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Wr. 32. 14 Jahrgang.

Kasseler Neueste Kachrkchte»

DpnnerStag, 7. Februar 1924.

In ausreichender Weise bereitgestellt durch das Entgegenkommen der Kasseler Firmen. Tie Wagen werden am 9. und 10. Februar, begleitet ton jungbeutschen Ordensbrüdern, die Straßen der Stadt durchfahren. Jeder Wagen ist er­kennbar durch das Abzeichen der Winterbilse Kassel und des Jungdeutschen Ordens. Jeder Sammler trägt eine gestempelte weiße Binde mit schwarzem Kreuz. Außerdem ist jever Sammler mit einem Ausweis des Jungdeut­schen Ordens Kassel veriehen

Weiter besagt der Ausruf: Frauen und Män­ner von Kassel tut Eure Pflicht! Seid bereit ru opfern am Sonnabend und Sonntag! Bürger der Stadt Kssale, denkt an das Elend der ver­armten Familien. Denkt daran, welche Freude nur ein kleiner Gebranchsgegenstand in einer völlig verarmten Hütte unserer Volksgenossen bervorrufen kann. 'Gebt mit vollen Händen und Zeigt JStren Opfersinn. Denkt an unsere Alten und Sozialrentner, die in Ehren grau und nun bettelarm geworden sind. Deutsche Mütter! Denke an den Schmerz jener Mütter, welche die Gesundheit ihrer Kinder in Armut und Elend dahinschwinden sehen. Denkt daran, wieviel un­zählige Kinder schon durch den unbarmherzigen Tod binweggenommen wurden.

Deutsche Hausfrauen! Durchstöbert Eure Bodenkammern und verborgene;: Winkel. Ihr wißt ja selbst nicht, wieviel' für Euch unnütze Dinge 36t besitzt, die Ihr den Verelendeten opfern könnt. Stellt alles bereit ,-aim Abholen am Sonnabend und Sonntag. Wetteifert in Gebefreüdigkeit miteinander. Holst alle, den Kasseler Opfertag zu einer ungeheuren Kund- o-buna christlicher und barmherziger Liebcs- tätigkeit zu gestalten, zeigt durch die Tat, daß i*T hinter anderen Städten, die derartige Sammlungen schon drirchoeführt haben nicht ""rückstehen. wollt. Es sind schon ans diese Weise unermeßliche Werte znsammengekommen, wie bcispielswe.se die viel kleinere Stadt Bar- "zen die zudem noch zum größten Teil Arbeiter- bevölkerung hat rund 2000 Paar Schuhe. 10 000 Zentner Kartoffeln und unübersehbare Mengen von Kleidnnasüücken und Gebrauchsgegenstän­den aufgebracht hat.

Wetteifert in höchster Gebefreudigkeit' Sorgt dafür, daß unsere Stadt Kassel an der Spitze oller Städte marschiert. Darum die Tiircn ans om. 9 und 10. Februar! Durch das Volk für das Volk!

Ein Muttertag in Kassel.

Im letzten Sommer traten die Kasseler Neue­sten Nachrichten mit Nachdruck dafür ein. daß, tob in anderen Stedten und namentlich im Auslände. f.o in Amerika, ein Muttertag veranstaltet wird. Diese Anregung soll nun in diesem Sommer in die Tat umaewandelt wer­den. Am n>orqigen Donnerstag findet imZev- pelin" eine Vorbesprechung statt, der am kom­menden Dienstag ein öffentlicher Vortrag über den Muttertag, seine Bedeutung und seine Or­ganisation folgen soll.

Tanzabend Dunkel-Salzenbero.

Der große Saal des Stadtparks war gestern völlig ausverkaust. Das will bei einem Tanz­abend viel heißen und Wenn, wie vorausgeschickt seid soll, alle Därbietimgen mit größtem Beifall aufgenommen worden sind, so muß auf jenen Fall ein Erfolg der heimischen Tanzschule Hilde- gart Gunlel-Salzenberg gebucht werden.

Die in weitestem Maße befähigte Leiterin der Schule, Hildegart Dunkel-Salzenberg, chatte ihre bestenSchülerinnen herausgestellt: JrmgardRieck, Annemarie Dunkel, Inge Conradi, Annelieb Hö­vel, Trude Fackenheim und zwei Schwestern Bliesener. Fortgeschrittenes Können trat bei je­dem der auf klassischer Grundlage aufgebauten rhvthmischen Tanzspiele in die Erscheinung, so daß ferneren Leistungsproben ge:Zn entgegcn- geseben wird Die Lehrerin selbst führte mit schöner Zurückhaltung.

Die Darbietungen hatten Linie. Es gab ein choreographisches Gemälde des Tages, wie es aus den Chopinschen Werken leuchtet. Aus dü­sterem Grau ringt sich im Kampfe mit den letzten Schatten das Sonnenlerlchteu, und der Mensch erwacht.zu neuer Qual, aber auch zur Freude, die am Abend im Tanz ihre Krönung findet, bis zur Erkenntnis, daß das Licht es ist. das alles Dunkele überwindet.

Es erübrigt sich, angesichts des vielen Guten, i-as geboten Wurde, besondere Gruppen heraus- zngreifen. Rur eines sei noch betont: Tie Ko­stüme waren geschmackvoll gewählt und zu­sammengestellt. -NN, I

Für oder gegen System Gcheidemann.

Tie Wahlstellungnahme der Teiltschnationalen.

Der Deutschnationale Kreisverein Kassel- Stadt richtete au die Bruderschaft Kassel des Jungdeutschen Ordens ein Schreiben dahin­gehend, vaß sich ihre Anschauungen mit den von dem Orden über die Kasseler Stadtver- erdnetentoahl vertretenen Gedankengänge vollkommen decken. Es sei unbedingt Wünschens­wert, der dir Stadt Kassel beherrschenden So­zialdemokratie im bevorstehenden Wahlkamps eine geschlossene Front aller nicht - marxistischen Gruppen entgegen zu stie­len, damit jede den Wahlsieg gefährdende Stim­menzersplitterung von vornherein vermieden Wird. Es besteht doch die Möglichkeit, daß bei besonders großen Stimmresten die Gruppe der Klaffenkampfzegner um drei bis vier Mandate zu kurz kommt, wenn sie mit fünf getrennten Listen vorgeht, bei noch mehr Listen um ent­sprechend mehr, sodaß unter Umständen in die neue Stadtverordnetenversammlung eine so­zialistisch- Mehrheit einzieht, obwohl sie ein­wandfrei nur die Minderheit der Wähler hinter sich hat. Die deutjchuationale Partei stimmt ferner zu, daß um der Erreichung des Zieles Willen auch von den politischen Parteien ver­langt werden darf, daß sie in diesem kommu­nalpolitischen Kampf, unbeschadet ihrer Gegen­sätze in der großen Politik sich zu einer Ein­heitsfront zusammensinden.

Wenn demnächst, so heißt es in dem Schrei­ben, die Kasseler Bürger zur Stadtverordneten- waihl schreiten, dann handelt es sich nicht darum, über eine entscheidende Wendung der deutschen Innen- und Außenpolitik zu bestimmen, sondern darum, sich zu entscheiden: Für oder gegen das Stiftern Scheidern an n! Um dieses System wird gekämpft werden, um Ende oder Fortsetzung der zur Zeit bestehenden rücksichts­losen Parteidittatnr. die sich in der der Aus­

nützung ihrer Macht zu Parieizwecken im eng­sten Sinne bekanntlich nicht die geringste Mäßi­gung auferlegt. Darüber, daß die herrschende Partei gewillt ist, im Falle ihres Wahlsieges ihre bisherige Politik rücksichtslos und wahr­scheinlich noch verschärft sortzusetzen. besteht fein Zweifel. Das müßte ja eigentlich auch jeden Zweifel daran ausschließen, daß sich alle nicht auf klaffenkämpferischem oder internationalem Boden stehenden Kreise im Wahlkampf zusam­men finden zu einer NotWehrgemein- schaft unter der Parole: Schluß mit der Klas- senkampfdittatur und fort mit ihren Trägern.

Die Antwort der Deutschnationalen Partei an den Jungdeutschen Orden kommt zu dem Schluß, daß Aktionen zur Herbeiführung einer Einheitsfront, wie die des Jungdo unbedingt tu begründen sind, da durch sie den etwa Wider­strebenden bürgerlichen Kreisen klar Werden muß, das; sie die volle Verantwortung dafür zu tragen haben Werden, Wenn dank ihrem Ver­halten in Kassel die ,Aera Scheidemann" ihre Fortsetzung findet

£nrnen, Gvort und (Spiel.

Für die deutsche Turnerschast.

Der Turn- und Sportverein Kaffel-Wil- helmshöhe 1883 hielt am Sonntag eine wichtige Versammlung für Verbleiben in der Deutschen Turnerschast oder SB. Sv. V. ab. Die Weitaus größte Zahl der Mitglieder entschied für die Deutsche. Turnerschast. Die Abstimmung des Turn- und Sportvereins 1887 Niederzwehren für W. Sv. V. gder D. T. entschied sich erwar­tungsgemäß unter großer Majorität für Ver­bleiben hei der Deutschen Turnerschast. Der Verein zählt zur Zeit 800 Mitglieder. Nur sechs Stimmen Wurden für W. Sp. B. abgegeben.

*

Kegelsport.

Am Mittwoch und Freitag vergangener Woche standen sich die beiden Kegelstubs Triumph und Blücher auf den 24 Meter Scherenbahnen im .Heckt" und .Blücherhof« im hundert Kugel­kampf aeenüber. Jeder Klub stellte eine Achter- Mannschaft und die Kegler mußten auf beiden Bahnen je 50 Kugeln in die Vollen Werfen. Als Sieger ging die Mannschaft des Kegelklubs Triumph hervor. Das Ergebnis war tote folgt: Triumph 4336 Gesamtholzahl, Blücher 4325 Ge­samtholzzahl. p.

Xodessturz auf die Straße.

Tragischer Tod eines Siebzigjährigen.

In der Nähe des Siechenhofes an der Leip­zigerstraße wohnt im vierten Stockwerk eines der dortigen Häuse- ein siebzigjähriger Invali­de. der früher in der Selterswafferbude an der sogenannten »Bettelbrücke- bei der Leisterschen Wiese tätig War.

Gestern früh War er besonders gut ausgelegt, sang und pfiff vor sich hin und machte sich bann, als seine Angehörigen außerhalb der Wohnung Waren, an die Arbeit, die gebrochene Dachrinne vor seinen Fenstern zu vereinigen. Bei dieser Arbeit muß er sich aus dem Fenster, das eine sehr niedrige Bans hat. zu sehr her- auSgelehnt haben, sodaß er das Gleichgewicht verlor und ans der Höhe des vierten Stockwerks in die Tiefe stürzte.

Ter alte Herr schlug aus das Straßenpslaster auf, dicht vor dem dort zuständigen Polizei- kommiffar, der gerade an der Stelle vorü^er- ging. Der Tod trat auf der Stelle ein.

Nochmals die Neujahrsnacht.

Protestkundgebung der Kasseler Gastwirte.

In der gestern von Wirten aller Art stark be­suchten Monatsversammlung des Wirtever- e i n s für Kassel und Umgegenb, die unter dem Vorsitz von Gastwirt Grenzebach im Saale dec Abnaschanke" stattfand, hatte dieAlkoholdebat- te" in der Montagsitzung der Stadtverordneten­versammlung einen lebhaften Widerhall. Der Vorsitzende des Provinzialverbandes der Gast­wirte, Stadtverordneter Hartleb, berichtete über die Eingabe des Studienrats Dr. Schlä­ger für die alkoholgegnerischen Vereine und zer­pflückte. wie er cs schon am Montag im Rat­haus getan, beten Behauptungen, daß es in der Neujabrsnucht besonders toll zugegangen sei. Nie ist es in einer Neujahrsnacht so still zugegangen tote in der letzten. Die Polizei hatte keinen Anlaß znm Einschreiten. Wenn jemand dafür verantwortlich gemacht werden kann, daß in einzelnen Familien zuviel getrunken Wurde, so ist es der Flasckenhandel mit Spirituosen. Die Wirte sind in keinem Falle haftbar zu machen. Viele haben nicht einmal die Verlän­gerung der Polizeistunde ausgenutzt. Das Vor­gehen der Abstinenzler müsse auf jeden Fall zu- rückgeiviescn Werden. Im klebrigen lasse man jeden sich des Lebens freuen. Wie es ihm behagt. Die angeregte Aussprache endete mit einer P r o- testkundgebung gegen die unsachliche Kampfweise der hiesigen Äbstinenzorganisation.

Dann behandelte Hotelbesitzer Dohne ein­gehend die das Wirtsgetoerbe betreffenden Steuerfragen, wobei er hervorhob, daß die Gast­wirte als Kleinhändler betrachtet werden. Bei der Beherbergungssteuer hat der Staat auf die Steuer für Beträge bis 5 Mark verzich­tet. Nur bei der Stadt Kassel müssen noch alle Beträge mit 20 Prozent besteuert werden, aber auch hier besteht Aussicht auf Aenderung. Emp­fehlenswert sei, Rücklagen für Steuerzwecke zu macken. Weiter wuroe Klage darüber geführt, daß die Gastwirte unter derVerordnungssucht" kleinerer Behörden leiden und dabei erwähnt, daß in einzelnen Vororten und Landgemeinden die Zustimmung des Ortsgeistlichen zur Geneh­migung von Tanzbelustigungen erforderlich ist. Es Wurde beschlossen, auf dem im April statt- indenden Provinzialverdandstag in Marburg den Deutschen Gastwirteverband zu ersuchen, für Gleichstellung der Landgemeinden mit den Städ­ten in dieser Frage einzutreten. 2Beiter Wurde beschlossen, auf dem diesjährigen Deutschen Gasttoirtstag in Karlsruhe diesen für 1925 nach Kassel ein 5UI oben.

Bei den kommenden Wahlen sollen unbe­dingt Vertreter des Gewerbes in die kommuna­len Körperschaften und in den Reichstag ent­sandt werben. Beschwerden Wurden laut über anonyme Anzeigen bei der Polizei gege< ver- chiedeuc Gastwirte. In allen Fällen ergab sich die Haltlosiakeit dieser Anzeigen. Auch ''ier wurde das Verwerfliche solcher Handlungsweise scharf verurteilt. Im übrigen Wurden Biersra-

gen erörtert und erwähnt, daß in der letzten Zeit viel bayrisches Bier in Kassel zum Ausschank gelangt.

§oka!nnchkichten vom

4- Drahtstörungen durch den Sturm. Ein Hundewetter" wurde uns gestern beschieden. Ein Regensturm, der den Abend und die Nacht über in mehr oder minder starken Wellen an­dauerte, richtete erhebliche Schäden an. Bis heute mittag War beispielsweise von allen sechs Fernsprechleitungen nach Ber­lin nur eine intakt und auch diese nur sehr mangelhaft. In den Morgenstunden fiel Schnee.

In den Ruhestand. In der vertraulrchen Sitzung der Stadtverordnetenversammlung Wurde n a. beschlossen, folgende Lehrer und Be­amten aui ihrer: Antrag in den Ruhestand zu versetzen: Studienrat Tr. Koch am Oberltizc- um, Stadtbürobirektor Hoeber, Stadtoberin­spektor Röschen, Ttadtoberbauführer Witzell, Stadtbailführer Machclett, Stadtbetriebsführer Ebcl. Stadtsekretäre Blandikow, Tuch, Streb und Staude, Stadtoberboten Abt und Stein­bach Gelderheber Weber und Stadt-Hausmeister Brencher, und zwar letzterer zum i März, alle übrigen zum 1 April 1924.

< Angestelltenversicherung und Rentenmark. Die Umstellung der Angestelltenversicherung auf Rentenmark ermöglicht es der Reicksv.'rsiche- rungsanstalt für Angestellte, die bisherige Be­schränkung des Heilverfahrens auf Lungenkranke fortfatten zu lassen und das Heilverfahren wieder Wie früher auch auf andersartige Erkrankungen zu erstrecken.

--- Gründung eines Radioklubs. Die gestrige erste Zusammenkunft der Kasseler Radio-Ama- teure bewies, daß der Radiofunk in Kassel ge­waltig an Boden gewonnen bat: Die vorgesehe­nen Räume in der Rathausschenke erwiesen sich als zu klein! Das Ergebnis einer Aussprache über alle schwebenden Fragen War die Grün­dung eines Kasseler Radioklubs. Die Weiteren Vorbereitungen Wurden in die Hände eines vorläufigen Vorstandes unter Füh­rung von Chemiker E. Ebert, Wolfsschlucht 33, 2. Stock, gelegt.

-r- Lösung von bisher Unerklärlichem. Wis­senschaftler und Laienpublikum, so wird uns geschrieben, wird es gleich stark interessieren zu erfahren, daß es Dr. Walther Völler aus Kassel gelungen ist, die Organoelektrizität erperimeutell nachzuweisen und die Nutzanwendung aus die­ser Kraft zu ziehen. Durch die Erforschung Werden so manche bisher ungeklärten Geheim­nisse wie z. B. die Telepatie, die in das Ge­biet des Uebersinnkichrn gebucht Werden mußten, aufgedeckt.

4- Sie konnten zusammen nicht kommen. Ei- nen tragischen Abschluß fand die Liebe eines ittngen Mädchens ans Wolfsanger zu einem jungen Manne. Da die Eltern des Mädchens gegen eine Verbindung ihrer Tochter mit dem armen Jüngling Waren, verließ das etwa 19 Jah­re alte Mädchen vor sieben Wochen die elterli­che Wohnung. Seitdem fehlte jede Spur. Nun­mehr ist bei Karlshafen die Leiche eines jungen Mädchens aus der Weser gezogen und als die der Vermißten erkannt worden. Eis­gang und Hochwasser haben die Leiche so Weit entführt.

-r- Allerlei vom Tage. Die Veröffentlichung der Verordnung über Wiede rinkurs- setzung der Kupfermünzen von 1 und 2 Pfennigen steht nach der Beratung im Füns- zehner-Aussckuß unmittelbar bevor. Wie von parlamentarischer Seite verlautet, wird zugleich bestimmt werden, daß niemand gehalten ist, mehr alz fünf Mark in kleinem Gelbe anzu­nehmen. Der Kampf der Polizei gegen das immer mehr ausartende ©ettleruntoefen dauert fort. Gestern Würbe toieber ein halbes Dutzend Fechtbrüder in Hast genommen, von denen verschiedene keinereine Weste" hatten. Ein junges Mädchen, das in einem Geschäft, in dem sie angestellt war, verschiedene Diebstähle verübte, Wurde von der Schutzpolizei festge- nommenl

-r- Veranstaltungen am Donnerstag. Staats- t he ater:Nebeneinander", 7% Uhr. Hes senland: Großes Febr.-Programm, 8. Neues Theater:Der heilge Ambrosius", 7% Uhr. Deutsch- Kolonialgesell­schaft: Vortrag von Hanptschristleiter Dreß- ler überTsingtau, China, Japan", Landes- bibliothek, Uhr. Anfklärungsvor-- trag für Frauen und Mädchen, Stadtpark, 8 Uhr. Bibl. Vortrag: Prediger Nagel, Hospiz, 814 Uhr. Gabelsberger Steno­graphie, Unterricht, Fortbildungsschule, 8 Uhr. Ehemalige 80er, Versammlung, z Uhr. Winzerstuben: Kleinkunst, 8 Uhr. Heute Mittw och: Kriegsopfer-Generalver­sammlung, Arbeiter Fortbildungsverein, 7 Uhr.

ZuchtschweinemaM.

Kassel, 6. Februar. Es herrschte starker Käuferandrang Für ältere Tiere gingen die Preise etwas kurück, für kleinere stiegen sic. Amtlich wurden folgende Preise festgestellt: Ferkel bis 6 Wochen alt 815 Mark/von 6 bis 8 Wochen 1522 Mark von 813 Wochen 2230 Mark, für Läufer von 34 Monate ast 3040 Mach, von 45 Monate 4045 Mk., über 5 Monate 45 Mk. und mehr. Austrieb: 800 Ferkel bis zu 13 Wochen, 39 Läufer von 3 Monaten an, zusammen 833 Stück.

Letzte Depeschen.

Der etanö des Dollars

Dienstag Nlitlwocy

Uai'Iichs Notierung Amtliche Notierung

4,206 OilliOM 4,200 Um

die Zollsätze für wichtige Rohstoffe und Halb­fabrikate für die weiterverarbeitende Industrie des besetzten Gebietes erhöhten. Die Absicht, das besetzte Gebiet nach Frankreich und Belgien zu orientieren, trete auch bei der Handhabung der Einfuhrbewilligungen der Besatzungsmächte zu­tage. Hierdurch werden die deutschen Eisen­bühnen und Häfen und besonders auch die deut­schen Zolleinnahmen, die im Dezember nur die Hälfte der Novemberziffern betrugen, stark be­nachteiligt. Die Schwierigkeiten für die deutsche Wirtschaft und die deutschen Finanzen sind ungeheuer. Der bisher erfolgreiche Versuch, der deutschen Regierung zur Stabilisierung des Budgets wird in Frage gestellt Die Regierung fordert schnelle Beseitigung dieser Maßnahmen.

Preußens Sparmaßnahmen.

Ern Abbau-Gesetzentwurf.

(Eigene Drahtmeldung.s

Berlin, 6. Februar.

Die preußische Staatsregierung hat einen neuen En twu rf zum Abbaugesetz ausge­arbeitet, der in der Montagssitzung des StaatS- ministeriums fertiggestellt wurde und nun dem Ständigen Ausschuß des Landtages vorgelegt wird. Der neue Entwurf ist bemüht, die For­derungen der Volksvertretung nach Möglichkeit zu berücksichtigen und eine Formel zu finden, die die Vorschläge des Landtags mit den Grund­sätzen der Staatsregierung vereinigt. Unter an­derem bringt der Entwurf eine neue Zusam­mensetzung per Berufungs-Instanzen bei Prozessen. Die Provinzialausschüsse sind in der neuen Vorlage weggefallen, dafür wird ein besonderer Kontrollausschuß in Berlin eingerichtet.

«Segen Vreußenv Versonalpoittlk.

Königsberg, 6. Februar. (Eigene Traht- meldnng.) Der Bezirksvorstand und der Vor­stand deS Wahlkreisverbandes Ostpreußen der Deuffchen Volkspartei haben in einer gemein­samen Sitzung eine Entschließung angenommen, in der schleunigst eine Aenderung des Kur­ses der preußischen Politik in den Per­sonalfragen gefordert wird. Die Mehrheit der Bevölkerung Ostpreußens verlangt, daß künf­tig der Reinlichkeit in der Staatsverwaltung in anderer Weise als bisher Rechnung getragen werde. Wenn die Fraktionen nicht in der Lage sind, die Mißstände zu beseitigen, so wird auf­gefordert, zu versuchen, in einem anders orga­nisierten Kabinett den berechtigten Forderungen Rechnung zu tragen.

-Sie hohen Brfatzungslaften.

Rotterdam, 6. Februar. (Privat-Tele- gramm.) DieTimes" melden aus Paris, die deutsche Regierung habe nachgesucht, die für Februar fälligen Besatziingskosten in Höhe von 34 Millionen Goldmark in zwei R a- t e n zahlen zu dürfen.

Heutige Berllue? Börse.

Tendenz: Lebhafter.

«Stflener telegraphischer Bericht.!

Berlin, 6. Februar, 1,30 Uhr.

Am Devisenmarkt hat die Nachfrage nach London, Italien, Schweiz und Belgien zn- flenommen. Das Pfund Wird mit 18,2 genannt. Die Mark ist im Ausland? stabil. Am Ef­fektenmarkt ist die Tendenz Weiter fest und bas Geschäft lebhafter. Bevorzugt sind toied-r SpeZfalWerte, deren Auswahl sich jetzt vergrö­ßert hat. Besondere Nachfrage besteht nach Montan-, Kali- und Maschinentoerten. Auch am unnotierten Markt fit die Lage Mer. Hei­mische Renten sind erholt, Kriegsanleihe haben einen Kurs von 130. Im allgemeinen blieb heute bi? Gnmdstimmung feft. Tägliches Geld ist zu % pro Mille reichlich angeboten.

Bank-Aktien

Darmft.Bank . . 19,5

Deutsche Bank. . 19

Disk.-Ges...... 22,7

Dresdner Bank . 12,3

Berl. Hand.-G. . 68

Montau-Aktien

D.-Luxemb.....64,75

Ge senkirchen . . <1

Harpener..... 92

Phönix......46,8

Mannesmann . . 51

Buderus.....26,75

Rhein-St.....49

Caro........33,5

Oberbedarf.... 38,5

Schiffahrts-Werte

Hapag ......46

Nordd. Lloyd. . . 9,6

Hansa-Dampjer. 24

Jndustrie.Attken

Badische Anilin. 28

Goldschmidt . . . 26,5

Höchster......23.5

Elberfelder.... 26,5

Nobel-Dynamo . 13,7

Anglo-Guano . . 50

Aceumulatoren .

Felten....... 46

Lahmeyer.....24,5

Licht n. Kraft . . 15

Schuckert.....56

Siemens.....53

A. E. G......16,5

Orenstein &$?... 15

Hirsch, Kupf. . . 49

Adler-Kleyer... 4,3

Daimler ..... 6,5

Bing-Metall... 6,5

Mansfelder . . . 16,1

Kali Aschersleben 25

Berliner Masch. . 36

Krauß...... . 13

Valuta-Werte

Otavi.......37

Diamonshar. ... 18

Zolltürken .... 12,5

Bagdad I.....16

Bagdad II ... . 14

Freiverkehr

Krügers hall . . . 14,6

Becker-Kohle ... 13

Becker-Stahl... 13

Api .......11,5

Benz........ 7,5

Ufa ........11

tlm Rhein und Ruhr.

Gegen die französisch-belgische Willkür.

(Privat-Telegramm.)

Berlin, 6. Februar.

Tie Reichsregierung hat in einer Rote gegen die Willkür der Rheinlandkommission protestiert. Die vollzogene Erhöhung der Zollsätze auf die vollen 100 Prozent des deutschen Zolltarifes mache das besetzte Gebiet uurt- chaftspolitisch gegenüber dem übrigen Deutsch­land völlig zum Ausland. Die Besatzungs­behörden verschärften diesen Zustand durch Be­günstigung der Waren einfuhr in das ve- etzte Gebiet aus Frankreich und Bel- 91 e n her, indem sie die Einfuhrzölle für Spiri­tuosen, Kleider usw. ermäßigten, mährend sie

Alles in Billionen Prozent. * * * >

Kasseler Kurse vorn 6. Februar.

Baumann u. Lederer Nachfrage 10, Angebot 11; Deutsche Zündbolz N. 10, A. 11: Großalm. TonWerke N. 15; Hohenlohe Nährmittel N z, A. 9; Landwehr u. Schultz N. 0,12, A. 0,15; Gebr. Ungewitter N. 2,60, A. 3; Ad. Weber N. 1.10. A. 1.40: Warhnrger. Htckc, A. 4.50.

ceuptfdiTtftt» ter ftjri itrfebritb 3>re61er. Xsetcntwo-titA 4r bin pol tischen und algemetn-n 5 il Karl Friedrich tret Ier sfür den lokalen TeU: Llndotf Hepneinann, für den nn:ciqertcU: Conrad L'.achSm NN. Irud und -eriig »affeter 9?euefteS3acbr!d;ier ('erbinanb Stoch >1ämtüd) in Raffel

Weinbaus Hermann Funke jr.

Winzers!üben. Tischbestejlung Fernruf 4626