Meier Neueste Nachrichten
Hessische Abendzeitung
Kasseler Abendzeitung
13. Jahrgang.
Dienstag, 2. Oktober 1923.
Nummer 229
Einzelpreis 3 Millionen Mark.
Einzelpreis 3 Millionen Mark.
Sie französische Gewaltherrschaft bleibt
Sie Opfer der Kampfe.
vorüber, und alle Kräfte des Volkes müssen sich zu diesem großen Ziele vereinen. Wird das nicht der Fall sein, dann kann die Hebung der Wirtschaft im deutschen Reiche auch nicht mit parlamentarischen Mitteln gelöst werden!
dir fich in den Straßen ansammelnde Menge vor. Der Zug nahm inzwischen eine Stärke von etwa zehntausend Köpfen an. Blaue Polizei, die sich ihm auf der Königsallee entgegenstellte, wurde entrvaffnet. Zwei Polizeibeamte, die durch den Hindcnburgwald kamen, wurden niedergeschlagen und schwer verletzt vom Platze gc- tragen. Der separatistische Stoßtrupp rückte hierauf weiter vor. Im Hindenburgwalde selbst kam es hierauf zu einem regelrechten Fe>^ igefecht, in dessen Verlaufe die eingesetzte Schi.^iolizei von den Separatisten und französischer Kavallerie gefangen und entwaffnet wurde.
ten werden müssen, was weite Kreise gegenwärtig als unantastbar ansehen. Es gilt, den Din- gen hier ins Auge zu sehen. Wir alle müssen uns zwingenden Notwendigkeiten fügen und zu größten Cofern bereit sein. L oh npoliti k in ihrer jetzigen Ueberspannung ist nicht mehr länger tragbar. Desgleichen bedarf die Preisst o l i ti k einer Umstellung. Schaffen wir uns ein Wertbeständiges, ehrliches Geld, das den Wert von Arbeitsleistung und Waren erhält. Friedenslöhne nur für Fri eben s arb eit. Wo in normalen Zeiten nur einer gearbeitet bat, dürfen nicht mehr zwei oder drei stehen. Die Demobilmachungsbestimmungen, die die Produktion nur hemmen, müssen auf Grund der
Sonderbündler erschossen, etwa vierzig schwer oder leichter verwundet, von denen fünfzehn in die Krankenhäuser und Unfallstationen eingeliefert werden mußten. Die grüne Polizei ist aufgelöst worden. Am Abend. durchzogen starke französische Pairouillen die Straßen.
tigung der schweren Not unseres Vaterlandes, für dasches sich um Sein oder Nichtsein handelt.
nig bezahlt hat! Wir beurteilen Deutschland nur nach seinen Taten. Es hat glücklicherweise darauf verzichtet, Bedingungen zu stellen, aber wir verlangen, daß es uns jetzt behilflich ist, die Ausbeutung der beschlagnahmten Pfänder in den besetzten Gebieten zu erleichtern. Wenn Deutschland verlangt, daß wir die getroffenen Maßnahmen zurücknehmen, so können wir Deutschland hierin nicht folgen. Bis jetzt ist kein Schritt ytr Entspannung getan. (?) Ter Augenblick ist noch nicht gekommen, auf Vorschläge von deutscher Seite ernstlich einzugehen. Die Arbeit von morgen ist viel schwieriger, als die, die wir vollbracht haben.
D üsseldorf, 1. Ottober. (Privattelegramm.) Bis zwölf Uhr nachts wurden in Düsseldorf als Opfer festgestellt: Zwei blaue Poli-
aufgehoben werden/ .
2. Steuern und Währung: „®ie Industrie ist trotz ihrer gegenwärtig geschmälerten Kraft gewillt, Steuern bis zum Ausmane ihrer Leistungsfähigkeit zu tragen; sie mutz aber angemessene Verteilung über den Erwerbszeittaum und Rücksicht hei übermäßigen Härten verlangen. Bei fehlendem Betriebskapital geht Lohn - unb Gehaltszahlung vor Steuerzahlung. Die Anzahl der Steuern und ihre unabsehbare Belastung muß in eine organische Einheit und etn vernünftiges Matz zum Gesamtertrag gebracht werden W-r benötigen drinaend die fundier.e Goldmark und Stillegung der Notenstresse, sowie Umwandlung der umlaufenden Papiermari m
Köln, L Oktober. (Privattelegramm.) Wie aus Düsseldorf gemeldet wird, haben sich in den letzten Tagen bei der französischen Jngenieur- und Regiekommission 38 500 Eisenbahner zur Wiederaufnahme der Arbeit gemeldet. Davon wurden sünfzehntaufend z u r ü ck g e - und ihre Wiedereinstellung abgeleh
Xruppknsammiung bti äffen.
Essen, 1. Ottober. (Privattelegramm.) Die französischen Besatzungstruppen entfalten gegenwärtig eine rege Tätigkeit. Es finden Manöver statt mit Radfahrertruppen, Infanterie, Kavallerie und Maschinengewehren, abends spielen Scheinwerfer. Große Mengen Radfahrer, Kavallerie, Infanterie, Maschinengewehre, Geschütze und Bagage begaben sich in die Gegend von Essen.
Frankreich läßt nicht nach.
Poincarss neueste Sonntagsrede.
(Eigener Drahtberickt.1
Paris, 1. Ottober.
Poincars hat gestern in Ailly im Maas- Departement seine neueste Sonntagsrede gehalten. Die wichtigsten Sätze find: Die verdrießliche deutsche Erklärung eines unvermeid-
Düsseldorf, 1. Ottober. (Privattele- aramm.) Ueber den gestrigen Blutsonntag wird noch gemeldet: Sämtliche Theater, Kinos und Gastwirtschaften waten gestern zum Welchen des Protestes gegen die Sonderbündler geschlossen. Die Straßen waren von zehn Uhr vormittags ab still. Gegen elf Uhr erschien der erste sogenannte „rheinische Stoßtrupp" in Stärke von etwa zweitausend Mann. Der Stoßtrupp begleitete den Demonstrationszug der Separatisten und ging in Verbindung mit französischen Kriminalbeamten rücksichtslos gegen
Die sächsischen Industriellen.
Der Gesamtvorstand des Verbandes sächsischer Industrieller hat nachstehende Entschließung angenommen«
1. ZurLage: „Die sächsische Industrie steht im Anfänge der schwersten Krisis seit ihrer ge- sckichtlichen Entwicklung. Der Weg aus der Krisis führt über die Steigerung der Produk. tion. Dabei wird Wer vieles hinweggeschrit-
Düsseldorf, 1. Ottober. (Eigener Drahtbericht.) Gestern ist es zu einem blutigen Sonntag gekommen. Es hat ein Feuergefecht zwischen Sonderbündlern und Schutzpolizei stattgefnnden. Es gab Tote und Verletzte auf der Straße. Die Sonderbündler erschienen im Bunde mit den F r a n z o s e n. Eine etwa tausend Mann starke sogenannte „Schutztruppe der rheinischen Republik" hatte sich vormittags elf Uhr zum Polizeipräsidenten begeben und sodann die blaue Polizei entwaffnet. Hierauf griff die Schutzpolizei ein. Unter dem Zwang der Verhältnisse mußte die grüne Polizei von der Waffe Gebrauch machen. Dabei gab es sieben Tote und dreißig Verwundete. Nunmehr gingen
Schutze der Franzosen sammelten sich die Sonderbündler, die vorher durch die Schutzpolizei verdrängt worden waren, und umzingelten nun die Schutzpolizei. Unter Beihilfe und unter den Augen der Franzosen wurden die Beamten mit Gummiknüppeln mißhandelt. Die Verluste der Schutzpolizei find erheblich.
Ein weiterer Bericht.
Die Härtetet Steuerten '.'tact,richten erfrt)einen wöchentlich fedi#mal unb iroar nackm ttagS. Der Adonnemenlsvtei« beträgt für die Woche vom 1.—7. Clt. 14 Millionen Mark bei Treter Zustellung ins Haue, in der Gelchäftsftelle abgevoit IStz, Millionen. Betreuungen werben j ebet-ett entaepen. genommen, «erlag unb Redaktion: «chlachibofstraie 28/30. Fernsprecher Nummer 951 und 952. Für unverlangt eingesandte Beiträge lann die Redaktion eine fcerant- roortunq ober (Lewahr m keinem Falle übernehmen. Rückzahlung des Bezugsgeldes oder Ansprüche wegen etwaiger nicht ordnungsmäßiger Lieferung ist ausgeschlossen. Postscheck Frankfurt a M. 6380. Druckerei: Schlachthofsir.28/30. Geschäftsstelle: Kölnische Str. \
KampfmitöenGonöei'bündlem
Ein blutiger Sonntag. — Tote und Verletzte in Düsseldorf.
Anzeigenpreise: ® r u n b p r e i S für 6le Ze le 50 Mark, für Reklamen 200 Mark mal Schlus. lelzahl iür das deutsche Zeltungsgewitde (zur Zeit 50000), auf Familienrnzeigen und Kleine Anzeigen 2t.»/, Nachlaß. Auf alle nicht bis zum Ab-nd des auf den Ausgabetag folgenden Pages bezahlten Anzeigen erfolgt ein Rechnungsautschlaa von W/J. Bei dieser Rechnungs. er.eitet > ist d _-r Betrag innerhalb > Tagen zu zahlen. Aach Ablauf dieser Frist ist der Anzeigen, grunbpret* mit d .m am Zahlungstage aülttgen Änzeigenschlussel zu veivielfachen. Lausende Anzeigen werden mit dem Tageszeil/npreis berechnet. Für die Richtigkeit aller durch - ernfpredtcr abgegebenen Anzeigen, loroie für Aufnahmebaten und Plätze kann nicht garantiert werden.
Die Wirtschaftslage.
Erklärung der batzrischen Industrie.
•U GSelbenttoeratng unb da« Pröble» bet neuen Währung beschäftigt alle Wirtschaft«, kreise, ba ihre Existen« bamtt eng verknüpft ist An« ben nachstehenden Berichten ist bi« Stellungnahme der Industrie ersichtlich.
Sn einer Versammlung des Bayrischen Jn- dusttiellen-Verbandes in München erklär!e dessen Syndikus, Dr. Grosmann, mit entscheidenden Ereignissen sei in diesen Tagen und Wochen zu rechnen. Die stürmische Einstellung auf Goldrechnung, bas Charakteristikum der jetzigen Lage, müsse zur Absatzkrise führen und zur weiteren Inflation. Die angenbli klichen Verhältnisse seien nicht zuletzt verursacht durch die Eingriffe der Reichsregierung in die freie Wirtschaft. Die vielen Notverordnungen der Währung und der Finanzen hätten der deutsehen Währung den Todesstoß gegeben. Der Lösung des Währungsproblems wie des Wiederaufbaus müsse ein umfassendes Produktionsprogramm vorausgehen, Steigerung der Produttion und der Arbeitsintensität, weitgehende Einschränkung aller unproduktiven Lasten und Wiederherstellung der wirtschaftlichen Freiheit. Daneben sei die Sorge der nächsten Zukunft der Reichseinheit und der Brotversorgung zuzuwenden. Vor allem müsse auch eine angemessene Verteilung über Er- werbszeitlage und die Vermeidung übermäßiger Härten verlangt werden. Beim Fehlen von Betriebskapital müßten Lohn- und Gehaltszahlungen der Steuerzahlung v o r äuge h en. Die volle Wegsteuerung des Arbeils- ertrages und dauernder Sttbstanzentzug verhinderten die Kreditfähigkeit und gefährdeten den Stand der Erwerbsquellen. Mit unserem Währungstode fei die Wirtschaft ihres wich^.gsteu Wertmessers, der Arbeit und Güter beraubt. Es sei fraglich, ob die von der Raichsregierung gewollte Währungsreform ohne Produkt! onssörde- rung gelinge. In der Verkehrspolitik seien wertbeständige Personen- und Frachttarife notwendig, um bessere Kcilku- lattonsmöglichkeit und einen Einblick in das Verwaltungsgebaren der Reichseisenbahn zu erlangen. Die' bayrische Wirtschaft halte fest an ihrer dringenden Forderung weitgehender Ent- fernungsstaffel und Ausnahmetarife. Das bei der heutigen Geldentwertung besonders verlust- brinaende Frachtsttindunqsverfahren müsse umgestaltet, der Frankatnrzwang jedoch vermieden werden. Das Ausland beginnt auch das Vertrauen zur deutschen Privatwirtschaft zu verlieren, wofiir sehr beachtenswerte Mtteilungen vorliegen. Die Äusfuhr.rbgabe werde dieser Tage fallen und mit dem Abbau der Außenhandelsstellen begonnen werden. Zur Belebung des Außenhandels müsse die Regierung freilich bei den auswärttaen Staaten die Aufhebung der Antidump ing-fMaßnahmen und der Valuta-Zuschläge auf deutsche Waren betreiben. Die deutsche Wirtschaft brauche eine attive Außenpolitik.
Zranzvsische „Manöver" am Rhein.
Koblenz, 1. Ottober. (Privattelegramm.) Den Zeitungen des besetzten Gebietes wurde amtlich bekannt gegeben, daß ein Teil der diesjährigen französischen Herbstmandver im Rheinland stattfindet. Es handelt sich um die Kriegsübungen aller Waffengattungen, der französischen Truppen im besetzten Gebiet.
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Vrotrfte In Köln.
Köln, 1. Ottober. (Privattelegramm.) Gestern fanden mehrere große Kundgebungen gegen die Separatisten statt. An diesen Protest - Versammlungen beteiligten sich auch höhere Offiziere der englischen Bcsatzungsiruppe.
Deutsche Finanznot.
Fällige Stenern int Oktober.
Deutschlands Finanzlage ist vollkommen er- fchüttert. Darüber besteht nirgends ein Zweifel. Wenn auch Heute noch, trotz der neuen Auguststeuern, die etwa 35 Billionen Mark erbrachten, nur ein geringerer Teil der Reichsausgaben durch diretto Einnahmen des Reiches gedeckt werden kann, dann ist das eine sehr mißliche Sache. Die Tausende von Billionen, die jede Woche steigend die Finanzierung des Ruhrkampfes verschlang, haben uns an den Rand des Verderbens gebracht. Es hat bei keiner einzigen Partei eine Stimme sich erhoben, die den Abbruch des Kampfes gerade aus diesen finanziellen und wirtschaftlichen Gründen nicht für unvermeidlich, ja für notwendig gehalten hätte. Nun stehen wir vor einem neuen Steuertermin. Am 5. Ottober sind für solche Steuerpflichtigen, die für die Einkommensteuer veranlagt werden, die Steuern für das letzte Vierteljahr 1923 in Vorauszahlung zu begleichen. Das Doppelte dieser Vorauszahlungen soll ebenfalls im Monat Ottober als zweite "Rate als Rhein- und Ruhr- Abgabe erhoben werden. Die Einkommensteuervorauszahlungen für den August-Steuer-Termin betrugen bekanntlich das 406fache der Viertel- jahressteuer vom Jahre 1922 oder das lOOfadje der gesamten für das Jahr 1922 veranlagten Steuersummen. Die Ruhradgabe betrug dann das 800 fache der Vierteljahressteuer oder das 2wsache der gesamten Jahressteuer.
Damals ist dem Reichsfinanzminister die Ermächtigung gegeben worden, den Multtplikaior für spätere Raten selbständig festzufetzen. Von diesem Rechte hat der Minister Gebrauch gemacht, und Mar soll nach seiner Anordnung der Multiplikator für die Oktoberrate der Einkommensteuer aus das dreitzigtausendsache festgesetzt werden. Die Zahlen gehen in die Milliarden. — Wenn man auch mit einer durchgreifenden Einkommen- und Besitz-Besteuerung, namentlich im Hinblick auf die Not unseres Vaterlandes, einverstanden sein mutz, so mutz man aber jetzt eine warnende Stimme erheben. Würden diese Steuern verwirtticht werden, so würden wir nicht nur einer neuen wahnsinnigen Inflation entgegengehen, es würde also nicht nur nichts erreicht werden zur Verbesserung unserer Finauz- und Wirtschaftslage, sondern wir würden die Erhebung solcher Steuern mit dem Untergänge der besten Existenzen unseres Volkes im Mittelstand, im Handwerk, im Kleinhandel, in der kleinen und mittleren Industrie, in der Landwirtschaft usw. bezahlen müssen, und die Schich.en der Intelligenz, die freien Arbeiter und die geistigen Berufe würden vollständig erdrosselt.
Mit dem Multiplikatorsystem, das im Steuerwesen von der Reichsregierung geübt wird, und das in der Preis- und Berechnungspolitik nur zu gern getreue Nachahmung findet, können wir die Finanz- und Wirtschaftslage unseres Landes nicht heben. Im Gegenteil: Wir zerschlagen die letzte Möglichkeit der Gesundung. Es ist auch ein eigentümliches Verfahren, daß der Reichsfinanzminister einen Multiplikator festfetzt, der jetzt schon künftigeDollarsteige- rungen vorwegnimmt. Wie bringt man eine derartige Maßnahme in Einklang mit der gegenwärtigen Sage auf dem Devisenmärkte, die doch unter einer Art von Stützungsaktion der Reichsregierung steht! Auf diese Weise begünstigt man ja förmlich eine neue Inflation, die noch viel entsetzlichere Formen annehmen muß, als diejenige, die wir ja schon int August und September erleben mußten. Man muß es doch heute aussprechen, daß die damals an die Steuergesetzgebung geknüpften Erwartimgen, daß Waren und Vorräte zu Zwecken der Flüssigmachung von Mitteln für die Steuerzwecke gelockert würden und daß damit ein Einfluß auf die gesamte Preisbildung ausgeübt werden könnte, nicht erfüllt sind.
Wir halten es für unmöglich, daß die Parteien des Reichstages eine solche zum Ruin führende Steuerpolitik mitmachen können. Gewiß: Die Rot des Landes ist groß und die größten Opfer müssen gebracht werden, um uns vor dem Abgrunde zu bewahren. Aber um die Opferleistungen, um wirkliche Opfertaten zu Wege zu bringen, dürfen wir uns nicht gerade diejenigen Kräfte zerschlagen, die die besten moralischen Reserven für die Wiedererneuerung unseres Staates in sich bergen. Man muß umgekehrte
lichcn Waffenstillstandes bedeutet für «ns nichts. Es hängt alles von der Ausführung ab. Wir werden nicht aufhören, unsere ................ .......
letzten Forderungen zu wiederholen bis zu vorliegenden Erttärungen und unter Beriicksich- dem Tage, an dem Deutschland den letzten Pfen-
die Franzosen mit Kavallerie und Panzer- ^ibeamie tot, zwei Schutzpolizeibeamte tot, zwölf autos (!) gegen die Schutzpolizei vor. Unter dem Sonderbündler erschossen, etwa vierzig schwer
standes attiv für diesen Widerstand tätig gewesen sind. Die Verfügung hat unter den Eisenbahnbeamten stärkste Unruhe hervorgerufen.
tintcr fremder Milttüraewalt.
Düsseldorf, 1. Ottober. (Privattelegramm.) Der General Degoutte bringt, „um irrigen Ausstreuungen -uvorzukommen", den Ortsbehörden der besetzten Gebiete den Fort- bestand der Militär Verordnungen zur Kenntnis, die seit dem 7. Januar erlassen war. den sind. Ten Behörden der Besatzungszone wurden ferner Handlungen und Verfügungen, die auf Grund der Ausnahmeverordnung des Reichspräsidenten ergehen, untersagt.
Der Druck im Ruhrgebiet.
Verminderung der Beamten. (Privat-Teleararnm)
Münster, 1. Ottober.
Aus dem Ruhrgebiet wird gemeldet: Die französische Eisenbahnregie hat verordnet, daß kein Ausgcwiesener zum Dienst zugelassen wird. Aeltere Beamte werden von der Wiedereinstellung ausgeschlossen. Die Aus w c i- fungen werden aufrecht erhalten. Vorerst wird nur ein Drittel des bisherigen deutschen Beamtenstandes eingestellt mit der Begründung, daß in Frankreich nur der vierte Teil der Leamtenzahl tätig sei, die heute Deutschland verzeickwe. Es ist also kaum anzunehmen, daß von den Beamten mehr als ein Drittel den deuffch-belgischen Bedingungen entspricht, die eine Wiedereinstellung ermöglichen. Die Stimmung in den Eisenbahnerkreisen ist geradezu verzweifelt, weil die Reichsregierung am 1. Oktober die Zahlungen int Ruhrgebiet eingestellt hat. — Gestern kam es in Duisburg und Essen zu Kundgebungen gegen die Reichsregierung, die jedoch keinen separatistischen Charakter trugen.
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Stur beschrankte INlckkedr
Düsseldorf, 1. Ottober. (Eigene Drahtmeldung.) Der „Temps" meldet aus Düsseldorf: General Degoutte hat einer Anzahl im militärischen Berordnungswrge ausgewiefener Personen die Rückkehr genehmigt. Hinsichtlich der Rückkehr der ausgewiesenen B e a m - ten liegt die Entscheidung bei der Inter- alliierten Kommission in Koblenz. Tas System der deMfchen Geiseln für die fahrenden Regiezüge bleibt auch weiter bestehen, da Anzeichen für neue Aktionen der radikalen Elemente vorliegen sollen, um die Wiederaufnahme der Ar- beit im Ruhrgebiet unmöglich zu machen.
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Arbeit unter französischem Befehl.
Wege gehen: Wir müssen unsere Arbeitskraft vervielfältigen. Wir müssen aber auch einen Vereinfachungsmultiplikator im ganzen Staatsbetriebe festsetzen und ttaftvoll und rücksichtslos durchführen. Hier gilt es einzusetzen: Es muß Schluß gemacht werden mit unwirtschaftlichen Ausaaben des Staates. Auch kommen wir nicht, iuvvn a " ? *.
au der Fraae der Erhöhung der Arbeits- und wiesen und ihre Wiedereinstellung abgelehnt, Produktionsleistungen in Staat und Wirtschaftjwril fic während der Dauer des passiven Wider-