Kasseler Neueste Nachrichten
Kasseler Abendzeitung
Hessische Abendzeitung
Nummer 240
Sonntag, 14. Oktober 1923
13. Jahrgang
Einzelpreis 15 Millionen Mark.
Einzelpreis 15 Millionen Mark.
Entscheidung über die Diktatur
in Deutschland zu beherrschen.
K.F.D.
dann
Nuhrfrage und Reparation
n
gestürmt. Die Demonstranten verkauften die gesamten Waren zu billigen Preisen.
jetzt offen zutage, und die Reichsregierung kennt vermutlich die Mittel und Wege, die sie anzuwenden und einzuschlagen hat, um die Lage
furt und Höchst ist infolge der Höchster Bor- gSnge verschärft gesperrt worden.
Das Ultimatum vorn 16. Juni hat die Auf- ! forderung zur Unterschrift mit einer Fristsetzung von fünf Tagen und mit der Androhung der Wiederaufnahme des Kriegs erneuert. Darauf hat der Präsident des Reichsministeriums Bauer von Weimar aus unter, dem 21. Juni eine Note abgesandt mit den Worten:
Brüssel wird berichtet: Der Minister Jasper hat in der Unterredung mit dem deuffchen Geschäftsträger unter anderem erklärt, daß Belgien seinen Anspruch auf Ausbeutung und Besetzung des Ruhrreviers nicht aufgebrn könne.
Nach diesen, der Verteidigung dienenden Aus« führungen zum Angriff nur zwch Zitate. Der grob« englische Geschichtsschreiber Thomas C ar-
Die (Spaltung in der Sozialdemokratie.
Berlin, 13. Oktober. (Privattelegramm.) Die sozialdemokratische Funttionärversammluna des Kreises Riederbarnim hat einMmmig eine Resolution angenommen, die sich gegen dio große Koalition erklärt und den Austritt 6t» ozialdemokrattschen Minister aus dem Kabinett Stresemann verlangt. Die Spaltungsbewegung in der sozialdemokratischen Partei kann noch nicht als abgeschlossen angesehen werden.
Wir werden unterschreiben, allerdings nicht cmS-freiem Willen, sondern weichend der Gewalt und um 'Bem unsagbar leidenden deutschen Volk einen neuen Krieg und eine entsetzliche Hungersnot für Frauen und Kinder zu ersparen. Den Artikel 231 aber decken wir nicht mit unserer Unterschrift*.
Auf die Antwort der Verbandsmächte: Zeit der Erörterung ist vorüber*, ist dann die , letzte, die Unterschrift v. H a n i e l tragende deutsche Note vom 23. Juni gefolgt, in der gesagt ist:
»Man will von Deutschland mit äußerster Gewalt auch die Annahme der Bedingungen erzwingen, die den Zweck verfolgen, dem deutschen Volke seine Ehre zu nehmen. Durch einen Gewaltakt wird die Ehre des! deutscher Volkes nicht berührt. Wir unterschreiben, weichend der übermächtigen Gewalt*.
Diese letzte deutsche Note ist unbeantwortet geblieben. Der Friedensvertrag, richtiger gesagt: das Friedensdiktat — Vertrag nennt man den Niederschlag von Verhandlungen, wie sie mit dem bewaffneten Deutschland beim Friedensvorvertrag noch geführt sind — ist unterschrieben, und zwar an dem von b* Verbandsmächten bestimmten Tage, am 28. Juni 1919. Mit dieser erzwungenen Unterschrift ist aber der beabsichtigte Erfolg nicht erreicht. Die deutsche Reichsreigierung bat die Unfreiheit ihres Willens, für jeden erkennbar, ins helie Licht gestellt. Sie hat damit dem deutschen Volke das Recht der Anfechttinq, des Widerrufs erbcckten.
Mit diesem Recht bat sich Lloyd George am 3. März 1921 beschäftigt. Mit ihm beschäftigt sich andanchnd ein Volk, das man „an die Wand drücken will, b's es guiescht*. mit dem man, nachdem es im Vertrauen auf die Heiligkeit der Verträge, sich selbst entwaffnet bat, .kein Mitleid baden darf, nickt das geringste*.
Für die formelle Ausübung des Anfechtung^ rechts ist nach der Auffassung dest späteren Vertreter der ReichSreoierunq der Zeitpunkt noch nicht gekommen. Aber die späteren Vertreter haben sich — da? zeigen di« Reden deS Stäats- ministerS Rathönan vom 13. Juni 1922, deS Reichskanzlers Dr. Wirth vom 1. Oktober
1922. des Reichskanzlers Dr. Cuno vom 22. März 1923, des Außenministers v. Rosenberg vom 9. August 1923 und des Reichskanzlers Dr. Stresemann vom 2. September 1993 — übereinstimmend auf den Standpunkt gestellt: das in Artikel 231 enthaltene Schuldbekenntnis ist schon heut« unbeachtlich Vom Artikel 231 erübrigt nichts Anderes, als ein Schuldspruch. Dieser Schuldspruch ist gefällt von Personen, die selbst Partei und deshalb vom Richteraml ausgeschlossen waren. Der Sckmld- spruch ist nichtig. Dementsprechend haben auch alle späteren Vertretet der deutschen ReichS- regirrung die Forderung nach einem unabhängigen neutralen Gerichtshof erneuert.
Die AussAreftungen In Berlin.
Berlin, 17. Oktober. (Privattelegramm.) Die Deuerungsunruhen in Berlin setzten sich bis in die späten Abendstunden fort. In Lichtenberg, Stralau und in den westlichen Vororten Steglitz und Lichterfelde kam eS zu Mrmischen Demonstrationen. In Lichtenberg sind eine Anzahl Geschäfte vollkommen ausgeplündcrt worden. In anderen wurden die Fensterscheiben durch Steinwürfe eingeschlagen. In Steglitz wurde der Lebensmittelmartt
Beratungen im Reichskabinett.
«Ligen» Drahtmeldung.)
Berlin, 13. Oktober.
Wie wir erfahren, hat das Reichskabi- e t t gestern die Beratungen über die Antworten
Beraubung von Gütern.
Solingen, 13. Oktober, tPrivattelegramm.) In den Landkreises Solingen, Dortmund und Bochum kam es gestern zu große» Teuerungsaufständen. Es gab eine Anzahl Tote und Verwundete. Im Landkreis Solingen wurden etwa zwanzig Güter von den Massen geMrmt und die Erntevorräte bis auf den letzten Halm fortgefchleppt. Die Polizei war infolge der Sperrung der Telephonleitung durch die Besatzungstruppen (!) nicht zur Stelle.
Wi« stellt sich die Reichsregierung zu der Verbrüderung mit den Sowjetrussen im sächsischen Landtag? Wird sie eine deuffch-russische Re- benregiernng in Dresden dulden? Wenn die Diktatur in Kraft ist, wird sich wohl zeigen, wer Herr im Hause ist. Der bayrischen Landes-Regierung gegenüber hat das Kabinett Stresemann erklärt, daß ein Zusammenarbeiten möglich sei, weil die Münchener Politik nattonal sei und die Aufrechterhaltung der Reichseinheit unterstütze. Von der sächsischen Landesregierung kann man nicht daS Gleiche sagen, weil sie. «ach :
Leuerungs-Llnruhen.
Blutige Zusammenstöße im deutschen Westen.
(tigeret Drahtbericht.1
Frankfurt a. M., 13. Oktober.
Blutige Zusammenstöße haben sich gestern in ganz Westdeutschland ereignet. In Höchst, Wiesbaden und Köln sind viele Geschäfte gestürmt und ’ geplündert worden. Zahlreiche Tote und Verletzte werden als Opfer verzeichnet. — Ans Höchst a. M. wird gemeldet: Die gestrigen Unruhen der Erwerbslosen haben zu beispiellosen Ausschreitungen geführt. Die Polizei schoß scharf auf die Menge. Ein Arbeiter wurde getötet, drei
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mal in der berühmten „letzten Stunde*, die keinen Auffchub mehr gestattet. Die «Stimmung im Volke ist sehr erregt, weil in den letzten Tagen die Teuerung einen derartigen Umfang angenommen hat, daß die große Mehrzahl der Bevölkerung mit ihrem Einkommen nicht mehr nachkommt. Da die Preise in einem erschöpfenden Wettrennen dem rasenden Dollar nacheilen, und da außerdem ein empfindlicher Mangel an Lebensmitteln herrscht, klopft in dem weiten Kreise der Minderbemittelten die Not an die Türen. Wenn in den Großstädten die Hausfrauen Tag für Tag ihre Zeit und Kraft verbrauchen, um nach des Leibes Nahrung zu jagen, und daheim die Familien darunter leiden müssen, dann entsteht die Entwicklung, wie sie sich bereits in Berlin und Köln gezeigt hat, wo die Geschäfte und Markthallen nicht mehr sicher sind vor der Menge der Straße. Es ist natürlich töricht und zwecklos, Läden zu plündern oder Kohlenwagen umzuwerfen, denn was die Plünderer dabei erbeuten, kann dem Einzelnen nicht helfen, und hinterher kommt doch die bittere Sühne für die Täter, die ins Gefängnis wandern und sich ihr Leben verpfuschen. Aber es ist auch nicht allein die Not, die zu unbedachten Handlungen führt. Leider sind es in den meisten Füller, gewisse Hetzer, die ihre Helfer vorschicken. Sie stiften Unruhen, damit ihre gro- 6en Drahtzieher politisch im Trüben fischen können. Wie die Drahtzieher arbeiten, ersieht man deutlich an den Vorgängen in Sachsen und Thüringen. Es sind anarchische Zustände, wenn die kommunistische sächsische Regierung ge- . gen die Reichsregierung sich auflehnt und offen , auf die Revolution hinarbeitet, wie die gestrigen ■ Telegramme aus Dresden meldeten.
»le Ansprüche ver Feinde.
Paris, 13. Oktober. (Eigener Drahtbericht.) Der „Matin" meldet: An rückständigen Koh- lenlieferungen von Deutschland fett Januar diese» Jahres werden 8 760 000 Tannen an.
Bemühungen der Koalition.
Berlin, 13. Oktober. (Privattelegramm.) Die Regierungsparteien haben bis tn die späte Nachtstunde hinein alle Hebel in Bewegung gesetzt, um zur he-utigen Sitzung auch den letzten Mann hetanzubringen. Sie geben der Ueberzeugung Ausdruck, daß es ihnen gelingen wird, die Minderheitsgruppe in ihren Reihen wenigstens soweit zu beeinflussen, daß ie bei der Abstimmung anwesend bleiben.
Am die Vollmacht.
Die dritte Abstimmung im Reichstag. lVritzat-Telearamm.)
Berlin, 13. Oktober.
Für die entscheidende dritte Abstimmung über das Ermächtigungs-Gesetz im Reichstag heute Mittag steht alles auf des Messers Schneide. Der Reichskanzler hat in Gesprächen mit Abgeordneten keinen Zweifel darüber gelassen, daß er das Auslösungsdekret des Rrichspräfidenten bereits in Händen hat für den Fall, daß keine Zweidrittel-Mehrheit heute erzielt wird. Mit Hochdruck setzen deshalb besonders Zentrum und Deutsche Volkspartei ihre Bemühungen hinter den Kulissen fort, besonders in Kreisen der bayerischen Volkspartei und des gemäßigten Flügels der Deutschnationalen. Trotz des Widerstandes ge- gen eine Reichstagsauflösung im jetzigen politischen Gesahrzustand, der auch bei de« Rechts- Parteien teilweise vorhanden ist, hält man frei Abgang dieses Telegramms die Lage für ernst.
töttich und eine Anzahl leichter verletzt. Diq Menge belagerte am Mittag und Abend das Rathaus. Im Anschluß an die ErwerbRosen- Demonstration kam eS zu Plünderungen. Auf Befehl des ftanzösifchett Kreisdelegierten sind französische Truppen bereitge. stellt worden. Die Grenze zwischen Frank-
Sinr BorinßtfiQt Gegnerschaft.
Berlin, 13. Oktober. (Pr Wattelegramm.) Die deutschnationale Frattion und die Bayerische BolkSpartei haben den Fraktionszwang für die heutige, Sitzung des Reie ags eingefnhrt. An der gestrigen Frak- tionssi- ng der Stresemannschen Deutschen Bolkspüt.:i nahmen elf Abgeordnete nicht teil. Sie werden voraussichtlich auch der heutigen Abstimmung fernbleiben. Der Flügel der S o - zialdemokraten um Crispic« hat gestern die Parole ausgegeben, von der heutigen Ad- stirmnung unter allen Umständen fernzubleiben. — Wie aus München gemeldet wird, haben die Abgeordneten der Bayerischen Volks- Partei gestern abend beschlossen, unter allen Umständen das Zustandekommen des Ennächii- gtmgsgesetzes zu verhindern, da Bayern eS in keinem Falle einsühren würde.
vrrlerrform In Bayern.
München, 13. Oktober. (Privattelegramm.) Generalstaatskommiffar Dr. v. Kahr hat die Frage der Preissenkung durch eine drakonis^ Verordnung für B a y e r n gelöst. Er v e r b i e. tet die schematische Festsetzung von P r er se n. sowohl im Groß- als auch im Aein- handel, die den Lohn-Index der Lohn- und Gehaltsempfänger überschreiten, ohne Rücksicht aus den gegenwärtigen TollarvreiS.
aus Paris und Brüssel berettS zum Abschluß ge- bracht. Der Reichskanzler wird sowohl nach Brüssel wie nach Paris weitere Mitteilungen der Reichsregierung richten, die auch die Wieder- aufnahme der Sachlieferungen betres- fen. Der passive Widerstand im Ruhrrevier wird nach Auffassung der Reichsregierung spätestens am 1. November beendet fein, da vor diesem Tage die letzten Ruhrkredite des Reiches zur Auszahlung kommen sollen.
Die »iftatur.
Das Reichskabinett im neuen Gewand.
Die bis Redaktionsschluß vorliegenden Nachrichten deuten an, daß die Diktatur heute zustande kommt. In parlamentarischen Kreisen glaubt man, daß für das Ermächtigungsgesetz die erforderliche Zweidrittelmehrheit im Reichstage erreicht wird. Aber auch wenn das nicht der Fall sein sollte, würde die Dittatur geschaf- fen. Eine folgenschwere Nebenwirkung wäre dann allerdings, daß der Reichstag aufgelöst würde. Darauf werden eS aber einige Patteien nicht ankommen lassen, weil sie dabei zu viel zu verlieren hatten. Wie die Stimmung jetzt tn Deutschland ist, würden bei einer etwaigen Neuwahl, die einen furchtbaren Parteikampf veranlassen würde, die Mittelparteien mit Einschluß der Sozialdemokratie, also die jetzige Koalition, wahrscheinlich starke Einbußen erleiden, da eine große Abwanderung nach den extremen Gruppen links und rechts stattfinden würde. Um dieser Gefahr zu entgehen und um einen Bürgerkrieg zu verhüten, ist es geradezu Pflicht der Koalitionsparteien, jetzt die Einigkeit zu bewahren. Das Kabinett Stresemann ist entschlossen, mit den schärfsten Mitteln durchzugreifen, und aus den bisherigen Mitteilungen ist ersichtlich, daß die Maßnahmen „auf dem politischen, wirtschaftlichen und sozialen Gebiet* weitgehender Art fein werden. Ob aber eintreffen wird, was der neue Finanzminister Dr. Luther voraussagte, daß die Maßnahmen ihre Wirkung in günstiger Weise sofort im öffentlichen Leben zeigen werden, muß abgekartet werden. In einem Punkte, an dem Stand der Währung, war allerdings schon eine Wirkung wahrnehm!bar, denn der gestrige Rückgang der Devisenkurse wird auf die Regierungspläne zurückge- führt. Immerhin darf man nicht verkennen, daß am Devisenmarkt volle Zuteilung erfolgt ist und dadurch die Kurse gedrückt worden sind. Die Zuteilungsmethode ist aber kein dauernd wirkendes Mittel. Es müssen schon andere Maßnahmen kommen, wenn man einen wirklichen Erfolg sehen will.
Daß sehr rasch etwas geschehen muß, darüber ist man sich klar. Wir befinden uns wieder ein-
Anzeigenpreise: ® r u n £> p r e t 8 für Bte Zeile 50 Mark, für Reklamen 200 Mark mal «chlüs. kelzahl Ur das deutsche Zeitungrgew rbe zur Zett 600000), auf FamtNenan,eigen und Kletne Anzeigen 3t»/, Nachlaß. Auf all- nicht dis ,um Ao-nd de- au: den Ausgabetag folgenden Tages besagten Anzeigen erfolgt ein RechnungSau schlag von 10»/,! Bet dieser Rechnunqs. erieilun , ist d r Betrag innerhalb > Tagen zn zahlen. Stach Ablauf dieser Frist ist ret Anzeigen, grunvvret-mit d in am Zahlungstage gültigen Anzefgcnfcyluffel zu oe vielfachen. Laufende Anzeigen werden mit dem Tageszeit-npreis berechnet. Für die Richtigkeit aller durch .iernsprecher au,gegebenen Anzeigen, >owte für Aufnaymedatsn und Plätze kann nicht garantiert werden.
Sie Schuldlage.
Gegen das Diktat von Versailles.
«enatspriigde»« a. 9. 9to6e*t Schmvlder, Masset, » r eifrige Kämpfer gegen die «rtegSkchnldlUa», »e. spricht in einem langen Aufsatz den Artikel 231 dr« Versailler Vertrags, worin Deutschland das Schuld- geftäntmi« abgepretzt wird. Er kennzeichnet diese« Unrecht durch viele Au«fpriiche nnd Schriftstück« englischer nnd französisch«« Politiker. Infolge-Platz- mangels können wir leider nur ein« abschlietzend« Zusammenfassung wiedergeben-
Bei der Fertigstellung des FriedensvertrageS ist man zu der Erkenntnis gekommen, daß sich der erste Satz, der Satz von der Alleinschulv Deutschlands, überhaupt nicht begründen läßt. Man wußte auch nur zu genau, was alles noch zu Tage treten würden, wenn sich einmal die Archive öffneten. Deshalb ist man auf den — gar nicht hart genug zu charakterisierenden — Genbanken verfallen, von dem jetzt wehr» und waffenlosen Deutschland ein Bekenntnis feiner Alleinschuld zu erzwingen. Zu diesem Berufe hat man in dem Artikel 231 die Worte eingesschoben: „und Deutschland erkennt an*. Demgegenüber war aber die deuffche Reichsregiernng auf dem Posten. Ihr Abgesandter Graf Brockdorff- Rantzau hat am 7. Mai 1919, als bet Friedensvertrag zum ersten Mal zur Unterschrift vorgelegt war, die mannhaften Worte gesprochen:
„Man verlangt von uns, daß wir uns als dis Alleinschuldigen am Kriege bekennen. Ein solches Bekenntnis wäre eine Lüge in meinem Mund^".
eigenem Geständnis, auf die Zertrümmerung des gefordert. Die ReparationSkommisflon wird sich deutschen Staates hinarbeitet. Die politischen mit dem französischen Antrag am Mittwoch be- Verhältnisse in den deutschen Gliedstaaten liegen f$ffen. — Poincars will sich im kommenden Monat in das R u h r g e b i e t begeben. Auch das französische Parlament bereitet eine Informationsreise in das Ruhrgebiet vor. De Lasteyrie sagte z» Vertretern französischer Handelskammern, er rechne mit einer Ausbeutung des Ruhr, reviers durch die Alliierten bis 1930. — Aus
Die VrelsentwiSlung.
Immer noch Ansteigen der riesigen Sohlenpreise!
(Privat.Tel«arrmlm.>
Berlin. 13. Oktober.
Die Vertretung der Kohlenwirtschast beschloß aus Intervention der Reichsregierung vom 15. Oktober ab eine Herabsetzung bet Koh - leupteise um 30 bis 35 Prozent vorzunehmen, was auch einen sofortigen Rückgang der Kleinhandelspreise Mr Folge haben müsse. Bei diesem Entschluß ging sie von der Erwartung aus, daß jetzt unbedingt wertbeständige Zahlungsmittel geschaffen werden müssen und daß die Regierung ihren preissenkenden Einfluß auf E übrigen Wirtschaftsgebiete ausübt. damit auch diese neuen Opfer nicht vergeblich gebracht würden. — Bon heute an sind die Brikett, und Kohlenpreise abermals erhöht. (!) Die Herabsetzung bei Kohlensteuer hat sich angeblich noch nicht ausgewirkt. Briketts find im Preise um 40 Prozent gesteigert worden.