zayrgssg. — Nr. 28“.
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für Rumänien. Außerdem ünd noch weitere Au> leihen vorgesehen, u. a. auch für Ungarn.
Wle die Andern rüsten.
Die Tschechoflowakei baut Flugzeuge.
Prag, 7. Dezember.
In der Debatte deS Budgctausschusses des Senats über das Budget des Ministeriums für nationale Verteidigung ergriff der Minister für nationale Verteidigung, Udrzal, das Wort «nd erklärt«, daß es dem tschechoslowakischen Flugwesen leicht fallen würde, ebenso wie es kürzlich in Italien geschehen sei, dreihundert Flugzeuge vorzuführen; aber es bestehe sogar die Möglichkeit auch dreitausend aufzubrtn- g e n. Der Minister glaubt, daß es der Anstrengung der ganzen Republik bedürfe, um dieses Ziel zu erreichen. Es könne daher nicht die Aufgabe der Militärverwaltung allein fein, das Flugwesen auszubauen, es fei das eine Pflicht der gesamten Oeffentlichkeit. Der Minister wies hierbei auf das Beifpiel Englands hin, das ungefähr ebenfoviel Kriegsflugzeuge bc- sitze, wie die Tfchechoslowakei, aber außerdem über achttausend Zivilflugzeuge verfüge.
für Leute, die fonst keinen (Seift haben.
Abgeordnete. Wenn sie ein Mandat ha-
kurzcm in einer Nachtvorstellung über die Brüter der Wiener Kammersdiele gegangen ist. Di« Aufführung fand felbstverständlich bei dem Nachtpublikum dm lebhaftesten Beifall.
In unserer Kinderzeit saßen wir itm Vor- Weihnachten wie in einer Traumgrotte. Dann kamen die Jahre des Werdens und Reifens; die Jahrbücher unseres Lebens füllten sich; der Kampfruf des Daseins übergellte leise Stimmen, vertrieb Hoffnung und Glauben, und unsere Gebärden wurden weitwegwerfend wie die des Mannes, der Srmrmen Papiergeldes wegwirft und nicht daran denkt, daß er sie erarbeiten mußte. Es war eine falsche Großspurigkeit im Polke, eine Tochter des Schwindelgeldes, eine Lüsternheit und Hast uitd Hofsuunsslosigkeit, mit Gier verkuppelt. Was ehedem selbstverständlich war, ertrank in der Papieraetdflut, was klein und nichtig gewesen, blähte sich aus, und was wir eintauschten, zerrann in der Hand und füllte ftntm den Mund. Wir rechneten stets, warfen mit großen Zahlen um uns, hatten keine Zeit für andere Tinge, fieberten um Notwendiges und hatten jeden Maßstab verloren. Was aber schlimmer war: Tie ehedxm fest gegründete Bewertung der Geistes- und Arbeitsttaft des Einzelnen schwankte und ließ den Glauben an die eigene Kraft imd das eigene Können sstwinden. Es war eine falsche, gleißende und lügnerische Hochmütigkeit lebendig geworden, eine hohläugige, setzemrmhängte Raserei um das Pa- pierne Kalb.
Die innere Unrast war so stark, daß der Schrei nach Stetigkeit selbst das Hohngellichter der Raserei und die Paukenschläge übertönte. Ein armseliges Stückchen Papier brachte plötzlich hie Ernüchterung. Das neue Geld. Der Papierberg itNd der Chttnborasso von Zahlen war plötzlich verschwunden, wir fühlten den rauben Wind der Wirklichkeit, da Hitze der Bewegung jäh schwand, und kamen uns armselig vor. Bewußt wurden wir des Krästeschroundes. und das machte uns demütig. Wir sorgten nicht mehr um die Zu- kirnst, sondern nur um die Gegenwart. Jetzt sehen wir die Arbeit vor uns. Heller um Heller, zufammengÄegt, gespart und erarbeitet, wird Ruhe geben.
Gs ist seltsam zu sehen, wie alle outen An
gegangenen Unruhen kleineren Umfanges hin- wies, habe ich mit aller Entschiedenheit die Auffassung vertreten, daß es sich bei jenen Plünderungen nicht um politische Beweggründe, sondern um rein soziale, nämlich um den Hunger. handelte. Uub selbst, wenn man annehmen wollte, daß linksradikale Einflüsse in erheblichem Maße bei jenen Unruhen mitgewirkt haben odsr an etwaigen Unruhen in der Zukunst Mitwirken werden, könnte mm ihnen dann besser den Wind aus den Segeln nehmen als
durch öffentliche Bollsfpeisuugen, die oen Willen der Vermögenden dartun, an ihren'. Teil zur Linderung der Not und zur Ausgleichung der Gegensätze freiwillig und auf dis zweckmäßigste Weise beizutragen? Keiner sollte seine Bereitschast, für soziale Fürsorgeorganisationen ein Opfer zu bringen, durch die in der Vergangenheit liegenden Vorfälle mindern kaffen Ter Berliner Arbeiter ist durchaus ein gutartiger Aiensch. Man muß sich darüber wundern, daß bisher in Berlin noch alles verhältnismäßig so gut gegangen ist. Man braucht nur an die Verhältnisse in Mitteldeutschland und in Hamburg zu denken, nm der öffentlichen Ordnung froh zu werden, die wir im allgemeinen hier gehabt haben. Der Lauf der Dinge hatte ganz anders sein können. Dieses erfreuliche Ergebnis ist nicht nur durch die Geduld und die Gutartigkeit der Berliner Bevölkerung, sondern auch durch die Hilfsaktionen zustande gekommen. die mit einer anerkennenswerten Tatkraft ins Wert gesetzt wurden. Sie bewirken zunächst die materielle Linderung des Hungers, schassen darüber hinaus aber atkch eine ideelle Sphäre der Beruhigung und Versöhnlichkeit. Die Aermsten unter den Armen seben, daß die Allgemeinbeit sie nicht schutzlos dem Elend preis- gibt. daß die sittlichen Grundsätze, ohne die ein Gemchnwesen nicht bestehen kann, noch in Geltung sind."
Privateigentums, der Spar- und Darlehnskassen usw. ebenso der Wohnungen aufgehoben werden sollen. Die Regier soll vorzugsweise die früheren Eisenbahner ohne Unterschied ihrer politischen Gesinnung wieder einstellen. Außerdem ist die Rückgabe der Häfen und der zugehörigen Gleisanlagen in Karlsruhe und Mannheim an die deutsche BerwÄtung notwendig. Der Direktor der Regie erklärte, daß er diese Anträge den zuständigen Stellen mit dem Ersuchen übermitteln, sic wohlwollend zu prüfen.
StaatStbeater Staffel.
Neu ein studiert: Mona Lisa, von Schillings
Die Frage, ob eine Oper lebensfähig ist, kann crtDgültig erst immer dann beantwortet werden, wenn sie nach längerer Pause wieder vorgesührt Wird. Daß Mona Lisa zrl den lebensfähigen Werken der Neuzeit gehört, bewies die (übrigens glänzendes Wiedererweckung am vergangenen Donnerstag. Ter schreckliche Kinostoif vermag (ebenso wenig wie bei Puccinis Tosca) der glutvollen, leidenschastdurchwchten und bei allem Pathos natürlich dahin fließenden Musik etwas anzrthaben. Uebrigens beweist ja auch der Spielplan anderer großer Bühnen, daß die Musikfreunde das Werk zu schätzen wissen. Eine Szene. wie diö.zwischen Francesco und Mona Lisa am Schluß des ersten Aktes soll erst noch einmal geschrieben werden. — Die Aufführung war, wie gesagt, glänzend. Diese von heißem Blut durchpulste Partitur, diese seinuervige Themenverästelung ist so recht etwas für das Genie Robert 8 a u g s'. Er peitfchte bas Orchester an den Kraststcllen ;u höchster Klangwirkung auf, obne daß jemals der Eindruck der abfolüten Schönheit litt, er zeigte sich als technisch absolut sicherer Beherrscher des gesamten Tonkörpers. Die Zusammenarbeit von Bühne und Orchester toar ohne jähe Reibung.
Die Haupttollen waren hervorragend besetzt.
2iu5vau der russischen Luftflotte.
Moskau, 7. Dezember. Wie von der Abteilung für militärisches Flugwesen mitgcteilt wird, ist beabsichtigt, die Flugzeug- industtie im Wirtschaftsjahre 1923/24 roti er zu entwickel». Jin abgelaufenen Wirtschaftsjahr war die russische Flugzeugindnsttie vorwiegend mit organisatorischen Arbeiten beschäftigt und vollkommen von dem Auslande abhängig. Gegenwärtig sind bereits mehrere Flugzeugmodelle konstruiert worden, die ausschließlich in russischen Fabriken gebaut worden sind. Aus dem Gebiete des Motorenbaues wurden Motore mit 400 bis 450 Pferdestärken mit Erfolg gebaut.
Aus Kunst und WMK.
** Der beste Hamlet. Ludwig D e v r i e n t pflegte zu erzählen, daß er einmal dem Ge- spräch zweier alter Kuliffenarbeite- gelauscht habe, die ihr Urteil über die verschiedenen Ham- l-ttdarsteller austauschten, die sie mit erlebt bat* ten. .Schröder war gut und Brockmanu war gut,* sagte der eine. .Auch Borchers war gut, aber am besten ist doch Rattausck Der ist eine gute halbe Stunde früher fertig als alle anderen.*
** Alraune auf der Bühne. Der Hann? Heinz
Ewerssche Roman .Alraune* ist von Siegfried Abgeordnete. Wenn sie ein Mandat ha- Geier zu einem Bühnenfiück in einem Vorfpiel bcn, sino sie zwar nickt viel, wenn sie aber fei-' und fünf Bildern bearbeitet worden, das vor>nes haben, sind sie gar nick-s. *.
TranzSflfches Selb für die Vasallen.
Paris, 7. Dezember. Poincars sprach vor der Finanzkvmmission und der Auswärtigen Kommission des Senates über die Anleihen an Polen, Südslawicn und Rumänien. Er legte dic militärischen und finanziellen Gründe für die Gewährung der R ü st u n g s- anlcihcn dar, dic bekanntlich von der Kammer berefts angenommen sind. Poincars erklärte, daß die Rüstungsbcstellungen ausfckstietzlich in Frankreich gemacht wurden und daß genügend (Garantien für die Bezahlung der Zinsen und der Amortifaiion der Anleihen vorauszufehen feien. Daraufhin bat die Kommifsion beschlossen, dem Senat die Anleihen zur Genehmigung vor- zufchlagen. Es handelt sich um vierhundert Mil- lwnen Franken für Polen, um dreihundert Millionen für Südflawien und hundert Millionen
Fräulein C l e m a bot in der Titelrolle eine Lei- ftung, die sie ruhig neb t ihre Isolde setzen darf. Sitz zeichnete glaubhaft -ic stille Dulderin ebenso wie das von Rachedurst beseelte Weib. Sie sang edel und schön. Ebenso glänzend war Herr M o s s i als Francesco. Mit Recht gab er diesen Menschen als fast perversen mißvergnügten unfrohen Pessimisten. Man konnte sich wiederum an den herrlichen wohlgepslegten Stimmitteln des Künstlers erfreuen, sieghaft drang seine Stimme über die brandenden Welle» dtzs Orchesters dahin. Sehr gut war auch der Giovanni des Herrn Hölzer. Die (tzanmigktzit der Tongebung hat fast vollkommen aufgehört, der Künsttcr war im Vollbesitz seiner herrlich leuchtenden Stimmittel. Tie Leistung darf als ein stärkest Fortschritt bezeichnet werden. Tie Nebenrollen Ware» im ganzen ansprechend besetzt. S ch u b e r t's Arrigo gefiel mir recht gut. Frau Achsel! als Venus von Florenz war leider indisponiert. Ihr ganzes schauspielerisches Auftreten muß ich als einen schweren Regiefehler bezeichnen In dtzn kleinsten Rollen bewährten sich Frau Tanner-Wünsch, Frl. Strauß und die Herren Schwedt. Klemm uns Bartram und Kluge. Der Eher sang im allgemeinen sauber Stzhr erfreulich war, daß man den wundervollen Bußckwr des zweiten Aktes deutlich hören konnte. Die Spielleitting de? Herrn Dericks war bis auf den genannten Fehler anerkennenswert, das von Herrn Waß- muth gestellte Bühnenbild sprach an. Dr. P.
Sonntagsgedankm.
Sich bescheiden ...
Beginn öer Besserung.
Der Preußische Landtag über die Volksuot.
Berlin, 8. Dezember.
Am Freitag setzte der Landtag die Aussprache über die Not des deutschen Volkes fort. Dabei -versicherte Landwirti'ckaftsminister Mendorf s. daß die Regierung bemüht sei, die Lage zu bessern. Die Voraussrtzung dazu ist die Währungsreform, die jetzt im Gange ist und schon zu einer aewissen Stabilisierung geführt hat. Auch wenn die Preife der Leb'rts- mittel und Waren nickt in der 'Dem Stand der Währung angepaßten Weise acscnkt werden, io wird die Staatsgewalt rücksichtslos gegen diejenigen vorgehen, die die Not noch durch Ueber- prets: steigern. Gesunde Verhältnisse können erst cintretcn, wenn die Einnahmen des Staates mit den Ausgaben in Einklang gebracht werden. Da. zu muß die Steuerschraube angezogen werden. Ich habe manche Bedenken gegen die neuen Reichs steuern, aber man kann nicht sagen, daß bei der steuerlichen Belastung der Landwirtschaft die Grenze des Erträglichen überschritten fei. (Widerspruch rechts.) Es läßt sich doch nicht leugnen, daß die L a nd wirtschaft mit lächerlich kleinen Papiermarkbeträgen ihre Hv- p oth ekenschulden ab stoßen konnte. In der Flcifchversorgung sind wir auf die verstärktt
Einfuhr von Gefrierfleisch angewiesen; diese wird sich jetzt nach der Besse rung unserer Währung ermöglichen taffen. Geradezu verhängnisvoll ist die schleckte Nahrnngs. mittetoerforgung des besetzten Gebiets. Hier kann eine Besserung erzielt werden, wenn endlich die Berkehrsverhältniffe verbessert werden Der preußisch- Staat tut alles, um »ach seinen Kräften die allgemeine N o 1 z u l i n d e r n. Er liefert auch in großen Mengen Ho l z zu crniä- ßigten Preisen für die minderbemittelte Bevölkerung. Die L a n dw ! r t s ch a f t bat trotz der 'm der Uebergangszoit schlechten Zahlungsmittel immerhin so viel Nahrungsmittel geliefert, daß ein übermäßiger Mangel bei der Versorgung der Vsvölkermig nicht eingetreten ist. Aus charita- tivem Gebiet hat der Ausruf des Ttaatsmini- steriums in allen Kreisen der Bevölkerung leb- hasten Anklang gesunden. Die Geld- und Le* benszrtittelspenoen haben sehr viel Segen gestiftet. Wir müssen aber mit affet Entschiedenheit der im Ausland verbreiteten Behauptung wider-
Sln englischer vrvzr- gegen Oie Micum.
Essen, 8. Dezember. Die Zecke Mont Cenis in Herne in Westfalen ist mit Beginn der Rnhraktioe an eine englischeGesellschäft verkauft worden, in deren Auffichtsrat u. a. ein naher Verwandter des englischen Königs, der bekannte Bankier Schröder und ähnliche prominente Persönlichkeiten sitzen. Trotz des Verkaufs hat Die Micum auch auf der Zecke Mont Ernis große Bestände an Kohlen, Holz usw. beschlagnahmt. Die englische Gesellschaft bestreitet die Zulässigkeit dieses Vorgehens und hat aus diesem Grunde gegen die Micum vor einiger Zeit einen Schadensersatzprozeß in Höhe von rund 85000 englische» Pfund einge* leitet. Die Klage wird wahrscheinlich schon demnächst zur Verhandlung kommen; es wird in ihr auch die Unrecktmäßigkeit des französischen Einmarsches zur Erövteruna gelangen.
Der Slegeszug Ser Vapiermart.
Hamsterer und Aufkäufer.
Seit einigen Tagen setzt sich, wie im Handels, teil bereits berichtet, die Markbesserung im Ausland im lebhaften Tempo fort. Diese Mark- stühung ist jedoch nicht als Dokument des wechselnden Vertrauens zur Wieserhecstellung der deutschen Wirtschaft anzufehen. Der neue Reichskanzler hat in i'ehier ersten klarere Rede darauf verzichtet, aus der Kttrsbessening der Mark voreilig Schlüffe zu ziehen, sondern hat im Gegenteil d-e deutsche Fincm zlage schwarz in schwarz geschildert. Wie ein Berliner Blatt ausführt, dürste als einzige Ursache für die Markhauffe die fortschreitende Verknappung der umlaufenden Papiennark-Peträze sein. Es bandelt sich mithin um eine Kunjunk- turbclregimg, die möglicherweise auch spekulativen Charakter hat, Allerdings erfährt zurzeit auch die Rentemnark im Ausland eine im Verhältnis zn den Berliner Devisenkursen sehr gün. füge Bewertung, doch handelt es sich um so geringe Bettage in Rentenmark, die bisher in das Ausland, im toefentlicfjen wohl nur in die Schweiz gedrungen sind, daß es kaum empfehlenswert wäre Rückschlüsse daraus M ziehen.
Es liegt auf der Hand, daß eine Fortsetzung der Markhauffe nur eine neue schwere Unruhe in die deutsche Wirtschaft trogen kann. Die ersten Anzeichen machen sich in Berlin schon bemerkbar. Ein neues Hamstern beginnt, aber diesmal von Papiergeld, während das wertbeständige Geld, für das sogar Rabatt gewährt werden muß, im Ansehen sintt. (I) Goldanleihr wurde an dem letzten Börsenmarkt für 4 Billionen in größeren Posten erworben. Es ist zu befürchten, daß diese Bewegung sich noch stärker auswirft und zu neuen Verwicklungen Anlaß gibt.
Die Aufkäufer von Devisen und GokdanlÄhe haben sich plötzlich in Aufläufer von Paviermark verwandelt. In zahlreichen Geschäften Berlins und an anderen Steffen suchten sie Papicrmark gegen Gold anleihe und Rentemnark mit einem Aufschlag von fünf Prozent und darüber zu erwerben. Gegen dieses strafbare Treiben ist ein Erlaß in Vorbereitung.
Sonntag, 9. Dezember 1923.
sprechen, daß Preußen, Deutschland oder die deutsche Landwirtschaft bei gutem Willen allein aus eigener Kraft die Bevölkerung ernähren könnte. Schon vor dem Kriege war das nicht der Fall und jetzt enckbehre» wir dic besten Ueberschußgsbietc bei größerer Bsvölkerungs- dicktigkeit. Wir bedittfen eines großen Kredits. Wir bedürfen auch der
Liebcstätigkeit deS Auslandes
für unsere Hungernden, vor allem für unser: hungernden Kinder. Wir appellieren von dem schlecht unterrichteten an das besser unterrichtet» Ausland. Wir wollen alle Hüssguelleu benutzen, um Oedland in Kulturland zu verwandeln und so auch für unsere Erwerbs, losen Arbeit zu schassen. (Beifall.) — Abg. Wachhorst de Wente (Dem.) verurteilt in scharfen Wendungen die Preispolitik der Kartelle und Synvikate. Mit allen Mitteln müsse der Not des Volkes gesteuert werden. Andererseits sei ein energisches Vorgehen gegen Raub und Plünderung auf dem Lande am ^atz. — Regierungskommissar Grzesiufki weist darauf hin, daß Deutschland jetzt das teuerste Land der Welt sei. Dir Ursache liege in dem viel zu mnsangreickeu Zw ischen handel, der weit Über die Bortrigeszeit hinaus angewachsen sei. Durch das Ueberbieten der Aufkäufer sei auch die LanDwirtschast zu Ueberprcisen gekommen. Die Großhandelspreise mußten endlich durch behördlichen Druck auf das normale Maß herabgesetzt werden, ihrem Vorgehen bedürfe die Wucherpolizei aber der eifrigen Unterstützung der Verbraucher und der Hausfrauen. — Abg. Teidscheid (3fr.) führt Beschwerde über die Art, wie die Wucherpo« l i z e i oft gegen Kleinhandel und Gewerbe vorgehe. In diesen Dingen müßten mehr als bisher die sachkundigen
Fachleute gehört werde».
Die Polizei geht leider nur gegen die Kleinen vor, nicht aber gegen die viel gefährlichere Ueberpreispolitik der g r otz e n Kartelle. (Lsbh. Aust.) — Regierungskommiffar Grzesius- ki: Die Handelserlaubnisstellen können dahin wirken, daß der Zwischenhandel auf den Volks- Wirtsacktflick notwendigen Umfang beschränkt wird. —Abg. M e v e r - Bielefeld (Dtn.) bedauert die bürokratische Schwerfälligkeit, Durch die die Raihrungsmtttelversingung in Westdeutschland sehr erschwert worden fei. Die Hetze gegen die Landwirtschaft arbeite mit ber -älfck, ung, daß die hohen Zwischenhartdelspreife als Erzeugecpreife hingestellt werben. — Mbggrorb. Stolberg-.Hannover (D. Bpt.) verlangt eint Senkung ber Lebensmittelpreise. Die Landwirtschaft sollte durch ihre Berka ufsgeuoffen- schaften pveisrcaulierend wirken. Die Reichsdank und die Großbanken sollten bei ber Kreditgewährung mehr als bisher den Bedürfnissen des gewerblichen Mittelstandes Rechnung tragen. Den Auswüchsen in ber Breisvolttik der Kartelle und Svndikatc müsse ein Ende gemacht werden. — Die Sitzung wurde bis zum Mittwoch, den 12. Dezember vertagt.
SnOuflrittitrtröct und Srwrrvtzlosen-Sürsorgr
Esse», 8. Dezember. Die Verträge der Ruhr- industriellen mit der Micum find im Einzelne» genehmigt worden, sodaß das Abkommen für die flefamte Ruhrindustrie bis 25. April Gültigkeit bat. — Von Mitte Dezember ab werde» die zum Zwecke der Erwerbslofenfürforge im besetzten Gebiet von ber Reichsregiernng zur Vertilgung gestellten Beträge aufgebraucht sein. Mittel für die Erwerbslofenfürforge fteben wäh. rend der Uebergangszeit nicht zur Verfügung. Um die Schwierigkeiten dieser Hebet - gangszeit zu überwinden, hat die preußische Staatsregierung bei Reichsregiernng beantragt, während dieser Ucbcrgangszett besondere Mittel für die besetzten Gebiete bereitzustcl- len, die durch die S t e u er n im unbesetzte» Gebiet aufgebracht werden fallen.
fätze, bie im Zahlenmeer ertrunken zu fein fchie- nen, wieher lebenbig werben: bie Tüchtigkeit, bie Arbeitfamkeit, ber Trieb, ehrlich sich bescheidene Genußmöglichkciten erarbeiten und ersparen zu können. Weltenfern lagen uns biefe "olkserhal- tenden urtb familiengründcnben Kräfte des früheren Deutschland. Jetzt sind sie wieder auf« Sacht und werden sicherlich ein Volk, bas sich er Armut bewußt ist, weiter bringen. Diese Hoffnung ist in biefer Borweihnachtszeit Stern urtb Wille ben Erwachsenen. Unter ihnen werden wir auch Zeit finben, bes Geistigen zu gedenken, das jeber Zahlenraufck abwürgen wollte. „Selig strtb,, fagt Carlyle, „bie Demütigen, selig die Unbekannten.* Es steht geschrieben: „Du begehrst Dir große Dinge? Begehre es nicht.* Lebe, wo bu bist, nur lebe weise, tätig! ♦*
Kasseler Neueste S!achri:^:e>
Turnen SvoN, Gviel.
Die Ligaspiele am morgigen Sonntag bringen als bedeutendes Tressen den Kamps zwischen Sportverein Hermania urtb 1. Kasseler Ballispielklub Sport. Hermania wirb alles daran setzen, gegen Sport eine starke Mannschaft heranszirbringert. Me wir hören, treten die Struthbacher nur mit Ersatz für Schade an, auch Sport wird in stärkster Ausstellung erscheinen, um in diesem Spiel, das Ausschlag für die Spitze der Einheitsliga bedeutet, gerüstet zu fein. Fußballverein Sportfreunde trifft mit Turn- und Sportverein 1848 zufammcn. Die Rot Hose» muffen sich ftreden, um bei den sehr eifrig spielenden Sportfreunden Erfolg zu haben. In Kirchditmold empfängt Turn- und Sportverein 1886 den Turn- und Sportverein Bettenhausen. 86 dürste im Vorteil fein. Turn- urtb Rasensport- verein Wehlheiden soll nach Hersfeld fahren, um gegen Hessen bie Punkte zu verteidigen.
Im Reiche
gab es am letzten Sonntag Riesenüberraschun- gen all den Vereinen, die sich unbesiegbar hielten. Der 1. F.-K. Nürnberg mußte sich vom Ta-
Geöankenfptttter.
Aus dem Nachlaß von Daniel Spitzer.
Der Lchöp er ber »Wie- er kpeziergänzk», Daniel Evttzcr, ist nicht nur ein Meister ce-- F- illkton» ne. n>efcn, sondern auch einer ber geistvollst-» Satiriker, bie irtr v.fitzen Nn den «Wiener n* bretret nun WMe!U Bauer unter dem Titel »Wiener Lb- Be et* ihre "■ uiwahl seiner gedruckten unb unge- bru&ln Lphortsmen aus. Einige b r seingeschltsfenen Epigramme au» btm Rachlaa mögen ein- Probe s tner Kauft geben Tie Tchrtstleitung.
Erfolg. Man übrzcugt sich leidet von dem Erfolg, den man hat, nur durch die Feinde, die man sich macht.
Vorzüge. Man muß feine Vorzüge zu verbergen wissen, um vorwärts zu kommen.
Schwächen. Wir sind strenger gegen bie Schwachen ber Menschen, als gegen ihre großen Fehler.
Das statische Paraboxon. Jc schwerer das Geld ist, bas man in seiner Tasche hat, defw leichter schwimmt man im Lebensstrome weiter.
Unschuld. Es ist ein mrkwürdiges Phänomen, baß immer, wenn eine Hand die andere Wäscht, beide Hände noch schmutziger werden.
Das Renommö. Wenn man von einem Dichter oder Künstler sagt: Er ist nicht mehr der alte, so meint man damit, er ist nicht mehr der junge.
Erziehung. Er scheint, wenn bie Läng« urtb Ticke seiner Ohren nicht trügt, eine sehr sorgfältige Erziehung genossen zu haben.
Galanterie. Die Frauen babeu ganz recht, wenn sie von den Männern Galanterie verlangen, aber sie haben sehr unrecht, wenn sie daran glauben.
Ihre Fehler. Unter den Fehlern, die die Frauen sich zuschulden kommen lasse», sind die orthographischen noch immer die verzeihlichsten.
Parteigeist. Der Parteigeist ist nur gut
Die Grieichterung im besetzten Gebiet.
Nach dem neuen Abkommen.
Nlainz, 8. Dezember.
Die am 1. Dezember hier getroffenen Abmachungen zwischen der deutschen Eisendah»Verwaltung unb ber rheinische» Eisenbahnregic sind vo» der Reichsregiermrg geuehmiut worden. Damit ist im Verkehr und in dem Anstcl- lungsverhWnis der bentfeften Eisenbahner eine wesentliche Erleichterung grsckMffen worden. In einer Anlage ersuchen die Vertreter der dcm- schcn Rcichsbahnverwaltung den Direttor der Regie u. a. bei den zuständige» Stellen zu befürworten, daß alle vo» bett Besatzungskehö rwm ergriffenen Sanktionen zurückgezogen werden, daß eine möglichst große 3"hl von Eisenbahnern sofort in Freiheit gesetzt wird und daß allen ausgewiefenen Eisenbahnern des besetzten Gebietes erlaubt wird, zu ihren Fanrilien und in ihre Heimat zurückzukeh- r e n, unabhängiu Davon, ob ihre Wiedereinstti. luna in den Dienst der Regie in Aussicht grnvm. men ist oder nicht. Weiter wurde deutscherseits beantragt, daß es gestatte fein foll, die (Seit ä 11 e r und Löhne für bie von ber Regie nicht aufgcnommenen Bediensteten unbehindert zu zahlen, baß alle Befchlagnahmen des ■■■■■■■■■»■1ii. UJ—LJ