurde am 22. Juni 1872 zu Neustadt in der baperischeu Pfalz geboren. Er begann seine Laufbahn 1899 als Privatdozeut der Staatswissenschasten cm der Universität Berlin und wurde 1901, noch nicht 30 Jahre alt, außerordentlicher Professor. Gleichzeitig wurde er Referent für wirtschaftliche Angelegenheiten in der Kolonialabt'eilung des Auswärtigen Amtes, 1905 Vortragender Rat in der Kolonialabteilung. 1906 wurde er Direktor der Anatvlischen Eisenbahn und 1907 Direktions- Mitglied der Deutschen Bank in Berlin. Schon 1903 war er deutscher Vertreter bei den Ver­handlungen mit der amerikanisch-mexikanischen WährungSkourmisston, 1913 bei der internationa­len Finanzkonferenz in Paris zur Regelung der Bakkanfragen. Bald nach Kriegsausbruch trat Helfferich dann auch für die breite Oeffcntlrch- keit sichtbar hervor. Am 16. Januar 1915 zum Reichsschatzsekretär ernannte. Im Mai 1916 wurde er Staatssekretär des Innern und Stell­vertreter des Reichskanzlers, in welch letzterer Stellung er bis zum November 1917 blieb. Im Sommer 1918 war er kurze Zeit Botschafter in Moskau. In eine ganz andere Richtung wurde dann feine Lebensarbeit nach dem Umsturz g> ' lenkt. Trotz dem politischen Kampf nahm sein Einfluß auf wirtschaftlichem und finanziellem Gebiet noch zu.

Berliner Preffestimmen.

Das volksparteiliche Organ »Die Zeit* trennt Helffericheine mrbestrittene Kapazität, vor deren Wissen und Rönnen auch der politische Gegner Achtrrng hatte". Ueber Helfferichssehr stark umstrittene Kriegspolitik als Reicbsschatz- sekretär' sagt bas Blatt,daß der unglücklich« AuSaang des Weltkrieges unter chlen Umständen auf die Tätigkeit des Reichsschatzsekretärs seine Schatten werfen mußte'. Darum dürfe diese Streitfrage jetzt nicht ausgerollt werden. In derDeutschen Allgemeinen Zei­tung' wrrd der Tod Helfferichs als .ein uner­

setzlicher Verlust der deutschen Politik' beivertet. Der Verstorbene habedrei große Kriegsanlelhen durchgeführt, Großes für sein Volk als Kritiker und Mahner in den Jahren der Opposition ge­leistet und Größeres noch sei von ihm bet den zu erwartenden Mehrheitsverhältniffen im neuen Reichstag für die Zukunft zu erhoffen gewesen'. DieGermania' sieht in Helffericheine der bedeutendsten Persönlichkeiten unseres polt« fischen Lebens', fährt aber dann fort:Wir wissen heute, welch eine Enfiäitschung seine Tä­tigkeit als Verwalter der Reichsfinanzen gewe­sen ist.' Auch dasBerliner Tage­blatt' kritisiert feine Politik während der Kriegszeit und nachher und fchließt:In seiner politischen Umgebung hat sich der freudlose Mann, den mehr persönlicher Ehrgeiz als sach­liche Neigung zur Rechten geführt hatte, nie ganz wohl gefühlt. Die Deutschn ationale Partei ver­liert in ihm ihr einziges Talent.' DerV o r- wärts' spricht Helfferich die starke Ueber« zeugung ab und behauptet, er habe im Laufe seiner 52 Lebensjahre die verschiedensten politi­schen Meinungen mit stets gleichlhitzigem Tempe­rament und unermüdlicher Streitlust vertreten.

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Beileid der Reichsregierung.

Der Reichspräsident sandte noch gestern nachmittag an Frau Helfferich ein Tele­gramm, in dem er sein Beileid zum Ausdruck bringt. Auch die Reichsregierung hat tu einer Depesche an Frau Helfferich ihre Terl- nahme kundgegeben.

Explosion ves Helzwagens.

Berlin, 25. April. (Telegraphische Meldung.) Wie Vie Vossische Zeituna aus Genf meldet, soll die Untersuchung des Eisenbahnunglücks von Bellinzona ergeben haben, daß die schnelle Ex­plosion der Gasbehälter des badischen D-Zug- Wagens wesentlich mit hervorgerufen toorbett ist durch die Explosion des Heizwagens, der hinter den elektrtschcn Lokomotiven lief.

Voincar-s Vfänöecpolstik.

Falsche Auslegung des Versailler Vertrags.

(Telegraphische Meldung.)

Paris, 25. April.

In einer Wahlrede wies Poinearö ,nachdem er stch mit der französischen Innenpolitik bc- üstiftigt hatte, auf die Außenpolitik hin, die stch ließen Deutschland richten müsse. Der > 3erfeiner Vertrag zwinge Frankreich, sogar in kurzer Frist, mit Deutschland selbst zu verhan­deln. Frankreich müsse Revarationen und

trat lener Herr Schäfer auf, über dessen Pad teipläue kürzlich aus der Umgebung berichtet worden war. Er berief stch aus eineBürgerllch- Laudespartei', die in großen Massen hinter ihm liehe, und vertrat Mittelstandssorderungen. Bei dieser Wahl wolle sich seine Partei der Partei des Ministers Koch anschließen. Die Versamm­lung hörte den Redner ironisch an und Zurufe besagten, er hübe stch am Abend vorher der Volkspartei anschließen wollen. In Schlußrufen ging der Rest der Redeübnng unter. Unruhig wurde der Saal, als RechtsanwttÜ Dr. Freis- ler (nicht Roland) gegen die Nennung Luden« dorffs im demokrafischen Wahlaufruf in einem Atemzuge mit Hölz und Konsorten protestierte. Ein Saalbesucher drohte sogar mit dem Stock. Der Redner wurde Mittelpunkt erregter Szenen. Schreinermeister W a ch s m u t h, der sich als De­mokrat bekannte, übte Kritik daran, daß Ober­meister Kniest von der siebenten auf die zwölfte Stelle der Reichsliste gedrückt worden sei und warnte vor den Deutschvölkischen, die schlimmer seien als Spartakus. Der Versammlungsleiter erwiderte, die Verdienste Kniests eingehend wür. digend, daß diese Stelle nicht aussichtslos fei. Später wurde das auch von Koch bestätigt. Eine nochmalige Worterteilung, um die Schäfer er» uchte, wurde abgelehnt. Dann bekannte sich Koch in seinem Schlußworte für das Beamteit- rätegesetz und die Bodenreform und erklärte, er Ke bereits einmal die ungeschickte Form des

hlaufrufs hinstchfiich Ludendorffs bedauert. Diese loyale Erklärung müsse ein für allemal genügen. Mit der Judenfrage wolle der Völ- is-ch-Soziale Block das Volk nur von der Wirk­lichkeit ablenken. Vom Marxismus komme man bei der äußersten Rechten zum Uebermarxismus. Die Politik der Demokratie in den letzten fünf Jahren habe Deutschland am Leben erhalten Die Versammlung schloß mit dem Gesang der Rsficnalhynme und einem Hoch ans Vaterland

Die Schrecken des LlngMcks.

Z ü r i ch, 25. April. (Eigener Drahtbericht.) Um Mitternacht wurde aus Bellinzona gemel­det: Die Feststellung der Persönlichkeit ist bei vierzehn Leichen gelungen. Die Gesamtzahl der Toten wird bis dahin mit 21 angegeben. Die Zahl der Verletzten mit 43, von denen stch 38 in Bellinzona und in Bellenz in ärztlicher Behandlung befniden. Die Generaldirekton der Schweizer Bundesbahn hat für die erste Hil. feleistung eine Million Franken zur Verfü­gung gestellt. Die Schilderung, die ein Postbe­amter des Baseler Zuges, sowie einige der ge­retteten Mttreisenden über die furchtbaren Ser- zweiflungsszenen geben, die sich in dem explo- fierten deutschen Wagen abspielten, find so ttrchtbar, daß es unmöglich ist, sie wiederzuge­ben. In Italien ist das Bedauerit über das Unglück sehr groß. Der König von Italien hat fein Beileid den Opfern ausdrückeu lassen.

Stallen gegen neue Forderungen.

Basel, 25. April. (Privattelegramm.) Wie der Korrespondent der Rational-Zeitung erfährt, haben zwischen Rom und London amtliche Besprechungen begonnen über eine mög­lichst rasche und klare Auslegung der Experten­berichte. Die italienische Regierung versucht Sicherheiten dafür zu erlangen, daß nach An­nahme der Gutachten nicht neue Forde­rungen an Deutschland gestellt werde».

Eintritt in den Völkerbund.

Gens, 25. April. (PrivattelegrMmn.) Wie dasEcho de Paris" meldet, hat der e n g l i s ch e Premierminister den Eintritt Deutschlands in den Völkerbund angeregt, der nach Annahme der ungeänderten Expertenvorschläge offiziell von Deutschland beantragt werden soll. Die Ver­handlungen zwischen London und Berlin hätten zu bestimmten Zusagen Deutschlands geführt.

politff der Mitte.

Rede des früheren Oberbürgermeisters Koch,.

Des Wahlkampf kiihrte gestern abend den eh«, maligen Oberbürgermeister der Stadt Kassel Erin» Roe», wieder einmal in den grStz en Saal feiner sechsjährigen Wirkungsstätte. Die Deutsche Demokratische Partei hatte gestern abend in der Stadthalle ein voll besetztes Haus. Die bekanntesten Erscheinungen im Kasseler Wirtschaftsleben, in der Bürgerschaft überhaupt, waren anwesend. Des jetzigen Ober­haupts der Stadt Kassel Amtsvorgänger, der inzwischen Reichsminister ches Innern war und jetzt der Vorsitzende der Demokratischen Partei ist, trat so vor seine früherenUntertanen', wie sie ihn im Gedächtnis haben. Eingangs widmete er Dr. Helfferich einen warmempfutidenen Nachruf. Ehrliche Anerkennung ehrlichen vater­ländischen Strovens aus dem Aiunde des bo»' Mischen Gegners ist doppelt wirksam. Was die Erfüllungspolitik betrifft, namentlich die Be­zahlung der Befatzungskosten, so erklärte Koch: Wenn mein Brüder unter die Räuber gefMeni ist, die ihn gefangen halten, und ich kann ihn nicht befreien, so versuche ich alles, sein , Los wenigstens so ertüglich wie möglich zu gestalten.' Werden die Besatzungskosten nicht bezahlt so werden im besetzten Gebiet wieder alle städti­schen Kaffen, die Banken, die Lohngelder und die Brieftaschen der Straßengänger beraubt. Wenn auch notgedrungen die Kriegsschulden an die Alliierten bezahlt werden,

die Kriegsschuld wird nicht anerkannt.

Dann gebrauchte Koch, als er auf die iunerpoli- tischen Störungen zu reden kam, wieder den Vergleich Deutschlands mit einem Schiffe, in dem wir sitzen (gestern sagte er Kahn) ... noch oursen wir nicht wagen, darin zu schaukeln! Es gilt, zusammenzuhalten, damit keine Inflation wtoderkehrt. Vor der Sozialisierung haben die sozialdemokratischen Mnister genau denselbeit Dampf wie die volksparteilichen und alle übri­gen. Die Utopien und Phrasen im Wahlkampf weichen, wenn erst praktische Arbeit geleistet wer­den muß, vor dem Pflichtbewutztsein der Allge­meinheit gegenüber. Was in München vorging, bezeichnete Koch als Don Quichotterie. Was J919 ,n Weimar geschaffen wurde, ist Rechtshohen, der ntcht verlassen werden darf. Dann bedauerte Redner die-Angriffe gegen den ReichSprästdeu- ten, der takwoll und ruhig an der Spitze des Reiches steht, und warnte vor Uebertreibungen des Föderalismus, der immer dann in Deutsch« land sein Haupt erhoben habe, wenn es Deutsch- land schlecht erging. Heitte können wir nichts anderes brauchen, als eine gesunde und starke Mitte. Wir können uns nicht den Luxus erlau­ben, der Tummelplatz innerer Kämpfe zu sein. Dre Politik wird nicht mit der Leidenschaft, son- dern mit der kühlabwägenden Vernunft gemacht! Unter dem Beifall der Mehrheit im Hause er- klarte dann der Versammlungsleiter, Oberstu« dtendirekwr Friedrich, Latz unser früherer Oberbürgermeister keine Wahlrede mit Verletzun­gen der Gegner gehalten, daß hier ein wirklicher Staatsmann auf Grund eigener Erfahrung ae- prochen habe.

In der Aussprache

Karl Helfferich f.

Eine starke Persönlichkeit.

ES ist ein furchtbares Mißgeschick, daß Dr. Karl Helfferich bei dem Eisenbahnunglück am Gotthard sein Leben lassen mußte. Dieser To­desfall ist nicht nur ein großer Verlust für. die deutschnationale Volkspartei, als bereit Spitzen­kandidat für den Wahlkreis Hessen-Nassau er wieder ausgestellt war und somit auch Kassel davon betroffen wird, er ist auch ein Verlust für das deutsche Reich da Helfferich ein bedeutender Politiker war. Karl Helfferich hatte einen klu­gen Kopf und eine glühende Seele. Ein Führer im Strehen nach Deutschlands Aufstieg, der von einem starken Temperament getrieben wurde, ist in ihm dahingegangen. Die Frucht seiner Arbeit hat er nicht erblickt. Aber daß seine Arbeit Dienst am Volke war, uneigennützig, daß in Zeiten der Korruption und des gesteigerten Niedergangs dieser Mann zwar vom Parteige­zeter umtobt, aber niemals unedler Motive auch von seinen Gegnern gescholten werden konnte, hebt ihn aus der Schar derer hervor, die tnt Parlament redeten und int Lande mit Worten um stch warfen, hinter denen keine Sachkenntnis und kein Herz stand. Auch daß er hart und heiß um Erkenntnis rang, in Wirffchafts- und Finanzfragen Autorität war, und, wenn es Rot tat, sich dem Großen, Ganzen, unterordnete, das verdient betont zu werden.

Bon gegnerischer Seite ist ihm vorgeworsen worden, daß er als Staatssekretär des Reichs- schatzamteS den Krieg nur durch Anleihen finanzieren wollte, statt die Kriegsgewinnler durch hohe Einkommen- und Vermögenssteuern heranznziehen. Aber dem ist entgegenzubalten, daß Helsferich dieses Ami nur ein Jahr bekleidet hat und außerdem hätten einer anderen Me­thode die Widerstände der Einzelstaaten entgegen gestanden. Schwierigkeiten hatte er schon zu überwinden, als er mit Bethmann-Hollweg den Standpunkt vertrat, daß die militärischen Stellen sich der Politik des Reiches unterordnen müßten. So war er ein Gegner des uneinge­schränkten U-Bootkrieaes, weil er den mangeln­den Erfolg voraussah und auch fürchtete, daß der U-Boottrieg das Eingreifen Amerikas nach stch ziehen würde. Sein Fehler war allerdings, daß er sich überreden ließ und dann dem U«

Frankreichs gemeine Tücke.

P a r i s, 25. April. (Privattelegramm.) Der Temps" meldet: Poinearö empfing gestern die Vertreter des nationalen Blocks der aufgelösten Kammer. Er sprach vo» der Hoffnung einer Bil­ligung seiner Ruhrpolitik durch die Neu­wahlen und von dem unbedingten Festhal­ten Frankreichs an dem Staudpuntt, daß die politischen Fragen der Ruhr, die Fragen der Wiederzulaffimg der Ausgewiesenen und Verur­teilten und die der Aufhebung des Kriegsgc- richtSbnrkeit im «»besetzten Gebiet nie und nimmer mit der Reparationslösung verbunden werden bftrfen (!)

Antrag zum Änkrafttreien im Mai.

B e r l i n, 25. April. (Privattelegramm.) Der gestrige Besuch des englischen Botschaftssekretärs im A u s w ä r t i g e n A m t hat der Reparations- rage gegolten. Aus Paris liegt eine kurze Atatin-Meldung von gestern abend vor, wonach in der Reparationskomm'ission eine Mehrheit für den Antrag vorhanden sei, nach der inzwischen erfolgten deutschen Zustimmung das Inkrafttreten der Sachverständigcu-Vor- chläge für den 15. Mai vorzubereiten.

Dr. Helfferichs Tod.

B a s e l, 25. April. (Eigene Drahtmeldung.) Die Erkennung Dr. Helfferichs wurde hauptsächlich dadurch herbeigeführt, daß unter de« Trümmern ei« goldener F i n g e r r i u g ge­funden wurde, in dem der Name Helsferich an» graviert war, ferner durch politische Doku­mente, die das Reparationsproblem behan­deln. Der gräßliche Tod Dr. Helfferichs hat in ganz Italien einen erschütternden Eindruck ge­macht. Allgemein wird beim Ausdruck des tief­sten Bedauerns, ohne Rücksicht auf die Pattei, der Ueberzeugung Ausdruck verliehen, daß Deutschtum, einen seiner fähigsten Köpfe verloren hat, auf finanziellem wie auf politischen Gebier.

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