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14. 3« Organs j
Sonntag, 27. Januar 1924.
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Nummer 23
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Kasseler Neueste Nachrichten
Kasseler Abendzettung Hessische Abendzeitung
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Sie Pfalz drangt zur Entscheidung.
AbwartendeHaltung.
Schwebende Fragen.
Das Reichskabinett hat in den letzten Tayen verschiedene Sitzungen gehabt, aber keine wesentlichen Beschlüsse gefaßt, denn die Hauptfragen der inneren und äußeren Politik befniden sich noch in der Entwicklung, so daß Beschlüsse erst nach gewissen Klärungen möglich sind. In^ vor- derster Stelle der Beratungen steht die Gold- notenbank und die Reparationsfrage. Beide bilden je ein Problem für sich und sind doch eng mitein anbet verknüpft, denn «ohne Goidnoten- bank keine Reparationen', sagte Dr. iÄhacht. Wenn er auch über di« Einzelheiten Vvlliges Stillschweigen bewahrte, so geht doch aus allen bisherigen Pariser Veröffentlichnngen hervor, daß die Besprechungen, die Dr. Schacht mit dem Sachversränoiqen-Ausschuß in Paris hatte, emen bedeutenden Fortschritt ergeben haben Es teiteht jedenfalls auf englischer und amerikanischer Sette die Ueberzeugung, daß die Errichtung der deutschen Goldnotenbank notwendig ist, wenn die sestgefahrene curopätsche Wirtschaft wieder in Gang gebracht werden soll. Da die ganz« heutige Weltpolitik sich nur auf dem Geschäft aufbaut und die Länder erst dann an wnL- lichr Aufbauarbeiten Herangehen, wenn ihre tote- schäfte schlecht gehen, so ist damit ein« Gemeinsamkeit der Interessen mit Deutschland gegeben. Wenn die Franzosen sich so lange gegen das Auf- HMW gesträubt haben, obwohl auch ihre Mrt- sck-M immer mehr zurückging, so ertläMsich tes aus ihrer Angst, daß bei einer allgemeinen Besserung auch Deutschkand wieder stark werden könnte. Schließlich läßt sich aber das natürliche Bokwärtsdrängen des Pölkerlebens nicht durch den französischen Hemmschuh dauernd zurückhm- ten, und wenn es nicht mit Frankreich geht, dann würde es ohne Frankreich gehen. Um sich dieser Gefahr nicht auszusetzen, fügt man sich endlfth in Paris den stärkeren Mächten, die rnt englischen und amerikanischen Kapital wurzeln.
Das Zustandekommen der deutschen Gold- Notenbank ist also sehr wahrscheinlich schon zum April zu erwarten. Wie Dr. Schacht zuversichtlich äußerte. Nach den Mitteilungen des »Petit Pa- rifien' über Schachts Man — es ist bödanerKch, daß so oft deutsche Pläne erst auf dem Umweg über das Ausland bekannt werden — finden die Anteikzeichnungen in Deutschland und im Ausland« statt. Für deutsche Zeichner, die der kkapitalverschie-mna und Steuerhinterziehung schuldig sind, ist angeblich ein« Amnestie vorgesehen, wenn sie Beträge an Aktien der Bank zeichnen, die zur Hälfte ihrem Vermögen in Devisen entsprechen. Das wäre eine das Vokksempfin- den verletzende Bevorzugung der Großen, die man gewöhnlich.lausen läßt. Aber es scheint, daß sie nicht zu entbehren sind. Dfe Zeichnungen in Gold und Devisen, die das Kapital bilden, werden im neutralen Ausland« hinterlogt, damit sie aleichzeitig gegen eine etwaige Revolution in Deutschland ^ter gegen eine BesMag- nahme durch eine seinonche Macht geschützt sind. Diese Maßnahme bedeutet feitet, daß man die Reichsregierung nicht stark genug glaubt, den deutschen Besitz zu schützen und zeigt, wie wir noch von widrigen Umständen abhängig sind. Aber vor der Tecksache darf man nicht die Augen schließen, und di« Vorsicht ist vielleicht ein Entgegenkommen für die ausländischen Geldgeber. Den Aktionären ist di« Beteiligung noch dadurch schmackhaft gemacht, daß sie eine Dividente von fünf Prozent und einen Anteil am Gewinn erholten. Das Reich erhält zwei Prozent des Aktienkapckals aus den Nettoeinnahmen. Die Dauer ter Bank ist mit sechsurrdzwanzig Jahren garantiert. Der Aufiichtsrat besteht aus Persön- Kchfeiten des Wirtschastslebens. Ob ter Plan in diesen Einzelheiten verwirklicht wird, steht nach dabin. Die französische Regierung verlangt weitergehend bestimmte Zusicherungen über eine akkterte Kontrolle und ein« allgemeine Utter« wachnng des deutschen Reichshaus-alts, (!) wogegen Dr. Schacht mit Recht bereits Stellung genommen hat.
Während di« großzügige Finanzierung im Werten ist, muß natürlich versucht werten, den ReichsbauShalt auszugleichen. Aber eS geschieht dabei Manches, das die Kritik der« ausfordert Die SPar»Matznahmen des Reichsfinanzministers Dr. Srckher sind bekannt. Der Beamtenabbau und die Kürzung ter Besoldung werden von beit" Betroffenen hart empfunden. Andererfeits liegen auch die vielseitigen Stenern als ein fchwerer Truck auf manchen Erwerbskreisen. Beites läßt sich natürlich mit ter Finanznot tes Reiches rechtfertigen. Aber daneben ist es unlogisch, wenn den Franzosen und Belgiern die Besatzungskosten weiter gezahlt werten, wie es tatfäcAich gescheht, obwohl die Rentenbank dagegen protestiert hat, weil diese Ausgabe den ReichshauShalt aufs neue in Verwirrung bringen werde. Tas ReichSkabinett hat sich trotzdem in feiner Mehrheit fiter die Bedenken hinweggesetzt und zwar, wie ter Außenminister Stresemann erklärte, aus außenpolitischen Grünten. Ties« Stellungnahme
des StobtnettS bedarf ter näheren amtlichen Erläuterung. Es ist mit dem Voltsempfinten nicht vereinbar, daß ten Feinten, die mit Miki- täraetotilt die Rhein- und Ruhrtevökkerung unterdrücken, die bte Staatskassen und Privatbanken beraubt, Häuser ausgeplündert, Schulen te- setzt und Taissente auSgewiesen haben, die mit rem Verbrechergesindel ter Separatisten deutsches Gebiet annektieren wollen, die die deutsch« Wirtschaft an ten Abgrund getrieben haben, daß diesen Unterdrückern als „Tanf* dafür die Kosten ersetzt werten. In diesem Falle wäre mehr Zurückhaltung und Sparsamkeit angebracht. Ater die Regierung sieht noch nicht klar in der Außenpolitik. man kennt die werdenden Konstellationen noch nicht, und so wartet man mit ändernden Beschlüssen. Bei dem Warten sollte man aber das Naheliegende und Selbstverständliche nicht übersehen. K. F. D.
Die Pfälzer wehren sich. Abstimmung «gen die scparatistsche Bewegung.
c (Eigener Drahtbericht.)
Speyer, 96. Januar.
Durch die ganze Pfalz geht eine Bewegung die zur Abstimmung in ten einzelnen Crt= chaften aufruft, um die völlige Ablehnung der Separatisten-„Regierung« in Spey r durch die Bevölkerung zu b künden. Richt einmal ein Prozent der Bevölkerung in vielen Ortschasten folgt den Separatisten. Die Bürgermeister der dreiundvierzig Landgemeinden ter Rordvfalz nf:ftn einstimmig folgende Entschließung: 1 Wir erkennen die „Regierung der autonomen Pfalz« in Speyer nickst an. 2. die Bürgermei ster, die eine Loya itütSerklärung an die sogenannte autonome Regierung abgeg brn haben, erklären feierlich daß sie diese Erklärung nur unter dem Zwang abgegeben Haven, da ihnen mit Ausweisung und Beschlagnahme des Br- sitieS, Reguisitionen usw. gedroht wurde. 3. Die erklären feierlich, daß sic sich in Zukunft auch nicht mehr durch Androhungen von ZwangS Maßnahmen zu einer solchen ehrlosen Erklärung herbrilaffrn würden.
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Vorsicht vor Derzv^erung.
Berlin. 26. Januar (Pr vattelogramm.) Der Besuch des englischen Botschafters im Auswär- tgen Amt hat ter Fraae einer Unterbre-tnng der SiecktS-ntscheiduna über die Separ tist nh-rr- schaft in ser Pfalz an den Haager Schicds- gerichtShos gego ten. Die „T'meS" hatte bereits darauf vorbereitet daß Maedonald di« Pfalz' frage ohne nagressive Politik ggen Frankreich lösen wolle. Zu der englisch'n Anregung hat das ReichSkabinett noch keinen Beschluß gefaßt. Die Ueberttagung an teS Haager Schiedsgericht würde dir Separat "sten Herrschaft in ter Pfalz auf Monate verlängern
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Frankreichs rechtswidrige Haltung.
Paris, 26. Januar. (Eigene Drahtmeldung.) Der „Temps" berichtet, daß der MMisterrat in seiner Sitzung am Mittwoch dem Gen ral de Rietz in Speyer ein auSdrück iches BerttauenSvo tum habe zngrhen lassen. daS dem General Dank und Anerkennung ter Nation für die loyale und aerechte Wahrung der Knteressrn Frankreichs im Rahmen der Berlragspftichten ausspricht.
Steuer Streit in Thüringen.
Folgen des Ausnahmezustandes. ’ (Privat-Telegramm.)
Weimar, 26. Januar.
Die thüringische Regierung steht aber- mals in einem scharfen Gegensatz zu dem Mi- litLrbefehlshaber Generalleutnant Sasse. Der Befehlshaber hatte Beranlaffung genom men, noch einmal auf eine Verfügung tes Reichsministeriums vom 9. Oktober 1923 hinzuweisen und auf Grund dieser Verordnung ersucht. zukünftig in federn Einzelfalle vor Erlaß etwaiger Rotgesetzverordnungen oder Berfügun- gen von wesentlicher Bedeutung mit ihm Fühlung zu nehmen. Die Regierung hat hiergegen einen energischen Protest ausgesprochen und das Vorgehen tes Generals als einen durch nichts nererfitfertiqten Eingriff in die Lantesverwaltung bezeichnet. In ter Eingabe an den Reichskanzler wird ebenfalls schärfster VrMett gegen die Verfügung des Militärbefehls- Habers erhaben und die gänzliche Befeittgung tes milttärischen Ausnahmezustantes gefordert.
Aus GowZetrußtand.
Die Beziehungen zu anderen Ländern.
(Eigene Drahtmeldung.)
Rotterdam, 26. Januar.
Die Londoner Morningpost meldet aus M o S« kau: Der Rätekongreß hat vor seiner Ber- tagung beschlossen, alle ausländischen Verträge und Konzessionen an ausländische Gesellschaften von ter nachttäglichen
Nebernahme von Teilen der rusfischen Staatsschuld abhängig zu machen. Die Konzessionen mit den deutschen Kruppwerken «mb dem deutschen Wirthschen Unternehmen habe der Rätekongreß ni chft gebilligt. (?) — Der fas- zistische „Secelo" meldet aus Rom: Mussolini ist durch LeninS Tod veranlaßt worden, die An - erkennung der Tmvjetrepublik zunächst zu vertagen. Mussolini habe seiner persönlichen Auffassung Ausdruck gegeben, daß LeninS Tod, wenn auch nicht sofort, so doch in kurzer Zett bedeutende Wirkungen in Europa ausüben müsse und daß eine neue Epoche ter russischen Revolution bevorstehe.
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Beachtenswerte Vorgänge Im Heer.
Rotterdam, 26. Januar. (Prtvat-Tefe- gzamm.) Ans MoSkau wird berichtet: Ge- neralBudjanoff, der Oberkommaudierende der Roten Armee, wurde „wegen Erkrankung" aus fünfzehn Tage beurlaubt. Die Gerüchte, daß ter General verhaftet sei, sind unzutreffend. Mit dem General sind eine Anzahl Offiziere deS Kriegsministeriums vorläufig aus dem aftiven Dienst genommen Worten.
(Einberufung des Reichstags Das Ermächtigungsgesetz wird nicht verlängert.
(Eigene Drahtmeldung.)
Berlin, 26. Januar.
Im Zusammenhang mit der Diskussion über die Einberiifimq teS Reichstags ist in parlamentarischen Kreisen auch davon gesprochen Worten, daß evtl, eine Verlängerung ter Geltungsdauer tes Ermächtigungsgesetzes notwendig werter, würde, weil dieses am 15. Fe - 6r.ua abkä :ft und ter durch Verordnungen zu regelnde Stoff bis dahin von ter Regierung nicht aufqearbeitet werten kann. Wie wir ans parlamentarischen Kreisen dazu hören, besteht die Abstckft einer Verlängerung dieses Gesetzes iedock n i ch t, da die Regierung selbst es nickt kür notwendig hält. D«S Gesetz wird also am 15. Februar, wie vorgesehen, außer Kraft treten. Außerdem rechnet man damit, daß ungefähr Mitte Februar auch daS Reichs« tagsplenum wieder zusammentreten kann, weil anzunehmen ist, daß die nach Berlin kommenden Gackverständigenkomitees bis um diese Zeit ihre Arbeiten beendet haben dürften.
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«eichstagswodien wahrscheinlich Im 3uni.
Berlin, 26. Januar. Die Ansicht, noch vor ten Neuwahlen eine Novelle zur Aenderung teS Reichstagswahlrechts zu terabschie- tzen, ist aufgegeben worden, nachdem in einer Besprechung am Donnerstag mit ten Parteiführern im Reichsministerium des Innern die Führer selbst erklärt haben, daß wegen ter ter« geschrittenen Zeit von einer Aenderung tes Wahlrechts abgesehen Werten müsse. Wie Weiter berichtet wird, rechnet man damit, daß di« Wahlen voraussichtlich im Juni statt- finten. Es bestehe in parlamentarischen und Reqierimgskr eisen Einmütigkeit darüber, daß die Wahlen nickt unter dem Ausnahmezustand ter« genommen werden sollen.^
Maßnahmen in Bayern.
Verbot von StteikS und Aussperrungen.
(Eigener Drahttericht.s
München. 26. Januar.
Der Generalsiaatskommissar v. Kahr hat eine neue Verordnung erlassen, wonach Streiks, wie auch Aussperrungen in Krankenhäusern, Irrenvflegeanstalten und in ter Landwirtschaft während der Zeit ter Ernte der für die Ernährung der Bevölkerung notwendigen fotb= srüchte, in den Molkereien, sowie in ten Betrieben zur Versorgung der Bevölkerung mit Gas, Wasser und eleftrifchem Strom verboten werten. Zuwiterhandlungen werten mit Gefängnis und Zuchthaus geahndet. Todesstrafe tritt ein, falls durch die Straftat der Tod von Menkcheu verurfacht wird. Mit dieser Strafe wird auch belegt, wer einen Beamten, Angestellten oder Arbeiter Wegen feiner Arbeitswilligkeit. wegen seiner vaterländischen oder po lisischen Gesinnung oder Betätigung ober Wegen seiner Zugehörigkeit ober Richttugehörigkeit zu einer wirtfckmstlichen oder hentfsständiscken Vereinigung mißhandelt, bedroht oder wirtschaftlich schädigt ober wer aus diesen Grünten eine dieser Handlungen gegen eigen Angestellten. Beamten ober Arbeiter ober ebenso gegen eine in dessen. Hausstand aufgenommene Person vorgenommen hat.
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2m Unters« chung«gefan>nls erkrankt.
München, 96. Samt«. (Privackelegrrmm) Landesgerichtsrat Poehner, ber frühere Poli- jteifiäRtettt von München, ist im Untersuchungsgefängnis au einem Magen und Darmleid-i» erkrankt. Man brachte ihn In ein Krankenhaus.
Lohn und Leistung.
Unterbringung der Arbeitslosen.
Da« Problem derArbeitslosen-Fürsorge, bw Mehrarbeit und der Sntlohunng wird Mi der gegenwärtigen fthiethten WirttthaftSlag« immer fthwieriger.Man schreibt »n« darüber
Die Notlage Deutschlands macht es uns zum Gebot, daß wir keine Arbeitsstunde ungenutzt lassen dürscn, denn iebe versäumte Arbeitsleistung tes einen bedeutet die Arbeitslosigkeit eines anderen und eine Hinschleppung bet Ar- beitslosenkrise können wir uns nicht leisten. Da tie Grundlage unseres Geltes die schaffende Arbeit bei Wirtschaft ist, hat di- ewige Friedlosia- leit fite unser Volk die verhängnisvollste t Folgen. Allgemein ist die Auflassung vertreten, daß quantitativ itn'o qualitativ mehr gearbeitet werden muß. Dies gilt aber nickt nur für den einzelnen Arbeiter, sondern auch für die Gesamtheit, die ebenso Wenig vertragen kann, daß eine große Anzahl arbeitsfähiger Menscken zu unfreiwilliger Untätigkeit verurteilt ist. Ist es nun te ikbar, daß durch größere Infensivickit der Arbeit und durch Verlängerung der Arbeitszeit, die zunächst natürlich eine Anzahl Arbeitskräfte überflüssig macht, auch Ar- Keitsmögltchkeit für di« Entlassenen geschaffen Wird? Mr wollen dies« Frage nicht aufwerfen, ohne sie gleichzeitig mit Ja zu beantworten, denn Wenn die fetzige Leisttmgs- steigeruftq nur das bedeuten soll, daß man die bisher unsichtbarer Arbeitslosen zu sichtbaren Arbeitslosen macht, so ist gar nick" geholfen, weil wir die Unglücklichen, die keim Arbeitsgelegenheit erhalten, doch nicht verhimgern lassen können, sie also auS.ter Substanz der Wirtschaft ttet aus der Arbeit oder aus beiten gemeinsam ernähren, müssen. Nun ist auch daS Problem bisher zu kompliziert behandelt, indem die Vor- Mittelung der Arbeitslosenunterstützung durch 'den Verwalttsiiasapparat ging. Die Wirtschaft hat sie d-ch. als Steuer — oder In flock mrssteuer — zahlen müssen Muß die Wirtschaft aber ohnehin die Saft tragen, wes hab soll sie sie nicht direkt übernehmen und zwar nicht als Last, fort« bm so. Wie sie
die Verteilung ter Arbeit stets normaliter als eine ter wichtigsten natür« sichen Funktionen ausübte. Die ArbeitSvertei« lung erfolgt nämlich normaliter durch di« Entlohnung, die durch ten Wert der Arbeit bestimmt wird. Die Entlohnung hat nämlich nickt nur den Sinn, daß das arbeitende Indivi« buurn davon leben kann, dann Wäre schließlich ein gleicher Lohn für Alle das Gegebene. Die Entlohnung hat nämlich den Sinn ter Arbefts- vertoilunq und 3War in folgender Weise: Di« vollwertige Arbeit ergibt in der Ware tmen festen Wert. Wenn sie selbst ihren Antefl an. dem Verkausspreife ter Arbeit erhält, er mag groß oder klein fein, jedenfalls stellt er eine Summe von Kaufkraft dar, di« nicht nur dazu aus reicht, das Leben zu fristen, sondern auch die normalen Bedürfnisse Zu beftiedigen. oder als Spargroschen doch auf irgendeine Weise in der Wirtschaft sruchkbrr zu werten. Ihrem Wert entsprechend bezahlt« Arbeit Wird deshalb fähig sein durch normale Befriedigung der persönlichen Bedürfnisse anderen und zwar den bisherigen unsichtbaren oder sichtbaren Arbeitslosen Beschäftigung und Er- Werb z u geben. Wir sind heute alle in Deutschland mehr oder minder zu einer sehr u n. rentablen.»Selb st Versorgung* gefetn. men. I.> schmäler ter Lohn ist, um so mehr bat ter Arbeiter sich feine Schuhe selbst besohlt, ater seine Stube selbst gestrichen, oder Stuhl oder Tisch geleimt und anderes mehr. Er verbrauchte ba$it, was sich ieter sagen kann mehr Arbeitszeit, als ter darin geübte Arbeiter und rührte die Arbeit außerdem unsachgemäß und 'ckleckt aus Ist der Lohn hinreichend, so wird er diese Beschäftigungen abaeben und dadurch anderen mehr Verdienst geben.
fft selbst kann statt ber ihm fernliegenten Beschäftigung in seiner ihm geläufigen Arbeit un- gleich größ'w Werte schaffen, oder er ruht au« ober erboft sich, nm zu seiner Arbeit ftischer zu sein, und die Leistung ist damit gesteigert. Roch eins: Man rechne nebenbei einmal aus, Wie durch dis stundenlange Anstehen nach Waren, wo st? einen Pfennig billiger feilgeboten Wethen, Arbeitskraft und Arbeitsintensität leitet. Das sind Schickenseiten einer verkehrten Sparsamkeit an den Lehnen, di« sich in ter Wirtschaft schwer rächen Denn »ntweder strömten di« Arbeitskräfte zu den großen Betrieben und bildeten dort die nnproduftite Belastung, oder die Wirt- 'chast mutzte die Arbeitslosenunterstützungen be» zahlen, wodurch die Basis ihrer Produktion auch wiederum eingeschränft wurde. Das Geld, das in di« L ö h n e gesteckt wird, ist höchst p r 0 d u k- tiv, es vermindert di« Massenarbeitslosigkett, es vermehrt dem produzierenden Betrieb beit Kundenkreis. Es ist nicht erspartes Kapital, was an den Löhnen gespart wird, sondern ter« -qeudetes Kapital, denn geht es nicht in die Lötz, ne, wodurch c8 durch normale Zirkulation di«