Einzelbild herunterladen
 

Meter Neueste Nachrichten

Kasseler Abendzeitung

Sie KaffeUr 91niefien Sfacfcrtrtten erfdieinm icntfientttdi fei «mal nadim ttagS. Der SIbomte- menttorel« betragt für Die Woche vom 31. De, 23 6t86. San 24 70 Pfg. oei freier Zustellung vt« HouS, Inder ÄeschäftSste!^ abgeholl 65 Psc tilgBestellungen weroenfederieir entgegen. Genommen. 8erlag unb RedaMon: Schlachtoo'ftrate 28/30. Fernsprecher Nummer 951 und S3t tut »»verlangt eingefanbte Beitrage kann die Nedakkion eine veranf. tDortima etter Gewähr in keinem Falle übernehmen. Rückzahlung bei SeiugSgclbeS LnsprSLe menen etwaiger nicht arbnangsmästiger Lieferung ist ausgeschlossen. lPostscheckkonto Frankfurt a TI. Nr. 6380.

Hessische Abendzeitung

Anzeigenpreise SeschäftSanzeigen Zelle 15 Pfennig, Familien-Anzrigen Zeile 10 Pfennig, Kleine Anzeigen bei Wort 2«/, Sfennig, Reklamen die Zelle 50 Pfennig. Offertgebuhr 10 Pfennig (bet Zusendung der Offerten 20 Pfennig), Rechnungsbeträge sind innerhalb fünf Tagen $u bezahlen. Maßgebend ist der Kurs bei Zahlungjtage». Für die Richtig, leit aller durch ernsprecher auf gegebnen Anzeigen, sowie kur Aufnahmedaten unb Plane kann nicht garantiert werben. Für Antigen mit besonders schwierigem Datz hundert Prozent Aufschlag. Druckerei r Echlachthofstraße 28/30. Geschäftsstelle Kölnische Ttraße b, gegenüber der Tpohrstraße. Fernsprecher Rr. 951 unb 952.

Freitag, 4. Januar 1924.

Nummer 3.

Einzelpreis 15 Pfennig.

Einzelpreis 15 Pfennig.

14. Jahrgang

Bor den deutsch-französischen Verhandlungen.

Reue Spannungen.

Die innere» Reformen.

Die Reichstagswahlen werfen ihre Schatten voraus; der jetzige Zustand einer freien und de­mokratischen Verfassung, abgeändert durch eine ständige Ausnahme gesetzgebung und diktatori­sches Walten entweder von Parteien oder we­nigen Personen, bedarf dringend der Reform. Die Parteien selbst, meist in steh uneins, werden in den nächsten Wochen und Monaten versuchen, die Plattform der Wahlschlagwotte zu bereiten. Von links kommt der Ruf nach Aushebung des militärischen Ausnahmezustandes. Man glaubt in diesen Kreisen, daß das demokratische und so« zialistische Gefühl der Massen durch den Aus­nahmezustands gefährlich verletzt sei und unter dem Ausnahmezustand sich Spannungen unter­irdischer Natur entwiSelt hätten, die bei Wieder­herstellung der verfassungsgemäßen Zustände sich schnell verlieren würden. Ob das so ist, sei da­hingestellt. Die Massen haben heute so vollkom­men den Glauben an ihre Parteien verloren, je­der Gewerkschastsshürer Weitz, daß die Massen der Organisierten heute fahnenflüchtig geworden sind, daß mit den alten Parteimitteln und der Politik der Parteischlagworte und -fordernn-aeu di« Massen heut« nicht mehr zur Pattei zuttick- göwonnen werden können. So überaltert, wie der Reichstag ist, wie seine Bemühungen in Kttsen ufw. waren, so sind heute auch die Parteipro­gramm«. Bei den Reichstagswahlen, mögen sie im März oder später kommen, wird sich zeigen, ob im d eutschen Volke noch die alten Pattei en wurzeln, oder ob die Massen denjenigen ihr Ver­trauen schenken, die eine wirkliche Ausbaupoliük, Entwicklung statt Umwälzung, zusichern.

Ausländische Beobachter schreiben, daß der Kampf d«S deutschen Sozialismus gegen den Ka­pitalismus heute «in Gefecht mit Pappschwettern wäre, da der deutsche Staat Maßnahmen ergttf- fen habe, die keine sozialistische Regierung schär­fer hätte anwenden können. Das ist im wesent­lichen ttchttg beobachtet, und diese Entwicklung kann zur Gesundung und Vereinfachung auch unseres Patteiwesens führen, wenn sie di« nö­tige Reifezeit findet. Vorläufig besteht, bei der materiellen Notläge der Masten, allerdings die Gefahr, datz die nächsten ReichStagswah« len unter ganz bestimmten radikalen und stnn- mungsgemäßeu Aittrieben der Massen ein Er­gebnis haben, das nicht im Interesse einer ruhigen Weiterentwicklung liegt. Dor allem hat sich höchstwahrscheinlich das Kabinett Marx bis zu den Wahlen noch nicht voll auswirken können. Die Reformierung des staatlichen Apparates, die Weiterentwicklung der Weimarer Verfassung, schließlich mich eine einheitliche Außenpolitik, alles das find Fragen, die sturmflutarttg in we­nigen Wochen über Deutschland hereinbrechen werden.

DaS Verhältnis des R e i ch e s zu den L ä n. d e r n in politischer oder vielmehr staatsrechtlicher Beziehung soll nach den bayrischen Vorschlägen geändett werden. Diese Umstellung ist aber eben­sowenig von heute auf morgen ttotz der Forde- inng der Bayttschen Volkspartei möglich, wie die plötzliche Umstellung des Mnanzverhältnisses des Reiches zu den Ländern und Gemeinden. Der Finanz-Zentralismus kann nur allmählich abgebant werden ebenso, wie eine einfachere und gerechtere Vetteilnng und Einziehung der Steuern nicht durch einen Federstttch durchge- sühtt werden kann. Wesentlich bleibt zunächst, daß die Einnahmen des Reiches mit den Aus­gaben in ein bestimmtes Verhältnis gebracht werden, daß es dem Reichsfinanzminister zu­nächst gelingt, die Finanzreform durchzu­führen. Er ist hierbei auf den Widerstand der süddeutschen Regierungen gestoßen, so daß die dritte Steuerverordnung revidiert werden mußte. Der politische, sowie der finanzielle Föderalis­mus kann aber nicht im Handumdrehen durchge- fiihtt werden. Es gilt heute, diesen Föderalis­mus vorzuberttten, und das kann bei allseitigem gutem Willen ermöglicht werden, aber zunächst ist wesentlich, die Quelle aller Unordnung, näm­lich das Defizit des Reiches, verschwinden zu lassen. Dieses Bestreben führt nattirlich zu einer Beeinttächttgung gewisser Landesinteressen und trifft zahlreiche Berufs schichten hart, aber genau wie die Einführung der Festwährung zunächst ein Schwanken jedes kleinen Haushaltsplanes mit sich brachte, wird auch diese Finanzreform schließlich mit einer steten Att der Reichsfi ianz- politik enden, wenn zunächst Sonderwünsche zu- rücktreten.

Diese innerpolittschen Spannungen bestehen nicht auf dem Gebiete der Außenpolittk, und das ist der einzige Lichtblick. Was wir noch vor kur­zem erlebten, der Streit um Erfüllung oder Nichterfüllung, um Unterwerfung oder Wder- stand. ist längst zugunsten einer Wirklichketts- polittk entschieden worden, deren Ziel die staat­liche Freiheit ist. S.

DeutMcmö unö Frankreich.

Die Verhandlungs-Aussichten.

(Eigene Drahtmeldungh

Paris, 3. Januar.

Hebet die bevorstehende französische Antwort auf die deutsche Note heißt es, daß der Wottlaut gestern im Pariser Auswärtigen Amt fertigge­stellt worden sei. DasJournal" meint, man könne als sicher annehmen, datz die französische Regierung darauf Hinweisen werde, daß in ge­wissen Punkten bei der Zurückberufung ausge­wiesener Beamter ins besetzte Gebiet den deut­schen Wünschen Rechnung gettagen werde. Der Jntransigeant" kündigt an, datz die sranzösische Antwort wahrscheinlich am nächste» Diens­tag also am 8. Januar, dem Tage der Kam- mereröffnung dem deutschen Geschäftsträger übergeben werden wird. Sie wird vor der Ueber- mittlung an die Reichsregierung der belgi­schen Regierung vorgelegt werden. Inzwischen wttd über den Inhalt dieser Antwott sehr vieles erzählt, ohne daß vorläufig etwas Sicheres ge­sagt werden kann. DaS Blatt glaubt aus dem Jnhchst folgende Pnnke angeben zu können: Er­leichterung bes Handelsverkehrs zwischen besetz­tem und uebesetziem Gebiett Revision der Bin­nenzölle; keine Rheinlandbankt Aufrechterhaltung der Eisenbahnregie; Umbau der Verwaltung.

»er Botschafter Beim Reichskanzler.

Berlin. 3. Januar. (Privaltelegr«mm.s Die Pariser Blätter melden aus Berlin, datz die leiste Aussprache des deutschen Reichskanzlers mit dem französischen Botschafter de Margerie den schwebenden Fragen des Ruhrgebietes und besonders dem Düsseldorfer KriegSge- richtsurteil gegolten habe. DemMafin" zufolge hat der Reichskanzler dem Botschafter nahegelegt. die Regierung in Paris auf die schwere Belastung der neneingeleieten deutsch- sranzösislben Besprechungen hinzuweisen, wenn das Düffeldorftr Gerichtsurteil keine Aenderung erfahre. DemTemps" zufolge ist übrigens ein offizieller Schritt Deutschlands zugunsten der Verurteilten in Paris schon am Montag erfolgt.

*

Um die Lebensmittel

Berlin, 8. Januar. (Pttvattelegramim.) DaS Garantiekomitee hat neue Verhand­lungen mit der ReichSregienrng ausgenommen, um den tatsächlik^n Vorrat und Bedarf Dcntschlands an Brotgetreide und Fett festzustellen. Bon dem Ausfall der neuen Nach­prüfung wird voraussichtlich die Entscheidung FrankreiS und Belgiens in der Frage der ame­rikanischen Lebensmittel . Kredite an Deutschland abhängig gemacht werden.

Lohnkrife in Berlin.

Passiver Widerstand in den Metallwerken. (Privat-Telegramm.)

Berlin, 3. Januar.

Die Lage in der Berliner Metallindustrie ist dadurch kritisch geworden, daß die Arbett- gcber die Löhne um etwa 14 Prozent gekürzt haben, wogegen die Arbeiter passiven Wider­stand leisten. Der Stundenlohn in der ersten Klaffe wurde von 50 auf 48 Pfennig herabge­setzt. Dementsprechend wurden die Löhne auch in allen anderen Kategorien gekürzt. Der Me- tallarbeiterverband hat nach Bekanntgabe des Un- tenrehiirerbeschluffes die Parole ausgegeben, datz die Arbeit bei den reduzierten Löhnen abzuleh- nen sei. Dieser Parole find die Arbeiter in zahlreichen Betrieben gefolgt. Sie sind zwar überall vollzählig erschienen, haben aber pas- ive Resistenz geübt. Biele Betriebe sind auf diese Weise stillgelegt, zum Teil wur­den die Arbeiter entlassen und die Betriebe geschlossen. In einer AnzaU Betriebe wird ge­arbeitet. Das Neichsarbeitsministerium hat 6e, reits in den Konflikt eingegriffen und beide Pnr- ttien zu Einigungsverhandlungen ge­laden, die in diesen Tagen stattfinden sollen.

Ausdehnung auf da« Lsirich?

Berlin, 3. Januar. lrPibattelegrmnm.s Der Berliner Lohnkampf wird als eine Teilerschei- nunq der drohenden Lohnbewegung im Reiche lbetrachter. Tie Gewerkschaften sind be­

strebt, die im letzten Monat des alten Jahres sestgelegtrn Tarife mindestens zu erhalten. Auf der anderen Sette wird von der In du st r i e die Forderung erhoben, die Löhne der Lebenshal- tung anzupassen und da die ReichSrichtzahl in den letzten Wochen ständig eine rücklaufende Be­wegung gezeigt hat, sollen auch die Entschädi. gungen der Arbeiter und Angestellten auf ein der allgemeinen wirtschaftlichen Lage angepaßtes Niveau gebracht werden. Im Deutschen Metall­arbeiterverband wattet man zurzctt die Entwick­lung der Dinge noch ab, und ma» ist der Hoff­nung, daß ein Ausgleich zwischen beiden Patteien bald möglich sein wird. Auch in der Berliner Holzindustrie find seitens des Arbeitgeberverbandes die laufenden Verträge gekündigt worden, und es herrscht hier augen- blicklich ein vettragsloser Zustand.

Hypoweken'AufwerMns?

Reue Erwägungen der Regierung.

(Privat-Telegramm.)

Berlin, 3. Januar.

Die dritte Steuernotverordnung enthält unter anderem bekanntlich auch eine Heranziehung der aus billig zurückgezahlten Hypothe­ken erzielten Gewinne zu den Steuerlasten des Reiclns. In Verbindung damtt ist die Frage der Aufwertung der Hypotheken wieder akut ge­worden. Die Reichsregierung stand bekanntlich auf dem Standpunkt, daß eine Aufwertung der Hypotheken ernstlich nicht in Frage kommen könne. Es mutzte sogar vorübergehend mit der Möglichkeit gerechnet werden, daß ein ausdrück­liches Verbot dieser Aufwertung der Hypotheken erfolgen werde. Wie man jedoch aus den der Reichsregienmg nahestehenden Kreisen hört, kann es alS völlig ausgeschlossen bezeichnet weiden, daß ein solches Verbot erfolgen wird. Was die Aufwertung der Hypotheken anlangt, so sind zur­zeit Erwägungen in der Schwebe, die noch nicht völlig zum Abschluß gelangt sind. Es ist möglich, datz eine Aufwertung der Hypotheken bis zu zehn Prozentdes Vorkriegswertes erfolgt. Diese Aufwettung würde aber zum Teil der Heranziehung zur Steuer dienen. Wie gesagt, sind endgültige Beschlüsse nach dieser Rich­tung noch nicht gefaßt. Es ist auch möglich, daß man sich dazu entschließt, die Aufwertung von Hypotheken von Fall zu Fall durch ein schiedsrichterliches Verfahren zu regeln.

SWinger MinisterffemSa?.

Fälschung von AnstellunffSurlunden. (Privat-Telegramm.)

Weimar, 3. Januar.

Auf Anordnung des Oberstaatsanwalts in Weimar wurde gestern auch der bisherige thü­ringische Minister des Innern, StaatsMiniter Hermann, festgenommen. Er steht un­ter dem Verdacht, an den in seinem Ministerium festgestellten Urkundenfälschungen be­teiligt zu fein. Seine Festnahme ist nach dem Verhör des bereits vorgestern sestgenommenm RegierungsaffefforS Kunze angeordnet wor­den. Die Aussagen des RegierungsaffefforS ent­hielten schwere Belastungen für den Minister. Festnestellt ist, datz bis zum 22. November 1923 laufend geschäftswidrige Beamten­anstellungen dorgenommen worden sind, und daß man Anstellungsurkunden insofern gefälscht hat, daß man durch Vorda­tierungen den Anschein zu erwecke« suchte, die Anstellungen seien zu ftüheren Terminen vorge­nommen worden. (5s sollen auch belastende Attenstückc und Aktenblätter beseitigt worden sein. Es handelt sich bei allen in Betracht kom­menden Anstellungen um sozialdemokra­tische Parteigänger Die Personalsache« sind persönlich vom Jnnenminifstr mit dem Rr- gienmgsasseffor Knnze abgefaßt worden.

GrirOeManvs Umwälzung.

Absetzung der Dynastie Glücksburg.

(Eigene Drahtmeldung.)

Wien, 3. Januar.

Wie aus Athen berichtet wird, haben zwei- rmdsechzig liberale Abgeordnete vom republikani­schen Flügtt der Pattei unter dem Vorsitz von Papanastasiu einstimmig dessen Vorschlag ange­nommen, die Rational Versammlung, ohne die Ankunft van Benizelos abzuwarten, heute zu eröffnen und die Dunaftie Glücksburg für abgesetzt zu erklären. Die Abgeordneten beschlossen ferner, die Bildung eines Senats zu verlangen, der seit 1864 in Griechenland nicht mehr besteht. Einundachtzig liberale Bbgeordntte haben jede Zusammenarbeit mit den Republikanern abgelehnt. Sie beabsichti­gen, sich rmter Venizelos neu zu gruppieren.

FWgkettsfchulm.

Verkürzung der Ausbildezeit «m Ztveidrittel Wir mit de» «ig«un,SprUfil»gei» so Hat mau niueroteg * arntz mit bei: gäibigteits,«bitten gute erfslge erzielt. Hebet einen saw«nSr.-nitSe» Semag in »eilte beriete Nie Deutsche All­gemeine Zeitung anftbauti* tote felgt r

Schon seit einer Reihe von Jahren hat man in DÄttschLand die Ausbildung de» Fach, arbeiters durch Aufstellung von Lehrplänen., Einrichtung von Untettchtskursen nun soweit gesördett. daß mustergültige Ergebnisse erzielt wurden Der Einarbeituna der ungelern­ten Arbeiter hat man jedoch weniger Auf­merksamkeit geschenkt. Das ist um so nachteSH- ger. ÄS vie ungelernten Arbeiter gegenüber den Handwerkern weitaus in der Ueberzahl sind. Was daher hier durch Leistungssteigerung ge­wonnen wird, kommt in hohem Umfange der der Gesamtheit zugute. Die Anlerneiverfahren so zu gestalten, daß jeder Geeignete sich in kur­zer Zeit die erforderliche Geschicktuchwit erwirbt i ist auch schon deshalb gerade jetzt wichtig, weil die mit der wirtschaftlichen Krise znsammenhän- gende berufliche Umschulung dadurch erleichtert wird. ;

Ein Mittel, die Ausbildungszeit der unge- lernteu Arbeiter stark zu verkürzen, gibt uns die P s h ch o t e ch n i k an die Hand. Durch awr psychologischer Grundlage aufgebaute Lehrpläne ist es beispielsweise der Berliner Straßenbahn gelungen, wie der Schöpfer deS psVcholeclMschen Laboratoriums der Straßenbahn, Obettngenieur Tramm, in einem Vortrag im Rahmen der be- tttebs technischen Ausstellung berichtete, di« Ausbildungszeit von Straßenbahn- firhrern auf ein Drittes des früher üblichen herabzudrücken. Mit diesem Erfolg ging auch noch eine Leistungssteigerung insofern parallel, als die Unfälle im Betrieb um 50 Prozent geringer wurden. i

Dre Methode des An lernbarsah/ rens besteht darin, daß man systematisch die Vorstellung, die Dinnenfähigkeit und die Belve- gungsfähig-eit schult. Me Vorstellungs- f ä h i g k e i t kann man beispielsweite dadurch erwecken oder steigern, daß man anschauliche Beispiele brinatz daß man den Lehrlingen tfeW sam den Vorrang miterieben läßt. Zur E-in- präMmg der Rangierregeln brauchen die Sehr» linae bei der Straßenbahn nicht mehr, tote frü­her. die Bestimmungen wörtlich auswendig zu leinen, sondern es wird ihnen an Tafeln oder durch Modelle das Verfahren borgestihtt, und iiwar so ränge, bis es fest in ihr Vorstellungs- Vermögen eingegangen ist. Auch bet der Sinn- säbigkeitsschulung benützt man ähnliche Verfah­ren. Das Schätzen von Mitfernmrgen, die Erziehung zur Aufmerksamkeit kann nicht durch wöttliche Unterweisung erlangt werden, sondern nur durch den praktischen Verhältnissen ange­paßte Uebungen. Auch bt« Geistesge­genwart ist bis W einem gewissen Grade anerziehbar. Bei der Ausbildung der Straßen­bahner verwendet man hierzu Einrichtungen, die die Erscheinung von StratzenbabnunsWen nachahmen. Durch allmähliche Gewöhnung wird nun der Lehrling so erzogen, daß er auch et­wa iM einer Entgleisung oder anderen Unfällen unwillkürlich die richtigen Handgriffe der Brem. ssuna, StrommiSschaltunq ufw., ausführt.

Die Bewegungsschule schließlich, di« für den Straßenbahner nicht minder aber auch für jeden industriellen Arbeiter von größter Wichtigkeit ist. wird dadurch erlangt, daß man die komplizierten Bewegungsvorgänge in einzel­ne Teilvorgänge zerlegt, die zuerst getrennt ein« geübt werden. Dadurch, daß das Einüben in Grnpven-erfolgt, wird her tvechselsen.ige Ehrgeiz geweckt und dadurch die Leistung gesteigert.

Auf die Ausbildungszeit ist das Alter von Einfluß Am schnellsten wird as Ziel m den Jahren von 20 bis 95 erreicht. Bei Altersstufe« über Vierzig Jahre ist die Anlernug im allgemei- ;t#n nicht mehr besonders erfolgreich; es wird dann die zwei- bis dreifache Zeit beanfpruM. Auch die Herkunft -beeinflußt das Ergebnis. Bei der Straßenbahn ivaren die Uebungsfortschritte der aus ländlichen Gegenden stamm enden Lehr­linge besser als die der Großstädter. Die Psy- ch»technische Aulernederfabren haben sich mich in der Industrie recht nut bewäLr!. Die Krupp­werke konnten hierdurch bei der Ansbildung von Kranführern bis zu siebzig Prozent Zeit ersparen. Der volkswirtschaftliche Nutzen der vsychotechnischen Ausbildüng liegt also auf der Hand. G. 8.

Um die GoldmMrn.

Tagung der beirtf elfen Mieterverbände.

In Berlin hat eine zahlreich beschickte Tagung der deutschen Mieterverbände stattgefun- den, die sich mit der Frage der Gokdmitten be­faßte. Der Vorsitzende Les deutschen Meterbun­des faßte die Ansichten der Meter in folgenden Gedankengängen zusammen: Da das deutsch« Volk als Notgemeinfchaft anzusehen sei müsse die Entttehung einer neuen Hausbesitzer-