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13. Jahrgang

Einzelnummer 600000 Mark.

Sonnabend, 29. September 1923

Nummer 227

Einzelnummer 600 000 Mark.

>2 Saftetet Neues!en Nack> tickten erscheinen wöckenkltck sechsmal und zwar nachm ttagL Der Ädonnementsureis beträgt für die zwetieHLlile September 7000 000 Mart bei freier Zunellung ms Soue.to der Geschäf»»eue abgeholr Aiark.-s-itellung-n werden ] ebenen entgegen, genommen, «erlag und Redaltidn: Schlachttofstraße 28,M Fernsprecher Nummer 951 und 952. -,vür unverlangt eingesandte Beiträge kann die Redaktion eine xecav.t. woriung ober Eernähr in keinem Falle übernehmen. Rückzahlung des Bezugrgelder oder Ansprüche wegen etwaiger nicht ordnungsmäßiger Lieterung ist ausgeschlossen. Postscheck Frankfurta M. LZ80. Truckereb Schlachthofstr.28/30. Geschäftsstelle: KSlniiche str.->.

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Meter Nmstes) Nachrichten

Kasseler Abendzeitung Hessische Abendzeitung

Unter dem Ausnahmezustand.

des Reichskabinetts eintraten, wurden Bedenken über die lebten Wochen des Ruhrabwehrkamvfes laut, besonders über die bekannten Reden Hil- ferdings, die den Feinden schon vor Wochen die Gewißheit der finanziellen Kapitulation Tsutsch- lands gaben und damit die VerhandlungsmSg- lichkciten für Deutschland im voraus vernichtet hätten. Von Zentrumsseite aus dem besetzten Gebiet wurde beklagt, daß die Reichsregie­rung selbst keinerlei Anstalten getroffen hätte, durch Ersparnisse im unbesetzten Gebiet, durch diktatorische Maßnahmen gegen den künstlichen Lebensmittelwucher und durch Nichtstcägerung der staatlichen Tarife den Versuch einer Fort­setzung des passiven Widerstandes zu machen. Auch der Verbleib tzer Rhein- und Ruhrabgabe sei bis jetzt nicht nachgewieisen. Der sozialdemo­kratische Redner warf dem Kabinett Stresemann vor. sechs Wochen zu lange mit der Kapitulation gewartet zu haben, damals habe man noch Zen gehabt, zu verhandeln, heute nicht mehr. Die Zeit sei mit überflüssigen Reden vergeudet wor­den. Die zum Teil sehr stürmischen Zusammen­stöße im Auswärtigen Ausschuß dürsten tn den Reichstagsdebatten ihre Fortsetzung finden.

lPrivat-Telegramm.t

Berlin, 28. September.

Die Sitzung des Auswärtigen Ausschusses hat lebhafüen Auseinandersetzungen

lcn Staates noch nicht festgestelller Nationalität füblen sollen. !

Die Aufgaben der Rheinlandkommiflion sind zwar abkommensgemätz darauf beschränkt, V e r- bindunqsorgan zu sein zwischen Deutsch- ' land und den B^atzui'.gsmächten, soweit die In- ; teressen der Besatzungstruppen zu vertreten sind. 1 Sie sollte keinerlei Befugnisse haben,, in die Verwaltungsrechte der deutschen Behörden einzugreifen oder gar die deutsche ' Staatshoheit in irgend einer Weise anzulasten. ' Es ist vielleicht leicht Poincarös Schuld, wenn Tirard seine Aufgabe anders ausfaßt« und sich in Koblenz langsam aber zielbewußt voll- ständig frei und unabhängig macht« von allen lästigen Beschränkungen seiner Machtbefugnisse. Das wurde ihm nach dem Ausscheiden der amc rikanischenBeobachter" umso leichter, da der belgische Delegierte vorbehaltlos die Auffassung Tirards billigt und das engliscke Mitglied sich als stimmenthaltendcr Statist begnügen muß.

Aber Poincars hat seine Besatzungs­truppen an Rhein. Ruhr und Saar, auf die er bekanntlich sehr stolz ist Unterstehen diese sei­ner Befehlsgewalt? Eigentlich ja. die tatsächli­chen Verhältnisse aber sagen das Gegenteil, wenn man nicht annehmen will, daß Poincare die Unwahrheit sagt. Tatsache ist jedenfalls, daß Tirard und Degouste sehr einträchtig zusammen arbeiten an einer Aufgabe, die der Poincarö- schen Erklärung entgegenläi'.st. Während Poin­care angeblich an keine Annexion denkt und auf keinen Gebietsteil irgend einen Anspruch er­hebt, der ihn nichts angcht, fehlt an der endgüst tigen Annexion des Rheinlandes und des Ruhrgebietes durch Tirard und Degoutt« so gut wir gar nichts mehr. Für diesen Widerspruch zwischen Worten und Taten gibt es nur noch zwei Erklärungen: Entweder sagt Poincare die Unwahrheit oder Tirard und Degontte haben sich der Befehlsgewalt Poincarös entzogen und treiben Politik auf eigene Faust?

Man sollte zwar meinen, daß Poincare dann moralisch verpflichtet wäre, bei seinen Alliierten zu beantragen, das Mandat Tirards in der Rheinlandkommission zu kassieren und Foch zu veranlassen, Degorrtte von seinem Posten tnt Rheinland zu entheben. Wenn er das nicht tat und auch in Zukunft nicht tut, dann trägt nach unser-r Auffassung Poincare tatsächlich die Ver­antwortung dafür, was Tirard und Degontte an Rhein und Ruhr tun, er trägt die Verantwor- jung dafür, daß entgegen seiner Erklärung Frankreich die Annexion deutscher Gebiet«, die Frankreich nichts angehen, im wesentlichen voll-

EchaNung der Ordnung.

Beschluß der Riedersächs. Wirtl^afisverbände.

tPripat-rrlrgrmnm.)

Hannover, 28. September.

Dir niedersächsischen WirtschastSverbände hielten geistern eine Versammlung ab, in der ein­mütig erklärt wurde, daß die niedersächsische Wirtschaft sich geschlossen hinter die Reichsregie­rung stellt. Es heißt dann in der Erklärung weiter: Der niedersächsische Wirtschaftsausschuß richtet an dio Arbeitgeberschaft die dringende Bitte, mit allen Mitteln die A r b e i t s l o s i g - leit zu verhüten und auch unter Opfern tnc Betriebe aufrecht zu erhalten. An die Arbeitneh­merschaft wird die Bitte gerichtet, sich für die zur Uebcrwindung der Rot unerläßliche Steige­rung der Produktion einzusetzen. An die Landwirtschaft wird das Ersuchen gerichtet, die Ernährung der Bevölkerung, insbesondere der Großstädte, unbedingt sicher zu stellen. Die zuständigen Regicrungsstellon werden gebeten, Erwerbslose durch Rotstandsarbeitcn zu beschäffigcn und der nationalen Arbeit unter Einsetzung aller Mittel des Staates unbeding­ten Schutz zu bieten.

tim das Rheinland.

Sonderbündler und Franzosen.

Am Rhein geschehen jetzt Dinge, die uns den ganzen Ernst der Lage vor Augen führen. Die Sonderbündler benutzen die durch die Aufgabe des Widerstandes unsicher gewordenen politischen Verhältnisse. um die Loslösung des Rheinlandes vom deutscher'. Reiche herveizufüh- ren. Für den bevorstehenden Sonntag haben sie Versammlungen in den Rheinstädten und Dörfern e nberusen. wobei sie, wie vom Rhein berichtet wird, hoffen, die rheinische Republik au§rufen zu können. Dabei wer­den sie von den Franzosen mit Geld und sogar mit Waffen unterstützt. Wenn auch die dortige Bevölkerung als Ganzes genommen, diesen Um­trieben fernsteht und die Sonderbündler, die am Reiche Verrat üben, bekämpft, so ist doch zu bedenken, daß die bewaffnete sraitzösische Macht hinter den deutschfeindlichen Bestrebungen steht und somit eine große Gefahr bildet. Diese Ent­wicklung läßt sich mit den Poincareschen Versicherungen und Erlläruugen. daß Frank­reich das Rheinland nicht annektieren wolle, nicht vereinbare». Wir sehen, daß durch Verord­nungen und Maßnahmen der Rheinland- kommissior u. der Besatzungsbehörden die deutschen Hoheitsrechte beseitigt werden, wie die LoSlöfiung der Rheinlande und des Ruhrge­biets vom übrigen Deutschland wirtschaftlich vollzogen ist. Wie ist dieser Widerspruch zu er­klären, besonders wenn man in Rücksicht zieht, baß man angeblich in Frankreich zu einer fried­lichen Verständigung mit Deutschland bereit sein will? Die Rheinlandkommission ist bestim- Uiungsg-emäß ein Institut, das von den an der Aekchuna beteiligten Mächtc^ eingerichtet, je­doch mit Vollmachten ausgestattet wurde, die jhm den Charakter eines völlig selbständigen Ausschusses geben, dergestalt .daß die Mitglie­der dieses Ausschusses zwar von ihren Regie­rungen für diesen Ausschuß vorgeschchgen wur­den, daß sie aber in dem Augenblick ihrer Er- nenmtnfl sozusagen ihr- bisherige Nationalität vergessen und sich als Mitglieder eines nentra-

Aus dem AudrgeSiet.

Zwangspläne der alliierten 'Kommission. iPrivat-Telearamm)

Essen, 28. September.

Rach einem Bericht aus Düsseldorf hat die Interalliierte Ingenieur-Kommission für Stei­gerung der Reparationsförderuna aus dem Ruhrrevier der Rheinlandkvmmifsion vorgefchlg. gen: Ausdehnung der. Arbeitszeit »m fecks Stunden in der Woche, Verbot des Streits >n lebenswichtigen Betrieben, Ausweisung der Hauptwortführer des passiven Widerstandes und Entfernung aller nicht produktiven Personen im arbeitsfähigen Alter auS der Ruhrbesetzungszone, sowie eine Sonder ab-. gäbe auf alle Erzeugnisse der Ruhrindustrir.

Garantien oder weiterer Widerstand.

Münster i. W., 28. September. (Privattele­gramm.) Aus Dortmund wird gemeldet: Die Eisenbahner beschlossen einstimmig, den passiven Widerstand ohne Garantten nicht einzuftellen. Aus Essen wird gemeldet: Die Eisenbahner haben einen Protest an d«n Reichs­kanzler geschickt. Die Aufgabe des passiven Wi­derstandes liefere das ganze besetzte Gebiet den Feinden aus. Aus Duisburg wird gemeldet: Die Werkstättenarbeiter lehnen die Aus. gäbe des passiven Widerstandes ohne Mckkchr der vertriebenen Gewerkschaftler und ArbeitSkol- >egen ab. Sie beschlossen, alle Diejenigen, die in die alliierte Regie eintrcten, aus der Gewerk­schaft auszufchließen.

Unter Militärbefehl.

Die Militärbefchtshabcr.

Berlin, 28. September.

Der Roichswehrminister hat auf Grund der Verordnung des Reichspräsidenten vom 25. September die vollziehende Gewalt auf folgende Militärbefehlshaber übertragen: Für den Bezirk des Wehrkreises 4 (Sachsen, Rcg.-Bez. Er­furt, Freistaat Sachfcn, Anhalt) General Mul­ler; für den Bezirk des Wehrkreises 5 (Hessen-Nassau, Hessen, Thüringen, Wal­deck Württemberg, Baden, Hohenzollern) Gene­ral R e i n h a r d t; für den Bezirk des W e h r - kreiscs 6 (Hannover, unbesetztes Westfalen, unbesetztes Rheinland, Braunschweig, Olden­burg, Bremen, Lippe-Detmold, Schaumburg- Lippe) General von Loßberg. Im Einver­nehmen mit dem Reichsminister des Innern hat der Reichswehrminister zum Regierungs­kommissar ernannt für den Bezirk des Wehr­kreises 6: Oberpräsident Bronowski. Der bayrische Generalstaatskommissa rv. Kahr hat infolgedessen, im Einvernehmen mit Gen e- ral v. Lossow, dem die vollziehende Gkroan über Bayern vom Reichswehrministcr Geßlcr übertragen worden ist. die Zusammenziehung von T r u p P e n in M ü n ch e n ungeordnet und die für heute angesagten vierzehn Ber- sammlungen Hitlers und Luden­dorffsverboien. Es ist den bayrischen Kampfverbänden nicht verschwiegen worden, daß die Reichsregierung und die bäurische Staatsregierung gewillt sind, mit aTfön ihnen zur Verfügung stehenden Machtmitteln ein.zu- schreiten.

Xreöite und Zahlungen hören auf.

Berlin. 28. September. (Privattelegramm.) Reichsfinanzminister Hilferdina hat unmittelbar nach der Veröffentlichung der Regierungserklä­rung die Dienstanweisung erteilt, die Ruhrkrc bite sofort und die Ruhrzahlunge« am 1. Okto­ber einzuftellen. Soweit, um Härten zu vermei- den, Ausnahmen für eine höchstens vierzehn- tägige Uebergangszcit zugestanden werden, wird diese der Minister persönlich zur Anord­nung und Anweisung bringen.

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München, 27. September. General Luden- dorff erklärte denMünchener Neuesten Nacki- richtzw", daß er nicht im entferntesten daran dönke, eine Revolution in Bayern zu ma­chen. Alles ihm von der Bayerischen Volkspar­tei-Korrespondenz Unterscholrene sei glatt erfitn. ven und völlig grundlos. Die Bayerische Volks­partei-Korrespondenz schreibt nämlich von eimtr bevorstehenden Ludendorff-Revolnfion, die ven den Feind ins Land ziehe. Man habe in B ad­ern kein Vertrauen zu Lndendorff, daß er die Fähigkeit Habs, das deutsche Volk in eine bessere Zukunft zu führen. Das bayerische Volk könne in ihm und seinen Puppen nicht die Führer in diesen Tagen erblicken. Auch der Bayerische Kurier" beschäffigi sich in einehn großen ArtikelDer preußische Adler tm baye­rischen Nest" mit Lndcndorff und kommt zu dem. Schluß, daß er und seine bayerischen Anhänger sich selber um ihre Bewegungsfreiheit in Bay­ern bringen.

KonffM mit SMr.

München, 27. September. Nachdem der Ge- neralstaatskommissar die vierzehn Maffenver- sannnlungen der Nationalsozialisten, rn denen Hitler sprechen wollte, verboten hat, ist H i t l e r nicht, wie erwartet wurde, zu der Konferenz mit Kahr ilnd den Führern ber vaterländischen Verbände sowie den Spitzen der Beborden und Landeskommandanten gekommen. Der Bevoll­mächtigte des unter Hitlers politischer Leitung stehenden deutschen Kamvfbnndes (Bund Ober­land, Reichsflame und Stnnntnipp der Natzo- nglsozralisten) Dr. von Schleubn e r - Riwter hat in dör Konferenz vielmehr erklärt, sein Bund könne bei Aufrechterhaltung des Verbotes keine Gewähr für Rnbe und Ordnung übernehmen und werde sich beim Losbrechcn an die Spitze stellen. _______

Der Addruch des Jtuhrkampfes.

An die Eisenbahner.

Berlin. 27 September.

Im Anschluß an die Proklamation der Reichs« regicirung hat der Reichsverkehrsmini- sie r an das Reichsbahnpersonal folgenden Er - laß gerichtet: ..Neun Monate lang habt Ihr für Recht und Gerechtigkeit nekömvft. habt Ihr an der Last unseres aereckten Abwehrkamtzfes ge- tranen. Wivia babtk Ihr Euer Bestes innge- ketzt, habt Eure Arbeit, habt Haus und Hof, der Gewalt weichend, verlassen müssen. Eure Treue wird Erich nicht vergessen werden. Wir brechenden Kampf ab. Die »orgc für alle die on Leib und Leben, an ^ab und Gut gelitten haben ttnb leiden, wird weiter me,- ' ne vornehmste Aufgabe sein. Die nötigen Maß­nahmen zum Abbruch des Abwehrkamwes werden besonders von mir getroffen und b e - ikönnt gegeben werden"

1 Kundgevungrn 6er Karteien im Nheinland.

K S l n, 27. September. Di« politischen Par. , feien des RheinlandeS haben dem Vernehmen nach am kommenden Sonntag ernc große . Massenknndqebnng im Grcnberger iWäldchen. Die Kundgebung wird das Treu-

Llnkedrukenbr Nuh-stvrunrkn.

München, 28. September. (Privattele­gramm.) In den gestrigen Abendstunden kam es in der Schellingftraße zu einem Gewehrscuer. Mehrere Züge der Nationalsozialisten schossen auf eine dort ausgestellte Abteilung ber grünen Lanbespolizei. Die Polizer- beamten schwärmten a«S unb zerstreuten ben Zug Verdächtig ist. daß in den Außenbezir­ken von München mit Beginn der Rächt große Trupps von hundert bis vierhundert Mann ge­schlossen durch die Straßen marschierten. Sie ha­ben in den Versammlungslokalen der National­sozialisten die Nacht verbracht. Radfahrer-Pa­tronillen werden ständig beobachtet, Man sah vereinzelt größere Gruppen, doch war bis 1 Uhr nachts kein besonderes Vorkommnis gemeldet.

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TBerhaTtunoer.

München, 28. Septem' er. (Privattele- 'r.'intnt.) In ben Bureaus dc- kommunistt- schon Partei würben gestern aus Befehl bc§ Divators von Kahr die anwesenben Partei­funktionäre verhaftet. Das Bureau ist geschlossen, bie Akten unb Mitgliederlisten sind beschlagnahmt. Den in Tegernsee weilenden Mitgliedern ber Berliner Bolschew isten- vertretun g würbe bie Aufenthaltsbewilli­gung in Bayern entzogen. lieber bas sozia­listische Organ in Nürnberg würbe bie Zens u r verhängt, liebet Nürnberg sind gestern mehr als dreihundert Ausländer aus den OMndern aus Bayern abgeschoben worben.

Drschlutz ber Beamten.

München, 28. Sevtember. (Privattele- grarnm.t Der Berbanb ber bayrischen Post­beamten ber Berbanb ber bayrischen Eisen- bahnbea'mten unb bie Korporation b-*- Be­amten ber bayrischen Finanzämter haben ruf bie Aufforderung des Generalstaai . cmmls- farS von Kahr beschlossen, den Anordnungen ves Kommissars als bayrische Beamte Folge zu leisten, in Ueberrinstimmung mit den 'Reichsgesetzen und den entsprechenden Bestim­mungen der Weimarer Verfassung.

Die Srßcnifötion Netzbach.

München, 28. September. (Privattele- gramm.f Für heute nachmittag hat die Organi- sation Roßbach einen Generalappell angesetzt.

l Auseinandeiletzungen.

Die Vorwürfe im Auswärtigen Ausschuß.

Er ist in vollem Umsange verantworttich für di« ' Losreißung der Rheinlande und des Ruhige-: biets vorn üürigen Deutschland, verantwortlich für die Vorbereitung des .freien Rheinstaates , tote er jetzt nach den jüngsten Ordonnanzen der RheinlandkcMmifsion nahezu vollendet vor uns steht Hier gibts kein Deuteln und kein Erklä­ren, hier heißts die Dinge nehmen, wie sie Md. Und Tatfache ist. daß mit Wissen, nein auf An­weisung Poincarös alle Maßnahmen der Rhem- landkommission erlassen werden, daß Porncare auf dem Umwege der Rh^lnlandkom- miffion denfreien Rhetnstaat . das heißt fre ivon Deutschland, aber abhän- g i g von Frankreich, soweit geschaffen har, wie er heute vor aller Welt dasteht. Das ist dte Wahrheit und was Poincare bisher erklär le, ist das Gegenteil, nämlich die Unwahrheit. G. K.

Bayerns Haltung.

Um die Anordnungen ber Regierung.

(Eigener $rubtbcricbtj

München, 28. September.

Es ist eine Weifung bes bayrischen Geneml- staatskommiffars von Kahr an bie Landcsbchör- ben ergangen, wonach auch bie Anorbnun- gen ber Reichsregierung nur über bie bayrischen Zentralbehörden zu gehen haben. Diejenigen Beamten, bie nicht unbedingt auf dem Boden Bayerns und des Reiches stehen, be­sonders solche mit internationaler Gesinnung, werden aufgeforbert, ihre Außctbienststellung zu beantragen. In Nieberbnyern sind bereits eine ganze Reibe Beamte, bie zur sozialdemokratischen Partei zählen, vorläufig »om Dienst entfernt worden. Herr von Kahr hatte gestern vierzehn nationalsozialistische Versamluu- g e n in M ü n ch e n v e r b o t c n. Die Bersumn.- lungSlokale wurden von großen Abteilungen blauer Polizei umstellt unb alle Eingänge be­setzt. Es fanden sick nur Neugierig-, ein. Vcr schicdene Hundertschaften der Nationalsozialisten, bie geschloffen anrückten, würben rasch zerstreut.