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Errichtung der deutschen Goldkreditbank
Der Münchner Vrozeß.
Abkürzung der Zeugenvernehmung.
(Privat-Telegromm.)
München, 8. Mär».
Berlin, 8 März.
Tie Panier Havasagentur meldet zu der Stellungnahme der Sachverständigen hinsichtlich der Pläne der Schachtschen Goldkre- ditbank. daß auf einen Einspruch gegen die Pläne Schachts nur deshalb verzichtet sei, weil -s sich um eine provisorische Zwischenlösung handelt und Dr. Schacht ihre Dring- l i ch k e i t für die Aufrechterhaltung der deutschen Wirtschaft nachgewiesen habe. Die Goldnotenbank im Ausland unter alliierter Leitung bleibe unabhängig von der Schachtschen Zwischenbank das Endziel der alliierten Bestrebungen Dr. Schacht habe eingewilligt, daß der Goldvorrat seiner Kreditbank restlos der zukünftigen Notenbank, die in Amsterdam errichtet werden soll, zuge. führt werde. Die Reparationskommisfio« habe apf Einwendungen gegen den Schachtschen Plan verzichtet, aber dieser nicht besonders zugestimmt.
Um Deutschlands Finanzen
Die Goldkreditbank ist gesichert.
(Eigener Drahtbericht.)
Bedrohliches Vorgehen.
Reue Ausschreitungen in den badischen Werken.
(Eigene Drahtmekdung.)
Ludwigshafen, 8. März.
Gestern vormittag sammelte sich wieder eine trotze Menschenmenge vor den Toren der Badi- chcn Anilin- und Sodawerke an. Es gelang der Menge, in die Fabrik einrudringen.
Vorbereitung der Wahlen.
Die Frage des Wahltermins.
(Privat-Telegramm.)
Berlin, 8. März.
Die Notwendigkeit, den Reichstag mit dem Gesetz zur Errichtung der Goldnotenbank und z»r Schaffung drs neuen Goldwert-Zahlungsmittels zu beschäftigen, führt dahin, daß der Reichstag frühestens Ende der nächsten Woche auseinandergehen kann. Damit entscheidet sich auch die Frage des Wahltermins, für den nunmehr aller Voraussicht nach der 11. Mai in Betracht kommt. — In der demokratischen Reichstagsftaktion besteht allerdings die Meinung, man solle den Reichskanzler ersuchen, dem unerfreulichen Schwebezustand alsbald ein Ende zu machen und die Reichstagsneuwahlen mit größter Beschleunigung vorzunehmen. Wenn vor Ostern nur der Palmsonntag (13. Aprils als Wahlsonntag zur Verfügung steht, so wäre eS wünschenswert, daß der Reichskanzler in Besprechungen mit anderen Fraktionen prüft, ob nicht ausnahmsweise der Sonnabend vor Palmsonntag (12. April) als Wahltag in Aussicht genvinmcn werden kann, was allerdings eine Verfaffnngsänderung bedingen würde. Eine Hinausziehung des Wahlkamp- eS über die Karwoche hinaus hält die demokratische Fraktion für durchaus unerwünscht.
Krisenstimmung
Aeberall Gegensätze.
Die Verteidigung im Hitlerprozetz hat sich bereit ervärt. aufeinenTeilder Zeugen zu verzichten,Jofern auch die Staatsanwaltschaft über nebensächliche Vorgänge, die mit der Tatfrage in keinem direkten Zusammenhang stehen, die Zeugenvorladungen zurücknimmt. Die endgültigen Enffchlietzungen haben beide Teile >is zur Vernehmung der Kronzeugen Kahr, Los- ow und Seitzer ausgesetzt. — Wie bei Abgang vicscs Berichtes zuverlässig verlautet,, ist dem Obersten Seitzer vom bayerischen Kabinett mit Mffficht aus seine nock bestehende Beamteneigen- chast nur die beschränkte Aussage im Hitlerprozetz zugestanden worden. Ueber Tatsachen. dir eine Gefährdung der Staatsautorität darstellen, bleibt für Oberst Seitzer das Amtsgeheimnis weiterbestehen.
ein Zeichen gesunden Instinktes, besonders der Ju g e n d, daß sie die alten Werte der Gottesfurcht, der Pflichttreue, der wirklich sozialen, d. h. anti-egoistischen Gesinnung, wieder anfängt zu suchen. Jedem Beobachter des Volkslebens drängt sich diese Taffache auf. Man kann sie verhüllen, man mag sieverwünschen aber man kann sie nicht bestreiten. Gerade in den Städten, besonders den Großstädten, die doch für die Wandlungen des Kulturlebens be- stirmnend sind, zeigt sich diese Erscheinung. Auf dem Lande sieht's noch öde aus. Nun darf man sich bei der Beobachtung und Wertung dieser Tatsache nicht bloß auf bloße Eindrücke und örtliche, dem Gesichtskreis des einzelnen zugängliche Wahrnehmungen verlassen. Der reine Im- prefftonismns genügt da nicht. Wir Ohren darum noch einen nnbestechlicken Zeugen ins Feld, die S t a t i st i k, die Ergebnisse der kirchlichen Betätigung in ihrer Totalität. Sie bestätigt und befestigt die in diesem Artikel gegebenen Urteile durchaus. 1. Der Kirchenhatz erwartete von den Kirchenaustritten zur Religionslosigkeit Gutes, ja wohl gar den Zusammenbruch der Kirche selbst. Die so urteilten, waren schlechte Geschichtskenner. Zeiten äußeren Drucks sind niemals Niederlagen für die Kirchen gewesen, sondern Kraft zufuhr,
oft geradezu eine Reugeburt.
Zu bedauern sind die Verhetzten, denen in Liebe nachzugehen die Kirche nicht müde werden darf Den Kirchen selbst schadet dieser Aderlaß nichts. Es ist eine Blutreiniqung. Was die Kirche verlor an äußerer Zahl, gewann sie an innerer Kraft. Sckon seit Beginn des Jahrhunderts, besonders 1908—09 und 1912—13 setzte diese Bewegung ein. 1919 nach der Staatsum- wälzung ging sie in hohen Wogen. Tie Zahl der Austritte aus der evangelischen Kirche war in ganz Preußen: 1910: 10355, 1919: 150680,. 1920: 196663 — das war der Höhepunkt 1921 fiel di- Zahl auf 112 354 und 1922 aar auf 50 566. Diese Ziffern zeigen, daß die Kirchenaustrittsbeivegung längst ihre Stoßkraft verloren hat. Die Hoffnung ihrer Urheber, die Kirchen zu zertrümmern oder doch ihnen Wunden zu schlagen, die zu hoffnungslosem Siechtum sichren würden, hat sich als Illusion erwiesen, l»ie so manches, was unsere leichtgläubige Zeit geglaubt hat. Eine bemerkenswerte Erscheinung md die
' Rücktritte früher Ausgetretener
zur Kirche. Deren waren 1919 erst 695. 1920: 7311, 1921: 24387. Für 1922 können noch keine Gesamtresnltate gegeben werden. In der Provinz Sachsen betrugen sie allein 4752 und erreichten fast die Ziffer der Austritte mit 5478. 2. In Zeiten wachsender religiöser Gleichgültigkeit ällt die sogenante
die Spannung zwischen der alten und der neuen Regierung verschärft. Inzwischen ist als neuer Kalif der frühere Emir von Mekka, Hussein, erwählt worden. Man wird diese Entwickelung, da die Religion dabei beeinflußt wird, e r n st e r nehmen müssen, als es auf den ersten Blick scheint. So bilden sich überall die Gegensätze heraus, die ein Kennzeichen unserer Verwirrten Gegenwart sind. K. F. v.
Kirche und Religion.
Gottesfurcht und Pflichttreue.
Auf Grund von statistischen Arbeiten stellt Dbertonststorialrat Pros. Dr. Schneider, der Leiter de« «irch.nstatiftische» Amte« de« Svang. Kirchenausschufles, sest, da» die Re. ligivsttät in Deutschland wieder im Wachsen degriffen ist. Er führt darüber aus t Bei Plato, den ein neuerer Kulturhistoriker den vielleicht größten Geist des Altertums qe- uannt hat, finden wir die gelegentliche Bemerkung: «Man kann eher eine Stadt in die Wolken bauen, als ein Volk ohne Religion regieren." Man begreift das jetzt wieder; eben jetzt, wo man gezwungen wird, allerlei phantastische Illusionen zu begraben. Die Kirche, die altmo- vische, kommt wieder zu Ehren. Die Surrogate der Religiosität, die man überall hergenommen hat, wo sie sich nur zu bieten schie- neu, aus der Philosophie, aus der Psychologie, aus der Soziologie, aus der Teosopchie und Anthroposophie — sie munden nicht mehr so recht. Es geht ihnen wie den Kriegssurrogaten. Gegenüber der Echtheit geraten sie in den Winkel, sie werden allmählich unverlangte Ladenhüter. Die Verwüstungen, die der praktische Materialismus int Volksleben angerichtet hat, wiewohl er wissenschaftlich lange schon überwunden war, liegen ja offen zu Tage. Man kann kein Zeitungsblatt in die Hand nehmen, ohne seine üblen Früchte zu spüren. Von der „neuem Moral", die nach der Verheißung des früheren Külturministers Haenisch auf dem Boden der sozialistischen Weltanschauung aufwachsen sollte, spürt man noch immer nichts. Der Glaube an sie ist Wohl eine Illusion gewesen. Neuere Zeitereignisse ergeben das zur Gewißheit. Es ist
Amerika gibt kein Geld.
Washington. 8. März. (Eigene Draht- mekdung.) Im SenatSauSschutz erwiderte Huches auf eine Anfrage deS Senators Lodge, daß Amerika keine Beteiligung an internationalen Krediten für europäische Staaten ieabfichtige. Die Aufgabe der Sachverständigen ei genau dahin umgrenzt, daß sie keine Beteiligung Amerikas an der Kredithilfe für Deutschland in Ausficht zu stellen hätten.
Es ist nun kein Zweifel mehr, datz das Ende des Reichstages nahe ist. Die Gegensätze zwischen der Reichsregierung, die au voller Aufrechterhaltung ihrer Notverordnungen besteht, und den OPPositions Parteien, die eine Aenderung dieser Verordnungen herbeiführen wollen, sind so scharf ausgeprägt, daß keine Ueberbrückung mehr möglich ist. Es kann nur eine Frage von kurzer Dauer sein, wann der Reichstag ausgelöst wird. Auf der Tagesordnung steht noch der Entwurf der Goildkredit- bank mit einigen damit verknüpften Finanz, angelegenheiten, dann sollen die Aenderungs- anträge beraten werden, di« des Parlamentes Schicksal besiegeln. Man gibt sich auf keiner Seite mehr Mühe, den Reichstag am Leben zu erhalten, weil man einsieht, daß ein Parfimrent daS der Regierung die Ermächtigung erteilt, ohne Parlament zu regieren, seine Daseinsberechtigung verloren hatte. Zwar hätte man warten können, bis die Legislaturperiode im Juni abgelaufen wäre, aber eS stehen in Kürze schon wichtige Ausgaben bevor, zu bereit Lösung doch eine vollgültige Volksvertretung erforderlich ist, die in der Lage ist, eine Verantwortung mit zu tragen. Die Verantwottlichkeit liegt heute aber nur auf einer sehr schmalen Grundlage, da dieser Reichstag nicht mehr die wahre Doffsmeinung darstellt. Die Verschiebung der Parteienstärke im deuffchen Volke ist ganz erheblich, da die vielerlei Mißerfolge der verschiedenen Regierungen sowohl in der Innen-, als auch in der Außenpolitik im Verlaufe der Fahre die Anschauungen auseinander getrieben haben _ Nun ist innenpolitisch von Bedeutung, die Währung dauernd zu stabilisieren, sowie die wirtschaftlichen und sozialen Verhältnisse zu regeln. Außenpolitisch tritt der Ablauf der M i eumver tr äge am 15. April in die Erscheinung, die infolge ihrer brül- kenden Bedingungen nicht mehr erneuert werden können. Auch ist es unmöglich, die B e s e t- znngskosten noch länger zu zahlen. Da Frankreich dann vermutlich zu neuen Maßnahmen schreiten wird, ist deutscherseits eine teste Stellungnahme nötig, wobei die Reichsregierung von einem Parlament gestützt werden muß, das den Willen des Volkes richtig zum Ausdruck bringt. Die Festsetzung des Termins der Neuwahl wird deshalb sehr bald erfolgen.
Scharfe Gegensätze sind weiter durch den Münchener Putschvrozetz entstanden. Hatte schon während der siebentätigen Verhand- lunasdauer die Verteidiguna durch ihre Angriffe negen die Staatsanwaltschaft eine bedenkliche Spannung nicht nur im Gerichtssaal, sondern auch im bayrischen Volke verursacht; sie entlud sich plötzlich tote ein krachendes Gewitter infolge einer tendenziösen Aeußeruna eines Verteidigers, Justizrats Kohl. Es war sehr unüberlegt, als er der Staatsanwaltschaft einen „Verhaftungsfimmel" vorwarf und dann noch, als der Erste Staatsanwalt Steng- lein protestierend den Saal verließ, ausrief: „Es gibt noch genug Staatsanwälte." Dieses plumpe Auftreten ffchrte zur Unterbrechung der Verhandlung, da die beiden Staatsanwälte sich mit Recht gegen solche Angriffe toehtten. Beinähe hätte dies zur Folge gehabt, daß der Prozeß überhaupt beim Münchener Volksaericht beende.' worden wäre und dann vor dem Staatsgerickts- hof in Leipzig hätte weitergeflihrt werden müssen Damit hatte der übereifrige Verteidiger seinem Klienten einen schlechten Dienst erwiesen, und so beeilten sich denn auch die anderen Verteidiger, von ihrem Kollegen abzurücken und ihn zu einer Entschuldigung zu veranlassen, die er noch in derselben Sitzung abgab. Da hiermit der Zwischenfall erledigt ist, nimmt daS Verfahren seinen Fottaang in München, aber die Verteidigung bat sich doch in weiten Kreisen manche Svmpathie verscherzt.
Glücklicherweise bestehen nicht nur bei uns Gegensätze, sondern auch im Auslande Während der Meinungskampf zwischen Maodonald und Poinearö nm die deutschen Probleme noch nicht erledigt ist. tritt das Mißtrauen Italiens gegen die französisch-englische Politik immer stärker hervor. Es ist nickt zu verkennen, daß die Italiener aus den wichtigsten europäischen Angelegenheiten verdrängt werden. Das bezieht sich nickt nur auf die Politik Deutschland gegenüber, sondern auch aui das Vorgeben im Mittelmeer und gegenüber Rußland. Italienische Minister beflaaen sich darüber, daß Italien nicht nur nicht gefragt werde, auch könne man beobachten, daß sowohl Frankreich als auch England immer die italienische Politik durchkreuzen. Dagegen ist natürlich Italien machtlos, und die seit langem vorhandenen Unstimmigkeiten unter den Alliierten werden nur noch verschärft. — Ueberraschend ist auch das Vorgehen der T ü r k e n gegen den Kalifen Abdul Med- schid Mit dessen plötzlicher Absetzung ist der innere Streit noch nickt erledigt. Jetzt wird sich die Wirkung erst im Volke geltend machen, und es wird nicht atisbleiben. daß fick auch dort
Französisches Militär säuberte das Werk, worauf die Betriebsanlagen von deutscher Polizei besetzt wurden. Rach den bisher vorliegenden Meldungen sind eine Person getötet, zwei schwer und zwei leichter verletzt. Unter den Verletzten befinden sich auch zwei Polizeibeamte. Am Nachmittag zogen die Demonstranten in Stärke von tausend Mann nach Oppau, wo es ihnen gelang, vorübergehend in das Werk einzudringen. Gapter griffen deutsche Landjäger ein und räumten die Betriebsanlagen. DaS Werk ist nunmehr polizeilich besetzt. Fn Ludwigshafen selb« fauberte französisches Militär die Straße
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3m yamburger Hafen.
Hamburg, 8 März, (Eigene Drahtmeldung.) Bet einer Versammlung der organisierten H a - fenorbeiter die gestern nachmittag abgehalten wurde, stand das Ergebnis der Verhandlungen mit dem Hafenbetriebsverein zur Erörterung. Alle Diskussionsredner befürwotteten die Ablehnung des Schiedsspruches, obwohl die Arbeitgeber weiterhin ziemlich weitgehende Zugeständnisse in der Lohnfrage gemacht hatten. Trotzdem ging die Stimmung der Versannnlung dahin, das neue Angebot abzulehnen. Auffällig war, daß die Zusammenkunft einen stark kommunistischen Einschlag trug. Die Entscheidung wird erst am kommenden Sonntag fallen, an dem die Urabstimmung in der gesamten Arbeiterschaft stattfiadet, ob der Schiedsspruch abgelehnt wird
Die Anieive-Bedingungeir.
Paris, 8. März. (Eigene Drahtmekdung.) Das Ergebnis der Beratungen der Sachverstän- digen-Ausschüffe seit Montag ist der endgültige Beschluß der vollständigen Finanzkontrolle über Deutschland als Voraussetzung der Sanierung. Der Beschluß ist einstimmig gefaßt worden Die Zulassung der Schachtschen Gold- bank wurde nur bedingt ausgesprochen, nachdem Dr. Schacht die Ueberleitung seiner Goldnotenbanl in die große Auslandnoten« b a n k für Deutschland innerhalb sechs Monaten zugestanden hatte. — Der Londoner Daily Telegraph meldet über die Arbeit des Sachverstän- digenausfchuffes, Sondierungen in finanziellen Kreisen hätten die wichtige Taffache ergeben, daß tir die Schaffung einer Goldkreditbank kein Kapital vorhanden wäre, wenn die fiskalische und wirtschaftliche Einheit der besetzten Gebiete und des unbesetzten Deutschlands nicht wiederhergestellt sei, und wenn nicht ede Gefahr, daß sie wieder umgestotzen werde, endgültig beseitigt werde.
Tauf- und Tranziffer, d. h. die Verbältuisziffer, welche angibt, wieviel von den in einem bestimmten Landesteil innerhalb eines Jahres geborenen Kindern getauft, also in die christliche Kirche ausgenommen worden sind: wieviel junge Eheleute nach der bürgerlichen Eheschließung die kirchliche Trauung begehrt haben. In Zeiten religiöser Vertiefung leigt sie ganz automatisch. Diese Zahlen sind ein ziemlich genauer Gradmesser steigenden ober fallenden kirchlichen Sinnes. In ganz Preu-
3m besetzten Sebiet.
Berlin, 8. März. (Privattelegramm.) Noch Informationen aus Koblenz wird die alliierte Rheinlandkommission dem deutschen Antrag, die Vornahme von Reichstagswahlen im besetzten Gebiet zu genehmigen, keinen Widerstand entgegensetzen, sofern keine neue Beunruhigung int besetzten Gebiet bis dahin eintritt und Agitationen gegen die Besatzungsarmee von deutschen Behörden nicht zugelafsen werden.
Die fremde Militärwntrolle.
Deuffchland unter Aufsicht.
(Privat-Telegramm.)
Berlin, 8. März.
Gestern ist die Rote der Botschasterkonferenz über Fortsetzung der Milttärkonirolle in Deutschland in Berlin eingegangen. Das Reichs- kabinett wirb sich auf ben bereits angekündigten Protest beschränken, aber der Durchführung der Militärkontrolle keine Sinbemtffe in den Weg legen. Von deuffchnationaler Seite wird eine Interpellation im Reichstage angekündigt, die von bet Regierung die Verweigerung der ferneren Militärkontrolle verlangt. Wie zuverlässig verlautet, ist die alliierte Mlitärkon- trolle auf unbeschränkte Zeit ausgesprochen. (!)
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Folgen der Derräterei!
London, 8. März. (Privattelegramm.) Die „Times" bestätigen in einem Pariser Telegramm. daß der englische Boffchafter für die Milttärlonttolle ohne Einschränkung gestimmt hat. Der Berickt des Marschalls Foch habe sich auf die authentischen Erflärungen des sächsischen und thüringischen Ministerpräsidenten in ben Landesparlamenten gestützt (!), die das Bestehen geheimer Wafsenvorräte der Reichswehr und der rechtsnationalistischen Orgamsa- tionen bewiesen hätten. (!) Diese Feststellungen eien entscheidend gewesen für die zustimmende galttmg des englischen Botschafters und für Die erlängerung der Militärkontrolle.
Meier Neueste Nachrichten
Kasseler Abendzeitung
Hessische Abendzeitung
Nummer 59.
Einzelnummer 10 Pf., Sonntags 15 Pf.
Sonntag, 9. Marz 1924.
Stnjeigenpretfe: BeschSstSanzeigen Zeile 15 Pfennig, Familien.Anzeigen Zeile 15 Pfennig Anzeigen da» Wort 21/, Pfennig, Reklamen die Zeile 50 Pfennio Offertgebühr fünfen«8 SH Zusendung der Offerten 20 Pfennig), Rechnungsbeträge find inLrW fünf Tagen ,u bezahlen. - Maßgebend ist der Kurs de» Zahlung^tage». Sur di- Richtig.
-rnwr-»-r amgegevenen Anzeigen, ioroi? für Aufnahmedaten und Plätze kann nicht garantiert werden. Für Anzeigen mit besonder» schwierigem Satz hundert Prozent Ausschlag. Druckerei - Schlachthoiftraße 28/30. Geschäftsstelle: Kölnische Straße 5, gegenüber der Spohrstraße. Fernsprecher Nr. 951 und 953.
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