Kasseler Neueste Nachrichten
Kasseler Abendzeitung
’-ite Stalleter Sieueften 91nrfcrt*ten ertoetnen mncbentli* <ed>«mal nadint ttagS. Der Abomie- mentiprets beträgt für Me Woche vom 17. 618 23. Dezember 800 Milliarden bei freier RufteUune ins Haur.in der TekchastSileui abgeboU 770Mtlliarsen. Bestellungen werden jederlei! entgegen, genommen. Verlag und Redaltton: Schtachlvosstratze 28/30. Fernsprecher Numme 951 und 952. Für unoerlang: etngefanbte Beiträge kann die Redaktton eine Gerant, roortuna ober Gewähr in keinem Falle übernehmen, illüclzahlung des SemgSqelbeS oder illnsprüche wegen etwaiger nicht orbmmgim tfttger Stereritng ist ausgeschlossen.
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Hessische Abendzeitung
^Lummer 298.
Einzelpreis: 150 Milliarden.
Sonnabend, 22. Dezember 1923.
Einzelpreis: 150 Milliarden.
13. Jahrgang
Zn Erwartung -er anslöndischen Kredite.
Maß aller Realpolitik sein müssen.
S.
Erwachen des WeltgewiffenS oder des Mitleides glücklicherer Nationen Deutschland wieder in Jvorm ;u bringen. Wir wissen heute, wieweit unser: eigenen Strafte reichen, und daß sie das
die Möglichkeit, nach einigen Monaten die Er- werhslosen, jene kostspielige Armee, die heute feint industrielle Reservearmee im alten Sinne .mehr ist, zu beschäftigen. Sie haben den Staat gezwungen, .ehrlich zu werden und der Ver- schwenduna zu steuern. Di« Jnslationsgewinn- ler und diejenigen, die tot Taumel an der Börse oder der Spekulation mit Waren große Gewinne erzielten, find lahmgelegt. Ihre Läger stnd tnS Rutschen gekommen und es ist plötzlich An Ueberangebot von Waren eingetreten. Und da die Abnehmer sich zuMckhaltcn. werden diejenigen, die bisher zu teuer waren doppelt gestvast.
Die Uebergangszeit trifft einzelne Schichten der Volkes besonders hart, aber wir sind in diesem Tal der Not voll der Gewißheir, daß wir jetzt nach ganz bestimmten Gesetzen wieder aufwärts klimmen Müssen. Was der Nation bis jetzt fehlte, war der Glaube an eine BesserungSmSglichkeit. Die einen erhofften die Besserung durch Eingreifen des Auslandes, die anderen von einer radikalen Umwandlung alter Gesetze und der Staatsreform. Die mechani- stische Auffassung von Politik uns Wirtschaft batte zu einer Tatenscheu geführt. Oder zum Trugglauben, durch eine Umwälzung werde das Herl kommen. Die unmerklichen Schritte zur Besserung und di« Abstoßung novemberlicher Träumereien hatten aber in Len letzten Jahren solch« Fortschritte getan, daß nicht nur dir Staat und die Parteien, sondern jeder einzeln« Deutsche — und dos Individuum mehr als die Gerüste des Staates — Me Empfangs, und Aktionsfähigkeit sich vollkomnten umgeformt hatte. Die Ideen, aus denen noch tot Vorjahre Wirth und seine Parteien Politik machten, sind heute tot. Die Prograuune der Parteien sind heute papierne Formen. Der Deutsche, der noch vor einem halben Jahr nicht daran glaubte, daß seine Lebenshaltung jemals wieder durch ehrliche Arbeit gebessert werden könnte, der <m keine Sicherung seiner Existenz und seines Alters mehr denken konnte, und auch drn Glauben der- 1 loten hatte, daß die Gewalt des Staates ihn zu ! sichern vermöchte, weiß jetzt, daß nur seine Tüch.- : rigkeit und Arbeit seine Fürsorgerinnen sind. j Der Staat als solcher ist heute nicht mehr; der Schild, der den Einzelnen deckt. Der Staat ।
Nochmals Nachfragen.
Paris, A. Dezember. (Eigene Drahtmeldung.', Den deutschen Vertretern stnd durch die Kriegs- lafienkommission eine Anzahl Rückfragen an Deutschland eingehändigt worden, bereit zufriedenstellende Erledigung für die Priorität der deutschen Lebensmittelkredite entscheidend sein so». Ob sich unter ihnen auch das Berlangen nach Einziehung der privaten Auslandsguthaben befindet, ist unbekannt. Die deutsche Regierung wird um eine beschleunigte Antwort an die Kommission ersucht.
kaum vor Ende dieses Jahres das Reichskabinett passiert haben. Es bestehen angeblich große Mei- nungsverschiedenheiten über alle in der dritten Steuernotverordnung enthaltenen Fragen innerhalb des Reichskabinetts. Besonders zu verschärfen scheinen sich diese Meinungsverschiedenheiten in der Frage des Finanzausgleichs zwischen dem Reich einerseits und den Gemeinden und Ländern andererseits. Damit in Verbindung gebracht wird auch die Reise Dr. Luthers, der mit den süddeutschen Landesregie, rangen gerade über die Frage des Finanzausgleichs verhandeln soll. Dem Fünfzehner-Aus. schuß des Reichstages kann die Verordnung in- folgedessen erst nach Neujahr zugehen. Vor diesem Zeitpunkte ist also auch mit einer Neuregelung der Mietpreise nicht zu rechmn.
Tlmerlka will Zahlung Brr Kriegsflhulven.
Paris. 21. Dezember. (Privattelegramm.) Der Rewyork Herald meldet aus Washing- ton: Der Senatsausschuß hat die beiden An- träge verworfen, die eine Stundung der Kriegsvorschüsse an Frankreich und Bel. gien bis 1930 an strebten. Staatssekretär Hughes griff in die Aussprache ein und sagte, daß Arne, rika unbedingt auf der soforttgen Aufnahme der Teilzahlungen bestehen bleiben müsse. Die Ablehnung der Anträge wurde deshalb mit allen gegen drei Stimmen ausgesprochen.
Beschäftigung Btr Industrie.
Bochum. 21. Dezember. (Privattelegramm.) Rach Abschluß des Nebereinkommens zwischen den Ruhrindustriellen und der Micum einerseits und den Rulirindustriellen mit der Arbeiterschast andererseits kommt der industrielle Be. t r i eb in dem Ruhrlande nunmehr langsam wie. der in Gang. Der Bochumer Verein hat bereits über 2000 Arbeiter wieder eingestellt. DaS Werk hofft, gleich nach Weihnachten die Hochöfen
Aenderung des Wahlgesetzes
Weniger Reichstags-Abgeordntte.
(Privat-Telegramm.)
Berlin, 21. Dezember.
Im ReichSrat stand der Gesetzentwurf zur Aenderung des Wahlgesetzes auf der Tagesordnung. Die Reichsregieraug hat eine Erklärung abgegeben, wonach sie beabficht gt, s:ba d wie möglich, spätestens aber Mitte Januar, dem Reichsrat erneut eine Novelle vorzulegen, die den preußischen Wünschen entspricht und unter anderem eine Aenderung des Wahlkreises Berlin- Potsdam vorsieht. Auch die Zahl der Reichstagsabgeordneten wird herabgesetzt werden. Mit Rücksicht auf diese Zusicherung haben die Ausschüsse mit Nlehrheit von Einsprüchen abgesehen und dem Regierungs-Eniwurf zugestimmt.
Verzögerung durchJDkinung«ve>1Aitdenhr?ten
Berlin. 21. Dezember. (Privattelegramm.) Der Reichsrat beginnt heute eine informatorische Ansprache über die Grundlinien für eine dritte Steuernotverordnung. Me der „Vorwärts" zu berichten weiß, wird die Verordnung Über das Verbot der H y p o th e k e n aufwertung, die Miets^teuer und den Finanzausgleich
von sie die voraussichtlichen Ausgaben bis April $u decken imstande fein wird, ohne Inanspruchnahme neuer Kredite, Für Januar erwartet man den Abschluß der Auslands- Währungskredite. Die Ausgabe der neuen Rentenmark-Schatzscheine der ReichS- regierang soll bis Eingang der Steucrbeträge die tzehalts- und Lohnzahlungen am 1. Januar ichersteklen, für die sonst irgend welche Mittel nicht bereitgestellt werden könnten.
Roch keine £anötag<auff5fung.
Müuchen, A. Dezember. (Privattelegramm.) Ter Landtag hat den Antrag der Bayrischen Bolkspartei auf Auflösung des Landtages zurückgestellt bis zur Erledigung der noch damit in Zusammenhang stehenden Ergänzungs- anträge, die dem Verfassungs-Ausschuß überwiesen worden sind. Damit ist die Entscheidung über die Auflösung des bayrischen Landtags noch geraume Zeit zurückgestellt.
Aus den deutschen Ländern
Neue Sturmzeichen in Bayern.
(Eigener Drahtbericht.)
München, 21. Dezentber.
In München dauert die politisch« Erregung und Spannung an. Die verbotenen Versammlungen der Nationalsozialisten sollen um Mitternacht am Mittwoch doch stattgefunden haben, doch verweigert die Polizei, die anscheinend irregeführt worden ist, jede Auskunft. Die starke militärische Bewachung im Regierangs- gebäude dauerte den ganzen Donnerstag über an. — Nachdem Korvettenkapitän Ehrhardt Putschversuche gegen den GeneralstaatSkom- miffar von Kahr unternommen hat, wurde die Ausweisung Ehrhardts aus Bayern verfügt. Ehrhardt ist de« Ausweisung zuvorgekommen und bereits vorher nach Innsbruck abgereist.
gebaut, als sie vor dem Kriege bestanden haben. Der Stattstiker Edmond Michel hat im Juniheft des „Journal de la Socie‘e de Statifttque de Paris- sestgestellt, daß, während 1913 jede Fabrik in den zerstörten Gebieten e'-e ;-----"-'chuftt-
Die neuen Steuern.
Deckung der Ausgaben bis April 1924.
(Privat-Telegramm.)
Berlin, 21. Dezember.
Die heute zur Veröffentlichung kommenden ettbgßttigen Rotsteuern des Reiches sind in einem dem Ausschuß des Reichstages zugestellten Berittst der Reichsregierung hinsichtlich ihrer finanziellen Wirkung für das Reich ausführlich begründet und erläutert. Danach rechnet die Reichsregieraug mit einem Gesamteingang von etwa 650 Millionen Goldmark, wo-
$inaaiauSQ!eit85-'3trctunaen.
Berlin, 21. Dezember. (Privattelegramm.) Die Reise des Finanzministers Dr. Luther nach Süddeutschland gilt Besprechungen mit den Re- gienmgen nicht nur von Württemberg und Baden, sondern auch von Bayern über die Fragen der Neuregelung des finanziellen Ausgleichs zwischen Reich, Ländern und Ge- mein feen. In unterrichteten Kreisen nimmt man an, daß diese Verhandlungen erst nach Weihnachten beendet fein werden.
ÄM die Auslandskredtte.
Lloyd Georges Agitation für Denffchland.
(Eigene Drahtmeldung.)
London, 21. Dezember.
Laut „Daily Chronicle" sprach Lloyd George auf der letzten Tagung der liberalen Partei, die finanzielle Hilfe zum deutschen Wieder- aufbau könne von den Liberalen nicht abge- l e h n i werden. Der Aufnahmekreis für den englischen Export verringere sich beängstigend. Deutschland mässe Auslandskredite erhalten. Reichlich spät beginne Deutschland einzusehen, daß eine Finanzkontrolle nichts Entehrendes sei. (?) Das offizielle Deutschland beschreite jetzt entstick» jenen Weg. den es gleich hätte einschlaaen sollen. Die Ruhrfrage werde einmal die englische Lebensfrage werden, wie die belgische Neutralität 1914 zur Schicksalsfrage Deutschlands geworden fei.
Württrmveeg« Regier«»»,
Stuttgart, 21. Dezember. (Privat-Telegramm.) In der gestrigen Sitzung des württem- l»ergifchen Landtags erklärte Staatspräsident Dr. Hieber, eine Regierungserweiterung nach rechts und links würde feinen Beifall finden. Sollte das Ermächtigungsgesetz nicht die erforderliche Zweidrittel-Mehrheit finden, so werde die Regierung ihren Rücktritt erklären. Im anderen Fall glaube man einen Rückhalt für die Fortführung der Eefchäfte zu haben.
Hinter den Kulissen.
Der franzöfifche Wiederaufbau-Skandal.
3 < dem französischen Schwindel, der mit dem an« geblichensiSiederausban in derKriroSzone geirie.
»en wird, Nezen wieder folgende Bericht« vor i
Das Pariser Blatt „Oeuvre" veröffentlicht folgende Mitteilung: Während die Regierung den Bewohnern der geschädigten Gebiete öffentlich Sachlieferungen aus dem Rheinland ver- sprachen habe, bekundete der Kammerausschuß .für die befreiten Gebiete seine Erregung darüber, daß die Regierung die unaufhörlichen Skandale in den nördlichen Departements sorgfälttg unterdrücke. Man ließ Minister Reibe! wissen, daß man sich über seine Art der „Gerechtigkeit" wundere. Zur großen Ueber- raschung der Regierung antwortete der Minister für die befreiten Gebiete, daß er entschlossen fei, scharf vorzugehen. Tas geheimnisvolle Verhalten Rei'bels erklärte sich, als man nunmehr erfuhr, daß Poincars ihn in den letzten Tagen darauf auftnerksam machte, in A m e r i k a werde lebhafte Propaganda gegen die Verschwelt, düng der Entschädigungszahlungen betrieben. Poinears fügte hinzu, daß, wenn man der Propaganda entgegentreten wolle, es unerläßlich sei, ernstliche Untersuchungen über sämtliche bisher bekannt gewordenen Skandale und gegen alle Schuldigen Strafverfahren einzuleiten. Reibel fügte sich. Er Wird zu tun haben.
Wohin die Reparationen fließen.
Ueber die französische Korruption wird weiter geschrieben: In einer Denkmalseinweibungs- rede am 30. September 1923 sagte Poinears: „Da der Vorstoß gegen die internationale Gerechtigkeit kein Ende genommen hat, da unsere unglücklichen, solange geprüften Bevölkerungen noch bezwungen sind, in der Erwartung der not- wendlgen Reparationen dürftig zu leben, weshalb sollen wir nicht bei Feierlichkeiten, wie bei dieser, die Gelegenheit benützen, gleichzeitig mit der Verehrung für die Toten in der Seele den Willen zu stärken, das zu erlangen, war man uns schuldet und Deutschland für immer Wunsch und Mittel zu nahmen, seine verbrecherisckenUnterneh. mutigen wieder zu beginnen!" — Diese Aeuße- rung deckt sich inhaltlich mit zahlreichen anderen, mit denen Poinearö für die Rtchrbesetzung Stimmung zu Wecken suchte. Nachdem das Ueberein- kommen mit der Ruhrindnstrie kürzlich unterzeichnet war, versichette die gesamte ftanzösische Presse, daß die mm kommenden Reparations- zahlungen endlich fiir den Wiederaufbau Nord- stanfteichs verwendet werden könnten. Wohin die deutschen Gelder tatsächlich kommen, das hat schon Sttilpnagel in den Süddeutschen Monats- fteften tot August IM — „Sabotage des Wiederaufbaues" — anschaulich dargestellt. Seine Ausführungen werden wertvoll durch einen Aufsatz von Bardowick ergänzt: „Wie Frankreich beim Wiederaufbau Milliarden verschwendet". Der Verfasser nennt die „Zerstörten Gebiete" den
größten SorrapliouSherd bet Welt.
Das französische Entschädigunasgesetz vom 17. April ISIS öffnet dem unglaublichsten Schwindel Tür und Tor. Die Abnutzung der Immobilien darf nicht höher als mit zwanzig Prozent berücksichtigt werden, das Gesetz erlaubt anstelle einer veralteten die modernste Anlage der Wett zu setzen. Die GewinnmöglichSeiten finden einen markanten Ausdruck in dem Handel mit Entschä- digungsansprüchen, von denen zahlreiche Bu- reaus leben. 120 bis 160 Prozent Ankauflosten und 400 bis 500 Prozent als Entschädigung find die Regel. Nach dem „Echo be Paris" vom 1. Mai 1923 hat PoincarS diese Zessionen als einen „Scandate abominablest (abscheulicher Skandal) bezeichnet. Dieselben Personen ftmqie- ren gleichzeitig als Anwälte der Parteien oder sind gleichzeittg Bauunternehmer oder Sachverständige für die Kriegsschadenbehörden. Diese Korruption war derartig, daß laut „Journal Officiel" vom 29. April 1923 in der sranzö- rschen Kammer ein Gesetzentwurf zwecks Nachprüfung aller KriegsentschAügungen über hunderttausend Francs eingebracht worden ist. Dieser Antrag wurde abgelehnt! Sogar Ge- ellschasten haben sich gebildet, die nur das bestimmte Ziele verfolgen, die
Enffchädigungen in die Höhe zu treiben, elbstverständlich für entsprechende „Entschädigung" So toitrbe zum Beispiel die Anforderung irr ein Haus in Tourcoing von 30000 Francs auf 780000 Francs hinaufgetrieben. Ein unerhörter Schwindel wird mit den Abtre- tungs urkund en getrieben. Die Regierangs. denkschrist zum Brrdget 1923 bezeichnet diese Zes- ionen als „Zessionen bet reinen Spekulation"., Sämtliche beteiligten Privatleute haben sich ungeheuer bereichert durch Staatsgelder. Die In- mstrie in den zerstörten Gebieten hat ihre Anlagen in weit vollkommenerer Weise wieder auf*
Das umstrittene Ruhrgebiet.
Frankreich ist wieder „erftaunt".
(Eigene Drahtmeldung.)
Berlin, 21. Dezember.
Der Vertreter des „Matin" berittet ano Berlin, feer neue deutsche Schritt strebe die Wiederherstellung der absoluten Herrschaft Deutschlands im besetzten feeutf*en Gebiet an. Der ftanzösische Boffchaster habe im auswärtigen Amt dem großen Erstaunen (?) seiner Regierung über die Sonntagsrede Strese- mannS Ausdruck gegeben, die im Gegensatz zu den von dem deuffchen Geschäftsträger, in Paris geäußerten Wünschen und Absichten Deutschlands stehe und nicht für den ost betonten guten Willen zu sprechen scheine. (!)
selbst kämpft um sein Dasei" Dagegen ist dre Idee Staat gereinigt werde von den aus dem Ausland hereingeholien Fr uen, di« die Le- bensftast unseres Staatsged lens äbzuwürgen drohten. Auf dem Umwege Ä Weimar nähern wir uns wieder der Bismärt Heu Staatsidee; nach einem verlustreichen Gan rurch die Wüste der Parteiprogramm-, der S Mndelwährung und der Reden von Besserung kommen wir wieder zur lebendigen Quelle des Glaubens und der Tat unserer eigenen Verantwortung. Nachdem wir geglaubt haben. Schrittmacher des Jntcritationalismus zu sein, ist eine neue und reinere Erkenntnis des deutschem Volkstums und des Deutschen Reiches im Vordringen. Mit einem gewissen Mißtrauen wc/ocn heute alle polittschen und wirtschaftlichen Koffnnnst-ti F*■*"'*■ .....'•
Eine Umwandlung.
Rettend» Selbsthilfe.
Es ist uns in den letzten Wochen ganz Plötz- kich zum Bewußtsein gekommen, wie verfehlt die Finanzwirtschaft der letzten Jahre gewesen ist. Daß wir so verarmt waren, wie sich jetzt nach dem Zusammenbruch der hohen Zahlen herausstellt, hatten wir nicht geglaubt, aber seltsamer Weise bringt die nüchterne Erkenntnis unserer furchtbaren Armut einen gewissen Optimismus in die Massen. Wenn B r ot und Fleisch und Eier an ihren Produftionsstätten zu Friedenspreisen abgestoßen werden, wie es allgemein erwünscht ist, so hat doch allein die Gewtß- heit, für die nächsten Monate für eine bestimmte Menge Geld eine bestimmte Menge Ware erhalten zu können, die Arbeitslust wieder angeregt. Dieses Erwachen ans dem Fieberzustand, in dem nach der Revolutton unter dem Papiergeldschwindel die Kräfte 'sind die Arbeitswilligkeit der Nation abgenommen hatten, geschieht nun unter dem Eindruck der Frstwährung.
Die Zunahme der Produktion in dieser Uebergangszeit ist deshalb besonders erfreulich, weil sie die beste Gewähr für die Stabilität wertbeständigen Geldes isst. Das Verhältnis von Geld- und Warenmenge gesundet allmählich. Die Belebung der Gefamtwirtschaft wird also voraussichtlich zunehmen und damft auch