Kasseler Neueste tachrichtm
Kasseler Abendzeitung
Hessische Abendzeitung
Nummer 35
Sonntag, 10. Februar 1924,
Einzelnummer 10 Pf^ Sonntags 15 Pf.
VarlMentsklmdgebung gegen Vomcare
Sine englische Anregung
een in grausamer Meise spüren taffen, so zeigt
kehrt und mit einer Ovation seiner Mehrheit empfangen worden. Die Havas-Agentur hielt es aber für notwendig, sofort eine offiziöse Mitteilung auSzugeben. in der festgestellt wird, daß die Person PoincareS bei dem Tmuutt in der Kammer überhaupt nickt in Frage gekommen wäre, und daß der Ministerpräsident die Sitzung nur deshalb verlassen habe, weil gegen seinen ausdrücklichen Wunsch von der mangelhaften militärischen Vorbereitung im Jahre 1913 gesprochen worden sei. Die Gerüchte für die Demission entsprechen nicht der Wahrheit Dieses Dementi beweist in jedem Falle, datz der Eindruck des Vorganges so start gerne« en sein mutz, um ein Dementi herauszugcben.
Deutschlands in den Völkerbund durch einen entsprechenden Beschluß der Reichsregie- rung vorznbereiten. Die Besprechung des englischen Botschaftsrats im Berliner Auswärtigen Amt galt auch der Pfalzfrage und der sechsundzwanzigprozentigen Abgabe.
msschte von der europäischen Zersetzung ergriff-': worden sind, die sie nur durch eine fifit stimme
NlkinungnouStausch mit Frankreich.
Berlin, 9. Februar. (Privattelearamm 1 Wie wir erfahren, ist Botschafter von Harsch im Besitz der deittschen Antwortnote, die den Meinungsaustausch mit Frankreich fortsetzt. Herr von Harsch wird sie. mit der ließet- reichung seines Beglaubigungsschreibens, in Pa- ris Anfang kommender Woche übergeben.
nungsprozedur ablehnen wird, wenn ihm diese überhaupt vor den Wahlen unterbreitet wird.
Gegnerschaft im Senat.
Paris, 9. Februar. Die Presse hält eS für immer wahrscheinlicher, daß das Kabinett PoinearL. wenn auch nicht vor der Kammer, so doch vor dem Senat »u Fall kommen wird. Die „Aetion Francaise" schreibt unter der Ueberschrist „T'txn Sturz entgegen". Poin« eare trage dazu durch seine Nervosität bei, die keineswegs gerechffertigt fei. ,Zo«nöe Industrielle" meint: „Wir wissen alle, datz eS sich darum handelt, ob Poincar« gestürzt werden wird oder nickt. Die Aufrechterhaltung oder der Sturz PoincareS ist von einer Wichtigkeit, die die Frage des Bölkersriedens übersteigt." Das „Echo Rational« führt aus: „Der Selbst-
Mendung vermeiden können. Hoffentlich wird der von Lloyd George angekündigte Aussatz zur Klärung aller Fragen beitragen und dem F r i e d e n in Europa förderlich sein. K. F. D.
Ein (Streit um Voincnrv.
Erregung in der französischen Kammer.
(Eigene Drahtmeldung.i
Paris, 9. Februar.
Die französische Kammer hatte gestern eine Sensation. Während einer lärmenden Debatte hatte Poineare den Saal verlas- s e n und man glaubte gehört zu haben, datz er zurücktreten wolle. Während die Nachricht nach allen Himmelsgegenden telephoniert und telegraphiert wurde, war aber bereits der Wi- derspruch da. Der Ministerpräsident war, als er hörte, daß von seiner Demission gesprochen wurde, wieder aus seinen Platz zurückge-
$« Saffeler Sieueften Äad>rt»ten erftieintn ron»entlt* te*«mal na*m ttaßS. Der iloonne. mentSvre!« bette.gt für Me Bett Dom 11. bi« 24. Februar 120 Pfennige bet tretet SttfteUunj tn8 Sau?, tu bet Ee'chan«steUe abgehalt 110 Pfeinige. — «erlag und Btcbaitton: L-chlachtboMraße 28/30. — Fernsprecher Nummer 951 und 952. — Rur unverlangt eingefanbte Beiträge tann bte NedaMon eine <erantitortu»g ober Aewähr in tetnem Falle übernehmen. — Rückzahlung des BezugbgelbeS ober Ansprüche n>*e«n «tmatger nicht ordnungsmäßiger Lieferung ist ausgeschlossen. — Postscheck- tonto Frankfurt a M. Nummer 6380.
Stollen und Rußland.
Der Vertrag ist endgültig unterzeichnet.
Paris, 8. Februar.
Wie auS Rom gemeldet wird, ist der tta» lienisch-russische Vertrag gestern abend im vor- tigen Außenministerium unterzeichnet war- >en, nachdem kurz vorher dahingehende Jn- trukttonen aus Moskau eingetroffen waren. Die letzte» Bedenken wurden durch eine
Einzelnummer 10 Pf„ Sonntags 15 Pf. 14. JohkgkMK
Dom Ausland abhängig.
Die Sachverständigen über die deuffche Goldbank (Eigene Drahtmeldung.)
London, 9. Februar.
MarKenna, der Vorsitzende des zweiten Sach- verständigenauSschnffes der Reparationskommis- ston, ist vorgestern abend in London eingetroffen. Er hatte bereits im Laufe des gestrigen Nachmittags Verhandlungen mit einigen bedeutenden Finanzleuten der Londoner City. — Der Pariser „TempS" gibt aus Schachts Bericht an den Sachverstündigenausschntz die Punkte wieder, daß die deutsche Regierung die I n - ternationalität der deutschen Goldnotenbank annehmen wolle, die Verlegung deö Sitzes der Goldbane in das Ausland aber ablehnen müsse. Dr. Schacht habe ferner die Zustimmung zur Beschlagnahme der etwa 4% Milliarde« Goldmark betragenden deutschen Auslandskapitalien — soweit sie verstecktes Kapital seien — für Reparationszwecke unter gewissem Vorbehalt ausgesprochen.
Bewegung. Ebenso Vie Politik her Engländer. Die Franzosen jedoch geben dem Dr. Dorten vollen Beistand und Unterstützung• Weiter berichtet Allen, wie die Franzosen, hauptsächlich General Mangin, Marschall F o ch und General -Degoutte immer wieder bemüht waren, die Rheinlande loszutrennen. Sie kämpften für den alten napoleonischen Plan, Deutschland in kleine Staaten zu zerstückeln. Am 1. Dezember 1921 schrieb Allen: „Wer hätte gedacht, als wir an den Rhein zogen, daß wir schließlich als Schützer unseres gemeinsamen Feindes (Deutschland) austreten müßten gegen den alten Freund (Frankreich)."
Neben diesen wichtigen Dokumenten steht als dritte „Enthüllung" eine Schilderung des ehe- ntriügen russischen Kriegsministers Suchomli» n o w, wie der Weltkrieg ausbrach. Er gibt in seinen Erinnerungen einen Bericht über bte entscheidende Kronratssitzung vom 26. Juli 1914 in Krasnoje Sselo, wo der Außenminister Sasonow den Streit zwischen Oesterreich-Ungarn und Serbien so darftellte, daß Rußland eingreifen müsse. Der Zar war vor der Sit- zung von seinem Oheim, dem Großfürsten Nikolai Nikolajewitsch so beeinflußt worden, daß er allem zustimmte, „besonders, da Sasonows Mitteilungen über Frankreichs und Eng. lands Stellungnahme derart waren, daß für das russische Heer keine Veranlassung zum Kleinmut vorlag". Danach erfolgte die KriegSvorbe- reitnng gegen Oesterreich-Unaarn und Deutsche land". DieS bestätigt, wie das Kesseltreiben durchgefichrt wurde. Haben die Rachkrlegsjahre ims baS1 Ergebnis der Vernichtungsbestrebun-
Uruch Italien erwartet Sen Stur». '
Rom, 9. Februar. Eine ganze Anzahl italienischer Blätter beschädigt sich mit der inner* politischen Lage Frankreichs und neigt der An- icht zu, daß, nachdem die sranzösijchen Lmkspar-
Anzeigeupreise: Seschöftllmzeigen firile 15 Pfennig, FamlUen-Anz-sgeu Zelle 10 Psennig. Kleine Anzeigen in 4 Wort 2*/, Pfennig, Reklamen bte Zelle 50 Plennia, Ostertgebühr 10 Pfennig (bet fiufenbung bet Offerten 20 Pfennig), 'Rechnungsbeträge find innerhalb fünf Tagen ju bezahlen. — Maßgebend ist ber Kars be« Zahlung!tage«, stur bie Richtig, kett aller durch ernivreLer oufgeqeoenen Anzeigen, oroie für Aufnahmebaten unb Pläne kann nicht garantiert werben, stür Anzeigen mit befonberS schwierigem Satz hundert Prozent Ausschlag. Druckerei r Schlachthofftraße 28/30. Geschäftsstelle Kölnische Straße 5, gegenüber ber Spohrstratze. Fernsprecher Nr. 951 unb 952.
den Wasserstand regeln
> kaust? Vielleicht kann eine leicht zu haudhadeu- de Stauvorrichtlmg am linken Pfeiler anstelle des Fischstaffes angebracht werden, die es er* möglicht, genügend Wasser abzulassen, ohne die Walzen zu heben. In früheren diesdezüylichen Eingaben und Berichten, zuletzt am 10. Januar 1924, gelegentlich der Besprechung mH dem Vor- stand des Wasserbauamts 1, machte der Vorstand von „Ostend" auf die möglichen Gefahren der Eisverstopfung aufmerffam. Im Laufe des Monats Januar 1924 sind an verschiedenen Tagen Eisver st o Pfungen eingetreten, die teilweise einen beträchtlichen Charakter an nahmen. Die Eingabe macht darauf aufmerksam, datz bei solcher Gelegenheit unabsehbarer Schaden für die anliegenden Stadtteile entstehen und daß auch weiter die ganze Wehranlage hierbei in Gefahr kommen kann. Nach dem Erachten der Einaabe muß hierbei der Schleusemneifter be-i rechtigt und verpflichtet sein, ohne Rücksicht auf den Betriebsplan zu nehmen, die Walzen nach 'einem eigenen Ermessen zu jeder Zelt heraus-। nehmen zu können. Zu Dieser Zeit, d. h. bei Hochwasser und vor allen Dingen bei Eisgang, müßten d-m Schleinenmeister mindestens eine oder mehrere Hilfskräfte beigegeben werden. Der geringste Unfall, der den Schleusenmeister bei solch einer Gelegenheit abhält — auch nur für kurze Zett —, seine Verpflichtung nicht erffißen zu können, kann die größte Gefahr herbeifiihren.
Die alten Eisbrecher
in ber Fulda haben bei dem EiSgange verur« sacht, daß sich an diesen zusammenhängende, gro- ze Eisdlöcke bildeten, die bann dem Druck des Wassers nachgebend, in großen Eisbergen ab* gingen. Es ist nicht ausgeschlossen, und wohl sehr gitt möglich, daß diese Eisblöcke so groß werden können, daß sie ebenfalls das Walzenwehr bei hochgezogenen Walzen verstopfen, und „Ostend" weist wiederholt darauf hin, daß die Entfernung der alten Eisbrecher ein dringendes Bedürfnis ist. Dor allen Din-
„ßntWungen."
Lloyd George. — Allen. — Suchomlinotv.
teien ihre Angriffe gegen Poincarö immer mehr verschärfen und nun auch Anhänger der Mittel- Parteien sich von ihm abzuwenden beginnen, mit dem Sturze Poinearös und daß danach mit einer Verschärfung oder vollständigen Aende- rung der französischen Politik Deutschland gegenüber zu rechnen sei.
mord geht fort. Die Kammer hat zwar zu den Verordnungsgesetzen „Ja" gesagt, man muß aber mit einem „Rein" rechnen " Rach dem „Oeuvre" ist es wahrscheinlich, daß der Senat die Berord-
Zwischen Frankreich und England.
P a r i S, S. Februar. (Eigene Drahtmeldung.) Die Verhandlnngen zwischen Frankreich und Engla'nd über die Separatisten in der Pfalz nehmen, wie an unterrichteter Stelle versichern wird, ihren Fortgang. Den letzten Nachrichten zufolge zeigt sich die englische Regierung geneigt, von ihrem Verlangen, drei Punkte dem Haager Schiedsgericht vorzulegen, abzuaehen. Demnach bleibt nichts übrig als die Wahl zwischen einer Schlichtung durch den Bölkerbund oder einer Einigung zwischen England und Frankreich. Die letztgenannte Lösung gilt als die wahrscheinliche.
Ilm Me Arbeitszeit.
Strrikdrohung der Arbeiter für März.
(Privat-Telegramm.)
Breslau, 9. Februar.
Die schlesischen Industrien find dazu übergegangen, in den Betrieben, die den Zehn- ftzmdentag noch nicht eingeführt haben, die Verlängerung der Arbeitszeit zu fordern. Nach Meldungen aus Waldenburg haben die Arbeiter die Mehrarbeit abgelehnt. In der gestrigen Betriebsrätetagung in Waldenburg sagte Betriebsrat Hundt, daß in Deutschland alle Vorbereitungen getroffen seien, um spätestens Mitte März den Generalav- wehrk-mpfdetz Proletariats gegen die neue ArbeitSzettveMULeruna aufzunehmea.
Die internationale „hohe" Politik hat intimer einen bitteren Beigeschmack, weil die Intrigen von üblen Folgen begleitet sind. Es besteht ein ewiger Kampf zwischen der Diplomatie der verschiedenen Nationen, der im Frieden nur dadurch für bie Oefsentlichkeit unbemerkbar ist, daß er im Geheimen geführt wird. Aber dieser Kampf- zuftand besteht immer, selbst auch zwischen „befreundeten" Rationen, die sich für alle späteren Möglichkeiten sichern, denn man Weitz nie, wie K) die Verhältnisse ändern können. Als die
uffche Republik gegründet wurde, war eine ber außenpolitischen Anregungen, jede Geheimpolitik zu vermeiden. Dies durchzufiihren, wäre sebr verdienstvoll, wenn es überhaupt möglich wäre. Aber leider verzichten die anderen Nationen nicht auf dieses Mittel. Wieviel Böswilligkeit damit verknüpft ist, erfährt man dann und wann aus den Enthüllungen, die von Denen veröffentlicht werden, die sich benachteiligt fühlen oder die sich rechtfertigen wollen. Ter Zufall will es. daß solche Mitteilungen aus der Kriegs- und Nachkriegszeit jetzt von drei Seiten aüsgetaucht sind.
Aufsehen erregten die Mitteilungen der „Rew- vork World" über einen „Geheimvertrag", den Clemeneeau mit Wilson bei der Ausarbeitung des Versailler Friedensdiktats abgeschlossen habe, während Lloyd George zcitwei von Versailles abwesend war. Diese Mitteilungen entstammten einer angeblichen Unterleibung, bie der Vertreter des Blattes, Mr. Spencer, mit Llohd George gehabt haben wollte. Clemen- ceau hatte bekanntlich die Loslösung der RLein- vande von Deutschland erstrebt, ohne sich damtt durchsetzen zu können. Dafür wußte er Wilson zu überreden, daß er zur fünfzehnjährigen militärischen Besetzung der Rheinlande zustimmte und bestand mit fanatischer Hartnäckigkeit darauf, datz mich Lloyd George nach seiner Rückkehr, vor eine vollendete Tatsache gestellt, seine nachträgliche Zustimmung gab. Die fünfzehnjährige Besetzungsfrist bauert von 1920 bis 1935. Das genügte aber (Siemen» cea« nicht und er benutzte die erwähnte Abwesenheit Llohd Georges, um mit Wilson folgenden Zu'satz zu vereinbaren: „Wenn in diesem Augenblick (1935) bie Sicherheiten geaen »inen nicht provozierten Angriff Deutschlands , »an den alliierten und assoziierten Regierungen picht für hinreichend gehalten werden sollten, so kann das V e rb le i b e n der Besatzungstruppen in dem Maße hinausge- > gßgert werden, das zur Beschaffimg jener’ Sicherheiten für erforderlich gehalten werden 1 wird." i
Abbau 6er SonderbZrMer.
Der Auszug aus verschiebeuen Städten.
(Privat-Telegramm.)
Koblenz, 9. Februar.
Wie von zuständiger Stelle mitgeteilt wird, hat die Rheinlandkommiffion den Separatisten den Befehl erteilt, das Koblenzer Schloß zu räumen. — Aus ber Pfalz wird gemeldet Die Separatisten haben gestern in D ü rkheim, Kirchheimbolanden und Neustadt die Regierungsgebäude geräumt. In Speyer zeigen sich noch keine Vorbereitungen zur Räumung. In Heidelberg fand gestern eine Sitzung der aus der Pfalz vettriebeuen Regierungsbehörden statt, Man nannte die durch die Separatisten der Pfalz zugefügten wirtschaftlichen Schäden mit einer Gesamtsumme von 150 bis 250 Millionen Goldmark. Am 1. Februar waren im Zwangswege ans öffentlichen Mitteln der Provinz und der Kommunen zusammen etwa fünfuud- füufzig MMionen Goldmark entuommeu.
Hochwassergefahr.
Forderungen der Auterneustadt-Bürger.
Die gestern aben» im „Wilden Wasser-- ab,«« haliene Sauptversarnrninng desBiirgerver- eiit« Ostend «stehe Bericht an anderer Stelle) ft mmte einmütig einer Eingabe an die Regie- ruag zu, in der ficü die Biirgerslha t mit Bee immer nodti vorhandenen Hochwässergefahr in der Nmernenstadt eingehend beschäftigt. Seit Errichtung des Walzenwehres an der Vogt'schen DWHle, so besagt die Eingabe, haben die Anwechner ber Fulda fortgesetzt Beschwerde darüber geführt, datz der Wafferstand ber Fulda oberhalb des Walzenwehres andauernd höher sei, als vorher. Mit diesem höheren Fuldastand scheint sich auch der Grund wasser st and gehoben zu haben unb bie Anlieger haben dadurch seit dieser Zeit fast dauernd durch Keile r w a s s e r zu leiden (hauptsächlich bei erhöhtem Wasserstand). Im weiteren sind auch beim Verlauf der Hochwasserperioden Umstänor zu Tage getreten, bie gegebenenfalls großen Schaden verursachen können. Wenn auch anerkannt werden muß, daß alle diese Umstände nickt vor- ausgesehen werden konnten, so dürften die gemachten Erfahrungen doch lehren, irgend welche Gefahren und SMdigungen für die Anwohner möglichst abzuwenben. Hierzu ist e8 unbedingt nötig, daß der Betriebsplan des Walzenwehres einer Nachprüfung bedarf, in welcher alle diese Umstände berücksichtigt werden müssen. Ferner macht der wechselnde Wasserstand be- sonders im Winter und Frühjahr ehre fast dauernde Walzenbewegung notwendig, was nur durch sehr aufmerksame Beausstckttgung in der Betriebsregelung möglich fft. Sollte es nicht möglich sein bierbei einen Ausgleich dadurch zu schaffen, daß eine anderweitige Vorrichtung getroffen wird, bie
gen aber ist eS nötig ,datz, wie eingangs erwähnt, der Betriebsplan des Walzen- Wehres so geändert wird, daß irgend welch« Gefahren sowobl bei Hochwasser wie auch durch den ständig erhöhten Stau beseitigt werden, daß ferner die Befugnis des Schleusenmeisters in angegebenem Sinne erweitert wird und diesem an Tagen ber Gefahr bie nötigen Hilfskräfte zur Verfügung gestellt werden. Nötig ist es ferner, datz dem Schleusenmeister an Tagen der Hoch- »assergefahr und etwaigen Eisgang bei Was- erstand der Ebertalsperre sowohl wie aufi im vbrrflußgebiet ber Eber und Fulda telephonisch dirett mitgeteilt wird.
Damit ist die Möglichkeit ber Besetzung verewigt worden, was uns schon feit Veröffcnt- k''ckung des Fricdensbertrages bekannt ist. Es i «lso nichts Geheimes dabei. Neu ist aber, da Lloyd George gegen bie Besetzung der Rheinlande und noch mehr gegen die Lostrennung war und bebauerlich bleibt, baß er doch zuae- stimmt hat. Sensationell wird nun bie Geschichte durch eine Erklärung Llovd Georges, wonach eine Unterredung im Üblichen Sinne nicht ftattgrfnnden und er auch nicht von einem Geheimvertrag gesprochen habe. Auch Mr. Spencer, bet ein Freund Llovd Georges ist und jetzt kaltlächelnd Aigen gestraft wird, mußte tu der „Newvork World" einen Widerruf ver- Lffentlichen des Inhalts, datz er nur p r i v a t i m »et Lloyd George gewesen sei, der nicht gewußt rmbe, daß Spencer etwas v-röfsrnflichrn wollte, Er habe über einen .Geheimvertrag" nur geschrieben, um seinen Artikel für amerikanische Leser interessant zu machen. (!) Diese Verworfenheit zeigt immerhin, daß die Angelegenheit tücht ganz sauber ist.
Andere „Enthüllungen", die die franzö- fische Lostrennungs-Agitation im Rheinland beweisen, gibt der General Allen, der damalige Befehlshaber der amerikanischen Desatzungstruppen in seinem Tagebuch. Am Tage nach seiner Ankunft in Koblenz reiste er «ach Mainz und frühstückte dort am 8. Juli 1919 beim französischen General Mangin im grotz- yerzoglichen Schloß. Mangin zeigte ihm ein Bett, in dem Napoleon einst geschlafen batte und betonte die Wichtigkeit, „Deutschland durch die Errichtung einer abgelösteu rheinischen Kepnb lik zu schwächen". Am 6. August 1919 schreibt General Allen: „Herr Noyes ider ame- rikanische Zivilkommissar) beklagte sich bitter vber die herrischen Gelüste des Franzosen Tirach. Es zcheint. die ftzranzosen wollen eine abge- trennte rheinische Republik mit einem französischen Protektorat Es mag vielleicht noch kommen, doch bezweifle ich, bas; die Rheinländer sich lanae unter das französische ^Foch beugen werden. Meine Offittere, die .fier, ten unserer Zivilkommifsion, sowie die Enalän- der enw finden alle das Hinterhältige in der Franzosen." General Allen ichildert dann, wie ber deutsche Lachesver- rater Dorten versucht habe, mit den Amerikanern a!nuknup»en, aber abgewiesen worden ist Wörtlich schreibt er: „Unsere Politik ist gegen seine
...................... ......... ,, a„B. London, 9. Februar. (Privattelegramm.) die gegenwärtige Lage, datz auch die Sieger-Die „Times" melden: Am 5. Februar ist in ----- Berlin die englische Anregung ber deutschen Regierung übergeben worden, den Eintritt