Sonnabend. 15. Dezember 1923.
Kasseler Neueste Nachrichten
13. Jahrgang. — Nr. 292.
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Er«? 2 Oer Vellage.
uniertieflen der Rhem-Mhr-Abacrbe nur dann.
"sn diesem Falle beträgt
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ceutfcher <volo ar»n Ivar noüvend'g nach lichen Kurs in Renleirmark umgerechnet. Der die dritte Rate der Rhein Ruhr-Abgabe ebenfalls
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Walzers „An
Mit de» bekannten Klängen bi
der schönen blauen Donau
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vielgestaltigen und komplizierten Wirtschaft wie der unsrigen. kann sich aber gar nicht ohne Hem- urungcu vollziehen, und wir werden nur dann
diese Höchstgrenze übersteigende Teil des Citri« habens wirv in Papiermark zurückgezcchlt. Die Konten der Postschecksünden, die die Umstellung ihres Kontos nicht wünschen, und dies dem Postscheckamt bis 11. Dezember Mitteilen, werden nach Rückzahlung der Restguthaben geschossen. Einzahlungen aus Zählkarte für Papierruack- tonten werden bei den Postanstalten vom 13. Tc- zcmöcr ab nicht mehr angenommen.
ohne allzu große Beschwerde« und rasch in geordnete Geldverhältniffe kommen, wenn jeder die Lasten der Ucbcrgangszoit aus sich nimmt und sie an seinem Teil zu erleichtern sucht. Dazu gehört vor allem, daß jeder fudnm mutz, die ihm znflie- ßeieücn werrbcftänoigeu Golder sofort wieder dem Dertehr zi'znfiiyrcn und sie nicht mehr zu Hause aufzuspeichern, wie es heute noch so gut wie überall geschieht — Ter Aufsatz schließt mit einer im Allgemcinintckresse liegenden Aufforderung, wertbeständige Konten an den Banken cinrichtcn zu lassen, damit dieses Geld in Umlauf kommt.
mrt^n einen Abschluß vom 30. Juni 1922 zu» gründe gelegt bat und nach einem Einkommen von 400 000 Mark, demgemäß nach einer Steuer von 40000 Mark veranlagt ist, hat 80 Gökd- mark zu zahlen. Personen, deren Einkommen im Hkrhre 1022 zu mehr als 50 v. S. aus freien Berufen oder aus Arbeitslohn bestanden hat,
D«e Walzel-dynaMe Sttauß.
Hollwachs-Borrrag im Kaufmännischen Verein.
j ammerbarsten, seichtesten ausländischen zmusik zu lausen, zu Chmrmy und Forttott! A. D.
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l Heute: |
woch Musikdirektor H allw acks seine Borle- Üntfl über die WalzerLynastie Strauß. So be- sremdend es Vielleicht im erste« Augenblick erscheinen mag, daß ein ernster Musiker in solches Thema wählt umso begreiflicher tft es jedoch, wenn man sich bewußt ist, daß sich gerade Im Stranß'schen Walzer ein vollkommen ernst 3 unehmendes Kunstwerk verkörpert, was von den Tänzen unserer Zeit in keinem Falle be- hauprei werden kann. Der Redner zeigte in interessariien Ausführungen die Entwicklung unseres Tanzes, besonders des Walzers, ging aber besonder« -ritt das eigentliche Wssen des Tankes ein Tanz ist Ausdruck eines gesteigerten Gefühls, der Freude. Trauer, Schmerz usw., vorherrschend jeooch der Freude. Bon dem Tau; aber ist die Musik unttennbar In interessanten Bildern zogen dann die Gestalten der berühmte sten Walzersamil'c an uns vorüber, immer durch Beisviele aus ihren Werken illustriert, wobei ihm Fränsen sttennrick eine erfolgreiche Assistzutin war. Großen Be.fall erntete ne mit ner einwandfreien WiederZab« des Frühlings- st-mmenwalzers. Nachdem Hallwochs noch in :resscnden. oft stürmische Heiterkeit auslösenden Worten unsere " sogenannte« modernen Tänze sehr kritisch beleuchtet hatte, schloß er nut der Matmuva, daß unsere Tugend sich auch beim Tanzen ihres Detttschwms bewußt sein, und unsere echten deinschen Tänze jenen elenden modernen Machwerken vvrziehen soll. Und hierin muß dem Redner lwükomme« Recht gegeben werden. Eeraoe wir Jungen (auch ich bin noch, kein MumelgreiSl stellen tm-ser Dcutichtum bei jeder Gelegenheit «n d-m Vordergrund, scheuen uns 5?*er nicht, schon fünf Minuten später nach
D!r Ä68S auf GGlemmrf.
Berliner Reisende wegen Settgelagcs verhaftet,
München, 13. Dezember.
Auf Grund der scharfen Verordnung des Ge- neralstaatskommisfars gegen Schlemmerei Iw die Münchener Polizcidirektion eine Gesellschaft Berliner Herren und zwei zurzeit in München anstretcwde Tänze rinnen verhaftet, die einen Antomobilansslug in das Isartal mit einem Sektgelage für 700 Goldmark abgeschlossen hatten. Die beiden Tänzerinnen wurden am nächsten Tage zur Ausübung ihres Berufes wieder aus dem Polizeirevier entlassen, die Berliner Herren dagegen in Hast behalten. Die Berliner haben sich nun, nm wieder frei zu kommen, nach einwöchiger Haft zur Zahlung einer Geld-, büße von dreitausend Goldmark bereit erklärt, die von der Gattin des einen Teilnehmers persönlich nach München gebrückt und auf der dov- ttgcn Polizeidirektion eingezahlt wurden. Die Berliner wurden daraus freigelassen.
SSeuit endlich die Banken für E n t w c r - t u n g s s ch ä d e n, die durch Irrtümer und Verspätungen bei Aufträgen der Kundschaft entstehen, nicht haften wollen, so liegt das ans ähnlichem Gebiet. Selbst heute noch rechnen die Banken »eine oder nur ganz geringe Umfatz- provijwnen. Einen Eutivertuugsgewinn können sie bei Aufträgen der Kundschaft kaum jemals machen Würden sie also ftir Eiitwertungsschä- toen aufkommen wollen, so würden sw bei v«-> Unsummen, von Beträgen, die täglich durch ihre Hände laufen, Grfahttn auf sich nehmen, den«*,' auch das stärkste Unternehmen nicht gewachsen wäre, da diesen Gefahren keine entsprechenden Einnahmen aus den betreffenden Geschäften gegenüber ständen. Sie befinden sich dabei in Uebercinstimmnng mit -er Reicksbank, der Preußischen Staatsbank (Seehandlung), der Post- und Telegraphenvertyaftung, die > amtlich aus dentselben Grund, wie cs die Banken getan haben, die Haftung für Entwertungsschäden auch ihrerseits grundsätzlich ahlchnen. Daß die Ablehnung der Haftung für die Kunden der Banken in hohem -Maße unerwünscht ist, uns daß sie geleaentlich durch diese Ablehnung erhebliche Nachteile habe« können, ist nicht zu verkennen. Auch hier aber handelt es sick imt Erscheinungen, die eine Folge der nngluülicjten Währungsver- bältuiffe sind, denen die Banken machtlos gegcn- überstehcn
Alle diese Belastungen des Verkehrs und der Wirtschaft werden sich mildern und schließlich verschwinden, wenn wir nach) Neberloiudung der jetzigen Uebergangsschwierigkeitcn wieder rnd- Etig zu einer wertbeständigen Währung gelangen. Das Auskommen des wertbeständigen Geldes hat zunächst den Banken große Schwierigkeiten bereitet, weil die chnen zuftießend.'n Papiermarkbcträge durch Umwandlung in, kurz ausgedrückt, Golvgeld so fort ihnen wieder entzogen wurden. Jetzt aber besteht die Schwierig- feit darin, Laß eine ganze Sammlung der verschiedensten Goldgeldsorten in den Verkehr gekommen ist, die zunächst von der Reichsbank oder dieser und jener Staatsstelle noch nicht ana«- nommen werden urto die nun bei den Banken in Papiergeld umgetauscht werden sollest, weil einstweilen der gesamte Ueberwcisungsverkehr noch ans Papiermark abgestcllt ist. Ter Ueber-
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Das auf den Postscheckkonten vorhandene Guthaben wird bis zu einer vom Reichspost- ___________... _________________c„. .....
Minister noch festzusetzenden Höchstgrenze zu dem ivenn ihr Einkommen 1922 mehr als 1 Million mn Morgen des 14. Dezember geltenden amt- Mark bettagen hat. In diesem Falle beträgt
LeamtenseFg!ttr und ASdau.
Eine deutschnationale Entschließung.
Der deutschnationalc Krcisverein Kassel- Stadt richtet an die Parteileitung und an nie Fraktionen die Bitte, mit aller Entschiedenheit dafür einzutreten, daß bei der Regölung der B e amt en b cso l d u n g die einzelnen Gehaltssätze trotz aller notwendigen Rücksicht auf dir äußerst schwierige Lage der Staats sinan- zcn wenigstens so bemessen werden, saß die Existenzfähigkeit des deutschen Beamtentums nicht ernsthaft gefährdet wird
Sodann ist mit allem Nachdruck die Forderung zu erheben, daß bei dem geplanten B e - a m tenabbau dieser sich zunächst erstreckt auf die je ittgen Personest, deren Hineinnahme in den öffentlichen Dienst — vielfach sogar unter besonderer Neuschaffung der Dienststelle — di«' eigentliche Ursache dafür bildet, daß heute die Zahl der aus öffentlichen Mitteln Besoldeten für Reich. Staat und Gemeinden nicht mehr ertragbar ist Wenn schon abgebaut werde« muß, dann ist es unbedingt notwendig, daß migefangen wird mit denen, die irach dem 9. Novömber 1918 vielfach ohne die geringste Vorbildung in den Bc« amtenkörper hineingenommen wurden, um einen besonderen parteipolitischen Einfluß hinckinzutragen und zugleich die Träger dieses Einflusses aus den Mtteln der Allgemeinheit für den Rest ihrer Lebenszeit zu Versorgen.
Kmnkrn^ffen und AVothrien.
Die Ausgaben für Medikamente.
In einer von Berlin aus verbreiteten Mitteilung des ^Achiubr-Abendblattes" über die Einignngsverhandlunaen zwischen Aerzten und Krankenkassen im Reicksarbeitsministerium heißt cs, daß die hohen Preise nir Medikamente schuld an dem Mederbrnch der Kassen seien. — Hierzu Wird uns aus Fachkreisen Folgendes zur Aus- klärung geschrieben: „Tie Notiz verschweigt ge- Nssentlich, daß die Kassen auf die amtlichen Preise einen Rabatt von 10—15 Prozent erhalten. Das ist ein Rabattsatz, der in dieser Höbe einem Kaufmann unfaßbar erscheint, zumal. wenn man bi? Zahlungsweise der meisten Kaffen betrachtet. Brachte es dock eine der größten hiesigen Kassen fettig. Medikamente, die ihr in den Monaten Avril. Mai und Juni 1923, also innerhalb eines ganzen Vierteljahres, geliefert wurden, — End« September derart entwertctzubczahlen (!). daß der glückliche Empfänger sich dafür kaum ein Mund Margarine kaufen konnte. Im übrigen wi"d dip Höbe her Zuschläge Von der Regierung bestimmt, und es dürste Wohl allgemein bekannt fein, daß der Staat gern nimmt (siehe Steuerns, aber lehr itngdin aibl. Zur weiteren Orientierung aller vorurteilsfreien Leser diene nachstehende, kürzlich ausgestellte Ausgabentabelle der großen Berliner Krankenkassen. Danach wurden ansgeqeb-n: für Acrzte 40 Prozent, für Verwaltung 23 Prozent urck für Avotbeken — nur 12 Prozent. Hiermit dürfte Wohl schlagend bewiesen sein (und -war durch die Kaffen selbst *>, daß der Avotbe- kerstond an der ganzen Kassenmisei'? keinerlei Anteil bat. Fax.
dem Auftreten dieses Verbandes. Abg. Schlange- Schöningen hat diesen Verband protegiert, hat in der jüngsten Zeit politische Methoden Propa- giert, die höchst bedenklich sind. Wenn über das Vorgehen gegen manche Jugendorganisation Bc schwerde geführt wird, so muß doch darauf hin- gewiesen werden, daß in -er letzten Zeit in verschiedenen politischen Lagern eine
Umschmeichelung der Jugend einactrcten ist, die den jungen Leuten eine recht bedenkliche Selbstüberschätzung beigebracht hall Die Haussuchungen in Ostpreußen waren geboten mit Rücksicht auf die Putsckplänc. die tatsächlich Vorlagen. Uebersckieitungen bedauere ich. Abg. Katz hat sich in seiner Rede offenbar zur Vorbereitung des Bürgerkrieges bekannt. Tann Darf er sich doch nickt über das Vorgehen der Polizei wundern. Ich habe die kommlmistischc Partei lange genug gewähren lassen. Wenn die kommunistische,, Betriebsräteorganisationen das Gift der Verhetzung weiter in die durch den Hunger verelendete Arbeiterschaft hätten tragen können, dann wäre es mit dem Frieden in Tcntschland für lange Zeit vorbei ae- toefen. Den militärischen Ausnahmezustand hätten wir meines Erachtens i« reußen entbehren können. Die Schutzpolizei verdient Dank und Anerkennung für ihre auiopsenidc Tä- tigkeit. Die kommunistische Gewaltparole kann über die Arbeiterschaft die schlnnntften Gefahren heranfbeschwören. Mein Streben geht dahin, alle staatSbsiahende« Kräfte zu sammeln. — Das Haus beschließt die Besprechung der großen Anfragen und Uranträge. — Nach kurzem parteipolitischen« Geplänkel wurde die Sitzung vertagt.
Anfragen unv AntrSgr.
Miilistrr Severing im Preußischen Landtag.
Berlin, 14. Dezember.
In der gestrigen Landtogssitzung beantragten die Kommunisten die Bciprcchung ihrer Beschwerden über angebliche polizeiliche Übergriffe gegen Arbeiter im besetz en Gebiet. Dazu erklärte Innenminister Severing, daß die Antragsteller keine näheren Unterlagen gegeben haben. Die Nackprüfung der früheren Angaben habe ergeben, daß die kommunistischen Beschwerden in den meisten Fällen stark übertrieben sind. (Unruhe bei den Kourm.) Im Kreise Dinslak« sind zwei Poli ze i beamte von Kommunisten buchstäblich totgeschlagen worden. (Hört! Hört! rechts. Zuruf« bei den Komm.: „Sie werden es wohl verdient gehabt habenck Sttirmischc Pfuirufe und EntrüftungÄundgebungen der Mehrheit.) 21 große Anfragen unv sieben Ur- aitträge, Das ist «in bißchen viel auf einmal. Wenn die vom Landtag verlangte S p a r s a m- k c i t in der Verwaltung eintreten soll, dann darf die Arbeitskraft der Beamten in den Mini-
Dkr Nentenmsrf Im VMcheÄvrrredr
Wertbeständige Konten.
vuf <§rund einer Verordnung ves Reichs- präjweuten wird der Postschecks erkehr im Ein- vernehmcn mit dem Reichswährungskonunis: ar in den Tagen vom 13. bis 15. Dezember auf Rentenmark unrgestellt. Vom 17. Dezember ab werden die Postscheckkunden Wer ihr Guthaben in Rentenmark verfügen können. Auf diese Weise wird für die Postscheckkunden die Möglichkeit geschaffen, — was für die Wirtschaft von nicht zu unterschätzender Bedcuttrng ist — Beträge wertbeständig von Konto zu Konto zu überweisen und daneben auch wertbeständig Barzahlungen zu empfangen und zu leisten. Die Weiterführung der Papier- marttvnten neben den Rentenmarffonten hat sich wegen der Betriebs- und Raumverbältnisse der Postscheckämter nicht ermöglichen lassen. Tie Stammcinlagc auf den Rentenmarkkontcn wird 5 Rentenmark betragen. Zahlkarten, lieber» Weisungen und Schecks müssen auf Rentenmark lauten.
RheLn- und Nuhrabgabe.
Umsatzsteuer in Goldmark.
Tas Finanzamt Kassel teilt über die FälligLft der dritten Rate der Rvein-Ruhr-Abgabe am 18. Dezember 1923 und di« Berechnung der Umsatzsteuer in Goldmark solgendes mit: Wegen der vorgeschrittenen Inanspruchnahme der Ren- renmartkredite müssen — n ach Anordnung der Regierung auf Grund des Ermächtigungsgejetzes — noch unbedingt im Lause des Monats Dezember größere Einnahmen ai's Steuer« dem Reich« zur Verftlgung gestellt rind die Vorbsrel- tunge« dazu mit großer Beschleunigung getroffen werden. Tie Reichsregierung mutz erwarten, datz jedermann den Ernst der^Lage, auf dm« der Reichskanzler im Reichstage kürzlich so nachdrücklich hlngewiesen hat, erkennt und fernen ste-rerlichen Verpfsickrtungc« nachkommt. De ein- geleitete« Währungsmaßnahmen haben bereits derr Erfolg gehabt, daß eine nicht rmbeoeutenDe Senkung der Preise eingetreten rst. Auch dies kann nur von Dauer sein, wenn das Reich schnell Mittel bekommt ■
Es ist deshalb dnrck Verordnunci des Reichs- präsidemen vom 7. Dezember 1923 bestimmt wordert, sk-aß der drütt« Teikbetzirjag dttr Rhcin-Ruhr-Aüqabe, der an sich erst am 5. Januar 1921 fällig gewesen wäre, bereits am 18. Dezember 1923 zu entrichten ist. Er Be»' trägt für natürliche Personen, di« ev- höhtc Voraus'ählnnq zu entrichten hatten, grundsätzlich 0,50 Goldmark für jede vollen tau» f -end Mark der Ei nkommenster-er'chuld 1922. ; Wer also ftir 1922 nach einem Einkommen von 2 M-Kicnen Mark veranlagt ist. und davon 190000 Mark Einkormnenfteuer zu zahlen hatte, hat anr 18. Dezember 1923 an RhelN-Ruhr-Ab- gabe 215 Goldmark zu zahlen. Insoweit, der Elnkommensteuettreranlagung 1922 ein Abschluß vor dem 1. Juli 1922 zuanrnd? liegt, bettägt der dritte Teilbetrag der Rhein-Ruhr Abgabe das Vierfache, also zwei Goldmark für jede vollen raufend Mart der Iahressteuerschuld 1922. We,
** Freies Studium für 200 Studenten. In der Aula der Kieler Universirät fano die begann am Mitt-jfeierliche Einweihung des B c rg m a i u h .r i:-
der Gesangsschule zu sein! besonders bei den spitzen Vokalen eine nicht ganz von den Zahnen freie Tonbildung. Die Lehrerin wird auf eine etwas offenere Bildung der genannten Vokale in Zukunft noch etwas mehr Wert legen. An die von Sonja Israel gesungenen drei Wesendonk- licbcr lR. Wagner) kritisch heranzutreten, dürfte vergeblich sein. Diese Lieder, ich denke besonders an „Steve still' und „Träume", formen ein- fach «übt anders gesungen werden. Was bei diele« Gesängen aber besonders in Erscheinung trat, waren die von einer wnnoeroollen Weichheit beseelten Kopstöne der Sängerin. Karl Hassenpflug zeigte in zwei Liedern von Brahms beziu. H. Wolf, daß er auf dem besten Wege ist, ein beachtenswerter Tenor und Liedersänger zu werden. ChristAoh Ratbß überrascht mit einer einwandfreien Wiedergabe der Scköpstlngsarie „Mt Würd' und Hoheit angetan" (Hayvn). Sein schöner lyrischer Tenor macht es dem Sänger leicht, die dem zweiten Teil so nötig« Innigkeit und Weichheit zu verlechen, den ersten Teil wird er jedoch in Zukunft etwas männlicher geben mÄsen.
Bon den mitwilllenden Konzertsängerinnen Lulu Rätter und Elisabech Subow konnte mich letzter« in keiner Weise befriedigen. Koloraturen müssen perlend leicht uns ahne jede Nebengeräusche erklingen, wenn sie dem Hörer einen Genuß bereiten sollen. Dies war aber vier nicht immer der Fall. Fran Lulu Rätter wirtte diesmal äußerst angenehm. Tie vier Gesänge ans dem Ital. Liederbuch (H. Wolf) wurde» von ivr mit einer vornehmen Tongebung, ohne jede Ueocrtreibung zu Gehör gebracht. Besonderer Tank gebühn hier Heinz Dietrich, welcher auch bei den Wagnergesängen vornebnt am Flügel mitgcstaltete. — Das den Schluß bildend« Zigeu- >>erleben hätte man, der kmistlerffchen Gesami- wirkung wogen, lieber fottlassen solleir. A.D.
sterien nicht durch di« Bearbeitung einer solchen Füll« von Anftagen absorbiert werden. Das ist ein Rkißbrauch des Parlamentarismus. Die Verbote einiger rechtsgerichteter Zeitungen mußten auf Grund des repWlikani- schen Schutzgesetzes erfolgen. Di« Amtsenthebung der Landräte v. Anwers und v. Brau« war im Interesse der Verwaltung geboten und hatte mit der deutsthnationalen Parteistelluizg dieser Beamten nichts zu tun. Die Deutschnationalen «Men es sick nur abgewöhnen, die Veiwattimg als ihre mlsschließlicke Domäne zu bettackten. Das Verbot des Nationalverbandes
Vortragsabend.
Die Gesangschule Schievclbcin-Wittich.
Es gehört ein ziemlich großer Musikcitthusias- Mus dazu, drei Stunden in einem Schiilcrkonzeri auszuhalten, i« welchem ungefähr fünfzehn Schü- ter. mit mehr ober weniger großem Können, vorgestellt werden. Es bleibt dein Rezensenten aber nichts anderes übrig, als bis zum Schluß aus- zlrhaste«, um über den Wert oder Unwert einer Schute ein abschließendes Urteil fällen zu können. Die am Montag gebotenen Leistungen ließen wieder einmal deutlich erkenne«, daß Frau Schiebelbein-Wittich nicht nur eine hervorrageWe Gesangspädagogin ist, sondern daß arich auf eine künstterische Gestaltung Wen gelegt wird. Die Stimmen fin» durchgehend einwandfrei ausgeglichen,'die Kopstegister der Frauenstimmen von einer bestechenden Weichheit, wie auch bei allen Schülern ein sehr gutes Piano vorherrschend war. Bei de« liefen Männerstimmen störte dagegen eine gewisse Trockenheit des Tones (Herr (Siedler, Reichel. Damme und Geese). Be>. allen Genannten muß der Ton etwas wagender und wärmer werden. Dasselbe gilt in gewisser Beziehung auch für Agnes Krämer, so fei« einp. sunde» sic die Mignon-Arie auch sang.
Sehr gute Leistungen boten Margarete Paul in einem Duett aus Mendelssohns „Elias" und Mia Reinecke mit drei Brabmsliedcrn. In keiner Weise befriedigte mich Ellh Krause (Arie aus tom „Freischütz"). Hier ließ ein dauerndes übermäßiges Tremoliercn keine befriedigend« Wirkung auskammen. Malen« Tborbeck«, welche mich in zwei TscharkowSkY-Tuetten zuerst enttäuschte, überraschte daun mit einer Arie von Bruch. Ihre Arie aus „Achilleus" war eine Leistung, auf die Lehrerin und Schülerin, Ivenn hier überhaupt Von einer Schülerleistung noch gesprochen werden darf, mehr als stolz fein können. Tie Sängerin wurde ben lyrisch«« Stellen, wie den stärksten drEatische« Steigerungen mit einer stets angenehmen Tongebung gerecht. Rur störte mich zeit- «veilig (das scheint Wer ein allgemeiner Fehler
ses, nach dem Stifter Tr Bergmann benannt, statt, die dis zu zweihundert deutschen Studenten stetes Studium und freien Unterricht in dem zu dem Ltergmannshaus umge- wandelten, an der schönsten Stelle der Kieler Förde gelegenen ehemaligen Hotel Bellevue ge« statten wird. Ti? Stiftung ist cm Geschenk, wie cs in der Geschickte der deutschen Universitäts- Stiftungen einzig dasteht.
** Der Blutsold für den Mörder Wallenstein?. Unter den Geheimpapieren des chemaligen kaiserlich-österreichischen Archivs, tne an Prag cms» geliefert werden mutzten, wurde auch eine Liste der Belohriungen aufgiffundcn, welch« die Mörder WaLensteins erhalten haben. Tie Geldbe- träete sind unbeträchtlich, dagegen hat jeder von ihnen eins öder mehrere Güter erhalten und cs ist bemerkenswert, daß die meisten dieser Güter noch heute im Besitze der bettefsenden Familien sind,
** Die aufgemachten — Sttiche im Tristan. Der Tbeaterdirektor P o k 1 i n i in Hamburg h-ar ein sehr sparsamer Mann, der sick gut aufs Geschäft verstand und die Wognerschen Mtsikvra- men nur mit großen Strichen Wicken ließ, weil er dadurch sparte Kapellm-kster Sucher beteiligte bei einer Trisian-Aufführimg die haarsträubendste« Striche, sodaß die Vorstellung eine gute Viertelstunde langer dauerte. Wie Wern- a-tri’tcr in feinen „Erinnerungen" erzählt, stür-te Pollini wütend auf Sucher zu und teaate: „Warum daikct's freute so lange? S'ck-rkick haben .Sie Swiche aufe-emachi?» „Iawobl." „Sie machen mir das Personal kaputt: Sie musizieren mir das Publikum aus dem Theater'" tobte der Tfreatergewaltige Sucher blieb «nersckütte^Uch. „Wollen Sie mir nid-1 wenigstens berohlen. w«S der Tristan fronte an Gas mehr kostet?" ..Nein." -Also. w'ttt'M haben Sie die Stricke auigenackt," drängte Vollini weiter. „Sie wissen doch, daß ick das nicht w^ll." Worauf Sucher mit unerschüi- terl'cker Rübe meinte: „Ja, die beiden Begriffe „Tristan ,-iu» Itelde" und . Tirctfor
. Di-te eine Ziffer muß denen, die überhaupt!gang vou einer Währung zu einer anderen, noch eine Einsicht w imrt,chaftliche Verhältnisse ha- dazu zu einer, die absichtlich nur als Zwischen- ben, Ffar machen, daß die Bmrken in einer abso-IWährung gedacht ist und ncd> dazu in einer so luten Zwangslage find und nur die Wahl ha:» ----------- ' ' — ■ —• -- -
len, Entweder ihre Betriebe still zu legen oder di« S p e l e n für oic einzelnen Gesckästc in einem solchen Ausmaß in die Höhe zu schinuben, daß hei spielsweite Umsätze bei den Banke« in Effekten oder Devisen nur nock bei größeren Summen, Möglich sind. Dazu ,b:mnt mm noch ein anderer besonders ins Gewicht fallender Umstand, nämlich d:c lange Zeit von den Banke« getragenen üntwcrttlngöncrluste. Tic deutschen Banken haben seit jeher ihre erste Ausgabe darin erblickt, ihr eigenes Kapital uns die durch die Einlagen der Kundschaft ihnen zufließcudcn Gelder Handel. Industrie und Landwirtschaft für Betriel'sgwLcke zur Verfügung zu stelle«. Das war so selbstverständlich geworden, daß die Banken im Krieg trotz der bomgfö schon beginnenden (9eldentwerttmg cm biefem Grundsatz restlos fcstgehalten haben, und daß gcrao« diejenigen Banken, die am meisten auf dos Kredit- und Kontokorrentgeschäft eingestellt waren, auch -n der R.tckknpgözcii von dem Gedanken, ihre der jenen Kreisen zur »terftig-.mg stellen zu müssen nicht loskommen konnten. Dadurch, daß sie di« Vorfchüsse, die sie aus diese Weise gaben, in Geld zurückbekamen, das auf die Hälfte, ein Zehntel, vielfach ein Tausendstel und noch stärker entwertet war, und dadurch, daß die Banke« eigentlich bis Mitte dieses Fabres lEnde .Itmi wurde« au Zinsen «och 20 Prozent für das Ää.hr gerechnet) keinerlei auch nur einigermaßen dis Geldentwertung ausaleichende Zinsaufschlä- sie rechneten haben si« einen großen Teil ihres eigenen Kapitals verloren. Wenn nun von September an die hohen Zinsen eingesührt wurden, vi- von 2 Prozent bis auf 10 Dozent täglich stwgcn und wen« schließlich auch ein großer Teil der Gildentwertuiig in Rcckmnng gestellt wurde bei gleichzeitiger Ermäßigung der Zinsen auf 15 bis 30 Prozesti für das Jähr, so bedeutet das nichs anderes, als den späten Versuch der Banken. Die ihnen vc Mi ebenen bescheidenen Rcst- kapit.alien wenigstens vor weiterer Eutwcrtung M sckütz^.