Nummer 96.
Donnerstag, 24. April 1924.
Einzelnummer 10 Pf., Sonntags 15 Pf.
Frankreich als Frieöenshindernls
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Belgien stimmt bedingungsweise zu.
Die Zersplitterung der Varteien
faszisten vor der Kirche erschienen, wurden sie von Zurufen der Kommunisten empfangen. Nach der Feierlichkeit in der Kirche wurden sie mit Steinen beworfen. In einem darauffolgenden Handgemenge vor der Kirche kam es bald zu einem Revolvergefecht. Es gab im ganzen sechzehn Verletzte. Die Ordnung konnte erst durch ein bedeutendes Polizeiaufgebot wirder- hcrgestcllt werden. Unter den angreifenden Kom- «mnisten befanden sich zahlreiche Italiener.
fordert. Der Lloyd bot den Bau eines ebenso großen, vollständig neuen Schiffes an und er. kaufte damit die Freigabe des „ColumbuS". Nun wurde erst das Ersatzschiff gebaut, es fährt heute als „Homeric" unter englischer Flagge. Erst als man die Resultate der „jponteric" kannte, ging man daran, den „Columbus" fertigzustellen. So profitierte er von den Erfahrungen mit dem Schwesterschiff.
alliierten Regierungen erttärt Poincar», daß er trotz pes Dawes-Berichts an alten Ansprü-
britischen oder britisch-amerikanischen Politik. Die Notwendigkeit einer derartigen Alternative fe* glücklicherweise von einigen der Ratgeber der Regierung nicht übersehen worden. Die „TimeS" führen in einem Leitartikel aus, die beiden Regierungen seien letzt direkt und gemeinsam ver- a n t w o r t l i ch für die Sachverftändigenberickte. Die britische Regierung habe sich auf den richtigen Standpr,nkt gestellt, als sie erklärte, daß die Sachverständigenberichle alS Ganzes angenommen werden müßten. Noch Aufzählung der bekannten französischen Einwände bemerken die „TinwS", England sei bereit, gewisse Hoffnungen entsprechend dem allgemeinen Untere sie des europäischen Friedens zu opfern (?). Entsprechende Osser könnten jedoch auch von den anderen Ländern erwartet werden.
England und FmnlrekO.
Frankreich als Friedenshindernis.
, • lEigene Drahtmeldunq.) v London, 23. Aprtt.
Der diplomatische Berichterstatter deS „Daily Telegraph" schreibt, bei der offiziellen Uebcr- mittlung deS DaweS-Berichts an die alliierten Regierungen durch die Revarationskommisfiou trete die Kluft in Erscheinung, die zu lebet Zeit seit 1919 die britische Ansicht über diese Fragen von der franzSsischen getrennt habe. Unabhängig von den Weisungen, die PaincarS Barthou erteilt habe, richte der französische Premierminister eine Rote an die alliierten Regierungen, in der er die Forderung Frankreichs mit Bezug auf mehrere wichtige Fragen außerhalb der Sphäre der ReparationS- kommission auseinandersetze. Mit der Forderung nach einem Mindestbetrag von 26 Milliarden Goldmark sei man wieder zurückversetzt zur Pariser Konferenz deS FahreS 1923 oder fsgtir der Londoner Konferenz des FahreS 1922. Der Korrespondent ist der Ansicht, daß die
Möglichkeit einer neuen Stockung Ser interalliierten Verhandlungen von der britischen Regierung ernstlich erwogen werden müßte, gemeinsam mit der Alternative einer
Faszistenfahne in einer Kirche einsegnen zu lassen. Der italienische Generalkonsul vor« Nizza, sowie die beiden Bizekonsuls sollten der Feier
8.
Eooiivgt fßr wirtfkhattNGe «iraShümzigkest.
Dieser „deutsche ColumbuS" ist mit seinen achtunddreißigtausend Tonnen daS zur Zeit
DieFkledens-AnftrenMngen
Englische Vorwürfe gegen PoinrarS.
; (Privat-Telegramm.)
Die italienischen Nabikalen.
Kämpfe zwischen Faszisten und Kommunisten. lEigene Drahtmeldung.)
chrn festhält. und daß weder der TatoeS- Bericht, noch Maedonald seine Politik irgend- wie beeinslusien können Hier bestreitet niemand, daß der Dawes-Anssümtz wollte, daß die S a n k- tionen erst wieder nach neuen und offensichtlichen Verfehlungen Deutschlands beraten werden sollen. Macdonalds Port-Rede gilt als Beweis dafür, daß er hierin fest bleiben wird. Weder Italien nock Belgien sympathisieren mit Po- inearSS Versuch, der Forderung der völligen wirtschaftlichen Räumung des Ruhrgebiets zu entgehen. Deutschland wird, laut einer Berliner Meldung, die Errichtung eines speziellen neutralen Gerichtshofes zur Aus- tragung aller Streitigkeiten Vorschlägen.
Unsere Kolonien.
Gedenktag am 24. April.
Dor vierzig Fahren wurden die Erwerbungen in Deütsch-Südwestafrika unter deutschen Schutz gestellt, sowie Togo, Kamerun und die Südsee-Jnseln, danach Deutsch-Ostafrika als Kolonien erworben
ametgenpretfe: «eschüftürnz-tg-n Zftl« 15 Pfennig, ftamttten.«n»etaen Zeile 15 Pfennig, Kleine Anzeigen ba8 Wort 2‘/, Pfennig, Reklamen di« Zeil« 50 Pfennig, Offertgebüür i5_?!£nntS <°ei Zusendung der Offerten 20 Pfennig), Rechnungsbeträge sind innerhalb fuss Tagen ,u bezahlen. — Maßgebend ist der Kurs de- Zahlung? ta ges. Für die Richtig, keit aller durch Fernsprecher ausgegebenen Anzeigen. sowie für Aufnahmedaten und Plätze rann nicht aaranttert werden. Für Anzeigen mit besonders schwierigem Satz hundert Prozent «nffchlag. T rüder et: «chlachthofstraße 28/So. Geschäftsstelle- Kölnische Straß« 6, gegenüber der Sxohrftratz«. Fernsprecher Rr. 951 und 953.
Dreiundzwanzig Reichs-Wahlvorschläge.
-------„„„„ Wie uns aus Berlin berichtet wird, hat der tritt für die Vorschläge der Reparations- Reuhswahlausschuß dreiundzwanzig Reichs- konmlisfion im Sinne der Sachverständigen-Gut- Wahlvorschläge zugelassen, nämlich von folgen, achten ein, lehnt jedoch die Räumung des Ruhr- rcn Wählergruppen:
gcbietes ohne vorherige Festsetzung Bereinigte Sozialdemokratische Partei Deutsch, der Ersatz Pfänder ab. IlandS. — Deutsche Zentrumspartei. — Deutsch.
' * nationale Volkspartei. — Deutsche Volkspartei.
Stollen mit England. bemokrattsche Parten - Bayrische
M o,L , .. „ , Bolkspartei. — Kommunistische Panel Deutsch-
^ie$° ime?^eü^" aus^P a (unter der Bezeichnung Liste der Kommu-
stee't Ir m $ 0 J”’ *** f £•1»" i n!ften). .— Bayrischer Bauernbund. — Deutsch.
Empfang des britischen Botschafters völkische Freiheitsvartei nnd Nationalsoziali- ^S'.erung^gehe Mlt.England iittche Aröeiterpartei (unter der Bezeichnung t-inlnnhnG ätf «achverständlgen-Eutach- Vereinigte Liste der Deutschvölkrschen Fr:ül'-!tS- ten otzme Aenderung an-lnehmen k-m- 'partei r.n- der RatwnÄsozialiAkchcn dcutschnr
Einzelnummer 10 Pf., Sonntags 15 Pf. 14. ZahkgattS
Ein neues Großfchiff.
Vollendeter Bau des „Columbus^.
Die Folge« de« verlorenen Krieges hatten die dentkche Seeschiffahrt fakt vSlliq z-rftvrt, da wir die SandelSflotte zum größten Seil dem Feinde ««»liefern mutz en. Mit Eifer nnd Zahig. reit habe« aber die deutschen Werften Wieder, ausbauarbeit geleistet nnd neue Krotzfchtff« gebaut. Ma« schreibt uno darüber r
Bremerhasen, 22. April.
Der Norddeutsche Lloyd hatte die Vertretet der deutschen und der ausländischen Presse hierher gebeten, um ihnen, wenige Tage vor feiner ersten Ausreise, den Dampfer «Columbus- zu zeigen, der nach vielen Fährlichkeiten nun doch als das zurzeit größte Schiff der deut-
esen Verhältnissen zu beschäftigen hat, wird if die Dauer an diesen Zuständen niclft vorbeisehen können. Deutschlands Forderung am kolonialen Gedenktage dieses Jahres dar! nicht ungehört verhallen: Gebt uns unsere Kolo- liiert wieder, die ihr uns unter lügenhaftem Vorr wände geraubt habt, nicht nur in unserem deutschen Interesse, sondern zum Seaen der Kolonien selbst und im Interesse der Gesundung der weltwirtschaftlichen Entwicklung! O.
die Zustände, das Schmuggelwesen, die verfehlte Zollpolitik und Verwahrlosung der guten von den Deutschen angelegten Handelsstraßen Ausdruck. In Togo unterhielten die Deutschen 1914 sechzehn Aerzte, Frankreich heute fünf. Die Engländer erhalten im britischen Teil 43 Schulen gegen früher 85, Frankreich 211 gegen früher 108. Dafür aber ist die Besatzungstruppe au Kosten des Landes stark verstärkt worden. „Afri- can World" schreibt weiter, „daß der Anbau von Kautschuk, Kopra, Baumwolle usw., den die Deutschen unterstützten, zum Stillstand gekommen ist, ebenso die Ausbildung von Hand- Werkern". All das ist betrüblich
Diese Beispiele lassen sich beliebig vermehren. Auch der Völkerbundsrat, der sich ja mit diesen Verhältnissen zu beschäftigen har, wird
Brüssel, 23. April.(Privattelegramm.) Nach einer „Soir"-Meldung hat die belgische «nt- Wortnote gestern Abend Brüssel verlassen. Sie
SU itahcler ‘-Heuerten 9)ad>rtd>ten ertoeinm ronchentttcb sechsmal nadim ttaa« Ser Äbnnne. mentSprelS beträftt für Ben Monat April 2.00 Mart bei 'reier RufteUunn m« flau«" 'n 6er toefrhnftSfteUe abgeholl 1.80 Mark. Durch di- Post monatlich -'.00 Mart einschl.Zuffellunar- gebühr, — Bcrlaa uns RcdaNion: »mlachthokftr. 28/30, — Fernsprecher 951 nnd 952. — ,rur unverlangt eingesandte Beiträge kann sie Redaktion eine Verantwortung oder Gewahr m u-nent Satte übernehmen., — Rückzahlung des BerugsgelbeS oder «nsarüche wegen etwaiger nicht ordnungsmäbiqer Lieferung ist ausgeschlossen. — PoMcheck. konto Frankfurt a.M. Nummer 8380.
m a Sonbon, _,j. April, nun doch als das zurzeit größte Schlff der beut-
Daily News" mißt der Erklärung Coolidges scheu Handelsflotte in See gchen wird Die über feine Bereitwilligkeit, eine neue Welt- Geschichte dieses neuen Schiffes ist eng abrüstungskonferenz einzubertifen, größ- verknüpft mit dem Schicksal Deutschlands im te Bedeutung bei. Das Blatt betont, daß in der letzten Jahrzehnt. Wohl kaum hat ein Schiff äu dem Dawes-Bericht nur einIjemals so lange auf der Helling gelegen, !vie der Mißklang vorhanden sei: Die Stimme Po- „Columbus". Mit seinem B üt wurde schon Aber allzu große Bedeutung dürfte im Jahre 1913 begonnen. Der Krieg un- den Aeußerungen eines Staatsmannes, der ver- terbrach die Weiterarbeit, die erst 1919 wieder suche, seine Politik am Vorabend von Neuwich. ausgenommen werden konnte. Aber fast wäre len zu rechtfertigen, nicht beigemeffen werden, der „Columbus" kein deutsches, sondern ein Wen» jedoch ein ernstlicher Versuch von der fron- englisches Schiff geworden. Seine Ablieferung zofischen Regierung unternommen werden sollte, wurde ans Grund des Friedensvertraa'eS ae- diese neue Friedensanstrengung zu verhindern,1 *--*•-»* —- ------- - - -
so werde die Isolierung Frankrekchs endMtig und vollständig sein.
London, 23. April. (Telegraphische Mel- >ung.) Einem Bericht der „Times" aus Wa- hington zufolge erklärte Präsident Coolidge in einer bereits gemÄdeten Ansprache, der Dawes- Bericht zeige eine weise Auffassung der Erforder- niffe der Lage. Es sei beftiedigeick, zu erfahren,, . „ — — a„.
daß die meisten Alliierten ihn mit voller Sympa- größte Schiff, das unter der schwarz-weiß-roten hie ansehen und daß Deutschland seine Bereit- Il«Ssie mit der schwarz-rot-goldenen Gösch fährt, schäft ausgedrückt hat, bei seiner DurchfLchruug Die Bevölkerung einer ansehnlichen Kleinstadt mitzuwirken. Die wirtschaftliche Unabhängig- - rund dreitausend Personen einschließlich der keit der Amerikaner würde gestärkt werden. Besatzung — findet auf ihm Platz. Und das wenn die wirtschaftliche Stabilität Europas lischt uur schlechthin, sondern unter Voraus- wieder hergestellt fttn werde. setzungen, die ein Höchstmaß an Bequemlichkeit
V ----- und Bewegungsfreiheit für den Einzelnen gestat-
Ctw» AX« ien. Die Gesellschaftsräume der ersten und
. ... Mm OIC ©Utamten. zweiten Klasse sind von Abmessungen, tote man Beratzu-gen über den DachverständigenberichL 5« T",. '
ien ^,crt', und es ist nur folgerichtig, wenn die t lu". -z f (Privat-TelegkEM.) dazu gehörigen Kabinen nicht mehr mit diesem
/V; . . Berlin, 23. April. Wort, sondern mit „Zimmer- bezeichnet wer-
- In Kreisen tier Reichsregierung besteht bie ben- Der dekorative Prunk, tote et in den letz- Absicht, vor einer neuen Handlung die weiteren P" ^bren der Vorkriegszeit üblich war, ist Handlungen der Reparationskommifston ab zu- verschwunden; an seine Stelle ist eine Gewalten. Der Kanzler und Herr Stresemann Nchmacksrichtung getreten, di- au3 edlem Metall halten unverändert an der Auffassung fest, dvß I einfache, aber vollendete Harmonie schafft. Der die Expertengutachten einen wesentlichen Fort- Speisesaal der 1. Klaffe, die große Gesell!chasts- chritt der Reparationslö'mg darstellen und I bnlle und der kleine Teeraum sind Leistungen, daß in den wichtigsten Teilen der Gutachten I die höchste Bewunderung verdienen.
t»e. Jntereffen Deutfustands genügend de- Wichtiger aber als diese Repräsentationsräu- der Kanzler me, die kein Schiff entbehren kann, das sich um besetzten Ge- die Kundschaft des reichen amerikanischen Pu- diejenigen Teil« der Gutachten an- blikums bewerben soll, sind die zahllosen Kabt- 9Är^nfiiCn.mn kkk "?d dev neu für diejenigen, die nicht gerade über den
©efttete in bic nrößten Geldbeutel verfügen Insbesondere ist «n im £KÄ Mtn; 17 die vollständige Umwandlung der dritten
gen im Reichskabinett für die letzte Note der Re-1K l a s s e — des früheren -lwifchendecks ein
Vvlncars lestnt ab. .. . . |^i05mS°na6b;^ Laufe desAms. d^ZK7linie" in Sbie ^Menschen^"'^»^ ' „ * * • I zwei, vier und sechs Betten, dazu Speisesäle
-3u große Beiastung ver Sisevvahs. l und Rauchzimmer, wie sie früher kaum in der Berlin, 23. Apstil. (Privattelegramm) DieISeiten Klaffe üblich waren. Der .Drittklässler" hier stattgefundene Konferenz der deutschen P* "Echt mehr zurückgesetzt unter den Betooh« Eifeuöahndirettionspräsidenten hat — wie wir "er" des Schiffes, er ist ein vollberechtigter zuverlässig erfahren — dem auf die Renrege- ^°?rgast tote fte alle. Kaum der Erwähnung l u n g der Eisenbahnen Bezug nehmenden Teil bedarf es. daß die nautische Ausrüstung des des Sachverständigen-Gutachtens die Zuslim-1 »Columbus" alles enchält, was der gegenwär- mung versagt. Allgemein wurde in dem “St Stand der avigationstoissenschaft an tech- Plan, soweit er die finanzielle Leistungsfähig- nischen Hilfsmitteln geschaffen hat. Als besxn- keit der Reichsbahnen für die Reparattonsreae- ders interessant sei erwähnt, daß zwei beson- lung betrifft, eine viel zu weitgehende berS große Rettungsboote mit Moto» ^.bcrsvannung der Wirtschostlichkeft der reu ausgerüstet sind und drahtlose Tele- Reichsbahnen erblickt. Igraphie an Bord haben.
Meter Neueste Nachrichten
Kasseler Abendzeitung Hessische Abendzeitung
Wir geben aus seinen Ausführungen in der Uebersetzung das nachstehende wieder: »Nachdem ich dreißig Jahre in vielen englischen Kolonien tätig gewesen bin, kann ich mir gewiß erlauben zu sagen, daß ich noch nie ein Saito sogut und solide ausgebaut gesehen habe, wie Tanganhka von den Deutschen ausgebaut wurde. Es fiel mir auf. daß alles so solide war, und die Arbeit, die dort gemacht worden ist, ist ein Lob für Deutschland. Ich bin der Meinung daß es nickt mehr lange dauern wird, bis die englische Regierung Tanganyka den Deutschen zurückgeben wird D>e Arbeiterregierung wird sich niemals damit ein- verstanden erklären, die weiteren jährlichen Zahlungen von einer Million Sterling zu nuidicn, "nd diese Summe hat der Steuerzahler auizu- bringen unter dem unsinnigen sogenannten Mandat. Nachdem ich die großen Mißstände der Engländer gesehen habe, wäre es besser, wenn Tanganyka je schneller desto lieber zurückgegeben würde, zum Vorteil beider Länoer, Englands sowohl wie Deutschlands.
Aus allen, aber auch allen anderen Kolonien liegen gleichlautende Zeugnisse von Zeitungen und Persönlichkeiten vor, die durchaus nicht von vornherein „beittfdrfreunMidj'' oder irgendwie beeinflußt sind. In Kamerun herrsch: eine geradezu skandalöse französische Miß- wirischafr, über die sich französische Kolonialzeitungen bitter beklagen. Ein Eingeborener iragt in einem rührenden Briefe an einen Kolonial--Deutschen, wann die Deutschen endlich zu- rückkommen. „Ohne die Deutschen geht alles zu Grunde," schließt er. Di. " -----
Britisch- Kamerun gibt i
Genf, 23. April.
In Nizza kam es am Montag tu ernsten Zusammenstößen zwischen Faszisten und Kommunisten. Der Fafzistenverein von Nizza hatte eine Feier veranstaltet, um die neue
Die Kaufmannschaft iniSeiwchneu. Die Kommunisten und früheren
’ ’P ^nem Bericht an, .<?-■ egSteitnehmer beschlossen jedock, sich der Ab- ciniR oann, vag p,e «ach-verMndim
-^rer VkiMsrie^enLeit uoerlhsltung der Feier rntgegenzusetzen. Als hielten ohne «enderung an-'mehrnen fei:
Es ist daher berechtigt, daß die Deutsche Kolo- nialgesellschast in ihren Ortsgruppen im ganzen Reiche — so auch am Donnerstag abend in K a s - fei — den Gedenktag des 24. Äpril feierlich begeht. Das Versailler Diktat hat uns unter der grotesken Behauptung, die Deutschen seien zur Kolonialarbeit nicht fähig, die Früchte Vierz:g- jähriger Tätigkeit geraubt. Das rasche Aufblühen unserer Kolonien und der traurige Verfall seit der .Aiandatherrschast" sind der beste Beweis für die Widersinnigkeit der sogenannten kolonialen Schuldlüge. Es gibt wohl, das können wir ohne Ueberhebung sagen, kein Volk auf der Welt, das so starke kolonisatorische Fähigkeiten aufweist, wie das deutsche. Ist doch die gesamte Geschichte des Mittelalters, soweit sie heute noch für uns von Bedeutung ist, eine Geschichte kolonialer Kulturarbeit. Der Deutsche hat niemals nur mit dem Schwerte erobert und dann Raubbau getrieben, wie andere Völker, er hat stets den Pflug ins Land gebracht, Städte gegründet. Stets hat er es verstanden, Land und Leute im Bereich seiner kolonialen Tätigkeit auf die höchstmögliche Kulturstufe zu heben. Weit über die Grenzen des ehemaligen Deutschen Reiches und Oesterreich hinaus reicht die deutsche Kolonial- und Sied- lungsarbeit in Europa. Im Banat und Siebenbürgen sind reiche Dörfer und blühende Städte das Werk deutscher Siedler aus früheren Jahrhunderten, die noch heute ihre kulturelle und toirtschaftliche Bedeutung haben. Die vielen Kasseler Kinder, die im vorigen Jahre durch die Organisation des Vereins für das Deutschtum im Auslande ihre Ferien dort verleben konnten, haben Kunde von dem hohen Stand der dortigen deutschen Bauernschaften mit nachhause gebracht. Fast überall, wo im Südosten Europas überhaupt Städte gegründet worden sind, gehen sie auf deutschen Ursprung zurück und sind unter deutschem Recht groß geworden. Die Kulturarbeit des niederdeutschen Stammes cun baltischen Meere ist bekannt. Tief in Südrußland, ja, in Sibirien, in Tur- tefton nnd Georgien heben sich deutsche Bauerndörfer, die sich das Gepräge ihres Volkstums, sowie deutsche Art und Spreche bewahrt haben, aus ihrer Umgebung heraus.
Vierzig Jahre neudeutscher Kolonialtätigkeit sind, wenn man die Wirknngsmöglichkei- ten der „alten" Kolonialmächte damit vergleicht, eine kurze Zeitspanne. Und doch hat jeder auch nichtdeutsche Besucher der deuffchen Kolonien vor dem Kriege den Eindruck gewonnen, daß hier sauberste und hochwertigste Arbeit geleistet worden ist, die zum mindesten nicht hinter dem zurücksteht, was andere Kolonialvölker an vollendeter Leistung aufzuweisen haben. Ein Engländer in hoher Stellung, der den Krieg als Stabsoffizier mitgemacht hat, alle englischen Kolonien aus eigener Erfahrung kennt, selbst großer Kolonialunternehmer ist, schrieb vor kurzem aus Morogoro (Ostaftikai an einen deutschen Bekannten sein Urteil über die Leistungen Deutschlands.