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Lummer 237.

Einzelpreis 5 Millionen Mark.

Donnerstag, 11. Oktober 1923.

13. Jahrgang

Einzelpreis 5 Millionen Mark.

anjdjenpre fe; <B rund preis für bte Sette 50 Mark, für Reklamen 200 Mark mal Sch'.üs.

'otS8 J?eÄe SettunaJäero.rte ijur Seit 100000), aus flamllienan,eigen und Kleine «nzeigm ^/«Nachlaß. Auf alle nicht bis zum Abend des auf den Ausgabetag folgenden *?8.e® b°»°hlten Anzeigen erfolgt ein R-chnungSaukfchlag von 10°/,' Bet dieser RechnungS. e^ellun > ist d-r Betrag innerhalb > Tagen zu zahlen. Rach Ablauf dieser Frist ist ver Anzeigen, amSahlunastageaulttge: Anzeigenlchlustelzuveivielfachen. Sausende An- werden mit dem TageszetlmpreiS berechnet. Für die Richtigkeit aller durch ä ernfprecher aufgegebenen Anzeigen, ivwte für Aufnahmedaten und Plätze kann nicht garantiert werden.

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Kasseler Neueste Nachrichteu

Kasseler Abendzeitung Hessische Abendzeitung

Sie Verhandlungen um die vuhcmirischafi.

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Das langsame Hinübergleiten.

scnkreisen das Signal zu einer weiteren schlcchterung der Mark gegeben.

Beschuldigung durch das Ausland.

Rotterdam, 10. Oktober. (Eigene Drahtmel- dung.) DerRotterdamsche Courant" erhebt g:= gen die deutsche Rcichsregierung die Anschnl- digung, dass sie nichts gegen d'e Abwärtsbe- w ng der Mark unternehme. Die Berliner ftb nanzkreise kümmerten sich nicht mehr um die gün­stige Lage an der Londoner und Newyorker Börse, deren KurS immer wieder tcn Versuch des Befferwerdens der Mark enthalte, ohne daß Berlin daran anknüpfe, vielmehr werd: von der Berliner Börse täglich den internationalen Bür-

um namens der deutschen Reichsregierung deren Geneigtheit anzuwndigcn, an der Wieder­aufnahme des Wirtschaftslebens im Ruhr- gcbiete aktiv mitzuwirken, insbesondere die Na­turallieferungen wieder aufzunehmen. Dr. Rü­diger regte eine Zusammenkunft französische-, belgischer und deutscher Delegierter an, um die Einzelheiten der allgemeinen Wiederaufnahme der Arbeit zu regeln. Der belgische Außenmini­ster erklärte im Namen seiner Regierung, diese Anträge der deutschen Regierung auch der fran­zösischen Regierung übermitteln zn wollen, um mit dieser ins Einvernehmen zu kommen. Jaspar regte ferner an, die Reichsregierung olle, ohne die Antwort Belgiens abzuwarten, den Eis en bahnorn Auftrag geben, die Ar­beit wieder aufzunehmen, und den JndiGriellen die gemäß verschiedener geschlossener Abmachun­gen sich bereit erklärten, die Raturallieferungen wiederaufzunehmen, Garantie« dafür zu geben, daß sie für diese Lieferungen an die Alliierten von Deutschland entschädigt würden.

die Einwirkung der Regierung auf den Markkurs diesesmal nicht rein technischer Natur fein würde, weil technische Maßnahmen nur eine vorübergehende Abschwächung zur Fol­ge hatten. Die Regierung würbe durch das Er­mächtigungsgesetz diejenigen Anordnungen tref­fen, die eine innere Gesundung der deut- schien Geldwirtschaft heibciführen sollten und damit auch eine Besserung des Markkurses

Die Ausländer in der Saar-Regierung.

Ter Völkerbundsrat hafte die Regierungskom« Mission des Saargebiets beauftragt, eine lieber»

Schwierigkeiten imDergbau

Beschaffung von Geldmitteln.

(Eigene Drahtmeldung.)

schäftsträger in Brüssel, Dr. Rödige beim beglichen A « tz cimrTifffl'ft" /e

Segen die Markentwertung.

Was der Reichsfinanzminifter verspricht.

(Privat-Telegramm.1

Berlin, 10. Oktober.

Die Gewerkschaften waren gestern spät abends beim Reichskanzler und beim Reichsfinanzmini- Her, um dringende Maßnahmen gegen die neue Markentwertnng zu erbitten, die in bcr Industrie Mindestlöüne von fünfhundert Millio­nen Mark pro Tag bereits verursacht hätte. Drr Reichsfinanzminifter gab die Erklärung ab. daß

Köln. 10. Oktober.

Zu der Bekanntmachung der Zechrnverwaltun »en wird derKölnischen Zeitung aus dem Ruhrgebiet berichtet, daß sich ter von d:n Zechenbefitzern gegebenen Begründung jeder Einsichtige anschließen werde. Die Bergbauun- trnehmer müßten, wenn sie ihre Arbeittr nicht auf die Straße schicken wollen, auf irgend einem Wege zu Geld zu kommen suchen, um die ge­waltigen Lohnsummen aufzubringcn, da de im Ruhrbergbau beschäftigten rund 550000 Berg­arbeiter bei einem Durchschnittslohn von andert­halb Milliarden arbeiten. Es z:ige sich auch in dieser Frage, mit wie wenig Ueberlequng der passive Widerstand aufgegebcn wurde. Es hätten zum mindesten klare Uebcrleitungsplä- n e ausgearbeitet werden müssen. Weiter stagt das Blatt, was denn jetzt mit der Kohlen­förderung geschehen solle. Nach ton Ver­ordnungen Degouftes gehöre alle Kohle, die im Ruhrgebiet gefördert werde, den Besatzungs­mächten. Das würde bedeuten, daß die ganze Begründung, die die Bcrgbauunternehmer für ihre Maßnahmen gegeben hätten, hinfällig sei.

Wähmngszerfall

Der Milliarvenrausch.

Uebergano<-Unttrflfl8unotR.

Brüssel, 10. Oktober. (Eigener Drachtberichi.) lieber die Mitteilungen die der bcutf*c Ge- chäftsträger Dr. Rüdiger Jaspar machte, erfährt derJntranstgeant": Der deutsche Geschäftsträ­ger gab eine Erklärung dafür, daß die Arbei- tor im besetzten Gebiete weiter Unter, tützungen ausgczahlt erhielten. Es handle sich nur um eine Uebergangsperiode, während der die Arbeiter UnterMtzungen bezö­gen, um nicht verhungern zu müffen.

nehmen zu wollen, daß die für unsere Wirtscha lebenswichtige Produktionsfrage ohne gleichzeitige kraftvolle und stabile Lösung der Währungsfrage einem Erfolg zugeführt werden könnte. Auf der Reichsregierung lastet eine große Verantwortung, und nur dann, wenn der Kampf gegen alle Jnflationsinterefsenten, und vor allem gegen diejenigen, die jetzt schon darauf spekulieren, daß eine Zwischenwährung ihnen riesige Gewinne in den Schoß wirft, mit rücksichtslosem Einsatz aller Mittel geführt wird, könnte sich noch die Aussicht bieten, der furcht­baren Dinge, denen wir uns jetzt gegenüber sehen, Herr zu werden. j. b.

^Dte Wchrungsfrag? ist das Problem der L-tunde. Man hat in den letzten Tagen wenig davon gehört, und doch ist es der Angelpunkt unserer ganzen Situation. Man bat Sorge, ob es dem aus dem Ernährungsministerium in'das frtnanzmlnrsterium Ob er getretenen Dr. Luther pelingt, die für richtig erkannten Pläne nicht nur CHT dem Papier zu fixieren, sondern sie auch allen Widerständen zum Trotz in die Tat umzu- letzen. Lange ging der Sfteit über die Frage, ob eine Zwischenwährung aus der Basis einer sogenannten Reumark geschaffen werden soll, oder ob man sofort zur endgültigen Lö­sung des Währungsproblems durch die Schaf- 1JJÖ der reinen Goldwährung übergehen ioE. Inzwischen ist die Entwicklung über uns blnweggeschritten. Alles, was sich in den letzten Tagen auf dem Wirtschaftsmarkt ereignet hat, liefert uns den drastischen Beweis dafür, daß rede Art von Zwischenwährung in ganz kurzer Zeit den Leidensweg der alten Mark gehen und einer fortschreitenden Euftvertung ausgesetzt sein wurde. Dis Reumark würde nur eine neue Jn- kl-ftion mit sich bringen. Eine Zwischenwährung Ware nur dann zu ertragen, wenn ihre Geltungs­dauer im voraus befristet wäre, und wenn schon bei dieser Lösung positiv zum Ausdruck gebracht wurde, daß sie nur die Unterstufe für eine auf Gold und Devisen zu errichtende reine Goldwäh­rung wäre. Entscheidend kommt es darauf an, daß die neue Währung vollständig losgelöst von staatlichem Einfluß zum mindesten aber insoweit wäre, als dem Reich alle Blankokredite in der neuen Währung versagt würden, und damit jeder Anreiz zu weiterem Notendruck genommen wäre

Unerläßlich ist auch die Mitwirkung des Auslandes, die nach allen Vorberatungen erlangt werden könnte, wobei man natürlich in Rechnung stellen nmß, daß die entsprechenden geschäftlichen Vorteile für die Betei­ligten heranskämen. Wir haften es für die dringendste Pflicht der Reichsregierung, das bis­her vernachlässige und letzten Endes zu der gro- ßen und verhängnisvollen Arife Anlaß gebende !

Um das Ruhrgebiet.

Diplomatische Fühlungnahme.

(inner Druhtbrricht.1

Brüssel, 10. Oktober.

Gestern mittag erschien der deutsche Gc

lassen wird. -- Wie inzwischen aus Essen berich- tet wird, ist die Aufforderung des Reichsarbeits- ministerinms, mit der Verlängerung der Arbeit-, zeit zu warten, bis neue Verhandlungen statt- gesunden haben, von allen Zechen im besetzten Gebjfft befolgt worden.

Beratungen in Berlin.

Berlin, 10. Oktober. (Privattelegramm.) Zwischen Mitgliedern der Reichsrcgie rung. und den Führern der Ruhr-Jndu- triolle n sanden gestern im Reichstag Ber?- tungen statt. Es wurde feftgestellt, daß die Un- terhaltung der Ruhrindustriellen mit General Degoutst! ohne Befragen der Reichsregie rung erfolgt ist. Die Aussprache war vertraulich Dre Kommunisten haben gestern im Reichstag den Antrag eingebracht, daß gegen die Führer der Ruhrdtndustrtellen das Hochverratsverfahrcu alsbald eingeleitet werden solle. 1 '

Die Franzosen im besetzten «eblet.

Paris, io. Oktober. (Eigene Drahtmeldung.) DemJournal de Debats" zufolge ist der Kam­mer eine Nachtragsforderung von 510 Millionen Frank» zugegangen zur weiteren Förderung der Handelsbeziehungen zwischen Frankreich und dem besetzten Gebiet.

Aus dem Saargebiet.

Kamps gegen die deutsche Schule.

W!« die freut veuts-he lZaarbevSlkcrung unter der FranzosenWtllUir »n letoen hat. geht an» den nachstehenden Berichten hervor: Der Kampf der S-aar-Regternngskommission gegen die deutsche Schule des Saarge­biets ist nicht erst neueren Datums. Von Anbe­ginn der Tätigkeit dieserTreuhänderin* des Völkerbundes im Saargebiet nimmt dieser Kampf in dem Französierungsprogramm des Schrittmachers der Pariser Annexionisten, des Herrn Rauft, einen breiten Raum ein. Gemäß dem Grundsatz:Wer die Schule hat, der hat die Zukunft" hat die Regierungskommission eine Reihe der hervorragendsten Lehrkräfte, bereit deutscher Sinn ihr ein Dorn im Auge war, au s- gewiesen bezw. zur Disposition gestellt und sie durch Elemente ersetzt, die ihren Französie- rungsbestrebungen weniger bezw. keinerlei $8U verstand entgegensetzten. Sie hat den obligatori­schen französischen Sprachunterricht iu»den Volksschulen eingeführt gegen den Willen der Lehrer und Erziehungsberechtigten, die darin eine Gefährdung des planmäßigen Unterrichtes sehen. Sie hat die ftanzösischen Staatsschulen, die nach dem Versailler Diktat lediglich für die ftanzösischen Angehörigen der Bergwerksverwal­tungen bestimmt sind, mit den bestehenden deut­schen Schulen gleichgestellt und durch

allerlei Lock- und Druckmittel

Seit einigen Tagen ist die deutsche Währung die schlechteste innerhalb der zivilisierten Staaten der ganzen Welt. Am Freitag letzter Woche notierte der Dollar 890 Millionen Ru­bel. Das war sein schlechtester Stand. Zuvor bewegte sich die Kurve zwischen 5 und 700 Mil­lionen Rubel. Nun hat die deutsche M a r k den Sowjet-Rubel übertrumpft. Sie notiert heute bereits über zwei Milliarden Mark. Das Spöt­teln über die Polenmark und die österreichische Krone ist uns gründlich vergangen. Sehen wir uns diese beiden Währungen einmal an: Die letzte Sortierung der Vorwoche für den Dollar belauft sich auf 470 000 Polenmark und auf 70000 österreichische Kronen. Diese beiden Währungen sind im Vergleich zu der deutschen Währung Edelvaluten geworden, an die wir nicht im ent­ferntesten heranreichen. Was bedeutet ein Dol­larkurs von zwei Milliarden Mark? Er bezeich­net eine 800 millionenfache Entwertung der alten deutschen Mark. Eine alte Reichsmark ist mit »00 Millionen, ein Pfennig mit fünf Millionen Pavkermark aufzuwiegen.

Diese neue Währungsrevolution ist stürmi- scher als alle vorangeganaenen gekommen. Aus ter täglichen Millionenrechnung, in der wir uns fett Wochen bewegen, wird nun jetzt die Mil- lj,öJ- denrechnung. Der Wahnsinn wird zur Methode. Es ist verblüffend, daß diese aber» tttahge Währungszerrüttung in einem Augen­blick zutage trat, in dem innenpolitisch wieder eine gewisse Beruhigung eingetreten war, und ^<h.^m?echwlitijch zum mindesten keine neuen Verschlechterungszeichen zutage getreten sind.

Gegenteil ergibt sich aus allen enali-

Informationen, daß die nach der kürzlichen Pariser Zusammenkunft zwischen Poincarö und ^sildwrn in der französischen Presse erschienenen Mitteilungen von einer völligen Angleichung des englischen Standpunktes an den ftanzösischen lurchaus unberechtigt waren.

Der neue, Dkackstum ist ein Zeichen für den tiefen Pessimismus nicht nur im Inland, sondern muh im Ausland gegenüber den Genesungsmöq- lichketten der deutschen Wirtschaft. Eine unae- feure, freilich vielerorts geradezu shstemattsch ge- zuchteie Mutlosigkeit beherrscht die Situation. Selbst der Finanzminister des ersten Strele- mannschen Kabinetts, Hilferding, ging mit einer imtben Skepsis, mit einer Hoffnungslosigkeit 5bnEeichen schon nach den ersten Tagen seiner M-nisterschast an die Probleme Hera«. Er hat sich schließlich geheimrätkiche Wähningsentwürfe und dergleichen aufzwingen lassen müssen, die er zwar untersthrieb, von denen er aber nicht den gering- i üen (Srfolg sich versprach. Das hoffnungslose Trewenlassen der Dinge hat uns jetzt dahin ge- , bracht, daß gegenüber einem Dollarstand von 1 zweieinhalb Millionen beim Rücktritt Cunos 1 lmch knapp sieben Wochen beim jetzigen Kabinett i ein Dollarstand von zwei Milliarden Mack der- < zeichnet wird.

In einer Eisenbahnerversammlung in Saar­brücken sprach Gewerkschaftsführer Kimmritz vom Allgemeinen Deutschen Gewerkschaftsbund über die, allgemeine wirtschaftliche Lage im Saar­gebiet. lieber die Beziehungen des Saargebietes zu den benachbarten Ländern sagte er unter an- >erem: Das Saargebiet liegt zwischen zwei gro­ßen Wirtschaftsgebieten eingezwänat. Dam auf* merksamen Beobachter kann es nicht entgehen, daß das politische Gesicht des Saargebietes nach wie vor deutsch ist. Das Wirtschafts­leben nimmt aber immer mehr einen fran­zösischen Ausdruck an. Trotz des Fehlens an Rohstoffen infolge der Verkehrssttllegung im Rheinlande führte das Saargebiet in den ersten teben Monaten dieses Jahres nach Frankreich ür 323.2 Millionen Franken ans: während in den sieben Monaten des Vorjahres Frankreich ür 107 Millionen Franken ins Saargebiet ein* uhrte, betrug die Einfuhr in diesem Jcchre 406,5 Millionen Franken. Diese Steigerung beträgt mehr als hundert Prozent innerhalb eines Jah­res. Die Teuerungsverhältnisse sind auch im Saargebiet erheblich gestiegen, und zwar vom August 1913 bis August 1923 um das 5,6 fache. De Löhne sind dagegen durchschnittlich nur um das Dreifache gestiegen, so daß die Kaufkraft der Arbeiter und Angestellten nut noch etwas über die Hälfte von derjenigen! im letzten Friedensjahr beträgt. Das in den Ausführungen des saarländischen Gewerkschafts­vertreters angedeutete wirtschaftliche Hinüber­gleiten des Saargebiets nach Westen liegt be- kanntlich in dem Französierungsprogramm, das auf Geheiß von Franfteich die Saar-Regierungs- krmmtfston zur Durchführung zu bringen sucht. Dieses langsame und scheinbar natürliche Hin­übergleiten des ganzen Wickschastslebens des Saargebiets nach Westen ist eine der ver- hängnisvollsten Gefahren, weil es bei der Auswertung der Absttmmuug im Jahre 1935 von den Franzosen jedenfalls nach dem Vor­bilde Oberschlesiens in ihrem Sinne benutzt wird

Induftrie-Vechandrungen.

Französische Arbeitsfortoaungen.

(Eigene Drahtmeldung.)

Düsseldorf, io. Oktober.

Nach Pariser Mitteilungen hat General Degoutte eine zweite Besprechung mit den Ruhrindustriellen für kommenden Samstag in Düsseldorf anberaumt. Der General habe die zehn Forderungen der Ruhrdindustriellen an die Reichsregierung als Mindestforderungen der alliierten Regie bezeichnet, ohne deren Annahme die Kontrolle der Alliierten über die Bergwerke und Industrien des besetzten Gebiets verschärft werden müsse. Der General habe Herrn Siinnes erklärt, wenn ein verarmtes Deutschland den Sieben- oder Achtstundentag beibehalten wolle, tau« könne an

den guten Willen Deutschlands glauben, die Alliiccken bezahlen zu wollen. Der Schritt der Industriellen enthebe ihn (Degoittte) der Not­wendigkeit, die Durchführung tos Zehnstnnden tags durch Sanktionen zu erzwingen. (!)

Aufforderung ber Reichsregierung.

Berlin, 10. Okwber. (Privattelegramm.) Nach den bisherigen Verhandlungen der Ruhr- industriellrn mit der Reichsregierung besteht nur geringe Aussicht, daß der Zechenverband sei­nen Beschluß nach Wiebereinsührung der be^W. lOftihtbigcn Arbeitszeit zurücknehmen wird. Reichskanzler Sttesemann bat persönlich d'e Leitung der Verhandlungen des Kabinetts mit den Ruhrindustriellen übernommen und djx Aufforderung nach Essen übermittelt, den Be schluß des ZechonverbandeS a u s z u s e tz e n, bis die Reichsregienmg auf Grund des Ermächti­gungsgesetzes in den Ruhrfragcn und den Wirt- schastsftagen GesetzeSvcrfügungeu er.

versucht, die deutschen Eltern zu veranlassen, ihre Kinder in diese französischen Schulen zu schicken. Jetzt geht die Regerungskommission in ihrem Kamps gegen die deutschen Schulen noch einen Schrftt rtyHgr, Hot fy*n Mitgliedern deA . ockmungsentwurf zu­gehen lassen, der die »Bildung von Schnlkom- miffimten regeln soll. Dieser Erlaß befeitigt zunächst, wie es im Ackikel 2 heißt, die den Ge­meinden durch Gesetz oder im Verwaltungs­wege übertragenen Aufstchtsrechte betreffend die inneren Angelegenheiten der Volksschulen und ordnet diese neu. Der wichtigste und gleichzei­tig gefährlichste Punft in dem neuen Entwurf ist jedoch der, der die W a h l der Volksschullehrer und -Lehrerinnen betrifft. Die Schulabteilung der Regierungskommission' schlägt den Kommis­sionen drei®e?äbigteM zur Wahl vor. Außerdem behält sich die Regierungskommission das Recht vor, jede in einem Schulverbande neu zu be­setzende dritte Stelle selbst zu besetzen. Darüber hinaus kann sie auch den Wahlvorschlag (von drei Bewerbern) müdueben,wenn vor Aus­stellung der Anstellungsurkunde Tatsachen be­kannt werden, die den Belverber alsungeeig­net^ für das Lehramt erscheinen lassen".