Einzelbild herunterladen
 

Kasseler Abendzeitung

13. Jahrgang

Einzelpreis 150 Millionen Mark.

Donnerstag, 25. Oktober 1923

Einzelpreis 150 Millionen Mark.

Stummer 249

NeichStreue der Meinbevölkerung

beireitungen sollen soweit gediehen sein, daß be-

reits ab 1. November bei den Postscheckämtern ob die bÄgischcn Besatzungstnrppen gewillt sind, amtlichdie Goldrechnung^eingeführt werden kann, für we^n, daß der Sepa-

oben gelang es den Sonderbündlern noch

b

Reiche aus noch befriedigt, wenngleich angesichts

für die Er. dergl. vom

Auch In ter Vkol» arschrltert.

Mannheim, 24. Oktober. (PrivaEele- gramm.) In der P f a l z ist die Ausrufung der Republik Walz« gescheitert. In Neustadt, Pirmasens und Frankenthal begannen die Sepa­ratisten nach Versammlungen und Umzügen Pro. klamationen von der Ausrufung derRepublik Pfalz« anzuschlagen und zu verteilen. Der Ver­such. die öffentlichen Gebäude zu besetzen, schei­terte anderGegenaktionder Gerveickschaste«.

halten. Sie ist der Ueberzeugung, daß nur durch einige Tage der furchtbarsten Entwertung diq Grundlage für die neue Währung zu schaffen ist, die dann mit Beschleunigung durch­geführt werden soll, sodaß voraussichtlich schon am 1. R o v e m b e r mit dem neuen wertbestän­digen Zahlungsmittel im Großvcrkehr zu rech- nen sein wird. Der Reichspostminister hat, wie der heutige Börsenkurier berichtet, angeordnet, daß auch im Postscheckverkehr auf die Goldmarkbasis überzugehen ist. Die Bor-

ertettiin i;lb:r Setrag innerhalb > lagen ,u jaDlen. Nach ablauf bietet «Em « ans jgen_ ÄtimooTei-. mitbzin am ZahlungStage gültigen Anzelgensqlugel zuveivteifachem Laufen . »> «tgm roeroen .ntt bem LageSseillupr^t» berechnet. Für die Richtigkeit aller °mch ""sprech, r aurgegebenen Anzeigen, loroie für Ausnahmebaten imb Platze kann nicht garantiert n c .

Hamburg, 24. Oktober.

Zu schweren Kämpfen kam es gestern in Ham- bürg. Um Mitternacht hatte die Polizei wie­der die Oberhand. Man spricht von s, e b e n Toten und vierzig Berwundeten. Die Kämpfe waren teilweise so schwer, daß bcispiels- «eise bei dem Sturm aus eine Polizeiwache fast alle Fenster de« Sause« mit Schüssen durch- löchert wurden. In Barmbeck und Wandsbeck hielten die Kommunisten Sckmlen und Po­lizeiwachen bi« zum späten Abend besetzt. D,e Reichswehr brauchte nicht einzngreifen, da die Polizei die Ordnung wieder verstellte. Die Gwerkschaften haben sich aus die Seite der Polizei gestellt. Man hofft, daß heute die Bewegung in Hamburg niedergeschlagen ist.

Der Weg zur Goldwährung

Besserung ab 1. November.

yhüM*luie4t*mm3

nicht, sich in den Besitz aller öffentlichen Gebäude zu setzen. Man rechnet auch dort für den heu­tigen Tag mit Erfolgen der gewerkschaftlichen Gegenmaßnahmen. Trier war gestern noch in der Gewalt der Separatisten, ebenso Kreuznach. In Bonn habe» die Separatisten die Beset­zung des TelegrapenamteS und des Postamtes wieder aufgegebe«, nachdem sie von der Arbeiterschaft auf offener Straße angegriffen und dann verprügelt worden waren.

Sn Bremen. Bremerhaven und Seestemünte.

B r e m - «, 24. Cttoter. (Privattelegrmnm.) Gestern kam es zu große» Unruhen. Starke Trupps von Kommunisten sammelten sich abends vor der Börse imb auch vor dem Hafen. Bis gegen Mitternacht «ar es zu Zusammen­stößen ober nicht gekommen. Die kommunistischen Hafenarbeiter wollen heute mit dem allgemei­nen passiven Widerstand beginnen. A,»ch aus Geestemünde,, und Bremerhaven werden kommunisi. Demonstrationen gemrlde..

Das deutsche Rheinland.

Ueberall Niederlage der Sonderbündler.

Berlin, 24. Oktober.

Außer Aachen sind auch München -Glad- bach, Jülich und andere von den Sonder- bündlern besetzte Städte im Lause des gestrigen Tages durch die Gegenattion der Gewerkschaften befreit worden. In Mainz fand gestern abend ein Handgemenge zwischen den Son­derbündlern und Gewerkschaftlern statt. In Aachen haben sich die bewaffneten Sonder- bündler in die del gische Kaserne zurückge. zogen. Die Gewerkschaften haben die Alarm- bereitschast der Arbeiterschaft proklamiert, um neuen lleberraschungen vorzubeugrn. In W i e s-

werden die drin werbslosen

Selbstverständlich können die Fragen der Hee- lesdisziplin nicht den Erörterungen des Reichs- rotes unterworfen sein. Dafür aber muß die! Rechtsfrage unbedingt geklärt werden. Es ist ohne weiteres zuzugeben, daß die Reichsver- faffung in diesen Bestimmungen reichlich unklar ist. An sich gilt ja.der Satz, daß das Reichs- recht dem Landesrecht vorgeht. Aber in dieser Spezialfraae, in der es sich um die Ent­scheidung handelt, welcher von verschiedenen Ausnahmezuständen vorgeht, mutz eine Klarstel­lung erfolgen. Sie dürfte vorgenommen werden durch die Verweisung dieser Angelegenheit vor den Staatsgerichtshof, der auch nach der Verfas­sung für die Auslegung strittiger Bestimmungen maßgebend ist. Ein Antrag, diese Entscheidung dem Staatsgerichtshof zu unterbreiten, liegt auch dem Reichsrat bereits vor. Des weiteren bat der Reichsrat sich grundsätzkrch über das Verhältnis zwischen Reich und Ländern auszusprechen.

Die bayrischen Vorgänge werden verschiedent­lich dahin gedeutet, daß die gegenwärtige bay­rische Regierung die Gelegenheit als günstig er­achtet, eine Neuordnung des Verhältnisses zwi­schen Reich und Ländern herbeizuführen. Ins­besondere wird verschiedentlich angenommen, Bayern wolle die Wiederherstellung der alten Sonderrechte, also vor allem seine eigene Mili­tär-, Verkehrs- und Finanzhoheit. Auch über diese Dinge wird der Reichsrat als die verfas­sungsmäßige Vertretung der Länder, sich auszu­sprechen haben. Im Interesse des Reiches muß man wünschen, daß die Aussprache vor dem Reichsrat in den eben berührten Fragen eine Klärung bringt. Man darf sich andererseits auch nicht verhehlen, daß je nach dem Ausfall der Er­örterungen im Reichsrat fehr wichtige Ent­scheidungen innerpolitischer Natur sich er­geben werden. Innerhalb der Reichsregierung ist man bestrebt, einen friedlichen Ausgleich ber- beizuführen, von dem man sich klar sein mutz, daß er nach beiden Seiten bestimmte personale

Folgen der Geldentwertung.

Drückende Notlage in Berlin. , tPrivot-Telreramm.)

Berlin. 24. Oktober.

Bon heute ab kostet ein 1400-Gramm-Brot in Berlin siebeneinhalb Milliarden. Die Backer er­klären, daß sie für diefen Preis nur einen Dol­larstand von vierzig Milliarden zugrunde pflegt haben. Heute, spätestens morgen, wird der Brot­preis weiter, dem Dollarstande entsprechend, er­höht. In Berlin herrscht dumpfe Gärung, wie bei den verschiedenen polizeilichen Streifen m den Versammlungslokalen der Kommunisten be­obachtet werden konnte. Auch die Reichs- wehr ist in den letzten Tagen beträchtlich ver­stärkt worden. Nach der Wtlhelmstraße sind, ohne daß die Oeffentlichkeit die Stärke der Trup­pen sicht, starke Abteilungen der Reichswehr in die Gebäude der Regierung gelegt worden. Tie revolutionären Betriebsräte empfehlen in einer heute früh in den meisten Betrieben angeMage- nen Proklamation den Arbeitern den Gene­ra l st r e i 1 Eine Abstimmung hierüber soll aber erst am kommenden Freitag stattfinden.

Forderung nach Markrnvrot.

Berlin, 24. Oktober. (Privattelegramm.) In den Markthallen ist die Hälfte der Der- kaufsstände n i ck t b e s e tz t, da die Inhaber we­gen Plünderungsgefahr begreiflich-rweise fort, bleiben Die Gewerkf Hafte a haben bem Pnrteivorstand unb ber Regierung die Forderung nach sofortiger Wiedereinführung des Marken- brotes unterbreitet. Die Reichsbank druckt seit gestern 500-Milliarben-Ächeine unb Eine-Billion-Markscheine. Nach bem polizeilichen Bericht von heute morgen mußten . jm Lauft des gestrigen Tages acht Personen in ' dft Krankenhäuser gebracht werben, weil sie m 'folge Entkräftung durch Hunger au 7 offener Straße zusammengebrochen find.

Wanderung »um Schaben ter Bevölkerung!

Ikückwirkungen haben müßte, lieber diese Dinge im einzelnen heute sich schwn zu verbreiten, wäre verfrüht, man wird daher gut tun, alle Schärfen zu vermeiden und die weitere Entwicklung ab­zuwarten. Diese Sitzung des Rerchsrates wird diesmal nicht öffentlich ftattfinden. Die in dem Streitfall mehrfach genannten Persönlichkeiten werden in den Verhandlungen zugegen sein.

Während man in der bayrischen Frage auf eine baldige, beide Teile beftiediaende Regelung hofft, ist im Rheinland eine sehr rasche Wen­dung zugunsten des Reiches eingetreten, da die Machenschaften der Sonderbündler überall auf den Wider st and der treudeutschen Bevölkerung gestoßen sind. Di« Umtriebe der Sonderbündler zeigen aber doch den großen Ernst der Lage und erweisen sich immer mehr als ein« lange vorbereitete und abgekartete Aktion. Nachdem die jüngsten Versuche der Reichsregierung, noch einmal unmittelbar mit der französischen Regierung wegen der Beord- nung der Dinge an Rhein und Ruhr in Verbin­dung zu kommen, gescheitert sind, und nachdem di« Erwartungen auf eine, der deutschen Regie­rung übrigens inoffiziell in Aussicht gestellte, Einflußnahme Englands und Belgiens sich nicht erstellt haben, war das Signal für die Putschisten gegeben. Dazu kam, daß die Reichsregierung er­klären mußte, daß sie die Finanzierung der Ge­biete an Rhein und Ruhr nicht mehr durch­führe und daß sie auch die Sachlieferungen nicht mehr leisten könne. Unter Aufgebot aller Kräfte

Lie Saftetet Sieueüen «arbriditen crfcti einen roodjcntlid: <ed>«mal na»mttagr. DerAi>onne. -nrnSnteM beträgt für bte Woche vom 21.-27. Ott.SOO Millionen Matt bei It-tet Anstellung nsauv.tn ber ÄelchiMsnel» abgebolt 780 Millionen. BetteUungen * Nummer

genommen, «erlag unb SUbattion: -chlachldo'ltrab- 28/30 geitf»re*CT Nummer 951 unb 952. nur unverlangt eingcfanbte Beitrage tann bte Rebaktion E'ne ^eranr. roottung ober Eewabr in -einem ealle übernehmen. Niirkzahlung be« ober Ansprüche wegen etwaiger nicht orbnungsmitziger Lteterung tst"fs^Ef'hlofien. Postscheck Rrantfurt a M 638a Druckerei Schlachchositt.28/M. Betchat-s t.lle. Kölnische s-r.,

mit Hilft bet englischen Behörde eine Art Konferenz aller separatistischen Komitees in Köln habe einberufen lassen, um sich zu unter­richten. Gewisse Vertreter der chemischen Groß- Industrie, so heißt es in dem Artikel weiter, wie Ofto Wolff, Earp, Falk hätten mit ihren Kaffen- schränken auch das ihrige dazu beigetragen, um die Bemühungen der genannten Persönlichkeiten in Köln zu unterstützen In diesem Zusvmmen- hang fei der Name des Herrn Metzer genavnt Norden. Von dem Austrag dieses Kampfes zwischen den verschiedenen Einflüssen werde der Charafter abhängig fein, den die neue Regie­rung schließlich haben werde, ob sie separa- tistisch oder autonom sein werde, ob fi< pazifistisch sein oder unter dem Einfluß von Ber­lin stehen werbe. Wir werden, schreibt das Blatt, das neue Regiment im Rheinland und Westfalen nach seinem Verhalten und der Hilfe behandeln, die es bei den Reparationen und Sicherheitsleistungen gewähren wird.

Ein englischer Standpunkt.

Der Londoner »Daily Telegraph" schreibt über die Bewegung der Rheiniichen Republik, daß die Herstelliung einer rheinischen unabhän­gigen Regierung in der belgischen Zone Eng­land direkt angehe, schon allein wegen des Einflusses, den dieses Ereignis auf die Stel­lung der englischen Truppen in der Kölner Ge- gend staben müsse Die englische Behörde von Köln, so schreibt das konservative englische Blatt,

schlag gemacht, daß Frankreich 1,8 Millionen Tonnen geliefert werden sollen, deren Finanzie- rung die Industrie durch ausländische Kredite durchführen wolle, wenn andererseits die Steuern einstweilen gestundet und später etwa in Form von Obligationen verrechnet wurden. Das Reichskabinett hat sich grundsätzlich mit bte» stm Vorschläge einverstanden erklärt, um noch letzte Möglichkeiten zur Unterstützung der Volks­genossen in den besetzten Gebieten auszunutzen.

Berlin, 24. Oktober, lieber die allgemeine Teuerung ist festzustellen.

Pariser Bettachtungen.

Der Pariser Politiker Pertinax schreibt int Echo de Paris', daß die verschiedenen rheini- chen Scparatisten-Gruppen sich zusanimengefu i- den hätten und behauptet, daß schon ein Direk­torium gebildet sei, in dem nicht nur Deckers und Matthes, sondern auch D o r t e n sich be­fänden. Smeets, so schreibt Pertinax, habe ich niemals von seiner Verwundung erholt, und eine Tätigkeit werde hierdurch gelähmt. Beson­dere Aufmerksamkeit gebühre der Kölner Zone und den Bewegungen des rheinischen Zen- t r u m s. Der Kölner Oberbürgermeister Ade- nauer habe seine Tochter an einen englischen Offizier verheiratet, heißt es in dem Artikel. Man behauptet seit einiger Zeit, daß er die Absicht habe, eine Kölner Republik zu proklamieren oder sich mit seinen Freunden an die Spitze der rhei­nischen Republik zu stellen, um sie nach seinen Ideen zu lenken. Perttnar erinnert dann daran, daß Herr Adenauer im Monat' August

Die Aachener Polizeibehörden ha­ben der Besatzungslehöibe mitgeteilt, daß.sie den durch die Separatisten geschaffenen Zustand nicht anerkennen können, und daß m Bitt der verfassungstreuen Bevölkerung versuchen würden, die Separattsteu aus den besetzten Ge­bäuden wieder herauszüwersen. Jedenfalls totr'o dieser Versuch Klarheit darüber schaffen,

FronkrelM als Orteten

Rotterdam. 24. Oktober. (Eigene Dv-cht- meldung.) Der in Amerika weilende frühere eng­lische Ministerprästbent LloybGeorge führte in einer Rebe in Indianapolis im Hinblick auf die rheinländisckft Abfallbewegung ans, daß Frankreich die Führer der Bewegung be­zahlt habe, und daß die Plttfche das Werk ber Pariser Regierung seien. Aus Rom wirb be­richtet: Die Putsche in dem Rheinland beun­ruhigen Regierung unb Oeffentlichkeit. Musso­lini war am Montag früh beim deutschen Bot­schafter. Die Regierung hat bas Brüsseler Kabi­nett um erläuternbe Aufklärung ersucht.

SlvtzUche Surütfftaltuna der Besatzung.

Rotterdam, 24. Oktober. (Eigene Draht- meldung.) Dft plötzlich zu verzeichnende Zurück. Haltung der sranzöfischen unb belgi. chen Besatzungsarmee, die es beit Separatisten nn der erwarteten Unterstützung hat fehlen las­en, soll, wie hier verlautet, auf den entschiedenen Einspruch der englischen Regierung als Besatzungsmacht in Brüssel und Pari« zurückzu- führen sein. In Düsftlbors ist ber erwartete Se­paratistenputsch gestern nicht eingetreten. Die Gewerkschaften haben sich ber Regie, rung zur Verfügung gestellt. Die Besatzungs- truppcn haben ihre Posten vor den öffentlichen Gebäuden ber Stadt zurückgezogen.

Meler Neueste Nachrichten

* * Hessische Abendzeitung

Sn Süd und West.

Daher« und Rheinland.

Der Streitfall zwischen Bayern und dem Reiche wird nun vor dem Reichsrat erledigt werden. Damit hat erfreulicherweise die ge­mäßigte Richtung innerhalb der Regierung die Oberhand gewonnen. Die Sozialdemokraten in der Regierung stellen sich auf den Standpunkt, daß der Reichspräsident von den ihm durch die Reichsverfassung gegebenen Vollmachten Ge­brauch machen soll, wonach er von Bayern die Aufgabe des Belagerungszustands fordern könne. Indessen haben sich auch die sozialdemokratischen Regierungsmitglieder damit einverstanden er- klärt, daß diese Frage erst nach den Verhand- lungen im Reichsrat entschieden werden soll. Es hat keinen Zweck, zu verschweigen, daß die Mei- nungsverschiedenhetten sehr tiefgehende sind. Aber gerade um deswillen mutz der Versuch ge­macht werden, diese Fragen und ihren Ursprung grundsätzlich in der offiziellen Vertretung der deutschen Länder zu klären. Bayern hat selbst diefen Wunfch, und die Anfrage des Reichskanz­lers bei dem bayrischen Ministerpräsidenten von Knilling wegen der Berufung des Reichsrates wurde alsbald in bejahendem Sinne beant­wortet.

rattstenputsch mit Wissen und Willen der Besai- zungsbehorde eingeleitet wurde. In Aachen : erbst war man seit Tagen auf einen Putsch vor­bereitet, da die Belgier mit Ausweis u,n- g e n ganz rigoros vorgingen, und vor allem >ie Bevölkerung ihrer tatkräftigen Führer be­raubten. Der Führer der Aachener Separatisten, Deckers, ein srüherer Kaufmann und jetziger Spritfchieber, erzählte dem Vertreter des Pariser Journal' über die Vorgeschichte des Puffches, daß er den belgischen General von sei­nen Plänen verständigt habe. AlsHauptstadt des Rheinlandes sieht Deckers Koblenz an. Die rheinische Republik werde den Versailler Vcruag anerkennen und sei bereit, ihren Anteil an den Reparattonen zu zahlen. Die Stellung der Aachener S ch u tz P o l i z e i ist nun umso schwie­riger, als ihr der Gebrauch von Karabinern von der Besatzungsbehörde untersagt ist, während die Separatisten durchweg gut bewaffnet sind. Bezeichnend für die Stel­lung der Besatzungsbehörde ist auch, daß die Belgier seit Tagen versuchten, diese Leute als Hilfspolizisten bei der Aachener Schutzpolizei ein­zureihen. Ms in Bonn von separattstischen Banden die öffentlichen Gebäude besetzt wurden, ist die dortia« Polizei von den Franzosen entwaffnet worden. Die Reichsregierung hat sofort Schritte bei dem französischen Botschaf­ter in Berlin unternommen, und es verlautet, daß Anordnung getroffen worden sei, der Schutz. Polizei die Waffen wieder auszuhändigen, mtt der Beschränkung, daß aufharmlose Passanten' nicht geschossen werden darf. Der separatistische Putsch in Mainz beschränkt sich vorläufig auf eine Besetzung der polizeilichen Gebäude. Als : Führer der Separatisten-Bewegung in Main, ist Amtsgerichtsrat Liebing anzusehen.

DerVermt am Rhein.

Die Umtriebe der Sonderbündler.

< SUtbbem «« dl« amtr.eb« b«»ttc»e*BtpMt* «it franzSsssi» d«l,isch«» »Hf« feWe« ,«dra<vt batten, »teBtbeittifdie Republik-a«6,Strafe», wird «der die,« Sorgäng« geigen»«« mUgeteHt,

der furchtbaren Teuerung in den besetzten Ge­bieten der wirkliche Bedarf nicht gedeckt werden kann. Inzwischen hat die Bergindustrie, übrigens.daß die Neichsre-ftcrung keinen Versuch untcr- in Derbinduna mit den Beraarbeitern. den Vor- nehmen wird, um den Stur» ber Mark auuu=

58re51 ou, 24. Oktober. (Privattelegramm.) Im oberschlestfchen Jnbustriegebirt ist es gestern zu großen Unruhen gekommen. Tausenbe von Demonstranten stürmten bie Bäcker- unb Metzger- läden. Die Bäcker erklären, baß ihre Mehlvor- täte für vierzehn Tage geraubt find, so baß Oberschlesien von morgen ab ohne Brot sein wird. (!) Eine Konferenz im Regierungs- gebände in Oppeln hat eine dringliche Hilfs­aktion des Staates beschlossen, um in Oberschle­sien bie Ordnung ausrecht zu erhalttn.

Llnruhen Im Norden.

Kommunistische Ausschreitungen in Hamburg. tPrivat-Telearauun)