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Kasseler Neueste Nachrichten

Kasseler Abendzeitung Hessische Abendzeitung

Nummer 88. Einzelnummer 10 Pf-, Sonntags 15 Pf.

Sonnabend, 12. April 1924.

Einzelnummer 10 Pf , Sonntags 15 Pf. 14. ZshrKaN ,

HCT

Um Bessarabien.

Russische Rüstung gegen Rumänisn.

Ein gestriges Telegramm brachte uns die Be- Wrigung, daß der russisch-rumänische Streit um Bessarabien bereits dazu geführt hat, daß Ruß­land Äriegsvorbereitungen gegen Ru­mänien trifft. Der Anlaß des Streites stellt sich wie folgt dar: Bessarabien, bis zum Kriegsenoe zum russischen Besitz st and gehörig, befand sich beim Kriegsausgang in Händen der Bolschewisten,'die dort eben­so wie in ganz Rußland ein Schreckensregiment aufgerichtet hatten. Als nach dem Zusammen­bruch der Mittelmächte das rumänische Heer attionsfrei wurde, besetzte Rumänien das seit langem erstrebte Bessarabien. Die rumä­nischen Truppen wurden von der Bevölkerung fast durchweg als Befreier vom Bolschewisten­joch ausgenommen. Die Vertreter Bessarabiens erklärten ihre Bereitwilligkeit, dis rumänische Oberherrschaft anzuerkennen, jedoch unter der Voraussetzung weitgehender Selbstverwaltung. Tie rumänische Regierung hat sich an diese Wünsche des bessarabischen Volkes nicht gekehrt. Die Sowjetregierung beabsichtigte nun, Rumä­nien eine Volksabstimmung vorzuschlagen. Für uns Deutsche ist es wichtig, zu wissens daß in zahlreichen Bauerndörfern Bessarabiens deut- sche Siedler ansässig sind, denen die rumä­nische Regierung augenblicklich in brutaler Weise ihre Schule railbt. Ob allerdings der Uebergang in russische Herrschaft einen Vorteil bedeuten wird, steht sehr dahin, da das Deutschtum mit Bessarabien sich auf Kirche und Schule stützt. Die Stellungnahme Sowjctrußlands gegenüber Kir­che und Schule ist bekannt, die deutsche Schule in Rußland ist ebenfalls nichts weiter als ein volitisches Diachtinstrument der regierenden Partei.

In her bessarabischen Frage ist nun die Wahr­nehmung zu machen, daß Frankreich die Hände im Spiele hat und die Rumänen gegen die Russen unterstützt. Dazu werden vertriebene oder geflüchtete Russen als Mittel zum Zweck be­nutzt. Vor kurzem ist die unwidersprochene Mel­dung durch die Oeffentlichkeit gegangen, daß in der Tschechoslowakei unter dem Schutze des Herrn Benesch mehr als dreißigtausend rus­sische Emigranten bereitstehen, um zu gelegener Zeit als Propagandisten der groß-slawisch-fran- zösischen Reaktion in Rußland einzurücken. Ruß­land hat es rmter diesen Verhältnissen Frank­reich außerordentlich verübelt, daß die franzö­sische Kammer Rumäniens Ansprüche auf Bessarabien gestützt hat. Rumänien wird in Rußland als französischer Vasall auf dem Balkan angesehen. Mit Vorbedacht bat Rußland jüngst auf der gescheiterten Wie­ner Konferenz daher die Frage der Abstim­mung in Bessarabien in den Vordergrund ge­rückt, da es sich von den noch auf dem Pro­gramm stehenden Wirtschastsabmachungen prak- ttsch nicht viel verspricht. Es wünscht vor der Hand die Entwicklung aus dem Balkan selbst weiter zu treiben. Die Agitation für eine Moldau-Republik ist verstärkt ausgenom­men Tie Ansprüche ans Bessarabien sind in voller Schärfe ausrechterhalten. Rußland treibt Realpolitik mit ganz besttmmten außenpoliti­schen Zielen auf dem Balkan . Die Drohung der amtlichen .Iswestiia" mitblutigen Ausein- andersetzun-en" zeigt den Ernst der Lage.

Aber nicht nur im Nahen Osten, sondern auch int Fernen Osten gärt es. Im Lause der Zeit war es der roten Armee gelungen, unter geschickter und energischer Ausnutzung der im reaktionären Lager stehenden Wirrnisse die Vorstöße der verschiedenen weiß-russischen Ar­meen abzuschlagen. Rußland hat sich dabei der Hilfe auch außenstehender Machthaber bedient. So ist das Unternehmen des Narons Ungern- Sterrrberg. das auf der Grundlage eines reli­giös-politischen Fanatismus eine Mobilmachung der gesamten Mongolei erfolgreich eingelei­tet hatte, mit Hilfe chinesischer Stadthalter aus- einaudergesprengt worden. Die Japaner haben, nachdem ein Vorstoß kleineren Stiles ge­scheitert war. aus eine Wiederaufnahme des mi­litärischen Vorgehens verzichtet. Neuerdings bat Rußland nun versucht, mit der chinesi- sch en Regierung zu festen Abmachunaeni m kommen .deren Zustandekommen wiederum eine schwere Gefährdung der japanischen Absichten auf die Mandschurei bedeutete. Auch dort bat Frankreich eingegriffen. Es ergeben sich Zusammenhänge, die auf ein ftanzösisch-japani- sckes Geheimabkommen, wie es bereits anläß­lich der Washingtoner Konferenz zutage getre­ten ist, hinderten. In der offiziellenJswestija- wird bereits ein offenes ftanzöstschsapanischeS Bündnis für unmitelbar bevorstehend erflärt, dessen Stoßrichtung n->ttirgrmäß gegen Cbina und Rußland gewendet ist. In diesen Zusam­menhängen weist die Sowjetdreffe auf die äußerst rührige Tätigkeit des Großfürsten Ri- 'ulai Nikolajewitsch in Paris hin. Tort dürste di» Lötstelle zwischen den französisch-javanischen Bestrebungen im fernen Osten und den

ten gewisser französisch-eingestellter Emigranten- freife liegen, auch den Balkan zu einem Auf­marschgebiet gegen Rußland zu machen. Ob es wirklich zu kriegerischen Verwicklungen kommt, bleibt abzuwartcn. Weder Rußland noch Ru­mänien, weder die Tschechoslowakei noch Frank­reich sind politisch und wirtschaftlich so gut ge­stellt, daß sie neue Abenteuer ohne Risiko unter» nehmen könnten. Das Mittel der Volksabstim­mung wird wahrscheinlich nicht außer Acht ge­lassen werden. D

* * *

Frankreich mit den Dolkaniandrrn.

Paris, 11. April. (Privattelegramm.) Wie dieHumanits" schreibt, schweben seit einigen Tagen neue Kredit-Verhandlungen zwischen Frankreich, Serbien und Rumänien. Das Blatt behauptet, daß es sich um Rüstungskre- vite handle. Das Prager BlattCeske Slovo" berichtet, daß die tschechische Armee in nächster Zeit mit neuen Repetiergewehren, Sy­stem Mauser, ausgerüstet werde, welche die bis­her verwendeten Manlichergcwehre ersetzen sol­len. Gleichzeitig soll auch die bisherige S-Ba- trone durch ein neues Geschoß ersetzt werden.

Am die GhMchten.

Die Stellungnahme der Reichsregierung. (Telegraphische Meldung.)

Berlin, 11. April.

Das Reichskabinett wird sich heute wieder in einer Sitzung mit dem Gutachten der Sachverständigen beschäftigen. Wie mehrere Blätter mitteilen, wird die deutsche Regierung die Lösung der damit zusammenhängenden Fra­gen nicht etwa bis nach den Neuwahlen ver­schieben. Die Auffassung, dass es im Interesse der deutschen Politik liege, einer Aufforderung der Reparationskommiffion um Stellungnahme seitens der deutschen Regierung sofort zu ent sprechen, werde auch von den großen wirt­schaftlichen Verbänden geteilt, die in den nächsten Tagen ebenfalls zusammenkommeu werden, um über die Gutachten zu beraten Wie die Reichsregierung annimmt, dürste der amt­liche Wortlaut durch die Repgrationskommis- sion nicht vor Samstag in Berlin überreicht werden. Das PariserJournal" meldet: Ganz Paris ist gespannt auf die Haltung Deutschlands. DerTemps" betont in mehreren Artikeln, eine Nichtannahme der Berichte durch Deutschland bedeute Wiederaufnahme d. Dittats.

Verschiedene tLuffrrffung im Kadinett.

Berlin, 11. April. (Privattelegramm.) Im Reichskabinett herrscht über die Auffassung der beiden Sachverständigenberichte keine Einheit­lichkeit. Reichsfinanzminister Dr. Luther ver- trttt unverändert die ernsten Bedenken über die finanzielle Unmöglichkeit der Leistun­gen für Deutschland, falls Frankreich und Bel­gien, wie die Berichte der Pariser Zeitungen be­reits annehmen lassen, das Fortbestehen der R.uhrsonderausbeute ptit dem Sachver­ständigenbericht in Uebereinstimmung zu bringen versuchen. Der Finanzminister wird in seiner lehr pessimistischen Auffassung von mehreren Ministern gestützt, auch von dem Ernährungs- Minister. Außenminister Stresemann tritt aber in aller Form für die Annahme der Be­richte ein, die nach seiner Meinung die Wie­dervereinigung des Ruhrgebiets mit dem übrigen Deutschland bringen müßten. Der Kanzler nimmt bisher eine abwartende Stellungnahme ein, in Gesprächen mit Zen­trumsabgeordneten gibt er jedoch zu, daß eine Lösung der schwebenden Fragen noch sehr lange Zeit beanspruchen könne.

Aus Daris und Otorn.

Paris, 11. April. (Eigene Trahttnelduuq.) Hier vorliegende Berichte über die Auswirkung des Tawesschen Gutachtens lassen keinen Zwei­fel, daß die Reparationskommission das Gutachten in ihrer morgigen Sitzung an­nehmen wird. Aus Rom wird gemeldet: Das RegierungsblattGiornale d'Jtalia" schreibt, die Sachverständigen-Berichte seien ganz im Sinne Mussolinis abgefatzt.

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Dernünfttge englische 7ttefnuna?n

London, 11. April. (Telegraphische Mel­dung.)Manchester Guardian" bezeichnet den Bericht der Sachverständigen als einen Schritt in der Richtung aus das Ziel. Die Zustimmung Deutschlands fei wesentlich, weil der Plan Vor- Hfice umfasse, die völlig außerhalb des Ber- rrags lägen. Wesentlichste Bedingung sei edoch für Deutschland, daß seine Beryflichtun- gen in erfüllbarem Maße festgesetzt roer- hP. Die Lösung selbst müsse von Moedouald

und Poinrars in persönlichem Zusammenwirken ausgearbeitet werden.Daily Graphic" schreibt, eine Konferenz am runden Tisch müsse stattfinden, an der auch die Bereinigten Staaten teilnehmen müßten. Deutschland müsse gehört werden. Es sei die Quintessenz des Dawes-Berichts, daß kein Plan Erfdlg haben könne, der von Deutschland für unmöglich oder ungerecht angesehen würde. Deutschland sei weit weniger fähig zu zahlen als im Jahre 1923.Evening Standard" erklärt, der gesamte Beircht des Dawes-Ausschusses gründe sich auf die Annahme, daß die fiskalische und wirtschaft­liche Autonomie des Reich.es wiederher- gestellt werde. Frankreich müsse wie alle anderen endlich den Tatsachen gegenübertreten.

Die schweren Mkumwften. Verschärfung durch Frankreichs Hartnäckigkeit.

(Eigener Drahtbericht.)

Berlin, 11. April.

Die deutsch-französischen Beziehungen haben sich durch die Nichtannahme und brüske Zurück­weisung der deutschen Gegenvorschläge in der Mieumangelegenheit wieder gespannt und man sieht hier keinen Weg mehr, um ohne beding­ungslose Zugeständnisse an Frankreich aus der verwickelten Situation herauszukommen. In­folgedessen stehen die Kabinettberatungen unter dem Eindruck des Zwiespaltes Strefemann- Luther, da Herr Stresemann für eine be dingte Annahme der finanziellen Entschä­digungen an die Ruhrindustrie eintritt, wenn es sich nur um eine kurzfristige Verlän­gerung noch handeln sollte.

Besprechungen In Berlin und Düsseldorf.

Berlin, 11. April. (Privattelrgrcmrm.) Die Berliner Beratungen der Sechserkommisston des Rnhrbergbaues mit der Reichsregierung über die durch den Ablauf der Mieumverträge geschaffene Lage sind gestern abend abgebrochen worden. Sie werden heute fortgesetzt. Heute abend wird auf Grund der Beschlüsse, die heute vom Kabinett gefaßt werden, wieder eine Kon- erenz des deutschen Ausschusses mit der Micum in Düfso^dors aus nehmen.

Nachrufe für Hugo Gtmues.

Eine Würdigung seiner Verdienste.

(Privat-Telegramm.)

Berlin, 11. Aprfl.

Sämtliche Blätter würdigen in langen Nach­rufen Hugo Sünnes als überragenden Kopf des deutschen Wirtschaftslebens. DieKreuzzeitung" nennt ihn den Schöpfer des vertikalen Aufbaues der Industrie. Bon dem Gesichtspunkt ergiebiger Wirtschaftlichkeit habe er ein gesundesWerk privatwirtschastlicher Konzentration geschaffen, daß in seiner Auswirkung von selbst nach g e - meinschaftlichen Grund sitzen arbeitet. Hugo Stinnes fei letzten Endes nur

sozial eingestellt

gewesen und habe dies auch in seinen eigenen Betrieben bewiesen. DieDeutsche Tageszeitung" schreibt, es werde sich in Zukunft zeigen, ob dem Lebenswerk Stinnes' natürliche wirtschaftliche Entwicklungs - Bedingungen zn- grundeliegen, oder ob es von einer neuen Rich­tung abgelöst werde. Jedenfalls werde der Name Hugo Stinnes als Verkörperer einet gewissen wirtschaftlichen Aera in Deuffchland fortleben. DieDeuffche Allgemeine Zeitung" kommt naih eingehender Schilderung der Verdienste des Ver- torbenen nm die deutsche Wirtschaft auf seine politischen Ideen zu sprechen und sagt, daß sein Streben stets der Herstellung eines Bo­dens für eine gemeinsame wirtschaft­liche B e t ä t i g'u n g Deutschlands und Frank­reichs gegolten habe. Sein Gedanke habe der

Wiederherstellung eines Friedens

gegolten, den er als den normalen Zustand der Staatenfamilie gehalten habe, im Gegensatz zu dem. was unS heute als Frieden präsentiett sei DieGermania" würdigt Stinnes als einen Mann, dessen Lebensarbeit der Zukunft Deuffch- lands vorgearbeitet habe. Die ihm zu verdan­kende Konzentration der deuffchen Wirtschaft werde, soweit sie gesund war, Deutschland auf dem Weltmarkt konkurrenzfähig machen. Ebenso wie die übrigen Blätter, be­tont auch dasBerliner Tageblatt" dir

einfache und bedürfnislose Lebensführung

des Jndustriekönigs nnd sagt, Hugo Stinnes baute für längere Zett. Den Konzern Siemens- Rhein-Elbe-Nnion hat er für die Zeit bis zum Jahre 2000 gegründet. Seine wirtschaftliche Lei­stung wird ihn überleben. Das tragische Geschick das dem genialen Wirtfchaftsführer aus der Hobe seines Schaffens ein so frühes Ziel gesetzt hat wird auch bei den zahlreichen politischen Gegnern dieser großen, ungewöhnlichen Perfönlichfeit auf richtiges und tiefes Bedauern hervorruseü (Siebe auch Artikel auf der rweiten 6rite.)

Der Kasseler Etat.

Ein Dokument des Sparwillens.

Die Mitglieder der Stadtoerordnetenver­sammlung sind zu den am Montag und erfor­derlichenfalls am Dienstag stattfindenden Sitzungen eingeladen worden. Auf der Tages, ordnung der öffentlichen Sitzung steht in erster Linie der durch die Städteordnüng vorgeschric- aene Bericht des Magistrats über die.Verwal- tun« und den Stand der Gemeindeangelegcn- Herten und dann der Hanshaltsetat für das Rechnungsjahr 1924. Von Interesse ist ferner die Wahl des Stadtschulrats und die Wahl des Stadtarztes sowie die Genehmigung der bereits angeovdneten anderweitigen Festsetzung des Was- sergeldes und der Abbau bei den Mittelschulen sowie bei den Berufs- und Fachschulen. 'Weiter stehen einige kleinere Vorlagen und Rechnunas- sachen auf der Tagesordnung.

Der Etat 1924/25

der Stadt Kassel, wie er der Stadtverordneten­versammlung noch eingehenden Kommissions- beratungen zugegangen ist, vergleicht sich in by; Einnahm: und Ausgabe mit rund 50H Millio­nen Goldmark. Der Wille ist alko vorhanden, keinerlei Ausgaben zu machen, die nicht uner­läßlich sind. Sogar bei dem Beerdigungsamt und bei den Friedhöfen wird mit einem Ueber- schutz gerechnet. Also.. selbst die Toten sol­len verdienen Helfen und wmn's nur 1790 Mark sind! Vom Wasserwerk wird krine Einnahme erwartet, wohl aber vom Gas­werk und zwar hier ein Reinertrag von 400000 Mark gegen 740 000 Mark im Jahre 1914, wäh­rend das Elektri zitätswerk einen Re!u- ertrag von 524000 Mark gegenüber 450 009 Mark im letzten Fri:d:nsjahre erbringen soll. Aus dem Weinverkauf des Ratskellers wird eine Einnahme von 180 000 und aus 'dem der Stadthalle ein solcher von 60000 Mark er­wartet; die Stadtkellerei soll insgesamt 3500g Mark Ueberschuß erbringen. Interessant ist, daß sich der Etat des Wohnungsamtes vergleicht. An Mieten und Pachten erhofft der Voranschlag nicht weniger als 302 625 Mark. Für Kunst und Wissenschaft sind 56 570 Mark ansgeworfen, darunter ganze 3000 Mark für Neuanschaffung von Kunstwerken für die städtische Gemäldegalerie. Die

Stenerverwattung

die an Ausgaben 1,8 Millionen eingestellt hat, rechnet mit 9,7 Millionen Einnahmen, also mit einem Ueberschuß von rund 7,8 Millionen zu­gunsten des Stadtsäckels. So sollen ergeben di: Gebühren der Kanalbenutzung 507000, für Müllabfuhr 219000, die Beiträge zu den Kosten der Straßonreiniguna 135000 und der Arbeit­geber zu den Kosten der Berufsschulen 190 000. Uebcrwersnng aus der Umsatzsteuer 560 000, Verbrauchsabgap: von Essig 5000, Getränke­steuer 300 000, Grunderwerbssteuer 150 000, Vergnügungssteuer 300000, Wirtschaftserlaub­nissteuer 10 000, Hundesteuer 120000, Beher­bergungssteuer 80000, Krastfchrzeugstenerl4 600 Ueberweisung aus der Reichseinkommenstener 2 500 (XX), Gemeinde-Grund- und Gebäudesieuer (Grundvermögenssteuer) 1250 000, Gemeinde- Gewerbesteuer (Erträgnis- und Lohnsummen­steuer) 1000090, Wandcrlagersteuer 1000, Miet- zinssteuer 2500000, Hebe- und VollstreckungS- gsbühren 15000 und für Mitwirkung bei den Reichssteuwgeschästen 3000.

Die Schulden der Stadt

betragen gegenwärtig 298385824000 Papier­mark. Die allgemeine Verwalttmg der Stadt beansprucht einen Zuschuß von 546210 Mark, das Feuerlöschwesen einen solchen von Al 120 Mark, die öffentliche Beleuchtung verlangt 182720 Mark, die staatliche Polizei 350000 Mark, die Bauverwaltnng 550000 Mark usw. lieber- 'chüffe sollen die gewerblichen Unternehmungen bringen und zwar insgesamt 899000 Mark, da­von das Gaswerk 400000 und das Elektrizi­tätswerk, wie schon angedeutet 524000 Mark. Für die Schulen sind etwas über zwei Millio­nen zuzuschießen nnd für die Wohlfahrtspflege 1,2 Millionen. Interessant ist, daß eS kerne Vereinsbeiträge gibt. Der gute Wille zur Spar- amkeit ist also vorhanden und wenn die Stadt- verwaltuna dem sterbenden Parlament diesen Etat vorlegt, so kann ihr nicht nachgesagt wer- den, daß sie die Kunst der Eindämmung der Aussätzen nickt beherrscht habe. Ter Etat, tote et vordem auszugsweise wieder gegeben ist,,hat die Zustimmung des Magistrats und der beson­deren dafür verantwortlichen Kommissionen ge­funden. Nun hat das Plenum am Montag das Wort...!

Stimmrecht der Busgewiefrnen.

Eintragung in die Wählerlisten.

Für die aus den besetzten Einbrr>ä;sgebietess des Wcsieus Ausgewiesenen und Verdrängten hat der Reichsminister des Innern im Hinblick auf die bevorstehenden Wahlen durch Verord- ir.ug vom 17. März 1924 verfügt, daß an sich SkimMbereätiLte auf ihren Antrag in die