Kasseler Neueste Nachrichten
Kasseler Abendzeitung
Hesstsche Abendzeitung
Sonnabend, 9. Februar 1924.
SachmstWigen-Plöne zur Goldbanl
arm«
die
Genf, 8. Februar.
lige Entmilitarisierung des Rbeinlandes borge« bracbt wurden und dem Deutschen Reiche die Zustimmung ni einer derartigen indirekten Loslösung seines reichsten Landesteiles dadurch schmackhaft geniacht werden sollte, daß man es angeblich von seinen Peinigern befreien wollte. Aber an Stelle der abrückenden Franzofen und Belgier sollte eine internationale Gendarmerie treten, die in jedem Augenblick die Verwaltungsorgane des Deutschen Reiches lahmznleaen imstande wäre
Die Vorgänge bei der internationalen Besetzung weite- Landesteile der Türkei haben sn Jedem, der ohne Voreingenommenheit derartigen Fragen gegenüberstehl, ein« zu deutliche Sprache geführt. Und wie seinerzeit das gesamte Rheinland gegen jede Rcutraliüe- rung sich verwahrte, auch nm den Preis der Zurückziehung einer ins Ungemessene angewachsenen Besatzungstruppe, so kann es auch heute für den Realpolitiker, der nicht maßlose Opfer für nickts und wieder nichts hingeben will, nur das eine geben: kein Wort von einer Neutralisierung der Rheinlande in einem Sinne, wie sie die Ideologen erstreben Tenn '.vas letzten Endes diese Neutralisierung dedcn-
den vorgebracht hat, mit der Behauptung, daß die Besatzungsbehörde den pfälzischen Separatisten Beistand geleistet habe. Tie französische Regierung hatte dieser Berleum dun» bereits in einem Schreiben vom 12. Te
bin ivirb man sich daran erinnern müssen, daß die Männer der jetzigen englischen Regierung durchweg bereits während des Krieges die gleichen Ziele verfochten haben. Tann wird man auch die Beileidsworte des englischen Premierministers an die Witwe Wilsons für mehr als eine volitische Höflichkeit erachten, wird sie vielmehr für das wahrhaftige Bekenntnis eines ge« treuen Nachfolgers seiner Ideen halten müssen: »Wilson hatte eine edle Mission, die mit Verstand rmd Weisheit Europa zum Frieden und zur Sicherheft führen sollte. Er ist dahin gegangen vor ihrer Erfüllung, aber ein großer Gedanke geht nie verloren."
Diesen großen Gedanken wird nun der englische Arbeiterführer weiter verfolgen und wird ihn mit eben den Mitteln, an denen der Bftgi- ttier Wilson gescheitert ist, durchzusetzen versuchen. Darum steht für ihn auch in dem Mittelpunkt aller seiner außenpolitischen Bestrebun- ren die Neuordnung des Völkerbundes, in den zunächst das Deutsche Reich und weiterhin auch Rußland ausgenommen iverhen soll. Zwar könnte auch der Völkerbund in der machtvollen Hand eines großen Realpolitikers das politische Instrument werden, auf der man das Gleichgewicht der Völkergruppierunaen ieststellen könnte. Ansätze zu einer derartiaen Entwicklung zeigten die Versuche der alten Regierungen, die neben dem englisch-noMscheu Block im Völkerbund einen italienisch-svanisch- latein-amerikanischen Block taufen. Alle Anzeichen deuten nunmehr aber darauf hin, daß die englitae Arbeilerregieruna die kurze Spanne, die ihr durch die augenblickliche parlamentarische Lage gewährt wird, dazu benutzen will, um auch ihrerseits Ideologien zu verwirklichen, über die das staatliche Leben in ganz Europa bereits binweggeschritten ist. Fast tragikomisch mutet es an, daß gerade in dem Augenblick — wo Mac- danald die »Wiedergeburt des Pazifismus" proklamiert, um damit eine Aktivität her englischen Politik zu dokumentieren —, Poincare unter Berufung auf Goethes Faust feststellt, daß nur die Tat große Reformen schaffen könne.
Ganz bedenklich muß es aber stimmen, wenn im Zusammenhang mit der Aufnahme Deutschlands in den Völkerbund auch die Frage der Neutralisierung der Rheinlan- d c wieder aufgerollt wird, und zwar in denselben Gedankengänaen, wie sie im Juni vorigen Jahres der englisch» General Svears entwickelt hat. Für das Deutsche Reich und für den integrierenden Bestand seines Territoriums ist es gleichgültig, ob seine Staatshoheit, die sich schließlich allein in der Ausübung der wirklichen Machst dokumentiert, durch Beauftragte der Bot- schafterkonferenz, der Militärkontrollkonrmisston oh»r eines so kompromittierten Organes wie der Völkerbund ausgeübt wird. Man wird sich erinnern. daß zwar schöne Gedanken über die völ-
Der Kapitafffucht-Ausschnst.
Berlin. 8. Februar. (Privattelegramm.) Nachdem Maet^-nna aestern b«»eits nr>* London adgereist ist, werden die übriaen Mitglieder des Zweiten Komitees voraussickstlich beute ahend abreifen. Man hat in Berlin den Windruck, dgß MacKenna über die deutschen Verhältnisse sehr gut unterrichtet ist.
ReichSrates Reichswirtschaftminister und ReichS- sinanzminister in eindringlicher Weise dargclegi hatten, daß Gründe größter Wichtigkeit für eine sofortige Regelung der Auswer- tungssrage sprechen und diese nur ,m Wege des Ermächtigungsgesetzes möglich fei, beschloß der Ausschuß bezüglich deS Artikels 1 (Auswertung und 2 (öffentliche Anleihe) der dritten Steuernotverordnung nicht in die sachliche Beratung oinzutreten, sondern die Regelung der darin behandelten Gegenstände dem Reichstag, unter alsbaldiger Vorlegung eines Gesetzentwurfes durch die Reichsregierung im Wege der Gesetzgebung, zu überlassen.
Steuern und Aufwertung.
Beratung über die Einnahmequellen.
(Eigener Drahtbericht.)
Berlin, 8. Februar.
In parlamentarischen Kreisen nimmt man an, daß das Schicksal der dritten Steuern »t -
Regelung durch besondrre« Gesetz.
Berlin, 8. Februar. lPrivattelegramm.)
Obwohl gestern im Fünfzehnenmssch^ des
KeineNüstungsbeschränkung
Die Komifsion ist nicht zuständig? (Eigene Drahimekdung.)
- -7-------- J der Rüstungen, dir seit
Dienstag in Genf unter Borsitz des früheren italienischen Außenministers Schanzer tagt, hat, laut dem Pariser Echo, sich in Ermangelung "^Acitiq eingegangener Anträge für nicht
0 erklärt, den Abbau der derzeitigen Rustnngsmaßuahmen der Länder in Erörtern»» zu ziehen. Die Tagung des Ausschusses mir» ftm deshalb nur mit denjenigen Maßnahmen zu befassen haben, die von der letzten Kömmiffions- tagung her ihrer abschließenden Erledigung zufuyren sind, u. n. auch mit dem Mißbrauch bestimmter Zerstörungs-Explosivstoffe. D>e amerikanische Regierung ist durch den Be obachter Evewe, den amerikanischen Gesandten in Bern, »ertreten.
Suchverständmen-Beratung
Besprechung mit Wirtschastsvertretcrn.
(Eigene Drahtmeldung.)
Brelin, 8. Februar.
Der erste Ausschuß der Sachverständigen, der seine »(rbeiieit am morgigen Sonnabend zum Abschluß zu bringen hofft, hat gestern beschlos- feit, noch die Vertreter der berufstätigen Kreise Deutschlands über bestimmte Fragen zu hören. Tieft Besprechimgen sollen Montag und Dienstag finttfinden und Vertreter der deutschen Landwirtschaft, des Handels, der Industrie, des Bnnkgewerbes und der Gewerkschaften gehört werden. Die beiden Eifenbahnsachverständigen im Ersten Ausschuß (Dawes) erschienen gestern nachmittag int Reichsverkehrs- ministeriiim, um verschiedene Auskünfte über die Lage der Reichsbahn einzuholen. Die Wäb- rungskmnmisfton des Ersten Ansschusscs, die sich in erster Linie mit der Frage der deutschen Gbldnoteubank beschäftigt, wird beute den Reichsbgnkbräsidenten Dr. Schacht hören, mit dessen Rückkehr aus Königsberg für heute bestimmt gerechnet wird. Tie Abreise der Sachverständigen des ersten Ausschusses ist für Mitt woch der kommenden Woche vorgesehen.
Einzelnummer 10 Pf, Sonntags 15 Ps. 14. Jahrgang
Am die Goldnolendank.
Dr. Schacht erklärt ihre Rotwendigkett. (Eigener Drahtbericht.)
Königsberg. 8. Februar.
Anter außerordentlich starker Beteiligung fand hier eine landwirtschaftliche Woche statt. Im Vordergrund der Borträge, die bei dieser Gelegenheit gehalten wurden, stand eine Rede des Reichsbankpräsidenten Dr. Schacht. Im Verlaufe feiner Ausführungen kam Dr. Schacht ans die Errichtung der Goldnotendank zu sprechen. Tie Rentemnark. sagte er, mutz in absehbarer Zeit durch Zahlungsmittel ersetzt werden, die auch int Verkehr mit dem Ausland Anwenduno finden können und da die ganze Welt nach Gold reckwet, fo kann diefes Zah- tungSmittel nur auf Gold basieren. Die Sicherheit der neu zu errichtenden Bank mutz einmal g e f ch ü tz t werden vor Zugriffen der Entente, andererfeifs mutz das materielle Risiko ausge- f (haftet werden, d. h. die neue Bank darf nur sichere Kredite ans Goldbafis geben. Seit sechs Monaten, erklärte Dr. SckaM, kämvfe ich für die Errichtung dieser Goldnotenbank, die nur int engsten Zusammenhang mit der Reichsbank und der Rentenbank errichtet werden kann. Wegen der Errichtung dieser Rank bin ich noch London gereist und habe dort Verhandlungen ausgenommen. Dabei gewann ich den Eindruck, daß unsere währungspolitische Lage im Ausland durchaus verstanden und daß die Notwendigkeit zur Errichtung einer solchen Bank eingesehen wird. Bei den Ländern, die mit uns im wirtschaftlichen Verkehr stehen, ist ein aewisses Intcreffe vorhanden, uns bei der Errichtung dieser Bank mit Goldkapital zu helfen.
Nach 6tn «achverstSnvsg^n-DvrschlSrkkn.
Berlin, 8. Februar. (Eigene Drahtmel- düng.) Ein ausländischer Berichterstatter schreibt: Die Annahme der Goldnotenbank nach den Vorschlägen der Sachverständigen ist im Sachverständigen Ausschuß einstimmig erfolgt, auch die Amerikaner haben keine Vorbehalte gemacht. Der Vorstand der neuen Goldnotenbank soll aus vier neutralen, drei alliierten und dreidentschen PcrsönlicUeiten beheben. Diese Zusammensetzung «nd die weiteren Sichernngsmaßnahmen sind für notwendig befunden worden, um die Wiederholung der beut’ scheu Experimente mit der Währung unmöglich zu machen, die bei einer inneren Parteiverfchie- bnng wieder eintreten könnten. Der Weg zu einer internationalen Anleihe — fo meldet Havas — kann für Deutschland nur über die neue Goldnotenhvnk führen
Kummer 34. Einzelnummer 10 Pf, Sonntags 15 Pf.
Gtudenten-Nöte.
Ein Bild der Zeitverhältniffe.
Wie trte junge Untversttiit Frankfurt a. M. bemüht ft, »en u bemittelten Stur-enten ihre Lage ertrüg.
IWb $u machen, geht aus fsigonbem Bericht Herbnr r
Die Rot der Zeit hat dem frohen, unbekümmerten Studentent um ein ernstes Antlitz geprägt, der um feint Existenz schwer ringende Werkstudent hat so garnichts mit dem lustigen, flotten Bruder Studio der Vorkriegszeit gemein. Der Kampf ums Dasein begleitet ihn in die Lchrsäle, zwingt ihn. einen Erwerb zu suchen, der ihm das Studium ermöglicht. Der Monatswechsel vom Hause reicht nicht aus, die dringendsten Lebenserfordernisse zu bestreiten, und was blieb von den Sttpcndien, den Stis- tungen besserer Tage? Eine lächerliche Summe, zu der uns heute längst die Zahlenbegriffe .Abhanden gekommen sind. WM nimmt sich die Bürgerschaft der Studentennot in hochchcrzigster Weise an, Gönner und Freunde sorgen für die jungen Akademiker, denen etwa fünfund- füns-rg Freitische zur Verfügung stehen. Aber da sind noch allzuviele, die abseits darben, sich kümmerlich durchs Leben schlagen, um ihr Ziel erreichen zu können. Die »Student eu- bitfe" gab kürzlich eine Uebersicht der in verschiedenen Betrieben arbeitenden Werkstudenten (die etwa achtzig Prozent der gesamten Studentenschaft ausmachen!) heraus: so arbeiten zehn Studenten in einer Druckerei, dreihundert beschäftigen sich mit Uebersetznngen und fünfzig arbeiten in der Schuhmacherei des Studentenheims.
Schon lang» war die Errichtung eines Studentenheims geplant. Da kam endlich uacr«, wartet und höchst, erwünschte Hilfe; das Ar- beitsministeviüm, um dem studentischen Woh-
Sinstkllung brr Zahlung.
Berlin, 8. Februar. (Privattelegramm.) Die gestrige Sitzung des Reichskabinetts hat sich auch mit der Weiterzahlung der Besatzungskosten nach dem 1. März eingehend befaßt, hie Aussprache dauerte fast anderthalb Stunden. Beschlüsse wurden nicht gefaßt. Für die Weiterzahlung nach dem 1. März foll, zuverlässiger Verlautbarung zufolge, eine Mehrheit im Reichskabinett nicht mehr vorhanden fei«.
ten wird, das vermag jeder im Voraus zu ahnen, wenn er nur schon das eine in Betracht zieht, daß die Einbruchsmächte statt bei Einstellung bei passiven Widerstandes durch die deutschen Regierungsorgane die Zollgrenze aufzuheben, die sie wie eine Tüdesschnur mitten durch ben reichsten Wirtschaftskörper des Deutschen Reiches gezogen haben, diese Zoll- Linie noch weiterhin dadurch verschärften, baß sie anstelle der bisherigen Nprozentigen Erhebung des deutschen Zolltarifes eine solche von 100 Prozent setzten und damit deutlicher, als alle Worte es vermögen, aussprechen, daß bas Rhein- unb Ruhrgebiet heute schon jür das unbesetzte Gebiet als „Ausland" zu gelten hat. Und Ausland wird auch ein entmilitarisiertes und neutralisiertes Rheinland werden, wirb es auch für alte Zukunft unter den trügerischen Zeichen eines ideologischen Pazifismus bleiben.
S.
Die Desatzungslaften.
Unmöglich, weiter zu zahlen.
(Privat-Telegramm.)
Berlin, S. Februar.
Der Berichterstatter des „Motin" berichtet: Die angekünbigte neue D e n k fch r i f t Deutsch- l a n b s. bie bie UnmSglichkeft ber Weiterbczah- lnnq ber Besetzungskosten barfeaen soll, wird den TachvrrstänbigenaiisfÄüffen erst kurz vor ihrer Abreise aus Berlin überreicht werben können, nachbem bie bisherigen Besprechungen von Vertretern ber Reichsreoierung mit den SachverstSn- bigen über biese Materie die Sachverständigen nicht überzeugt haben. (?) Es ist in den Besprc chnngen Deutschland angeraten worden, den zahlenmäßigen Nachweis der Anmöglichkeit zur Leistung zu erbringen. Das soll in -iefen Tagen nachgeholt werden. Anfana kommendere Woche verlassen die Ausschüsse Berlin, um in Paris ihre Entscheidungen zu treffen.
nervenwogendm Großstadt ist geradezu ideal für ein Studentenheim. Freilich hängt, ungeachtet aller Eingaben, noch immer das Damok- lesschwert der Schließung über unserer U n i ve r j 11 ä t und beunruhigt die auf ihre junge alma mater sehr stolze Bürgerschaft und >ie Studierenden aufs ärgste. Hoffentlich wirb das Schicksal aus Berlin noch einmal gnädig mit der Frankfurterin verfahren!
_6in weiterer Wunsch ist die Einrichtung einer Studentenküche, in der auch bie nicht im Heim Wohnenden Mittag- unb Abendbrot er« lallen. Von dem ehemaligen Garnifonlazarett ind noch bie dazu erforderlichen Küchen und Kocbvorrichtungen vorhanden, die also nur cm- gerichtet unb in Betrieb gesetzt zu werde» brauchen, was wiedermn für die Studierenden zwei« ellos eine segensreiche Einrichtung bedeuten würde Zudem eine erhebliche Erleichterung für die sehr in Anspruch genommene Universitätsküche, die akknittäglich zweitausend Effenportio« nen übgeben muß, um ihre vielen jugendlichen Kostgänger zu versorgen.
Sie Staffelet S.euefien »lactrtd ter erfdietnen rondienttirti fe*«ma! na4m ttagS. Der »tonne, menttorets bette gt für die Zeit vom 28. Januar bis 10, Februar 120 Pfennige bet freier _uiletlun« in« Sau , tn der ®etd»äftSfiene abgeboll 110 Pfe. ntg-, - «erlag und Rebattion: LchlachtdoMrätz- 28/30. — Fernsprecher Nummer 951 und 952. — Für unverlangt eingesandte Beitrüge kann die R-daMon eine '<erantroortuna oder «emabr ’n keinem Falle ubernefl.nen. - Nück^lhiung der BezugSgeldes oder «Mvrütbe wegen etwaiger nicht ordnungsmäßiger Sieferimg tfl auSgefchloffen. — Postscheck, konio Frankfurt a R. Nummer 8380.
Äayigenpretfe «kfchüftSanzefgen Zeile 15 Pfennig. Familien.An,eigen Zeile 10 Pfennig. Klein- Anzeigen d'.S Wort 2*/, Pfennig. Reklamen die Zeile 60 Pfennig, Offertgebühr Ul Pfennig (bei Zusendung der Offerten 20 Pfennig), Re-bnüngSbetrüse sind innerhalb fünf Tagen ,« bezahlen. — Maßgebend ist der Rurs de« Zahlung-tu ges.' Für die stoBttg- keil aller durch etnsprecher ansgegessnen Antigen. loroie für «ufnadmedaten tat! Plätze kann nicht garantiert werden. Für Anzeigen mit besonders schwierigem Satz hundert Prozent Aufschlag Truckerei: Schlachthofsttatze 28/30. Geschäftsstelle Kölnische Straße 5, gegenüber der Spohtstraße. Fernsprecher Nr. 951 und 952.
Völkerbundsftagen.
Ka »Vf nm da« Skhelulan .
Der englische Premierminister Macdonald wird in seiner Regierungserklärung am 12. Februar im britischen Parlament sich auf die Forderung festlegen, daß das Deutsch« Reich rückhaltlos in den Völkerbund ausgenommen werden soll. Diese Mitteilung, die in diesen Tagen durch die englische Presse geht, könnte an sich noch nicht so bedenklich stimmen, wenn nicht gleichzeitig wieder die Lösung der Sichert,eits- ftage im Rheinlande aufgerollt würde Diese aber soll in einer Entmilitarisierung unter Aufsicht des Völkerbundes bestehen. Da tut mar« gut, sich daran zu erinnern, daß eins der weser.t« lichften Regierungsprogramme der jetzigen englischen Arbeiterregierung der Ausbau des Völkerbundes. die obligatorische Zuständigkeit deS Weltgerichtshoses im Haag, allseitige Abrüstung, mit einem Wort also internationale Aufsicht an Stelle nationaler Gruppenbildung war. Weiter«
nungselend zu steuern, stellte ber „Studentcn- hilfe. Wirtsckastsgenofsenschaft ber Universität Frankfurt e. G. m. b. £»." ein ehemaliges Ger« nisonlazarett an der Einnbeimerlandstraße zur Verfügung. Dieses Lazarett diente bis vor kurzem ben ansgewiesenen Ruhr-Eifenbahnern ul8 Unterkunft. Da aber viele der Ausaewiesenen in bie neue Eisenbahnerkolonie nach Dc ' ftabt übersiedelten, andere zurückkehrten tn ... alte Heimat, konnten die Räumlichkeiten ber Slndentenhilfe übergeben werden.
Jetzt arbeftet man mit allen Kräften, um das Heim am ersten März eröffnen zu können. Konzerte, Vorträge rugunsten der Studenien- hilfe, sogar Henny Porten im Filmdrama in den Schuhmannlichtspielen wirbt für das Stu« dentenHeim, Sammlungen sollen eingeleitet werden, benn es fehlt trotz der Unterstützungen an allem Wohl haben Frankfurter Firmen die Ausbesserungs-, Mmirer- unb JnsbaÄationsar- beiten umsonst ausgeführt, aber die Innenausstattung, und sei sie nocb so einfach, muß be« 'chafst werden! Bei Fertigstellung hofft man im Heim etwa zweihundert Studenten unterzubringen. Die Erdgeschoßräume beherbergen Frühstücks-, ^eisezimmer-, Arbeits- und Lese« älr, die üLwigen Stockwerke gemeinsame Schl-rs« ale und ungestörte Arbeitszimmer für in Era« mennöten Schwebende. Die nrhige und ge« unde Lage, fern vom Staub und Lärm der
Wie die Franzosen lügen.
„Keine Anterstützunq der Separatisten."
Paris, 7. Februar.
Der Ministerpräfident Poincare hat dem Bot» chastsrat Dirk Forster, der ihm bie deutsche Note über bie P f a l z übermittelt hat, bie sol- gcnbe Antwort überfnnbt: „Wir hab«« geglaubt, i» dem vom 2. Dezember datierten Schneiden auf die Anklagen eingebe« zu müssen, welche die deutsche Regierung gegen die franHösische Besatzungsbehör-
verordnung durchaus nicht pessimistisch anzusehen sei. ES sei zu erwarten, daß es z« ernsthaften Weiterungen nicht kommt, daß vielmehr schon in den nächsten Tagen eine Äom« promißlösuna sich finde« werde, mit der ,__.. „
sich sowohl bie Parteien als auch bie Regierung . -e Völkerbunbkomunfston für die B e - einverstanden erklären dürfte. Mau nimmt ow, L- t®,nrw.n8 ber Rüftunaen. daß dieses Komvromitz darin bestehen wird, daß * **
man an dem Sinn der Steuernotverordnung und an der Menge der von der Regierunq geforderten Einnahmen nicht rüttelt, daß man ober an- bere Mittel wählt, b. h trübere als bie von ber Regierung vorgefchlagenen Einnahmequellen zur Verft'gung stelle« wirb, um zu den gleichen Ergebnissen zu gelange«. Einzelheiten hierüber können .zur Zeit noch nicht mit« geteilt werde«, da die Beratungen noch andauern.