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Konnävend,'"?. Dezember IW.

Kasseler Neueste Nachrichte«

13. Jahrgang. Nr. 208.

Deutsche Kunst.

I Tie neuesteii Schöpfungen und Amerika

Wie bereits berichtet, wurden bei der Aus­stellung moderner deutscher Kunst in den Ander­son Galleries in Newyork sebr viele Werke jun­ger deutscher Künstler verkauft. Unter den 273 ausgestellten Werken unserer Expressionisten santeßt 98 Liebhaber, uns zwar 14 Oelbilter, 31 Aquarelle, 22 Skulpturen und eine große Anzahl graphischer Blätter, Neber die Ausnahme, die dies« Ausstellung sand, berichtet Näheres ein N«vhorker Berichterstatter. Man hafte dem Pn- l'likum, das zum ersten Make mit den Arbeiten der jüngsten deutschen Meister in größeren Um» fange bekannt gemacht wurde, zuerst nur die Aquarelle und Schwarzweißblätter oargeboten, wohl Weil man glaubte, daß sie weniger befrem­dend wirken würden. Und damit hatte man recht, denn selbst konservativ- Gemüter erfreuten sich an diesen Schöpfungen, ohne sie .shocking" AU finden Ws aber dann die Oelgemälde im Hanptsaal erschienen, veränderte sich die Sach­lage wesentlich.

Auch die Kunstkritiker, die an ganzen sich eif­rig um ein Verstehen dieser fremdartigen Kunst bemühten, sanden nun doch viel Abstoßendes darin. Hatte zunächst ein amerikanischer Kritiker gesagt, daß die Farbenwelt der Aquarelle nichts Lärmendes und Schreiendes an sich habe, so betonte nun eine Kriftkerin der Svemng Post", die deutschen Künstler hätten noch nicht gemerkt, daß der Krieg vorüber sei, denn noch immer versuche der eine den anderen durch lauter MißtSnc zu überschreien. Aus die­sem Durcheinander, das durch die innere Un- rube der Deutschen hervorgerusen sei, könne man aber doch manch« Interessante und geisftg Bedeutsame herausfinden. Ein anderes Watt vermißte u. o. bet den deutschen Künstlern den ..Humor", den allcrvings die Deutschen in so ttiwren Zeiten kaum ausbringen könnten. Daß

Teil des Publikums nicht nur platonisches

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-

zu

Kabln?« und Kammer fn Frankreich.

in

Poincarö in dir Vertrauens-

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I

Franken verschlingen würde, daß der Finanzminiffter und Debatte einareisen lind die frage stellen werden.

Wieder einmal die Vertrauensfrage.

Paris, 20. Dezember.

Der Mederaufbauministrr Loucheur hat der Stemmer eine Rede gehalten, worin er

zogen werden soll. Die wirtschaftlichen Ver- dältnisse, wie sie sich nach dem Kriege heraus­gebildet haben, würden es nur besonders be-

SIn Kayr-lMentürrr verhaftet.

München, 21. Dezember. An die Polizei- direktion München gelangte kürzlich eine Mittet- lung Wer einen geplanten Angriff auf den Generalstaatskommissar Dr. v. Kahr. Die sofort eingeleiteten Erbebunaen führten zur Verhaftung des ledigen Schausvielers Hans Bar­thel, gebürtig aus Sachsen. Barthel, der die Absicht zugibt. v. Kabr erschießen zu wollen, Hane schon Vorbereitungen dazu getrofsen.

Konkenirz der &rnätirune<minifier.

Entspannung auf dem Lebensmittelmartt.

Berlin, 21. Dezember.

Im Reichsministerimn für Ernährung und Landwirtschaft traten unter dem Borsitz des Reichsministers Grafen Kanitz die EruShrungö- und Landwirtschastsminister zu einer Beratung zusammen. Graf Kanitz gerb einen Ueberdlick über die Entwicklung in der letzten Zeit. Tie Verhandlungen der Konferenz betrafen zunächst die allgemeine Ernährungslage, die Preisgestaltung und Preiskontrolle im Lebensmittelhandel, sowie die Lage der Brotversorgung. Hinsichtlich der Brotver­sorgung wurde in dem einleitenden Referat dar- iftlegt, welche Menge die Reichsgetreidestelle in den letzten Monaten abgegeben fyü. Die Mengen waren beträchtlich und gingen zeitweise über dir Anforderungen während der Markcnbrotversor- gung hinaus. Gegenwärtig verfügt die Reichs-

i'iche und Jndustrieprodukte ein unge­sundes Berhältnis bestehe, das ausgeglichen wer­den müsse. Desgleichen wurde gefordert, daß die Preiskontrolle fort geführt würde, um einem neuen Anziehen der Preise entgegcnzuwir- ken. Der Vertreter Bayerns machte die mit Bei­fall aufgenommene Mitteilung, daß die A u s - fuhrbeschränkungen Bayerns in den nächsten Tagen beseitigt werden würden.

Otaifuii geflorden.

London, 21. Dezember. Der »Daily Mail" wird aus Tanger mitgeteilt, daß der bekannte marokkanische Unabhängigleitsiterfechtcr Rai - ful.t gestorben ist. Man vermutet, daß er ver­giftet wurde.

in den.

Wttcherische Abgeordnete in Spanien. Der . Matin" meldet aus Madrid: Das Regie-

KabinettSdireftor des sozialistischen Ministers Jules Deskröe, Richard Dnpierreux. erklärt in der belgischen ZeitungL,Horizont", daß di« belgisch« Politik danach streben müsse,

FranzMG-belkMche Dsannung.

Ein sranzösischer Alarmruf.

Paris. 20. Dezember.

Der Chefredakteur desEelair", Emil Burs, früher Kabinettschef Bri-ands, heute einer der schärfsten Vertreter der Poliftk Poineafes, ist von feiner Reise nach Brüssel zurückeekebre und veröffentlicht tn einer Zeitttng einen Alarm- t«f gegen die drohende Gefahr derRückkehr Belgiens zur Neutralität". Burs sagt, daß Po-nearS in Belgien selr populär sei, aber dessenungeachtet wäre die Zukunft der Be­ziehungen Belgiens zn Frankreich gefähr­det. Gegen die Rsgieruna Theunis sind In­trigen im Gange die von Männern dirigiert Werren,, welche mit dem Minister Jasper,, we- nigßeirs nicht in Unfneben sind." Der frühere

hindert wurde. So kann man versichert fein, daß die ungeheuren Summen, die der R u b r i n d u- strie erpreßt werden, und den Hunger nd die Roi des deutschen Volkes ins Unerträgliche steigern werden, in die Taschen einiger weniger Spekulanten stießen. Bald wird sich mancher neue Lebemann in Paris nieder- lassen. Poincarä aber wird auch weiterhin ver­sichern, daß die Bewohner der zerstörten Gebiete fein Dach über ihrem Kopse hätten", denn er braucht ja die Ruinen, um das französische Volk und leichtgläubige Ausländer zu nasführen.

Irrige Gewährung, heißt es weiter, haben sie alles daran gesetzt, das Ziel ihrer Ausbildung erreichen.

Llugavr 6er Referendare.

Die Bezirksgruppe Kassel im Landesver­band preußischer Referendare wendet

fordert die französisch« Regierung ans, dich» Ge­fahr nicht zu unterschätzen. In kurzer Zett Werve sich die belgische Kammer mit dem sran- zösisch-belgischeu Handelsabkommen zu teschäs- tigen haben. Bei dieser Gelegenheit werben die Anhänger der Neutralitätspolitik einen Vorstoß gegen die französische Politik unter, nehmen. Die zunehmende Teuerung übe eine bedenkliche Wirkung aus die Stimmung der bel­gischen Bevölkerung aus. Es gäbe viele Leu« in Belgien,die vom politischen Ruhm genug hätten und wieder billige Kartof- fe l n habenwollten."

während die allgemeine Euböhnng der Teue­rungszulage aus 1800 Franken, AV> Milliarden ' Es 'wird erklärt,

Gärung in Bayern.

Antrag zur Auflösung des Landtags.

München, 21 Dezember.

Di: Fraktion der Bayrischen Volkspartei bat im Landtag folgenden Antrag eingebracht: Der bayristlie Landtag beschliesst hiermit nach Paragraph 31 der Verfaffungsurkunde seine A u f l ö s u n g." Die Partei verfolgt damit den Zweck, an das Volk zu appellieren. Dazu wird noch berichtet: Auf Grund der gestrigen Fruk- tionSberattmgen beantragt die Bayrische M'.ttel- partei beim Landtagsvlenum die Schaffung eines Wahlgesetzes und die Vermiuderung der Abgeordnetenzahl nuf ein Drittel, die Landtags anflösung auf Grund des neuen Wahlrechtes und die Verminderung der Staats Ministerien auf fünf. Die Demo­kraten beantragten die Vereinfachung und Vcr- lillrgung der Landtagsverhandlungen durch Ber- minderung der Abgeordnetenzahl. Die Sozial­demokraten beantragten die Aushebung des Bus­nah m e z u st a n d e s. freie Wahl nach der even­tuellen LandtagSanflösnng und Verringerung der Abgeordnetenzahl. Die Anträge der Parteien kommen im Plenum zur Beratung.

Steuerzahlung In ürn nächsten Tcsyen

Pünktlich« Zahlung unbedingt erforderlich.

Berlin, 20. Dezember.

Die Häufung der Feiertage in der kommen­den Wocke erschwert unzweifelhaft die Zahlung der bis Ende des Jahres fälligen Steuern. Es ist aber nicht angängig, die gesetzlichen Vorschrif­ten in dieser Zeit weniger streng zu handhaben; vielmehr muß auf die Einsicht der Beteiligten vertraut werden, wie sehr es in her gegenwär­tigen kritischen Zeit auf unbedingt vünkt- lichen Eingang der Steuern ankommt, wenn nicht die Finanz- und damit auch tne Win- fchastslag« eine weitere Verschäriuna erleiden soll. Um Irrtümern vorzubeugen, wirb auZ- drücklich darauf h'.naewiesen. daß die F i n a n z- kassen auch am 24. Dezember bis 1 Uhr für den Zahlungsverkehr geöffnet sind. Diese Zeit in den. in der Woche fällig werdende« Zah­lungen ai'.sz'.mntzen, wird sieh auch deshalb eitp. sehkest. weil in den letzten Wochentagen mit star­ken-. Andrang zu rechnen sein wird.

Der Streit um Gasiger.

Unter internationaler Berwaltung.

Paris, 2 . Dezember.

Ueiier den Inhalt des Tauger-Amommens veröffentlicht dieAgenoe Havas" tt. a folgende Mitteilungen: Die Autorität des Sul­tans wird in Tanger aufrech t erhalten. Dfe Kapitulationen werden aufgehoben; jedoch wird ein gemischtes Gericht eingesetzt, in dem Fran- zosen. Spanier und Holländer im Rainen des Sultans Recht sprechen. Die europäischen Kolo­nien erhalten eine gesonderte Verwaltung, die ein auf sechs Jahre gewählter Beamter, der französischer 9>tttiono(ität fein muß, ver­waltet. Die europäischen Kolonien haben ferner eine legislative Verwölbung, iu der ein Vertreter des Sultans den Vorsitz führt. Sie setzt sich zusammen aus vier Franzosen, drei Engländern, zwo» JJtal.enern, einem Belgier, einem Portug!essen, einem Holländer, einem Amerikaner, sechs Wohamedanern und drei In­den Die Nßohamedaner und Israeliten ernennt der Vertreter des Sultans. Die Beschlüsse der leoiSkativen Verwaltung müssen die Genehmi- aung der Konl"ln der Siancttarmächte des Ab­kommens von Alger en erhalten, um Gesetzeskraft 3it erlangen Tanger wird neutrali­siert: es Wird ihm wirtschaftlich? Freiheit ge­sichert. In der Hafen KonzessionSgesellschaft er- lält Frankreich 30 Prozent der Aktien Der ©uf tan erliält die Hälfte des ehemaligen deut' scheu Anteils und 10 Prozent des Kapitals der alte« Hafenaesell'chast: der Nest des deutschen Anteils fällt der Verwaltung der Zone von Dan­aer zu. Das setzt unterssdmefe Abkommen wirp den Signataren der Akte vcm Algeriea? mit Ausnahme von DeutsMand und Oesterreich zur Zustimmung unterbreitet.

güterten Kreisen möglich gemacht haben, die Richterlmtfbahn und die anderen Berus« gleicher Vorbildung zu ergreifen. Dem weitaus größten Teilen ter Bevölkerung insbesondere den Söh­nen des verarmten Mittelstandes, der bis dahin meist die höheren Beamten gestellt hat, wären diese Berufe unter heutigen Verhältnissen ver­schlossen gewesen. Di« wirtschaftlichen Verhält­nisse haben sich noch andauernd verschlechtert, so daß fast ausnahmslos alle Referendare auf die Staatszuschüsse angewiesen sind. Durch plötzliche Entziehung derselben würde die wirtschaftlich« Existenz der allermeisten Referendare miss schwerste gefährdet. Im Hinblick aus die bis-

5Rrrs VoNM und MrMast.

Stnöngerte Feiertags Rückfahrkarten. An­läßlich des bevorstehenden Weihnachts- und Reu' jahrsfestes gelten die vom Sonnabend, dem 22. Dezember, mittags ab gelösten Sonn, tagsrsiäsahrkarten bis Mittwoch, den 26. Dezember, und di« vom Sonnabend, den 29 Dezentster, mitaas ab gelösten bis »um 1- Januar 1924.

Ein Gewerkschafts - Zwist. Der Gesamtoer­band der Angestelltengewerkschaften, der zu dem vom Ministerpräsidenten a. D. Stegerwalh ge­führten Deutschen Gewerkschastshun» (christlich-- naticmale Richtung) gehörte, bat eine bettächr- liche Verminderung dadurch erlitten, daß der Deutsche Bankbeamten-Verein nach fünfjähriger Zugehörigkeit aus dieser Spitzen- organisatiou a u s g e s ch i« d e n ist. Sich immer schärfer zuspihende Differenzen zwischen . ihm und dem Deutschnaftonalen Handlungsgehilfen- Verband haben den Bruch herbeigeführt. Der Rückschlag für den Deutfchen Gowerkschastsbund

Monatlicktt Bezüge des Grotzherzogs von Hessen. Der Sonderausschuß des Landtags in Hessen hatte sich wieder mit dem früheren Groß- Herzog zu beschäftigen, der bekanntlich mit dem hessischen Staat wegen der ihm zustehenden Be­zug« im Prozeß liegt. Die Regierung hat dem Ausschuß den Entwurf einer neuen Vereinba­rung vorgelegt. in dem die beiden Parteien un­ter fFerzicht einer vorläufigen Wetterführung des Prozesses sich dahin einigen, daß dem frü­heren Großherzog der monatliche Betrag von viertausend Goldmark zustehen soll.

Weniger Abgeordnete. Der Württemhergtsche Landtag soll nach einem Vorschlag der Regierung von 101 auf etwa 70 Abgeordnete vermindert werden. Diesses Beispiel soll auch im Reichs, tag und im preußischen Landtag Nachahmung

gegen den Wunsch ter Regierung beantragt», tenBuamten wegen der fortwährenden Stei­gerung der Lebenshaltung eine Gehaltszulage von 1800 Franken jährlich zu bewilligen. Der Finanzaninister de Lastayrie fprach sich dage­gen aus und wollt« nur den verheirateten Be­amten eine jährliche Teuerungszulage und alle« Beamten eine dremnddreißigvrmentige Erböh- mig bet Wohnungszirlaae bewilligen, was 220 Millionen Franken Kosten venirsachen würde.

Dahnverkch? im besetzten Okd'et.

Bchttaufend Eisenbahnwagen.

Dsrtmiind, 20. Dezember.

Tie frnnzösisch besgische Eisenbahnregie hat etif Grund der Mainzer Vereinbarungen zw - schen der deutschen Eisenbahn und der Reg c bsi dem Berliner Hauptwagcnam: achttausend Wagen täglich für das Ruhrgebiet ange­fordert. Weit über hundert Eisenö.ahn- züqe find daraufhin zum RuhrgeLiet in Gang gesetzt worden und werden täglich dorthin ab­rollen. Dir franrösischr Eisenbchnrrgie wird nunmehr zeigen müssen, bis zu welchem Grade sie die Lrikliingssähigfeit der von ihr verdräng en deutschen Eifenbabnverwaltimg zu erreichen in ter Lage ist Davon wird auch «Übungen, ob das Wirtschafts leben bc5 RnhrgeSir- ieg wieder in Gang lommni kcmn oder nicht. I» diesen Tagen trift der OrgansiationSmis- schusi des ReichSverkehrsministeriumS wieder zusammen, um zu dem Mainzer Proto­koll über den künftigen Eisenbahnbetrieb in den besetzten Gebieten Stellung zu nehmen. Außerdem wird man sich in dieser Sitzung über die Erfahrungen, die man in Oesterreich und Italien mit den Erspakn i smaßnah- men bei der Eisenbahn gemacht hat. auSf,rechen.

Beomtenabdau uns Besvlbunz.

Eine Eingabe der Eisenbahner.

Berlin, 20. Dezember.

Die Gewerkschaft deutscher Eisen­bahner und Staatsbediensteter hat an den Reichsverkehrsminister eine Eingabe ge­richtet, in der die Art des Bcamtenabbaues kriti­siert wird. In dem gleichzeitig gema-chten Vor­schlag zur Seffernng wird empfohlen, eine völ­lige Umor gamsqtion unter Berücksichtig gung aller technischen Möglichkeiten vorzunebmen. Als Beispiel wird der Amerikaner Ford hingestellt, der in seiner Betriebsorgani­sation den Techniker vorcinstelle und ohne frem­des Geld arbeite. Die Eingabe warnt dann davor, daß ausländisches Geld für die deutsche Eisenbahn heranaezogen werde. Es be­stehe durchaus die Möglichkeit, die Reichsstahn aus sich selbst heraus zu sanieren. Auch vor einer schematischen Verminderung des Per­sonals wird gewarnt. Ter Personalabbau dürfe nicht in die Hände von Juristen gelegt wer­den, fanden die Techniker müßten darüber entscheiden.

Zum Schluß wird folgende Aufforderung an den Minister gerichtet:Ennäßigen Sie die Ta­rife, und di« Wirtschaft wird wieder in Schwung kommen. Bezahlen Sie Jbr Personal gut, und eS wird Qualitätsarbeit liefern. Sorgen Sie für angemessen« Dienst- und Arbeitszeit, ft« er« dässt Ihnen frisches, arbeitsfrohes und leisftmgs- sahigeS Personal. Steigern Si« die Gefamt-Lei- ftungsfühigkeit der Reichsbahn durch bevorzugte Einstellung und Beförderung bewährter Fach­leute, Organisatoren. Techniker nb Ingenieure. Gie dürfen auch abbauen, Herr Minister. Sie müssen sogar abbauen Herr Mnister. Bauen Sie ast bei allem, was nach Ueberorganisafton , und engstirniger Bureanftatie riecht. Das, Herr Minister, sind nach unfern Ueberzeugimg Mttel und Wege, um die Reichsbahn ettragsfähig und . die deutsche Wirtschaft Widerstands- und lei- ( stungsfähiq zu machen. De» verständnisvollen ' Eingehens und der tätigen Mitarbeit der deut- scheu Wirtschaft, ihres Personals und feiner Or- ; ganifatiosien dürfen Sie versichert sein."

getteidestelle über einen Bestand, der für längere

>Zeit eine Gefährdung ausschließt. Boni belgisch« Politik danach streben müsse, verschiedenen Seiten wurde unterstricheu, daßIwieder selbständig zu werden und demanunu uu» muui>u. «,«» ,nvyn-

zwischen den Preisen für land wirtschaft'! Lande die Reutralitäz Mtückzugeben. Burö! rimasdirektornim hat die Strafverfolgung erm

liche Dampsmaschinenkrast von 85 Kw. hälfe, 19201 sich dagegen, daß durch Ministerialerlaß dem die Durchschniftsmaschinenkrast 126 KW. betrug, größten Teil der Referendare der ihnen bislier Dabei muß man sich erinnern, daß jede Mtarbei: | gewährte U n ter haltungs zu schuß ent» Deutschlands am Wiederaufbau shftessratisch ver- zogen werden soll. Tie wir.schaftlichen Der-

Gebt für öie

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an die

Kommerz- u. Vrivarhernk

Interesse an dett Ausstellung nahm, zeigten die über Erwarten guten Verkäufe, die zugleich eine recht textliche Lehre für die deusschen Künstler imd Kunsthändler enthielten. Es wurden näm- kich nur solche Werfe verkauft, deren Preise mäßig waren und die in Deutschlanv geforder­ten nicht wefentlich überschritten. Wo zu hohe Forderungen gestellt wurden, versagte die Kauf­lust der Amerikaner, die vor allem nicht zu den Dummen" gifeedmet werden wollen. Daher kam eS, daß von Nolde nichts verkauft wurde, denn es wurden CO Dollars für ein graphisches Blatt, 200 Dollars für ein Aquarell und für fein Ge­mäldeGeburt Christi" sogar 10000 Dollars gefordert.

Solche fibr Amerika gemachten Preise, die weit öfter denen bebi uns gezahlten liegen, kön­nen dort nur verstimmend wirken, und schliess­lich hat der Künstler das Nachsehen, denn er verkauft gar nichts und seine Werfe werden nick-t bekannt. Die Ausstellung soll auch noch tn mehreren Provinzstädten gezeigt werden, uno zwar haben einige Städte sich selbst um die Aus­stellung bemüht Jedenfalls ist der erst- Schritt für ein Verständnis der modernen deutschen Kunst tn den Vereinigten Staaten getan.

Weltpaklament der GelstesmSchte.

Die unseligen Folgen des Weltkrieges babeu di« Einkehr des lvahren Friedens noch nicht er­laubt, weder aus politischem noch auf Ivirtschast- lichem Gebiet, und feindseliger denn je stehen sich dfe Mächte der Erde gegenüber. Und doch gibt es ein Weltparlament, in dem die Gerstcs- inächte versammelt sind; die Bücher. Unermeß­lich werden di« segensreichen Wirkungen sein, die wir von ihnen erwarten dürfen. Eine füh- renbe Rolle unter ihnen svfelt der neue Brock- Hans. das Handbuch deS Wissens in vier Bän­den, daS erste größere Frfebenslexikon. Mit dem Vierten Band ist der Ring von A bis Z geschlos­sen, und der Zauberstab hat seine volle Kraft ge­wonnen. Unsere Zeiten sind nicht ytm Fcstr- iercin angetan, sonst hätte der Tag feierlich be­

gangen werden müssen, an dem der iüngsü Svrößling der alten bekannten Ahn en reihe des Brockhaus" in seiner glänzeiroen Gristesrüstting in die Welt hinaustrat, allzeit bereit, feine Freund« aus den Fesseln des Nichtwissens ?u befreien. Ganz niiparLeiiich gesptrochen snuß man diese Arbeit als eine groß« kulturelle Leistung an­erkennen Ein solches Werk in dieser Zett kann imS kein anderes Volk der Welt nachmachen. Hat doch ein weltumfassender Geist wie Goethe zu feinen besten-Freunden gezählt, und die Bände der damals vorliegenden sechsten Brockbaus- Aussage standen und stehen noch beute auf dem Schreibtifch des Altmeisters. Kunstvolle Tafeln, bunt« und schwarze, ausführliche Karten und Bilder und eine reich? Zahl trefflicher Ueber- sichten und Tabellen fesseln neben dem reich mit Bildern und Karten ausgrstatteten Tert. Um nur einiges herausziinehmen: Wie vorzüglicv der geschichtliche Teil behandelt ist. zeigt die Uelvrsickt über den Weltkrieg mit ihren vielen Karten und der ebenfalls durch Karten erläu­terte ArtifelTannenberg". Ebenso wertvoll sind die Artifel, di« outen Wissensgebieten ge­widmet sind. Es ist eine Freute, so klare, von jeder Tendenz freie Zusammenstellungen zu le­sen, wie in« über den Sozialismus, die dessen Entwicklung durch alle Sanner verfolgt. Die Artikel über Volksbildung Zwesen. Schulwesen sind ebenso tedeuten'o wie bi» über Theater, Vererbung, Siedlungen. Sterblichkeit und eine Menge anderer. Ein solches Werk wird als Kul­turfaktor in aller Welt Beachtung finden.

Da« Buch 6er Sfe6er.

Heines zerstreute Gedichte, die er schrieb, . alZ die ersten Küsse der Aftise in seiner Seele brarin- ten*. hat er in seinem bekanntenBuch ter Lie­der" gestammelt. Zu jener Zeit überraschten sie weniger durch ihren Inhalt, als durch die ori­ginelle Form, in der sie auftraten. Die LicbeS- glut, di» in denTraumbildern" und »Liedern" von hübichen Locken, Myrten und Reseda, von jiißcn Lippen und von bittrer Rete, von düstrer Lieder düsiern Melodien erzählt und singt, ist

charakteristisch für das Empfinden au? des Dich, ters Jugend. Was aber besonders daran fesselt, ist die außerordentlich« SubjettiviM, die Ci,"en. teil, mit ter er sein inneres Leben darstellt. Da. 31t kommt ein Reichtum an Bildern u. Formen, an Figuren und Empfindungen, die m,t teilt Volkslied eng verwandt sind. Idealistisch und weich sind seineSonette" Bald schwärmerisch und sehnsuchtsvoll, bald voll Weltschmerz, ist daz Literarisch« Intermezzo", dessen Gedichte so vielsagend sind tn Schmerz und unglücklicher Liebe. Gerade vor hundert Jahren sind die Lieder derHeimkehc" entstanden, die Heine als eine heitere Huldiguna bezeichnet, die ater auch mietet für ihn ein Aufatmen, eine Befreiung von der Sehnsucht sind. Ergreifend ist beson­ders .Die Wallfahrt nach Kevelar" bilderreich Die .Harzreise". In der GedtchtreihrDie Nordsee" fühlt man die poetische Kraft. Diese Sammlung hat in anerkennenswerter Weife der Verlag Mar Ahnert in Kassel neu heransge- geben in einem geschmackvoll gearbeiteten Büch, lein mit Holzschnitten von dem Graphiker E. Makowski.

Die geknebelte Wtffenschast.

Marburgs Sympathie für Jena.

Reftor und Senat ter Philippsuniversität Marburg geben bekannt: Die Universität Jen» bat in eintet Rundschreiben an sämtlich« deut­sch« Hochschulen einen Protest bekannt gegeben, den sie an das thüringische Ministerium Stegen Besetzung von Lehrstühlen nach patteivolttischm Gesichtsvnntten unter völl'ger Nichtachtung der Fakultätsgutachten gerichtet. Daraus hat daS Ministerium den ganzen nach außen gehenden Schrifwerkehr der Univetsität unter Vorzensur acsiellt. Im Kampfe gegen diesen ugn heuerlich«n Versuch, b:« Freiheit der. Universität Jena zu knebeln, wissen sich Rektor und Senat der Phi- lippSuniversität Marburg eins mit den Je­nenser Kollegen und leiten ti aller Oefsent-ich- fc t schärfste Verwahrung gegen das Dersahrcn deS Thüringischen Ministeriums ein