Rr. 230. — 13. Jahrgang.
Neueste Nachrichte»
Mittwoch, 3. Oktober 1923.
DerGtandbesDollars
Montag
Für die Kriegsopfer
Setzte Depeschen
WUzevstuka SiejhS«*!
Jubiläum bei der Stadt.
Stadtsekretär Friedrich Huhn vom Wohlfahrtsamt feierte am 1. Oktober fein fünfunv- zwanzigjähriges Dienstjubrläum. In Anerkennung feiner treuen Dienste wurve dem Jubilar ein Dankschreiben des Magistrats überreicht.
nen Mark Schulgeld zu zahlen. Der Magistrat wurde ermächtigt, die gleichen Schulgeldsätze für die städtischen höheren Schulen zu erheben, wie sie für die staatlichen Schulen erhoben werden.
Weitere Ottober-Zubiläen.
25 Jahre Arbeit für die Kali-Industrie.
Heute kann der Letter des Wintersball-Kon. zorns, Generaldirektor August Rostbcrg, ans eine an Arbeit aber auch an Erfolgen reiche fün;.- undzwanzigjährige Tätigkeit für die Gewerkschaft Wintershall und den nach ihr benannten bedeutenden Kaliwerks-Konzern zurückdlicken. Am 2. Oktober 1898 übernahm er als Ingenieur und Betriebsführer die technische Leitung der damaligen Bohrgesellschaft Wintershall, die tm darauffolgenden Jahre in Gcwerkschaftssorin über führt wurde. Daß sich aus diesen klein en Anfängen der weit über di? deutsche Kaki-Jndn. strie hinaus bekannte Wintershall-Konzern rn fein« heutigen Bedeutung entwickelt hat, ist feiner Ttakraft und Weitblick mit zu danken. Mst seltener Ausdauer hat er es verstanden, sein? Pläne, trotzdem deren Ausführung häufig
• ohne Ucberwindung erheblicher Wider- (tiuu' möglich war, zum besten der ihm unterstellten Unternehmungen zu verwirklichen. Hic:-
Dlrnrtag
Im Freiverkehr
33Ö 000000
ten, meisterhaft Vorschlägen von Herrn Scheuermann. Violin- und Gesangsvorträge gaben der ernsten Feier den würdigen Rahmen.
(Dem.) gab zu bedenken, daß der Bürgerschaft nicht die Möglichkeit genommen werden darf, auch nachmittags im Rathaus Geschäfte zu befolgen. Es kam zu einer zeitweise sehr erregten Aussprache, in der Oberbürgermeister Scheidemann sich auf den Standpunkt stellte, daß ein Beamter heute nicht in der Lage sei, soviel Frühstück mitzunehmen, daß er, ohne sich gesundheitlich und den Arbeitgeber, die Stadt, durch Nachlassen der Arbeitskraft in den letzten Stunden zu schädigen, eine ungeteilte Arbeitszeit durchhalten kann. Jetzt müsse ganz besonders intensive Arbeit verlangt werden. Er schlug eine geheime Abstimmung unter den Beamten vor, um festzustellen, wie groß die Mehrheit für eine solche Arbeitszeit ist, und eine Befragung der verschiedensten Organisationen, wie Handels- iind Handwerkskammer, Arbeitgeberverband, Gewerkschaften usw. Ueber die Köpfe der Bürgerschaft könne eine derartige Maßnahme nicht getroffen werden. Andere Behörden hätten die ungeteilte Arbeitszeit wieder abgeschasft. Wenn das Gegenteil in der jetzigen Eingabe behauptet wird, so müsse er verlangen, daß in einer Eingabe, namentlich. wenn sie von Beamten ausgeht, die größte Gewissenhaftigkeit herrscht. Es sei ein Unterschied, ob ein Stand vroduziert, ober einem anderen zu dienen hat. Vom ärztlichen Standpunkte aus erklärte sich Dr. v. Wild gegen die ungeteilte Arbeitszeit. Göpffarth machte dann Mitteilung davon, daß am Montag eine
Protestvcrsammlung der Beamten
auf dem Rathaushof stattgefunden hat, damit es über verschiedene Beamtenforderungen zu Verhandlungen kommt. Gegen verschiedene Bemerkungen des Redners legte der O b e r bürge r m e i st e r Verwahrung ein. In dieser schlimmen Zeit, wo niemand weiß, wo uns der Kops steht, sei den Beamten nur zu, raten, auch einmal an andere Dinge zu denken als an die Dienstzeit und Gehaltssragen, und sich mit den Behörden selbst den Kopf zu zerbrechen, ob Staat und,Stad; erhalten werden können. Dem Oberbürgermeister sah man sichtlich die Erregung an, die Stadw. Böttger (Soz.) nicht verstehen wollte und sich auf den Standpunkt stellte, die Bürgerschaft werde sich schon an die Arbeitszeit gewöhnen. Als er von der leidenden Artz e i t s f r e u d i g ke i t der Beamten sprach, machte der Oberbürgermeister den Zwischenruf: Mit der Arbeitsfreudigkeit wird immer gedroht! Dr. Blumenfeld: Die Bürgerschaft wird auch nicht nach ihrer Arbeitsfreudigkeit gefragt. Da heißt es einfach: Du mußt! Auch dieser Arzt ist gegen den Wegfall der Mittagspause. G öp f- f a r t h erklärte, daß er vor der Stadtverordnetenversammlung nicht umfalle. Frau W aescher lDem.) schilderte die Nöte der gehetzten Hausfrauen, die nicht alle" Geschäfte an den Vormittagen erledigen können, an denen sie anstehen und in den Läden und auf dem Markte warten müssen. Ein Antrag von Pfarrer Stein auf Schluß der unerquicklichen Debatte führte schließlich indirekt den Schluß herbei, und die Eingabe wurde dem Magistrat zur Berücksichtigung überwiesen, nachdem Stadw. Hauschildt lSoz.) noch erklärt hatte, daß Göpffarth für die sozialdemokratische Fraktion gesprochen hat.
Jubiläum der Zieglerfchen Handelsschule.
Die Privathandelsschule I. Ziegler, die als „Unterricht im Schönschreiben" in der Obersten Gasse begann und dann nach der Verleguga in die geeigneteren Räume in der Kölnischen Straße zur regelrechten Hanoelsschule ausgc- baut wurde, könnt? gestern ebenfalls ihr fünfundzwanzigjähriges Jubiläum feiern. Herr Ziegler hat es verstanden, seinem Unternehmen Achtung zu verschaffen. Gute Aushildungser- gebnisse erneuern ständig hiessen Ruf. Während des Krieges war der Jubilar an erster kaufmännischer Stelle im Gefangenenlager tätig. Viel? ehemalige Schüler drängten sich gestern, dem Meister Gruß zu bringen und Dank zu sagen.
seiner umsangreichcn Erfahrung aus allen technischen Gebieten auch eine Hobe kaufmännische and organiisatorische Begabung zustatten. Der Wintershall-Konzern ist in seiner jetzigen Ausdehnung und inneren Gestaltung al; das Lebenswerk Rostergs zu bezeichnen. Die Stadt Kassel hat dem Kali-Konzern bekanntlich viel zu danken. Gerade in der heutigen Zeit tun dem deutsch:!' Volke Leute vom Schlage Rostergs als Beispiel dafür, was durch zähe Arbeit und Energie zu erreichen ist, doppelt not!
Kasseler Kurse vom 2. Oktober.
Baumann und Lederer: Nachfrage 220, Angebot 250. Chem. Pharm. Werke Voeller: Nachfrage —, Angebot 7. Deutsche Mineralöl: Nachfrage 3, Angbo; 3,5. Gebr. Ungewitter: Nachfrage 35, Angebot 40. Großalmeroder Tonwerke: Nachfrage 300, Angebot —. Hessenbank: Nachfrage 6,5, Angebot 8. Hohenlohe Nährmittel: Nachfrage 120, Angebot —. Stahl und Nölke: Nachfrage 400, Angebot —. Ad. Weber: Nachfrage 32, Angebot —. W. Berge: Nachfrage 2,5, Angebot 3. Mitteldeutsche Geschäftsbücher: Nach- ftage 0,55, Angebot 0,65. (Alles in Mill. Proz.)
die bekannlen Räume unverändert und Vater Günther verzapfte frisch und munter fein Bier, wie er es auch weiter zu tun gedenkt, vorn und in den Sälen. Nur den rechtsfeitigen Saal hat er für die Mittagsstunden den Zwecken der Gen- fenküche zur Verfügung gestellt.
In der Küche traf ich Mutter Günther beim Essenkochen an. Sie war gerade mit den letzten Zutaten beschäftigt und ... es roch wundervoll nach Speck sowie anderen guten Dingen! So kam ich schließlich auch in den .Dpeisesaal", wo eine Anzahl Ordensbrüder vom Jungdo versammelt waren, vorwiegend bekannte Persönlichkeiten. die im praktischen Leben sieben. Herr G r ü n b l a 11 begrüßte zunächst die Vertretung des Wohlfahrtsamtes u. der Presse und hob hervor, daß der Jungdeutsche Orden alles andere ist als eine reaktionäre Organisation, ßr fei bemüht, durch praktische Maßnahmen gegen die Verelendung unseres Volkes anzn- kämpfett und bezwecke di- Mobilmachung aller Kräfte zum Wohle des Vaterlandes. Dabei betrachte er jeden als Verbrecher, der heute mit Gewalt in den Bestand des Reiches eingreifen würde.
Was die Geusenküche. die jüngste Einrich tun« tm Dienste der eben genannten Ziele betrifft, so gab Redner der Hoffnung Ausdruck, daß es der Bollei Niederhessen gelingen möge, sie durch,ttführen. Jeder deutsche Volksgenosse, ohne Unterschied des Standes, des Berufes oder der Partei, soll sich hier sattessen können zu einem Preise, der hoffentlich immer unter dem Tagespreis liegt. Die Ordensbrüder auf dem Lande haben sich verpflichtet, eine große Menge Lebensmittel als Spenden zuzuführen. Schon jetzt wurden mehrere hundert Zentner Kariof- seln, größere Mengen Mehl und Hülsenfrüchte zur Verfügung gestellt.
Der Leiter der Geusenküche, Herr S e e b e - x e n, kam dann mit großen Verrinnen an und
Mieter-Jubiläum.
Frau Witwe Mathilde Schröder wohnte am 1. Oktober 25 Jahre am Hause des Lehrers Ripps, Gießbergstraße 34.
Die Röhren aus der Kaiserstraße.
Als Vorsitzender des „stadtparlamentarischen Unter,'uchnngsausschusses" in der Angelegenheit der verkauften Drusclwasserröhren gab Bürgermeister Brunner eine lange Erklärung ab, die wie die Verteidigungsrede eines Advokaten klang. Der Kern der Sache ist, daß entgegen einem Beschlüsse des Magistrats Stadtrat Henkel nicht zu den abschließenden Verkaufsverhandlungen der Röhren an die Hannoversche Montau- Gesellschaft, die bereits vorher die Hälfte der Röhren gekauft hatte, hinzugezogen worden ist. Der Magistrat hat sich seinerzeit schon mit dieser Angelegenheit beschäftigt und seine schwersten Bedenken ausgesprochen, ebenso sein Befremden. Ein solches Verfahren sei völlig unzulänglich, wenn auch dem Stadtober-
anviidje Notierung
242 000 000
es begann ein Probeessen. Zwei Teller Speckerbsen, dick gekocht, eine delikate Sache, habe ich geschafft, dann hatte der Magen genug. Wie man erzählte, sollen jeden Mittag die gefüllten Ter- rtnnen auf den Tisch kommen, ans denen sich jeder Gast, der vorher seinen Bon gelöst hat, (gegenwärtig für 8 Millionen) so viel nehmen iann, biS er eben satt ist! Rentner werden noch besondere Preisvergünstigungen erhalten. Der Anfang war jedenfalls gut und wenn's so bleiben kann, dann ist in der Tat ein Werk geschaffen. das den Auftuf der ReichSregicrung zur Volksspeisung in die Wirklichkeit umsetzt. =y«
Um die Wiederaufnahme der Arbeit.
Dortmund, 2. Oktober. (Privat - Tele« gramm.) Der Verband der Bergarbeiter Deutschlands, der Gewerkschaftsbund der christlichen Bergarbeiter und die Hirsch-Dunckersche Gewerkschaft haben einen Aufrufan die Berg- arbeiterfchast im besetzten Gebiet veröffentlicht, in dem sie die Arbeiterschaft zur sofortigen Wie, deraufnahme der Arbeit auffordern. In Gelsenkirchen fanden gestern Verhandlungen der Eiseitbahnergewerkschast mit den Franzosen statt.
Dor rin Sondergerttstt.
Berlin, 2. Oktober. (Privattelegramm.) Ueber die Unruhebewegung in Küstrin wurde vom Reichswehrminister mitgeteilt, das ReichS- kabinett habe beschlossen, die Aufrührer rn Küstrin vor ein Sondergericht zu stellen.
Griechen und Türken.
Konstantinopel, 2. Oktober. (Eigene Drabi- meloung.)) Die Regierung von Angora hat der Rückführung von 2000 griechischen Flüchtlingen aus Kleinasien, die gegenwärtig im Hasen von Samsum am Schwarzen Meer versammelt sind, unter der Bedingung zugestimmt, datz die Schiffe, die sie nach der Hauptstadt bringen sollen, vorher die m u s el m a n i s ch x Bevölkerung der Au- sel Mytllcue, etwa 12 000 Personen, nach Klein, nsien überführen.
Beruhigung am Balkan.
Athen, 2. Oktober. (Eigene Trahtmeldung.) Tie interalliierte Untersuchungswmmission zur Untersuchung des Mordes von Janina ist av- gereist, da sie ihre Arbeiten beendet hat. Oberst Botzaris blieb in Janina, um die Abgrenzung--, arbeiten sortzufetzen. Bus Korfu wird gemel. dei. dass mit Ausnahme eines Ton cdobooteS alle italienischen Schisse den Hafen verlassen haben.
Bahnhofstraße einen Blut stürz und starb:- Zufällig vorüberkommende Sanitäter vermochten ihm keine Hilfe mehr zu bringen.
-4- Wie wird das Wetter? Die beständige Witterung erfährt an den nächsten Tagen leichte Störungen. Die Temperaturen werden etwas zurückgehen, bei schwacher Bewölkung sind Niederschläge jedoch im allgemeinen nicht wahrscheinlich. Vorhersage bis Mittwoch abend: Wolkig, trocken, kühler, westtiche Winde.
-4- Veranstaltungen am Mittwoch. Staats, theater: „Maria Stuart", 7 Uhr. — Stadt. Halle : 1. Orchester-Konzert, 7.30 Uhr. — Neues Theater: „Aus Hamburgs goldener Zett", 7,45 Uhr. — U. T.: „Die Rache der Tänzerin". — K. d. W.: „Verbotene Frucht". — Frauen- Vortrag, Mn.rhardsaal 8 Uhr. — Heute Dienstag: Geistliche Abendmusik in der Lutherlirck-e, 8 Uhr (Liederabend Müller-Laugs erst am 9. Oktober)
waren fünf Milliarden nachzubewilligen. Dabei hielt Stadtv. Gaul er (Soz.) eine lange Rede, tu der er fcharfe Angriffe gegen den Staat richtete, der das den Kriegsteilnehmern gegebene Wort „Des Volkes Dank ist euch gewiß" nicht ha^te. lieber dem Auedenkmal. so fagte er, müßten die Worte stehen: Ehret die Toten, doch vergeßt die Lebenden nicht! Auch Frl. Consb ruch iFr. b. V.) nahm sich in ähnlicher Weise der Kriegsopfer an. Dann erhob sich O b e r b itt g e r- meifter Scheide mann. Man ist sich, fo führte er aus, immer noch nicht klar darüber, was es heißt, den Krieg verloren zu haben. Wir müssen dafür sorgen, daß die französischen und belgischen Kriegsbeschädigten, Kriegerwaisen usw. möglichst gut versorgt werden und zusehen, wie u n f c r c Kriegsopfer hungernd an den Straßen sitzen und betteln ... so stehen die Dinge! Die Verpflichtungen, die wir den dent- cheu Kriegsteilnehmern gegenüber übernommen haben, wird jedes Parlament als Ehrenpflicht betrachten, fein einziger Parlamentarier wird ablehnen, aber ... sie können einfach nicht gehalten werden. Deshalb keine Vorwürfe, als vb es an Verständnis für die Rot der Kriegsopfer ehle. Die deutfchen Provinzen haben jetzt, obwohl sie fclbft nichts haben, neun Monate i'-tg eine ganze Provinz ernährt. Man fage Quellen an, woher nun noch die Mittel genommen werden sollen, lasse aber die Vorwürfe! Der Kampf nm die nackte Existenz des Reiches wirkt sich auch auf die Gemeinden aus. Denken Tie auch, fache der Oberbürgermeister, an den stillen Kampf un- erer Alten und Siechen, und an die Kinder ohne Milch. Auf den Totenscheinen vieler Menschen müßte heute stehen: Au Hunger gestorben! Dr. v. Wild erklärte- daß die hiesigen Aerzte den Kriegsbeschädigten und Kriegshinterbliebenen von Anfang an bis heute jederzeit ihre Hilfe ; . . ., v ----- angedeiben ließen, ohne zu fragen, ob und wie
»n kam ihm neben feinem großen Wissen und sie Vergütung dafür erhalten. Das wird trotz der feiner umfanarcufccn Erlabrunn auf allen eigenen Notlage der Aerzte auch weiter geschehen.
Vostvrrkedr mH drrn drsetziem Gebiet.
Münster, 2. Oktober. (Privattelsgramm.) Der Reich spo st Minister Dr. Höfle, der in verschiedenen Orten in der Rahe des besetzten Gebiets weilte, schilderte den Beamten ausführlich die Gründe, die die: Reichsregierung veranlaßt hätten, die Verordnungen zur Durchführung und Aufrechterhaltung des passiven Widerstandes zurückzunehmen. Er forderte die Beamtenschaft auf, die Regierung in ihrer gegenwärtigen schweren Situation zu unterstützen und alles zu tun, um den Postverkehrinden besetzten Gebieten wieder in normale Bahnen zu bringen. — Gestern ist Dr. Höflej wieder in Ber- in eingetroffen. Er hatte in Elberfeld auch Be- prechuugen mit den Präsidenten der Oberpost, direktiouen des Einbrnchgebietes und der angrenzenden Gebiejte.
Löhne und Leistungen Im Bergbau. ' '
Berlin, 2. Oktober. (Privattelegramm.) Im Laufe dieser Woche finden zwischen Vertretern der Reichs- und Landesregierung und der Zechenverwaltung und der Belegschaften Besprechungen statt, um zu einem neuen Loh«, abkommen zu kommen. An den n>hgebenden Stellen ist man der Ueberzeugung, daß ein Aus- gleich zwischen den Löhnen und den Leistungen unbedingt geschaffen werden muß. Die Förde- Hing erreicht noch nicht die Hälfte der Friedensförderung, wogegen der Lohnanteil sich auf Dollar pro Tonne beziffert und ein vielfaches des Lohnanteiles der VorkriegS»»tt darstellt. Eine Wiederherstellung gesunder wirtschaftlicher Verhältnisse kann nur durch eine vom Bergbau ausgehende Produktionssteigerung und Verbilligung erfolgen. Dieses Problem wird Gegenstand eingehender Beratungen, sein.
In 160 Minuten währender Stadiverordne- tensitzung sind gestern viele Reden vom Stapel gelassen worden. Die Tribünen kamen auf ihre Kosten. Zunächst erhielt der nach Weimar berufene Stadtverordnete Voepel ein herzliches Dankeswort des Vorstehers Grzesinski, -as mit Vravo aufgenommen wurde. Dann setzte man die Vorlage über die Wohnungsbau- abgabe ab. Wie Oberbürgermeister Schei- bemann, der darum Nachgesuch: hatte, zum Ausdruck brachte, würde mit dem Ergebnis der darin festgelegten -sätze heute kaum eine Wohnung gebaut werden können. Man wird sich nunmehr, erneut mit den zuständigen Ministerien in Verbindung setzen. Es folgte die Beratung des Ortsstatuts über die Festsetzung monatlicher S ch n l g e l d z a h l u n g für die höberen Schulen, wobei die Mitteilung gemacht wurde, datz der Minister inzwischen die Erhebung eines zwölffachen Betrages der zunächst für Oktober — binnen drei Tagen zahlbar —.bestimmten acht Millionen angcorbnet hat. Ein Schüler der höheren Schulen hat also im Oktober 9 6 Mill io
Aus dem etaötpartament.
96 Millionen Oktoöcr-Schukgeid. — Die Not der Kriegsopfer. — Begräbnis der Röhrengeschichte. — Scheidemann über die Beamtenarbeitszeit.
LokalnachiMten vom Tage.
Streik und Einsatz der Technischen Rot- Hilfe in der Vogtschen Mühle. Seit Freitag sind die Mühlenarbeiter der Kunstmühle Vogt im Streik. Die Mühle hat vorwiegend die Stadt Kassel mit Roggenmehl zur Bereitung des Brotes zu beliefern. Der Mehlbedarf der laufenden Woche ist bis heute nur zu einem geringen Tette zugefahren worden. Um Stockungen in der Brotversorgung und damit verbundene Unruhen zu vermeiden, hat der Magistrat der Stadt Kassel die Wiederinbetriebsetzung der Mühle zur weiteren Roggenvermahlung und den Einsatz her Technischen Nothilfe für dringend erforderlich gehalten. Mit Genehmigung der Regierung Kassel hat gefternbie Technische Nothilfe Kassel die Ver- richttmg der dringendsten Arbeiten in der Mühle ausgenommen.
-4-Der letzte Zucker auf Marken. Die Zucker- konttollstelle Kassel teilt mit. Im Monat Okto- b e r bat die Hälfte des Stamme? der Zuckerkarte, die den Aufdruck , Karte" trägt, Gültigkeit für eineinhalb Pfund Zucker. Personen, die diesen Abschnitt nicht aufgehoben haben, dürfen vorläufig nicht beliefert werden. Die freie Wirtschaft wird erst vom 1. November ab eingeführt werden. Bis dahin gelten die bisherigen Bestim- tnungen.
> Die Pensionäre der Justiz. Die Pensionäre usw. der Justiz werden auf den heutigen An- 'chlag in der Vorhalle des Justizgebäudes aufmerksam gemacht.
Unterneustädter Begräbniskaffe. In einer _ im Frauenheim stattgefundenen großen Versammlung der Untcrncufiäbter Gemeinde wurde die Begräbniskaffe der Unterneustädter Gemeinde gegründet. Tie Kusse trägt in Sterbefällen die ganzen Kosten für Sarg und Grab.
»erliner Börse.
Berlin, 2. Oktober. (Privattelegramm.) Ti« Aufwärtsbewegung der Devisenkurse setzte sich heute fort. Gegen zwölf Uhr wurde der Dollar im Freiverkehr zu 320 Dttllionen Geld und 340 Millionen Brief gehandelt. Am Effekten- markt ist die Tendenz weiter sehr fest.
Die alten £an6ftarmer. Eine Ehrung der Gefallenen.
Das Landsturmbataillon 3/115 veranstaltete eine eindrucksvolle Gedächtnisfeier für die Toten des Bataillons. Es war ein Bataillons-Abend aus Anlaß der Vollendung des Kurhessischen Ehrenmals in der Aue. Tie .Bürgersäle" waren dicht besetzt. Anknüpfend an die ernst-feierlichen Morde von Beethovens Path/tique schilderte Tr. Made die Verluste des Bataillons auf den verschiedenen Kriegsschauplätzen und widmete den toten Kameraden Worte herzlichen Gedenkens. Gche.r Schachcrgeist und Geldgier unserer Tage gibt es nur Rat bei den toten Kameraden. Wir müssen wieder lernen, ohne Spott, mit Ehr- surcht und srommer Scheu vom Heldengeist und auch vom Heldentod zu reden. Unsere gefallenen Kameraden sind uns dessen eine stumme aber eindringliche Mahnung. Sie starben nur für die, die für sie leben. Dies bedeutunas- schwcre Wort von W Flör wurde noch wir- lu.igsvoll unterstrichen durch des gefallenen Dichters Wiittermärchen von de.r toten Solda-
Ungeteiltc Dienstzeit im Rathaus?
Stadtverordneter Göpffarth (Soz.) begründete eine Eingabe verschiedener Kommunal- beamtenverbände, in der die Einführung der ungeteilten Arbeitszeit im Rathaus gefordert wird. Unter anderem werden Ersparnisse an Lich: und Heizung geltend gemacht. Stadw. Herb old
Diejenigen, die sich noch einschreiben lassen wollen, haben am Mittwoch. 3. Oktober, nachmittags von 5—7 Uhr int Frauenheim, Jahn? swatztt, Gelegenheit. Die Zahlung der Bei- ttittsgelder hat an den Tagen Donnerstag, den 4., Freitag, den 5. und Sonnwbend den 6 Oktober, jeweils nachmittags von 5 bis 7 Uhr, im Framnheim zu erfolgen. Die Kasse tritt vom la. Oktober ab in Kraft. Nur wer ordnungsmäßig feinen Beitritt bis zu dieseme Zeitpunft bezahlt hat, tritt in den Genuß der Kasse. Die Anmeldung allein genügt nichts Die Verwaltung der Kasse geschieht ehrenamtlich und zwar durck die Herren Kaufmann Sondermann als Vorsitzender, Kaufmann Schwarz als Schatzmeister und Hofmeister als Schriftführer. Außerdem gehören dem Vorfiand an die Herren Rohde ^Strauß, Heß. Nnning, Bolland, Kolbe, Metz. Schlicht, Köhler, Nehnc u. einige Frauen.
4- Kleiderhilfe des Hausfrauenvereins. Der Not der Zeit Rechnung tragend, beginnt am morgigen Mittwoch im Finkenherd der Verkauf gebrauchter Kleidungsstücke. Die Preise werden der Zeit entsprechend festgesetzt.
-r- Aus dem Polizeibericht. In der Herberge in der Hohentorstraße wurden sechs Leute wegen Glücksspiels durch die Polizei festgenommen. Das Geld wurde beschlagnahmt. — Ein Krankenpfleger aus Marienburg «Westpr.) wurde fcstgcnommcn, weil er sich un- bcrochtigt als vertriebener Eisenbahner ansgc- wiesen hatte. — In einer vcr letzten Nächte stürzte in der Mönchebergstraße eine Lehrerin aus dem Fenster des zweiten Stockes u.ib blieb schwerverletzt auf dem Hofe liegen Die Feuer- w^r brachte sie nach dem Landkrankenhause. — Ein? geisteskranke Frau machte ihrem Leben durch Erhängen ein Ende. — In der Hohenzol- lernstraße wurde ein Dienstmädchen feschen om- men, das seine Herrschaft bestohlen hatte.
-4- Tod auf der Straße. In der Iünffen - sterstraße erlitt gestern ein Mann aus der
baurat zuzugcben fei, daß er geglaubt habe, der uachlräKichen Zustimmung des Stadtrats Henkel sicher zu fein. Ob ein höherer Preis hätte erzielt werden können, darüber ist sich die Kom- mtffion, die in mehreren Sitzungen die Angelegenheit gründlich untersucht hat, nicht schlüssig geworden. Im Namen der demokratischen Fraktion erklärte sich Amtsgerichtsrat Jüngst damit einverstanden, daß mit Rücksicht auf unsere jammervolle Lago es wünschenswert erscheint, di? Sache als abgetan zu betrachten, er erwartet aber, daß für die Zukunft Sorge getragen wird, daß sich ein derartiges Vorkommnis nicht Wiederholt !