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Kasseler Abendzeitung
Hessische Abendzeitung
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Nummer 4.
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Sonnabend, 5. Januar 1924.
Einzelpreis 15 Pfennig.
14. Jahrgang
Sm Kampf um die Arbeitszeit.
Einkreisung.
Sie französische Friedensstörung.
Dar französisch-tschechische BLnd» «iS, dessen Abschluß unmittelbar bevor zu stehe« scheint und über dessen Inhalt man bisher nur aus den vielleicht ttwaS einseitigen Darstellungen der Pariser Preffe sehr mangel- haft unterrichtet ist. hat nicht nur in Deutsch lone, das ja seit dem unzlücksttiMn Ausgang des Weltlrieges nur noch Objekt der Politik ist, sondern auch im Lager der AWertrn, vor allem in England und Jtalirv. sehr ernste Bedenken ausgelöst. Daß es sich hirrbei um ein weiteres Glich in der Kette der Einkreisung Deutsch, land» handelt. bedarf »ebner weiteren Beweise; hierzu genügt ein Blick auf die Landkarte. WEn von Pom» aus der defenfivr Chartkter des Bündnisses betont wird, so ist dazu zu bemerken, daß -S kein Bündnis gibt, welches nicht für defensiv erklärt wird, daß eS aber kaum eines gibt, welches nicht offensive Wirkungen auslöst. Di« Bundesgenossen Frankreichs, die ja übet dessen Politik informiert sein dürften, sind jedenfalls dieser Meinung. Di« englische Preffe betont, daß das Bündnis Paris-Prag dazu MH. ten müsse, Europa wieder in zwei bewasf« ntte Lager zu tettrn, und die italienischen Zeitungen sehen in dem Pakt nicht mir eine Spitze gegen Deutschland, soudSn nicht minder eine gegen Italien. S» erklärt der off-’ ziösr .Torrrere d'Atalia-, Frankreich beabsichtige ein neues slavtsches Oesterreich mit angeblich Eideutscher, tatsüchüch aber antittaüeuischer Spitze zu begründen.
jedenfalls hat die französische Pokittk lndrm sie plannräßia sowohl Polen wie in wachsen- dem Matze die Staaten der Kleine« Entente durch Subventionen und Konventionen an sich fesselt, zwar den eisernen Ring um Deutschland immer fester geschmiedet, ober Poin- car6 könnte dabei doch früher odrr später die Wahrheit des französischen Sprichwortes erfahren, das auf deutsch lautet »wer zu viel erstrebt, erreicht uWS". Schon der Versuch Me .Kleinen von den Seinen* unter einen Hut zo bringen, stößt auf erHebkiche Schwierigkeiten. So haben die Vecharchlungrn zwischen Men und Prag in Warschau große Bedenken ausgelösi. Denn einmal herrscht bekanntlich zwischen P »’ len und t>?r Tschrcho-Slowakei eine starke Rfoalität, die durch noch nicht beigelegre Gebirtsstreitigkeiten verschärft wird, auf der an. deren Seite ist man int Polen besorgt, daß der enge Zusammenschluß Frankreichs mit der Tschrcho-Slowakei di; Bahn zu der ohnehin gerade jetzt angestrebten Verständigung mit Sow- jrtrußland fretmodjan soll. Wird doch aus Paris grmeldeit. daß Besprechungen zwischen den Handelsmissionen der Sowjetregierungen und großen französischen Handelshäusern statt- geftmden hätten, was man als Vorläufer der Anerkennung der Sowjetregierun« durch FranL reich ansieht. Man befürchtet aber ht Warschau, daß dies- Verständigung mit Rußland auf Ko-. st?n Polens erfolgen könne, und man wird hierin durch das Bündnis mit der Tschecho-Slowakei bckstörft, deren Gegensatz zu Polen sich gerade in letzter Zeit verschärft hat.
Reine Freude löst formt daS franzöflsch- tschechische Bündnis nur in Frankreich fztb-ft aus, dessen offizielle Politik ja lediglich aus das eine Ziel der Knebelung Deutschlands gerichtet ist. In der Tschrcho-Slovakei selbst werden mancherlei bedenkliche Stimmen laut. Drmr etmnat herrscht dort keinerlei Bedürfnis nach einer Defensive «egen Deutschland, zweitens sind die wirtschaftlichen Verknüpfungen zwischen diesem und der TfchechoeSlovakei sehr erheblich, und drittens führen saft alle Wege drr Tschecho-Slo- bafci nach Europa durch deutsches Gebiet. Roch stärker ist, wie schon betont, die MMmmung in Italien und England, und wenn sich auch dir Meldungen über einen Protest der britischen Regierung gegen das Mindrns nicht verstärk: haben, so wäre es doch wohl möglich, daß die kommende englische Regierung, entsprechend ihrer politischen Orientierung, entschiedener gegen die imperialistisch-militaristische Politik Frankreichs, die von der Ruhr bis nach Prag di r hleichr Linie austvoist, Stellung nehmen wird.
Besonders bemerkenswert isst hierbei der Hin- lveis der englischen und italienischen Presse darauf, daß Frankreich, welches seine Ruhr- und Reparattonspolitik durch die Finonz-nötr Le- gründe, den Vasallenstaaten ungeheure Sumin e n für Rüstnngszwecke auf deutsche Kosten verschcnft, und es wird daraus hinge
wiesen, daß England und Amerika dies zum Aw- laß nehme» mützten, auf die französische Schuldenzahlung zu dringen. Freilich werden die Engländer, die jetzt über die französischen Hr» gemoniebestrebungen und Über die Einkreisung nicht nur Deutschlands, sondern halb Europas klagen, sich sagen müssen, daß sie selbst die Geister gerufen haben, die sie jetzt so gern los werden möchten. Dr. *k-
Kampf um die Arbeitszeit.
Gescheiterte Verhandlungen. (Privat-Telegramm.)
Berlin, 4. Januar.
Die GchlichtungSbemühANgen deS ehemaligen Wirtschaftsministers Wissel haben keinen Erfolg gehabt. Dadurch ist die Lage in der wilden Streikbewegung der Arbeiter in der Berliner Metallindustrie, die nicht von den Gewerkschaften unterstützt wird, unverändert. In den Diemenswerken wurde gestern in «Sen Betrieben erarbeitet. In den Borflg- und Bergmannwerken mutzten die Arbeitswilligen ausgesperrt werden, da mit der verringerten Belegschaft die Arbeit nicht in (Sana gebracht werden konnte. Die Daimler, werke in Marienstlde haben ebenfalls wegen passiver Resistcw; 1000 Mann arrSgesperrt. Bei KaspariS in Marien selbe wurden 600 Mann ausgesperrt. Zn hoffen ist, daß der Streik nicht durch das Borgehen der Angestellten in der Metallindustrie verschärft wird. Beksnuttich stehen auch die Angestellten in einem schweren Tariffamps. Die im Reichsarbeitsministerium stattgesuudenen Verhandlungen über die von den Angestelltengewerkschaften beantragte Ver- bindlichkeiteSerklärunq des Schiedsspruch« sind insofern ergebniAos verlaufen, als bet Arbeitgeberverband die Uebernahme des Schiedsspruches ablehnte. Der Gesamtverband deutscher Angestelltengewerkschaften beharrt aber ans die Berbindlichkeitserklänmg des Spruches. Eine von ihm am Mittwoch veranstaltete, sehr zahlreich besuchte Betriebsvertrauensleutevrr- samuüuna verlangte einmütig die Durchführung des Schiedsspruches und forderte die Angestelltengewerkschaften auf, sich ihm anzuschlietzen.
Ärtfe auch in 4>snabrQ».
Osnabrück, 4. Januar. (Privattelegramm.) Dir Lage in der Osnabrücker Metallindustrie ist in ein kritisches Stadium getreten, da gestern allgemein die Arbeiter entlassen worden sind. (5s handelt sich um mehr als 10 000 Leute, die erwerbslos geworden find. Die christlichen und die Hirsch-Dunckerschen Gewerkschaften haben Rai für die Annahme des in Münster zwischen Ar- beitgebern und Arbeitnehmern vereinbarten Vertragsentwurfes ausgesprochen, der eine zehnstündige Arbeitszeit vorsieht, dir freien Gewerkschaften dagegen haben mit über 90 Prozent Stimmen den 10-Stunden-ArbeiMag ab- attehnt. Daraufhin erhielten sänttliche Arbeiter ihre Entlassung. Wiedereinstelluugcn sollen nur auf Grund von neuen Bedingungen erfolgen, die eine Mehrarbeit vorfehen. Seit gestern ruht die Arbett in sämtlichen Osnabrücker Metullwerken.
M
Der deutsche Mrtallsrveltervervanb.
Berlin, 4. Januar. fPftvattelesramm.) Der deutsche Metallarbeiterverband hat gestern den Kamps um den Achtstundentag erllärt. Der Vorstand wurde mit entscheidenden «Monen beauftragt. Eine Delcgiertentagunq findet vom 15. bis 18- Sannar in Berlin statt. In der gestrigen BorstaudSfistuuq wurde bekanntgegeben, bat in mehr als 60 Prozent der Betriebe des Reiches für Arbeiter und Sbtgestelltt der Zehnstundentag von den Unternehmern eingefüyrt worden sei.
Die ftanzöflfche Antwort.
Bor der Ueberreichung in Deutschland.
(Eigene Drahtmeldung.)
Paris. 3. Januar.
In Paris ist die Antwort auf die deutsche Rott vom 24. Dezember fertiggcst-llt und der belgischen Regierung zur Zustimmung unterbreitet worden. Havasagentur glaubt mitttilen zu können, die örtlichen französischen Behörden im b e. setzten Gebiet seien im allgemeinen ausdrücklich gegen die allgemeine Anwendung der von der deutschen Regierung im Ruhrgebiet und in den Rheinlanden verlangten Matzmchmen, denn diese seien geeignet, dem Handel und sogar der Sicherheit der Besatzuugsmüchtt Abbruch zu tun. Man könne also erwarten, datz die fron, zösifche Regierung sich auf die „Rechte" beziehen werde, die sie aus dem Vertrag herleitt und bat sie nicht verfehlen werde, die deutsche Regierung
daran zu erinnern, daß gewisse Forderun- gen, die sie gestellt, wenigstens tellweise, namentlich, was die Wiedereinsttllung der Eisenbahner aulange, bereits befriedigt worden seien. Mau habe weiter Grund zu der Annahme, daß den a n d e r e n deutschen Vorschlägen keine Folge gegeben werde, da sie die leitenden Grundsätze der srauzösifckten Rcpara- fionspokittk, die so oft proklamiert worden seien, in Fra« stellen könnten. Die sronzöstsche Rote sej in einem gemäßigten Tone abgefaßt und trage rein technischen Charakter. Sie versperre nicht den Weg zu späteren Verhandlungen.
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Richs viel tu erwarten.
Paris, 3. Januar. Die französische Presse berettet ftü Tagen daraus vor, datz bei den Der- handlungen nicht viel heranskommen könne, indem stt versucht, Deutschland im voraus für deren Mißerfolg verantwortlich M machen. So macht der „Temps" erneut der deutschen Regierung den Vorwurf, daß ihre jüngste Rote sich nur auf die administrativen, fiskalischen und wirtschaftlichen Fragen des besetzten Gebietes beziehe, daß sie aber keinerlei Vorschlag zur Sicherstellung der Reparationszahlungen enthalte. Als ob man in der Redaktion des „TempS" nicht wüßte, datz Herr Poincarö sich dies von erster Stunde an ausdrücklich verbeten hat!
AMe neue Gelömtwerttmg.
Dr. Schachts energische Haltung.
(Eigene Drahtmekd-ng?,
Berlin. L Januar.
Die Londoner „Daily Chronitte« meldet ans Berlin: Der deutsche Reichsbankpräsident Dr. Schacht hat in seiner Unterredung mit Sir Horuc (der heute nach Amerika abreift) erklärt: „Solange ich Reichsbankpräsident bin, w i rd keine einzige Banknote mehr ohne Deckung gedruckt. Es ist Torheit, von einer kommenden notwrtwigen zweiten Inflation in Deutsch- land zu sprechen. Es gibt keine Inflation mehr, auch nicht für die dringendsten Staatsansgaben. Ich habe schon 1919 erkürt, daß Banknotendruck ohne Metalldeckung gegen die internationalen Gesetze und das Vertrauen verstößt. Das Elend in Deutschland wird noch groß bleiben, denn es können auch die berechtigten Ansprüche der Beamten usw. nur soweit bestiedigt werden, Äs Mittel vorhanden sind. Ab« imgedeütt Banknoten werden nicht wieder gedruckt." Diese Erkürungen Schachts Hütten, nach den eigenen Mitteilungen Sir HorneS in bet konservativen City- Organisation, ausgezeichneten Eindruck "emacht. Damit beginne Deutschland toieber in die Reihe Der kreditwürdigen Staaten einzutretcn.
Unter der fremden Gewalt.
Veränderungen im besetzten Gebiet.
(Privat-Telegramm.)
Berlin, 4. Januar.
Havas meldet aus Düsseldorf: Halbamtlich wird mitgettilt, der Generalstab der Be- fatzungSarmee werde Düsseldorf in der ersten Hälfte des Januar ter (offen, um sich wieder nach M a i n z zu begeben. General Degoutte werde feine« Posten als Oberbefehlshaber in Düsseldorf beibehalten. — Aach einer Berliner Meldung deS „Mo de Paris" hat die franzö- sische Regierung dem Kommerzienrat Hagen mitgettilt, datz die Errichtung einer rbeinifchen Emmissionsbank, fo wie Berlin sie sich vorstelle, in Paris abgelehnt worden fei. Dir Besprechungen feien i'doch nicht als endgültig gescheitert zu betrachten, vielmehr werden eine Reihe rheinischer Persönlichkeiten demnächsi nach Bettln znrückkehren. um zu versuchen, setteuS der Reichsregiernnq verschiedene weite« An» geWSnbniffe yi ettaugeu.
Die Krise im Orient.
England beabsichtigt in Afghanistan ettizugreifen.
(Eigene Dnchtmekdung.)
London, 4 Januar.
Die Times meldeten gestern: Die Svnfliftlage mit Asghanistan hat sich unerwartet verschärft. Das letzte englische Ultimatum ist von Afghanistan unbeantwortet gelassen worden. Die Kabinettfitzuny am Mittwoch hat auf Antrag EurzonS das Snteressement an den tatfächlichen Machtserhältnisscn in Afghanistan beMvssen. Der vielleicht folgenschwere Leschinst ist auf Meldungen von dem Eintreffen einer Sondergesandtfchast der Sowjets in Kabul Uirückzusühren. — Die Morningpost meldet auL Bombay: Die indische Regierung verfügte em 1. Januar Mitternacht die Nachrichtensperre über Truppenbewegungen in Rordindien. Die indische Presse, auch die nicht englische, spricht von einer ernsten Bedrohung Indiens durch die Dul- dun« tammnnistischrr Provmter.da.
DerSefundheitsstarrd.
* Aus dem alten Jahr.
Die BoirOgesundhelt in Dentstdland im abgt- Srafeuen l>ai?r yatt, unter der Wtrtf6)<iFtUClHn et fAtoer tu leiben, wie au» beu r.aibftebeu. den faC?uiäRnifJt-eu 2!uefübtnngtn dervsrge-t.
Die Sorge für die Volksgesundheit ist eine der scheversten, die wir in Vas neue Jahr hin» irbergenommen haben. Im alten Jahre ist aus hygienischem Gebiete zweifellos eine große SS e r schlechterun g erfolgt. Es ist von Wichtig- leit, zu erfahren, was der Fachmann dazu sagt, strnd deshalb verdient der Rückblick auf das Jahr 1923 besondere Aufmerksamkeit, den Pros. Gottsttin in ßer .Klinischen Wochenschrift* gibt. .Der Gesundheitszustand des Jahres 1923, Jo* weit er durch Seuchenzügc oder die hohen -StePblichkcitsMhlen g,ekennz«ichnet wird/ sagt er, .war zwar etwas weniger gut als 1922 und bctirächtüch ungünstiger als 1921, aber in Ge« «niübr'rstellung zur wirtschaftlichen Lage und Verschlechterung der Ernährung, Wohnung und gesundheitlichen Versorgung verhältnismäß g leidlich: jedem Kenner der Bedeutung der Zahlen und Maße ist es jedoch geläufig, daß die Auswirkungen der ungünstigen Einflüsse hwipt erst in den folgenden Iahten kcnnntch werden können mit Ausnahme der Geburtenabnahme und der Steigerung der Tuderknfose« sterMchkett die schon jetzt merklich die Anfänge späterer stärkerer Einbußen anzeigen.- Seit Juli aber machte sich die bis an dieGrenzendeZ Erträglichen gesteigerte Wirts chaftltche Not auf die Lage der Forschimg. der Kranken- anftaltt» und der Aerzte in gerade,n verheeren-; der Weise geltend. Desonders schwierig ist der Kampf, den die Aerzte als die berufenen Hüter der Hygiene gegen die Organe der Krankenkassen führen. Die lähmende Mrkuna der gesamten Lage macht sich auch in der öffentlichen Ge« sundbeitsvsiege geltend.
.Das durch Fahre beratene Reichsgesetz zur Bekämpfung der GeschllechtSkrancheiten kam nicht zur Verabschiedung,' führt der Verfasser aus, .das Reichsgesetz zur Bekämpfung der Du>- herkulose nicht zur Vorlage, andere Gesetze nicht vorwärts. Das preussische Tuverkulosegesetz will nur ein vorläufiges Hilfsmfttl sein; altem im Kampf gegen die Trunksucht find einige Fortschritte gemacht wvrden. Gegenüber steht der Zusammenbruch des AnstaltSwe- fenS. Diese Einrichtungen führten lange einen zähen Erbaltungskampf. der aber Mr eine sehr große Anzahl öffentlicher Anstalten und für die Mehrzahl privater Anstalten chn perMvlicher wurde. Die meisten Betriebe der öffenttichen KesundheftSvfleqe sind also schon Erliegen gekommen; den Rest bedroht in neuester Zeit der behördliche Abbau, der, falls er rein fdiente, tisch durchgefichrt wird, überhaupt jede gesund- heitfiche ÄbbMttätsgkeit voWLndia auStilgen kann.* Me Ausdehnung der Besetzung vergrößerte die Leiden der unter der Fremdherrschaft schmachtenden Gebiete, die die gesundhcit- Kchen Gefahren ganz DeulschlanS in sesteiger- tem Maße fühlen.
Diesem Urcheil stehen einige erfreuliche Erscheinungen gegenüber. Die deutsche Wissenschaft war weiter mit mtgehrochenem Eifer tätig, und die FcrhreSderfammlungen der Fachgeftllschasten und Kongresse standen auf voller Höhe. Auch in den Ausschluß der Deutschen von den internattonalen sfongressen wurde die erste Bresche gelegt, indem England und Rußland deutsche Gelehrte emlnden un- auch Amerika in strtciendem Umfang deutsche und öfterreU chische Wissenschaftler zu Vorträgen heranziebt. Das RoSefeller-Institut dehnte im Fahre 1923 seine Einrichtungen zur Fördenmg jugendlicher Forscher auf D«'.tschland aus, und Amerika wett, eifert mit europäischen Ländern namentlich mft iOesterrsich. nicht nur die wirtschaftliche Not, sondern ait* die der Aerzte vits ihrer Arbeit Pi Meldern. Die wissenschaftliche Gtttung de -tsch-r Forscher lam »n der Vergebung zweier Robel- vreise an deutsche Forscher, ht der Anerkennung der mit .Bayer 205" erzielten Erfolge imd in der Einladung deutscher Gelehrter zur Mitarbeit in den Völkerbund-Kommissionen zum Ausdruck.
Dom DersOwrnber »um Sparer.
Das Wunder der Stabilität.
BiS Ende November etwa waren wir sozusagen Verschwender. Jeder sorgte dafür, daß ex sofort sein Geld los wurde. Es destand aus Papier, das sich mit wachsender Geschwindigkeit entwertete. Wso lautete die Losung: Weg dorn: t ! Man tauschte gegen das Papiergeld ei- ligft Sachwerte ein. Was man so Sachwerte nannte. Nämlich Sachen, von denen man wähnte, daß stt einen Wert hätten und behielten' Natürlich hätte man diese Dinger Wertsachen nennen müssen. Mer mit der deutschen Svrach« nahm man es öbenfowemg genau, w:e mit den Sachwerten d'e man kaufte. Man erstand pitt- leicht Pflastersteine, obwe 'l man gar nicht Steinsetzer irsz. oder legte sich Hunderte von 8i*