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Meter Neueste Nachrichten

Kasseler Abendzeitung

Hessische Abendzeitung

14. Jahrgang

Nummer 37.

Mittwoch, 13. Februar 1924.

Einzelnummer 10 Pf., Sonntags 15 Pf.

Einzelnummer 10 Pf-, Sonntags 15 Pf.

Sie Staffelet Sieueften Karfirtditer erfcbetnen nrndjentlt* feMmal nadirn ttafli. Der Ldoime. meniSvteir betrat für Vie Zeit vom 11. bis 24. Februar 120 Pfennige bei freier PufieUung ins ©au«, in her Äeschafrsflelle abgeboll 110 Pfennige. «erlag und Redaltion: Seblachtbofstrnb» 28/30. Fernsprecher Nummer 951 und 952. Für unverlangt eingesandte Beiträge kann die Redaktion eine teerantroortuna oder Dernähr in keinem Falle übernehmen. Rückzahlung des Bezugsgeldes oder Ansprüche wegen etwaiger nicht ordnüngSmätziger Lieferung ist ausgeschlossen. Postscheck, konlo Frankfurt a M. Nummer 6380.

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Schmmgkckeu um die Sleuemolverordlmng.

Die sichere Mark.

Vergebliche französische Manöver.

In den letzten Tagen hatten weite Steife des deutschen Volkes eine gewiffe Erschütterung ihres ..Stabilisierungsgefühls" zu verzeichnen, die durch die erneute, einigermaßen unerwartet ge­kommene Spannung auf dem Devisenmarkt hervorgerusen wurde. Die Devisenanfoiderun- oen hatten ftd> an der Börse derart verstärkt, daß die Reichsbank wieder zu den schärfsten Repar­tierungen, bis zu zwei Prozent herunter ihre Zu­flucht nehmen mußte, und im Zusammenhang damit gingen die Markmeldungen aus Ncwyork -eitweise bis auf fünf Billionen Papie rmnrk für den Dollar, was gegenüber dem amtlichen Kurs von 4,2 Billionen immerhin eine starke Spanne bedeutet. Wozu freilich zu bemerken ist, daß den Marknotierungen im Ausland über­haupt nur eine verschwindend geringe Be­deutung beizumeffen ist, da sie im wesent­lichen nominell sind und die Mark effektiv nur noch ganz wenig gehandelt wird. Aber auch die hohen Devisen-Forderungen in Deutschland sind überwiegen- nur als nominell anzusehen, da die Konzertzeichnungen wieder in Blüte stehen. In der Gewißheit, daß nur au: einen Teil der Devisen bei der Zuteilung zu rechnen ist, wild .vorsorglich" dementsprechend mehr verlangt. Was freilich einen groben Unfug darstellt: denn laut Vorschrift dürfen die Banken Aufträge für Devisenkäufe nur annehmen, wenn die Auftraggeber über den vollen Gegenwert der .Kaufsumme als Guthaben verfügen. Bei der Nachprüfung durch die Banken hat sich nun berausgestellt, daß dies keineswegs durchweg der Fall war, und es ist dringen- notwendig, daß gegen ein derartiges, Die Stabilität der Wäh­rung gefährdendes Verfahren mit schärfsten Maßnahmen vorgegangen wird. Es wird ja neuerdings so viel notverordnet, da bietet sich hier eine günstige Gelegenheit!

Es kann freilich an sich nicht bestritten wer­den, daß die verstärkten Devisenforderungen zmn Teil dem wirklichen Bedarf entsprechen, da ein­zelne Industrien, wie beispielsweise die Tex­til- und Lederindustrie, infolge flotten Absatzes einen größeren Bedarf an Roh- stoffeinkäusen haben. Auf der anderen Seite aber wirkt auch die zunehmende Einfuhr an Luxuswaren mit, wie sie neuerdings feft- zustcllen ist, und hier wären einsckneidenLe Maß­nahmen dringend am Platze. Es ist wirklich nicht nötig, daß der deutsche Markt mit französi­schen Riechwässern oder Südfrüchten über­schwemmt wird. Zur gebotenen Sparsamkeits- metbode gehört ja doch, wie von Regierungsseite feierlich versichert worden ist, auch die Einfuhr­kontrolle. Aber es ist nicht nur die verstärkte, zum Teil illegale Devisennachfrage, sondern es liegen hier zweifellos Spekulationsmanöver und Machenschaften mit politischem Untergrund vor. Einmal scheint in Deutschland wieder die Baisse­partei auf den Plan getreten zu sein, d:e üble Schicht jener Jnffationsgowinnler, denen die Stabilisierung der Mark ihren unlauteren Ne­benerwerb genommen bat. Hier wäre eS Sache der Reichsbank, durch scharfes Zugreifen diesen Elementen das Geschäft zu verderben.

In erster Reihe scheint aber der Vorstoß gegen die Mark diesmal vom Auslände ausgegan­gen zu fein, und zwar vor allem von Frank­reich. In den führenden Bankkreisen sieht man als die Hauptursache des zeitweisen Markrück- gangs französische Markverkäufe an, die mit den aus den besetzten Gebieten kommenden verstärkten Devisenanforderungen im Zusammenhang zu stehen scheinen. Um in diese Zusammenhänge bineinzuleuchten, ist -enn auch seitens des Devisenkommiffars und der Reichs­bank eine Untersuchung beschlossen worden. Hand in Hand mit diesen Markverkänfen stehen offenbar die ans dem Ausland verbreiteten tendenziösen Meldungen über ein angebliches Scheitern der Verhandlungen der Sackvefftän- digen-Ausschstsse, die durch die amtliche Deröf- sentlichnng über die Verhältnismäßig günstigen Ergebnisse, vor allem die nahe bevorstehende Einigung über die Goldnotenbank, als Lügen­meldungen gekennzeichnet werden. Unterdessen hat sich ja auch die M a r k im Auslande wieder kräftig erholt, während bemerkenswerterweise der Frank erneut gefallen ist. Das eng- tische Pfund und der amerikanische Dollar stehen in Paris höher als an dem schwarzen Tage des 14. JagMr. Tie lärmende Auseinandersetzung In der Kammer wirkt immer noch nach. Wenn auch PoincarS, da er den nationalen Block hin­ter sich hat, im Amte bleibt, so hat doch das rücksichtslose Auftreten her Opposition der Lin­ken sein Ansehen sehr vermindert

Der .Jntransigeant" schreibt sogar, daß die wichtigsten Interessen auf dem Spiele ständen, da es möglich sei, daß die Ruhrbesetzung durch weitere Kammerdebatten doch noch zu Fall kom­men könnte. Die innerpolitische Lage Frank­reichs ist also kritisch und die Beurteilung im AnÄande ist schlecht. Daher sinkt her Frank. Um riese Tatsache zu vertuschen, wird von den Fran- wfen das Manöver gegen die deutsche Mark un­

ternommen. In der Tat liegen aber keinerlei Gründe für die Besorgnis vor, daß ein Durch­bruch der Stabilisierung erfolgen könnte, da sich einmal die R e i ch s f i n a n z e n in stetiger Bes­serung befinden, so daß nicht einmal die Papiermark bedroht ist. Don einer In­flation der Rentenmark kann aber überhaupt nickt die Rede sein, da diese mit hinreichen­der Deckung auf der Grundlage von Feingold so fundiert ist- daß an ihrer Stabilität bis zu der auf Grund des Gutachtens der Sachverständiqen- ausfchüsse zu erwartenden Gründung der G o l d- notcnbank füglich nicht zu zweffcln ist.

(Regierung und Parlament.

Neue innerpolitische Schwierigkeiten.

1 (Eigener Drahtbericht.)

Berlin, 12. Februar.

Die Berliner Morgenblätter sprechen in ihren heutigen Leitartikeln von Unstimmigkeiten zwischen Parlament und Regierung. Einige erklären, daß ein Schwanken zwischen Kompromiß und Krise vorhanden sei. Bei den Beratungen, die gestern im Unterausschntz des Fünfzehnerausschusses stattfanden, wurde die Borerledigung der dritten Steuernotvcrordnung noch immer nicht herbeiMführt. Es ließ sich je- doch erkennen, so schreibt der Lokalanzeiger, welche Schwierigkeiten die parlamen­tarische Lage einem Wiederzusammentritt des Reichstages bieten wird. In dem genannten Unterausschuß sind die Parteien durch alle ihre führenden Persönlichkeiten vertreten, so daß sich dort leicht eine Gelegenheit zur Erörterung der politischen Gesamtlage bietet.

Steuernowerorbnung und 2Tuftt>trhing.

Berlin, 12. Februar. (Eigener Drahtbe­richt.) Das Schicksal der dritten Steuer­notverordnung wird in den nächsten Ta­gen auf dem Wege des Kompromisses wahrschein­lich in der Weise entschieden werden, daß der erste Teil, der die Auswertung betrifft he raus genommen und auf den Weg der Gesetzgebung verwiesen werden wird, während der übrige Teil durch Verordnung zur Erledi­gung kommt. Die Erledigung der dritten Steuer- Notverordnung wird jedoch tzium ausreichen, um eine politisch klare Lage zu schäfte». Wie man aus parlamentarischen Kreisen hört, ist die Lage, die sich zwischen Reichstag und Reichsregierung herausgebildet hat, außerordentlich kritisch. Man hält es für ausgeschlossen, daß die Regie­rung angesichts der Fülle dringender Aufgaben, die ihr noch bevorstehcn. ohne Ermächtigungs­gesetz arbeiten kann. Es scheint also, so wird von anderer Stelle gesagt, daß Abstchten vorhan den find, das Ermächtigungsgesetz nicht ablaufen zu lassen, sondern zu verlängern.

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Ermächtigungsgesetz und Neichstagowavl.

Berlin, 12. Februar. (Eigener Drahtbe­richt.) Wie weiter in politischen Kreisen ver­lautet, hält man es innerhalb der politischen Parteien angesichts der bevorstehenden Wahlen nicht für angängig, der Regierung abermals durch das Ermächtigungsgesetz eine Blanko- Vollmacht ausznstellen, doch kann sich an dieser Auffassung noch mancherlei ändern. Wenn man berücksichtigt, daß in der Frage deS AnSnahme- zustandes und des Ermächtigungsgesetzes Streit­punkte von ziemlich einschneidender Bedeutung »orliegen, so gewinnt die Wahrscheinlichkeit immer mehr an Boden, daß ein glattes Ar- beiten zwischen diesem Reichstag und der Re­gierung nicht zu erwarten ist. Darans folgerte man gefönt in den Wandelgängen des Reichstages, daß voraussichtlich der Termin der Neuwahl des Reichstages über den bisher genannten Zeitpunkt noch einmal h i n a u s g e - zögert werden wird »md daß zweitens die Wahrscheinlichkeft besteht, daß der Vorschlag zur Wahlreform von der Regierung nicht ernstlich znr Berabschiednng vorberettet werde.

Die selbständigeReichöbahn.

Kabinetts- und Parlamentsberatung.

(Eigener Drahtbericht.)

Berlin, 12. Februar.

Ein wichtiger Punkt der poliischen Erörterun­gen ist die Selbständigkeit der deutschen Reichsbahn. Im Fünfzehnerausschutz wur­de gestern der Verordnungsentwurf über die Schaffung eines UnternehmensDeutsche Reichs­bahn" beraten. Der Reichsverkehrsminiför führ­te zur Begründung aus, daß nach der Mitte November 1923 angelegten Neugestaltung der Finanzwittschast des Reiches grundsätzliche Z u-

s ch ü s f e für die Reichsbahn nicht mehr ge­stattet werden. Damit wäre die deuftche Reichs­bahn taffächlich finanziell auf sich ge- stellt. Diesen tatsärUichen Verhältnissen urü-s- fen nun die Reichsanlagen angepasst werden. Erste Voraussetzung einer wirtschaftlichen Höchst­leistung sei die Schaffung eines selbständigen Unternehmens. Erst ein selbständiges Unter­nehmen werde das volle Vertrauen der Oef- sentlichkeit finden, das zur Aufnahme eigener Kredite nötig sei. Durch solche Kredite an den Geldmarkt heranzutreten werde jetzt für die Deutsche Reichsbahn dringlich. Andererseits ver­kenne man nicht die Schwierigkeiten, in diesem Augenblicke solche Kredite zu verlangen. In der Aussprache wurde von der Regierung die Zu- sichernng gegeben, daß die Notverord­nung nu eine vroviso rische Lötung darstelle und daß spätestens bi8 1. April 1924 eine end­gültige Gesetzesvorlage dem Reichstag vorgelegt oder veröffentlicht werde.

Wirtschafts-Gutachten.

Tie deuffchen Bettreter vor den Sachverständigen (Eigene Drahtmeldung.1

Berlin, 12. Februar.

Bor dem ersten Sachverstand igenaus- schutz, den der amerikanische General Dawes leitet, ist gestern der erfte Vorsitzende des Reichs­ausschusses der deuffchen Landwittschast, Frei­herr von W a n g e n h e i m, erschienen. Er legte ausführlich die finanzielle Lage der Landwirt­schaft dar und füheie aus, daß die Kreditfähig­keit der deutschen Landwittschast durch die un­geheure Steuerlasten, das enorm erhöhte Risiko der Betttebe und der sinkenden Rein- erträgnisse die Schwierigkeiten der Kreditbeschaf- fimg außerordentlich erhöht haben. Hinzu komme noch die völlige B e ra r m u n g des Mittelstan­des, der nicht mehr in der Lage ist Pfandbriefe zu kaufen. Weiter wurde der GewerkschafiSfüb- ret Grossmann gehört. Für heute ist als Vertreter der Industrie Herr von Siemens und als Vertreter der Banken Bankier von Mendels­sohn vor den Ausschuß geladen worden.

Der Desetzungöschrecken.

Immer neue Geld- und Sachwettsorderungen.

(Eigener Drahtbericht.)

Berlin, 12. Februar.

Dem Reichsfinanzminister sind aus dem be­setzten Gebitt Neuanforderungen von Reichszufchüssen für das 2. Vierteljahr in Höhe von fast 100 Millionen Goldmark zugegangen. Tie Besatzungsbehörde sordett bis 1. Juli die Errichtung von vier Exerzierplätzen und dreizehn Schiessplätzen, ferner den Umbau von acht Kaser- nen und die Anlage von Munitionslagern in Röhe der Kasernen. Anzeichen einer bevor­stehenden Räumung deS Ruhrgebitts liegen lei­der n i ch t vor, von einem Beschluss der Sachver­ständigen, die Räumung deS Ruhrgebietes als Vorbedingung der Reparationslösung zu er­klären, weiss man an amtlicher Stelle nichts.

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Ulusprefsung bis 1930 i

Paris. 12. Februar. (Eigene Drahtmekdung.^ Das Journal meldet: Der Finanzminister de Lasteyrie hielt am Sonntag in der belgischen Handelskammer in Vertretung des erkrankten Ministerpräsidenten eine Ansprache, die die Aus­beutung des Ruhrreviers bis 1930 alS unerschüt­terlichen gemeinsamen Willen Frankreichs und Belgiens ernstlich und nachdrücklich verkündete.

Begnadigte 3tu6roerurteilte.

Paris, 12. Februar. (Privattslsgvamm.) DemMatin" zufolge hat der Präsident der Re­publik am 9. Februar weitere vierzehn Ruhr- veruttefftc aus besonderen Gründen begnadigt.

Llm Ruhr und Rhein.

Fimmzuot und Außenpolitik.

(Pttvat-Telegramm.)

Berlin, 12. Februar.

Der Schritt der Vertreter des Ruhr- und Rheingebietes in Berlin nach Fortzahlung der $efa#unö5toften über den 1. Marz hinaus wird in pÄitischen Kreisen Berlins eingehend erörtert. Das Präsidium der R en t e n b a n k hat durch Exzellen, Singe am 8. Februar seine dringende Warnung vor einer weiteren Bezahlung der Besatzungskosten aus anderen Mitteln als direk­ten Stcuereingängen wiederholt. Auch im Ka­binett ist keine Mehrheit für die von Dr. Strese- mann aus autzenpolitftchen Gründen ge­stellten Forderung bisher vorhanden. Das un­erwartete Eingreifen der Vertreter der besetzten Gebiete ist auf Veranlassung des Außenministers zurückzuführen, der seinen Plan eine- Verstau digung mit Frankreich durch die Haltung des Ka­binetts für ernstlich gefährdet anficht.

Der Luftschiffbau.

Ei« Zeppelin für Amerika.

9er auf ber Friedrichshafener Lnftschiffwerst gebaute Zoppeitnrreuzee für Amerika, ber eine Länge von zweihundert Metern hat, ist jetzt zur Ablieferung bereit. Darüber wird berichtet» Der Bau des Zeppclinkreuzers für Amerika kaun als beendet betrachtet werden; die völlige Fertigstellung aller Einrichtungen und Einbau- tcn dauert noch etwa bis März. Dann begin­nen die Werkstattfahrten. Die Form des Kreu­zers ist diejenige der letzten (neuen) Z.-Luftschif- fe: Walfisch- oder Torpedoform, die als Frucht reicher Erfahrungen erstmals bei ,L. Z. 62* <Marineluftschiff2. 30", Baujahr 1916) zur Durchführung kam und seither aber­mals und weiter verbessert beibchalten wurde. Die Gesamtlänge des Amerika-Zeppesin- Luftschifes beträgt 200 Meter, der größte Durch- inesier (etwa im ersten Dttttel) 27,64 Meter, der Rauminhalt in 13 Gaszellen 70000 Kubikmeter. Damit verfügt der Kreuzer über einen Austrieb von 81300 Kilo, wovon das Eigengewicht 41300 Kilo abgeht, sodaß eine wirklich ausnützbare Tragfähigkeit von 41000 Kilo besieht.

Vorhanden sind sechs Gondeln.

Eine vordere große Gondel als Führerraum und Fahrgastranm (beide Räume getrennt); diese Gondel ist nach dem Stande der Wiffen- schaf schallsicher gegen die Geräusche der Motor- gondeln und der Propeller gebaut. Dann fünf 'Motifrgoudeln, je zwei an jeder Seite des Tragkörpcrs und die fünfte unterhalb des Hecks. Zeder der Motoren (zwölfzyKndrtge Maybach-Motoren) entwickelt 400 PA, gesamt also 2000 PS. Die Geschwindigkeit be­trägt nach den Berechnungen etwa 110 Kilo­meter in der Stunde. Ein Schwesterschiff oder ein Schiff mit gleichen Dimensionen, Einrich­tungen oder Stärke hat dieses Schiff bisher nicht, da es für ganz bestimmte Zwecke und Aufgaben bestimmt ist. Daher seien der Charak- leristik dieser denffchen Zippelinschiffe für Ame­rika die nennenswertesten Größen«, Stätte- usw. Verhltnissc des größten Zeppelinlustschiffes ge­genübergestellt, oas während des Krieges in deuffchen Diensten stand. DaS Lustschiff L. Z. 104 (Marinelustschiff L 59 vom Jahre 1917) hatte eine Länge von 226,5 Mtter, einen größ­ten Durchmesser von 23.9 Meter, einen Raum­inhalt von 68500 Knbikrnetr, eine ausnützbare Tragfähigkeit von 52 000 Kilo, verfügte über fünf Motoren von je 260 PS. gleich 1300 PS. und entwickelte eine Geschwindigkeit von 103 Kilometer die Stunde. Dieses Schiff war das­jenige. das die klassische Fahrt nach Afrika er­ledigte und ohne zu landen wieder zurücksuhr. Fahrtdauer über hundert Stunden: dabei war das Schiff nicht für eine so lange Fahrt in den Tropen gebaut. Aus dieser Gegenüberstellung ist ersichtlich einesteils die abweichende Bauart für den

besonderen Zweck bcS Amerikaschiffes, andernteils der Fortschritt, der auf einzelnen Gebieten zu verzeichnen ist. Hervorgehoben sei­en auch folgende Tatfachen: Rach den Erfahren, die die Fahrt des Luftschiffes L. 59 nach Afrika erbrachte, wurde auf Grund diefer Er­fahrungen ein neuer Z.-Typ konstruiert und er­beut mit einem Rauminhalt von 62 500 Ku­bikmeter: Es waren dies die Lustkrenzer L. Z. 113 und L. Z. 114, die als Marinelustschiffe L. 71 und 72 an der Front in Dienst gestellt wurden: beide hatten sechs Motoren zu je 260 PS. Bevor sich dieser Ttzv aber bewähren konn­te, trat das Ende des Krieges ein. Mit diesen beiden Luftfckiffen L. 71 und L. 72 siebt der neue Amettkakreuzer in Verwandtschaft; er weist also die letzten und besten Vorzüge und Verbesserungen auf, die im Ernstfälle gesammelt wurden. Darüber hinaus aber noch die Ver­stärkung der Motoren von 260 auf 400 PS. In der Tat: Amettka wird mit diesem Luftschiff das modernste und beste Luftfahrzeug der Welt besitzen: ein deuffches Luftfahr­zeug. wie es Deutschland nickt erlaubt ist, für ich selber herzustellen. Bei dem Amerikakreuzer ist We Gondelanordnung genau dieselbe wie btt den

letzten deuffchen Neubauten, und die Einteilnnaen und Einrichtungen ha« den sich noch wesentlich verbessett. Der Fübrer- raum der vorderen Gondel umschließt alle Ein- richtunaen, Gegenstände und Instrumente, die zur Führung des Luftschiffes nötig sind. Der Fahrgastranm dieser Gondel aber bietet bequemen Sitz- und Bewegungsraum für zwanzig Personen, nmfckließt alle nöti­gen Nebenräume, wie Küche mit warmem und kaltem Wasser Wasckraum und Wasserklofett 'ist Damen- und Herren getrennt und andere Annehmlichkeiten mehr. Die sonstigen Räume (eine Kammer für den Sckifsskom- mandanten, zwei Kammern für die Schiffsofsi- stere, sechs Kammern für die Mannschaften, Waschrämne und Abort) besinden sich imSchiffs- innern. Hier befinden fick auck die Lagerräu-