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Kasseler Neueste Nachrichten

Kasseler Abendzeitung Hessische Abendzeitung

*>ie staffelet tieuenen $a<in*ten eridsetnen roncfientb» fecbemal untt zwar nach« ttag«. Der '2lbonnementeo«t4 betragt für die Woche vom 14. 20.Okr.gv Millionen Marl bei ireierZunelltmz nis Hau-,w der LeschästSüelle abgeoou 87 Millionen. Beilsflungen werden jedersei: entgegen- genommen, ti erlag uns SHebaitto.i: -chlachcoosstrobe 28/30, Fernsprecher Nummer 951 und 952. ,rur unoerlangi eingesandte Beitrage kann Sie Neb.'.Uion eine <erant. roortung ober Gewahr in lein em ,tafle übernehmen. Rückzahlung des Bezugsgelbes ober Ansprüche wegen etwaiger nicht orbnungSmaBtger Siererung tft ausgeschlossen. Posts check jtrantfurt a M 6380. Druckerei/ Schlachthoiftr.28/30. Seschaftsstellsr Kölnische Str. s.

Nummer 24L Einzelpreis 15 Millionen Mark. Dienstag, 16. Oktober 1923. Einzelpreis 15 Millionen Mark. 13. Jahrgang

Anzeigenpreise: OrnnbpreHfürble Zeile 50 Mark, für Reklamen 200 Mark mal Schlüs­selzahl u bas deutsche ZeitungSgew rbe zur Zeit 600000), auf ssamllien an zeigen und «leine Änreigen T.°! Nachlaß. Lus alle nicht bis zum Lb:nl> des auf den -Ausgabetag folgenden Tages bezahlten Anzeigen erfolgt ein RechnungSau schlag von IO*/»! Bei dieser Rechnungs. erteitun ist d r Betrag innerhalb ! Tagen zu zahlen. Nach Ablauf dieser Frist ist der Anzeigen- grunborei mit b in am zahlungstage gültigen Anzeigenf chlussel zu vervielfachen. Laufende An­zeigen werden mit dem Tageszeil.npreis berechnet. -Aur die Richtigkeit aller durch erniprechcr aufgegebenen Anzeigen, loroie für Aufnahmedaten und Plätze kann nicht garantiert werben

Sie neuen Leglernngs-Mtznnhmen.

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Mil der Frage der Reichsexekutive gegoa Dachsen hat sich das Rcichskabinett auch befaßt.

den unerläßlich ist. Die Beiträge der Arbeit­geber und Arbeitnehmer sollen eine bestimmte Höchstgrenze 20 v. H. deS Kranke-nkaffenbei- trages nicht übersteigen. Für Gemeinden mit großer Arbeitslosigkeit treten ergänzend auch weiterhin Reich und Länder ein. Bemerkens­wert ist an der neuen Verordnung noch die Bo- stimmnng, nach der die Erwerbslosen gemein­nützige Arbeit gegen die Unterstützung zu leisten haben;, soweit für Jugendliche Ar­beitsgelegenheit nicht gegeben ist. haben sie sich an Einrichtungen zur Fortbildung oder Ausbildung zu beteiligen. Es wird somit zum ersten Male der Grundsatz ausgestellt, daß die Unterstützung nicht ohne Gegenlei. tung gegeben wird, und cs wird damit die Möglichkeit, brachliegende Arbeitskräfte produk­tiv zu beschäftigen, nicht unwesentlich erweitert.

In einem geordneten Staatswesen kann Ar- beitslosi^eit immer erst eintreten, wenn alle Be­dürfnisse befriedigt sind. Davon kann aber in Deutschland nicht im mindesten die Rede sein; hier gibt es Arbeit in Hülle und Fülle, es kommt nur darauf an. die Wirtschaftsordnung wieder einzurenken. Gesetzt den Fall, es würde wieder wie vor dem Kriege gearbeitet, so wäre auch ein Weg für die Gesundung unserer Wäh» r u n g gewiesen, denn alsdann könnten wir ohne große Schwierigkeiten die notwendigen aus­ländischen Waren zu einem Bruchteile des jetzigen Preises kaufen: Baumwolle, Wolle, rohe Häute, Holz, Kupfer, Erze, Reis, Mais, Weizen. Gerste und anderes mehr. Diese aus­ländischen Erzeugnisse stehen in Wechselwirkun­gen mit den einheimischen, zum Beispiel bedin­gen billige Futtermittel eine Verbilligm Fleischpreis» Reis und Mais w' '

verringert jede Verbesserung und Erhöhung der Arbeitsleistung des einen die Arbeitslosigkeit des anderen."

ihrer der Bay- sstimmung das '

sicht auf die elementarste Bedürfnisbefriedigung unserer Gewerbetätigkeit und der Bevölkerung.

^auswärtigen Missionen, und von den Entente­mächten die Botschafter persönlich zur Stelle. Die Ministerbank ist fast leer. Die Minister sind sämt­lich zugegen, aber sie find in unruhigem Ge­spräch hinter ihren Stühlen begriffen. Auf sei­nem Platze hält es niemand aus. Auf der an­deren Seite des Hauses sind die Vertreter aller Länder anwesend. Hinter den Ministerbänken

9Rt5)rlelflHngen im Bergbau.

Gelegentlich der letzten Verhandlungen über die Bergarbeiterlöhne in Berlin äußerten die Vertreter der Arbeitnehmer ihre Prin­zipelle Zustimmung zur Notwendigkeit einer Mehrleistung auf dem Gebiete der bergbau­lichen Produktion. Sie behielten sich aber die end« gültige Stellungnahme bis zur Entscheidung der Revierkonferenz vor. Weitere Verhandlungen über die Frage der Mehrarbeit werden am kom­menden Donnerstag hn Zusammenhang uit den neuen Lohnverhandlungen gepflogen werden.

Sächsische Gefahren.

.^Versuch deS Hochverrats" in Dresden.

<yri»«t^,l»ar«nm.)

Berlin, 15. Oktober.

Auch» gegen TMringen.

Weimar, 15. Oktober. (Privattelegramm.) Die radikale thüringische Landesregierung er­hielt den SBefei# vor Reichsregierung, sofort alle nicht genehmigten Polizciorganisationen (protelarische Kontrollen und rote Hilfsschutz organisationen) anfzulösen, zur Vermei­dung der Reichsexekutivv.

Rettungsarbett.

Die Frage der Mehrleistung.

Nachdem das nette Arbeitszeitgesetz im Eni- Wurf vorliegr, den wir auf der zweiten Seite dieser Ausgabe veröffentlichen, ist es notwendig, die Wirkung des Gesetzes zu erörtern. Von de-

und weiter bestehenden bleibende« Tren. pflichten nicht aufheben. Namens der Reickfsrcgierung stelle ich dabei fest, daß die Re­gierung die Regie als eine nur vorübergehende Verwaltung ansehen kann, und daß der gegen­wärtig Betrieb durch die Regie die Rechte des Deutschen Reiches an den besetzten Bahnen in keiner Weise berührt, (gez.) Oeser.

Regierungs-Maßnahmen.

Nene Wirtschafts-Borordnungen. tVrivat-Telearamm)

Berlin, 15. Oktober.

Nachdem das Ermächtigungsgesetz vom Reichstag angenommen ist, hat das Reichska- binctt noch am Samstag Abend fünf weiteren Verordnungen zngestimmt, die den Ausnah­mezustand, der bisher nur mMtärisch be­steht, auch aus das wirtschaftliche Ge­biet übertragen. Uetzer den Inhalt der neuen Verordnungen hat der Reichskanzler gestern eine Reihe Abgeordneter vertraulich unterrichtet. Fhre Veröffentlichung erfolgt, sobald die Bor­bedingungen bei den Bundesregierungen om Zwangsdurchsührung der Erlasse ab­geschlossen find, was für die nächsten Tage im ganze« Reiche zu erwarten ist.

Irischen Volkspartei, nimmt zur -------- ...

»lunorrunaen tn Berlin. »Wort. Sofort weicht die tosende Unruhe einer

Berlin, 15. Oktober. (Privat telegromm.) I lautlosen Stille. Man fühlt es, daß man Erwerbslose stürmten Samstag nachmittag die mitten in einer historischen Stunde steht. Ab- Markthallen in Moabit und Lichtenberg. **"£"*" 2ei$t erklärt, daß die Bayrische Es kam zu regelrechten Plündernnaen Po. H^lksparte, am Donnerstag das Mittel der Od- 9 " struMon nicht angewandt habe tn der Erwägung, Ordnung wieder her. In der daß Regierung und Parteien die Konfliktsmög- ^-ankfurwr straße wurden tn der Nacht die-Ilichkeiten zwischen Reich und Bayern auf ein den von einigen 20 Inhabern ausgeräumt. Minimum reduzierten. Diese Hoffnung hätte sich

neu, die bisher streng am Achtstundentag fest­hielten, wurde die Besorgnis geäußert, daß bei Mehrarbeit noch größere Arbeitslosigkeit ent­stehen müsse. Diese Theorie ist, wie die Ersah- rung zeigt, falsch. Vor dem Weltkriege wurden jährlich etwa 750000 ausländische Wan­derarbeiter in unserer Landwirtschaft und In­dustrie beschäftigt; Arbeitslosigkeit war im allgemeinen eine seltene Erscheinung, Kurzarbeit fast unbekannt. Die Arbeitszeit be­lief sich in der Industrie auf neun bis zehn Stun­den täglich, in der Landwirtschaft war sie meist durch das Tageslicht bedingt. Durch die gesetz- liche Einführung des A ch t st u n d e n -. im Berg­bau des Siebenstundentages wurde die Ardeitsverfasfung einer Aenderung unterzogen, und zwar mit der Wirkung, daß die A r b e i t s- leistun aen bedenklich zurückgingen. Daß diese Erscheinung nicht auf schlechtere Ernährung zurückzuführen ist, haben die letzten Jahre erwie­sen. Andererseits bat aber die Einschränkung der Arbeitsleistung auf 5060 v. H. der Friedens- leistung und die Einstellung des Bezuges frem­der Wanderarbeiter nicht genügt, die Arbeits­losigkeit zu beseitigen, noch auch den Arbeitern einen höheren Sachlohn zu verschaffen. Früher batten wir keine Arbeitslosigkeit trotz höherer Leistung, und unter dem Segen einer liberalen Wirtschaftsordnung batten wir eine dauernde, wenn auch langsame Steigerung des Sachlohnes.

Em scharfsinniger Volkswirt, der Direktor einer Zuckerfabrik,, Dr. Brukner, bat in einem Aufsatz ausgeführt, daß Arbeitslosigkeit am zweckmäßigsten und erfolgreichsten durch Mehrarbeit bekämpft werden könne. Eine Erhöhung der Erzeugung um 3050 v. H. würde notwendigerweise Preissenkungen im Gefolge haben, und unser Volk würde als­dann willig den Warenüberschuß aufnehmen. Treffend bemerkt er: »So wie bei steigenden Löh­nen die Warenpreise stärker steigen als die Lohn- fitntmen, so sinken die Warenpreise bei fallen Löh­nen stärker als die Lobnerfparnis ausmacht. Un­ser Volk hätte daher für die vermehrte Waren­menge weniger Geld auszugeben, als es ein­nimmt. Die Ueberschüsse an Einkommen wür­den sich sofort in Form neuer Nachfrage auf dem Markt zeigen. Der eine läßt sich zu billigeren Preisen einen alten Anzug wenden, der andere sein Haus neu verputzen oder anstreichen, jener erübrigt sich soviel, um sich sonstige Bedarfs­gegenstände anfchaffen zu können. Jede Nach­frage nach Waren ist zugleich Nachfrage nach menschlicher Arbeit; sie setzt alle , möglichen Handwerker in Bewegung, und jed-r Arbeitslose, der arbeitet und dadurch mehr ver­dient. setzt wieder Arbeitslose in Nahrung, de- 1 ren Arbeitserzeugnisse er dann kaufen kann. So \

* * dann zum Kanzlerplatz, an dem er unruhig und

Die proletarlstven yundkrffmasten. nervös hin- und herlauft. Inzwischen sind Berlin, 15. Oktober. (Privattelegramm.) tz^ Abgeordn^ wie Rießer bemüht^uf Die Rei-Hserekutive gegen Sachsen -Thüringen r;n Zf

hat mit den militärischen Maßnahmen des auch der Abgeordnete Helfserich, und daS Reichswehrkommandanten in Drosdeu gegen die wird viel bemerk'. Als der Präsident proletarischen Hunderffchaften erst begonnen. die Sitzung eröffnet ~

Die Auflösung der roten Hundertschaften muß ketet der Saal einen imposanten Anblick. Alle bis 18. Oktober durchgekuhrt fein. I Tribünen sind bis zum Rande gefüllt. In der

Diplomatenloge sind die Vertreter sämtlicher

Der Gesetzentwurf zur vermehrten Arbeits­leistung mag vorläufig von Vielen noch mft Mißtrauen betrachtet werden, aber er wird doch durch seine gute Wirkung die Ungläubigen über- zeugen. Wenn im Kohlenbergbau, in den Indu­strien, Gewerben und im Handel die Neuerung eingetreten ist, dürfen auch die staatlichen Ver- waktungen nicht mehr zögern. Mit der Arbeits- Politik hängt die Preispolitik zufammen. Leider wurden noch in kürzesten Fristen die Eisenbahn-Fahrpreise. Fracht-Ta­rife, Post-Telegraph- nrtb Fern- sprech gebühren immer verdoppelt, ohne Rück-

mg der

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im Wettbewerb mit Weizen und' Gerste^^Die He- Amg der deutschen Währung brächte uns eine Preissenkung auf allen Gebieten unferer Wirffchgft, und damit würde das Ziel erreicht: der Allgcmeinhett einigermaßen behagliche Le­bensbedingungen zu schaffen. Wir könnten wie­der ein freies Bokk auf freiem Grunde werden, trotz aller feindlichen Bedrückungen und Be­drohungen.

Die Ermächtigung.

Das Ermächtigungsgesetz im Reichs­tag angenommen. Der Reichstag ist um eine Woche vertagt worden.

Berlin, 14. Oktober. ,

Die Reichstagssitzung vom Sonnabend, in welcher die große Entscheidung über das Ermäch- tigungs^setz fiel, bot nur ein schwaches Abbild der Kämpfe, die dieser Entscheidung in den Frak­tionszimmern vorangingen. Roch bis zum letz­ten Augenblick war die Situation unsicher. Zwar' !iatten die Sozialdemokraten ihren ursprüng- ichen Fraktionszwang hinsichtlich der Stellung-

die Dresdener Regierung ausgesordert, sich so- bei der Abstimmung zu verlassen. Als die Sin« fort zu der Rede des Arbeitsministers im Land.Igeln durch das Haus rasselten, fehlten auch noch tag zu äußern, wonach Sachsen mit Unter, sämtliche baiirischen Abgeordneten, die bis dahin stützung SowsetrußlandS den Kampf in der Frattionssitzung zusammen waren. In- für eine Arbeiter- und Bauernregie- zwischen stellte man Betrachtungen darüber an, rung ausnehmen wolle. Der Militärbefehls- wer da und wer nicht da ist.

m d-, SN»»-- zugegen, der

rtm Donnerstag fehlte. Der Kanzler begibt Ber^ftuna^s^KabineM^^l^ane? ftr^^resdea I ihm, und alsbald hebt eine über-

hur* bi» « chl-Eckn- aus ernste Auseinandersetzung zwischen den bei-

den an. Stinnes wie der Kanzler bekommen i'Ud n'cht ^«treffend Eme Katastwp^ in Tres-tc Köpfe. Der Kanzler gestikuliert sehr erregt, -tinnes bleibt fast unbeweglich, den Kopf in die tft tnth Hand gestützt, sitzen. Der Kanzler nimmt dann

unter allen Zeichen der Erregung zunächst auf bem Reichskanzler und dem Rccchsjustizmmcstrr. I Abgeordnetensitze Platz, begibt sich aber

nähme ihrer Mitglieder dahin geändert, daß die- ... ,__ ... ... , , jenigen Abgeordneten, die nicht für das Gesetz

Die sächsische Regierung ist bereits aufgefordert, I stimmen wollten, nicht den Saal verlassen, son- die Bildung der proletarischen Huu -1dem im Saal bleiben sollten. Dafür war aber dertschaften ohne Verzug rückgängig eine neue Unsicherheit hinsichtlich der Haltung der zu machen und die von ihr eingeleiteten Son- Bayrifchen Volkspariei aufgetreten. Es verlan- derverhandlungen mit Sowjetrutz- tefe in parlamentarischen Kreisen, daß die Bay- l a n d sofort einzustellen. In der letztgenannten rische Volkspartei von ihrer bayrischen Landes- < f Taffach» wird vom Reich der Versuch des Hoch- Organisation ausgefordert worden sei, entgegen, Verrats erblickt. Das Reichskabinett hat ferner ihrer ursprünglichen Haltung diesmal den Saal

drängen sich die Vertreter der Reichsbehörden , Kovf an Kops. Mit einer unvermeidlichen Ge-

WettereTeuerungörmruhen. | 'ammunistische Abgeordnete edeb our bringt Tumult in den Leipziger Markthallen. l^nen Antrag ein wmiach die Verfügungen der , sRegrerung Uber die Beschränkung der Erwerbs-

(vrt»ai-<«ieer«mmj losenfürsorge aufgehoben werden fallen. Es wird

Leipzig. 15. Oktober. Widerspruch erhoben, der Anttag kann also nicht Am Sonnabend erschien eine lärmende Menge Zur Verhandlung kommen. Das Gleiche geschieht in den Markthallen und verlangte ohne Geld mit einem Antrag Koenen wegen Aushebung Lebensrnittel. Den Händlern blieb infolge des Verbots kommunistischer Zeitungen. Bei bie­der drohenden Haltung der Fordernden nichts sen Erörterungen fliegen von hüben und drüben anderes übrig als nachzugeben Bei einigen I erregte Zurufe hin und her.

?L"^^e«kn die Borsprechenden ein gan- Das Haus, in dem man keine Lücken sieht - Pfund wiarganne, bet anderen nur em hal-1 nur aus den deutschnationalen Bänken klafft eS bes oder em vtertel Pfund. Auch Schokolade, beträchtlich -, ist sehr ungeduldig. Die Ge- .ft- Konserven u. a. wurden an die Leute frei- schästsordnungsdebatte wird vom Präsidenten wMg gegeben. Lewer wurde, wie bei allen sol- rasch geschlossen. Da aber springt Ledebour schon aten Borkvmmnifsen, den Händlern viel War ei wieder auf und verlangt zur Abstimmung das gestohlen. Die Markihallenvcrwaltnng ord- Wort. Er will die Abstimmung ausgesetzt wis- nete bei Beginn der Tumulte sofort die Schlie- sen, bis der Kanzler über angebliche Enthüllun- ?«ng der Nedenausgänge an, um zu verhindern, gen Auskunft gibt, über Loslösungsbcstrebungen daß Ware an den nicht von Polizeibeamten be-Iin Bayern und über Informationen, wonach dtzttn Türen herausgeschafft wurde. Durch Frankreich, mit dem von Bayern mts über diese Verhandlungen gelang es, die Menge zu beruht- Frage Fühlung genommen worden sei, sich ein« gen. Nachmtttags zogen Trupps von 50 Mann I verstanden erklärt habe, unter der Voraussetzung, m die Bäckerläden und baten um Eßwaren, daß Bayern sich dann auch für die Loslösung der AuÄviele Frauen waren dabei, die sich beson- Rheinlande vom Reich einsetze. Der Kanzler ders hervortaten. Die Bäcker verabfolgten den nimmt nicht das Wort. Ledebour poltert ge- Erwerbslosen «ms ihre Stempelkarten Brötchen radezu wütend ans ihn ein. Der Präsident er« und Brot. Nur in einer Bäckereifiliale in der klärt, daß der Kanzler selbst darüber entscheiden Windmühlenstraße kam es zu unliebsamen Bor- müsse. Der Anttag Ledebour wird nur gegen fällen. Die Menge nahm dort das Gebäck ge- die Stimmen der Kommunisten abgelehnt. Diefe waltsam weg u«b räumte die Vorräte des rufen dem Kanzler allerlei .Liebenswürdigkei- Ladens bis auf einige Semmeln. Auch eine ten zu, wie ,Schützer der Hochverräter" usw. Platte der Ladentafel wurde zvrfchlagrn. In der Nach diesem Zwischenfall beginnt dann Bayerfrhen Straffe wurden u. o. Fleffiherläden die große Entscheidung.

besuiht. Auch dort erhielten die Leute Spenden. Der

Unter fremdem Befehl.

Wiederaufnahme, des Eisenbahncrdientzes.

(Eigene Drahtmeldung.)

Berlin, 15. Oktober.

Die Bedrängnis des besetzten Gebietes har den Reilhsverkehrsminister veranlaßt, an das Personal die solgrride Aufforderung zu richten: Das im rresetzterr Gebiet anwesende Per­sonal der zurzeit nitttf im Betriebe bee beufftben Verwaltung befindlichen Bahnstrecken wird an gewiesen, sich vorn Mittwochs dem 17. DThAer ab Mr Aufnahme des Dienstes bei bon Dienststellen der französts«h-belgis«hen Regie zu melden. Ge- gen die A b l e i ft n n g deS geforderten Dienst­eides ist ni«hts mehr einzuwenden, nachdem der Leit« der Regie öffentlich erklärt hat, daß die eidlichen Verpflichtungen, die die Regie von den deuffchen Eisenbahnern bei der Wiederauf­nahme der Arbett verlangt, einen rein beruf­lichen Charakter haben. Der geforderte Eid habe also keine politische Bedeutung. Weiter heißt es: Rach dieser ErNSrun, kann die Abgabe des Eides die gegen das Äci* bestehenden

Neue produktive ArveitSlosert-Farsorge.

Berlin. 15. Oktober. (Privattelegramm. Eino neue Verordnung über die Erwerbs, losenfürsorge foa die Gewähr dafür bie­ten, daß die Fürsorge sowohl die unterstützende wie die probuttive, und bic öffentliche Arbei.s vermittlnna trotz bet finanziellen Notlage bes Reiches in bem Maße fortgeführt werden können, das ans polittschen und sozialen Grün,