Nummer 226
Freitag, 28. SePtemLer 1923.
Einzelnummer 600 000 Mark.
13. Jahrgang.
Ausnahmezustand im Reich
£änsI,;<$ *“ liquid eren. ünd'dab"i! nIrei<6 ankommen, ob die neue»
Besprechung in München.
Die adweichenbe Meinung.
Für die Fkeichseinhe».
>on h--utc ab
Blätter in Bayern erst
nicht mehr, bis die Zensurfrage geregelt ist
Um Ole IreiHSeinhett.
der vom Reichs lo s z u l ö s e n, sei es in Form eines ganz selbständigen Staates oder in Form
ammlungsrecht aufgehoben. Sämtliche Behörden bloiben in ihrer Tätigkeit, müssen aber, mit Ausnahme der militärischen Behörden den Anordnungen des Generalstaatskommissars A-oIfic leisten. Die Wehrmacht ist besonders nitL gefordert worden, allen Anordnungen des Ge- nrralstaatskommiffars zum etwaigen bewaffneten Einschreiten sofort nachzukommcir.
Ardettsp!gn des Reichstags
RegienmgSmitteilung an die Alliierten.
passiven Widerstand im Lause des heutigen 2a=! eines ganz leumanmgen siooics oorr in ?suui« grs an die aSiicrtrn Mächte übermilteln wird. I eines autonomen Staates, der Anschein nach im
(Privat-Telrgramms
Berlin, 27. SeptsMber.
VerstLnkigitNFLvrrsuch mit Bayern.
Berlin, B. September. (Privattelegramm.) Das Reichskabinett ist heute vormittag um acht Uhr zu einer neuen Sitzung Zirfammcn- getreten, nachdem erst gegen fünf Uhr die Racht- sitzung beendet war. Wie verlautet, fiat Rcichs- wchrministrr Dr. Gehler die Mission unternommen, in München für eine Berständi - gung zu wirken. Es ist jedoch nicht sestzustellen, ob dieses Unternehmen eine Unterlage hat.
München, 27. September. (Privat Telegramm.) Die Kommandeure der Truppen ,m bayrischen Staatsgebiet sind noch gestern abend von dem neuen Gc neralsta at skorn mlssar zu einer dringlichen Besprechung nach Munck-en berufen worden. Sie hab n dieser Aufforderung Folge geleistet.
Versammlungen, Telegraphen- und Fernsprechverkehr unter Kontrolle. — tt ordnet eigenen Belagerungszustand an, erklärt sich aber für die Reichseinheit. — Verständigungsversuch zwischen Nord und Süd.
Sine Srfifirung Aaört.
München, 27. September. (Privattelegranrm.) freute früh wurden in der Stadt Vrollamaiio- nen deö neuen GencralstaatSkonnnisiars v. Kahr angesMagrn, in denen er erklärt: „Ich trete mein Amt a» in Heister Liebe zur bayerischen Heimat und zum großen deutschen Vaterland. In allen meinen Aktionen stütze ich mich auf die Kreise, die deutschen Stammes und deutscher Empfindung sind und die unserem Vaterland? ehrlich dienen wollen. Gegen alle vaterlandsfeindlichen Handl,mgen und jeden Widerstand gegen meine Anordnungen worbe ich meine Machtmittel rücksichtslos einsetzen. Tie Proklamation des Reichspräsidenten die Erklärrna des Belagerungszustandes über das Reich betreffend, ist bis heute vormittag 10 Uhr in München nicht veröffentlicht worden.
Der Arbeitsplan des Reichstages ist durch den Aeltestenausschutz heute dghin fest- gelegt worden, datz heute und morgen kleinere Vorlagen erledigt werden. Am Sonnabend und Montag finden keine Sitzungen statt. Am DtenStaq soll eine graste Politische «us- s p r a ch e mit einer Rede des Reichskanzlers Dr. Slresemann beginnen. — Die gestrige Ra» binettssitznng hat die am Vormittag noch strittige Frage, ob eine Bekanntgabe der Einstellung deS passiven Widerstandes an die Ententemächte erfolgen soll oder nicht, dahin entschieden, daß daS Kabinett eine amtliche Mitteilung über die Aufhebung der Verordnungen für den
Bayerns Maßnahmen für innere Ordnung. (Privat-Telegramm.)
Schicksalswege.
Die Aufgabe des Passiven Widerstände»:
Proklamation haben gestern der Reichspräsident und das Reichskabinett die E i n lt-llu ng des passiven Widerst and eg fcetannt gegeben. Um m deutschen Reiche die Ordnung aufrecht zu erhalten, ist heute der B e -
-1 “ " b angeoronet worden. ®amtt treten wir in ein neues Stadium im bo'r S’teUSn wirkschastlchen Leben. Allerdings ist zu beachten, daß eine Aenderung nicht von ficue auf morgen stattsinden kann, denn nwch muffen in Woche achttausend Billionen gezahlt wer" aen"^.Monate hindurch noch Leistun- vollbracht werden, um den '
Hrlin, 27. Sevtember. (Privattelegramm.) Auf sehr ernste Meldungen aus Bayern hin ist das R e i ch s k a b i n e t t um ein Uhr nachts zu einer neuen Beratung zusammengetreten, die in den Morgenstunden noch andauerte. Die Beratung war ausschließlich den ernsten Fragen gewidmet, die durch die Kundgebung der bayrischen Regierung aufgeworfen sind. So ist die Auffassung der Reichsregierung die, daß damit kein Bruch zwischen München und Berlin eingetreten sei, sondern lediglich eine Verschärfung der beiderseitigen Beziehungen. Der Reichswehrminister Dr. Getzler behält sich ausdrücklich die alleinige Verfügung über die Wehrmacht in Bayern vor.
grunztet mit d m am 3at>tuna8tane aültige «nzcigm^lussÄu L?en Saukn’Ä'
jeijen werden mit d-m Tozeszeikmpr.-is berechnet. SZr »N RiMNateii Er durch ul-rgeg-b-nen Anzeigen, owie für Aiyaa-medaren und Platze tann nicht garantiert inerten.
München, 27. September.
Kestern abend 0 Uhr veröffentlichte die bayrische Regierung folgende Kundgebung: Angesicht? der drohenden^ Gefahr der Störung der öffentlichen Ordnung hat das bayrische Kakiinett einen besonderen Generalstaatskommissar ernannt, dem die gesamte vollziehende Gewalt für Bayern übertragen ist. Zum Generalstaatskommijsar wurde Herr von Kahr ernannt. Die bayrische Regierung hat den schwierigen Stand der Reichs- reaierung anerkannt und insoweit den B e - sch küssen der Reichsregierung hinsichtlich der Ruhrsrage,«gestimmt, sie verlangt aber von der Reichsregierung den schärfsten Einspruch gegen die Maßnahmen des Feindbundes und erKärt, daß die Erschütterung über die Entwicklung der Ruhrfroge so stark ist, daß sie rn Störung en der öffentlichen Ordnung führen kann. DaS Ansehen Bayerns würde dadurch aufs Schwerste geschädigt. Die bayrische Regierung kann den Vertrag von Versailles nicht mehr alS für «ns verbindlich ansehen. Sie richtet an die bayrische Bevölkerung die Aufforderung, sie in ihrem Kampfs um Ruhe und Ordnung zu unterstützen.
Der verlorene Krieg.
Zemtrumsabgeordneter Schwarz über die Lage.
Im Saale des Gvgl. Dercinshausis sprach gestern abend m einer gut besuchten Versammlung der Kreisgruple Kassel der Zentrumspar- ter Retchstagsabgeordneier Schwarz -kFrank-
\ M- Ausgehend von dem Zusarmnrn- brNch des Ruhrkampfes trat er für die große . Stvösemann ein, die jetzt verwirklicht habe, was Dr. Wirth bereits forderte. Erzbw- ger habe fallen -müssen, weil er den Mut hatte, Wienern auch von den Besitzenden zu nehmen und seine Steuerproselte würden jetzt wett über- troffen Dte Erfüllungspolitik Dr. Wirths wurde Warf bekcmwit und die Verständigungspolitik iLtreiernanns gehe noch über den Versailler Vertrag yinaüs. Notwendig sei jetzt vor allem, daß an die stelle der Stcucrdrückerei die ©teuer« freuctakett tritt. Weiter wandte sicb Redner Kegen die Verzweiflungs- und Machtpolitikrr.^ Gerade tue letzteren, die Frankreichs Macht uu- terswätztcn und den Rest uniierer ehemaligen M ackt über schätzten, seien Deutschland zum Ver- häsistuis geworden. Wer einen Prozeß verliert, müsse nicht nur seine, sondern auch die Kosten oes Gegners tragen. So sei cs auch nach dem von uns verlorenen Kriege. Damit kam der Redner auf die Lage, in der wir uns jetzt nach der schwersten Niederlage befinden. Das Furcht- barste sei für die Reichercmeruu.-- z~
die Märtyrer bc5 Ruhrkampfes
; München, 27. September. (Privat-Tele- : gramm.f Die München-Augsburger Abendzci- tunff erklärt, daß der bayrische Ministerpräsident in Berlin wohl bett Standpunkt der Reichsreaie rung restlos gebilligt habe, aber den A hiin te.7re <&"be§ ks emsnrechend Mgesehest 'yaüe r er handeln.
noch lange über die Ligmdation des Ruhrkamp- ses Linaus Märtyrer bleiben müssen, lieber ihren Leiden aber stehe das Bestehen des oeur- scfien Vaterlandes. Die Regierung habe sich jetzt einzig und allein darauf enznstellen, wie es noch möglich ist, die Einheit des Reiches und damit diesis selbst zu erhalten. Kühner denn te erhoben die Separatisten im Rheinland ihr Haupt. Wir können Frankreich an b<~ Annektion von Rhein und Ruhr nicht hindern, können nur hoffen, daß die M es verhindert, daß die Macht Frankreichs vergrößert wird, nachdem es durch den jetzigen Sieg die größte Manch der Welt geworden ist. Noch toiffen wir nicht, oh wir am Vorabend eines rechtsradikalen Putschversuches sieben. Tie Reichsregicrung ist darauf gerüstet. Di« Kommunisten, die seit fahren auf die Bauern schimpfen, wollen mit diesen eine Regierung bilden. (Logik?) Jedenfalls muß nach den kommenden schweren Woa:en Wiederaufbauarbeit in größtem Maße betrieben werden. Es gilt die unübersehbaren Schäden des Ruhreinfalls cmszubessern und vor. allem di« Währung zu stabilisieren. Nur dürfen dabei keine Experimente gemacht werden. Wir muffen
noch viel mehr Steuern zahlen
als bisher. Ohne neue Steuern ist eine Wäh- rungsbefferuug unmöglich. Hoffentlich untei« nehmen es nicht gewissenlose Elemente, die Preissteigerung im jetzigen Augenblick zu benutzen, um das Chaos zu vollenden. Red- ner appellierte an die Vernunft und forderte," mit totem Blut cen kommenden Gefahren ins Auge zu sehen. TarWer dürfen wir uns nicht täuschen: Die Lebenshaltung des beut« schon Volkes wird gewaltig zurüügehen. Durch die lausenden Einkommen sind Wrnterbrand und Winterkartoffeln nicht zu bezahlen. Schließlich gab der Redner die Erklärung ab: Die" Zentrumspariei stellt sich hinter di« Regierung, um aus des Vaterlandes allergrößter Not bic Einheit des R e i che zu retten. Das ist jetzt die erste nationale Pflicht! Die übergroße Mehrheit des Reichstags wirb jedenfalls, davon war Redner überzeugt, die Einstellung des Ruhrkampfes billigen.
Aufruf des Bngestclltcn-GowcrffchastsbundeS.
Leipzig, 26. September.
Zur gegenwärtigen Lage nimmt der Gewrrk- schaftsbund der Angestellten in einem Aufrufe Stellung, dem wir folgende Stellen entnehmen: .Den Crqani'irrti otten und iedem einzelnen, sein Vaterland liebenden Staatsbürger obliegt jetzt die Pflicht, alle Kraft ein zu setz en für die Erhaltung der Reichseinheit. Geht in der leidvollen 3eit, die jetzt über Deutschland hereinbricht, das einige deutsche Reich zugrunde, dann wächst das wirtschaftliche unb sozime Elend ins Grauenhafte. Deutsches Reich unv deutsche Wirtschaft sind eine mttrenrtbrre Einheit. Es tft verständlich, daß Millionen deutscher Herzen in Schmerz und Empörung zucken, ob des neuen Unrechts, das uns angetan nur#. Trotz alledem müssen wir Ruhe und Besonnenheit bewahren. Gefährlich sind die Bestrebungen fanatisierter Gruppen, einzelne Län-
it 27. September. (Privattelegramm.)tf
Ueber das Reichsgebiet ist der Ausnahme - ' rustand verhäugr, Die vollziehende Gewall ff °em Reichs wehr Minister übertragen. Um Mitternacht wurde bic vollkommene Telegraphen- und Telephonsperrc mit Ber- ^..^^ngt. Seit drei Uhr morgens ist die strengste Zensur für alle Ferngespräche ^ftih«. Dte B e r b i n d u n g e n zwischen » 6 b ° ""d Süddcutschland stchen unter Ueberwachung. Die Proklamation des Ausnahmezustandes für das RcichS- Qeviet wurde gestern abend acht Uhr bekannt gegeben. Sie ist unterzeichnet vom Reichspräsi- ^dert und gcgengezeichnet nur vom Reichskanzler Dr. Strcscmann. Durch die Ber- ordnung werden die Artikel 1H 115, 117, 118, 1<k>, lü und ic3 der Reichsverfaffung außer Kraft gesetzt. Der Reichswrhrminister Dr. Geß- ker, bet die alleinige vollziehende Gewalt hat, kann diese auch auf die militärischen Befehls- hober übertragen. Zuwiberhandlungen gegen bic
i d?s Wehrministers als vollziehende Gewalt sind mit schweren Zuchthausstrafen, in chflfder schweren Fällen aber mit Eefänguis nicht unter sechs Monaten bedroht.
roirtwg X 6ei$äS°eina^6C em9ila,"bte tann di- 'Redaktion"?"- ^“reaTh
o,Ar/ 7 uiuvumivn, vo nie neuen
Ä n°*. werden oder wirklich schon in aE" clnc Entlastung für das Reich be- hS-tÄ den den Maßnahmen, die bic kranzd,rsche Regierung nunmehr anerbnet wird eJ° gen, wann ’fctb in Westum Ümfar buf«m Wte'^‘t avfgcnommen, die Pro- fr^sr,-* ®°ma Fracht werden kann. Von der Regierting wird es abhängen, ob ^,^^onbahn wieder verkehren, die Vertr' 6«^^ m ihr Heim und ihre Wohnungen zu- ruckkehren dürfen. Von den Franzosen wird es das Reich den DerlrieLmn zu zahlen bat. Niemand weiß
^wviel Hausrat, wieviel Möbel, wic- bQt£‘®en‘llIn verichwunden ist und ob di- -rtanzosen es^ yJetien
«w. jy*uMtse^>ct es allo äug? >fl vo itf reibunaskos die Arbeit wieder aufnehmen wol- ■ len. Von den Franzosen wird es abhangen, ob j sie den Jndustricleitern keine Schwierigkeit ma- , hen und ihnen freie Disposttion über die Fabriken und Werke gestatten. Es wird von den; Franzosen schließlich abhängen, ob d e Bestraf- ' ten wieder in Freiheit gelangen und dadurch; alle weiteren Reibungen und Ungesetzlichkeiten, jede weiter« Vcvbitteiung vermieden wird.
Deshalb müssen nun Verhandlungen zwischen Deutschland und Frankreich einsetzen. Mit dem Abblafen des Widerstandes allein ist es nicht getan. Die schwerste Entscheidung
München, 27. September.
In her Stadl hc»rscht vollständige Ruhe. Die Blätter besprechen den Schritt der bayerischen Regierung dahin, daß Bayern jede Aktion, die gegen die Einheit des Reiches gerichtet fei, mit Waffengewalt nieder- zuwerfen entschlossen bleibe. Die gestrige Abendbesprechung bei Konmranbanton b-r Reichswehr in Bayern, zu deren Einberufung die bayerische Regierung nach der Weimarer Vrl- fassung bas Reckt hat, soll, wie die Münchener Neuesten Nachrichten schreiben, insbesondere bic Erklärung deS neuen Generalstaatskommissars gebracht haben, daß er die Reichswehr tn Bayern nnr zur Aufrechterhaltung der inneren Ordnung einznsetzen enffchlossen bleibe. Ruch ans den übrigen bayorischen Städten liegen bisher Meldungen vor, wonach die Ernennung Dr. v. Kahrs zum Generalstaats- kommiffar unb die Verhängung des gefonbetttn Belagerungszustandes über Bayern mit Ruhe ausgenommen wirb. Die kommunistischen
Delagerung-zuftand für Dolzrrn.
München, 27. September. (Privat-Tele- fltamm.) Eine weitere Bekanntmachung beS bayrischen Staatsministeriums kautet: Der neue Generakstaatskommissar hat ben Belage- runqszustanb fflr Bayern erklärt. Alle Behörden sind ihm «nrerstesit. Der Brief-, Post-, Telegraphen- und Fernsprechverkehr mit R o r d- beutfchland unb nrngefthrt ist aufgehoben. Die persönkiche Freiheit ist beschränkt, die Pressefreiheit außer Kraft gefetzt und das Vereins- und V e r -
Einzelnummer 600 000 Mark.
Bayerns GonSerfteKung
v. Kahr alS Generalstaatskommiffar.
iBrivar-Telearamm r
enlß erst fallen. Und sie liegt ans französischer Seite. Es ist kein Geheimnis, daß die denischc Rcgieruna sich bemühte, vor der Aufgabe des passiven Widerstandes mit Frankreich bercüs ein Einvernehmen zu treffen, aber auf die alten, barten französischen Bedingungen stieß. Und diese französischen Bedingungen kehren jetzt, wie man liest, verschärft Wieher. Denn jetzt kann Poincar« triumphieren: Ich habe immer gesagt, wir werdcu das Ziel erreichen, Derttschland wird zufammenbreckcn Und weil, er diesen Erfolg buchen tann. wird er auch feine alten Forderungen aufrecht erhalten, bic heute schon in verschiedenen Versionen in der französischen Press« a iflauchcn. Immerhin wäre, wurde Frankreich sich an diese von ibm geschriebenen unb bekannten Bedinoungen halten, eine Ver- stänbiqung möglich. Aber man muß anrrfirnen, daß die ungeschriebencn Bedingungen, die. die Generalgruppe ausgestellt bat. doch eine we'gütliche Rolle spielen, der R»f nach dem -größeren Frankrei ch", der RnschUeßung der Nfieinlande und bcr wirischaitlichen und politischen Abfiängigmachnna des Ruhrgebictes.
Inzwischen hat die deuffche Regierung Vorbereitungen getroffen, um nach der offiziellen Beendigung des passiven Widerstandrse bas Wirtschaftsleben im besetzten Ge- biet wieder in geordnet« Bahnen, zu bringen. Die Reichsregier'.mg wird zunächst Richtlinien heransgeben um zu verhindern, daß eine regellose Wiederaufnahme bcr Arbeit erfolgt. Besonders schwieng liegen die Der- baltniffe bei der Eisenbahn des Rhein- unb Rnbraebietes Da die deutschen V'rkefirsvettval- mngen, durch Ausweisung, Verhaftung usw. lugenblicklich größtenteils ausgeschaltet sind, erhebt sich die Fr--ge. bei wem sich die Eisenbafiner zur Arbeit zu melden Haben. Dio Eisenbahner lehnen os. wie mitgeteil' wird, nach wie vor enffchieden ab, in den Dienst der französisch-belgischen Eisenba-finregic zu treten. Wie Weber verlautet, werden die großen Eisen' babncrorganifationen voraussichtlich mit der >«- ternffüert-'n Rheinlandkommiffion in Koblenz in Verbindung treten u. dort nachdrücklichst verlangen. datz die A u sw e isung e n unb Ver. fiaftüngen des EisenbabnerpersonalS rückgängig gemacht werden, ba mit dem noch hn Rhein unb Rirfirgcbie- gebliebenen Personal em normaler Betrieb nicht möglich ist- Alle an« Weisungen, die von ben großen. Gewerkschaften mb Organisationen an ihre Mtglieder im besetzten Gebiek in diesen Tagen ergeben werden, werden im Einvernehmen mtt der Reichsregierung gefaßt. Nack alledem wird die Neurege !>'«g nickt ohne Schwierigkeiten erfolgen können. Nur durch ein Einvernehmen mH dr« Besät- zungshcbörden ist eine reibungslose Neuordnung der Verhaliniile an Rhein und Ruhr möglich.
Kasseler Neueste NachMm
Kasseler Abendzeitung Hessische Abendzeitm^
ten rondicntttdi iechdnml nnk> mm- ni—-----------------------