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Freitag, 5. CTtnOer 1923.

Kasseler Neueste Nachricht«»

13. Jahrgang. Nr. 235.

Neues aus ftofleL

Hessen und Sie^rheinische Republik

Leiter der

Rösc r, der

sich

bot

Sin Hretenbeief.

Jugendfürsorge in Kassel.

ich durch unser städtisches Jugendamt Werk erfreuliche Unterstützung. Man

R.

emporranken kann!

Programm auf das glücklichste.

A. v.

vor. Es ist aber kaum anznnehmen, dass hieraus neue Häkeleien ergeben werden.

stützen. Au« findet das '

Arbeit an der Äugend.

Junggcfolgschosten des Jungdo

nur um die Wehrpflicht der Arb cit, son­dern auch um die Wehrpflicht des Besit­zes Tic Regierung verfolgt hier ebenso wie in der Außenpolitik eine ganz klare Richtung und ein bestimmtes Ziel. Wir können unbedingt sicher sein, daß Reichskanzler Dr Ttrcsemann nicht die geringste Neigung har. dem Gegner Zu- gSständnisse zu machen, die nicht von jedem na­tional embsindenden Deutschen getragen werden können. Hier wie in der inneren Politik hat das Kabinett von Anbeginn an einen geraden Weg eingeschlagcn."

durch das viele andere Fragen in Mitleidenschaft gezogen werden. Deshalb konnte nicht rasch von einer Stcklle aus vorgegangen werden, sondern cs mußten zwischen den einzelnen Ministerien Besprechungen stattfinden. Man kann bestimmt erwarten, daß sich nach dieser notwendigen Vor­bereitung schon in nächster Zeit Gelegenheit bie­ten wird, gesetzgeberische Beschlüsse zu fassen. Dann wird es sich um die Frage han­deln ob eine gemeinsame Plattform zu schassen ist, auf der dieses Problem gelöst werden kann. Noch ehe cs dazu gekommen ist, wird die Frage bereits von einiger! Seiten verneint. Viel rich­tiger wäre eS, ruhig die Entwicklung ab zu­wart Sn, die sich in der Politik ebensoweiig wie auf anderen Gebieten sprnnglveise vollzieht, sondern die ihren

natürliclu-n Lauf

nimmt. Wenn weiter die Ansicht herrscht, daß es zur Lösung unserer Schwierigkeiten genügt, nur über die Erzielung von Mehrarbeit und Mehrleistung Richtlinien ansznstellen, so wird man damit kaum die Zustimmung des deutschen Volkes finden. Es handelt sich vielmehr, wie der Kanzler in Stuttgart ausgeMrt hat, richt

es will und gut geführt wird, und dann, 'daß man eine Lage, wenn sie auch noch so trübe ist, überstehen kann unter dem Einsatz seiner gan­zen Kraft! So möge die Schlacht bei Tannen­berg für uns und unsere Kinder ein Pfahl sein, an dem sich das lichte Grün der neuen Hoffnung

am Mittwoch nachmittag das an Krisentagen seit langem gewohnte Bild: Ein Hin und Her, und Besprechungen und Gerüchte, die nicht immer widerspruchslos waren. Wenn man aus ihnen das Tatsächliche hcransschült, so ergibt sich fol­gendes Bild: Nachmittags fand eine Bespre­chung der Parteiführer beim Kanzler statt, die erst in der sechsten Abendstunde zu Ende war, aber vollkommen ergebnislos verlief. Im Anschluß daran fanden Fraktionssitzungen der Demokraten nnb Sozialdemokrat n statt. Zwischendurch ging die Fühlungnahme der Koalitionsparteien weiter Da die Besprechungen beim Reichskanzler in der Hauptsache an der Aenderung des Arbeitszeitgesetzes gescheitert >varen, versuchten es die Demokraten mit einer V e r m i t t e l u n g. Sie schlugen vor, das A r - beitszeit-Problem aus dem Ermächti­gungsgesetz herauszunehmen und das Arbeits­zeitgesetz unter Einbeziehung der Bergarbeiter gleichzeitig mit dem Ermächtigungsgesetz im Ple­num zu verabschieden. Dadurch würde dieser wichtige Streitgegenstand vorläufig sozusagen in die Ecke ^stellt und der Entscheid dem Plenum, überlassen. Dieser Bermittlungsvorschlag erschien der sozialdemokratischen Frattion offenbar als ge­eignet, um weitere Verhandlungen u fiihren. Im Laufe des Abends fand noch eine Kabinett s- sibun g statt, in der, da keine Einigung erzielt wurde, der Rücktritt beschlossen wurde.

Aus BolMk und Wirtschaft.

Der Reichsindex, 44.3 Prozent Steigerung gegen die Vorwoche. Tie Reichsindexziffer für die Lebenshaltungskosten (Ernährung, Wohnung Heizung, Beleuchtung und Beklei­dung) beläuft sich nach den Feststellungen des

Von geschätzter Seite wird uns geschrieben e Jugendherbergen und Jugendheime sind eine unabwendbare Notwendigkeit, gerade in unserer Zeil, denn sie führen die Gesamtjugend zusammen, ohne politische Einstellung. Kassel ist rührig am Werke, auch hier lrästigst Hand anzu­legen. Jeder wahre Vaterlandsfreund muß die Jugendheimsache mit Liebe und Wärme unter«

Die deutschen Bischöfe an die Katholiken.

Berlin, 3. Oktober.

Bon allen Kanzeln der katholisch«:» Kirchen des Reiches wuroe ein Hirtenbrief des deutschen Episkovats verlesen, in bem es unter an­derem heißt:

Der schauerlichste aller Weltkriege liegt hinter uns. Er hat bei allen Völkern einen wahren Abscheu gegen den Krieg zurückgelassen und einen Heißhunger nach einem Frie­den. der den Namen Frieden verdient. Aber

Um den Qtoitftuntantaa.

Berlin, 4. Oktober. Der Reichstag

Brettlstimmung herauf und wenn er später die mannigfachsten Lieder singt bis zu einemSieb der deutschen Sieber", dann ist das Band zwi­schen Publikum und .Schafott" bereits aufs engste verknüpft. Ein niedlicher undpfiffiger" Page, Hilde Heyne vom Bremer Tchau- spielhans, singt mit fein getönter Stimme Arien und Lieder und .. auch sie hat echen Humor. Wenn dann beide zusannnen in einem Duo als Wiener Musensöhne Wiener Blut singen lassen, wenn die Weisen vom Radetzffmarsch bis zi>m Strauß'schen Meisterwalzer erklingen (aucher" hat Stimme!), dann ist eer Beifall vom Herzen kommend. Zwischendurch tanzt Svrt Drion. Sie hat eigene Ritte im Tanz und fanwstische Kostüme, die beinahe der Märchenwelt entstam­men. Groteske, so getanzt, muß schön wirken! Ein vornehmer Groteskkomiker ... daß so etwas möglich ist, befnnbeie Fred Ianz, jung und doch bereits eine Größe am Brettlhimmel. Mit Klarinette und schottischem Mützchen, mit Raturbnmor und hinreißend drolliaer Mimik beherrscht er das Haus. Nie sah ein Programm so lückenlose Steigerung wie dieses, nie öntfe'- selte eins derartigen Beffall. derart rückhaltlose Anerkennung. Tie Musik Wambacb-Sennh.-nn- Waltber fügt sich in den Rahmen des Schönen und Sauberen und unten in der Diele bat die .Jazz" einckn Pianisten erhalten, der selbst diese Tanzmusik künstlerisch beseelt. =a«

Erklärung des Hessischen Bolksbundes.

In einer Zuschrift des.Hessischen Volksbun- i-es" heißt es: Im Rheinland wird beabsichtigt, einer erst noch auszurufendenRheinischen R-- imblik" u A. auch Nassau, den Volksstaat Hessen und die Stadt Frankfurt einzu­gliedern. Der Hessische Völksbund, der in einer organischen Neugliederung des Reiches die erste Vc-raussetzuno für einen dauerhaften Wiede. - aufbau erblickt, hat niemals einen Zweifel bin« über gelassen, daß er jede Bestrebung ad­le h n t und bekämpft, welche unter Mißachtung der lebendigen Kräfte und Zusammenhänge von Volksstamm, Heimatkultur und Wirt'^astsde- ziehung einer organischen Reichsnmgliederuug zuwiderlänst. Infolgedessen sieht sich der Ar­beitsausschuß Nord im Hessischen Volksbund veranlaßt, nachdrücklich zu erklären, daß die Eingangs erwähnten abenteuerlichen Rhein­land-Pläne eine schwere Gefährdung des deutschen Wiederaufbaues bedeuten. _ Der Arbeitsausschuß glaubt, daß diese Machenschaf­ten zum Scheitern verurteilt wären, wenn eine Neugliederung deS Reiches auf der Grundlage oer deutschen Volksnatur erfolgt wäre.

Die JUgierungtfiHe.

Schwierigkeiten des neuen Programms.

Berlin, 4. O stöber.

Die Reichstagsfraktion der Deutschen L o l k s p a r t e i hat sich gestern über die po­litische Lage unterhalten und ist dabei zu folgen­den Beschlüssen gekommen:

1. In der Frage der Arbeitszeit billigt die Frattion die Entschliessung des Kabinetts in seiner gestrigen Sitzung.

2. Die Fraktion ist bereit, dem Ermäch­tigungsgesetz zuzustimmen, hält aber aus sachlichen Erwägungen eine andere Beset­zung des Reichsfinanzministeriums für unerlässlich.

3. Zn 1. ist zu bemerken, dass das Kabinett sich mit den Forderungen der Deutschen Bolks- partei über ein Arbeitszeitgesetz ein­gehend beschäftigte und dabei zu einer Formel gekommen ist, die mit Rücksicht auf die Not un­seres Vaterlandes in wirtschaftlicher und politi­scher Beziehung für Bergbau, Export und die Verarbeitung inländischer Rohstoffe die Möglich­keit einer intensiveren Anspannung aller Kräfte vorsieht. Die Sozialdemokraten wenden sich gegen diese Formel. Die Forderung, für den Posten des Ernährungsministers einen Mann zu suchen, der das Vertrauen der deutschen Landwirffchaft hat, besteht nach wie

Geistliche Abendmuss?.

Veranstaltung in der Lutherkirche.

Der überraschend gute Besuch der Luther­kirche am Mittwoch abend war der beste Be­weis für die Rotwendigteit solcher Veranstal­tungen. Wenn sich dazu das Programm auf einer solchen, der strengsten Kritik standhaltenden Höhe bewegt, kann der künstlerische Wert dieser Art von Konzerten nicht hoch genug ein« geschätzt werden. Das Programm, welches sich in der Hauptsache auf I. S. Bach und G. F. Händel stützte, bildete ein geschlosftnes Gan­zes, gab ein vollkommenes Bild des musikalischen Schaffens zurzeit Bachs. Roben den beiden Vor­genannten hörten wir noch Tenaglta, I. G. Walther, Homilins und Galuppi. Auf die Lei­stungen Meister Möllers, welcher erst kürzlich Köhlers Erbe angetreten hat, im einzelnen ein« zngehen, dürfte sich erübrigen. Er ist uns längst als ein feinsinniger Organist, oder richttger ge­sagt Musiker bekannt. Erwähnt werden mutz aber doch die hervorragende Wiedergabe der Partita überJesu meine Freude" von I. G. Walther. Frl. Mimi Romain (Sopran), sowie Herr Pfarrer V e l b i u q e r (Violine) ergänzten das

Studienassessor ... . .. .

Juiiggesclgschaften Kassels, schreibt uns: Dieier Tag- sand in den BürgeMlen die feierliche Vorstellung der neugegründeten Junggefstg schäften der Bruderschaft Kassel des Jungdeut­schen Ordens statt. Es sind gegen zweihundert Jungbrüder im Alter von 1519 Jahren, auf vier Jnnggefolgschaften verteilt. Seit dem Mo­nat des Bestehens hat sich die Zahl bereits ver- dopeplt. In ftrarfer Zucht und dienendem Ge­horsam, frei von Eigennutz, Standesdünkel und Sonderbündelei, ohne Ansehen der Person und des Standes und ohne die engen Fesseln irgend, einer Parteischablone, werden hier Jugendliche unserer Vaterstadt zu aufrechten, vaterlandslie­benden Mänem erzogen, die jederzeit mit der Tat bereit sind, dem großen Ganzen zur Ge­sundung und zum Wiederaufbau, zu neuem Le­ben und zu neuer Freiheit zu bienen. Treu- deutsch allewege! so heißt ihre Losung, uns ihr Zeichen ist das Laienfteuz der dienenden Brüder, wie es noch heute im Stein der Deutsch- ritterfeste Marienburg zu schauen ist. Der Geist jener Gemeinschaft ist anch der ihre. An« dem reinen Bodo» des Volkstums und des jungdeutschen Gedankens stellen sie ihre jungen Kräfte in den Dienst der bedrängten, hungern- Den und verarmten Volksgenossen. Durchs das Leid der Tage «hindurch stärkt sie auf ihrem Wege die ihnen eigene sinnenfrohe Hoffnung auf eine bessere Zukunft und macht sie, in mei­sterlicher Zucht und Unterweisung gehalten, der­einst zu den höchsten Taten fähig. Es wäre zu wünschen, wenn auch aus den Reihen der wen. tätigen Jugend und des Jungkausmannstanbes recht viele in bic Junggefolgjschasten strömen würden, damit nicht nur die Vertreterjugend des gebildeten Bürgerstanbes, bic höheren Schü­ler, iir den Junggefolgschästen bie Hauptzaa»- ausmachen. Bei ihnen setzt man, trotz ihrer Her. armung, voraus, baß sie sic kommen und ihre Jungkraft in den Dienst der Gesamtheit stellen. Aber auch die Jnngbrüber aus den anderen Lagern sollten in dieser Notzeit angesichts bc5 Geuseutums unserer Tage ihren Haß ausgeben pnd jenen parteilosen Jnngorübern di; Hand -SUV gemeinsamer Arbeit am Wiederaufbau reichen. Dann wäre bezweckt, was nötig ist, Die wahr,.

Volksgemeinschaft der Jugend, rne nicht aufgebt in Kitsch, Zigarettenrauchen und Persönlichkeitskult, sondern im brüdcrl eben Schaffen für bic deutsche Gesamtheit und ihrem Wiederausstieq. Nur mit dieser Jugend wirb bas große Werk ber Zukunft möglH werden.

t c r fern. Eine gerichtliche Voruntersuchung fin­det nicht statt: es ergeht auch lein BAckiuß des außerorbentlichen Gerichts Über bic Eröffnung beä Hauptverfahreirs. Gegen seine Entschei­dungen ist kein Rechtsmittel zulässig, lieber Anträge auf Wiederaufnahme des Verfahrens entscheidet das im ordentlichen Verfahren zu­ständige Gericht. Die Strafvollstreckung erfolgt durch bic Ankiagebehörbe. Vollstreckung ber Todesstrafe ist erst zulässig, wenn bic Ent­schließung bes Reichspräsidenten ergangen ist, don dem Begnabigungsrecht keinen Gebrauch zu machen. Die Verorbming enthält insgesamt 21 Paragraphen-, sie ist ergangen auf Grunb bes Paragraphen 6 ber Verordnung des Reichspräsi­denten betreffend bic zur Wieb er Herst öl- I u n g der öffentlichen Sicherheit und Ord­nung für das Reichsgebiet nötigen Maßnah­men vonr 26. September 1923.

Tannenberg.

Der Vergleich mit Sedan und Kannä.

Gelegentlich des (Geburtstages von General- feldmarschall von Hindenburg stellte Erzellenz Bretzler in einem vor dem Jungdeutschen Orden gehaltenen Vortrag über die Schlachr bei Tan­nenberg eine interessanteBetrachtung an über diese . Schlacht im Vergleich mit Sedan und Kannä.

Dielfach wird Tannenberg mit Kannä und Sedan verglichen, aber während Kannä in eini­gen Stunden geschlagen wurde und bei Sedan die Einkreisung des Gegners ohne jede Be­drängnis von außen gelang, saßt man unter bem Namen Tannenberg ein Ringen zusammen, das zehn Tage dauerte und dreimal von außen dnrck Eingriffe gewaltiger feindlicher Truppenteile, besonders durch die Armee Rennenkampf, Be­lastungsproben gefährlichster Art und Schwere zu «bestehen hatte. Nach der Schlacht bei Kannä waren trotz der Vernichtung des römischen Hee­res Haltung und Hoffnung des Römervolkes ohnegleichen. Den verwundeten und geschlage­nen Fcldbcrrii, der mit wenigen Mann bem Ver­derben entronnen war, empfing bet römische Senat in Ruhe unb Fassung an den Toren ber Stadt. Er dankte ihm, daß er an be*r Rettung seines Vaterlandes nickt verzweifelte, und legte die Vorbereitungen zu weiterem Widerstand in seine Hande. Seitdem gab es in Rom keine Par­teien mehr. Der Friede, den Hannibal anbot. wurde trotz günstigster Bedingungen von Volk nnd Senat einmütig abgelehnt. Mit der Größe der Gefahr wucks Rom, Hannibal mußte schließlich Italien räumen, die Römer besiegte!: ibn im eigenen Lande. Von icncr gewaltigen Niederlage datiert der Auffchwung der Rö­mer zur Weltherrschaft! Und Deutsck- land was geschah in ihm unb mit ihm am Ende? ... Erzellen; Brcßler wünscht dem deut­schen Volke etwas von jenem RSmcrgcist nach der Niederlage von Kminä.Wenn wir in Zu­kunft wieder ein Heer bekommen sollten, so kann man diesem Heere nur wünschen, daß cs ber alte Geist von 1914, ber (tzeist von Tannenberg beseelen möge Die Sck-lackt hat zweierlei ge­zeigt: Einmal, was ein Volk leisten kann, wenn

Statistischen Reicheamtes für ben 1. Oltober auf das 40,4-millicnensachc der Borlricgszeft. Die Steigerung gegenüber der Vorwoche (28,0 Mil­lionen Mail) beträgt somit 44,3 vom 100.

Wieoerkeginu des Landtages am 9. Oktober. Ter Aeltcstcnrat des preußischen Landtages hat die nächste Plenarsitzung des Landtages auf den 9. Oktober, nachmittags 3 Uhr, festgesetzt mit der Tagesordnung: Entgcgcnnnahme einet Erftätung des Ministerpräsidenten.

Für das Auslandsdenischtum. Ter Vor­sitzende des Vereins für das Tcuticktum im Au-- lande, Staatssekretär a. T. v. Hintze, erlätzi einen Aufruf, in bem auf bic finanzielle Notlag. des Vereins hingewiesen wirb. Alle bic zaoi- teichen gemeinnützigen Gründungen des V-- eins feien in Frage gestellt, wenn wcht durch freiwillige Spenden Hilfe komme.

den wahren Frieden kann und will bic Welt nicht geben, wie der Heiland selber sagt. Statt einmütig auf eine Verständigung und Versöh­nung ber Völker hinzuarbeiten. unb Sinn nnb Herz dem wahren Wohl ber Menschheit zu it- schließen, verkrampft man sich in engherzigster Scldstsucki, in stärksten Nationalismus nnb läßt sich von dem ebenso herzlosen als grunbsalsch.-n Motiv leiten, was dem anderen Schaben brinn, gereicht mir zum Nutzen. Tic Folgen sinb im­mer neue Sturmfluten von Gewalttaten unb Grausamkeit, von Trangsalcn uno Leiden, Vergiftung und Verwilderung des get« stigen. unb sittlichen Lebens, Verwirrung aller äußeren Lebensverhältnisse, Erschütterung bes Handels u. Verkehrs nnd Entwertung bes Gei- bcs. Teuerung, Hunger unb Elcnb. Ter Hir­tenbrief geißelt bic Genußsucht und ben Leichtsinn einerseits sowie ben Wucher ande­rerseits unb fährt fort: Während andre entbren­nen in beißet Rachsucht und Feuer vom Himmel herabrufen' möchten über die Bedränger, schädi­gen sic durch unbesonnene Taten Volk und Du- tertanb. Sie macken sich mit ihrem obnmäcun- gen Grimm nur lächerlich und verächtlich.

Au« dem Reiche der Kleinkunst.

Das Brettl an der Wilhelmftrasse.

Tic Zett bes Verfalls der Btettlkunst ist. wenn an bem Ottobörfpielplan bet Winzer- st u b c n gemessen werden darf, übetwunben. Schon bet Anstatt läßt eine Wandlung zum Gu­ten erkennen. Rudplf Dittmer vom Ham­burger OperettenhanH wirst alle sattsam bekann­ten Ansogennätzchen über Bord. In einem paspolierten Frack mit Frackmantel kommt er als Gast zu den Gästen, beginnt mit ihnen ein lachendes Plaudern, schwört spielens echte

Aus Kunst und Wlffen.

** Aschenbrödel der Musik. DieReue Mu­sikzeitung", auchSiuttgarter Musikzeitung" ge­nannt, ist nach 44 Jabren cingcaanaen. Auch die Erffftni der ältesten der noch beftefienben beut- schen Munkzeiffckriftcn. der von Robert Schu­mann im Jabrc 1834 bearünbefen .Neuen Zeitschrift für Musik" bie jetzt alsZeitschrift für Mi'sik" crfdxint, kann nur weiter bestehen wenn sich eine feste Anzahl Bezieher für ein wertbeständiges Aboimcnment verpflichtet.

** Indiens Erwachen In Indien haben bic Kunstmuseen in jüngster Zeit einen be­deutenden Aufschwung genommen. In Eöl­en ! t a wurde eine ttesslickc Sammlung von Plastiken der vorchristlichen unb ersten christlichen

Die neue WMnmgShan?.

Der Reichsrat genehmigt den (Gesetzentwurf.

Der Reichsrat genehmigte den Gefetzentwurf über Errichtung einer Währungsbank, der bic Schaffung eines real fundierten Zahlungsmit­tels, der N e u m a r k, Vorsicht, bic der Gold- mark gleichstehen soll. Die Reumarl wird von einer vom Reiche unabhängigen, durch die ge­samte deutsche Wirtschaft zu errichtenden Wäh- tungsbank mit einem Kapital von 3200 Millionen herausgogeben werden Die Noten der Bank werden gedeckt durch 5proz. Goldmarkren­tenbriefe, die als Grnndschuld auf ben land­wirtschaftlichen, industriellen und gewerblichen Grundbesitz einaetraaen werden und im übrigen auf Schuldverschreibungen der beteiligten Er werbskroise beruhen sollen. Zur weiteren Dck- kung sollen Gold und Devisen Dienen, die ber Bank zufliessen. Die einzutragende Grnnd- schuld soll auf 4 Prozeut des Wehrbeitrages in Goldmark lauten und unverzinslich (?) sein. Die Rentenbriefe werden zu je 500 Goldmark ausacfertigft Die Roten der Bank sollen gegen Rentenbriefe umgetauscht werden können. Die neue Währungsbank soll verpflichtet sein, dem Reiche zur Tilgung der R e i ch s s ch «l d bei der ReichSbank 1200 Millionen Mark, wovon 300 zinslos, zur Verfügung zu stellen. Die P a- piermark blejibi bis auf weiteres g e s e tz l i ch e s Zahlungsmittel in bestimmter Höhe.

Dr. Gtrrsemanns Snnmpolitif.

»Wehrpflicht der Arbeit. Wehrpflicht d. Besitzes."

Berlin, 4. Oktober.

TicZeit", das offizielle Organ der Deutschen Volkspartei, veröffentlicht einen längeren Arti­kel, in dem cs die Linie der inneren Politik des Reichskanzlers Dr. Sftesemann zeichnet:Es ist begreiflich," schreibt das Dr. Sftesemann nahe­stehende Blatt,daß angesichts der wirtschaftli­chen und finanziellen Zerrüttung, auf bic bet Reichskanzler in seinen Reden wiederholt hinge­wiesen har, die Frage nach der Grundursache dieser Zustande erörtert worden ist. Taböi kann die rückblickende Betrachtung nicht darüber hin­weggehen, daß das" deutsche Volk nach ein An ver­lorenen Krieg und einer Revolution sich den Lupus einer Herabminderung der Ar­beitszeit geleistet hat, während gerade in die­ser Zöit die Anspannung der Kräfte zur

Höchstleistung erforderlich

gewesen wäre. Diese Erwägung hat wohl dazu geführt, baß man bett Marxismus für das wirt­schaftliche Unheil, das angerichtet worben ist, verantwortlich gemacht hat. Wir wollen nicht itarübdr streiten, inwieweit eine große Anzahl von nhängern der Sozialdemokratie den Gedan­ken. von dem wir ausgegangen sind, mit uns teilt. Jedenfalls ist auch in den Köpfen ber führenden Sozialbcmokraten längst die U c b e r z e u g u n g geläufig geworben, baß wir nur durch Mehrleistung die Aufgabe Höfen können, unfer Budget in Ordnung zu bringen, der Inflation zu steuern und die Pro­duktion zu erhöhen. Wenn bei der Erörterung dieser Fragen mit einer gewissen Ungeduld Dem Kabinett vorgehalten worden ist. baß es auf die­sem Gebiete noch nicht zu Taten gekommen fei, so Übersicht man auch hier bie Schw ierigkei- t c n, denen bic Rcichsregickrung gegenübergestan­den hat. Es ist bekannt, daß der Kanzler bie Wichtigkeit biefer Frage in seinen Reden stets betont und bas Kabinett die Frage stets wieber- holt besprochen hat. Es handelt sich abckr nm

ritt gesampolitifches Problem,

Jahrhunderte zustanbe gebracht. So sammelt das Museum von Nalanda die Weiche frühmit­telalterlicher Klofterplastik, an denen diese füh­rende buddhistische Universität, die allmählich wieder ans Licht kommt, so reich war. In R a» phalu wurden die über Nordbengalen zer­streuten Götterbilder in einer eigenen Galerie aefammelt und die Ausgrabung des Buddhisti­schen Klosters zuPaharpur in Angriff genommen.

* Am Bayreuther Dirigentenpult. Für die nächstjährigen Bahreu-lher Festspiele sind die Gen:ralmusikdirett0ren Fritz Busch und Dr. Muck als Dirigenten gewonnen worden. Fr'y Busck wird dieMeistersinger", Dr. Muck Den Ring" uttoParsifal" dirigieren.

«* Shaw's ..Jungfrau von Orleans". Bern­hard Ahaw har ein neues Drama vollendet, das im kommenden Winter in London aufgeführt werden soll Das Drama hat die Jungfrau von Orleans als Heldin, und auf bie Art der Bo- band'ung läßt sich aus Shaw's Aeußerung l'chld- ßen, nack derJcannc d'Are tatsächlich die erste Protestantin war".

** Hannover feiert Händels Kunst. Tie stad, tischen Bühnen Hannovers, die als erftc . die Opern Händels in den festen Spielplan eingc- füürt haben, veran.staften in der Zeit vom 6. big 8. Oktober dieses Jahres ein Händelfcst. bei dem die Opern .Otto und Thcophano" unb Julius Caesar" zur Aufführung gelangen werden. Außer einer Morgenfeier in ber Schau- burg bildet die szenische Aufführung des Orato­riumsSaul" in dem viertausend Menschen fassenden Kuppelsaal der Stabthalle ben Höhe­punkt.

** Ein neuer Tom Karls b s Grossen. Wie Prof. Dr. Fitchs mitteilt, sinb bei Grabungen im (Paderborner Dom U-e betreffe des karolingischen Toms aufgedeckt worden. Tas Mittcffchifs der dreischilfigen Halle ist der Nord- trakt des Atriums, d. h. b's offenen, von Hal­len umgebenen Vorboss des Domes, den Karl der Große 799 begann und der im Jahr tau­send durch Feuer zerstört wurde. Ta sich karo­lingische Bauwerke mir in sehr geringer Zahl erhalten- laben, ist dieses Ergebnis von hoher Bedeutung.