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Kasseler Abendzeitung
Hessische Abendzeitnng
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Nummer 16.
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Sonnabend, IS. Januar 1924.
14. Jahrgang
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LeuiWauds Antwort in Vorbereitung.
Deutsche Kundgebungen
Gewerbesteuerreform.
Die Lohusummensteuer in Kassel.
Reich und Länder.
Am Deutschlands Einigkeit.
Am Erinnerungstage der Reichsgründung, am 18. Januar, drängt sich wieder der Vergleich hervor zwischen dem, das Bismarck vor drei, undfünfzig Jahren geschaffen hatte, als int Versailler Schloß die Zusammenfassung der deutschen Länder durch die Krönung des deutschen Kaimrs besiegelt wurde, und dem heutigen DeutscMnd. das durch das Versailler Diktat von 1919 vernichtet werden solle. Vor einem halben Jahrhundert der Beginn eines beispiellosen Aufstiegs zu politischer und wirtschaftlicher Macht und kultureller Höhe, jetzt aber als Folge des Krieges furchtbarer Tiefstand auf eben diesen Gebieten. Als Bismarck die Staatsleitung aus der Hand geben mußte, hat er der Zukunft des Reiches mit großer Sorge cntgegcngesehen. Er kannte die inneren Notwendigkeiten und die äußeren Gefahren Nach beiden Richtungen hin sind wir von einem bösen Schicksal hart getroffen worden. Heute richtet sich unser Blick auf die inneren Veränderungen, die leider auch nicht zu unserem Vorteil gediehen sind. Die durch die Weimarer Verfassung geschaffene Umgestaltung der bundesstaatlichen Einheit, die eine starke Zentralisation der Reichsgewalt gebracht hat, befriedigt nicht alle deutschen Länder, da sie sich in ihren Besondecheiten eingeengt fühlen. Die dauernde Eigenwilligteil zum Beispiel der bayrischen Landesregierung gegen die Reichsregierung hat schließlich zu dem Antrag auf Aenderung der Reichsverfassung geführt, worüber gegenwärtig in Berlin Beratungen gepflogen werden, und es ist Aussicht, daß ein» Verständigung erzielt wird. Das Auflehnen Sachsens und Thüringens hat ebenfalls noch in den letzten Tagen dem Reichskabinett schwierige Aufgaben gestellt, so daß die Reichs- erekutive angewandt werden mußte. Im allgemeinen hat die Erfahrung gezeigt, daß das System der Zentralisatton in manchen Teilen, so besonders im Finanz- und Steuerwesen, gelockert werden muß. um den Ländern mehr ihren Be- dürfnissen entsprechende Selbständigkeit zu gewähren.
Anders ist es in politischer Hinsicht. Die Verhältnisse in Sachsen und Thüringen hatten sich so entwickel, daß der Widerstand der Landesregierungen gegen Berlin keineswegs von der Mehrheit der Bevölkerung jener Länder gebilligt wurde. Die dort herrschende sozialisftsch-kommu- nistische Minderheit übte ein Parteiregimeni aus, das nicht zum Woble der Gesamtheit war. Deshalb hatte die Reichsregierung ihrer Autoritä! durch Entsendung bewaffneter Macht Geltung verschaffen müssen. In Thüringen weilten außerdem, auf Ersuchen großer Thüringer Volksteile, Reichsbeauftragte, die die Verhältnisse prüfen sollten. Deren Berichte sind nun im Reichs- kabinett gemeinsam mit thüringischen Ministern erörtert worden. Wie es in der amtlichen M'-- teilung darüber heißt, entspricht die thüringische Landesregierung in ihrer gegenwärtigen Zusammensetzung nicht den Vorschriften der thüringischen Verfassung. Die Beschwerden aus der Bevölkerung haben sich zu einem erheblichen Teil als begrüiwet erwiesen. Namentlich gibt die Beamtenpolitik der thüringischen Regierung der Reichsregierung zu schweren Bedenken Anlaß. Die Verfehlungen gegen das Reichsstrafgesetzbuch im thüringischen Ministerium des Innern, die bekannten Urkundenfälschungen und Anstellungen von Sozialisten, die im Zusammenhang mit der Beamtenpolitik stehen, bilden zurzeit den Gegenstand straftechtlicher Untersuchung. Diesen Berliner Erklärungen gegenüber gibt die Thüringer Regierung zu, daß sie in der Zahl ihrer Mitglieder zurzeit nicht ganz der Landesverfassung genügt. Es sei aber nicht möglich, vor der Landtagsneuwahl eine Ergänzurgs- wahl vorzunehmen. Immerhin sollen Anstellungen, Beförderungen und Entlassungen von Beamten und Lehrern bis zur Neubildung einer Regierung nur mit Zustimmung eines fünfgliedrigen Ausschusses vorgenommen werden Das Thüringer Finanzministerium nuiß einen Bedarfsnachweis aller Ministerien aufstellen, und es dürfen keine Ausgaben gegen den Einspruch des Finanzministers geleistet werden. Diese Reichsaufsicht mag zwar nicht angenehm
Aeußerungen der Staatsmänner Neichskanzlrr Lr. Marr.
Berlin, 18. Januar. (Eigener Drahtbe- richt.j Reichskanzler Dr. Marx hat an die katho- lifd)c Verbindung „Burgundia" Berlin, aus Anlaß der Reichsgründungsfcier ein Schreiben gerichtet. in dem es unter anderem heißt: Wir haben ein neues deutsches Reich: bei weitem nicht so mächtig wie das frühere, denn ihm fehlr die schimmernde Wehr der Waffen. Nicht so reich wie das alte, denn wir seufzen unter unerträg- lichen Finanzlasten. Wir sind ein armes Volk geworden, aber eines hat das neue Reich mit dem alten gemeinsam, die Rechtsgrund, läge. Lasten wir »ns doch nicht durch das Gerede irre machen, cs sei sowohl vom staatsbürgerlichen wie vom christlichen Standpunkte aus unrecht, dcnr neuen deutschen Reich Geist und Kräfte zur Verfügung zu stellen, denn es sei hervorgerufen durch einen Rechtsbruch, die Revolution, nnd habe infolgedessen keinen Rechtsanspruch den Staatsangehörigen gegenüber. Falsch würde ein solcher Standpunkt sein und ungerechtfertigt sowohl vor dem Richterstuhl des Staatsrechts wie vor dem Gewissen. Richtig ist, daß die Revolution von 1918 ein Unrecht war. Tat- s a ch e ist aber auch, daß ihre Wirkung zu End« war. als die durch freie allgemeine Wahl des Volkes gebilligte Nationalversammlung in Weimar die B e r f a s s u n g des neuen deutschen Reiches vom 11. August 1919 schuf. Mit deren Inkrafttreten bat das neue deutsche Reich wiederum eine Rechtsgrundlage gefunden. Bon diesem Zeitpunkte an hörten die rechtswidrig durch die Revolution hervorgerufenen Zustände auf. Verfassungsmäßig war von da ab Verwaltung und Gesetzgebung in der neuen deutschen Republik begründet. Bon da ab haben die Angehörigen deS deutschen Reiches der verfassungsmäßigen Regierung Treue und Gehorsam zu leisten, nickt nur als Staatsbürger, sondern auch als Christen. Diese Darlegungen Nnd reckt- ljch tmd moralisch vollkommen einwandfrei. Sie werden leider Gottes allzu oft gerade in akade- mischcn Kreisen übersehen. Dr. Marx stellte dann im weiteren Verlaut seiner Ausführungen ausdrücklich fest, daß auch die Revolution nur eine Folge des verlorene» Krieges gewesen sei.
Irelchrsu-rnmknMr Dr. «trrsemann.
Hamburg, 18. Januar. (Eigener Draht- bericht.t Bei der gestern abend vom Landesverband Hamburg der Deutschen Volkspariei veranstalteten stark besuchten Reichsqründungsfeier ergriff unter anderem Rrichsminister Dr. Strese- mann das Wort und sprach über die Vorgänge der äußeren und inneren Politik. Bei den Fragen der Außenpolitik ging er vorwiegend aus den Ruhrkampf über, den er als einen Kampf der Seele gegenüber der Gewalt bezeichnete. Der Kampf sei zwar verloren, aber der Gedanke des Kampfes sei nicht falsch gewesen.' Er habe gezeigt, daß es auck für das deutsche
bei den ReichSgründungSfeier«.
Volk eine Grenze der Geduld und deS Entsagens gebe und er habe die Meinung zerstreut, als ob das rheinische Volk ein eigenes Leben führen wolle innerhalb des deutschen Reiches, oder als ob es sich verlieren wolle an das französische Volk. Die Bedeutung des Ruhr- lampfes werde sich erst zeigen, wenn die Entscheidung fallen werde über das, was der griff dieses Kampfes gewesen sei. Die Vorgänge in der Pfalz unter den Treibereien der Franzosen seien eine Kulturschande; ganz Europa müsse sich ihretwegen schämen. Dr. Strcsemann begrüßte den Zusammentritt der internationalen Konferenz, die über die Leistungsfähigkeit Deutschlands ein Urteil obgebcn solle Die Entscheidung eile aber, denn es sei gar kein Zweifel, daß die Industrie die Lasten, die sie ohne staatliche Unterstützung in den sogenannten Micumverträgen auf sich genommen habe, nicht lange mehr werde tragen können. Eine Verlängerung dieser Verträge, soweit sie überhaupt annehmbar seien, seitens des Reiches sei nur möglich im Rahmen der end gültigen Lösung der Reparationsfrage. Entweder werde wieder Frieden, oder es komme der gemeinsame Ruin von Europa, das untergehen werde, wenn Germanien untergeht.
2stei<vsfinonzminifier Dr. Lutvrr.
Berlin, 18. Januar. (Eigener Drahtbericht.) Aus Anlaß des Gedenktages der Reichsgründung hieft gestern Finanzminister Dr. Luther eine Rede in den Radioapparat an das deutsche Volk. Er beschäftigte sich naturgemäß in der Hauptsache mit der Festigung der deutschen Währung. wobei er beklagt, daß von gewissen Seiten die Ersparnismaßnahmen der Reichsregie- rung so kritisiert werden, als ob sie das Reich gefährden. In Wirftichkeit sei das Reich durch diese Maßnahmen gerettet worden. Sodann trat der Minister zur Frage der Hyothckenauf w e r t u n g den falschen Auffassungen derjenigen Leute entgegen, die wähnen, daß alle die Hypotheken, von denen mitsamt den übrigen Ersparnissen das deutsche Volk in den lebten Jahren durch das Mittel der Inflation gelebt habe, jetzt mit einem Federstrich aus ihren alten Goldwert oder einen erheblichen Teil davon wieder rückwärts aufgebaut werden und Staat und Wirtschaft bei einem solchen Verfahren bestehen könnten. Der Minister schließt mit den: Hinweis, daß das deutsche Volk um sein Dasein kämpfe und daß für diesen Kampf von ihm die großen Arbeitsleistungen, die einschneidenden Ausgabebcschränkungen und die hohen Steuerleistungen gefordert werden müßten. Dieser Kampf könne nur siegreich durchgeführt werden, wenn alle Deutschen sich der schweren Wirftichkrit willig unterwerfen würden. Wer dem deutschen Voffe die neue Währung erhalten wolle, müsse auch die Mittel hierfür wollen, also zu schweren Opfern bereit sein.
eine Umstellung des Etats auf Gokdbasts. Mit dem Veanrenackban soll ein Umbau des Verwaltungsorganismus Hand in Hand gehen, die Erwerbslosen-Unterstütznng soll mit Hilfe des Reiches produktiv gemacht werden. Noch vor den Landtagsnenwamen soll die Verringerung der Abgeordnetenzahl nnd di« Ver- änderung des Wahlverfabrens durchgeführt werden. Ans diesen guten Vorsätzen ist zu entnch- men, daß jetzt in Sachsen ansbauende Arbeit geplant wird. Man kann nur wünschen, daß die Absichten auch verwirflicht werden. Das jetzt endgültig vorliegende Ergebnis der Ge- meindewablen zeigt die bereits mitgeteilte Verschiebung des politischen Gewichtes nach rechts und links. Es bedeutet dies ein Vorzeichen für die kommenden Landtagswahlen und die späteren Reichstagswnhlen. Bis dahin wird sich zeigen, wie diese Nengruppienmg zu arbeiten vermag. K. F. D.
Häuptlingen des früheren fächs scken Ministerpräsidenten hätten sich aber als falsch herausgestellt.
Der Franken-Rückgang.
Maßnahmen gegen ftanzöfische Kapitalflucht.
(Eigene Drahtmeldung.)
Basel. 18. Januar.
Die Basier Rationalzeitung berichtet: An der Grenze läßt sich seit einigen Tagen erfetmen, daß eine noch schärftre Kontrolle über die Kapitalausfuhr ans Frankreich durch- grführt wird. Besonders die Grenze gegen Deutschland ist fast hermetisch abgesperrt. Auch im Elsässerbahnhof in Basel wird strengste Kontrolle aller Reisenden ausgeführt, fast wie im Kriege. Rewyorker Telegramme, die an der
von den jetzigen thüringischen Regierenden emp- fnnden werden, aber sie ist wirklich nötig.
In S a ch s e n ist eine Veränderung insofern, eingetreten, als auch die dortige Regierung sich den Anordnungen der Reichsregierung hat fügen müssen. Rachlin man sich in Dresden von den Kommunisten über die Sozialisten zur Koalitionsregierung gewandelt hat, hofft man, so sagte der sächsisch« Ministerpräsident Heldt, daß die damit begründete Arbeitsgemeinschaft länger »nsammenhakten werde, als die Regierungen der letzten Zeft. Die Koalition besteht aus zwei Volkspar «ilern, zwei Demokraten und zwei Sozialdemokraten, wozu weiter der noch zu ernennende Mrtschastsminister kommt. Das Programm der neuen Landesteaierung siebt in erster Linie eine Finanzrcsorm vor, wie sie von der Ncichsregierung verlangt wird, nnd damit
Die fremde MMMlontrolle.
Die Franzosen wollen dauernd überwach:».
(Eigene Drahtmeldung.)
Berlin, 18. Januar.
Die in Deittschland reisenden Mitglieder der interalliierten Militärkommission sind gestern nach Berlin zurückgekehrt. Die b sherigin Ergebnisse ihrer Kontrollbefuche -«der brutschen Munitionssabrilation wird General Rollet in einer Rote an die Botschasterkonferenz nie- bertegen. Der Pariser „Temps" meldete nm Mittwoch aus Berlin, die bisherige Kontrolltä- ligkert der alliierten Mission hätte den Fortbe- fiaitfi der Militärkontrolle in Drutsafland n s notwendig erwiesen (?), die öffentlichen Be-
gestrigen Basier Börse bekannt wurden, rechtfer- ttgen die Vermutung, daß die amerikanischen Besitzer von französischen Franken diese auch weiterhin zu verkanftn geneigt find.
•
Amerika verlangt die Dorschüsse zurück.
London, 18. Januar. (Privattelegramm.) Wie die Morningpost aus Rewyork meldet, ist am 15. Januar ein neuer Sckritt Amerikas bei der französischenRegierung hinsichtlich der Rückerstattung der Kriegsvorschüsse erfolgt. Im Washingtoner Staatsdepartement herrsche Beunruhigung infolge der sich sortsetzendcn Entwertung des Franken.
®er Kasseler 6tabi»eror6n«f«nt>e*fammlenfl am Mo««aq fin» unter anderem »Wei Magistrat«. Vorlagen »nqegangen, von denen die eine die entgültige Festsetzung der kürzlich beschlossenen ertrage, nnd Lohnsnmmen. Steuer, die andere die S»he 6er Gewerbesteuer« Daraus,ahlng bis Ende Mite, »etriffl.
In der letzten Sttlnde vor Torschluß des alten Jahres wurde die grundsätzliche Zustimmung der Stadtverordneten zur Lohnsummen- steuer mühselig herbeigeführt und im allgemeinen auf die „Ausführungsbestimmungen" vertröstet. Dies« liegen nun in dem am Montag zu genehmigenden Magistratsentwurf vor. Danach hatte di« Verwaltung zunächst die Festsetzung eines Zuschlages von 500 Prozent zur Ertrags st euer und von 1000 Prozent zur Lohnsummensteuer in Vorschlag gebracht. Bei Verhandlungen mit Handels- und Handwerkskammer und Nachprüfung der maßgebend gewesenen Unterlagen überzeugten sich die städtischen Vertreter, daß zum Teil die auf Schätzung und Vermutung beruhenden Unterlagen zu ungünstig beurteilt waren, und daß angenommen werden kann, das beabsichtigte Auflommen könne auch zunächst erzielt werden, wenn die Zuschläge aus nur 400 bezw. 800 Prozent festgesetzt würden. Handels- und Handwerkskammer haben dann den Antrag gestellt, die Zuschläge auf nur 350 bezw. 700 Prozent festzusetzen: sie halten an ihrer Auffassung fest, daß die von ihnen vorgeschlagenen Prozente Wohl ausreichen würden, geben freilich zu, daß niemand voraussehen könne, wie sich die wirtschaftlichen Verhältnisse im Jahre 1924, dessen Ertrag besteuert werden soll, entwickeln werden, Da der Unterschied in den Schätzungen kein allzu großer ist. aber die Verwaltung durch die Herabsetzung einer Forderung von 500 bezw. 1000 Prozent auf 400 bezw. 800 Prozent den Wünschen her Berufsvertretungen sehr nahe gekommen ist, hat der Magistrat beschlossen, an der Festsetzung eines Ertragssteuerzuschlags von 400 Prozent und eines Lohnsummensteuerzuschlages von 800 Prozent festzuhalten. Bei Erhebung dieser Zuschläge wird ein Betrag von etwa jährlich 600000 Mark als Ertragssteuer und von etwa 290 000 Mark als Lohnsummensteuer erhofft. Der Gesamtbetrag übersteigt das Aufkommen aus der Gewerbesteuer im Rechnungs- iahr 1914 etwa um 50 Prozent. Angesichts des Ausfalls der Gemeindeeinkommensteuer, die int Jahre 1914 noch 3105 000 Mark bringen sollt«, und an deren Stelle nur ganz unzureichende Zuweisungen aus der Reichseinkommensteuer getre- fen sind, bedeutet dieses Mehr das unumgäntzk lich geringste Maß der
Mehrbelastung der Gewerbetreibenden.
Abstufungen bei der Heranziehung zur Lohnfnmmensteuer. wie sie ans der Mitte der Stadtverordnetenversammlung heraus am 28. Dszember angeregt worden waren, sind als unzulässig unter blieben. Die Der- ordnnna hat solche für die Grnndbeträge der Ertragssteuer und der Gewerbekapitalsteuer in den Paragraphen 11 und 12 vorgesehen, indem sie den Prozentsatz dieser Grimdsteuern je nach der Höh« des Gesamtertrages öder Kapitals und zwar auf 1, l'Z oder 2 Prozent des abgab«« pflichtig >n Ertrages bezw. 1 und IV, vom Tausend des pflichtigen Gewerbekavitals festgesetzt hat Der Steuersatz nach der Lohnsumme be- tragf ab«« einheitlich 1 v. T. der Lohnsumme. In den Bestimmungen über di« Erhebung von Zuschlägen durch die Gemeinden sind auch die« ienigen Fälle, in denen «ine verschiedene Ab« ftnfttng b.-r Zuschläge gestattet ist, ausdrücklich bezeichnet worden. Es bandelt sich hierbei (Va- ragravh 43) nur nm die sogenannte Zweigstes- lknsieuer nnd die Sckankaewerbesteuer (seitherige Betriebslftuer) Hieraus ergibt sich ohne weiteres daß weder der Grnndbetrag noch hie Ge- mfeindeznfchläae zur Lobnftnnntzenfteuer abge- stust werd-m können. Da in der Stadt Kassel zunächst se'ckher eine mäßige Mehrbesteuerung der
Zweigstellen von Betrieben, die ihren Sitz außerhalb Kassels haben, sowie auch die Betriebssteifer für Betriebeb der Gastwirtschaft her Schankwirtschaft. sowie des Klein, l andels mit Branntwein, erhoben worden sind, soll auch von dem Reckte der Erhebung eines besonderen Zuschlags für diese Betriebe Gebrauch gemacht werden. Der Magistrat. der so feine Vorlage begründet, bat beschlossen, als Z w r i g st e l l e n st? u e r, die sich nur auf Vor- secherungs-, Bank-, Kredit- und DarenhandelS- tmternehnfen bezieht, einen Mehrznschlag von 20 Prozent zum Meuergriindbetrag, alS Schankgewerbesteuer von 1. Betrieben, deren Ertrazsstenergrundbetrag nur nach 1 v. H. berechnet ist, 10 Prozent, 2. Betrieben, deren Ertragsstenergrnndbctrag nach 1 und IVa v. H. bereckmet ist 15 Prozent nnd 3. Betrieben, deren Ertragssteucrgrttndbetrag nach 1. 1’4 und 2 v