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Kasseler Abendzeitung <^gy> Hessische Abendzeitung

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(immer 77. Einzelnummer 10 Pf., Sonntags 15 Pf. Sonntag, 30. März 1924._________Einzelnummer 10 Pf-, Sonntags 15 Pf. 14. Jahrgang

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Das neue Kabinett ßoincare.

bürg) geteilt eingeführt worden.

Es sind

in diesem langen uno strengen Winter bei den Behörden, die heute fnft altegeteilt arbeiten

grasten Teil labmgeleat.

Demgegenüber steht nun die Ansicht der All­gemeinheit, daß die feste Mark die nut Sehn- incht erwartete Ruhe uno Ordnung im Geschäfts- und Privatleben gebracht hat. Auch der Reichs- kanrler hat diesen Gestihlen Ausdruck gegeben, a-s er sagte:Wenn wir heute wieder etwas a u s a t nt e n können, wenn nach den jahrelangen Fehlschlägen wieder so etwas wie Zuversicht und Hoffnung in unsere Brust einziehen darf, dann och nur, weil es gelungen ist, wieder festen Soden unter die Füße zu bekommen, weil wtr nieder mit Pfennigen rechnen können und nicht

Joincares zweites Kabinett«

Die veränderte Ministerliste.

(Eigener Drahtbericht.)

Am die Arbeitszeit.'

Durchgehend »der geteilt?

Für bie Am«« stellen gilt die Bestimmung btt geteilten Arbeitszeit in Vormittag«. und Aach. Mittagsarbeit. Ans Deamienkreisen geht uns eine Zuschr.ft zu, die für durchgehende Arbeit«, zeit eintritt. Wir entnehmen daraus die nachfolgenden hauptsächlichen Punkte.

Wie die Presse mitgeteilt hat, ist die Arbeits­zeit der Beamten (außer in Berlin und Ham-

müffen, täglich ganz gewaltige Mehrausgaben für Heizung, Beleuchtung, Reparaturen an Lam- den, Beleuchtungskörper ttfto. misgegeben Wor­ten, die dem Staat die sehr hohen Kosten ver-^ nrsachten. Wenn die Arbeitszeit ohne Mittags­pause, also durchgehend, eingeführt werden würde, so könnten die Heizungenschon am Mittag abgestellt und Vie! Brand und Licht gespart werden. Die ganz erheblichen Er- parnisse könnten doch dann die Behörden bei der großen Finanznot besser zu wichtigeren Zwecken verwenden. Dem vom Staate aufge- stellten Grundsatz der Sparsamkeit wird durch die ungeheueren Mehrausgaben für die geteilte Arbeitszeit nicht entsprochen. Mit muster­hafter Sparsamkeit arbeitet hier

in Kastel das Gericht, das schon seit Jahren durchgehende Arbeitszeit hat und dadurch dem Staat im Laufe der Jahre hohe Kosten erspart. In vielen größeren Städten hatte sich die durchgehende Arbeitszeit schon viele Jahre vor dem Kriege überall sehr gut be­währt. Nebenbei bemerkt, waren in diesem Winter die Dienstzimmer bei manchen Behör­den dermaßen mangelhaft geheizt, daß vormit­tags die Beamten sich mit angerogenem Mantel schützen mußten. Mancher hat sich dabei schwere Erkältungen zugezogen. Die unteren Gruppen können heute Arzt und Apotheke bei dem gerin­gen Gehalt nicht mehr -bezahlen und sind somit ihrem Schicksal überlasten, was als weitere Härte empftmden wird. Die Regierung, welche 1919. 1920 usw. an der Spitze der Republik gestanden hat, hat das Volk durch die Prestr und die Amtsstellen zur größten Förderung des Siedlungswesens unter Versprechungen und Zusagen von staatlichen Unterstützungen auf- aefordert. Die Arbeitszeit, tm Sommer von 7 Uhr vormittags an, wurde damals so geregelt, daß ein jeder Siedler fein Land nach Vollbrin­gung seiner Berufsarbeit bis in die Abendstun­den hinein instand halten und bebauen konnte, zum Wohle der Allgemeinheit. Millionen von Beamten im Reiche haben sich nach dieser sicheren Zusage

Paris, 29. Mürz.

Wie zu erwarten war, hat Poinearö den Auf­trag Millerartds, wieder ein Kabinett zu bttven, chnell und gerne ansgeführt. Das neue Kam- nett sitzt sich wie folgt zusammen:

Vorsitz und Aeußeres: Poincarö,

Justiz und Vizepräsidentschaft: Lesevre d u Prey,

Inneres: de Selves,

Krieg: Maginot. ,

Oeffentliche Arbeiten: Le Trocque'r, Finanzen: Francois Mars Hal, Handel: Loucheur,

Marine: Bokanowski,

Arbeit: Maniel Vincent,

Unterricht: Henry deJouvenel,

Landwirtschaft: C a p u s,

Befreite Gebiete: Löon Marin,

Kolonien: Oberstleutnant Fabry.

Die Pariser Boulevard-Blätter begrüßen das neue Kabinett. Sie erklären, Poincar ös Sturz verwandle sich nunmehr in einen Tri­umph, und er werde seine erfolgreich begon­nene Arbeit mit umfo größerer Sicherheit fort­setzen könnten.Jntransigeant" meint, Poinoarös persönlicher Kredit wird nunmehr gestärkt wer den, und er werde davon nachgiebigst Gebrauch machen Obwohl bisher stets betont wurde, da die politischen Ansichten zwischen Poincarä und Mille rand oftmals auseinandergingen, behaup­tet dieLiberts", zwischen beiden bestände, ent­gegen anderen Vermutungen, eine intime Soli­darität, die ihr- Bestätigung in der Tatsache ge­funden habe, daß Poincar« dem Wunsche des Präsidenten Millerand, die Kabinettsbildung zu übernehmen, nachgekommen ist.

Wirtschaft und Staat

Erkenntnis unserer Lage.

aus dem Lande angefiedelt.

Diesen Beamten ist es bei Einführung der teilten Arbeitszeit nicht mehr möglich, ihr An­wesen, das heute «auch noch steuerlich sehr schwer belastet ist in Ordnung halten zu können, da sie erst spät bei weitemWegen nachhause kommen. Es bleibt ihnen daher nur übrig, zu diesen Ar­beiten den Sonntag, dessen Vormittag sie ab­wechselnd auch noch vielfach zu Dienstverrichtun­gen bei ihrer Behörde opfern muffen, zu ver­wenden oder den Besitz zu verkaufen, wovon sich wohl alle Beteiligten sehr schwer trennen kön­nen. Die meisten der auf dem Lande oder in Vororten wohnenden Beamten können auch bei geteilter Arbeitszeit mit der zweistündigen Mtt- tagspause nicht auslommen, da allein der Weg vielfach zu weit ist, sie müssen dann in der Mit­tagspause auf dem Bureau bleiben und bekom­men dann, da bei den Behörden eine Speise- wärmevorrichtung nicht vorhanden ist, nur noch Sonntags warmes Mittagessen. Dadurch wird die Arbeitskraft gewiß auch nicht gefördert Viele Beamte, die auswätts wohsten, haben im Winter grundlose Wege bei ihrem Arbeitsgang zu passieren sie sind sehr den Witterungsverhält­nissen. Schn«:. Regen, Sturm, Landstraßenschmutz und Unwetter im Sommer großer Hitze ausgeDtzt und müssen ihre Wohnung sehr früh­zeitig verlassen. Wegstrecken, wie sie in Berlin und Hamburg sind, gibt es auch hier, warum wird nur für tue zwei genannten Städte mit per durchgehenden Arbeitszeit eine Ausnahme gemacht r Liegen nicht Kassels Vororte in sehr weitem Umkreise? Die Entfernungen entspre­chen vielfach auch denen Berlins Tie Spitzeu- organisationeu der Beamten müßten mit der Reaierung sofort Verhandlungen einleiten. Würde man gemu berechnen, was dem Reiche und Staai die jetzige geteilte Arbeitszeit an Kohlen. Heizung, Leuchtkörpern usw über Win­ter täglich mehr kostet, man würde staunen.

AuslSndische ©tonßale.

Bestechung durch Beamte in der Tfchechei.

Amtlich wird die Aufdeckung einer neuen Korruptionsaffäre im Postministerium gemeldet Es handelt sich um B e st e ch u n g e n bei der Vergebung von Telephonmaterial. -z*t dieser Angelegenheit wurden bereits zwei v nifteriairate im Postminifrerium verhaftet.

Daß die Wirtschaft, im weitesten ©inne ge­nommen, die Grundlage des Staates bildet, :st seit dem verlotenen Kriege immer deutluher für Jedermann zutage getreten. Die wechfelvolle Entwicklung hat uns genug Beweise vor Augen geführt, daß der Staat von der Wirtschaft abhängig ist. Geht unsere Arbeit zuruck und wird das Ergebnis unserer Arbeit vernichtet, so breiten sich Rot und Unzufriedenheit aus, Me: Elemente, die die Ordnung untergraben und den inneren Frieden stören. Ist das VM vom Aufruhr ergriffen, bann kümmert es sich nlchr mehr um Autorität und Staatsform. Es^iegt daher klar auf der Hand, daß, wenn der «wat bestehen soll, zuerst die Wirtschaft gefestigt fein nmß. Die Arbeit' muß Werte schaffen, mit de­nen wir die Not beseitigen. Und der Staar iov die Voraussetzung für das Gedeihen der Wi-t- schaft geben, das heißt er soll traft feiner Gewalt das öffentliche Leben im Innern orgamgeren und nach außen die Bewegungsfreiheit schassen, die wir zur aufbauenden Arbeit nötig Haven Aber gerade darin liegt das schwierigste Pro­blem der- Gegenwart. Wie erringen wir die Bewegungsfreiheit? Ein böswil­liger, haßerfüllter Feind hält uns auf allen Sei­len in eiserner Umklammerung und unterdrückt unser Ruhrindustriegebiet. Damit sind der dei:t- schen Wirtschaft Fesseln angelegt, und der etaat ist seiner Macht beraubt. .

In dieser Zwangslage belinden wir uns nun seit Jahren, und es ist wenig Aussicht, datz es anders wird. Das ist das Furchtbarste: die E r - kenntnis der Eingeschlofsenheit und Ohnmacht. Zwar haben mir es schon immer gewußt, aber wir haben dabei doch auch gehofn, daß die Befreiung bald kommen werde. Sic Verständigungsverzuche mit den Alliierten liehen die Hoffnung auf eine Besserung wachen, ieit- dem wir zu sehen glaubten, wie durch die so­genannte Arbeiterregieiimg in England verincht wurde, Frankreich in der Reparationsfrage mil­der zu stimmen und auch zur Räumung des Ruhrgebiets zu veranlassen. Aber inzwischen mehrten sich die Anzeichen, daß auch diese Hoff­nung an der Hartnäckigkeit der Franzosen id>ei= tern wird. Die vorgestrige Erörterung im ort« tischen Unterhaus hat dem Ministerpräsidenten Macdonald scharfe Kritik wegen seiner LauheN gegenüber Frankreich eingetragen. Die Kritik ist theoretisch ganz gut. aber sie nutzt uns prautzch gar nichts, denn die Franzosen sitzen im Ruhr­gebiet und denken nicht daran, es zu verlassen. Tie unbegründete Verzögerung der Gutachten derSachverständigen", die über die deutsche Leistungsfähigkeit entscheiden sollen, laßt leider auch nichts Gutes erwarten. .

So steht die augenblickliche Lage aus. Tiefe Erkenntnis kam auch auf der Tagung des Reichsverbandes der deutschen Industrie und derVereinigung der Arbeitgeberverbande d,e jetzt in Berlin stattfand, zum Ausdruck, schon die Tatsache daß diese beiden einflußreichen Wirtschaftsgruppen sich zur Aussprache sufammenfanben, weist auf die große Bedeutung bin, die noch mehr durch die Teilnahme der Ver­treter der Reichsregierung betont wurde. Aus den Ausführungen der Redner geht oer "Ernst der politischen Lage, sowie die Schwierig­keiten der wirtschaftlichen Verhältnisse 6er -'er, disgleichen aber auch das ernste Bemühen, eine Besserung herbeizuführen. Wer wie? -Unser Weg ist schroff und abgründig, dornenvoll und mühselig, nicht mit großen Worten zu ubervln- den, sondern nur in Zähigkett, Mut und Selbst- tertrauen zu vollenden: durch Arbeit und Opier zur Freiheit!" So sprach der Reichskmizler Dr. Marr vor den WirtschaftsfÜbrern. Als Kern­problem bezeichnete er die Aufrechterhaltung un­serer Währung. Sie bildet den Ausgangs- puntt eines jeden wirtschaftlichen Ausbaues. > a- tnü rechtfertigte er die WährungsmaßnaHmen d-s Kabinetts, die allerdings auch nur die Vor­stufe zu einer endgültigen, festen Goldwährung sind. Man braucht nicht zu verschweigen, daß es Kreise gibt, die in der stabilen Wahrung ein Hindernis ftn Außenhandel erblicken. Ricktta ist ja. daß mit der Festigung der Mark die Au s« fuhr zurückgegangen ist, weil die Preise deutscher Erzeugnisse heute höher sind als ote pes konkurrierenden Auslandes. Einern Teile der Industrie fehlen daher die Auslandsaufträge, so daß die Arbeitslostakeit lisch nicht behoben wer­den kann, und die Tätigtet! der Banken ist -um

Frankreich undSasAusland.

England stimmt Poincares Rückkehr zu. (Eigene Drahtmeldimg.)

Paris, 29. März.

Aus London wird zum französischen Ka- binettswechfel gemeldet: Die Ansichten, ov die Rückkehr Poincares zu begrüben ist, geh e n auseinander, doch scheint die Ansicht ,»n übe wiegen, daß das Bleiben Poincares im gegenwärtigen Augenblick erfosderl,ch lei 3 ungewöhnlicher Offenheit schreibt derStar . Das Auswärtige Amt hoffe daß Poincar- im Amte bleibt, denn, trotzdem weder Lord Curzon noch seine Nachfolger mit Poincr^s Po­litik'übereinstimmten, schabe er doch das s r a n- rüsische Volk hinter stch. AuchManche­ster Guardian" schreibt:Ter^Sturz Poiucar s scheine in Regierungslrrisen keinen besonderen Gefallen -rregt zu haben, obwohl es laum eme Frage gebe, in der Potneare sich nicht m Tuid^r- fpruch zu den Regierungen Bonar Laws, Balo- Wins und Macdonalds befunden habe. Aber man fühle, daß Poincar« der Ausdruck der n a 11 o - ii ki l e n französischen Politik fei, her auch ein etwaiger Nachfolger nicht hätte ab­weichen rönnen.

Protest gegen Millerand.

Paris, 29 März. (Eigene Drahtmeldung.) Die Erklärung Millerands, worin er die Kammer aufforderte, daS zweite Kabinett Poincar« auf alle Fälle zu unterstützen, hm in republikanischen Kreisen großens Aufsehen er­regt. Allgemein ist sie als eine Drohung auf­gefaßt worden, die Kammer aufzulösen, falls diese Poincarö nicht unterstützen würde. Man weist auch darauf hin. daß sie eine wahre Bot­schaft an die Ration darftelle und in diesem Falle verfassungswidrig ist, da solche Botschaf­ten des Präsidenten der Republik vom Minister Präsidenten mitunterzcichnet werden müssen. Der jLUtotibicn" hat eine Reihe von Führern der Linken nach ihrer Ansicht über die Erklärung Millerands befragt. Der frühere Minifterpräst- deut Painlevs erklärte, daß die Botschaft Mille- rands mit den republikanischen Doktrinen im Wi­derspruch stehe, wonach nur das Parlament er­mächtigt sei, die Politik der Regierung anznerkeu- nen oder zu mißbilligen. Der Sozialist Blum sagte, daß die Erklärung Millerands eine Ver­

höhnung des parlamentarischen Regimes sei und einen Staatsstteich vorzubereiten scheine.

Keine Tlenörrung der Vollllt.

Paris, 29. März. (Eigener Drahtbericht) DerMatin" meldet, Poincar6 hat unmit­telbar nach der Wiederübernahme der Kabincits- bilbuug den englischen Bol'schafter auf- gesucht. Er Hai über die Stellungnahme des neuen Kabinetts zu den außenpolitischen Fragen der Reparationen und der .Sicherheiten für Frankreich gesprochen, daß keine Aender ung in der Außenpolitik Frankreichs eintreten soll, weder gegenüber seinen Verbündeten, noch gegen- über den ehemals feindlichen Staaten. Der Be­such Poincarss dauerte fast eine Stunde.

Kritik in den Barielen.

Paris, 29. März. (Eigene Drahtmelduug.) Die Kammerfraltionen haben den gan­zen gestrigen Tag über Sitzungen abgehalten, um die Lage zu besprechen. Die Haltung der Parteien ist einem neuen Kabinett Pomcars gegenüber nicht günstig. Jrn Block der natto- nalen Mittelparteien empfahl der Deputiere Klotz, sich nicht durch eine Resolution für Poin- corä zu binden, er biieb aber mit seinem Antrag in der Minderheit. Der französische Franken zeigt feit gestern wieder eine steigende Tendenz.

QIu(© Stallen für volncar«.

Rom, 29. März. (Eigene Drahtnnldnng.) Poincares Verbleiben im Amte wird von der italienischen Presse allgemein gutgeheißen. Die Blätter sagen, Poincar« hätte "«Vorabend der deutschen und französischen Wahlen nicht abtreten dürfen und die Verantwortung für seine Politik ablehnen dürfen.Pvlncars fo erklärt Fl Mondo",ist mit zu vielen Problemen, mit der Ruhrfrage und mit der Reparationsfrage, so eng verbunden, daß er wegen einer unbedeu­tenden Finan-ftage nicht abgehen konnte. Er mutz vielmehr zu Endeftüchre«, was er begann.

tingflnfligt Gutachten?

Di« angeblichenSachverständigen"-Beschlüfle. (Eigene Drahtmeldung.)

Berlin, 29. März.

Die Angaben, die derMatin" und der,P-tit Parifien« über die angeblichen Beschlüsse der Sachverständigen bringen, werden von den Blättern mit allem Vorbehalt wiedergegeben. Mit größter Entschiedenheit bringen die Berliner Blätter zum Ausdruck, Latz der ganze von den Pariser Zeitnugen veroncntlickste Plan derart ungeheuerlich ist, datz er für jede deutfche Regie­rung. die nicht durch die Vollsstimmung hmweg- gefcgt werden will, überhaupt nicht disku- t»erbar ist. Das Berliner Tageblatt erklärt, datz die deutfche Wirtschaft nicht imstande ist, die in dem angeblichen Plan erwähnten Lum­men aufzubringen. Der Lokal-Anzeiger stellt fest, datz die angeblichen Ergebnisse der L«chverftan- digen-Arbeiten nichts weiter als das berüchtigte Londoner Uttimatum bedeuten wurden, dessen Unerfüllbarkeit von allen wirklich ernst iu nehmenden Autoritäten längst anerkannt wurde.

« *

Ernste Schwierigkeiten.

Paris, 29. März. (Eigene DrahtmÄdnng.) Die amerikanischen Sachverständigen, die zum 6. April auf dem DampferWashington 2" Platze zur Rückfahrt nach Amerika belegt hatten, haben ihre Absichten geändett. Sie fahren erst Ende April nach Amerika zurück. Man sieht in der Verschiebung der Rückreise die Bestätigung der Gerüchte von Schwierigkeiten in der Kommission und von der Verzögerung des Schlußbcrichtcs.

mehr unterzugehen drohen im Strome der Bil- lionenzifftrn." Die ^Zuversicht und Hoffnung- wird allerdings sehr getrübt durch die Gewalt­anwendung der Feinde. Das erwähnt natür­lich auch Dr. Marx, wobei er sich endlich oi.ent- lich gegen die feindliche Lüge von der alleinigen Schuld Deutschlands am Kriege wendet, darin die Wurzel aller feindlichen Ungerechtigkeiten liegt, die unser Elend verursachen. Einen Aus­weg will der Kanzler in einem Appell au die Vernurift der Welt finden. Richtig ist, das wir uns nicht mit Gewalt befreien können, aber die Vernunft der Welt wird auch noch lange auf ..4 Watten lasten. Indessen müssen wir erwägen und handeln, wie wir das hatte Los er­träglich gestalten können.

In Ueberrinstimmung befinden sich Staats­männer und Jndustr-eM darin, daß der äußere Druck unser Staats- und Wittschastsleben ver­derblich bedroht. Sehr ernst waren die Worte t>es Vorsitzenden des Reichsvevbandes der In­dustrie, Dr. Sorge, der die Zukunft dunkel und unsicher sieht und den Aufstteg nur für möglich hält, wenn außenpolitifch der auf uns lastende <7>ruck gemildert wird und wenn das deutsche Volk seine innere Zerttstencheit überwindet. Be­sonders aber sollte man sich in allen Kreisen die Mahnung des Reichswirtschastsminlsters, Hamm

Herzen nehmen, daß der alte Sinn für Sparsamkeit wieder geweckt werde. Zwar ist es der größere Teil des Volkes, der jetzt nicht an Sparen denken kann, weck das Ein­kommen knapp ist, aber auf der anderen Lerke wird viel Geld noch unniitz an-gegeoen. Las produktive Verwendung finden.konnte. Viel wäre fchon gewonnen wenn schließlich die große Arbeitsgemeinschaft zwischen Ar- beitaebern und Arbeitnehmern zustande tarne, von der so oft geredet wird, der aber noch gewisse Sonderinteressen im Wege stehen. K. F. D.