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eine hübsche Episode dieses Films erweckt allgemeines In­teresse und findet lebhaften Beifall. Auch die

Schlacht bei Waterloo

ist in dem Film verflochten.

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Kasseler Neueste Nachrichten

Nr. 75

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Strafantrag gegen Leigner. geiflHcr 3 Jahre. Möbius 4 Jahre Zuchthaus. Leipzig, 27. März.

Ter Schleier üöcr dem Tode des großen Fliegers Guido Liunekogel wird kaum je- ntfllü gehoben werden Wns jetzt die Mitwelt erfüllt, ist stolze Trauer DaS kam gestern ge­legentlich einer Trauerfeier vor der Ueberfüh- rung des Sarges mit der irdischen Hülle des

pshchiaters Tr Schütz der einleitend erklärt, es sei nicht möglich, ein vollständiges Bild der Persönlichkeit des Angeklagten Zeigner zu zeich­nen. Von vornherein sei festzustellen, daß seine geistige Gesundheit nicht bezwei­felt werden könne. Der Sachverständige kommt zu folgenden, Schluß:Dr. Zeigner besitze ein guter formales Wissest, es fehle ihm aber infolge angeborener psvchiätrischer Veranlagung eine Reihe entscheidender Eigenschaften, die ein

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Gegen Dr Zeigner eine Gesamtstrafe von drei Zähren Zuchthaus, gegen Möbi- u s eine Gesamtstrafe von vier Jahren Zuchthaus, außerdem fünf Jahre Ehren, rechtsverlust. Beiden Angeklagten soll die Un- tersudnmgöhaft angerechnet werden.

In der Nachmittagssitzung beginnen die Plaidoyers der Verteidigung. R.-A. Tr. Frank: Der Herr Oberstaatsanwalt hat sich be­müht, der Persönlichkeit Dr. Zeigners durchweg Gerechtigkeit widerfahren zu lassen: er hat aner- kannt, daß Zeigner keineswegs aus gemeinen Motiven, aus Habsucht gehandelt bat. Aus die- cr Anerkennung der persönlichen Seite des EHa­msters Dr. Zeigners hat er aber dann die Kou- equenzen nicht gezogen, was in doppelter Rich­tung hätte geschehen müssen: Einmal dahin, daß die Taten Dr. Zeigners eigentlich motivlos ge­wesen sind, andererseits aber vor allem im Strafmaß. Wir verfolgen nicht die Tendenz, die Angeklagten zu reinen Lichtgestalten zu er­heben: wir erblicken in Zeigner aber einen von hohen Idealen getragenen Manu, der nur schul­dig geworden ist durch eine Verstrickung von Umständen, die ihn als wehrloses Opfer einem Mann wie Möbius in die Hände fallen ließen. Alles in allem kann ich sagen: in keinem Falle steht fest, daß Geld oder GeldeSwcrt den Ange­klagten veranlaßt haben, die Pflichten seines hohen Amtes zu verletzen oder zu beschmutzen. Ich bite Sic, Ihr Urteil nickst nur nach dem Verstände, sondern auch ans dem Herzen zu fin­den. Jener Mann bat für das, was er getan hat, unglaublich schwer gebüßt. Ich kann nickst glauben, meine Herren, daß Sie ein solche? Ur­teil fällen werden, wie beantragt wurde. Groß ist Ihre Macht, unendlich aber auch Ihre Ver- antwortung. Bestrafen Sie Dr. Zeigner, weil er Mensch war. wenn er nach Ihrer Ansicht menschlich gefohlt bat aber vernichten Sie diel Menschenleben nicht

Hieraus wird die Verhandlung auf D on. nerstag vormittag vertagt, wo die Plaidov­ers der anderen Verteidiger stattfinden sollen.

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Flieger Linnekogels letzte Fatztt

Die gestrige Trauerfeier vor der Leberführung nach Gotha.

* Eschwege, 27. März. (Ausbau deS Schul­wesens.) Von der Stadtverordnetcnversamm. lung wurde die Errichtung einer Obercealsch ilc unter Fortführung der Fttedrich-Wilhelm-Schn- le als Reformrealgvmnasium beschlossen.

Aus der Heimat.

Gin Schornstein als Dtaöioturm.

Die Antenne in luftiger Höhe.

Wie aus Sachsenberg (Waldeck) gemeldet wird, bedauert man dort allgemein, daß die Bierbrauerei, die für Stadt und Umge­gend von Bedeutung war, eingegangen ist. Da­für bestaunt man etwas Neues: Am Schornstein der ehemaligen Brauerei ist die Antenne eines Rundsunkapparates befestigt, sodaß er gewissermaßen mtthilst, englische Konzerte, in das sonst vom Verkehr so abgeschlossene Städt­chen zu bringen.

Das hätte früher dem alten Riefen doch nicht geträumt. Er hat zwar englische Kohlen ge­raucht, aber jetzt vermittelt er englische Konzerte.

Aus einem alten Schornstein kann also noch etwas werden. Der Zwehrenturm in Kassel wsrv sehr neidisch sein . . ,!r

und Mut eiserne Nerven und große Liebe zum Vaterland erforderte. Diese Tugenden waren die edelsten Eigenschaften Linnekogels und zu­gleich auch die Triebfeder für seine Taten, die vor über zehn Jahren mit seinem Namen in aller Weltbewundert wurden Was Linuekogc! als damaliger Chefpilot der Rumpler-Werke in Johannisthal fliegerisch geleistet, erschien da­mals übermenschlich. Genau heute vor zehn Jahren brachte Liunekogel in Berlin-Johannis­thal aus seiner Taube den Höhenweltrekord mit Passagier von 5500 Nieter auf deutsche Seite und entriß den Franzosen am 31. März 1914 auch den Gipfelhöhenweltrekord im Alleinflug mit 6300 Meter Höhe. Gr wurde ein Stück der deutschen Luftfahrt und sein Name wird auf immer mit goldenen Lettern in der Geschichte deS Flugwesens verzeichnet sein. Nun wollte er, nachdem er von der Wiedergeburt der deutschen Luftfahrt gehört, wieder aktiv an dem Aufbau derselben teilnehmen und stieg hier in Kassel zum ersten Probeflug auf. der ihm nach sechs­jähriger Unterbrechung seiner fliegerischen Tä­tigkeit den jähen Lchd brachte. Redner gelobte: Ulli allen gilt zum Trost, Liunekogel zum leuch­tenden Vorbild dienen 31t lassen, wenn es heißt, fliegerisch« Leistungen aufzustellen, um dadurch Deutschland und deutschem Ansehen zu dienen. Auch ihm. dem toten Kameraden, gelten die Verse des LilienthalsteinS in Lichterfelde:

Die Berge halten Wacht!

G8 schweigen die Bäume in beklommener Ruh, Die Winde einen sich zum Todesreigen Und darunter ft egst als Opfer Du!

MS Opfer, das vor vierzehn Jahren Sich deutscher Wissenschaft geweiht Und urrrreidne Ziele waren, Was heute sichre Wirklichkeit.

Dein Geist. Dein Schaffen und Streben Ging abseits von der Menge Zug;

Die Lüfte mußtest ^Du regieren In ungehemmtem Vogelflug. Kühn war das Wollen Deines Lebens, Der Heldentod zerbrach es hart;

Doch daß Dein Dasein nicht vergebens Zeigt eins DU: Deutschlands Gegenwart! Unsterblichkeit schreibt Deinen Namen Auf des Aviatikers Panier,

Der ke'n Zurück kennt, kein Erlahmen, Du großer Mann, wir danken Dir!

Im Namen des Deutschen LnstfahrverbandeS. Mitteldeutscher Flugverband, legte der Vor­sitzende des Letzteren, Oberleutnant a. D. Bar- tholdp, einen stolzen Kranz als letzten Gruß mit letztemGlück ab auf der Fahrt zur ewigen Ruhe nieder.

Draußen sang noch immer der Motor in den Lüften sein Trauerlied. Am Nachmittag trat dann Guido Liunekogel die letzte Fahrt an. Nach Gotha ging sie. Heute ist er bereits zu Asche geworden ...! «nn.

abgeklärter Mensch haben muß.

Der gestrige siebente Tag bei Zeignerpro-1 Nachv-m noch einige Zeugen über dre Frage, z.sses beginnt mit dem Gutachten bei Gerichts-!ob Zeigner Gefreiter gewesen ist ober nicht, ver-

Sandtagstätigkeit Dr. Zeigners. Und um diese Zeitspanne verlängert sich die Verjährungsfrist. Alles in allem habe ich zu diesem Punkte der Anklage Bestrafung aus Paragraph 133 Absatz 2 zu beantragen Der Oberstaatsanwalt behau- bett dann eingehend die verschiedenen Punkte und kommt am Schlüsse seines Plaidoyers zu olgendem Strafantrag:

Lustmeerbezwingers zum vollen Bewußtsein. In der alten Leichenkapelle auf dem Holländischen Friedhof stand der Sarg aufgebahrt. Zwei Propeller waren gekreuzt, mächtige Kränze zier­ten ihn, darunter einer, der die Aufschrift trug:

Kann Dir die Hand nicht geben, Bleib Du im ewigen Leben, Du guter Kamerad ...1

Außer den Eltern und einigen Verwandten des toten Fliegers fanden sich eine Anzahl ehemali­ger Flieger ein, Vorstand und Mitglieder des Mitteldeutschen FlugverbandeS, Flieger der Dietrich-Gobietwerke und über dem Friedhof kreuzte im Doppeldecker, von dessen Tragflächen schwarze Trauerwimpel flatterten, Ingenieur K a tz en ftein Unablässig kreiste er über der stillen Stätte der Toten und die Dkusik bei Mo­tors spielte dem alten Kameraden da unten den Totenchoral

Pfarrer Stein hatte das Wort des Psal- misten gewählt: .Herr, nimm mich nicht hinweg in der Hälfte meiner Tage! Er wandte es an auf den stillen Mann in dem blumenüberzogenen Schrein, auf einen Mann, der, wie er von ihm sprach, zu den Tüchtigsten in unserem Lande ge- zählt bat, her Tausenden ein Vorbild war, der in mancher schwerer Stunde der Not und des Sturms d'-m Tod ins Angesicht lab und Größtes leistete, auf den die Augen der ganzen Welt sahen und nun .. schweigen möchte man an diesem Sarge, her doch ko ergreifend redet von Einem, der groß" Pläne in sich trug, ein leuchtendes Ziel vor Anaen batte zum Besten feine! Vater­landes und seines Volkes, aber ... in der Klage nm ihn dürfen wir nichr stehen bleiben, denn er soll uns beseelen von innen heraus zu harter stiller Arbeit, unser schweres Geschick in Geduld z» tragen bis die Stunde kommt, die das er- Mi, was den so fäh aus der Mitte seiner Tage Entrissenen bewegte. Rach einem Gebet um Schutz für alle, die in Lebensgefahr, trat Direk­tor Dietrich, unser heimischer Flieger an den Sarg. Guido Linnekogel, so sagte er, hat uni das gleiche Schicksal entrissen, das vor 28 Jah­ren den Alt-Meister der deutschen Luftfahrt, den Schöpfer bei Flugwesens Otto Lilienthal er­eilte. Guido Liunekogel war einer der bedeutend­sten Fliezer der vergangenen Zeiten, langjähri­ger Träger vieler Weltrekorde, und jetzt dal Opfer eine! Bentses, der neben Begeisterung

der Anklage geht an! von der Übertretung einer RationierungSvorschrist. Für die Beur­teilung vieser Frage ist maßgebend, ob Dr. Zeigner in amtlicher Stellung gehandelt hat. Dafür habe die Beweisaufnahme keinen Be­weis erbracht. Die Strafprozeßliste habe der Gericktsoffizier zu führen. Zeigner sei aber nie­mals Gerichtsoffizier gewesen. Die Tat ist be-

Futterzutaten

xnm Herren-Anw, 7teiHg

Otto Guido Liunekogel

stammt aus Spandau. Er war 32 Jahre alt und unverheiratet. Seit 1910 widmete er sich der Fliegerei. Seine Großtaten vor dem Kriege sind bereits bekannt gegeben worden. Während bei Krieges war er zunächst Einflieger bei den Rumplerwerken und kam dann in das Feld. Gr wurde abgeschossen und verwundet. Dann kam er in die Heimat zurück und war Fluglehrer. Mit dem Zusammenbruch del Flugwesens au Grund des Versailler Vertrags gab er das Flte- gen auf.

! nommen worden sind, nimmt der Ober­staatsanwalt das Wort zu seinem Plai- doher, in dem er u. a. auSsühtt: Der erste Punkt

DerMIlnchnklVrozeß

Ludendorffs Verteidiger

München, 27. März.

Gestern hielt Ludendorffs erster Vertei­diger Lüttgeb runn sein Plaidover. Er wies daraus hin, daß im September vorigen Jahrei der Ruf nach der Diktatur allgemein gewesen sei. Lützendorfs habe damals nichts anderes getan als Kahr, Lossow und Scißer. Bei den Vorgän­gen am 6. November seien keinerlei Anhalts­punkte dafür zutage getreten, daß Ludendorff auch nur im entferntesten an eine Gewaltanwen­dung gedacht habe. Er wollte nur Klarheit schaffen. Als diese durch die Tatsachen ge­geben war, lehnte Ludendorsf sofort eine flott- setzung bei Unternehmens ab. Der Einmarsch in die Stadt bezweckte lediglich die Rettung der ganzen völkischen Bewegung. Lützendorfs habe besohlen, daß mit entladenen Gewehren in die Stadt marschiert werde. Es fehle jeder Anhalt dafür, daß dal Ziel des Hitlerschen Planes eine Verfassungsänderung gewesen sei Der Vertei­diger gab dann in längeren Darlegungen Defi- nftionen verschiedener Strafrecsitslehrer, insbe­sondere über die Frage der Verfassungsände­rung, und erklärte, daß er die

Einführung eines Direktoriums für durchaus verfassungsmäßig halte. Er halte sich für berechtigt, als Ergebnis seiner Ausfüh­rungen vom Gericht den Freispruch hfs An­geklagten Lützendorfs zu fordern als den gerech­ten Spruch vor der deutschen Wissenschaft und den ersehnten Spruch vor den deutschen Herzen. Darauf tritt die Mittagspause ein.

In der RachmittagSsitzung nimmt als zwei­ter Verteidiger des Generals Ludendorsf Justizrat Zeschwitz das Dort. Seine Ausfüh­rungen gelten ausschließlich den Angriffen, die gegen Lützendorfs wegen feiner Ausführungen über die ultra montane Frage gerietet worden sind. Der Verteidiger weist darauf bin, daß Lützendorfs selbst erklärt habe, er stehe beiden christlichen Konfessionen gleich gegenüber.

Zeschwitz beleuchtet bann eingehend die Gedan­kengänge, die Ludendorsf zu seinen Erklärungen veranlaßt haben. Er bezeichnet die Verknüpfung von Politik und Religion in der katholi­schen Kirche all daS gefährlichste nutz schäd­lich st e für ein V oft, das wie daS deutsche zu zwei Drittel aut Protestanten bestehe. In der politischen Anlnnrkuna der letzten Monate habe sich gezeigt, daß zwischen der B ahrischen BolkSPartei und dem Zentrum ein Un­terschied nicht bestehe. Von ganz besonderer Be. deutung sei ober die Vereinigung beider in der katholischen int-charlamentgrischen Internatio­nale. DaS fei ein Zeichen Ww unter Umständen furchtbarer Bedeutung. Bei feinen Aenßerungeu über die Tätigkeit der vatikanischen Politik unter Benedikt dem Fünfzehnten sei sich Ludendorsf vollkommen bewußt gewesen, daß wir auch dankbar zu fein baden für Vieles. Wal von dieser Seite für die deutschen LandeSkindrr ge­tan worden fei. Der Verteidiger dankt insbe­sondere dem deutschen Episkopat für fein segensreiches Wirken: daß aber nicht alle Träger her Erzbischofs- und Bischofswürde sich für Deutschland eingesetzt hätten, gehe aul den floss- »ellungen Lud-.ndorsss hervor.

flür den letzten Angeklagten, den Oberleutnant Brückner, plaidiert dann Iustizrat Kohl. Er fordert die Freisprechung seines Mandanten, da die Vorgänge deS 8. No­vember den Tatbestand des Hochverrats nicht enthielten. Auf alle Fälle komme für Brückner Beihilfe nicht in Frage. Kohl schließt mit her Ferderung. den Führern der völkischen Be­wegung ihre Freiheit wiederzugeben um der deutschen Freiheit willen Die Verhandlung Wird darauf auf Donnerstag vormittag vertagt.

Mteilsspruch am Montag.

München, 27. März. Gutem Vernehmen nach wird her Hitler-Prozeß am Freitag tzen 28 März zu Ende gehen und tzaS Urteil am näch­sten Montag verkündet werden.

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* Niederklmsungeu, 27. März, («ängerjubi. ftium. Unfall.) Im Sommer b. IS. begeht der hiesige Mänuergesangverein sein fnnfztgiähriges Stiftungsfest. Um diese Feier in rechter Welse vorzubereiten, hat sich bereits ehr Ehrenfestaus­schuß gebildet, der am vergangenen Sonntag zum erstenmal versammelt war, um die finan­zielle Grundlage für die Feier zu sichern. Hier stürzten zwei Knaben von drei und vier Jahren in den hoch angeschwollcnen Mühlbach muiB «««!». 1 und wurden von den Fluten bis zur Brücke fort,

«anaen worden im Jahre 1919, wäre also nun- gerissen, wo ftc etn älterer Landwirt aus dem mehr verjährt hat aber geruht, während der I nassen Bette herauszog.

Frohe Festtage! bedingen einen guten Schluck- Ich empfehle:

noch zwei Tage!

önl Frankfurter

Komödie in 6 Akten nach dem Lustspiel von Carl Rössler.

Die Franzosen In Kassel