Meier Neueste Mchrichtm
Kaffeler Abendzeitung
Hessische Abendzeitung
Prozent Kuf
Nummer 62
14. Jahrgang
Donnerstag, 13. März 1924.
Einzelnummer 10 Ps, Sonntags 15 Pf.
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Der Frankensturz.
Finanzieller nnd politischer Niedergang.
PoinccirS hat Maebonald umgarnt: der britisch« Premier und Sozialist hat in der R e v a - rationSfrage ebenso wie in alle den damit zusammenhängenden politischen Kernpunkten sich Frankreich genähert, und — ein zweiter, Wilson — in der Frage der Militärkontrolle, der Rüstun- Sufto. Harakiri an seinen früheren Programm- n begangen. Diese moralische Selbsientlei- bung hat die deutsch« Regierung wieder einmal von der Wahrheit des alten Wortes überzeugen können, wonach dem Briten sehr wenig und seiner Politik aller zuzutraucn sei. Da auch im Gremium der Sachverständigen Met- nungsverschiedenheiten ausgebvochen sind, über die die Ententepresse ziemlich übereinstimmend berichtet, irrlichtert Diacdonald mit dem Plan seiner Weltkonferenz. und amerikanische StimmungSmacher vertrösten Deutschland mit einer amerikanischen Anleihe für den Herbst. Alles das ist aber Vertuschung des Umfalles der britischen Politik und des Zusammen- bruches aller Hoffnungen auf eine vernunftgemäße Entwirrung des Kriegsknotens. Richt nur in der Frage der Mlitärkontrolle befindet sich die gesamte Entente »in der Sackgasse", wie sie sich in der Rote an Deutschland ausdrückt. Daß die festgeratene Entente sich nunmehr zusammenschließt, um durch Drohungen auf Deutschland zu wirken und auf Kosten Deutsch- kands einen Ausweg zu finden, ist die alte Taktik, der vielfach deutsche Politiker unterlagen. Auch jetzt wieder nennt man die M il.it är- kontrolle als „die Politik des kleineren llebet5", die man zeitweilig auf sich nehmen müsse, um in der Reparationsfrage die Entscheidung zu unseren Gunsten zu beeinflussen.
In Deutschland hat man sich daran gewöhnt, die Unterwerfung damit zu entschuldigen, sie geschehe, um Schlimmeres zu verhüten und sei eine Politik auf lange Sicht. Fn Wirklichkeit hat diese Politik uns jedesmal größere Verluste eingetragen, und die Berschürfung deS Friedens-Vertrages, die Aussichtslosigkeit, von ihm loszukommen, stehen am Ende dieser deutschen „Fernsicht". Gerade jetzt, da Frankreichs Finanzrüstung abfällt, verstärkt sich der konzentrische Druck aufDeutschlanv. durch »Opfer", durch Hingabe des Restes seiner Wäh- rungssuDftanz, durch Verpfändung feiner Eisenbahnen, Frankreich aus der Klemme zu helfen, die durch das Ruhrabenteuer verstärkt worden ist. Die Ententegenossen helfen Frankreich getreulich und drohen mit Zwangsmaßnahmen. Wer glaubt irgend ein Deutscher, wenn das Deutsche Reich sich vollkommen unter Kuratel stellen würde, ließe Frankreichs Gewaltpolitik gegenüber Deutschland nach? Am Gegenteil: der französische Charakter würde nach einer finanziellen Entlastung sich durchaus nicht ändern, aber Deutschland wäre dann vollkommen geknebelt.
Die deutsche Politik müßte eigentlich beute fordern, daß Diktate, wie sie in der Militärkontrollnote angedentet werden. Deutschlands Widerstand nicht nur rechtfertigen, sondern geradezu Hervorrufen. Weiter müßte sie fordern, daß eine friedliche, rein wirtschaftlich« Lösung den vollkommenen Verzicht der Franzosen nnd Belgier auf Gewaltpolitik im deutschen Westen zur Voraussetzung hat. Ohne einen solchen Verzicht ist die WieArlebr des Friedens unmöglich. Auch der Niaedonaldsche Plan, zwischen Deutschland und Frankreich eine inter- nationalisierte Zone zu legen, ist für Deutschland unannehmbar. Es kommt jetzt für uns daraus an, keinerlei Konzessionen zu macken, die uns einseittg verpachten. Wir können ruhig abwarten, wie der in den Abgrund der Mark rollende Franken die ftanzösische Polttik beeinflußt, aber nach allem, waS wir mit Frankreich erlebt haben, liegt für unS keine Veranlassung vor, den französischen Franken und damit die ftanzösische Politik mit deutschen Tributen zu stützen.
Herr Poincarö über ist auf politische Erfolge angewiesen, da die finanzielle Lage Frankreichs zur Katastrophe wird. Die inneren Momente, oes Frankensturzes hat er nicht besettigen können. Das Ruhrpfand bringt nichts ein, solange das übrige Deutschland nicht noch die stanzöfi- schen Soldaten bezahlt Die französische Finanz, wirtschaft ähnelt der früheren deutschen, und der Franken steht heute so tief wie die Pa- piermark anfangs 1920. Der französische Frank ist heute nur noch zwei Pfennige wert, während die Mark im Auslande festgeblieben ist, vor allem, da sic — heute noch — als Renienmark dem Zugriff der Entente nicht erreichbar. Was die ftanzösische Kammer zur Frankenstützung beschlossen batte, die ,-wanzig- vro-.entige Steuererhöhnng, ist wirkungslos verpufft. Im Gegenteil: die Steuern werden in entwerteten Franken bezahlt, sind also praktisch herabgesetzt. Welch verzweifelte Anstreuaunacn iie französische Regierung machte, um den Abrutsch des Franken zu Verbindern, geht daraus hervor, daß sie einige hundert Millionen GM
ouf den Marft warf, um ... das Schicksal ähnlicher Stützungsaftionen der Reichsbank für die Papiermark zu erleben.
Die Masse der Franzosen, die auf Staatsanleihen ttfto. sitzt, hat durch die Poincarö-Politik den größten Teil ihrer Spargroschen eingebüßt Jetzt zeigen sich in Franfteich alle Folgen der Geldentwertung, die Deutschland durchmachtc: Teuerung, Verarmung ganzer Schichten, Riesendefizits des Staates. Diese Lähmungserschei- nungen können zu einer Explosion führen, aber eine solche Explosion würde einen neuen europäischen Brand anfachen, in dem auch Frankreich verzehrt würde. Jedenfalls muß mit Naturnot- wendtgkeit der finanzielle Niedergang schließlich mich zu einem politischen werden. Daß wir unter dem Gesichtswinkel einer deutschen Befrei- nngspolittk zur Verminderung der französischen LSHmungserschcinungen auch nur im geringsten beitragen könnten, ist undenkbar. Wir haben gegenüber Franfteich nur das zu tun, w a s i l, m keine Entlastung bringt. Umso schneller wird die Entscheidung kommen. Verlieren wir aber gegenüber den Drohungen eines durck den Franlenstnrz Geängsteten und seiner politischen Freunde die Nerven dann verrammeln wir uns ein für allemal jede Aussicht auf eine Wiederherstellung normaler Verhältnisse.
Wse toir zMen sollen.
Die Ratschläge der Miierten-Sachverständigen. (Eigener Drahtberickt.z
Berlin, 12. März.
Neber den voraussichtlichen Inhalt der R a i- schläge, die die artherten Sachverständigen den Reeierungeu zu geben gedenken, macht der „Petit Parisien" einige Angabe«: Die Sachser- ständigen des DaweS - Ausschusses werden die Mittel angeben, die ihnen geeignet erscheinen zu gestatten, den deutschen Staatshaushalt a u s- zugleichen, sodass ein Teil deS Haushaltes für die Reparationszahlungen verwendet wer. den könnte. Der Ausschuss wird darle^n, welche Ersparnisse das Reich machen und welche neuen Einnahmequellen es erschliessen könne, nm zu diesem Ergebnis zu gelangen. Hier wird auch verzeichnet, in welcher Zeit das Gleichgewicht erreicht werden könne und wann Deutschland seine Barzahlungen aufzunehmen in der Lage sei. Für die Zwischenzeit werden Sam- lieferungen vorgesehen. Da diese Sachlie- serungen ebenso wie die Dtieum-Lieferungen während einer gewissen Zeit nicht aus den normalen Einnahmen des Reiches bestritten werden, müssen sie den Industriellen mit Hilfe eines Teils der internationalen Anleihe bezahlt wer, den, die mit der Eisenbahn als Pfand aufge- nommen wird und deren anderer Teil zur Dek- kung der Goldnotenbank dienen soll, in dem fie die Papiermark und Rentenmark in Papiermark mit Goldwert umtausche« foS.
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Unter FinanzaufssGL
Paris. 12. März. (Eigene Drahtmeldnng.) Der Petit Parisien teilt mit. es liege keineswegs in der Absicht, die Kontrollbefugniffe der Re- parationskommifston und der Regierungen zu verringern, im Gegenteil feien sämtliche Sachverständige von de, Notwendigkeit einer ein- gehenden und straffenFinanzkontroll» in Deutschland vollkommen überzeugt. (!) Bon anderer Seite wird dazu noch gemeldet, das Komitee Dawes scheine die Form festgelegt ,« haben, die es seinem endgüftigen Bericht geben wolle. Der Bericht werde die Empfehlungen bringen, die die Sachverständigen der Regierungen Aber die verschiedene« Fragen machen. Die Sachverständigen werden wahrscheinlich in dem Schlussteil ihre« Berichtes betonen, Deutschland ein M o r a 1 o r i u m für die Barzahlung z« ge. währen mit dem Vorbehalt der Sachleistungen.
Erregung in München.
Die Wirkung des Hitler-ProzeffeS. (Privat-Teleqramm.)
München, 12. März.
Am gestrigen Abend kam eS zum Versuch einer missbilligenden Kundgebung vor der Wohnung des) Regierungspräsidenten von Kahr Die Demonstranten, einige hundert Leute, die schnell Zuzug erhielten, wurden von der Polizei vertrieben. General von L a s s o w wurde, als er in Zivil das GerichtS- gebäude verliess, gleichfalls von jugendlichen Burschen umringt, konnte aber ohne ernste Belästigung sein Auto erreichen. Die Borsälle, so wenig bedeutend fie an sich find, beweisen jedoch die zunehmende Erregung in München. Am Abcup befassten sich die Landtagsparteien informatorisch mit dem bisherigen Ergebnis der PrgzetzverhaudlLngen. Dem Ausgang deS Pro
zesses fieht man nicht nur mit Spannung, sondern auch mit einer gewissen Besorgnis entgegen. da — gleichviel, wie das Urteil lautet — die Gefahr von Unruhen unverkennbar besteht. Den bisherigen Verhaftungen in kommn- nistischen und deutschvölkischen Kreisen sind jetzt weitere Verhaftungen gefolgt.
Schweigepflicht über 5tegterune8fragen.
München, 12. März. (Privattelegramm., 3« dem staatsanwaltlichen Ermittelungs- Verfahren gegen General von Lossow, Regierungspräfident von Kahr und Oberst Seltzer steht, wie verlautet, der Kompe- tenzeinspruchder Regierung insoweit bevor, als die Anaefchuldigten von der Schweigepflicht über Vorgänge und Besprechungen innerhalb der Regierung nicht entbunden werden. Das Ermittlungsverfahren kann sich somit nur auf die Vorgänge im Bürgerbräukeller und vor der Feldherrnhalle beziehen. — DaS bayrische Kabinett hat in seiner gestrigen Sitzung den aktiven Ministern keine Ermächtigung zur Zeugenaussage gegeben. Wie verlautet, war von der Verteidigung im Hitlerprozess auch die Vorladung des Ministerpräsidenten Knilling und deS Innenministers Schweyer zur Aufklärung der von der Staatsanwaltschaft behaupteten Vorgänge beantragt worden.
Das NeiOstogs-Nätfel.
Auflösung vielleicht in dieser Woche.
(Privst-Teltzgramm.)
Berlin, 12. März.
Das Reichskabinett bielt gestern eine Sitzung ab, in der der Reichskanzler über die politische Lage, wie sie sich nach der Fühlungnahme mit den Koalitionsparteien darstellt, Bericht erstattete Es hat de« Anschein, daß zwischen dem Reichspräsidenten und der Reichsregierung Uebereinstimmung über die Lage besteht, daß also, da die Reichsregierung zur Auslösung des Reichstages entschlossen ist, der Reichspräsident die Anflöfungsverord- nung unterzeichnen wird, und man nimmt an, dass sich die Ereignisse in der Weise vollziehe«, daß der Reichskanzler nach Abschluß der allgemeinen Beratungen nnd vor Eintritt in die Son- derberatnng der Anträge die Auflösung erftären wird. Vorher müssen natürlich noch die eiligen Gesetze über dir Golddiskontbank und das Postfinanzwesen, sowie der Rotetat erledigt werden. Man nimmt an, dass es Ende diese r W o ch e zum Abschluß der Reichstagstagunq kommt. — (Bei dem unschlüssigen Hin und Her mutz man abwarten, ob nicht morgen wieder eine andere Meldung verbreitet wird.)
Begründung der Luflösung.
Berlin, 12. März. (Privattetlegramm.) Die Reichsregierung will das Auflösnngs- dettet damit begründen, daß sie im Interesse des Bolkswahles keine neuen Gefahre« für- die Währung, wie fie durch die Spezialdiskussion über die Abänderungsanträge herausbeschworen werden könnten, zu lassen könne Solange die Unsicherheit noch andauere, könne die Reichsregierung keine Aenderung dulden, erst wenn eine Gewähr für eine dauernd stabile Währung geboten fei, werde fie von sich ans Aenderungen beantragen. Auch der Reichspräsident hat nenerlich in einer Unterredung mit dem Reichskanzler erkennen las- fett, dass er die Lage für genügend geflärt hält, um das Auflösungsdeftet zu unterzeichnen. Der Reichsprästdent ist wie die Reichsregierung der Ueberzeugung, dass die Parteien von ihrem Standpunft nicht mehr abweichen, dass insbesondere die deutschnattonale und die sozialdemokratische Frattion ihre AbändeningS-Anträge hartnäckig austecht erhalten Bevor der Reichstag aber auseinander geht, soll zumindest noch das wichtige GolddiSkontbankgesetz beraten «erden.
Dte Wahlen fcBon Im April?
Berlin. 12. März. (Privattelegramm.) In letzter Stunde ist in der politischen Situation insofern eine Aenderung eingetreten, als die bürgerlichen Parteien einen Antrag vorbereiten, nach dem die Wahlen nun doch noch am Sonnabend den 12. April fiattfindcn sollen. Die Führer aller bürgerlichen Parteien haben fick mit dem Antrag einverstanden erklärt, auch die Fraktionen werden wohl zweifellos zustimmen. Die Sozialdemokraten haben ihre Zustimmung von Bedingungen abhängig gemacht, unter anderem wollen sie, daß die Arbeiter durch den Wahlgang am Sonnabend keinen Lohnausfall haben. In diesem Punkte konnten ihnen von Bürgerlichen, die der Industrie und Landwirtschaft besonders nahestehen, beruhigende Zusicherungen gemacht werden.
Der Boden-Ertrag.
Aufbau durch die Landwirtschaft.
Das Problem, die laadwir1s<vak«liwe« Er. geugitifTe zu vermehren, ist etuä vor wichtig, ften im deutschen Wirtschaftsleben. Die nachstehenden Aiisführungcn sind geeignet, wert- »olle Anregungen auf diesem Gebiet in geben. Die Wiederausrichtung unseres durch den Krieg niidergebeugten Vaterlandes ist zum gro. ßen Teil abhängig von der Stärke unserer Landwirt schäft, die uns die nötige Nahrung schaffen muß. Nun ist eine Krise auf dem Lande hereingebrochen, die mit schwerer Sorge für die Zukunft erfüllt und schon für 1924 einen erheblichen Ernterückgang wahrscheinlich macht. Diesen Gefahren muß man mit aller Energie dc- gegn-m und überhaupt das Verhältnis zwischen Allgemeinheit und Landwirtschaft grundlegend ändern. Daß nur vom Lande her der dauernde Wiederaufstieg Deutschlands möglich ist, das betont Ernst Zander in einer soeben bei Walter de ©ruhtet u. Co. in Berlin erschienenen Schrift „Deutscher Untergang oder Aufbau aus dem Stoben" die aufsehenerregende, der Beachtung werte Feststellungen enthält. Von Industrie und Großhandel erwartet der Verfasser nicht die Mehrerzeugung, die für unsere Wrrt- schaftsbilanz notwendig ist; wohl aber kann sie nach seiner Ansicht durch die Landwirtschaft gebracht werden. „Die Lücke", schreibt er, „kann durch
richtige landwirtschaftliche Bodenpolitik nicht nur ausgesüllt werden, es kann dadurch allmählich sogar Cm wirtschaftlicher Mehrwrr, geschaffen werden, der nach Aufhören der gegnerischen Eingriffe die Steigerung des Blutumlaufes im deutschen Wirtschastskörpvr, die langsame Auffüllung und Rücksaugung der feit 1914 aufgezehrten und der ins Ausland verbrachten volkswirtschaftlichen Vermögenssubstanz, und danach"die Leistung von Reparationen unter erträglichen Lebensbedingungen erlaubt. Der deutsche Acker im heutigen Reichsgebiet brachte vor dem Kriege rund 200 Billionen Kalorien Nahrungsmittel im Wert von 14 Milliarden Gowmark. Eine Steigerung um fiinszig Prozent läßt sich in verhältnismäßig kurzer Zeit erreichen — 7 Milliarden Goldmark. Eine Steigerung um hundert Prozent liegt auf Gninv Heutiger Teilerfolge mit den heute bekannten Mitteln im Bereich der Möglichkeit. Das Ver- trauen in die so erreichbare Festigung der dein- scheu Wirtschaft wird den teilweisen Rückfluß des ausgewanderten Kapitals und durch das wachsende Vertrau en des In- und Auslandes nach Professor Knapp
die beste Währungsdeckimg
bewirken, lieber 5 Millionen Bauern bewirtschaften mehr als der landwirtschaftlichen Fläche meist rückständig, 24000 Großgrundbe- sttzer bebauen knapp ein Vierte? ertragreicher, also ist der Hebel der Intensivierung vor allem bei den bäuerlichen Wirtsckasten anzüsetzen. Tas zur Zeit wichtigste deutsche Grwewe der Nay- rungsmiftelerzeuquna wird vorwiegend in tt\« uen Betrieben ausgÄbt, ohne gewerbliche Schulbildung oder Befähigungsnachweis der Besitzer und ohne die geringste Kontrolle der Allgemein- heit. Die Hebung der Berufsbildung hat auf der Grundlage der Hebung der Allgemeinbildung zn erfolgen: daneben hat ein Grundsteuer- shstem dahin zu wirken, daß der Untauglich« ai'.sfcheidet, der intensiv Wirtschaftende steuerlich verhältnismäßig begünstigt wird. Das Vorbild Dänemarks ist zu beachten, das nach der Niederlage von 1864 seine Kräfte nach Innen kehrte, durch Volkshochschulen, Berufsbildung und Genofsenschasts- wesen einen mustergültigen Bauern- stand sckuf und auf feiner Landwirtschaft eine Aussuhr-Jndustrie aufbaute. Das Gleiche ist in Deutschland möglich." Zander berechnet, dog
eine intensivere Bearbeitung
der 25 Millionen Hektar landwirtschaftlicher Fläche bis zu einem Mehrertrag von 50 Prozw, einen einmaligen Kapitalaufwand von etwa sechs bis acht Milliarden Goldmark für neue Maschinen, Boden- und Wegeverbeckerungen, Düngerfabriken usw. beansprucht; dies Geld iei zur Zeit „die sicherste und rentabelste deutsche Kcchitalsanlage, die produktivste Erwerbs lose :i- sürsorg« und die iragfäbigste Deckung für eine stabile Währung." „Wird der deutsche Boden sachgemäß 5 Zentimeter tiefer gepflügt als bisher, und entsprechend intensiviert," fo sagt er zum Schluß seiner programmatischen Ausführungen, die er durch sein Buch näher erläutert, „so gewinnen wir in Zukunft in unseren verengten Grenzen mehr Boden, als uns das Ver- sailler Dittat nahm; denn der Boden den wir besitzen, ist nicht die Fläche, sondern die Fläche mal wirksamer Tiefe."
Erinnerung an Oberfchleslen. »
Die Heimattreuen Verbände,
Einer Zuschrift des Vorsitzender der Obkw schlesier-Vereinigung, P. ProSa, entnehrnen nur