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Einzelnummer 10 Ps , Sonntags 15 Pf.'

N«mmer 63

Freitag, 14. März 1924.

Fertigstellung der Sachverstündigen-Verichte

a v l e h n t, wird der Reichskanzler sofort Haus auflösen. Der Reichskanzler wird dieser Ablehnung die bereits ausgeferligte unterschriebene Auflösungs-Verordnung Reichspräsidenten zur Verlesung bringen.

das nach und des

Neue NattonaMberake.

Ein Teil der Deutschen Vollspartei?

(Privat-Telegrarmn.)

Das Ende des Reichstags.

Man erwartet heute die Auflösung. (Prival-Telegramm.)

Berlin, 13. März.

I« der heutigen Reichstagssitzung wird, wenn nicht unvorhergesehene Zwischenfälle eintreten, die Auflösung stattfinden. Auf der Tages­ordnung siehe» außer der dritten Lesung des Golddiskoatbank-Gesetzes nur noch Reinere Vor­lagen. die in Kürze erledigt werden dürsten. Wenn nicht von den Deutschnationalen noch eine längere Debatte über die Golddiskontbank ein­geschoben wird, so hosst man um 3 Uhr (bie heu­tige Sitzung beginnt bereits um 12 Uhr) bis zur Schlußabstimmung fertig zu sein. Es wird dann die Aussprache über die Interpellationen der Sozialdemi^raten und der Deutschnationalen beantragt werden. Da die Regierung eine solche Spezial -De batte über die Notverordnung

Bon sieben Reichstagsadgeordneten und OrganlsutronSvertretern der Deutschen Dolkk-

Amerttas 3urOtf1)<ilt«ng.

Rotterdam. 13. März. fPrivattelegramm.) Die „Times" erfährt aus Washington, daß Staatssekretär Hughes am Montag im SenatS- auSkchutz die schwebenden Sachverständi- genberatungen in Paris kurz berührt habe. Hughes habe auf eine Anfrage Johnsons unter anderem mitgeteilt, daß er immer noch keine Möglichkeit sehe, sich in die enrvpäiswen Angelegenheiten einzu milchen, solange nicht Seide Mächtegruppen sich direkt verständigten.

«eine ‘-tienöerung mehr.

Paris, 13. März. (Privattelegramm.) Die Havasagentur meldet: Der WährungsauSschutz hat gestern nach dem Gchachtschen Bericht die von Dr. Schacht gewünschte Abänderung der Statuten der GolddiSkonibank mit allen Stim­men abgelehnt. Die Neberführung des deut­schen Anteils an der Goldiskontbank (Gold­reserve) nach dem im Ausland befindlichen SitzderBank wurde auftechterhalten. liebe* den weiteren Schachtschen Antrag, die Zahl der deutschen Mitglieder des Bankdirektoriums zu vermehren, soll am Sonntag beschlossen werden.

Partei ist eine „n ati onal-liberale" Ver­einigung innerhalb der Partei gegründet worden. Dieser Bereinigung gehören jene Fraktionsmitglieder an, die sich schon wiederholt mit der offiziellen Fraktions- und Parteipolitik nicht einv.'rstanden gezeigt haben. Die Mitglie­der der Fraktion, die sich in der neuen Vereini­gung zusammengeschloflen haben, haben ihren Austritt aus der deutschen Volkspartei bisher noch nicht erklärt. Der Zentralvorstand der Deutschen Bolkspartei wird am Sonnabend zu der Angelegenheit Stellung nehmen.

Frankreichs Finanznor.

Der Kampf am Poincar^s Rotgcsctze.

(Eigene Drahtmeldung.)

Paris, 13. Marz.

Ter Finanzausschuß des Senats hat die Be- »atung des Rotgesetzes beendet und nach weiteren erheblichen Abänderungen das Gesetz ra einer Gesamtabstimmung angenommen Der Finanzminisier erklärte im Finanzausschuß, er habe eine Konsolidierungs- Ove- ration größten Stils ins Auge gefaßt, die durchgeführt werden solle, sobald die Mittel es erlaubten. Der Minister sprach von Verhand­lungen, die die Bank von Frankreich führe, um im Auslande wichtige Kredite unter ver-

!vie Befragung »rutsch,ano« Minolta.

London, 13. März. (Eigene Drahtmeldung.) Im Unterhause erwiderte gestern ffitt*"' n ald auf eine Anfrage Lloyd Georges, Fr >»- reich habe das englische Mindrstvroaramm über das besetzte Gebiet mit einigen Aenderungen angenommen. Die Befragung Deutschlands habe sich als u n n ö t i g erwiesen. (?V da für England nur der Versailler Vertrag maßgebend wäre.

Einzelnummer 10 Pf-, Sonntags 15 Pf. 14. Jahrgang

Die Solödiskonwank.

Dringliche Währungsfragen.

Da die deutsche Währungspolitik noch lange nicht gesichert ist und die egoistischen Bestrebun­gen einzelner Gruppen inflationistische Wirkun­gen herbeirufen könnten, müssen die Vorgänge auf diesem Gebiete beim rechten Namen genannt werden, zumal sich unter dem Regen optimisti­scher Schlagworte die Tatsache verhüllt, daß alle Bestrebungen Schachts, große Anleihen für Deutschland zu erwirken, leider ebenso gescheitert sind wie der Plan der großen Goldnotenbank. Tie Sondierungen in dieser Hinsicht sind er­gebnislos geblieben. Was erreicht wurde, war lediglich die kleine Goldnotenbank, die G ol d- diskontbank. Aber was diese Bank an aus­ländischen Krediten bringt, ist so gering, daß es sich eigentlich kaum verlohnte, dafür den großen Apparat aufzuziehen. Genau genommen, handelt c8 sich um eine ausländische Beteili­gung von hundert Mllionen Goldmark, wäh­rend tte zweiten hundert Mllionen von einem deutschen Konsortium aufgebracht werden. Diese hundert Millionen Goldmark sind also be­reits in der einen oder anderen Form vor­handen. ,

Mr Wechsel, die die neue Bank diskontiert, steht daneben nach Schachts Zusicherungen die ausländische Finanz bereit, diese Wechsel bis zum Betrage von zweihundert Millionen Gold- mark zu rediskontieren. Das rst eine unsichere und leicht lösbare Verbindung der ausländischen Kreditoren mit oer Bank und damit auch zur deutschen Wirtschaft. Unter den besten Verhält- niffen würde der deutschen Wirtschaft also ein Auslandskredit von dreihundert Millionen Gold­mark zur Verfügung stehen, das ist etwa ein • Zwanzigstel dessen, was in Friedenszeit die eigene Wirtschaft an Krediten zu geben ver­mochte, ein Viertel dessen, was die Rentenbank der deutschen Wirtschaft an Krediten zur Ver­fügung gestellt hat. Um einer solchen Bagatelle halber liefern wir aber unseren Geld­markt dem Auslände aus. Bei den Heu- tigen hohen Diskontsätzen in Deutschland machen zunächst die ausländischen Geldgeber ein glän-

ländische Finanziers Einfluß auf die Gestaltung unserer Währung gewinnen, steht in der Be­denklichkeit in einem unangenehmen Gegensatz zum erreichten .Erfolg". vb.

Sliuetgatpreife: »^chüstsanzeigen Zeile 15 Pfennig, Fanalien-Anzeigen Zelle 15 Pfennig, Meine Anzeigen 618 Mort 2</, Pfennig, Reklamen die Zeile 50 Pfennig, Off-rtgebichr 10 Pfennig (bei Zusendung der Offerten 20 Pfennig», Rechnungsbeträge sind innerhalb fünf Tagen ,u bezahlen. — Maßgebend ist der Kurs des Zal-Iungstages. Für die Riä-iig. leit aller durch . ernsprecher aufgegedenen Anzeigen, wwie 'ar Äufnaomedaten und Blühe kann nicht garantiert werden. Für Anzeigen mit besonders schwierigem Latz hundert Prozent Aufschlag. Truckerei: Echlachthofstrgtze 2»/80. «eschäftsstelle Kölnische Straße i-, gegenüber der Spohrflraße. Fernsprecher Nr. 951 und 952.

Die Seldwirtfchaft.

Wie der Kapitalismus entstand.

Da in krisenhaften Zeiten immer wieder der Gedanke anstauch», ob es möglich fei, die «apita Wirtschaft abzuschasfeu, ist eine Unter- suchnng beachtenswert, bie darüber «-.lsschluß gib', wie der Kapitalismus entstand.

Der Kapitalismus ist heute die gewaltigste Triebfeder in itnfererm Wirtschaftsleben; er hat unserem Zeitalter so seinen Stempel ausgeprägt, daß wir es die Epoche des Kapitalismus ncn- ncit. Wie und wo ist nun diese Wirtschaftsforin entstanden? Es gibt Nationalökonomen, die das Vorhandensein eines Kapitalismus im Altertum überhaupt leugnen. Immerhin wis- se» fvar aus den Ausgrabungen im alten Baby­lon, daß es schon zur Zeit Sanhertbs und Ne- bukadnezars, also immerhin vor 2500 Jahren, eine Bankfirma Fgibe und Söhne gab, über deren Geschäftsformen wir aus den ihnen aus­gestellten Täfelchen in Keilschrift unterrichtet sind. Auch für die persischen König machte be­reits im fünften vorchristlichen Jahrhundert die Firma Muoaschu und Söhne allerlei Geschäfte. Wenn es mich fraglich ist, ob es sich hier schon um reine Bankgeschäfte handelte, so ist dies doch sicherlich für das Rom der Kaiferzeit anzuneh­men. Luja Brentano sieht daher im Altertum doch immerhin schon einige Ansätze zum Kapita­lismus. Der berühmte Gelehrte hat die »An­fänge des modernen Kapitalismus" in einer glänzenden Abhandlung dargestellt, die sich in seiner soeben im Verlag von Feltr Meiner zu Leipzig erschienenen Sammlung von Reden und Aufsätzen »Der wirtschaftende Mensch in der Geschichte" findet. Die kapitalistische Wirtschaftsform ist aus der Naturalwirt­schaft entstanden, in der das Land und seine Erzeugnisse die Hanptrolle spielten. Beim Ka- oitalismns dagegen steht das Geld im Vor­dergrund, und es ist natürlich, daß uns der kapiiilNsch betriebene Erwerb am frühesten im Handel entgegentritt. Kauft bod) der Han­del die Güter nicht um sie technisch auszunutzen, sondern um sie zu einem höheren Preis wieder zu verkaufen; er führte also zu einer Anhäu­fung von Geld und Geldwart und ist demnach der erste kapitalistische Wittschaftsbetrieb.

Der Handel ist natürlich auch schon im Alter­tum vorhanden und wird beim Aufkommen des Christentums, das m ihm eine ungerechtfertigte Bereicherung sah, von den Kirchenvätern be­kämpft. Bezeichnend ist dafür die Anekdote von dem Schaufpieler, die Augustinus als Beispiel dafür erzählt, daß die Gewinnsucht alle Menschen gleichmäßig beseele. Au- gustin erzählt, daß dieser Schauspiele bekannt ge­macht habe, er werde im Theater allen mittei­len, wonach sie im Innersten streben. An dem

Deutschland als Opfer.

Die Abhängigkeit von den Alliierten.

(Eigener Drahkbericht.)

Paris, 1L3 März.

Der „Times"-Bertreter in Paris meldet, das neue belgische Kabinett habe Poincars fein Fest­halten an der Politik der gemeinsamen Lökung bet sich auS den Friedensverträgen ergebenden Fragen mitgeteilt. Die bisherigen belgischen Delegierten für bie ReparattonStammission und für den SachverstSndigenauSfckiutz bleiben in ihren Vollmachten. — Wie das Scho de Paris meldet, war am gestrigen Mittag der beutfebe Vot- fchaster bei PoinratS. Er Überreichte die fchrist- liche Bitte der deutschen Regierung nach einer allgemeinen Amnestie der Ruhrverurteiltrn. — Ter .,Matin" meldet, die RcpnrationSkommip sion hat die Nachträge zu den ReparationSfor. detungen Jugoflavichik und Rumäniens an DrutsMand erhalten. Die Gesamtnacktragsfor- derung Fugafloviens beträgt 2% Milliarden Dinars, die Rumäniens 1,4 Milliarden Franken.

St« Kafieler Steufften SladiTtctten erftSetnen roodientlt» naäim ttag«. Der Sbonne-

n-.entsvr-is beträgt für Oie Zeit oom 10, bt« 31. Mir, 1.50 Mark bet freier -uftellunz taS Hau«, te der (Bef<t)äft«fteue ab,«holt 135 We nig?. — 8 erlag und R-datkton: Schlachtbofstraß- 28/30. — Fernsprecher Rümmer 951 und »52. — Rur unverlangt dngefanbte Beiträge kann bte Redaktion eine Verantwortung oder Bewahr in keinem Falle übernehmen. — Rückzahlung de« B«ugSgeld«S oder «nwrüche wegen etwaiger nicht ordnungsmäßiger Lieferung tst ausgeschlossen. — Postscheck­konto Frankfurt a.M. Nummer 5380.

zendeS Geschäft. Da? Reich ist an den Gewinnen der MflddiSkonibank praktisch nicht beteiligt.

Verhängnisvoll ist aber die Einführung der Psundwähtung. Die von der Bank her­ausgegebenen Roten lauten auf englische Pfunde, und Schacht hat das damit begründet, die Ge­schäfte der Golddiskontbank seien in erster Sihle im AuSlaudsverkehr belegen, und hier sei die Verflechtung mit dem britischen Handel am stärksten, so daß die Einführung der Pfundnote natürlich sei. Es ist noch nicht bestimmt, ob der KurS des englischen Pfundes, der bekanntlich schwMikt und unter dem Friedenskurs liegt, oder die Parität der englischen Münze zugrunde ge­legt werde» soll. Auf welche, deutsche oder eng» lisch«, Pfunde soll die Note lauten? Da die Wechsel von der Golddiskontbank auf Pfunde lauten, wird der gesamte deutsche Außenhandel nach kurzer Zeit sich ans Pfundwechsel umstellen. Wir hätten dann also eine Doppelwährung, die letzt ohne zwingenden Grund eingeführt wird. Das Finanzobjekt ist fo gering, daß es diefe Maßnahme durchaus nicht rechtferttgt. Denn bei den Zusammenhängen unserer Wirtschaft wer­den wir schließlich Psundw-chsel auch int In» landsvettehr haben. Ob die Hoffnung, mit den. Pfundnoten der Golddiskontbank die in Deutsch­land schwimmenden fremden Roten aus- zusaugen, sich erfüllt, und ob die Emission von hundert Millionen Goldmark dazu über» Haupt auSreicht. darf füglich bezweifelt werden. Tie Aussaugung biefer fremden Devisen in Deutschland Hegt natürlich in erster Linie hn Interesse der fremden Notenbanken. Diese Gold- kteditbank räumt dem Auslände auf dem deut- kfcen Finanzmarkt einen Einfluß ein, der in gar keinem Verhältnis ;nm eingegangenen Risiko steht, da die ausländische Investierung sehr ge- rlng und übrigens ein gutes Zinsgeschäft ist.

Man sucht vergeblich nach sachlichen Gründen für bte Errichtung dieser Golddiskontbank. Hilfe, Kredite in auch nur einigermaßen zureichendem «etrag bringt sie der deutschen Wirtschaft nicht. Dagegen sprach wohl eine gewisse politische Rechnung für Schachts Tat Die Kreise um ihn hoffen das Ausland für Deutschland interessieren zu können Sie müssen auch, nachdem sie mo- nat-tang der deutschen Wirtschaft Hoffnungen auf ausländlfche Kredite gemacht haben, einen Erfolg vorweifen ober fonst ganz offen erklären, daß bte Muhen eitel waren So ftellte man die Golddiskontbank auf bic Beine. nachdem die große Goldnotenbank gescheiten war. Daß dreie Golbdiskont' cmk mit einem Kapital arbei­tet, das dem FriedenStaint.il einer mittleren deutschen Privatbank entspricht, daß bafür der englifchc Sterling unser Auslandsgeschäft be» herricht, ohne britische Gegenleistung, und aus-

bcsttmmten Tage strömte.eine große Menge ins Theater und erwartete mit großer Spannung ’ die Enthüllung des Geheimnisses. Ta rief ihnen der Schauspieler zu: »Ihr wollt billig kaufen und teuer verkaufen!" und alle fanden den Aus­spruch so wahr, daß sie dem scharfblickenden Spötter Beifall klatschten.

Als dann mit dem Untergang der antiken Kultur die Naturalwirtschaft wieder mehr hcrvottrat. wurde im Mittelalter der Han- dcm beschränkt, blieb aber doch beehen. Neben ihm tritt als zweites kapitalbildendes Element die Geldleihe hervor, nämlich das verzins­liche Darlehen, bei dem Geld sozusagen aus sich selbst heraus neues Geld brachte. Der wichtigste Anlaß für die allmähliche Entwicklung des Ka­pitalismus ist aber im Kriegswesen zu suchen, das für den fielen Germanen die Haupt- crwerbstätigkeit war. Den Germanen lockte zum Krieg bie Aussicht auf Beute, und biefe Anhäufung eroberter Schätze bringt bte ersten großen Kapitalien in ber neueren Zeit zusam­men. Im Zettalter ber Kreuzzüge mußten bie Ritter mit Geld für die kriegerischen Unter» nebmungen getauft werden, unb damit bringt ber Kapitalismus in das Heerwesen ein. So nehmen beim in ben Angriffskriegen, bte bie aukblühenden italienischen Handelsstädte In der Zeit nach 1000 führen, die KriegSzüge mit­unter fchon den Charakter von Aktieuun- teruehmungen an. Demjenigen, ber sich beteiligt, wird, je nach der Größe seiner Betei­ligung, Anteil an der zu ertoartenben Beute versprochen. Wer sich nur als Krieger beteiligt, erhält weniger als wer eine Kapitalseiulage macht.

Das große Aufblühen bes Handels während der Kreuzzüge bringt bann bte entscheidende Wendung zur kapitalistischen Wirtschaftsform und die ersten großen Handelsmäner der neue­ren Zeit, die Venezianer und G e tt« e • en, entwickeln nicht nur durch ihren Handel ■ine richtige Geldwartschift itnb Geldreichtum, ändern bringen den Kapitalismus auch in die Landwirtjchaft Italiens, Von Wo er bann auf andere Länder übergreift. Im 13., 14. und 15. Jahrhundert ist die kapitalistische Wirtjchaftsord- nung in Italien bereits in allen Erwerbszwei­gen vorherrschend. Die Denkweise des Kaufmanns durchdringt alle übrigen Be­ziehungen des Lebens. Bezeichnend dafür ist.

GachverstSnvIgen-Beschlüsse

Letzte Anhörung Dr. Schachts.

(Eigene Drahtmeldung.)

Paris, 13. März.

Der Erste Sachverständigen-Ausschutz hat sich gestern nachmittag von einem Unterausfchust über bie letzte Anhörung des brutschen Relchsbankprästbenten Dr. Schacht Bericht er­statten lasse». Wie aus unterrichtete» Kreise» verlautet, hat der DaweS-Aussckutz gestern einen weiteren Unterausschuss eingesetzt, ber beauftragt tst, bte verschiedenen Berichte ber Sachver­ständigen miteinander zu vergleichen und zu einem Berichte zu vereinigen. Dieser Unter. miSschuh besteht aus Vertretern der Vereinigten Staaten, Englands unb Frankreichs, sowie dem Generalsekretär des Hauplansschuffes. — Der umfangreiche Schlussbericht an die Repa- rationÄkommifsion wird aus folgenden drei Teilen zusammengesetzt sein: 1. dem Be­gleitschreiben über die Einberufung und die Aufgaben ber Komitees, 2. bem eigentlichen Bericht über bie Untersuchungen und Ergeb niffe, 3 ben Anhängen, die alle technischen Einzelheiten enthalten und den wichtigsten Teil ber gesamten Arbeit barstellen. Der grösste Teil mit dem umfangreichen Gutachten der Sachver­ständigen ist nahezu fertiggestellt. Im Augenblick finben über bie Fassung bcS zweiten Hanptteiles des Berichtes Beratungen statt.

hälttiismässig günstigen Bedingungen zu erlan- m „ J$ert- Von englischen wie auch amerikanischen

Berlin, 13. März. ^Bankhäusern seien große Kredite ■bereits zu - gesagt worden. Man könne banaä* auf eine Festigung des Franken rechnen. lSiehe 2. Seite.)

Hm den Wahltermio.

Berlin» 13. März. (Privattelegramm.) Die Beratungen über den Wahltermin werben erst am Freitag wieber ausgenommen werben Die Frage der Belassung ber Freifahrt- fcheine bis zu den Neuwahlen und die Frage der Weiterzahlung bet Diäten wird heute noch Gegenstand von Verhandlungen in den Fraktionen fein. — Das Zentrum und die Bay- rifche BolkSpgrtei haben einen Antrag einge­bracht, den 12. April, bas ist ber Sonnabend vor der Karwoche, zum öffentlichen Ruhetag zu erklären. Mr den öffentlichen Ruhetag müf fen nach vielem Antrag Löhne und Gehälter ge- zahtt werden. Ein anderer Antrag des Zen­trums und ber Bayrifchen Bolkspartei fordert, dass die R e i ch s t a g s w a h l e n an biefent 12. April stattfinden sollen. Da8 Schicksal dieser An­träge ist natürlich noch nicht im mindesten zu übersehen, daselbst, wenn die Koalitionspatteien alle zustimmen sollten, immer noch keine Sicher­heit vorhanden ist unb bie Haltung der Deutsch­nationalen noch nicht feststeht.

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Stellungnahme ver Goziaüvemokraten.

Berlin, 13. März. (Privattelegramm.) Die sozialdemokratische Fraktion, die nach ver gestrigen Plenarsitzung zu einer Beratung sufommentrnt, einigte sich dahin, ben Antrag ber Koalitionsparteien auf Einschränkung ber Wahlversammlungen während der Lsterzeit ab zulehne«, ebenso einem An­trag der bayerischen Bottspartei, die Wahl am 12. April vorzunehmen, bie Zustimmung zu ver­sagen. Welter beschloss die Fraktion, kein Miß­trauensvotum gegen bie Regierung einzubrin- ßrit. um dem Kabinett nicht von sich aus bie »'aushabe zu einer Auflösung des Reichstages zu geben

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