Einzelbild herunterladen
 

Hessische Abendzeitung

Nummer 86

Einzelnummer 10 Pf., Sonntags 15 Pf.

Donnerstag, 10. April 1924

Die Teilstreiks dauern noch an

Lleberspannung

tel der Arbeiter in den Streik getreten, weil

Um die Rmierungsbflvung.

d

V\

Aussperrung beiKnorr-Bremse".

Berlin, 9. April. (Telegraphische Meldung.! Die Fabrik der Knorr-Bremse A.-G. in Lichten- breg bei Berlin, die über dreitausend Arbeiter beschäftigt, hat heute ihren Betriebftillge-

wrrd, das zeigt sich jetzt mit aller Deutlichkeit erst dann Emkehr halten dürfen, wenn es ge­lingt, der steifnackigen Verneinung den unbeug­samen imd unerschütterlichen Willen Deustch- lands zur Lebensbejahung politisch und wirtschaftlich entgegenzusetzen und diesem zum Siege zu verhelfen. Erst dann wird Deutsch­land mit Europa gerettet werden.

Das Eaehverftanbigen-Sutachten.

London. 9. April. (Privattelegramm.) Die Morningpost meldet aus Paris: Die Verzöge­rung des Sachverständigenberichtes war au' nachträgliche Korretturen durch Frckstkrrich nnd Belgien zurückzuführen. Der Gesamtbericht fei keineswegs für Deutschland unbedingt günstig. Tas belastende Moment für Deutschland liegt auch darin, daß der Bericht n u r i m G a n - zen anzunehmen oder abzulehnen ist.

Widerstand (?), namentlich gegen die Militär- konttolle, im Zusammenhänge steht.

Ausstand in Gadveuistvlaud.

München, 9. April. (Privattelegramm.) In München streiken seit heute früh 1500 Werkstäi- tenarbeiter, in AugSburg 2000. in Nürnberg 34oö. Es herrscht starke Streiklust auch in den übrigen Bahnbetrieben. Der Güterverkehr erleidet durch diese Arbeitseinstellungen größere Stockungen.

Voineor« mltzachiet die Reichsregierung.

B e r l i n, 9. April. (Pttvattelegvamm.) Wie aus Paris gemeldet wird, hat Poincarö nm Montag einen zweiten Besuch des deutschen Botschafters Hoesch erhalten. Mitteilungen, die der Kanzler in Barmen zu Zentrumsabgeordne- ten machte, lasten so gut wie keine Hoff­nung auflomme«, daß Poincrö dirett mit der deutschen Reichsregierung über die Micumverträge überhaupt verhandeln will.

Italienische Austastung.

Zürich 9. April. (Eigene Drahtmelduug.) Der faszistischeSccolo" schreibt zu den bay­rischen Wahlen: ihr Ausgang kann in Italien nicht überraschen. Er beweist, daß auch für das Deutsche Reich die Zeit der Schönrcden dem schnellen Ende rugehen wird.

Die Willkür im besetzten Gebiet.

Koblenz, 9. April. (Privattelegramm.) Havas meldet; Sämtliche Offiziere des früheren deutschen Heeres im besetzten Ge­biet werden aufgesordett, sich bis 15. April in die bei den Bcfatzungsbchörden geführten Kon trollisten eintragen zu lassen. Die in­zwischen verbotenen achtzeln nationalen Verbände des besetzten Gebietes haben ihre M i t g l i e d e r l i ft e n bis 15. April den fran­zösischen und belgisch. Befthlshabern vorzulegen.

Bayrischer Landtag.

Die neue Zusammensetzung nach den Wahlen. (Telegraphischer Bericht)

München, 9. April.

.Rach einer amtlichen Bekanntmachung er­möglichen die bereits bekannt gegebenen Zah­len über daS Ergebnis der Landtagswahlen noch kein genaues Bild über dir Zusammen- ctzung des künftigen Landtages. Zunächst hat der Kreiswahlleiter das Ergebnis zu prüfen und mit den Kreiswahlausschüffcn die Ergebnisse in den Wahlkreiken für die Regierungsbezirke ent- prechend feftzustellen. Die Berechnung auf Grund der vorläufigen Ergebnisse ergibt fol­gendes Bild: Bayerische Volkspartci 35 Sitze, Völkischer Block 17, Sozialdemokraten 14, Baye­rischer Bauernbund 6, Rationale llkchte 4. Kommunisten 3, zusammen 79 Sitze. Alle übri­gen Patteien kommen bei dieser Ausstellung noch nicht zu einem Sitz. Eine Ergänzung erfolgt noch durch die Wahlen in der Pfalz am 4. Mai.

erzielen war. Die Firma hat nun den Rest der Arbeiter ausgespertt nnd in einem Anschlag allen Arbeitern die Entlassung angedrvht, die fich nicht bis zum Donnerstag ftüh zur Wieder­aufnahme der Arbeit melden werden.

Ein Telegramm noch Moskau.

Berlin, 9. April. (Privattelegramm.) Die radikale Richtung unter den Berliner Eifenbahn­arbeitern gewinnt immer mehr die Oberhand. In den Werkstätten Berlin-RunnnelSburg Haven die Streikenden den traurigen Mut gehabt, ein Begrützungstelegramm nach Moskau z» sen- den, in dem sie de« festen Willen aussprechen, der dritten Internationale zum Siege zu verhelfen. An Berlin-Spandau mußte die Wahl politischer Betriebsräte in den Staatsbetrie­ben vcrhindett werden. Es gewinnt immer mehr den Eindruck, daß die radikalen Elemente die Einigung der Gewerkschaften mit dem ReichSver- kehrSminister nicht anerkennen werden, sondern mit Macht dem Generalstreik zusteuern wollen.

Einzelnummer 10 Pf-, Sonntags 15 Pf. 14. Jahrgang

München, 9. April. (Privattelegramm.) Die Besprechungen zwischen der Bayrischen BolkSpartei nnd dem Völkischen Block haben bis gestern abend zu keiner Verständigung ge- ührt Inzwischen erklärt die Bayrische Volks- Partei, daß eine etwaige Koalition mit den So zialdemokratcn für sie undiskutierbar sei.

S!euetten Siad>rt*ten erfcfieinen wöchentlich sechsmal nachm ttaoä. Der «Sonne. 2!r»^Lenbetr2et ,ur ncw Monat April 2,00 Mart ->ei freier Suflellunn fionta bn ®f n» abgeholl 1.80 Marr. Durch die Post monatlich 2.00 Mark einschl. qüllilluna^ S'buhr. - Verlag uns Redailion: Schlachthotstr. 28/30. - Fernsprecher 351 i^d

«Ege kann die Redaktion eine Zerantw7rrun, o^r Lewahr keinem Falle lldernehmen. Rückzahlung des Berugsaelde» oder OTnfnrfi*, roeflt" ikwaiger nicht ordnimgsmSAger Lieferung ist ausgefchlofsen. Postscheck- tonte Frankfurt a M. Nummer «380.

War, daß di- Frauen von Strafaefangcnen ihre Männer in einem eigens dafür bestimmten Raume unter Beamtenaufsicht sprachen, nimmt man das heute in der braum bweigischen ?an- desstrasanstalt nicht mehr so genau, wie der Fass eines Strafgefangenen zeigt, der sich mit seiner Frau anderthalb Stunden allein in der Zelle aufhalten durste. Sehr fragwürdig war diesen Tage ein gegen den Zuchthäusler Rusch der-, öffentlich-ter Steckbrief. Rusch war an dem Ueberfällen auf die Postämter in Braunschweig, Braunlage und Dorwohle beteiligt und vom Schwurgericht in Braunschweig zu einer mehr­jährigen Zuchthausstrafe verurteilt worden. Um den Strafvollzug auch bei diesem Verbrecher zu modernisieren, wurde er vom Strafanstaltsdirek­tor beurlaubt und mit Dienstgeschäften außerhalb der Gefängnismanern beauftragt. Von einem Botengang ist Rusch nicht wieder zurück- zekehtt und die Direktion der Landesstrafaus! ilt ah sich infolgedessen gezwungen, gegen ibn einen

Paris, 9. April.

Die Entscheidung des Botschasterrats auf die icutfd)t Note gegen die interalliierte Mi- itärkontrolle im deutschen Reiche ist auf

dem Wolfenbütteler Gefängnis im Zusanmi-n-^ Hang steht, zu prüfen. Eine Zeitlang ist dieses^ Erperiment gut geganaen. bis sich ein Wirt-! schaftsinsvektor des Gutes Ahlum der Biich-r- revision durch den Zuchthäusler widersetzt hat,! imit dem Erfolg, daß diese ehrenamtliche Tätig­keit Gudenbergs aufhörte. In der Anstalt selbst saß er aber noch auf hohem Rosse, von dem herab er die Beamten seine Macht deutlich spüren ließ. Denn seine Ausnahmestellung unter den Sträf­lingen ging weit. Nickt zuletzt verdankte er diese seinem musikalischen Eifer und seiner Arbeit in dem Gesangverein der Landesstrasanstalt. Gu- denberg durste bis in die Rächt hinein in seiner' Zelle sticht brennen, eine Vergünstigung, auf die! natürlich die übrigen Gefangenen neidisch waren..

Nun begab es sich plötzlich, daß alle diese! Vergünstigungen aufhörten. ES bti; sich nämlich herausgestellt, daß Gudenberg mit. einer Strasqefanaenen in Beziehungen getreten, war, die nicht ohne Folgen blieben. Es muB, i'bm hierbei Vorschub geleistet worden sein, denn eine Beamtin wurde entlassen. Die! Scheidewand zwilchen den männlichen nnd weiblichen Strafgefangenen scheint ht* diesem Zuchthaus ohnehin nicht fest genug ge-, Wesen zu sein, denn ein anderer Sträfling bat! sich verlobt. Während es früher nur gestattet"

Illttzsem-reise- Seschäftranzeiaen ZeUe 13 Pfennig, Familien.Anzeigen tieilc 15 Pfennig, Dorr 2>/, Psennrg, Reklamen die Zeile so P-onnio, Offertgebühr i Sufenbimg eer Offerten 20 Pfennig), Rechnungsbeträge sind innerhalb bezahlen. - Maßgebend ist der Kurs des Zahlung-tages. Für die Riiyltg. a..«.^UId> - ernsprecher ansgegevenen Anzeigen, foroie nir Lufnadinedaien und Plätze "^kden. stur Anzeigen mit befonders schwierigem Satz hundert Prozent Aufschlag Druckerei: Schlachthofstraße 28/30. Geschäftsstelle »olnUche Straße b, gegenüber der Spohrstraße. Fernsprecher Nr. 951 und 952.

Sonnabend den 12. April vertagt worden. Es herrscht in Paris vollständige Uebercinftim- rnung, daß Deutschland kein Recht habe, die Einstellung der interalliierten Militärkou- trolle zu verlangen, daß die Alliierten vom gu- ten Willen Deutschlands nicht überzeugt seien (!) und daß der Zeitpunkt der Einstellung der inter- alliietten Militärvontrolle nicht von Deutsch­land. sondern von den Alliiettcn bestimmt wer­de. (!) DerMatin" meldet, daß der alliierte Militärrat für Freitag nach Versailles

Fideles Gefängnis.

Urlaub für Zuchthäusler.

eigenartige Zustande herrschen in der Brann» e schweigischen Landesstrafanstal!, wo unter einer neuen Direttio» verschiedene > efangeneGelegen. heil halten, zn entfliehen. Darüber wird aus Brannschweig das Nachfolgende berichtet« Die braunschweigische Regierung Hai vor einigen Monaten für die Landessttafanstalt in Wolfenbüttel einen neuen Direktor eingesetzt. ES handelt sich um den Studienrat Weiß aus Stendal, ein Mitglied der sozialdeuwftatischen Partei. Der neue Direktor nahm bald nach sei­ner Atistellnng Gelegenheit, der Preße bei einer Besichtigung der Strafanstalt klar zu machen, wie er sich Die R e f o r m d e s S t r a f w e s e n s denkt und welche Mittel er anwendcn will, um durch Humanität die Zuchthäusler wieder zu guten Menschen zu machen. Es wurde deshalb alsbald auch der wegen seiner Beteiligung an den Braunschweiger Dynamit-Attentaten (die vor drei Jahren die Braunschweiger Bevölkerung all­abendlich in Schrecken versetzten) zu einer mehr­jährigen Zuchthausstrafe verurteilte Sohn des ehe­maligenStaatspräsidenten" Merges angeb­lichaus Gesundheitsrücksichten^ vorübergehend aus dem Zuchthaus beurlaubt, um bei gün­stiger Gelegenheit im Ruhrgebiet zu ver­schwinden. Auch ein während der Revo­lutionszeit bekanntgewordener Kommunist, Ta­pezierer Gehrke, der wegen Falschmünzcrc, zu fünf Jahren Zuchthaus Verurteilt worden war, ist aus Familiengründen aus dem Zucht­haus beurlaubt worden und zur Strafverbüßung nicht wiederzurückgekehrt. ES hätte sich in diesen FMen um Ausnahmen handeln kön­nen, von denen man annchmen bars, daß die Strafanstaltsleitung ihre Lehren für ihr wei­teres Verhalten den Strafgefangenen gegenüber zog. DaS hat sie aber nicht getan, sondern getreu den pädagogischen Grundsätzen des neuen Dirck- tors neuzeitliche Mittel angewandt, um die Zuchthäusler wieder zu anständigen Menschen zu machen.

Da war ein Zuchthäusler Gudenberg. ein sogenannterschwerer Junge", der wegen Geld- schrankknackenS und anderer schwerer Verbrech-m zu einer langjährigen Zuchthausstrafe verurteilt ivorden war. Gudenberg war des Ausbrechens io gewohnt, daß er seine einmal nur für einige Minuten berechnete Einsperrung in eine Haftzelle benutzen konnte, um durch das Fenster, das an­dere Mal durch die Türfüllung zu entfliehen. Dieser Zuchthäusler erfreute sich bei dem neuen Strafanstaltsirektor einer ganz besonderen Pro­tektion. Richt nur. daß er auß erhalb der Strafanstalt Zivilkleider trug und allerlei Wege für die Anstaltsleitttnq zu besorgen batte, darunter sslbständige Einkäufe für die Landesstrafanstalt, er wurde auch damit betraut,। die Wirtschaftsbücher des Gutes Ahlum, das mit,

einberufen worden ist. Es ist anzunehmen,

Kasseler Neueste Nachrichten

Kasseler Abendzeitung ~

keine Einigung über einen neuen Tarif zu

legt. In der vorigen Woche waren zwei Drii-

Wenlg Derä^öerte (Streiflage

Umtriebe bolschewistischer Agitatoren.

(Eigene Drahtmeldung.)

Berlin, 9. April.

Ter Berliner Lokalanzeigcr stellt die Streik­bewegung in Deutschland als Früchte des Berliner Besuchs der Moskauer Macht­haber dar. Auch aus Sachsen wird wieder eine allgemeine Streikbewegung gemeldet. Im sächsischen Kohlenrevier bauert die Agitation un­ter den Arbeitern für einen Generalstreik an, ebenfo im Chemnitzer und Plauener Industrie­gebiet. Mehrfach ist es zu AuSschreituugen gekommen. In Dresden wurde ein einundzwan­zigjähriger Mann verhaftet, der Vorbereitungen zur Bomben-Anfertigung getroffen hatte. Man fand bei ihm zahlreiche Materialien, Sprengstoffe nsw. Rach den eigenen Angaben des Festgenom­menen sollte daS beschlagnahmte Bomben-Ma- terialim Kampfe für die Befreiung de« Pro­letariats" Verwendung finden.

Poinearö treibt zur Katastrophe.

Das Kapitel der Keheimdi^lomatie ist durch die Unterredung Hoesch-Poincars erheb­lich bereichert worden, ein recht unerfreuliches Kapitel, wenn man die dem Sensationsbedürf- nis entsprungenen Ausführungen .in. betracht lieht, mit denen das negative Ergebnis dieser Unterredung in der Auslandspreise begleitet wird. Die Auseinandersetzung zwischen btefen beiden Staatsmännern war geboten durch die Not der Seit Sn einer Woche laufen die M i - cumverträge ab. ihre Erneuerung hat auf deutscher Seite von allen beteiligten Par­telen eine ebenso scharfe Ablehnung erfahren, 2^rankreich aus der Beibehaltung dieser Wirtschaftssolter besteht. Bei dieser Sach­lage war ein praftischcs Ergebnis denn auch nicht zu erwarten, noch weniger unter Berücksichtigung m . daß Poinearö augenblicklich den

Nur-Tattiker spielt, mit Rücksicht auf die zu er- to<trtenben Berichte der Sachverständigen.

Das Bemühen Poincarös, die Stel- lung Frankreichs für diesen Wendepunkt - denn °»<nCr1,lonnte werden _ zu festigen, ist heute oder gestern. Bereits dm Gedankenaustausch mit Macdonald ° französisch-englische Mili- tarronventlon auslaufen zu lassen. Da diese Art bar auf englischer Seite offen-

U^rt-.^ nk" ^nttebe fand, die Poinearö er- ^ete, mußte er zu anderen Mitteln greifen Deshalb hey er in der Sammer die falsche Rechn uns über den Ertrag der Ruhrbeset- Reichswirtschaftsminister die Bilanz eine künstliche ,st und die Boiler Nachrichten wri- nach, daß Frankreich aus dem ^^ucr nicht einmal dreihundert Gold- oiübe "nd diese erst, wenn die bel-

g.sche Priorität bezahlt ist. AVer darauf kommt <$r ließ die Rechnung auf- klären Sachverständigen gegenüber er-

können, daß eine Aufgabe des Ruhr- ^tracht kommen könne, * minMten« gleichwertige und gleich.

«A. Sicherungen erhält.

r »^4*^ die Mieum- 6,e sekvstverstandlich eine Hauptrolle »ui ihre Erneuerung verzichten Erden Hauptstein ans diesem feinem Gebrnwe anSbrechen. Andererseits aber geht das Bemühen Poincarös dahin, Deutschland gerade i'-Higen Augenblick bei jeder siielegenhesi ins ^en Zeitig genug hat er deshalb h^rhV rPressetrabanten die Unwahrheit ^"'«Deutschland wolle die Enffchci- neuenN-i^^^r^^Oen-Gutachtendem "euen Reichstag überlassen. Demgegenüb-'r itt detonen, daß die deutsche Regierung mit einer nirfrt,wnS. Sachverständigen-Gutachten nid>t zu Watten braucht, bis der neue Reichstao ^drngs werden die Verhandlungen über das Sachverständiaen-Ku^- urhieu nicht in Stunden oder Tagen entschied'n iönnen. es müßte dennoch daß die Re" wiederum eine ultimative denn mit dieser ist nach Abschluß Sachverständigen zu verhandeln

Pelnear-- selbst unter Mlehiinna bes Sm^erstandigen-Gutachtens auf diese frsih E rcn Methoden zuttickgreift. 1

^uese Tatsachen im Auge behalten um verstehen zu können, daß der Mißerfolg der diplomatischen An s s p7a ch e zwischm feststand, ehe der deittsche Dotichafter überhaupt am Quai d'Orsw btOTrant es der ftanzösisch-n Politik an, die Kraft es Schuldners zu bettick- ^fgabe der Sachverständigen 1 **r far sie gilt nur daSRecht' des Glau- - mot nUf Tw-«6 besteht auf seinem Schein. Er 1 .^rfisilung im Rahmen des -Möglich. ,, SÄenä6 Ä' r n f n 0 Deutschlands oder mindestens dessen dauernde Riederhal- , diicht dtt Wege will Poinearö, welche tt^>^ebeneinanderleben zweier Böller ermög- Soudern die brutale, rücksichtslose Gewalt. Uober diese Deiperatopolitik hat die Unterredung au* n-rfrf§-letneK gelassen, andererseits

auch nicht über den guten Willen Deutschlands erneu Ausweg zu finden. Was Deutschland zu tun übrig blerbt? Unbeirrt den Weg weit er« 8e^en' J>en Pßlicht und Lebenswille

mn0 man auch mit Recht eine präzise Ettlarung der deutschen Regierung zu dem Schntte ihres Botschafters in Paris ver- missen, eine Erklärung, welche der Welt btc Augen darüber öffnet, aus wessen Seite das Recht und wer mit der rücksichtslosen Gewalt eine Politik verfolgt, welche Europa über kurz ode- jnng li! den Abgrund stürzep muß. Kommt es so weit, dann wird man Poinearö das be- kannte Wott entgegenhalten müssen und Snnen daß er es gewollt habe. Und dies alles drei' Monate nach der Rede des französischen Präsi­denten Millerand, die zu hoffnungsfroh den neuen Jahresbeginn begrüßte nach fünf langen Jahren ttostlosen Niedergangs. Diese Hoffnung daß die Einberufung mit dem netten deutschen

Unter dem fremden -Swang

Die alliierte MUitärkontrolle.

(Eigener Drahtbericht.)

Die Belastung der Industrie.

Keine Einigung mit der Micum.

(Eigener Drahtbericht.)

Düsseldorf, 9. April.

Die gestrigen Beratungen der Ruhrindustttel- len mit der Micum haben zu keiner Einigung ge- fühtt. Die Verhandlungen sind vorläufig an der Finanzierungsfrage gescheitert. Am Freitag soll erneut verhandelt werden. Die Ruhr- vettreter erklätten sich bereit, die Sachlcistun- gen auch über den 15. April hinaus fottzusetzen, wenn die finanziellen Möglichkeiten hierfür durch das Deutsche Reich geschaffen werden. Die Sechserkommisflon des Bergbaulichen Vereins ist sofott nach Berlin gereist und hat mit der Reichs- regierung Verhandlungen begonnen. Auf feiten des Reichsfinanzministers besteht keinerlei Reignng, eine nette finanzielle Be- lastung des Reiches zu übernehmen. Jnzwi- chen ist von der Micum eine Erhöhung der Sohlensteuer gefmdett worden und zwar von 15 aus 17 Millionen Dollar. Durch B'efc Mehrforderung erwächst dem Kohlenbergbau eine Mehtchelastung von 35 Pfg. für die Tonne.