Einzelbild herunterladen
 

Meter Neueste Nachrichten

Hessische Abendzeitung

Kasseler Abendzeitung

14. Jahrgang

Sonnabend, 12. Zarmar 1924.

Einzelpreis 15 Pfennig.

Nummer 10

Einzelpreis 15 Pfennig.

3!

$ie Rafieler Steuerten 9!nd;rtrt ten erfchetntn imthenllid' ieck>«mai nadim ttagä. Der Slbonnc' mentSrrels betragt für Die Woche vom 7, 6 1 IS. Ianiar TO Pfennige uei freier gurtcUurr.t mr Sau?.in der Sefchaftsile^ abgeboti 65 Pf, nig?. BefliOimgen werden feber;ett entcecn- ceitommen. «erlag IMS RedaMoa: SchlachivoMratz.- 28/30. Fernsprecher Sumne: 951 und 952. ?ür unnerlangt eingesandte Beiträge kann die Redaktion eine ieerant. roortung oder (Seroäbr in keinem Satte übernehmen. Rückzahlung des Bezugsgeldes oder Ansprüche wegen etwaiger nicht orvn'mgsmiüiger Stererung ist ausgeschloffen. Postscheckkonto pranlfurt a M. Nr. 6580.

Anzeigenpreise GeschLftSanzeigen Zeile 15 Pfennig, Famllien-Bn,eigen Zeile in Pfennig, Kleine Anzeigen dis Wort 2/, Pfennig, ReNamen die Zeile 50 P-ennia, Offertgebuhr IN Pfennig (bei Zusendung der Offerten 20 Pfennig), Rechnungsbeträge sind innerhalo fünf Tagen zu bezahlen. Maßgebend ist der Kurs des Zahlimg >tages. Für dis Richiig- kei: aller durch -ernsprecher .iusgeae 'enen Aineigen. 'aroie T jiurn.moiedaten und Plane kann nicht garantiert werden. Für Anzeigen mit besonder? schwierigen! Satz^nundert Prozent Aufschlag Truckerei: Schlachthofftratze 2»,'30. Geschästsst-il. Maische Straße b, gegenüber der Epohrftratze. Fecnsprccher 9t:. Sil ur?-

Gebt euch die Hände.

Englands Wandtnng.

Bei der Berufung der neuen Parlamentsmit- Meder nach dem Oderhause, um der Verlesung der Adresse des Königs betzuwohnen, werden diese von dem Führer des Hauses und dem Fuy- rcr der Opposition geleitet. Dabei ereignete sich eine symbolische Handlung von einem nn eng^- schen Parlcrmentsleben ungewöhnlichen CHarak- 1er. Aus der Menge ertönte der Zuruf: Gebt euch die Händel", und die betden gegnerischen Parteiführer tauschten einen herz- licken Händedruck aus. Die eigenartige VoW- stimmung wird dadurch schlaglichiar1ig beleuch»et, daß beide, Baldwin und Macs (so wird Macdo- nÄd im Volksmund genannt) mit glelchem bel auch aus den Reihen ihrer Gegner begrub werden. Die englischen Zeitungen halben seit Be­stehen der RegierungsbÄdungÄnse aus den um­wandelnden, fast revolutionären Charakter ^n- aewiesen, den di« augenblickliche Lage in Eng­land trägt, und eines der angesehensten Organe spricht von den inneren Wandlungen m der Weltanschauung, von den neuen Ideen, die langsam ihren Weg suchen Es ist Zeichnend, daß Maodonakd sich in seiner großen Progranun- rede ausdrücklich als Anhänger des Entwtck- lungsgedankens bekennt, und nur von emer ite. tigen Entwicklung den wahren Fortschritt Crtt@e^n kaum angefochtene feste Grundlagen einer ältüberkommenen Anschauung stellen sich neue Gedanken einer kleinen Minderheit, die durch eine Umwandlung in Denken, Wollen und Fühlen verursacht, nun begehren, sich nut dem Alten auseinanderzusetzen. Aber diese neuen Gedanken gehen ihren Weg so, daß 1« schritt­weise ohne Erschütterung en und ohne Zwang oder Gewalt die alte Gedankenwelt or- ganisch umformen. Es ch eine Art Vereinigung von Klugheit und Macht der Massen. Aars fokyem Wege scheint auch diesmal eine Umwälzung tn England vor sich zu gehen. So wird auch das Programm Macdonalds verständlich: Einheit nach Innen, Fried« nach Außen. Dte der Rede folgende Aussprache in der Deissanmt- lung der Parteierekutive, der nicht nur Parla- nienrSntitglieder. sondern auch alte erfahrene Ar­beiterführer angchören, zeigte eine völlige Ueber- cinstiMnruna in der Auffassung, daß j ede r adl- kale Maßnahme vermieden werden muffe, daß es das erste sein müsse, das Vertrauen des englischen Volkes in seiner Gesamtheit zu aswinnen. Der Arbeiterführer T. H. Thomas erklärte sog«, er werde sich keiner Regierung zur Verfügung stellen, die lediglich die Interessen der Arbeiterpartei im Auge habe. Selbst die als äußerst radikal bekannte schottische Gruppe von Glasgow Wird nichts gegen eine gemäßigte Re­gierung Macdonalds unternehmen. Nur ein sol­ches Programm konnte die Billigung durch die Afguith-Libemrlen erlangen.

Für uns ist wesentlich. Wie sich die außen­politischen Beziehungen gestalten werden. Wie ehedem steht auch heute die Frage zur Erörterung: Werden die sich heute wie damals heranbilden­den inneren Gegensätze zwischen sran- zösischen und englischen Anschauun- gen derart verschärfen, daß sie wie im achtzehn­ten Jahrhundert zu einem Zusammenstoß, zu einer Auseinandersetzung mit den Waffen führen werden? Ms Hauptpunkt steht in Macdonalds Programm: Friede in Europa, Aushören des Wettrüstens und Ausbau des Völkerbundes. Alles Forderungen, für die die Politik Frarck- reicks nie, auch nicht unter anderer Führung als der potncaristifchen Gruppe zu haben sein wird. Uns wenn Macdonald pathetisch auSrust, dir Zwistigkeiten Mischen England und Frankreich müßten endlich aufhören, so erinnert das zu leb­haft an die unerschütterliche Franzosensreund- schast Pitts vor über hundert Jcchren/ der schließ­lich doch auch einen Wafsen-gang als letzte Aus­einandersetzung zulassen mußte, als die Inter­essengegensätze durch die Macht einer Persönlich­keit tote Napoleon zum Aeuhersten getrieben wurden. Damccks verstand es England in her­vorragender Weise, feine sonderinteressen unter denen von Gesamteuropa zu verbergen. Fast möchte man aus den programmatischen Warten Macdonalds von der großen internationalen Verständigung einen gleichen Klang heraushören, wenn an rhr nicht nur Frankreich, England, Bel­gien und Italien, sondern auch Spanien, Deutschland ufw. beteiligt werden sollen.

Die Arbeiterpartei ist entschlossen die Regierung anzutreten. Ob sie sechs Jahre oder sechs Monate bestehen kann, bleibt für die Bedeutung Englands im europäischen Staaten­verband gleichgültig, da auch sie sich nicht von der alten Tradition trennen und nur das orga­nisch umbauen wird, was für Vie englischen Son. dcrintereffen erforderlich ist. Richt umsonst kenn­zeichnete Macdonald seine Absicht, die Abwehr gegen Sowjetrußland aufzngeben, damit, daß es sich nur um die Wiederaufttahme normaler Han­delsbeziehungen zur Wiederherstellung eines normalen Handslskteislaufes bandeln solle. In diesem Sinne wird der Händedruck

Baldwin-Macdonald zu einem Sym­bol englischer Politik und zu einer Deutung englischen Wesens. Bleibt zum Schluß sestzustel- len: Nach der Programmrede Macdonalds ist die englische Arbeiterpartei nicht sozialMsch-revo- lutionär, oder Kassmkämpferisch wie die deutsche Sozialdemokratie, sondern eher nach den Libe- ragen hin geneigt. S.

Unter 6er fremden Kontrolle.

Beginn der Prüfungskommissionen.

(Eigene Drahtmeldung.)

Berlin, 11. Januar.

Die Arbeitsaufnahme der Enleute-Milk- tärkontrollkommissionen wurde: gr- tern in Berlin, München und Frank- urt gleichzeitig vollzogen. In Berlin begaben ich die Ententevertreter zum preußischen Mini- ierium des Inneren, in dem die Leitung der preußischen Whtttzpolizei untergebracht ist. Sie interessierten sich vor allem für die Organisation und Stärke des preußischen Polizeikörpers. In München beftagten sie sich beim Reichswehrkom. mando über die Stärke der verschiedenen Trup­penteile Die Kontrolle in Frankfurt galt wiede­rum der Schutzpolizei. Der Kontrolle, die zum größten Teil unter der Führung englischer Offiziere war. wurde überall bereitwilligst Aus­kunft erteilt, soweit sich die Fragen im R hmen dessen bewegten, was zur Kompetenz der betrcs- senden Kommission gehört.

Eine Erklärung der ReichSregierung.

Berlin 11. Januar. (Privat-Telegramm.) Wie bereits im der ausländischen Presse an- gelündigt wurde, hat di- interalliierte Mi! tar- koutrollkommission der Rcichsregierung mttge- teilt, daß am 10. und 12. d. M-s. in einer Reche von deutschen Städten Kontrollbesume stattfinden sollen. Die Besuche find, soweit bis­her Nachrichten von den deutschen Verbtndungs- ttellen vorliegen, zum Teil auch milttart. scheu Kommandostellen zugedacht. Sw sollen indessen in Z i v i l statffinden und werden auch sonst in Formen vor sich gehen, die den Ge­fühlen der kontrollierten Stellen Rechnung tra­gen (?) Die -ur Durchführung dieser Kontroll- befuche nötigen Maßnahmen sind deutscherseits getroffen worden. Die Reichsregierung hat indessen der interalliierten Militörkontroll- kommjffion erklärt, daß ihrer Ansicht nach d eje- tiieen Aufgaben, die die Kommssnoe mit mililä- rifchen Stellen in Berüh.ung bringen, nunmehr als beendet angesehen werden müßten.

3m Rheinland.

Koblenz 11. Januar. (PrivattÄegramm) Die interalliierte Rhcinlmtdkommission hat die BuSfii'hnutg der Verordnung des Min fteriitms des Inneren verbot"», wonach die Landpolizei- bcamten dieselbe Uniform erhalten soll « wie die Polizeibeamten der staatlichen Polizei.

SchneeSallwrrfer.

Berlin, 11. Januar. (Prss oafteleqvamm.) Gestern haben Straßenpassanten versucht, Offi­ziere der interalliierten MiMärkommissiou beim Besteigen des Autos in der Bellevuestraße mit Schneebällen zu werfen. Di: Täter konnten festgenommen itnd der Abte lung 1 des PolizeiprSswiums zugeführt werden.

Thüringer Mimfterskanöar.

Weitere Verhaftung von Beteiligten.

(Privat-Telegramm.)

Weimar, 11. Januar.

In der thüringischen Landespolizei find ge­stern zwei weitere Verhaftungen erfolgt. Die Anschuldigung gegen die Berhasteten lautet auf Urkundenfälschung und Begünstigung. Mit Polizeioberst Müller-Brandenburg find el Kriminalkommissare der LandespRizer aus der sozialdemokratischen Partei ausgetre­ten. Oberst Müller-Brandenburg begründete sei­nen Austritt damit, er könne seinem Gewissen ge­genüber nicht mehr die Rechtlosigkeit ver­antworten, der auf Befehl der sozialdemokrati­schen Minister die Angehörigen aller andere» Parteien seit Monaten ausgesetzt seien.

Regelung berReparattonen.

Die Belastung der Industrie.

(Privat-Telegramm.)

Berlin, 11. Januar.

Ein Sonderberichterstatter desJournal de Debats" hafte eine zweistündige Unterredung mit -t'uiti StitzUes. StitzneS erklärte, man

müsse zu einer Regelung des Repanttionspro- blems kommen. Die abgeschlossenen Verträge zwischen de» Ruhrindustriellen und der Mieum seien nur der Anfang. Deren erste Wirkung sei eine schwere Belastung der Industrie im Ruhrgebiet mit einer Bürde, die auf das ganze Reich zurückfalle und an der ganz Deutsch­land seinen Anteil tragen müsse. Die Hilfs- guellen für Deutschland seien erschöpft und es finde fich niemand, der Derttsässand Kredit geben wolle. Die Industrie fei durch ihre Verträge mit der Mi cum als Privatperson nunmehr an die Stelle des Schuldners, nämlich des deutschen Reiches, getreten. Ein zweiter Grund, weshalb bisher Kreditschwierigfeiten bestanden, fei der, daß niemand einem Lande Kredit einräumen wolle, dessen Grenzen nicht sicher seien. Die In­dustrie hätte nun die schwere Aufgabe, bis zum 15. April (das fei die äußerste Grenze) zu einem festen Vertrage zu kommen.

Der Beamlenabbau.

Die Verminderung in der Reichsverwaltung. (Privat-Telegramm.)

Berlin, 11. Januar.

Der Beamtenabbau in der Reichsverwalttmg macht seit einiger Zeit erhebliche Fortschritte. Die Berwaltungsabaukommisfion hat fich mit den einzelnen Ministerien in Verbindung gefetzt, nm auch dort auf Herabsetzung des Personalstaudeo

hrnzuarbeiten. ES kann setzt schon gesagt wer- ( den, daß der Etat nach den bisherigen Abbau ! verodnungen um 380 Millionen Goldmark ent fastet ist. Der Beamtenabau bewegt sich zwischen 20 und 30 Prozent. Bei der Reichspost allein sind seit dem 1. April 50 000 Beamte entlasse».

e

25erflti:ngen im KanStas.

Berlin. 11. Januar. (Privattelegramm.) Der Arbeitsausschuß des ständigen Ausschusses des preußischen Landtags begann gestern seine Beratungen über die Peissonalabau-Berordnttng. Der Ausschuß nahm einffimmig einen volkspa». lichen Antrag an, der verlangt, daß die Ber- sorgungsberechtigten in erster Linie zu berück­sichtigen find.

Segen die Schlemmer.

Durchsuchung der Auslandszüge a« der Grenze. (Privat-Telegramm.)

Berlin, 11. Januar.

Nach Meldungen von der Südgrenze des Reiches ist bereits am Dienstag an die Grenz- prüfungsstellen der Bahnhöfe der Auftrag deS Reichsfinauzministers gelangt, diejenigen Deut­schen, deren Namen den Grenzwachen durch die deutschen Konsulate gemeldet werden, weil sie der übertriebenen Schlemmerei und des L u x u s in den ausländischenKurorten überführt sind, hinsichtlich ihrer persönlichen und finanziellen Verhältnisse eingehend zu verneh­men. Damir Belästigungen der Reisenden aus­geschlossen bleiben, soll fich die Kontrolle nur aus diejenigen Personen beschränken, die mtt Namen von den Auslandskonsulaten gemeldet wurde« und deren Anwesenheit in den betreffende,z Zügen mit Wahrscheinlichkeit anzunehmen ist.

<5 onderbündler-Versoignng.

Die Engländer geoen die Umtriebe. (Eigener Drahtbericht.)

Löln, 11. Januar.

Wie Daily Mail meldet, hat die englische Besatz nngs.Behörde den deutschen Gerichten in der englischen Zone die Straf­verfolgung der Sonderbündler freigegeben. Das Betreten der englischen Zone durch bewaff­nete Sonderbündler sei von neuem verboten wor- den. Wie die Times melden, ist eine Ant­wort auf den englischen Einspruch gegen die Anerkennung der autonomen Pfalzrepu. bltk arts Paris bisher nicht erfolgt. Die EMä- rung Macdonalds in Bi'.miugham am 6. Januar. Englands Arbeiterpartei dürfe die Unabhängig­keit des deutschen Reiches nicht mehr antatzen lassen, lasse mit Bestimmtheit erwarten, daß das Arbeiterkabinett alle Separationsbestrebungen in Deutschland durch die Alliierten nicht mehr be­günstigen lassen wolle. Diese Stellung ergebe den ersten Konftift mit Frastkrvich.

Die Renlenmark.

Eine feste Währung «ab Gesundung.

eeit Mitt« 9t»t>ew»e* bestiht bie Stenten, wart tmb fte erfreu fich, »e fle mif« Veste betoäbel, »er e »««meinen VeUebthei*. «atz «e das e»Ue Zutrauen verdient und H rechtfertigen wird, geht ans 6e« «ach stehe» «usfllhrnngen hervor.

Da der nette Reichsbankpräsident Dr. Schacht erklärt hat, daß er keine neue Infla­tion Haffe, isst die Gewähr für die Sta. bilität der Rentenumrk gegeben. Auch von anderer Steile wird dieses Zahlungsmittel als durchaus fteft bezeichnet. Das Mitglied des Bev- waltungsrates der Rentenbank. Vorsitzender des Reichslandbundes, Hermann Hillger, hiesst ictzt vor einem geladenen Publikum in der Berliner Handelskammer einen Vortrag über die wirtschaftlichen Grundlagen der Rentenmark. Er begann mit einem Ausspruch des Präsidenten der Handelskammer, »daß wir trotz der kurzen Zeit fett der Einführung der Rentenmark mit Befriedigung auf die Neuord­nung unserer Zahlungsmittel zurückblicken könn. ten .Ein Aufatmen der Befre tun g geht durch das ganze Land, der Befreiung von der ständigen Ängst um die Entwertung des so samt Erworbenen, um die sich jagenden Preiserhö­hungen. der Befreiung von der toten Last des Rechnens mit unfaßbaren Zahlen auch bei den unbedeutendsten wirtschaftlichen Vorgängen des täglichen Lebens.« Mt tiefem Zeugnis kön­nen, so erklärte Herr Hillger, die Gründer der Rentenbank zuftieden sein. Wir wiffen, daß es sich um kein» Jdeallössung handelt. Mer statt der ausländischen Finanzkontrolle ist die inländische Wirtschaftskraft zur Aabilisierung der Wähntng angespannt worden. Die fvmzö- sifchen Ansstrengungen und die Hetze, die Ren- emnari zu Fall zu bringen, beweisen. unS. daß oie Rentenmark die Grundlage für die Gemn- düng Deutfchlatids ist. Die innerpolttzschen Per. hältnisse haben die Gründitng der Rentenmark leider verzögert. Helfferichs Entwurf hätte ine Gründung der Bank bereits am 20. August »ejm Kurs der Eoldmark von einer MMion ermög­licht. Rei chsbonkvrüftdent Dr. Schacht war an» längs gegen die Rentenmark, weil er für dte Gründung einer Goldbank enntmt. Auch wtr wären für eine Goldbank gewesen, wenn wtr hierzu Gold zur Verfügung gehabt hatten Ws nun die Rentenmark geschaffen war. erklärte auck Dr. Schacht, man müsse das Beite au- chr zu machen suchen.

Wir sehen drei Aufgabe» vor uns: Die Schnffilng eines wert bestän­digen Zahlungsmittels, die GewA. rung von Krediten an das Reich und d:e Schaffung von Krediten für die Wtrt- s ck a f t. Zum ersten Male find alle Erwerbs, stände um einen Arbeitstisch versammelt. Das Kapital gaib uns die Wirtschaft, sie bestimm!e auch dm Verwaltunasrat. der in doppelter Hin­sicht die sSssversste Veranttoortung tragt, und »war gegenüber den AnteilseiMern mid dm Geldbesitzern. Die Verantwortung konnten wir nur unter der Voraussetzung übernehmen, daß der ReichshauShalt ausbalan ziert werde, der daher keine Kosten der Kon- troMomiission. keine Reparattonszahltmgm und keine Vefatzttnqskvsten tragen darf. Die Erkla- rung des Reichskanzlers über die Uebernahme der Besatzungskvsten war somit ein Schlag für uns stLock dem uns vorliegenden Matenal ha­ben'die Retchseinnabmm sich bereits gebooen. die größte Sparsamkeit^to'rd tatsächlich von der Regierung in allen Fällen angewandt. Wir fordern weiter den rücksichtslosm Beamten- abbau im Reich. Staat und Gemeinden, dte Entlassung aller partelpolittsch emgestellten Be­amten den rücksichtslosen Abbau der Prerze, inSbesomdere der Großbandelspreise. die nock 20 Prozent über den Friedenspreisen stehen. Auch die Koh^enpreise müssen durch Mehrförderung und billigere Frachten auf den Fr-edenssatz herabasdrückt werden Die Landwirtschaft ist we> fen Weg bereit? gegangen, Das Getreide tfi billiger als im Fr-oden, während d'e Brotpretle zet hoch find. Wir fordern die Rückkehr zum förderattven Aufbau des Bismaraichen Reiches. Wir brauchen

die Steigerung der Produktton, die prodtckttve ErtoerbSlofenfürsorge unb' eiste vernünftige ArbSitszSit. Die Zufchußw'.rtschaft der Re-chsbahn mutz aufhören, durch thre Um­wandlung in ein rentabel geleitetes Uebepchutz- unternehmen.. Statt Erfassung der Sachtoer- t e fordern wir ihre B e rm e h r u n g. W:r muf­fen von der Fessel der Zwangswirtschaft befielt werden von den Preiskariellen und SHUdikaten. Abe- auch die Lohnshndikate müssen fallen, damit der Tücknge mehr verdient als der Faule. Wtr haben Vertrauen zum Re-chsfinanzminrster Dr. Luther. Er muß aber auch die Rentenmark wert- beständig erhalten und mit allen Kräften die un­sinnige Notgeldausgabe verhindern. Am bisherism Finanzelend tragen wir alle v-'v wo- m nm Fassen der Mark