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Freitag, 11. Januar 1924.

Kasseler Meueste RaKrlchLe»

14. Jahrgang. Nr. 9.

Ms der Heimat.

Die Unruhen im Fulvaer KaUgevier.

Reichswehr u. Kasseler Schutzpolizei in Neuhof.

Wie gestern gemeldet tourte, sind im Fuldaer Kaligeb tet ernste Unruhen ausgebrochcn. Auch Kasseler Schutzpolizei wurde dorthin beordert, um Reichswehr auz Fulda, di« eingesetzt worden war, abzulösen. Uebrr die Vorgänge selbst wird ans Fulva berichtet:

Am Dienstag früh überfiel eine vielhun. dertköpfige benafsnete Menge einen Zug, der mif dem Anschlußgleise die Arbeitswil­ligen ins Werk führen sollte. Es wurde versucht, den Zug durch Legen tum ©teilten auf die Schienen zum Halten zn bringen. Das Zugpersonal, die die Arbeitswilligen schützenden Landjäger und die Arbeitswilli­gen, die man aus dem Zuge herausgehvtt hatte, wurden mißhandelt, sodaß Biele ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen mußten. Es wurde versucht, die Landjäger zu entwaff­nen, auch sind auf den Eisenbahnzug aus der Menge heraus Schüsse abgegeben worden. Durch die Verhindertlna der Arbeitswilligen an der Aufnahme der Arbeit ist das Kali­werk dem Ersaufen nahe gebracht warten und nur der Einsatz ter Techni­schen Nothilfe ist es zu danken, daß da§ Schlimmste verhütet wurde.

Eine ganze Anzahl von Verhaftungen er­folgte; bi» festgenommenrir Personen werden eine Klage auf Landfrieden sbruch und Gefähr­dung eines Eisenbahntransportes zu erwarten haben. Die Reichswehr aus Fulda stellte am Nachmittag Ordnung und Sicherheit wieder her.

Die Aus? Zigeunerin.

Wenn sie schlachtet...

Airs dem Waldeckischen wird tmS ge­schrieben: Daß es die Zigeuner bei winterlicher Kälte in ihren luftigen Wohnwagen gut haben, wird so leicht keiner behaupten. Wohl aber, daß der Bauer, der um diese Zeit seineSchlachte- feftc" feiert, eher auf Rosen gebettet fei.

Die alte Zigeunerin, die heute das Dors durchschritt, mußte wohl ähnlichen Erwägungen in ihrem tuchumbuntenen Kopfe nochhänigeu. Sie trat an den Bauern, der eben zweiEsel" am Haken hängen hafte. unterwürfig heran.

Väterchen, ein Stück Speck fällt wohl für mich ab, ein Stück Speck zum Schmelzen."

Der Speck ist rar Heuer."

Ich bringe ihn wieder, Väterchen, wenn wenn ich schlachte."

Ja dann ..." -r.

* Grebenstein, 10. Januar. (Holder Friede, süße Eintracht ..Ein hiesiger Hauswirt ge­riet mit feinem Mieter in Streit, der in Tätlich­keiten ausartete. In Abwefenheit des Mieters öffnete der Hausherr die Wohnung und schaffte die Möbelstücke daraus fort. Der Sohn des Mie­ters, der dies erfahren hatte, holte sich 'schnell Hilfe, und mit vereinten Kräften wurde ter Hausherr auf offener Straße verprügelt.

* Münden, 10. Januar. (Ein Einbrecher er. schossen.) In Imbsen wurde gegen vier Uhr morgens bei dem Gastwirt Klein.l:ans ein Ein­bruch verübt. Dem Einbrecher fielen Getränke. Zigarren, Zigaretten. Kleidungsstücke und Wert- gegewstände in die Hände. Als er auch in das Schlafzimmer des Sohnes einbrang, wurde die­ser wach und verscheuchte den Einbrecher. Wieser suchte sich in einer benachbarten Scheune zu ver- heraen. Inzwischen waren Dorfbewohner ge­weckt worden, die nach dem Dieb fochten, ihn fanden und verfolgten. Da der Einbrecher in der Richtung auf Varlosen zu floh, wurden auch Bewohner deS Nachbabdorfes auf den Flüchtling aufmerksam gemacht. Es entfpann sich nun eine förmliche Jagd auf den Verbrecher. Unweit bei sogenannten Barloser Brücke wurde er im freien Felde durch einen Schutz niederge- streckt. Die Leiche wurde mäh Varlosen ge- dracht. Der Erschossene ist ein unbekannter Frem­der im Alter von 25 bis 30 Jckbren.

* Holzhausen (Reinhabbsw-Äd), 10. Januar. (Die Arbeit ru'it) Wegen Weigerung der zehn­stündigen Schicht ist ter ganzen Belegschaft der Zeche Klesberg der Gewerkschaft Holzhmrsen in voriger Woche gekündigt worden urtb somit der Betrieb bis auf weiteres sfillgelegt.

* Göttingen. 10. Januar. (Auch hier Typhus!) In den letzten Tagen sind auch in Göttingen in einigen Fällen Tvphuserscheinungen festgestellt. In den meisten Fällen handelt es sich jedoch um den weniger gefährlichen Paratyphus, der gerade unter den Kindern zurzeit ziemlich verbreitet ist.

* Bon der Eder, 10. Januar. (Eine drei­beinige Wildsau.) Auf der gräflichen Jagd in Bergheim wurde eine Wildsau erlegt, ter eil? der Vorderbeine fehlte. Allen Nutzeren Anzeichen nach handelte es sich um einen Geburtsfehler, keine Spur, daß der Lauf etwa ab geschossen sei.

* Ans dem Waldeckschen, 10. Januar. (Licht­sparente Gemeinden.) Der hohe Preis für elek­trisches Licht hält viele Gemeinden ab, die Stra­ßenbeleuchtung funktionieren zu lassen. Das ist begreiflich, aber bedauerlich. Bei Neumond lie­gen fo die Straßen in undurchdringliches Dunkel gehüllt. Aber es ist zu beachten, daß die Gemein­den bei etwaigen Unfällen, die durch die man­gelnde Straßenbeleuchtung verursacht werden, haftbar gemacht werden können.

Eins Konserven MMW?

Ergebnisse der neuesten Forschung.

Die seltenen Fälle von Vergiftungen mit Konserven tragen viel zu dem Vorurteil gegen diese Nahrungsmittel 6et. das für unsere Volksernährung hinderlich ist. da in Zeiten der Not Konserven leichter zu haben sind als frische Nahrung. Die Kunst der Kv. " -yIrrung ßst, wie ein englischer Gelehrter auf Grund der

Technische Rundschau

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SngsLnds Luftverkehr.

Einzelheiten über R cscupläne.

lieber die Einrichtung des künftigen euglischei Luftverkehrs werten jetz» bemertensweite Ein­zelheiten bekannt. Der Bau nutz Betrieb ter lenkbaren Luftschiffe wird einer vom Staate un­terstützten Gesellschaft übertragen, die mit einem Kapital von fechshunderttausend Pfund Ster- Ang gegründet wird imd die gleich zu Anfang von der englischen Regierung in Form einer An­leihe eine Snbv.nttou von vierhnnterttausend Pfund Sterling erhalten wird, also gerade fo viel, als ein großer Lustkrenzer kosten toirb, ter dir Strecke England-Indien in hundert Stun­den zurücklegen wird.

Hat das erste Flugzeug den Beweis ochge- (cgt. daß es diese LrtÄmg zustande bringt, fo wird die Regierung die Gesellschaft mit drei jährlichen Beiträgen von je 40000 Pfund Ster­ling unterstützen, während in ter gleichen Zeit die Gesellschaft ihren Dienst erweitern muß. In den erste« drei Monaten soll der Indien-Dienst ein wöchentlicher sein, später ein zweimaliger per Woche. Wird dieser Entwicklungsgrad erreicht, fo wirb die Regientug auf weitere drei Jahre je eine Subvention von zwcihuntertfünfzigtau- i'cnb Pftttrd Sterling geben. Für den ztveimaK- <ren Dienst per Woche werden sechs rtefige Luftkreuzer in den Dienst gestellt, die so laug sind wie der transatlantische DampferMauie- tania' imh doppelt so groß wie die Großzeppe­line. die für Amerika aebaut werden, mit einem Fassungsvermögen von fünf Millionen Kubik­fuß Gas imb einer mittleren Fabraeschwindigr feit von 130 Kilometer in der Stunde.

Jedes Fahrzeug mutz husidertdrÄtzig bis burttertfünfMa Personen und zehn Tonnen Post aufnehmen können und Dag und Nacht ohne Halt auf feiner Streck- von viertausend bis vier- tanfendachthlmtert Kilometer fahren Es Wirtz an Boid nut eine einzige Klasse geben und die Fahrkarte von London na* Indien wird unge- IMir1 'achtzig Pfirnd kosten Lias beisb «ftrtas weniger gls die Reise zu M^er. Wan hofft, die Strecke sogar in vierundfiebenzig Stunden zu­rücklegen zu können mit der Reiseroute London- Aegvpten-Bombay Später Wird der Dienst bis na* Austral'en ausgedehnt mit ter Reise­route Rangoan-Singapore-Pertb. Eine Fahr­karte London-Perth wird 150 Pfund kosten.

Die SchMkamme?.

Ein amerikanisches Forschungsinstitut.

Ms einkleines Pvivatlaboratorium" bezeich- nete der amerikanische Großindustrielle Geor­ge Fabhan das Forschungsinstitut, daS er sich errichtet hat und das nach ter Schilderung eines Blattes zu den großartigsten Unternehmungen dieser Art gehört. Etwa seckgig bis siebzig Kilo­meter von Chicago entfernt liegen FabyanS Ri- Verbank-Laboratorien,bie aus Beton bestehen und nach Belieben erweitert oder verkleinert werden können. Das Dutzend Hauptgebäude ist in Form und Anlage völlig verschieden: die ein­zelnen Bauten werden mit ihren Türmen und Flügeln ten jeweiligen Forschungszwecken an­gepaßt. und neue Baracken, Hallen und Werk­stätten werden für die Zwecke der gerate borge» nommeuen Untersuchungen errichtet.

Das eigenartigste Gebäude ist das Wallace Clement Sabine-Laboratorium für Schallunter- fud-iungen, in dem der jetzt verstorbene Professor Sabine von der Hirward-Universttät feine grundlegenden Schallunterfuchumgen auIfübrte und jetzt seine Assistenten Weiterarbeiten. Von dem eigentlichen Bersuchsraum, ter Schallkam­mer. wird in derUmschau" eine anschaickiche Schilderung entworfen. Boden, Wände und Decke dieses Raumes sind auf alle erdenklichen Arten mit schlechten Schalleitern geschützt, sodaß der Schall nicht durchqelaflen wird: darüber er­hebt sich wie eine Glocke das eigentliche Gebaute, das mit ter Schallkammer auch nicht den klein­sten Bauteil gemein hat. Unter bei Ebdober- fläche liegend, ist die Schiallkammer durch eine Luftschicht vollkommen abgeschlossen und nur d'rrch schwele schalldichte Tüien zugänglich: sie ist voMommen kahl; mti in einet Ecke befinden sich eine Anzahl Orgelpfeifen, denen die Lust durch einen Scklauch zugesMrt toirb; ihnen ae- genüber sitzt der Beobachter in einer Art Schtoitzkaften, dessen glatte Wände jede uuer- tofmschte Reflektion des Schalles Verbindern. Mitten in der Schallkammer bewegen sich um eine Achse zwei riesige Siiahlplatten, die bei ihrer Drehung eine gleichmäßige Verteilung des Schalles im Raum bewirken. Spricht man in dieser Schallkanrmer auch nur zwei Worte, so entstellt ein solcher Lärm, daß man nichts mehr verstehen kann, denn von überall her tönt in voller Stärke das Echo zurück. Es dauert etwa zwölf Sekunden, bis ein mittelstarker Ton durch die Wände absorbiert ist.

Da das DchallabforvtionSvermögen der Wän, te genau feststeht, ist es möglich, die SchallNrrch- läfsigkeit einzelner Stoffe und Bauten zu »mter- suchen. Zu diefem Zweck sind die Wände an drei Seiten mit Oeffnungen verseben, in die das teiieffente Holz, Mauerwerk ustv. eingefetzt wird. Der Beobachter bringt bann die verschie­denen Orgelpfeifen zum Dänen, gleichzeitig wird eine Stoppuhr in Gang gesetzt, und sobald ter Ton völlig verklungen ist, wild die Stvpp- nhr zum Sieben gebracht: sie gibt bann genau die Zeit an, die der Schall braucht, um durch das Material zu gehen. Diese Kenntnisse sind für

das Bauwesen von großer Wichtigkeit, denn e5 läßt sich die SchaWurchlMgkeit jedes Körpers bestimmen. In demPrivatlaboratorium" Fa- byans sind mehr als hundert Gelehrte und Au- gesiellte tätig, die sich zu gleicher Zeit auch mit Physiologischen Untersuchungen über Schall-Lei­tung und -Aufnahme beschäftigen. Während deS Krieges arbeitete man hauptsächlich sonst über Sprengstoffe, jetzt beschäftigt man ftch mit Volks- tooblfghrt, Nerveuphysiolcgie und Nachprüfung spiritistischer Erscheinungen.

Vrrpekuum mobßl-.

Auf dem Wege zur Lösung deS Problems.

Versuche. die in jüngster Zeit gemocht wür­ben. haben gezeigt, baß es durchaus nicht un­möglich ist, die Lösung des Problems deS Per- pettmms mobile durch das Mittel ter strahlenden Materie näberzukommen. Freilich wird dadurch an der Tatsache, daß ein wirkliches Perpetuum mobile undenkbar ist, nichts geändert: nut ist die Energie, die die strahlende Materie, insbe­sondere das Radi,nn erzeugt, so mächtig und in ihrem Ausmaß gegenüber fetet anderen Energie so unerschöpflich, daß ihre Nutzbatwa- chtma im Hinblick auf d e Kurzlebigkeit aller mensMichen Einrichtungen beinahe unbegrenzte MöglichSeiten bietet.

So hat Heispielsweiis» schon vor zehn Jahren Lard Rale'gll sine Radirnw'hr Fonftrniert. Fre seither mnmierbrochen in Gang gebliebm ist. allne dach sich eine Reparatur oter ein Eiu-arei­len v-m Mmfch-nihand a's nötig erwiesen hätte Die Strahlen, di" das Radium aussendet, sind elektrisch. JnStesondew die sogenannten B't« Strahlen erweisen fick» wt negativer Elektrizität geladen. In ter in Fr"au stellenden Ute batte Lord Naleigll das Pr-Skem dadurch gelöst, daß er «ine Glasglocke, di- vollMndig Supfeer ge­mach» worden mar. nahm und in ihrem Inneren ein Pendel aus Quarz aufll'ng. an dem eine kleine ein winziarS Stsickckvn Radium enthalte^' de Röbte befestigt ist. An der Spitz«' vieler Röhr- sind zwei Goldblättchen einaelaffen Wenn nun die negative g-l-denen Beta-Sttghlen di« Wänte der dünnen Räbte durchbrechen, fe w'rd dadurch das In der Röhre besindfiche Radium vofitiv geladen.

Die grgdweik» Anbänk'na di-l-s Lad-nmL- elementS bewirkt, daß sich bl» kle'nen Gold- dlät^chen ttn Innern ter Röllt- au»tebnen. bis st- die Seltenwände der größeren Glocke erreä- -ten, wo sie entladen weiden und aittowat-.e* in *re normale Lage zneückgegangen. DaS von Lord Rote'ab in feine» Ute ante-tellte Prinzip tenn natürfich in mannigfacher Weite variiert webten

IkZ die Feme fehm.

Dor einem neuen technischen Wunder.

Der bekannte englische Physiker. Professor Fournier b'Albe veröffentlicht fneben sensationelle Mitteilungen über ein noch in die­sem Jahre zu ebivartendes technisches Wunder. Fournier b'Albe behauptet, die Welt sei am Vorabend eines neuen technischen Fortschrittes, der darin besteht, daß man demnächst ebenso, wi« es heute möglich ist, mit dem drahtlosen Tele­phon über weite Entf-nmnaen zu hören, in der Lage sein wird, Ereignisse zu sehen, die sich in weiter Ferne abspielen.

Der Gekehrte glaubt, daß diese technische Er- ruugenschast noch im Laufe dieses Jahres Tat­sache werden wird. Seine Forschungen widmet er ausschlietzlich nur noch diesem Problem. Er vcrsvb°cht, daß schon in der diesjährigen großen briKschen RLichsanSstelkrng ein. wenn auch noch primitiver, doch schon vielverh^tzsnter Apparat >ür Fernsehen vorgeführt werten wird.

Fournier b'Albe ist die bekannteste Autorität auf diesem technischen Spezialgebiet: er eiwabb sich bereits eine großen Rus als Erfinder des , Optovllons". das den Bfinten gewissebmaßen mit den Ohren zu lesen befähigt, des ,Tono seops", daS Töne für Taube sichtbar macht, unb e.uez anderen Apparates, der die drahtlose Uebermittlung von Photographien durch Flug­zeuge bewirkt Wenn ein Wieger eine photo­graphisch» Aufnahme in der Luft gemacht hat, läßt er sie durch eine Maschinerie gellen die sie sofort entwickelt und in weniger als einer hal­ben Stunde, nachdem die Lichterscheimiugen in Klangwirkungen mit Hilfe des Seiens umge­wandelt worden sind, zur Landbafls des Flie­gers übermittelt.

Lkcht und Kraft aus 6dbe und Mui.

An der Küste in der Bretagne wirb jetzt eine Kraftstation, erbaut werden, die durch die Ebbe unb Flut des Atlantischen Ozeans ge­speist werten soll. Damit werden die Pläne, tee tn dieser Beziehung seit Jahren gepflegt und auSgoardc,tet wurden, endlich ter BerwjrM- chung zugesührt toerten. Durch die Hebung und Lenkung tes Wasserspiegels tote durch das Vor- und Mcktoartsflutm ter Gezeiten sollen vier Turbinen angctrieben werden, die bk Nrn- gebung mft L cht und Kraft vergehen sollen. Em« zweite Kraftstatirm soll in Berbindung mit die­ser erffen arbeiten, unb beite zusammen werten na* den Berechmmgen der Techniker im Laufe cmes Jahres imstande sein, elektrisch- Energie m einem Umfange von elf Millionen Kilowatt­stunden zu liefern.

neuesten Forschungen versichert, seitdem Mcho- lcon während seiner großen Kriege einen Preis von 12000 Francs für die besten Mtzttes ter Konservierung von Rahning aussetztr, immer toefiter fortgeschritten, unb Konserven werten in wachsenden Mengen in der ganzen Welt verwendet. Diese Buchsen haben vor frtfaxi Milch. Fleisch. Fischen. Früchten, Gemüsen ustv. ten Vorzug, daß si- leichter tefortert, aufbc ioahrt unb zutereitet werben können unb zu le­bet Jahreszeit verfügbar sind.

DaS Rohmatcr-al. das in den Konserven ter* arbeite ist. wird sorgfältig azisgewähft und ge­reinigt. ist also dadurch ten durchschnittlichen frischen Nahrungsmitteln überlegen. Die Prü- fimgen, die mit einer großen Anzahl von Kon­serven bebeutenter englischer und amerikanischer iFirmen vorgenommen wurden, erwiesen ten einwandfreien Zustand der Nahrungs­mittel. Abe- es gibt immer noch einig? Mängel, denen durch Gesetzgelnmg oder andere Maßre­geln atögeholftn werden könnte. Es gibt zum Beispiel trotz aller Vorteugunqsvrozefle in saft «eher Art von Büchsenkonserven Bazillen. Wenn diese Bakterien durch günstige Bedingungen ihrer Entwicklung Zebsetz-.'.ng oder Fäulnis her. Vorrufen, so ist dies durch die Veränderung im Ausfelln ter Nahrung oder durch schlechten Kernch meist festzustellen. Es bestellt also in die' fern Falle keine große Gefahr. Anterz aber 'st es bei ten Mikroben der Salmouella-tz-rupve oder denen, die das F l e i s ch g i f t unb anderen derartig- Gifte hervorrusen. Diese höchst ee- fäbblichen MkroSen können ülberllaupt nicht scstgeffWt werden, unb unglücklicherweise ge­schieh? es baß die meisten nur 'n ein ober zwei Büchsen unter einer großen Anzahl vorban' den sind, die alle zur selben Zeit von denselben Fabtilen und unter denselben Bedingungen her gestellt weiden Di- Salmonella-Gruppe scheint mit bestimmten Oertlichkeiten zusammcn- zuhängen und findet sich am häufigsten 'n Kon­serven mrs Südamerika, während die klten-.rcn Bezillen des Fleischgiftes mehr aus ter Prärie als von bebarttem Bode" zu stammen scheinen.

Derartige g-fähblicve Schäd'gungen durch Kon' seiven kommen vekbältnismatzig seh- selten vor unb am wenigsten bei den Erzeugnissen der aro- tzen Fabriken, aber sie sind vorhanden und kön­nen nur durch besondere Vorsichtsmaß­regeln beseitigt werden. Der Glaube an die schädliche Einwirkung des Metalls bet Büchsen 'ft nach Sttvage unbegründet. Wohl ater wetten durch Vie Ksnsebvienmg in vielen Fällen die Vitamine tescifigt. In der Milch zum DÄsp'el ist das Vitamin A gegen Hitze Widers!andsfä- llig. er®egt aber ter Oxidierung; die beiten -ru­deren Vitaminen gruppen können sowohl durch Hitz: Wie durch Oxidierimg zerstört werden, so­daß die konservierte Milch also wenig oder rar keine Vitamine enthält. GlückliKerweff: sind nur gering- Vitmrrinmengeu für den Aufbau tez Körpers nötig, die sebr lciicht durch frische Slate rung ersetzt werden können.

Bunte« TMerses.

Me fängt man einen »Swen?

Die Frage, tote man einen Löwen fängt, be­antwortet der Asbikareffente gewöhnl'ch fo: Man fängt Ktoei unb läßt einen laufen, bann hat mau einen!" Nun, so einfach sieh; es tenmt denn doch nicht aus? Gan, abgesehen davon, wie schwer es oft ist. ten Jrmgwurs eines Lö­wen festzustellen, muß die Alte davon abselenkt werten, und daS toirb zumeist mit ein'gen guten Hunten getan, welche die Mutter beschäftigen, während einige zuverlässige Jäger die Jmrgm t acken unb in Sicherheit bringen. Wie in dem hochinteressanten unb reich illustrierten Aufsatz: .,Hebet einen seltenen um, seltsamen Berus un­ter Wilden Bestien" in terGartenlaube" brridf et wird arbeitet man jetzt mit völlig neuen Methoden, nach welchen nie ein Diei unnütz ge­tötet tobbden soll "nd die vor allen Dingen ei­nen unbedingten Sclmtz für das Muttertier vor. »msisetzen. Sind die jungen Löwen zu groß, fo werden sie mit Lassos gefangen, an einen sich«' r-n Ort und dann zum Zaget gebracht.

(Sine Krvnung Im Sri-.

In und bei Paris teten einige gewesene russtsche Großfürsten, die Uewissetwafen Hofstaat um sich versammelt baten. Diese Gefolgsleute be­tragen sich wie Horfchargen und halten ein ge­naues Zeremoniell ein wie in ten Tagen der jZa- rcnherrzchaft in Rußland, namentHdi bei Diners nn-b Festlichkeiten, die sie dber ihre französischen Gastgeber veranstalten. Eine solche nach strengster ElÄette durchgefübrie FcfKichkeit sand kürMch 'n ter Villa des Großfürsten Boris in Saint-Cloud bei Paris statt. Die Fenster der Villa waren dicht verschlossen und verhängt, und auhei der großfürstlichen russischen Kolonie waren nur die ällerintimsten ftanzösischen Freunde zugÄassen. Es wurde nämlich ein hochwichtiger Mt voll­zogen: Es gab eine regelrechte Krönung. Nach den Pariser Blättern wurde Großfürst Nikolaus, ein Neffe des verstorbenen Zaren Nikolaus des Zweiten, zum Zaren aller Reußen gekrönt, der diese Figur allebdineS mir im Eiil verkörpern kann. Es scheint, daß di- Pariser Ex- großfürsten mit dieser Aktion ten Großfürsten Kirill und Thnitri zu-vobkommen wollten, die bekanntlich beide bisher als die ernstesten Anwär­ter auf dem Zarenthron gegolten haben.

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Bestreut die Futterbretter! f

Dem Jntireflenkrerse bet Frau bienen i« be* Kafleler Neuesten Nachricht«, verschiedene Rubriken. SS seien genannt: Modenschau, Handarbeiten, Di« Frau in der KSche, Für unsere Frauen itfro. Wer reiche Lnregung ffa den häuslichen Pflichtenkreis lucht und dabei eia Blatt lese« will, das ihm beste Unterhaltung in Ruhestunden gewährt, wird $« de« Kasseler Neuesten Nachrichten greifen müssen. Sn unsere Leserinnen richten wir die Ditte um Empfehlung unseres Blattes bei allen Freundinnen, die noch nicht den Jvhaü bet Kasseler Neuesten Nachrichten kenne». Bestellungen iederzert.